hi tanja
brav das du deine mutter nicht angerufen hast 
ihr habt etz beide die chance selbstständig laufen zu lernen - deine mutter ohne alkohol und du ohne deine mutter!
ob deine mutter die chance ergreift, das wird sich zeigen, darauf hast du keinen einfluß! aber was du draus machst, dein wohl - das liegt in deiner hand, nur in deiner!
ich weiß wie schwer das is, ihr zusehen zu müssen, absolut hilflos zu sein und immer wieder zu hoffen, das sie's doch endlich kapiert und aufhört.
ich seh ja auch wie meine mutter sich immer mehr kaputt macht, früher war es schritt für schritt, nun geht es rasend schnell. ich hab letztes we mit ner freundin kinderbilder von mir angeguckt, auf vielen war logischerweise meine mutter mit drauf. meine freundin weiß von meiner mutter, aber es kam der gedanke, das sie sich beim bilder angucken denkt, das das nicht die frau sein kann, von der ich hier berichte
es war nur ein gedanke, ich hab sie auch nicht gefragt, denn ich weiß das sie mir glaubt 
auf was ich eigentlich hinaus will: meine mutter war echt ne hübsche, total nette symphatische frau - nur wenn ich sie mir etz angucke, is davon wenig übrig. ihre krankheit hat sie im griff, hat sie verändert und bestimmt ihr leben. ich weiß wie sie sich damit ihr leben selbst kaputt macht, weiß das sich probleme betrunken nicht lösen lassen und das dadurch eher noch neue hinzukommen; dir ist das genauso bewußt und es ist verdammt schwer zu begreifen, das dies unsere mütter nicht sehen wollen/können. bzw. zwar sehen aber nicht wirklich was dagegen unternehmen wollen.
suchtkrankheiten sind nicht logisch nachvollzieh- und erklärbar, nicht für jemand wo's nicht selbst kennt. manches davon kann ich inzwischen verstehn, manches nicht; aber da kann ich inzwischen die scheinbar primitive antwort "es ist die sucht" akzeptieren.
mir hat es viel geholfen, erstmal ihre sucht als krankheit zu akzeptieren, zu wissen das ich nichts für kann und besonders auch dabei, vieles von ihren vorwürfen nicht mehr persönlich zu nehmen.
deine mutter ist im moment in der entgiftung, sie steht erst am anfang und trocken sein und bleiben is eine aufgabe fürs ganze leben. wenn sie es denn will, dann wird sie sich verändern, erwarte nicht zuviel von ihr, dräng sie nicht und schenk ihr die zeit sich etz erstmal ausschließlich nur um sich kümmern zu dürfen. ob sie dein geschenk annimmt - das ist ihre sache, mehr kannst du nicht für sie tun.
setz dich mit dem thema alkoholkrankheit auseinander, vielleicht auch mal ab und an bei den alkoholikern hier reinspitzeln wenn du magst (falls du's nicht schon tust), damit tust du dir definitiv was gutes.
du bist das ganze schon jahrelang "gewöhnt", hast dir verhaltensmuster in bezug auf deine mutter und ganz allgemein angewöhnt mit denen du dir selbst nix gutes tut. setz dein leben an erster stelle, löse dich von ihr (soll heißen dein wohl nicht mehr von ihrem abhängig zu machen) und das mein ich etz unabhängig davon ob deine mutter trocken wird oder nicht. selbstständig durchs leben gehen zu können hat noch nie jemanden geschadet finde ich.
schritt für schritt in ein (ich würde schon fast sagen) neues leben, nicht nur für deine mutter sondern in erster linie für dich!
liebe grüße -Dani-