Hallo an Alle,
ich bin noch nicht lange wieder trocken,aber ich freue mich auf jeden weiteren trockenen Tag in meinem Leben.
Ich möchte hier speziell noch mal aus meiner Sicht kurz etwas zum Kalten Entzug,den viele nicht verstehen wollen,können oder wie auch immer,etwas schreiben.
Ich habe den Begriff "Kalter Entzug" auch lange nicht begriffen. Erst beim 3ten Kalten Entzug wusste ich was damit gemeint war,denn da hatte ich das erste Mal wirklich die Folgen zu spüren bekommen.Sprich Zittern,Schlaflossigkeit,schlimmste Albträume,Krämpfe im Körper,Armen und Beinen,Herzrasen,Panikattacken usw. Es war die Hölle auf Erden für mich und heute bin ich heil froh das ich noch lebe und damals nicht gestorben bin,denn viel hätte nicht mehr gefehlt.
Die beiden ersten Kalten Entzüge,bezeichnete ich damals als einfaches Aufhören zu trinken,es funktionierte ja scheinbar wunderbar,nur ein bisschen unwohl fühlen aber das war ja wohl nach 2Wochen vorbei und ich war Nichttrinker und so stolz auf mich,das ich es alleine geschafft hatte.
Aus heutiger Sicht und Erfahrung bezeichne ich mein damaliges Verhalten als gefährlich. Heute weis ich,ich hätte beim ersten Kalten Entzug schon sterben können.Aber damals war ich noch unwissend,unerfahren und viel zu eitel um fremde Hilfe anzunehmen. Auf andere höhren,war nicht nötig,ich war ja erwachsen. Und ein alkoholproblem hatte ich ja scheinbar auch nicht,ich konnte ja jeder Zeit aufhören zu trinken.
Und anstatt auf andere Menschen zu höhren,ihren Rat anzunehmen und aus ihren Fehlern zu lernen,ging ich meinen Weg den ich für richtig hielt.
Somit kam ich von Rückfall zu Rückfall.Von Selbstversuch zu Selbstversuch.
Und als ich dann im 4Quartal letzten Jahres wieder mal dachte,das eine Bier... ging alles so rasend schnell.
Mir wurde klar das ich Alkoholiker bin und wieder rückfällig war,von da an wollte ich jeden Tag aufhören ich hatte es mir täglich vorgenommen,sogar mehrmals am Tag. Aber es ging nicht,ich wusste nicht wie ich das schaffen könne,ich suchte das ganze Internet durch nach Seiten wo ich vieleicht Tipps über den Entzug zu Hause finden könne.Ich hatte so grosse Angst vorm kalten Entzug vor den Schmerzen,Ängsten die ich vom letzten ja noch kannte und die ich nie vergessen werde.
Ich war so verzweifelt,verlor immer mehr,sank immer tiefer und die Angst wurde immer grösser.Ich sah einfach keinen Ausweg.Ich stand oft neben mir und betrachtete mich selbst,irgendwann sah ich mich an und sah wie hilflos ich war und dann sagte ich zu mir,jetzt brauchst du Hilfe,sonst geht es noch weiter runter und weiter runter wollte ich nicht mehr,denn an diesem Punkt ging nichts mehr,das Bier ekelte mich an blieb oft nicht im Körper,vorallem frühs. Die Vorräte die ich mir anschaffte reichten nicht mehr,das ich oft noch abends zur Tanke fuhr um Nachschub zu holen.
Es war der Punkt erreicht andem ich mit Alkohol nicht mehr betäuben und vergessen konnte.Je mehr ich trank um so Ängstlicher wurde ich,ich steigerte mich in Gedanken hinein die jenseits von gut und böse waren und ich merkte das alles immer schlimmer wurde.
Mir war klar ich musste handeln und da ich selbst nicht mehr klar handeln konnte,begriff ich für mich,das handeln für mich nur noch bedeuten kann,mir helfen zu lassen.
Und dann bin ich hier gelandet und hab auch erst einmal lange rumgeeiert,
bis ich begriff das zum helfen lassen auch immer mindestens 2 gehören.
Einer der hilft und einer der sich helfen lässt,ohne wenn und aber.
Und dann hab ich ENDLICH die Stationäre Entgiftung gemacht.
Und wie Freund mal schrieb: " Die Stationäre Entgiftung ist ein psychischer
Meilenstein", wusste ich was damit gemeint war.Und er hatt damit vollkommen Recht.
Jeder Kalte Entzug ist nicht nur Lebensgefährlich,sondern gleichzeitig ist auch der Rückfall vorprogrammiert. Denn jedesmal wenn man es von alleine geschafft hatt,ist dies im Gehirn gespeichert und meist unbewusst ist man sich sicher es immer wieder alleine zu schaffen.Und somit ist es nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Rückfall.So seh ich das und musste es bisher erleben.
Ich bin froh das ich endlich voll und ganz zu meiner Krankheit stehe und mich nicht im geringsten dafür schäme,denn es ist nur eine Krankheit.
Und das gute an dieser Krankheit im Gegensatz zu anderen Krankheiten ist, das sie jeder stoppen kann wenn er es wirklich will.
Kommt der nächste Tropfen Alkohol in meinen Körper bricht sie wieder aus und dann bin ich nicht nur Alkoholkrank sondern habe auch wieder ein Alkoholproblem.
Und das werd ich versuchen mir mein Leben lang vor Augen zu halten,mir jeden Tag aufs neue.
Viele liebe Grüsse und allen eine wunderbare Trockene Zeit wünscht der Alex