Mal meine ungeschönten Erfahrungen aus den zíg Jahren hier und aus der Realität.
Jeder Alkoholiker kann trocken werden; niemand ist von der Sucht so zerfressen, dass er nicht herauskommen kann. Niemand kann mir das Gegenteil erzählen, auch nicht mit immer wieder neuen, spitzfindigen Begründungen oder sonstigen Verschleierungen.
Unter denen, die es beim ersten Mal schaffen, bis zu dem Drehtürpatienten sind die Chancen gleich.
Solange auch nur noch für den Alkoholiker ein Funken Hoffnung besteht, sei es auch nur ansatzweise kontrolliert oder in kleinen Dosen wieder trinken zu können, ist ein Rückfall lediglich eine Frage der Zeit.
Alles, was den Alkoholiker davon abhält, sind mitunter auch die Bemühungen der Partner, Psychologen oder Ärzte, die ihm Hoffnung geben, es doch zu schaffen, ihm aus falsch verstandener Hilfe, Unterstützung bieten und dadurch, eventuell nicht bewusst, immer die Tür zum Weitertrinken offen halten.
Last den Alkoholiker fallen, er wird seinen Weg finden oder sich eben zu Tode saufen. Wird er widerwillig, also noch nicht ganz bereit dazu, begleitet, nimmt er eben den Partner mit in den Abgrund.
Glaubt mir, nach meinen vielen nassen Jahren ist eine Erkenntnis ganz groß. : Sich selbst und anderen etwas vorzumachen, ist die hohe Kunst eines jeden Alkoholikers, die er perfekt beherrscht.
Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen, doch sind es gerade diese Meinungen, die jemanden in der Sucht festhalten, bis sie zu einer Erfahrung werden.
Soviel mal von mir