Beiträge von Ette

    Hallo allerseits,

    puuhhh, gestern war ja wohl ein Tag! Ich hatte ein Gespräch, vor dem ich schrecklich aufgeregt war, obwohl ich letztendlich nichts dabei zu verlieren hatte. Ohne Frühstück, mit Herzklopfen und in Gedanken ständig Sätze formulierend, saß ich im Bus, der endlos für die ansonsten recht kurze Strecke zu brauchen schien.

    Endlich angekommen, musste ich auf dem Weg in den fünften Stock unbedingt noch eine kleine Kaffeepause einlegen und natürlich, eine Zigarette rauchen, bevor es dann endlich soweit war. Und was soll ich sagen? Ich saß in diesem Besprechungszimmer und war die Ruhe selbst! Verrückt! Ich konnte einfach darüber reden, was meine Beweggründe für dieses Gespräch waren, was ich erwarte, was ich mir vorstelle, was ich mir wünsche. Das Ende vom Lied? Nicht das, was ich mir erhofft hatte, mit realistischem Kopf aufgrund angeordneter „Personaleindampfung“ (fürchterliches Wort) aber nachvollziehen kann. Nein, mir wurde etwas ganz anderes angetragen. Schließlich „braucht das Haus genau solche Mitarbeiterinnen wie Sie, Frau Ette“. Na, da muss ich jetzt erst einmal darüber nachdenken, ob das auch das ist, was ICH brauche. Nur mit schönen Worten lasse ich mich nicht dahin locken, wo ich im Grunde nicht hin will. Also ist wieder einmal Nachdenken angesagt.

    Aber – als ich da raus kam und mir erst mal ein knuspriges Frühstücksbrötchen einverleibte, war ich mindestens drei Meter groß. Vor zwei, drei Jahren hätte ich um dieses Gespräch gar nicht erst gebeten, weil ich gedacht hätte, die halten mich einfach nur für verrückt, wenn ich denen von meinem Lebenstraum erzähle.

    Und am Abend konnte ich vollkommen zufrieden, auch wenn überhaupt nichts entschieden ist, nach Hause kommen und mich über den Tag freuen. Grenzenlos dankbar noch dazu, denn in der Zeitung hatte ich am gleichen Tag die Todesanzeige einer Frau gelesen. Die ich zwar nur vom Sehen kannte, jedoch kenne ich ihre Tochter und bin mit ihren Exmann befreundet. Und sie ist kaum ein Jahr älter geworden, als ich jetzt bin. Das hat mir wieder ganz bewusst gemacht, dass jeder Tag, den ich lebe, egal wie, so kostbar ist, dass es nichts Wichtigeres gibt, als jeden zu leben, als wäre er der letzte. Ohne Kompromisse.


    LG
    Ette

    Hallo Elle,

    danke für deine Anregung, darüber nachzudenken, ob mir etwas fehlt. Wenn du Platons Theorie von der Liebe zugrunde legst, nach der jeder eine zweite Hälfte hat, die ihm durch den Zorn der Götter verloren ging, dann hast du recht. Ich lebe alleine, ohne Partner, meine zweite Hälfte ist noch irgendwo da draußen. Es gibt sie, das weiß ich, aber ich werde sie nur finden, wenn sie mit sich und ich mit mir im Reinen bin. Davon bin ich überzeugt.

    Vielleicht schließt du wirklich von dir auf andere. Denn ansonsten fehlt mir nichts. Zeit, in der ich alleine bin, kann ich genießen und Einsamkeit ist für mich nicht wirklich ein Thema. Ich fühle mich nicht einsam. Die vergangenen zwei Tage habe ich ganz bewusst alleine verbracht, ohne Termine, ohne Verabredungen und habe einfach nur genossen, sie völlig nach meinen ganz eigenen Bedürfnissen zu verbringen. Es waren zwei sehr entspannte, befriedigende, ausgefüllte Tage.

    Wenn ich aber lese, was du schreibst, dann frage ich mich, warum dein eigener Thread verwaist ist. Von dir lese ich bei allen möglichen Leuten aufmunternde Sätze, Trost, launige Scherze und Formulierungen, die locker auf ein recht zufriedenes Leben schließen lassen könnten. Ich lese jedoch zwischen deinen Zeilen, dass du dich wohl manchmal einsam fühlst. Ich habe es bisher aber nirgends explizit formuliert lesen können.

    Ich habe für mich entdeckt, dass es mir hilft, alle möglichen Gefühlslagen zu formulieren, um sie besser annehmen zu können und dadurch zu lernen, mit ihnen umzugehen. Hier habe ich eine Plattform dafür. Wo du gefühlsmäßig stehst, kann ich schlecht nachvollziehen. Du schreibst wenig von dir selbst, von deiner jetzigen Situation.

    Das Forum hier ist meiner Meinung nach sogar noch besser als meine reale SHG dazu geeignet. Hier setze ich mich mit meinen Gedanken und Gefühlen ganz anders auseinander, weil ich sie aufschreibe. Das ist für mich noch klärender als Gespräche. Aus der SHG kenne ich aber auch die Tatsache, dass es Ratschläge und Aufmunterungen für Andere gibt und mancher dahinter sein eigenes Gefühlsleben versteckt, dass mehr im und durch den Anderen gelebt wird. Auch noch Jahre, nachdem ein Partner trocken ist. Und mir begegnen immer wieder ganz schlüssige Begründungen, warum das so ist und sein muss und die, natürlich, in den Umständen liegen.

    So, und jetzt geh ich duschen, damit ich schnell ins Büro komme.

    LG
    Ette

    Hallo Apfel,

    du hast ein paar ganz, ganz wichtige Dinge geschrieben. Nämlich, dass das Formulieren der eigenen Bedürfnisse das eine ist und das Durchsetzen das andere. Stimmt, wir werden nicht alles durchsetzen können, was wir uns vorstellen. Und schon gar nicht dergestalt, dass wir es schaffen, andere Menschen oder Umstände zu verändern. Es ist immer nur die Veränderung möglich, die wir selber in der Hand haben, nämlich unsere. Wenn wir das akzeptieren und verinnerlichen, haben wir, denke ich, den größten und schwierigsten Schritt geschafft.

    Wenn ich aber für mich etwas verändert haben möchte und mir etwas wünsche, dann ist der erste Schritt, es zu bekommen, dass ich es formuliere. Keiner kann erraten, was ich für mich brauche. Ich muss es sagen, darum bitten, es abfordern - selbst etwas dafür tun. Nicht alles werde ich dann bekommen, aber die Chancen dafür stehen deutlich besser, wenn ich weiß und sage, was ich will und brauche, als wenn ich nur darauf warte, dass mir, einfach so, jemand gibt, was ich möchte.

    Schön finde ich auch, dass du die positiven Veränderungen wahrnimmst. Ich glaube, dass das die beste Motivation ist, weiterzumachen, nicht wieder in alte Muster zu fallen. Das Bewusstsein, dass sich, wenn ich mich nur ein wenig ändere, ganz viel verändert und zwar ohne, dass ICH alles verändern muss. Es ändert sich für dich.... singt Rosenstolz.

    LG
    Ette

    Hallo Inocennt,

    ich kann dich beruhigen. Wenn du alle äußeren Umstände einfach mal an die Seite legst, nur darauf deinen Fokus richtest, was wäre wenn du so leben würdest, wie du es dir wünschst, dann bist du dennoch. Und zwar ganz anders, als du jemals gewesen bist. So habe ich es jedenfalls für mich empfunden. Ich bin weder unsichtbar noch weg, noch lieblos noch einsam. Im Gegenteil. Die Liebe ist da, anders, ganz anders und viel schöner zu fühlen als zu der Zeit, als ich mit meinem abhängigen Partner zusammen war.

    LG
    Ette

    Guten Morgen allerseits,

    ....irgend etwas fehlt, alles so merkwürdig ruhig....

    dieses Satzfragment ist mir vor kurzem begegnet und die letzten zwei Tag immer wieder durch den Kopf gegangen. Es hat mich erinnern lassen an die Anfangszeit, als ich begann, mich mit meiner Co-Abhängigkeit mehr und mehr auseinander zu setzen. Ich weiß nicht, wie es euch ging oder geht, aber es war ja eigentlich immer etwas los. Entweder schlecht drauf, getrunken, Zoff, Schuldzuweisungen, Verwürfe, Verbohrtheit, endlos sich wiederholende Diskussionen. Vereinbarungen, die nicht eingehalten wurden, Dinge, die plötzlich wieder auf den Kopf gestellt waren und all die bösen äußeren Umstände, die „ihm“ und damit mir das Leben schwer machten.

    Ja, dann kam damals, in der ersten Zeit allein, bei mir auch dieses Gefühl, dass es merkwürdig ruhig sei, als würde etwas fehlen, in mein Bewusstsein. Folglich kann ich diese Worte, dort ganz oben, sehr gut nachempfinden. Inzwischen ist mein Leben ruhig, nicht langweilig, nicht öde und alles andere als unausgefüllt. Aber ruhig. Trotz all der Kurzweil, der verschiedene Interessen, der Arbeit und der Menschen, die mir etwas bedeuten. Kleine Alltäglichkeiten, Pflichten, Ziele, Pläne, Wünsche, Vorstellungen, Träume, sie sind Teile meines Lebens, die mir trotz ihrer Vielfältigkeit die Ruhe nicht nehmen.

    Menschen sind mir vor allem wichtig, aber nicht mehr so, dass ich darüber mich vergesse. Es gibt die täglichen Kontakte mit den Kollegen, mit Kunden, Bekannten, wenigen, weil handverlesenen, Freunden. Manche Menschen sehe ich, manche höre ich und manche lese ich. So wie Elle, die immer noch ein Wort zum Abend für uns hat. Oder die Gruppenstunde meiner realen SHG, die mich manchmal fast bis an mein Zickentum bringt, weil ich dort oftmals Ignoranz, Nehmerqualitäten, Konsumverhalten und Oberflächlichkeit feststelle und mich dann das „Seinlassen“ an meine Grenzen bringt. Aber auch wunderschöne Abend- oder Morgengespräche, einfach mal so, die mir zeigen, dass irgendwo Gedanken sind, die meinen gleichen und mich ein tiefes Verständnis fühlen lassen im Dialog.

    Ein Verständnis, das mir die Gewissheit gibt, dass ich auf einem guten Weg bin und alles seinen Sinn hat. Friedvoll, liebevoll.... überwältig von Glück.... leicht abgewandelt nach Grönemeyer, fühle ich mich dann. Liebestoll möchte ich nämlich nicht mehr sein, weil ich das ruhige Verständnis als sehr viel tiefer, näher empfinde, als es mir jedes Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt jemals war.

    Wenn ich mir hier dann durchlese, was hier im Forum geschrieben wird. Die Aufregungen, die Belastungen, die Ängste, die Wirrnisse, bis es zu Entscheidungen kommt, dann bin ich ganz zufrieden mit mir selbst und meinem Leben und zwar ohne Selbstzufriedenheit. Nur dankbar.

    LG
    Ette

    Moin, moin,

    sammy : mein innerer Waldi hat sich die letzten zwei Tage als sehr durchsetzungstark gezeigt. Folglich nimm dir lieber kein Beispiel an meiner sportlichen Energie.

    @elle: ne, ne, ich will nix hertrommeln. Entweder kommt er freiwillig oder bleibt in der Wüste verschollen. Ich halte es da mit Katja.... und summe so vor mich hin.

    LG
    Ette

    Zitat von kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    was ein Wunder - Anblick: elle vorne auf dem Tank, Ette klammert von hinten und ich mit Feuerschopf stolz in der Mitte, hier werden wundersame Gedanken geschmiedet.

    Ups, Kaltblütiger, hast du etwa rote Haare? Das hast du uns bisher unterschlagen!

    Mit dem Klammern auf dem Mopped liegst du übrigens nicht ganz richtig. Vielleicht solltest du deine Androhung doch mal wahr machen und mich zu einer Runde Suzi fahren einladen. Viel Zeit ist nicht mehr in diesem Jahr. Kürzlich hat mir nämlich sogar jemand gesagt, mich würde man als Sozia kaum spüren.

    Ansonsten freu ich mich, dass nun die Guzzi eine Suzi wurde und wünsche dir viel Fahrspaß.

    LG
    Ette

    Hallo miteinander!

    Penetrant piepte heute morgen der Wecker und ich habe ihm mehrmals eins auf die Mütze gegeben, damit er still wurde. Jedoch – er hat sich nicht vollends von mir zum Schweigen bringen lassen und immer und immer wieder meine Träume durchschrillt. Also war es irgendwann nervenschonender, aufzustehen. Draußen war es noch richtig dunkel und das Laufen muss ich auf heute Nachmittag verschieben, denn der Weg, den ich gerne gehe, hat keine Straßenbeleuchtung.

    Im Moment fühle ich mich so, als würde ich auf der Stelle treten und ich muss mir sagen, dass auch das in Ordnung ist. Es kann nicht jeden Tag vorwärts gehen. Eine Zeit, neue Kräfte zu sammeln, mich auszuruhen, genießen, was ich erreicht habe, ist auch wichtig.

    Allerdings bin ich letzter Zeit recht gespannt, wenn ich vor die Tür gehe. Denn die Karten, die ich mir immer einmal wieder lege, haben mir in den letzten Wochen immer wieder das Gleiche gesagt. Von einem „Schatz“ erzählen sie, von tiefer Beziehung, vom „Traumprinzen“. Na, einen Schimmel mit dem entsprechenden Reiter habe ich noch nicht entdecken können. Lediglich der Briefträger auf seinem gelben Stahlross ist mir begegnet. Und der ist nicht gerade traumhaft. Also heißt es, weiter mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Denn wie Elle an anderer Stelle schreibt, Wunder gibt es immer wieder und wenn sie einem begegnen, dann muss man sie auch sehen.

    Gestern Abend hatte ich wieder einmal das Glück, mich ganz archaisch-musikalisch betätigen zu können. Rhythmus, der an Herzschläge erinnert, mich auf gleichmäßigen Schlägen davonträgt aus dem Jetzt und mich wie in einer Art Meditation leicht und schwebend werden lässt. Zusammen mit den Tönen, die die Anderen erzeugen, fühlte ich mich wie in Trance und ich hatte das Gefühl, dass selten eine Stunde so schnell vergangen war. Ich freue mich schon wieder auf die nächste.

    LG
    Ette

    Hallo Kaltblütiger,

    danke, dass du die Tatsache, welches Geschlecht das starke ist, noch einmal formulierst. ;) Wobei ich sagen muss, dass ich das nicht an meinen naturgegebenen Möglichkeiten des Kinderkriegens festmache. Dies empfand ich einfach als eine spannende, aufregende Angelegenheit und dieses kleine Würmchen war für mich ein Wunder, als ich es zum ersten Mal im Arm hielt. Ich habs aber nicht vollbracht, das Wunder. Ich hatte nur die paar Minuten Spaß dazu beigetragen und Vieles lag dann nicht mehr in meiner Hand.

    Ich nehme dich einfach als sehr viel ruhiger wahr und empfinde das als für mich nachvollziehbar. Du hast für DICH einen Entschluss gefasst – abzuwarten, was sich entwickelt. Ja, auch das kann ich nachvollziehen, weil es mir da sehr ähnlich ging und geht. Ich weiß, was ich will, was ich mir wünsche und trage für mich meinen Teil dazu bei. Auf das Äußere, die Anderen, die Umstände habe ich keinen Einfluss, aber das Vertrauen, dass es gut für mich ist, was passiert. Eine Frau hat mir heute das gewünscht, was ich brauche. Ein sehr schöner Wunsch, wie ich fand. Und er wirkt.

    LG
    Ette

    Zitat von kaltblut


    Sieh mal Klaro, ich habe alle Zeit dieser Welt, so lange ich lebe und je früher ich anfange Wunder zu machen, je mehr wundere ich mich zufrieden zu leben.

    Bester Kaltblütiger,

    ich traue dir zwar eine ganze Menge zu und du kannst sicherlich Einiges bewegen, drehen und machen und tun. Aber das mit dem Machen von Wundern, sorry, das wirst du nicht hinbekommen. Wunder sind nicht unsere Aufgabe, da gibt’s einen, der kann das besser.

    Gut nachvollziehen kann ich aber dein dich Wundern über ein zufriedenes, friedlich-normales Leben. Für mich ist das größte Wunder dabei, dass ich es hinbekomme, dieses friedliche Leben. Ruhig entspannt und voller Energie, liebevoll mit Anderen und Selbstachtsam zu sein. Mancher mag es widersprüchlich nennen. Eine Art Gratwanderung ist es wohl eher. Das Rechts und Links wahrzunehmen, mich davon aber nicht aus der Ruhe und von meinem Weg, der mir gut tut, abbringen zu lassen, ich glaube, das ist das Schwierige daran.

    Seitdem du dich entschlossen hast, mit deiner Frau einen neuen Anfang zu machen, liest du dich für mich ruhiger. Resultiert deine Ruhe aus der Tatsache, dass ihr wieder einen gemeinsamen Weg beginnt oder ist es eine zufriedene Ruhe, weil du DEINEN Weg für dich definiert hast?

    LG
    Ette

    Hallo Innocent,

    jau! Die Angst davor, alleine zu sein, ist es oft, die den letzten, den wichtigsten Schritt verhindert. Inno, wirklich, ich weiß, dass das Alleinsein manchmal ein Sch......gefühl ist. Aber seltsamerweise relativiert sich das im Lauf der Zeit und zwar soweit, dass es richtiggehend schön ist, die Tür hinter mir zuzumachen und einfach nur mit MIR zu sein.

    Schließlich sind wir Menschen, die etwas können, die stark sind, die in der Lage sind, etwas auf die Beine zu stellen und zwar auch GANZ ALLEINE! Ohne dass wir einen mitschleppen, der viel lieber irgendwo sitzen mag und sich die Birne zuknallt. Und – wir haben etwas Besseres verdient, bloß wollen wir uns das viel zu oft nicht eingestehen, weil wir denken, wir dürfen es uns nicht nehmen. Doch, dürfen wir! Wir DÜRFEN so leben, wie es UNS gut tut. Lieben, wen wir wollen, sogar bzw. erst recht uns selber und dafür sorgen, dass es UNS gut geht.

    Wir haben aber schlicht und ergreifend Schiss davor, womöglich unser Leben lang alleine dazustehen. Ich glaube, ein Alki, der sich vorstellt, nie mehr im Leben Alk zu sich nehmen zu können, fühlt sich ähnlich. Innocent, es ist nicht so, wirklich! Wenn du anfängst, dich aus deinem Co-Kokon zu pellen, dann finden sich die neuen Kontakte von ganz alleine. Ich wollte es ja auch nicht glauben, aber es wirklich so.

    Gib die Hoffnung für dich nicht auf! DU bist der Mensch, für den es gilt, alle Kräfte zu mobilisieren. Ich wünsch dir den Mut dafür.

    LG
    Ette

    Vom Wundern, vom Trietzen und – vom Öl

    Manchmal scheint Sand im Lebensgetriebe und manchmal läuft alles wie geschmiert, wie gut geölt halt. Ich glaube, dass es ganz viel damit zu tun, wie wir etwas sehen wollen. Ich habe gelesen, dass wir zu oft eine Perspektive erkennen wollen, obwohl die Zeit noch nicht reif ist dafür. Dann ist es angeraten, Dinge geschehen zu lassen, ohne sie verstehen zu wollen. Sie werden sich schon so entwickeln, wie es richtig und gut für mich ist.

    Kaltblütiger, du schriebst schon mehrfach von den Vorübungen für Wunder.... dazu sind mir die Wunder nach den Vorübungen eingefallen:

    Mit offenen Augen
    Vor dem leeren Baugrund stehen
    Und sich an der Weite weiden,
    die nicht mit alten Mauern
    Blick und Gefühle beschränkt,

    Die Uhr akzeptieren
    Sie sogar ganz neu aufziehen
    Zeit Zeit sein lassen
    Sie tropft ohne Unterlass
    Und arbeitet für uns.

    An Menschen denken
    Liebevoll und mit Wärme
    Einfach weil es sie gibt
    Und die Liebe beglückt.

    Die Toten
    ruhen lassen
    Weil sie waren
    Und wir sind

    von
    Frau Ette frei nach Fried

    Hallo Innocent,

    doch, ich denke schon, dass deine Frau noch sehr in deinem Fokus steht. Nicht mehr als Diejenige, die du retten willst. Inzwischen ist sie für dich der Grund dafür, dass es dir schlecht geht und du durcheinander bist. Sie hat euer Leben kaputt gemacht mit ihrem Trinken, so lese ich zwischen den Zeilen. Ich habe gelernt, dass dies einfach der nächste Schritt ist. Reden, hoffen, beschützen, retten wollen, Machtlosigkeit empfinden, kraftlos werden, Vorwürfe machen, Schuld zuweisen, akzeptieren, loslassen, für sich selber sorgen, gesund werden.... so waren meine Schritte. Wobei ich am gesund werden immer noch jeden Tag arbeite.

    LG
    Ette

    Hallo Feengesicht,

    du schreibst:
    Warum werde ich nicht so geliebt, wie ich es meine zu verdienen?
    Mir fiel dabei spontan ein, ob du dich denn wohl selber liebst. Denn wenn dies der Fall ist, dann wärest du so geliebt, wie du es verdienst. Das kann dir NIEMAND von AUßEN geben.

    Du schreibst von deiner spirituellen Arbeit, mit der du Menschen hilfst. Ich muss gestehen, dass ich mir schlecht vorstellen kann, dass jemand, der für sich selbst noch so viele ungelöste Fragen und Probleme hat, anderen Menschen helfen kann. Was ich von dir lese, gibt mir eher den Eindruck, dass du selbst noch Hilfe brauchst. Als Co weiß ich nur allzu gut, dass es leichter ist, Anderen zu helfen, als mir selber. Ich habe selbst lang genug die Probleme der Anderen zu meinen eigenen gemacht, um mich mit mir selber nicht auseinander setzen zu müssen.

    Gruß
    Ette

    Guten Morgen Ihr Lieben,

    heute ist wieder so einer von Tagen, an denen ich stolz auf mich bin, gelaufen zu sein. Nieselregen, Windböen, Schneckenslalom und – erstes Gold in den Bäume, dramatisch grau dräuende Wolken über noch saftig grünen Wiesen und aufgebrochene Stoppelfelder, die herrlichen Erdgeruch verbreiten. Letzter Holunder und erste Haselnüsse auf den Wegen, emsige Eichhörnchen mit wehendem Schweif, die mir ein Kichern in der Kehle aufsteigen lassen, weil ich dabei an den „Oachkatzlschwoaf“ denken muss – hallo Spedi ;-)!

    Ich habe in den letzten Tagen ein Buch über einen alten, kranken Mann gelesen, der weiß, dass er sterben muss und auf die Frage, was er sich wünschen würde, wenn er nur noch für einen Tag wieder gesund und beweglich wäre, aufzählt, was er an diesem Tag tun würde. Normalitäten sind es, die er sich wünscht, die er tun würde und mit denen er zufrieden wäre. Ich konnte gut nachvollziehen, was da stand, denn es sind nicht großen, außergewöhnlichen Erlebnisse, die uns zufrieden machen. Ich habe erfahren, dass Großartiges immer wieder noch Großartigeres als Steigerung verlangt, weil es uns nicht ausfüllt, nur im Außen ist.

    Gerade drang durch mein Fenster Glockengeläut, denn der Gottesdienst in der nahen Kirche beginnt. Vorhin, als ich lief, hatte ich auch so eine Art Gottesdienst. Im Reinen mit mir, Teil dieses herbstlich anmutenden Morgens und dankbar, dass ich Wärme in mir fühlen kann, ohne dieses verzehrende, zerreißende Gefühl von Verlust, weil nicht Alles so ist, wie ich es mir vielleicht erträumte. Keinem Traum nachzujagen, sondern mich daran zu freuen, was ist. Nicht machtlos resignieren, sondern einer höheren Macht vertrauen, dass alles seine Richtigkeit und Berechtigung hat. Nicht mich machtlos zum Opfer stilisieren, sondern die Machtlosigkeit dort erkennen, wo sich Dinge außerhalb meines Einflusses bewegen und dieses anzunehmen.

    Es mag sich esotherisch oder spleenig oder überkandidelt lesen, aber es ist der beste Weg für mich, zufrieden zu leben, liebevoll zufrieden zu leben.

    LG
    Ette

    Guten Morgen Schäfchen,

    mag sein, dass dein Freund noch zu jung ist, um eine feste Beziehung einzugehen. Ich habe eher den Verdacht, dass er schon eine hat und zwar eine, die ihm so wichtig ist, dass ihm alles andere egal ist. So wie du schreibst, ist ihm der Alk doch recht wichtig. Gegen den hast du keine Chance.

    Ich glaube dir, dass es dir das Herz zerreißt, denn ich habe ähnliche Situationen mehrfach mitgemacht. Nicht ganz so extrem, aber schon so, dass ich dachte, ich könnte gegen die „gläserne Geliebte“ konkurrieren, ihn mit meiner Liebe von ihr abhalten. Ich hatte keine Chance und er erst, nachdem er seinen Weg alleine gegangen ist, nachdem er für sich die Einsicht hatte. Ganz ohne mich. Jetzt tut er viel von dem, was ich mir vor Jahren gewünscht hätte, dass er es tut.

    Ziemlich zu Anfang, als ich meinen Ex kennen lernte, war ich in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige. Nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte, sagte eine der Frauen zu mir: „Ich verstehe dich nicht. Ich versuche meinen Alki seit 10 Jahren loszuwerden und du suchst dir einen.“ Zu dem Zeitpunkt habe ich diese Äußerung als sehr, sehr lieblos empfunden und bin in diese Gruppe nicht mehr gegangen, weil ich dort nicht das hörte, was ich gerne gehört hätte. Jetzt, Jahre später, kann ich verstehen, warum die Frau das sagte. Ich wollte meinen Ex bis heute nicht „loswerden“, aber ich konnte ihn zwischenzeitlich loslassen und damit mein Leben wieder halbwegs normal und friedlich leben. Er ist inzwischen längere Zeit trocken und auf einem guten Weg, wie es aussieht.

    Es ist gut, dass du dir psychologische Hilfe gesucht hast. Du wirst sehen, dass du im Laufe der Zeit wieder zu dir selber findest. Der Schmerz wird weniger und du bist noch so jung, dass du jede Menge Zeit und Möglichkeiten finden wirst, einen Mann kennen zu lernen, der eine Beziehung zu einem Menschen aus Fleisch und Blut der zu „Geistreichem“ vorzieht.

    Ich wünsche dir Kraft und alles Liebe.

    Ette

    Moin, moin,

    Kaltblütiger, du willst mich trietzen, glaub ich. Mich rund zu fühlen und nachzudenken, ist kein Synonym dafür, dass ich meine Extrovertiertheit nicht mehr lebe. Auch ist Unhabhängigkeit nicht gleichbedeutend damit, keine prickelnden Momente zu erleben, ganz im Gegenteil. Vielleicht mache ich nicht mehr den Fehler, dann zu viel zu erwarten, das mag sein, weil ich denke, jeder muss für sich selber entscheiden, was ein Fehler ist oder nicht. Ich kann anderen Menschen bedingungsloser begegnen. Ihnen ihr „Sein“ lassen und sie trotzdem, nein, gerade deshalb, lieben.

    In meinem Leben ist Vieles passiert, von dem Andere vielleicht denken, es wäre ein Fehler gewesen. Jeder dieser „Fehler“ hatte für mich jedoch einen Sinn, hat mir geholfen, mich weiter zu entwickeln. Und mir natürlich auch schöne Erinnerungen hinterlassen, denn auch bei „Fehlern“ ist nicht nur alles schlecht. Im Gegenteil, manche dieser „Fehler“ würde ich immer wieder tun, weil das, was ich daraus mitgenommen habe, wunderschön ist.

    Nicht mehr Co zu sein heißt auch nicht, keine Laster zu haben. Ich kann dir gerne mal das ein oder andere Laster von mir flüstern, in einer stillen Stunde ;-). Wenn ich ahne, ja sogar weiß, wie ich zufrieden leben kann, dann bin ich nicht tot, ganz im Gegenteil. Schließlich lebe ich kein Entweder-oder sondern ein Sowohl-als-auch. Und was das Öl betrifft, da habe ich festgestellt, dass es wunderschön ist, mit Öl die Hände besser über Haut gleiten zu lassen, und dann ist die Ölung nicht die letzte, sondern erst der Anfang ;-).


    Heute morgen beim Laufen hatte ich das Gefühl, wieder zurück gefallen zu sein. Immer wieder musste ich Teilstrecken walken, anstatt zu joggen. Als die unmutigen Gedanken darüber kommen wollten, habe ich versucht, trotz allem etwas Positives daran zu sehen. Und es hat geklappt. Schließlich habe ich jahrelang diese Form der sportlichen Betätigung ignoriert. Warum sollte mein Körper nun ganz schnell so funktionieren, wie ich den Anspruch an ihn habe?

    Meine Beine laufen kontinuierlich. Gut, manchmal ein wenig langsamer als ich es mir wünsche, aber zuverlässig. Mindestens fünf mal die Woche mache ich mich auf die Schuhe, Regelmäßigkeit, die ich früher nicht aufbrachte. Als ein feiner Nieselregen einsetzt, der mir sanft wie ein kühler Schleier das erhitzte Gesicht kühlt, denke ich daran, dass ich früher gar nicht vor die Tür gegangen wäre, wenn es aussah als würde es regnen. Also habe ich doch schon einen ganz schönen Fortschritt gemacht, stelle ich fest. Dann kann ich diese Anspruchsgedanken an mehr Geschwindigkeit ganz einfach loslassen und mich an dem freuen, was ich schon erreicht habe.

    Alles braucht eben seine Zeit und die muss ich mir gönnen. Mein perfektionistischer, innerer Antreiber hat mir schließlich lange genug das Leben schwer gemacht. Auf den will ich jetzt nicht mehr hören. Lieber mache ich kleine Schritte, als mich von großen, die ich womöglich nicht schaffe, entmutigen zu lassen.

    LG
    Ette

    Elle,

    was hältst du von "Macha"? Ich habe festgestellt, dass viele Co-Frauen gern das Sagen haben - wenn es darum geht, was für den Anderen gut ist. Und das meine ich vollkommen ohne Albernheit. Wobei ich denke, dass wir über all dem Ernst des Themas die leichte Seite des Lebens nicht vergessen dürfen.

    LG
    Ette