Beiträge von sweety15

    Hallo Roach,
    auch ich will Dir von meinen Erfahrungen berichten. Ich war als Jugendliche ziemlich gehemmt. Mit Alkohol konnte ich das prima überwinden. 1 Wein - und schon war ich locker drauf und wurde von meiner Clique beachtet.....
    Während meines Studiums war es ganz "normal", Alkohol zu trinken, da hat keiner, auch ich nicht, drüber nachgedacht.
    Im Beruf, so- etwa mit 25 - begann dann ganz langsam, aber unaufhaltsam mein Weg in die Sucht.
    Ich hatte ja sehr früh gelernt, dass ich mit Alkohol mein Befinden verändern konnte. Das setzte ich dann nach Bedarf ein: um gute Laune zu bekommen, um mich zu entspannen, um besser zu schlafen, um morgens in Schwung zu kommen...
    Das habe ich so etwa 10 Jahre durchgehalten....
    Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich merkte, dass ich ohne Alkohol nicht mehr auskam.....
    Heute bin ich trocken, ich weiss aber, dass sich mein Suchtgedächtnis nicht löschen lässt. Ich konnte meine Krankheit zum Stillstand bringen, heilen lässt sie sich nicht.
    Dabei hat alles so "harmlos"angefangen.
    Gruß Sweety

    Hallo Agonie,
    Selbstmitleid bringt Dich nicht weiter. Lass die Flasche stehn. Wenn Du im Entzug bist, sieht Dein Krankheitsbild bei Deiner Ärztin ganz anders aus. dann ist es nämlich echt. Wahrscheinlich schickt sie Dich dann ins nächste Allgemeine Krankenhaus. In "Deine" Klinik kannst Du ja dann noch wechseln.
    Mit Alkohol im Bauch sind doch alle Symptome weg.

    Hallo Agonie,
    hast Du in der Nacht gar nicht geschlafen? Sicher hast Du jetzt schon in der Klinik angerufen. Bei der Klinik in meiner Nähe muss man das schon morgens um 6 machen. Lass nicht locker!
    Die Schwestern in der Klinik verstehen Deine Situation. Die erleben so etwas täglich. Leider können sie auch keine Plätze herbeizaubern. In den Stationen ändert sich die Belegung aber ständig, vielleicht klappt es ja doch!
    Ein Arzt, der meint, es gäbe wichtigere Fälle, hat keine Ahnung. Es gibt aber auch andere Ärzte, scheu Dich nicht zu wechseln.
    Bleib am Ball!!!
    Auch Du schaffst es!!!

    Hallo,
    sorry, das war wohl nicht so toll. Ich habe es hinterher auch gemerkt, aber da war es zu spät.Gut, dass Du es gelöscht hast, Karsten!

    Hi Britta, natürlich sind nicht alle Docs so. Da Du Dich nicht auf Mittwoch vertrösten lassen willst, solltest Du auch den Grund für den dringenden Termin nennen. Da ist zwar dummerweise meist eine Arzthelferin am Telefon, aber das ist dann auch egal. Die hat auch Schweigepflicht.
    Gruß Sweety

    Hallo Agonie,
    wenn Du noch zu Hause bist, meld Dich mal!
    Ich weiß, wie besch... Du Dich fühlst.
    Die Einweisung zur Entgiftung ist immer so'n Problem. Da wird erst mal Deine Motivation geprüft.
    (Leider denken immer noch viele Mediziner, dass das Aufhören Willenssache ist und der Platz im KH Menschen mit "echten" Beschwerden vorbehalten ist.)
    Lass Dich nicht entmutigen!

    Hallo Britta,
    erst mal herzlich willkommen im Forum!
    Was Du da in der Nacht erlebt hast, waren Entzugserscheinungen, die können im Laufe des Tages noch schlimmer werden. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe das alles auch erlebt.
    Jetzt ist Wochenende, das kann sehr gefährlich werden. Scheu Dich nicht die 112 anzurufen, der Notarzt kennt sowas. Er wird Dich gleich in ein Krankenhaus einweisen.
    Dort bekommst Du Medikamente, die den Entzug leichter machen.
    Eine Entgiftung zu Hause ist lebensgefährlich!!!!

    Hallo ewa,
    auch die Therapie ist das tatsächliche Leben. Hier hast Du im geschützten Rahmen die Möglichkeit, neue Wege auszuprobieren.Die alten kennst Du ja - sie führen direkt zur Flasche. Sei mutig, Du hast nichts zu verlieren!
    Du möchtest Vieles wieder gut machen - dann fang doch gleich damit an! Aber bei Dir!!!
    Sprich offen über Deine Ängste vor dem "Danach."
    Fang an, an Dich zu denken - nutze die Gelegenheit - hol Dir von Deinen Therapeuten was Du brauchst! Diese Gelegenheit kommt nicht wieder.
    Nutze alle Möglichkeiten, die Dir die Klinik bietet.
    (Familienseminar? Paargespräche? Belastungserprobung?...)
    Erst wenn Du mit Dir selbst im Reinen bist, kannst Du auch auf andere zugehen.
    Du hast Zeit!
    Denk daran, wie lange Du getrunken hast. Der Weg nach unten war lang - der Weg nach oben wird auch lang sein. In kleinen Schritten schaffst Du auch diesen Berg.
    Nur Mut!

    Warum schreibe ich das? Ganz einfach - ich habe mich viel zu lange schuldig gefühlt und wollte alles wieder gut machen. Dabei wurde ich kleiner und kleiner.... und irgendwann musste ich wieder trinken.
    Heute sage ich mir, was ich in der Vergangenheit getan habe, kann ich nicht mehr ändern, es ist ein Teil meines Lebens. Ich lebe heute. Ich entscheide, wie ich weiter gehe. Ich trage für mein Handeln die Verantwortung. Ich mache Fehler, aber ich stehe dazu.
    Ich habe keine Alternative, wenn ich leben will!

    Guten Morgen Petter,
    schau einmal nach draußen, da sieht es schon ein bisschen nach Frühling aus! (Jedenfalls bei mir)
    Die Luft ist milder und die ersten Vögel singen.
    Einen solchen Morgen kann man nur wahrnehmen, wenn der Alkohol nicht die Sinne vernebelt.
    Ist doch auch ein Grund, standhaft zu bleiben!
    Die Arbeit in Deiner neuen Wohnung läuft ja nicht weg, genieß einfach den neuen Tag und gönn Dir, was Dir gut tut.

    Hallo irmel,
    herzlich willkommen im Forum! Richtig, fürs Trinken gibt es keine Entschuldigung, Du hast es selbst in der Hand. Irgendwann konnte ich die Entscheidung, ob ich trinken wollte oder nicht nicht mehr mit meinem Willen beeinflussen. Die Sucht war stärker!
    Eins konnte ich aber, mir Hilfe holen! Zugegeben, der Weg dahin war weit, aber bisher erfolgreich.
    Den ersten Schritt hast Du schon getan. Du bist in diesem Forum.
    Wenn Du wirklich aufhören willst, solltest Du Dich an Deinen Hausarzt wenden. Er kann mit Dir beprechen, ob Du eine stationäre Entgiftung brauchst. Es gibt sicher auch eine Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe. Auch dort bekommst Du Hilfe.
    Nur Mut!

    Hallo Twindel,
    den ersten Schritt hast Du schon getan. Du bist in diesem Forum! Super!!!
    Jetzt heißt es weiter zu gehen. Tipps, was Du machen kannst, hast Du ja schon bekommen.
    Übrigens: dieses nicht trinken wollen, aber trinken müssen, weil sonst nichts mehr geht, kenne ich auch zur Genüge.
    Eine Zwangseinweisung geht nicht so einfach. Mir ist es nach einem Saufexcess allerdings passiert, als ich in der Intensivstation Terror gemacht habe.
    Polizei, Richter, ab in die Geschlossene.Das war gar nicht so toll. Nach 24 Stunden hätte ich gehen können....dann bin ich aber freiwillig geblieben....
    und heute genau 2 Jahre trocken.
    So kann ein Schockerlebnis auch eine positive Wende auslösen.
    Nur Mut, Du kannst es auch schaffen!!!

    Hallo Wachtelhund,
    erst mal herzlich willkommen. Dass Du hier im Forum bist, ist schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
    Die 4. Woche ohne Bier ist doch schon eine stramme Leistung. Vielleicht hast Du das Glück, noch nicht körperlich abhängig zu sein. (Oder ist Deine Epelepsie vielleicht ein Krampfanfall, wie er beim Entzug vorkommen kann?)
    Sprich doch mal offen mit Deinem Arzt, der die Tegretal verschrieben hat, über Dein Alkoholproblem. Nur Mut! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man damit offene Türen einrennt.
    Ich bin seit 2 Jahren trocken.
    Das kannst Du auch schaffen!!!

    Hallo Michael,
    zum Thema nach der MPU ist alles gesagt. Du stellst Dir immer die Frage, ob Du die MPU "bestehen" wirst.
    Das Bestehen ist nicht das Ding, denn es geht nicht um Wissen und Leistung, sondern um Ehrlichkeit im psychologischen Gespräch. Ein Tipp aus meiner leidvollen Erfahrung:
    Spiele mit offenen Karten. Sag klipp und klar: ich bin alkoholkrank. Dann weise in Form von schriftlichen Bescheinigungen alles nach, was Du gegen Deine Krankheit unternommen hast und was Du in Zukunft zu tun gedenkst.
    Die Laborwerte müssen natürlich auch über 1 Jahr zeigen, dass Du trocken bist.
    Viel Glück

    Hallo Feronia,
    herzlich willkommen im Forum!
    Wie Sonja denke ich auch, dass Du Dich zusammen mit Deinem Freund in einer gefährlichen Abwärtsspirale befindest. Wie ein Wasserstrudel bewegt sie sich nach unten immer schneller....
    Du hast die Wahl, steig aus (dem Wasser) - oder geh unter.
    Hört sich gemein an, ist es aber nicht. Will nur sagen, dass nur Du es in der Hand hast, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Du musst die Verantwortung für Dich selbst übernehmen. Deinem Freund bleibt es freigestellt, dasselbe zu tun. (Oder auch nicht, seine Sache)
    Direkte Hilfe bekommst Du auch vor Ort bei Deinem Arzt, der Suchtberatungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe.

    Wie versprochen, will ich Euch einiges über mich erzählen:
    Ich bin seit über 30 Jahren verheiratet und habe 3 erwachsene Kinder.
    Mit meiner Alkoholsucht setze ich mich schon seit über 20 Jahren auseinander. Ich habe kekämpft, entgiftet, stationäre Therapien gemacht, war immer längere Zeit trocken - aber ich habe immer wieder verloren.
    Warum? Ich hatte nicht kapituliert, war arrogant und hielt mir immer ein Hintertürchen offen.
    Durch mein öffentliches Amt war ich hauptsächlich damit beschäftigt, meine Fassade zu wahren. Es durfte ja niemand wissen, weshalb ich im Krankenhaus oder "zur Kur" war.
    Meine Familie hatte ich zu perfekten Co-Alkoholikern gemacht....
    Im Dienst trank ich "meinen Spiegel", danach schlug ich richtig zu.
    .....Vor 2 Jahren kam dann der totale Absturz:
    Das Horrorszenario pur!
    Ich war allein und trank, der Alkohol schien aber nicht mehr zu wirken. Also trank ich mehr und mehr- bis zur Bewusstlosigkeit.
    Zum Glück wurde ich nach Stunden von meinem Sohn gefunden.
    Notarzt, Intensivstation, Polizei, Richter, Beschluss!!!(Suizidgefahr)
    Große Lettern in der Presse - berufliches und politisches Aus.

    Und heute? "Danke, es geht mir gut!"
    Ich bin wieder ICH.
    Ich bin dankbar für die Hilfe, die ich durch meine Familie bekomme.
    Ich bin dankbar für die Geduld, die mein Therapeut immer wieder mit mir hat.
    Ich bin dankbar, dass ich noch Freunde habe......
    Ich bin dankbar dass ich das Privileg habe, vom Staat wirtschaftlich abgesichert zu sein.

    Hallo Olivia,
    ich bin auch neu in diesem Forum. Deine Situation kenne ich nur zu gut! Aus meiner Erfahrung möchte ich Dir ein paar Fragen stellen, die Du nur Dir selbst beantworten solltest:
    1. Heute ist Montag. War ich beim Arzt?
    2. Habe ich ihm mein Alkoholproblem deutlich gemacht? (Oder habe ich ihm nur die Symptome geschildert? Mit gehts schlecht, ich kann nicht schlafen, bin so nervös...)
    3. Was wird in meinem neuen Job passieren, wenn ich weiter trinke?
    4. Wer kümmert sich um meine Kinder, wenn ich besoffen "in der Ecke"liege?
    .........
    Wenn Du bei den AAs warst, kennst Du ja den 1. Schritt!
    (Bei mit heißt der Ehrlichkeit mir selbst gegenüber).

    Ich wünsche Dir viel Mut, den 1.Schritt in eine andere Richtung zu machen!

    Ich habe mich gerade registrieren lassen und möchte mich kurz vorstellen:
    Ich - 59J. - bin seit 2 Jahren endlich trocken.
    Nach so vielen Entgiftungen, dass ich es aufgegeben habe, sie zu zählen,
    und 3 Therapien kann ich es noch gar nicht glauben, dass ich das geschafft habe.
    Ich bin soooo glücklich!!!!