Beiträge von Hartmut

    Hallo Lunki,

    schön das du hier bist und dir Gedanken machst. Es sind meine gelebten Erfahrungen und keine Thesen. Deswegen kann ich auch nicht von anderen sprechen.

    Zitat

    Wir sind ja alle unterschiedlich und warum sollte es dann eine Problembewältigungsstrategie nicht sein?

    Nun gibt es sicherlich auch individuelle Wege aus der Sucht. Die hatte ich auch und bin jedes Mal daran gescheitert. Nur die Sucht selbst ist nicht individuell.

    Zitat

    wir reden ja hier auch von unterschiedlich ausgeprägten Phasen der Alkoholkrankheit.

    Wenn die Krankheit ausgebrochen ist dann sind die Phasen ja egal. Die zeigen ja nur den Weg der Krankheit auf. Oder habe ich dich falsch verstanden?

    Zitat

    Macht es für das Suchtgedächtnis nicht auch einen Unterschied aus, wie lange man es gefüttert hat? Also ich meine damit, ist eine Umprogrammierung nach 30 Jahren nicht schwerer als nach 3 Jahren?

    Nun auch da. Wenn ich Alkoholiker bin hat ja das Suchtgedächntis unabhängig von der Dauer der Krankheit einen krankhaften Verlauf und signalisiert das Alkohol die „Allround-Lösung“ wäre.

    Zitat

    Dir hat es nicht geholfen den Gedanken zu Ende zu denken. Was war denn deine Strategie wenn du das Gefühl hattest trinken zu wollen? Das interessiert mich generell bei den LZT, also welche Werkzeuge, Gedanken etc. sie in solchen Momenten angewendet haben, was Ihnen geholfen hat.

    Nun, bei anfänglichen Suchtdruck war ich recht pragmatisch. Viel Wasser trinken ohne Kohlensäure . Entspannungsübungen/Bäder. Lange Spaziergänge ohne Geldbeutel. Sport oder andre Tätigkeiten, die ich positiv besetzen konnte ausüben. Was ganz wichtig ist sich bei der SHG oder mitwissende Ansprechpartner wenden. Viele haben ja bei Suchtdruck auch manchmal ein Gefühl etwas falsch zu machen und melden sich aus einem falschen Scham heraus nicht.

    Da Suchtdruck nur zeitweise und nicht auf Dauer am Stück aufkommt, gilt es auch mal auszuhalten.

    Gruß Hartmut

    Hallo

    um den Thread mal wieder ins Leben zu rufen hat mich die Diskussion „Suchtgedanken fertig denken“ interessiert.

    Ich hatte ja die Erfahrung, dass es besser ist, es nicht zu tun. Wenn ich die Alkoholkrankheit mit allem Ausmaß akzeptiert habe, ist es doch irgendwie paradox etwas fertig zu denken, bei dem ich weiß das es aus einem kranken Verhalten kommt.
    Muss ich mir etwas vor Augen führen was akzeptiert ist?
    Ich lebe ja mit der Krankheit und lass mich nicht von ihr leben.

    Mal wieder quer gedacht.

    Gruß Hartmut

    Hallo Hallo Kloane

    willkommen hier im Forum. Schön das du am Ball bleibst und dich mit der Krankheit auseinandersetzt.

    Hallo Ernest,

    Zitat

    Und Du? Oder Ihr? Wie geht Ihr damit um?


    ich wurde, außer ganz am Anfang, weitgehend von Saufdruck verschont. Ich denke den Gedanken nicht zu Ende, denn das Ende weiß ich ja. Ich muss mir nicht etwas ausmalen was ich im Vorfeld schon weiß was passieren würde, wenn ich wieder Saufe.

    Ich halte es für MICH sogar für gefährlich, da ich unbewusst dem Suchtgedächtnis Tür und Tor öffne, um es sich in dem „Zu Ende Denken“ einzuschleichen.


    Gruß Hartmut

    Hallo Missnoalk,

    da das hier meine und für viele die einzigste SHG ist würde mich schon die Umrisse interessieren sonst sind für die wildesten Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Bis ins Detail musst du nicht gehen aber es hilft nun keiner, wenn alles im Verborgenen bleibt.

    Heißt geerdet denn, dass du nichts mehr trinkst? Nicht jeder steht nach einem Rückfall so schnell wieder auf.

    Wenn mich keiner zwingt oder nötigt etwas zu saufen dann mache ich es freiwillig auf meine Gesundheit. Alles andere wäre strafbar. Gerade am Anfang sind ja noch sehr viele nasse Gedanken (suchtorientierte Gedanken) vorhanden, die mir suggerieren alles zu rechtfertigen oder gar im Nachhinein schönzureden, was mich zum Saufen bringen könnte oder gebracht hatte. Jedoch die letzte Entscheidung zum Saufen bleibt bei mir selbst.

    Es gibt auch die Möglichkeit sich schon vor dem ersten Glas zu trinken Hilfe zu holen.

    Zitat

    Wenn/Sobald moeglich werde ich diese spezielle Baustelle angehen aber manche Dinge im Leben sind nunmal nicht immer sofort zu ändern.

    Nun mag das in vielen Bereichen so sein. War bei mir auch so. Aber ein alkoholfreies Umfeld für meinen eigenen Schutz war davon nicht betroffen.

    Ich hoffe das wir doch noch etwas näheres von dir erfahren.


    Gruß Hartmut

    Hallo Fridolin,

    das sind gute Nachrichten. Schön wäre es wenn du mal schreibst wie es dir ergangen ist und wie du es geschafft hast damit auch andere irgendwann mal dankbar sein können ;)

    Gruß Hartmut

    Hallo Missonoalk,

    es geht nicht um uns und es ist egal welche Gründe zurecht gelegt werden wenn es um Saufen geht, da gibt es nur einen Grund. Die Sucht sucht ihre Wege. Nun, schlafe dich mal aus und melde dich wieder wenn du soweit bist nüchtern leben zu wollen.

    Gruß Hartmut

    Hallo ideja,

    wie kommst du darauf? Wenn der Wunsch da ist sich zu Tode zu saufen hat das andere Gründe. Meinst du Suizid? Oder habe ich dich verkehrt verstanden? Wenn jedoch ein Alkoholiker sich zu Tode sauft ist das die Folge der Sucht. Der hat den Absprung nicht mehr geschafft.

    Gruß Hartmut

    Hallo Feldmaus,

    nun sehe ich es ähnlich wie Carl Friedrich. Alkoholiker werden ist ja ein schleichender und längerer Prozess.

    Für mich gibt es keine Gründe die einen Menschen zum Alkoholiker werden lassen, es ist der Alkohol, der es macht. Nun mag es Gründe geben, die veranlassen den Alkohol dazu missbrauchen, jedoch wird ja keiner freiwillig Alkoholiker mit der Prämisse sich zu Tode zu saufen.

    Gruß Hartmut

    Hallo zusammen,
    nun wird ja meist ein „Außenstehender“ bei einem Süchtigen (sei es CO oder Alkoholiker) mit einbezogen, um aus der Sucht zu kommen.

    Wenn jemand helfen will, jedoch von Sucht wenig Ahnung hat, schadet er dem Süchtigen durch falsch geglaubtes Verständnis mehr, als wenn der Süchtige seine Hilfe selbst holt.

    Wie ist es denn bei einem „Neuling“ der auf einen“ Neuling“ trifft? Wenn Beschwichtigung Floskeln über den Tisch kommen. „Jeder geht sein Tempo“ Achtsamkeit Floskeln“ Nicht aussagekräftige „Pyscholgen Weisheiten“ die nur eines dienen, dem gegenüber das Gefühl geben „Es wird schon gut gehen“

    Wird da nicht dem Süchtigen beim Umsetzen der erforderlichen Maßnahmen (Arzt gehen, Entgiftung, Alkoholfreies Umfeld, Urlaube und Feste im ersten Jahr meiden ) etwas „Leichtigkeit“ signalisiert und damit die Ernsthaftigkeit ausgehebelt?

    Gruß Hartmut

    Hallo Moony,

    Ferndiagnose kann da leider nicht gestellt werden. Der Einzige, der es weiß, ist der Alkoholiker selbst.
    Solange ein Alkoholiker sein Saufen immer wieder rechtfertigt und auch noch jemanden hat, dem er die Schuld dafür geben kann, erübrigt sich die Frage ob er aufhören will (kann oder muss)
    Ähnlich wie beim CO, solange ein CO sich Gedanken macht wie er einem Alkoholiker zum Aufhören bringen kann und glaubt durch Verständnis oder aktiver Hilfsbereitschaft ihn auf den Weg zu bringen zerstört sich selbst. Das wird eine „Never Ending Story "
    Jedenfalls sind das meine Erfahrungen.

    Gruß Hartmut

    Hallo Maria

    schön dich alte Weggefährtin zu lesen (kommt das Wort eigentlich von Gefahr? mhh :lol: )

    Zitat

    Die Entwicklungen im Forum habe ich gelesen und da ich nicht einschätzen kann, wie lange es mir noch möglich sein wird, hier zu schreiben sage ich von ganzem Herzen DANKE an alle, die für mich da waren und mir geholfen haben mit ihren Worten, Erfahrungen, ihrem Beistand.

    Für dich ändert sich ja nichts.

    Veel plezier met je nieuwe Baan :)

    Gruß Hartmut

    Hallo Marie,

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    Heisst das jetzt dass du auch dir selbst nicht vertrauen würdest? Klar hat ein trockener Alkoholiker ein höheres Risiko rückfällig zu werden da die Krankheit ja nicht heilbar ist


    Gerade weil es sich um eine unheilbare Krankheit handelt, die einen Kranken wieder so in Beschlag nehmen kann, das sie ausbrechen kann, ist Vertrauen eher ein Wunschdenken.

    Ich bin meinen Weg aus der Sucht recht kompromisslos gegangen aber mit den Jahren sind da oder da, im Gegensatz zum Anfang auch Abweichungen dabei. Beispiele. Ein Alkoholfreies Umfeld. Wenn früher in einem Café, Bistro oder Speiselokal jemand neben mir gesessen hat und Alkohol trank, hatte ich es unterbunden. Heute nicht.
    Weitere Beispiele. Weihnachtsmärkte hatte ich gemieden und heute gehe ich auch mal hin. Sowie Geburtstage. Natürlich verlasse ich solche Treffen, wenn es zu einem Sauffest ausartet oder es schon im Vorfeld bekannt ist, dann bleibt es ein Tabu.

    Nun habe ich in den Jahren eine Stabilität erreicht und denke ich kann damit umgehen. Kann ich das jedoch immer? Nach Statistiken nicht.
    Wie kann man sich da selbst vertrauen wenn eine Krankheit Vertrauen ausschließt?

    Mal wieder etwas quer gedacht 😊

    Gruß Hartmut

    Hallo Marie,

    in einem anderen Thread hast du geschrieben.

    Zitat

    Der einzige Angehörige der getrunken hat war mein Ex-Mann. Er hatte mein Vertrauen so missbraucht dass ich ihm nie wieder vertraut hätte

    In wieweit wäre dein Vertauen zu einem trockenen Alkoholiker oder ist das nicht mehr möglich? Das würde mich mal interessieren.

    Gruß Hartmut

    Hallo Missnoalk

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    ch denke, es geht weniger um den Inhalt, sondern eher um eine professionelle Gesprächsführung. Da denke ich sind Administrator und Moderatoren, grade in Bezug auf das Selbstverständnis einer Selbsthilfe Gruppe in der Pflicht.

    Nun ist es nicht die Aufgabe der Moderatoren oder Administratoren hier professionell aufzutreten, auch wenn das aus erster Sicht wohl von Einigen erwartet wird. Das hier ist ein Alkoholiker Forum und wir sind selbst Betroffene. Moderatoren, Administratoren haben da andere Aufgaben.

    Ich gebe meine Erfahrungen so weiter wie sie mir geholfen haben und meinem Ich auch entsprechen und das unabhängig vom Status was ich zusätzlich für das Forum mache. Sonst wäre das nach dem Mund anderer geschrieben, die es gerne für sich anders lesen möchten. Ich bin hin und wieder auch überrascht wie zart beeidet manche reagieren. Aber das ist Meins. Wer die Historie des Forums verfolgt dann waren solche direkten Ansprachen am Anfang gang und gebe und hat sehr vielen geholfen. Natürlich waren da auch User, die sich darüber aufgeregt hatten, jedoch war es immer eine sehr gute Mischung wovon jeder etwas hatte. Warum regt sich denn ein User auf. Meist doch nur weil er es persönlich nimmt. Es geht jedoch hier immer nur um die Sache und nicht um die Person. Der eine reagiert mehr auf das Streicheln, ein anderer liebt harte Nummer. Für wen ziehen wir nun die Grenze?

    Zitat

    Wie zu beobachten ist foerdert dies die Kommunikation über den Betroffenen aber nicht mit ihm

    Das finde ich gut. Es haben sich viele geäußert wie sich der Betroffen sich fühlen könnte, nur der Betroffene, der mich auch schon durch vorherigen Post kennt, noch nicht. Das größte Problem meiner Sicht ist es auch das einige nach Monaten zurückkommen, etwas posten und man nur auf den Post reagieren kann und nicht weiß was zwischenzeitlich so gelaufen ist. Wenn ein ständiger Austausch da wäre würden auch die Erfahrungen wohl anders sein.

    Nun zu dir. Ich finde es gut das du alles auf den Prüfstand stellst und dich hier unverblümt mitteilst. Weiter so.

    Gruß Hartmut

    Hallo Cadda

    wir hatten mal ein ähnliches Thema. Loslösung vom Alkohol. Das soll in diese Richtung gehen. Wenn ich nur das Glas wegstelle und nichts anderes verändere, bin ich zwar ohne Alkohol jedoch nicht trocken, geschweige denn ich lebe trocken.

    Der Druck Saufen zu wollen wäre durch das alte Umfeld immer präsent und die Sinne spielen verrückt. Ähnlich wie beim Sven.(Das jedoch nicht das Thema hier ist) Da wird gefaktes Bier getrunken (alkoholfrei) um seine eigene Krankheit zu verharmlosen. Wenn das am Anfang des Weges wäre, wäre es noch irgendwie „normal“.

    Trocken sein heißt ja auch trocken Denken lernen (Hirn langsam umschreiben, nasse Gedanken in normale (Trockene) Gedanken switchen, dazu gehört auch ein geführtes trockenes Leben als Grundstein dazu. Zumindest sollte das im ersten Jahr seiner Abstinenz angestrebt werden.

    Je früher ich damit anfange desto stabiler wird dann auch mein Denken. Voraussetzung ist dafür „Man“ will überhaupt trocken leben und hat seine Krankheit akzeptiert

    Gruß Hartmut

    Hallo zusammen,

    mich würde mal interessieren worin bei einem alkoholkranken Menschen der Unterschied zwischen „Trocken sein“ und „Trocken leben“ bedeutet. Sei es in den Gedanken oder Handeln. Gibt es da einen Unterschied?

    Wie versteht das der Einzelne.

    Gruß Hartmut

    Hallo Ernest,

    danke für deine kritische Bemerkung jedoch geht es da um dein persönliches Empfinden. Das ist nicht bei jedem so.
    Ich bin über 10 Jahre im Forum und es gab immer wieder Aussagen das, dass eine zu weich, dass andere zu hart wäre., selbst dazwischen gehen die Ansichten weit auseinander.

    Was für den einen ein Vorwurf ist, empfindet ein anderer als Hinweis. Ich habe mir angewöhnt erst auf das inhaltliche zu schauen, dann kann mich auch keiner persönlich treffen. Es geht eben wie du auch sagst um die Sache.

    Zitat

    Also quasi ein Versagen an den Kopf werfen.

    Ist das dein Empfinden nicht trocken zu sein ein Versagen ist? Es handelt sich um eine Krankheit da gibt es kein Versagen.

    Gruß Hartmut

    Hallo Ernest,

    wie du das siehst ist deine Sache. Es geht hier nicht um einen Kaffeeklatsch, sondern um eine tödlich verlaufende Krankheit, wenn sie nicht gestoppt wird. Wenn jemand als Alkoholiker alkoholfreies Bier trinkt, überall nach einem Jahr noch Alkohol sieht und sich im alkoholfreien Umfeld aufhält, dann ist jemand für mich im Kopf noch nicht trocken. Das steht auch explicit dabei.

    Zitat

    Zumindest im Kopf scheinst du noch voll mit nassen Gedanken zu sein.

    und

    Zitat

    Ich weiß das es provozierten Fragen sind,

    Hast das bewusst überlesen um eine Abwärtstrend auszumachen?

    Nach deiner Meinung reicht es also aus, keinen Rausch mehr zu haben, um Trocken zu sein? Wo fängt es bei dir an und wo hört es bei dir auf?

    Gruß Hartmut

    Hallo Sven,

    schade das du es nicht geschafft hast trocken zu werden. Zumindest im Kopf scheinst du noch voll mit nassen Gedanken zu sein. Trauerst den Menschen nach die offensichtlich nur 2 bis 3 Biere trinken können, obwohl du ja nicht mal weißt was sie davor oder danach noch wegschütten. Trinkst auch alkoholfreies Bier und bist anscheinen immer noch im nassen Umfeld unterwegs. Da frage ich mich was nun anders ist als früher? Du hast die Flasche weggestellt und mehr nicht. Jedenfalls würde ich es aus deiner Post so schließen.
    Nun mal eine Frage zu meiner Interpretation. Wie nahe stehst du wieder am Glas und wann kommt das erste Bier wieder auf dem Tisch? Deine Leberwerte sind ja in Ordnung.

    Ich weiß das es provozierten Fragen sind, jedoch nach meiner Erfahrung stehst du mit einem Bein schon mitten drin im Rückfall

    Pass auf dich auf.

    Gruß Hartmut