Beiträge von Hartmut

    Es ist sicherlich zu früh zu sagen, dass mir der Gedanke „Nie wieder Alkohol“ überhaupt keine Angst macht. Möglicherweise glaubt ihr da draußen mir das nicht. Aber mein Gefühl bei diesen Gedanken ist ein Gutes. Es fühlt sich richtig an. Es ist auch kein Hochgefühl oder Stolz dabei. Es ist einfach da.

    Besser kann ich es nicht beschreiben.

    Ist es dir wichtig, dass man dir glaubt? Zudem dieser Gedanke mir fremd ist.

    Jemand, der eine Nussallergie hat, hat ja auch keine Angst ein Leben lang auf Nüsse zu verzichten. Er kann sie nicht mehr essen. Ich kann keinen Alkohol mehr trinken. Wo ist da der Unterschied?

    Der Nuss Allergiker hat es akzeptiert, dass Nüsse ihn eventuell umbringen. Ich für meinen Teil habe es akzeptiert, nie wieder Alkohol trinken zu müssen.

    Ist es nicht was Tolles im Vorfeld zu wissen, was einem schadet?

    Was ich sagen will. Am Anfang stand bei mir die Akzeptanz, Alkoholiker zu sein. Alles andere folgte

    Und ich freu mich darauf, von Hartmut und Carl Friedrich wieder den Kopf gewaschen zu bekommen, wenn ich übermütig werden sollte. Und das meine ich Ernst. Aus Erfahrung!

    Wenn du dir schon deine Frisöre für das Waschen der Haare nominiert hast, will ich dich als Erstes wieder willkommene heißen. :)

    Nun begleite ich dich ja schon seit 2016 und kann mich erinnern, dass du 2018 irgendwie geschrieben hattest, dass es auch ohne Forum / Selbsthilfegruppe ganz gut im Griff hast. 2019 dann Rückfall. Siehst du da auch ein Zusammenhang?

    Hinterfragt Ihr Euch eigentlich auch mal in eurer Rolle hier - oder nur die tumben Neulinge?

    Natürlich machen wir das. Und das seid über 18 Jahren. Vielleicht liegt bei Dir auch ein Missverständnis vor?

    Wir sind hier keine Suchtberatung oder Therapieeinrichtung oder begleiten noch trinkende Menschen.

    Ausnahme, noch Trinkende befinden sich schon in einer überwachten Entgiftung. Da bist Du eben noch nicht so weit.

    Das ist eine Selbsthilfegruppe für trocken oder trocken werdende Alkoholiker, die den Wunsch haben, sofort aufzuhören. Nicht irgendwann in der Zukunft.

    Wir bekommen immer wieder Absichtserklärungen zu hören, aber die meisten verpuffen sich zu leeren Worthülsen. Wir sprechen hier auch von einer tödlich verlaufend Krankheit, was eine gewisse Ernsthaftigkeit voraussetzt. Die Motivation irgendwann mal nüchtern zu werden reicht hier nicht aus.


    Deswegen ist der Vorstellungs-Bereich auch vorgeschaltet, um zu sortieren.

    Hallo Schattenblume,

    mal ein paar offene und ungeschönte Worte.

    Deine ganzen Absichtserklärungen in allen Ehren, aber das ist nichts anderes als etwas Unvermeidbares herauszuschieben. Vielleicht wird aus August doch September, Oktober oder eventuell nächstes Jahr? Ist nicht unüblich und symptomatisch für die Sucht.

    Anscheint geht es dir jedoch noch zu gut, sonst würdest du keine Pläne schmieden, sondern morgen bei einem Hausarzt vorstellig werden, um deine Entgiftung zu besprechen. Anderes kann ich es mir nicht erklären. Lese mal meine Signatur, da finde ich dich wieder.

    Wie Elly schon geschrieben. Melde dich wieder, wenn es konkreter wird, bis dahin kannst du dich im Forum einlesen.

    Das ist auch nur der Vorstellungsbereich und dient dazu, um die nächsten Schritte zu besprechen. Der Austausch findet dann erst nach der Entgiftung in anderen Bereichen statt.

    Aber wenn mal 1 Bier oder 1 Wein zum Essen, z.B. von jemand anderem getrunken wird, dann ist meine Trockenheit

    doch nicht gleich in Gefahr.

    Gutes Thema. Nun bin ich 16 Jahre trocken und mache da jedoch Abstriche. Es ist nicht immer das Bier, was zum Essen getrunken wird, es ist mein emotionaler Zustand, der plötzlich das Bier griffbereit macht. Ich weiß von mir das ich nicht frei bin von der Gruppendynamik.

    Mich freut es auch aus einem ganz egoistischen Grund, dass du hier bist. ;) Zu sehen, dass es nie aufhört. Auch bei mir nicht, was ich selbst, da und in den letzten 16 Jahren erfahren durfte. Ich hatte aber das Forum im Nacken, was mich irgendwie auch zwang, mich ständig damit auseinanderzusetzen.

    Auch freut es mich für die Newcomer, die Euphorie geladen schon nach den ersten Tagen glauben es geschafft zu haben. Ohne irgendwas verändern zu wollen, ihren eigenen Plan schon unumstößlich (bis zu einem eventuellen Rückfall ;) ) im Kopf haben.

    Aber was erzähle ich da. War ja vor 16 Jahren auch nicht anders.

    Komm gut an.

    Hallo Franzi

    ok, das reicht mir . Das du kalt entzogen hast sehen wir hier sehr kritisch. Aber nach 14 Tagen dürfte die körperliche Entgiftung erledigt sein. Ich werde dich freischalten und in den richtigen Bereich verschieben.

    Hallo Franzi

    willkommen bei uns

    wir haben deine Bewerbung erhalten. Da es ein Alkoholiker Forum ist, muss ich dich auch mal fragen, ob du dich als Alkoholiker siehst? Warst du beim Arzt oder wie hast du entgiftet.

    Das sieht man mal, wie sich das Gehirn schnell meldet wenn man aus der "geschützten" Umgebung raus geht.

    Nun werde ich ja immer wieder ermahnt, wenn ich von der Käseglocke spreche oder eine Therapie teilweise kritisch beäuge.

    Nun gilt es das erlernte umzusetzen und wenn dann mal Suchtdruck kommt, ist es eben wichtig, für einen ein Rückzugsraum zu sorgen und den imaginären Notfallkoffer dabei zu haben.

    Suchtdruck ist temporär, was mir die Sicherheit gab, nicht nachzugeben.

    Das hat mich doch geschockt!

    Das muss dich nicht schocken, es ist zwar einerseits erschreckend, aber auch ein direkter Hinweis alkoholkrank, auch im trockenen Zustand, zu bleiben. Man fühlt sich ja irgendwie gesund und das kann dazu führen, sich selbst zu überschätzen.

    Was ich gut finde, dass du uns an dieser Erfahrung teilhaben lässt.

    Darf ich mal fragen warum man nur dann hilft, wenn es quasi für jemanden zu spät ist und nicht dabei unterstützt, schon vorher die Entscheidung zu treffen?

    Ja darfst du. Das Forum ist für bekennende Alkoholiker ausgelegt.

    Ich persönlich würde versuchen jemanden im Fall aufzufangen anstatt nur vom Boden aufzukratzen. Gerade wenn die Person gerade mit sich hadert oder die Reflexion braucht.

    Ist verständlich. Es wird ja auch Unterstützung eine Zeitlang angeboten, aber irgendwann ist eben hier Schluss . Die Tür ist aber nicht zu, jeder kann ja weiter lesen.

    Wir übereden auch keinen oder geben Hilfsteilungen, um für sich selbst zu erkennen, was er nun ist. Wir diagnostizieren auch nicht, wir sind eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.

    Es gibt andere Foren oder Institution, die das anbieten. Einfach dort vorstellig werden. Bei uns geht es erst ab der Erkenntnis los. Und es ist auch nicht vorgesehen, dass wir das ändern.

    Nein, zu 100 % sicher wäre ich mir, wenn ich körperliche Entzugserscheinungen hätte. Bei den rein psychischen Symptomen (psychischer Abhängigkeit) ist es schwerer, dies so treffsicher zu sagen.

    Dann komme einfach wieder, wenn du es herausgefunden hast. Das Forum ist nicht für User geeignet, die sich auf den Weg dahin befinden. Es ist nicht böse gemeint, aber die Stellschrauben zu einem nüchternen Weg sind eben andere.

    Da würde es unnötigerweise nur zu Diskussionen kommen, die beiderseits nicht hilfreich sind.

    Sollte ich, sagen wir mal 12 Monate und danach weiterhin trocken gut klarkommen, ohne Rückfälle, dann wäre das für mich ein Segen, dann wäre es mir egal, wie ich mich bezeichnen könnte, als Alkoholiker oder nicht. Das wäre der Hauptgewinn.

    Heißt im Endeffekt du gibst dir selbst nochmal die Chance kein Alkoholiker zu sein. ;) Letztes Aufbäumen durch eine Trinkpause. Ich wünsche es dir. Denn eines ist sicher. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Das ist es auch wurscht, wie du es dann benennst.

    Wichtig für uns hier ist eben zu wissen, ob du einer bist. Und auch dein Wunsch darin besteht, eine lebenslange Abstinenz anzustreben? Denn das ist die Voraussetzung für den Austausch in diesem Forum.

    Ich würde mich über Tipps und Einschätzungen sehr freuen, Danke schon einmal!

    Ich frage mal etwas direkter. Du hast dich in einem Alkoholiker Forum angemeldet, was bekennende Alkoholiker die Möglichkeit bieten, ein trockenes Leben zu erlernen. Wir sind hier nicht da, um etwas einzuschätzen. Das muss der User selbst für sich herausfinden.


    Jetzt zur Frage. Du schreibst schon davon, was alles zu tun wäre, bevor du dir klar bist, Alkoholiker zu sein. Habe ich das richtig verstanden?

    Ich bin da auch sehr pragmatisch an die Sache ran. Schutz und alkoholfrei Rückzugsräume schaffen. Ich hatte aber nur einmal in der Anfangszeit einen massiven Suchtdruck, da war ich jedoch daheim. Da war alkoholfrei. Wenn da was zum Saufen gewesen wäre, dann hätte ich sicherlich gesoffen.

    Ich machte mir klar. Suchtdruck bekomme ich, wenn das Suchtgedächtnis mir mitteilt, jetzt wäre es mal wieder an der Zeit zu saufen. Das unabhängig der Situation. Die Situation löst nicht das Suchgedächtnis aus. Das Suchtgedächtnis nimmt sich nur die Situation zum Anlass. Für mich ein gravierender Unterschied.

    Heißt, die Sucht schlägt zu, wenn sie Bock dazu hat, nicht weil es mir mal schlecht oder gut geht. Wenn sie aus mir schreit, muss ich gewappnet sein, mich zu schützen. Analog unseren Notfallkoffer. Und dann in den zuvor geschaffen alkoholfreien Schutzraum aufsuchen. Manchmal einfach nur aussitzen.