Beiträge von Hartmut

    Ich sehe es nicht als Persönlichkeitsstörung.

    Wir hatten einmal eine Diskussion darüber, dass der Alkoholiker geistig beeinträchtigt ist und es sich im weitesten Sinne um eine geistige Behinderung handelt. Da war das Geschrei groß. Das nur am Rande;)

    Ich gehe es mal Pragmatisch an.

    Würde ein anderer Name es besser machen? Das löst ja keine Probleme, das Zurückstellen eigener Bedürfnisse und die ständige Sorge um den Alkoholiker verschwinden dadurch nicht. Oder? Ist denn die ständige Suche um des Pudels Kern nicht genau ein weiterer Versuch nicht genau bei sich hinzuschauen zu müssen?

    Oder würde es die Vorgehensweise ändern, wenn es keine Persönlichkeitsstörung wäre?

    Das kann schon sein. Ist alles bisschen viel gerade..

    Ich praktiziere etwas, das ich die 24-Stunden-Regel nenne.

    Wenn mir ein Beitrag nicht gefällt, er mich aufregt oder ich ihn emotional oder richtig einordnen kann, schlafe ich eine Nacht darüber und schaue ihn mir noch einmal in aller Ruhe an.

    Wenn er weiterhin nervt, ignoriere ich ihn für eine Weile und schaue später beim Rückblick noch einmal darauf.

    Es hat ja Zeit, und das Geschriebene rennt nicht fort, schon gar nicht hinter mir her.

    enn das nicht hierher passt, kann ich solche Gedanken in Zukunft weglassen.

    Siehst du denn alles als Angriff? Wirkst sehr dünnhäutig.

    Du hast dich hier angemeldet, um Unterstützung für deinen Weg zu finden, oder? Was macht dich denn so empfindlich?

    Ich schreibe aus meiner Erfahrung, du aus deiner Perspektive, und das nennt man Austausch.

    Oder wie hast du dir das hier vorgestellt?

    Was das "alkoholfreie" Leben angeht: ich ändere momentan fast alles in meinem Leben. Was fehlt deiner Meinung nach noch?

    Ich weiß nicht, ich kenne dich nicht und weiß auch nicht, was dich trocken werden lässt. Ich weiß nur, was ich geschrieben habe. Das WIR etwas empfehlen.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einige von euch davon ausgehen, dass ich es eh nicht schaffen werde, abstinent zu leben, weil ich nach eurer Meinung sowieso schon alles falsch gemacht habe und falsch angehe?

    Mir/uns kann es doch egal sein, ob du abstinent bleibst oder nicht. Wie kommst du denn darauf, dass es unsere Angelegenheit ist?

    Es gibt sehr viele Gründe für mich, nie mehr Alkohol zu trinken. Und ich finde auch immer mehr.

    Reicht die Abhängigkeit als Grund nicht aus?

    Ich kenne jemanden, der nach dem Entzug sofort entschied, nie mehr was zu trinken. Und dem es gar nichts ausmachte, wenn andere etwas tranken.

    Nun ja, ich kann viel sagen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt;)

    Wer würde auch zugeben, ein Problem zu haben, wenn jemand direkt nach dem Entzug in einer nassen Umgebung bleiben möchte? Es gibt auch keine festgelegte Zeit, in der man das messen kann. Allerdings gibt es eine Rückfallquote, die ganz andere Geschichten erzählt.

    . Wichtig ist, wie ich reagiere und was es mit mir macht.

    Ich habe auch schon Anlässe oder Feiern abgesagt,

    Wir empfehlen eh hier im Forum, im ersten Jahr auf Feiern/ Feste /Veranstaltungen zu verzichten, bei denen hauptsächlich Alkohol getrunken wird.

    Irgendwie muss auch eine Stabilität erreicht werden. Und zusätzlich sollte diese Zeit genutzt werden, um sich ein alkoholfreies Leben aufzubauen.

    Eine Erweiterung wäre noch der Tiefpunkt beim Co??? Was muss passieren damit es beim Co klick macht?

    Zunächst einmal, wenn sich jemand, der co-abhängig ist, diese Frage selbst stellt, ist er jedenfalls noch nicht am Tiefpunkt.

    Es gibt keinen Maßstab oder eine Tabelle, die das bestimmen könnte. Es sind bestimmte Auslöser, die den ersten Schritt einleiten, aber solange ich mich noch mit der Situation des Auslösers, in den meisten Fällen dem Partner, beschäftige, selbst wenn bereits eine Trennung stattgefunden hat, stecke ich immer noch mittendrin.

    Für mich wird der Begriff 'Tiefpunkt' zu inflationär verwendet und dann auch noch persönlich differenziert.

    Wenn jemand physisch und psychisch nicht in der Lage ist, sein eigenes Leid über das eines Alkoholikers zu stellen, wäre für mich ein Tiefpunkt der Co-Abhängigkeit. Wenn die Gedanken nur noch um diese Person kreisen und alles andere vernachlässigt wird, Das zeigt, dass er mindestens schon weit unten ist.

    Auch wenn ich mich hier als Alkoholiker zu Wort melde, bin ich kein CO.;)

    Mal meine ungeschönten Erfahrungen aus den zíg Jahren hier und aus der Realität.

    Jeder Alkoholiker kann trocken werden; niemand ist von der Sucht so zerfressen, dass er nicht herauskommen kann. Niemand kann mir das Gegenteil erzählen, auch nicht mit immer wieder neuen, spitzfindigen Begründungen oder sonstigen Verschleierungen.

    Unter denen, die es beim ersten Mal schaffen, bis zu dem Drehtürpatienten sind die Chancen gleich.

    Solange auch nur noch für den Alkoholiker ein Funken Hoffnung besteht, sei es auch nur ansatzweise kontrolliert oder in kleinen Dosen wieder trinken zu können, ist ein Rückfall lediglich eine Frage der Zeit.

    Alles, was den Alkoholiker davon abhält, sind mitunter auch die Bemühungen der Partner, Psychologen oder Ärzte, die ihm Hoffnung geben, es doch zu schaffen, ihm aus falsch verstandener Hilfe, Unterstützung bieten und dadurch, eventuell nicht bewusst, immer die Tür zum Weitertrinken offen halten.

    Last den Alkoholiker fallen, er wird seinen Weg finden oder sich eben zu Tode saufen. Wird er widerwillig, also noch nicht ganz bereit dazu, begleitet, nimmt er eben den Partner mit in den Abgrund.

    Glaubt mir, nach meinen vielen nassen Jahren ist eine Erkenntnis ganz groß. : Sich selbst und anderen etwas vorzumachen, ist die hohe Kunst eines jeden Alkoholikers, die er perfekt beherrscht.

    Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen, doch sind es gerade diese Meinungen, die jemanden in der Sucht festhalten, bis sie zu einer Erfahrung werden.

    Soviel mal von mir

    Hey Leute, hier ist der Vorstellungsbereich. Wir wollen hier keinen überreden was er nicht möchte.

    Nun zu dir Naira.

    Siehst du dich jetzt nun als Alkoholiker oder nicht?

    Alle mögliche Umschreibungen hab ich jetzt schon gelesen, das interessiert uns hier nicht, hier kommt rein, wer Alkoholiker ist.

    Hatte ich schon mal geschrieben.

    Bevor wir dir ne Freischaltung geben können ist das notwendig.

    Wenn jemand seinen Weg gefunden hat, sich stabilisiert und nach dem ersten Jahr sagt: "Ich bin mit dem Weg, den ich gehe und mit mir selbst zufrieden", hat er alles richtig gemacht.

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Jahr. Mach weiter so und lass die User hier weiterhin daran teilhaben.

    Hartmut, ich bin offen für deine Impulse. Und sie bringen mich zum Nachdenken. Aber mit meinem Schildkrötenweg bin ich fein. Es ist nicht der lahme-Enten-Weg. Ich bin im Prozess.

    Dein Thread Titel lautet

    Zitat

    .Wie schätzt ihr das ein?

    Meine Einschätzung bezog sich auf die Co-Abhängigkeit und das typische Zögern, Hadern und Nachdenken, bis man erkennt, dass man selbst für sich verantwortlich ist. Dies geschieht, bevor sich ein Co-Abhängiger auf den Weg der Veränderung begibt.

    Dazu werden Floskeln oder, wie ich es nenne, leere Worthülsen "in meinem Tempo" als eigene "Bremsen" benutzt

    Das Umdenken und die Planung einer neuen Zukunft mit Kindern beginnen natürlich erst nach der Erkenntnis, und dass dies nicht einfach ist, verstehe ich auch bei einem Tempo wie das einer Schildkröte.;)

    Übrigens behaupte ich nie, dass meine Einschätzungen richtig sind, aber sie basieren auf jahrelanger Erfahrung aus dem Forum.

    Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston

    Es hängt nun vom Empfänger der Nachrichten ab, was er damit anfängt. Ich lese hier nur Klartext und User, die sich bemühen, mit dir über deine Sucht zu sprechen und sich auszutauschen.

    Ich weiss nicht, ob das in meiner jetzigen Situation (Alkohol ist nicht das einzige Problem in meinem Leben) das Richtige für mich ist.

    Es ist nicht jedermanns Sache, sich je nach eigener emotionaler Verfassung darauf einzulassen. Bitte sieh es dir genau an und teile uns mit, ob du bleiben möchtest oder nicht.

    Hallo und willkommen. Ein paar klare Worte dazu.

    Ich bin alkoholabhängig, süchtig, alkoholkrank. Aber ich mag das abwertende Wort Alkoholiker nicht

    Es ist gleichgültig, wie du dich selbst siehst; im Forum steht groß "Alkoholiker" drüber , und das ist nun einmal so. Es ist ist auch die Eintrittskarte für dieses Forum.

    Ich selbst verstehe die Diskussion um irgendein Zipperlein, die fernab des Grundes der Anmeldung ist, nicht. Es geht docj darum, die Sucht zu stoppen und einen Weg zu finden, trocken zu bleiben. Oder was war dein Grund hier?

    Ich möchte mir nicht Zuviel in einem völlig öffentlichen Forum dazu schreiben…

    Wie stellst du dir das vor? Es ist ein öffentliches Forum, das von jedem einsehbar ist. Viele schreiben hier etwas neutraler, um den Wiedererkennungswert zu mindern. Jedoch zu 100 % ist hier kleiner sicher.

    Du versteckst dich hinter dem Wort Alkoholiker, nennst es anders und möchtest du nicht so viel Preis geben. Es klingt, als würde man versuchen, sich aus der Sucht herauszuschleichen: Verheimlichen, beschönigen und verstecken kenne ich noch aus der aktiven, nassen Phase.

    Bin auf dem Weg. Langsam. In meinem Tempo wenn möglich. Krafttier: Schildkröte.

    Nö ich sehe das anders, wer sich diesen Floskeln bedient oder wie ich es nenne, nicht greifbaren, schwammigen Begriffen, haut sich selbst die Bremsen rein. Der ist nicht auf dem Weg; er steht noch voller Hoffnung in der Ecke und wartet darauf, dass ein Wunder geschieht.

    Aber darum geht es ja nicht.

    Die Antworten auf deinen letzten Post stehen schon seit Anbeginn verteilt zu mir hier in deinem Thread. Einfach durchlesen und einordnen, aber werde erst einmal gesund.

    Übrigens, als ich beschloss, trocken zu werden, brauchte ich keinen Anreiz; ich war bereits so weit, den Weg zu gehen. Denn es war meine Notwendigkeit.

    Meiner Meinung nach verletzt jeder Alkoholiker sein Umfeld sowie auch jeder Co-Abhängige sein Umfeld verletzt, da eine Sache über Allem steht.

    Paar Gedanken dazu.

    Wo beginnt eine Verletzung, die aus einer Krankheit resultiert, abgesehen von der körperlichen Auseinandersetzung ?

    Ist der einzelne CO nicht auch selbst verantwortlich dafür, inwieweit er sich verletzen lässt? Er hat immerhin die Möglichkeit, dies zu ändern. Kinder sind ausgenommen, weil sie vom Handeln der Erwachsenen abhängig sind.

    Wenn der Erwachsene nicht handelt, verletzt er dann nicht indirekt auch die Kinder?

    Und was hilft es, einen Schuldigen auszumachen?

    In Polen gibt es so eine Überschwemmung , und ich bereite mich auf einen Urlaub auf Insel Kreta vor.

    Als hätte ich Reue , da passiert so eine Tragödie und ich denke an die Freuden

    Du musst keine Reue empfinden, du warst nicht für die Überschwemmung verantwortlich.

    Ich finde das Oviva-Programm auch gut. Ich mache es zwar nicht, aber die Krankenkassen zahlen einen Zuschuss dazu. Oder irre ich mich?