Beiträge von sweety15

    Hallo ice_ice_baby,
    verlier keine Zeit! Deine Mutter befindet sich in Lebensgefahr!
    Das Thema Psychotherapie spielt erst nach der Entgiftung eine Rolle.
    Jetzt müsst Ihr handeln! Deine Mutter kann das in ihrem momentanen Zustand nicht mehr selbst regeln.
    Ein kalter Entzug ist u.U. tötlich.
    Gibt es in Eurer Nähe ein LKH oder eine andere psychiatrische Klinik?
    Dort kann man anrufen. Der Hausarzt MUSS eine Einweisung veranlassen, sonst ist das unterlassene Hilfeleistung und die ist sogar bei Nichtmedizinern strafbar.
    Bei einem Krampfanfall würde ich sofort den Notarzt über 112 rufen.
    Handelt schnell! Das lange Osterwochenende steht bevor!
    Gr0ß Sweety 15

    Guten Morgen Ampy,
    ich habe gerade Deinen Bericht gelesen. Meine Hochachtung! Bei so einer Familiengeschichte nicht den Bach runter zu gehen ist schon erstaunlich.
    Du scheinst Dich trotz aller Schwierigkeiten in der Vergangenheit zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt zu haben.
    Das macht Dich stark.
    Der Blick nach hinten ist manchmal wichtig und es tut gut, sich alles von der Seele zu schreiben.
    Was gestern (oder vorher) war, ist vorbei. Du kannst daran nichts mehr ändern.
    Jetzt solltest Du nach vorn schauen. Auch für Dich als Nicht-Alkoholikerin ist es wichtig, ein zufriedenes Leben zu führen.
    Dazu gehört auch, dass Du alle Unklarheiten im Bezug auf das Trinkverhalten Deiner Mutter klärst.
    Dieses ungute Gefühl im Bauch macht Dich sonst fertig.
    Du belastest Dich nur unnötig mit der ständigen Frage: hat sie, oder hat sie nicht?
    Wahrscheinlich fängst Du an sie zu kontrollieren, was Dir auch keine Klarheit verschafft.(Sie wird doch alles abstreiten und haarsträubende Geschichen erzählen)
    Kurzum, Du lässt dann Dein Leben auch vom Alkohol bestimmen.
    Denk an Dich!
    Du hast ein Recht auf Dein eigenes Leben!

    Ich wünsche Dir viel Mut
    Gruß Sweety15

    Hallo Sabrina,
    das ist absolut keine dumme Frage. Ich fand das natürlich schrecklich. Manchmal war ich furchtbar ärgerlich,fand alle so gemein, aber meistens habe ich mich meinem Selbstmitleid hingegeben. (Keiner hat mich lieb, alle sind undankbar, wo ich doch alles für sie tue...)
    Erst als ich trocken war (kannst Du in meiner Vorsellung nachlesen) konnte ich meine Kinder zurück gewinnen.
    Gruß Sweety15

    Hallo Sabrina,
    "kennt Ihr das auch?" und ob! Ich kenne Deine Situation zu genau, aber als Mutter. Beim Lesen Deines Berichts kommen bei mir Erinnerungen wieder hoch, die heute noch wehtun.
    Meine inzwischen erwachsenen 3 Kinder waren genauso hilflos wie Du.
    Zuerst haben sie mich "bemuttert", gedeckt, bedauert...später beschimpft.... aber mir immer Beachtung geschenkt.
    Die Wende kam, als sie mich fallen ließen!
    Dazu mussten sie nicht ausziehen, sie haben mich einfach ignoriert. Wenn ich getrunken hatte, gingen sie aus dem Haus, ohne ein Wort zu sagen. Manchmal blieb der eine oder andere über Nacht bei Freunden. Sie luden keine Freunde mehr zu uns nach Hause ein, sondern gingen zu denen.
    Meine Tochter feierte ihren 18. Geburtstag im Jugendclub....
    Heute weiß ich, dass das alles Mosaiksteine auf meinem Weg zur Trockenheit waren. Dadurch wurden mir meine Kinder ein 2. Mal geschenkt.
    Liebe Grüße
    Sweety15

    Hallo Ampy,
    DU BIST NICHT SCHULD!!!
    Deine Mutter hat sich sich freiwillig entschieden, ihre Trockenheit aufzugeben. Sie weiß genau, was sie tut.
    Das solltest Du ihr klar und unmissverständlich sagen. Du vermutest nicht nur, dass sie wieder trinkt, Du weißt es!
    Wenn Du ihre Trinkerei deckst, ermunterst Du sie nur, weiter zu trinken.
    Wäre Dein Vater vielleicht ein Ansprechpartner? Du brauchst jemanden, zu dem Du Vertrauen hast und der Dich unterstützt.
    Liebe Grüße
    Sweety15

    Hallo Emma,
    schön. dass Du am Ball bleibst. Du gehst schon in die richtige Richtung. Das mit der Tagesklinik ist eine Riesenchance für Dich, ergreif sie!!!
    Zum Thema "eigenes Geld": ich bin geschockt. Du hast einen Anspruch auf Dein eigenes Geld.
    Abhängigkeit ist nicht nur eine Sache von Suchtmitteln. Abhängig kann man auch von Menschen sein.
    Nimm bitte Hilfe an, damit Du aus diesem Teufelskreis herauskommst!
    Gruß Sweety

    Hallo Emma,
    ich wohne auch in einem kleinen Dorf. Nachdem ich viel zu viele Jahre gebraucht habe, zu meiner Alkoholkrankheit zu stehen, musste ich feststellen, dass das alle schon lange wussten.
    Du kannst Deinem Hausarzt ruhig vertrauen, er wird erleichtert sein, dass Du das Kind endlich beim Namen nennst und Dir helfen. Geh ruhig davon aus, dass er Dein Alkoholproblem schon lange kennt. Außerdem hat er Schweigepflicht.
    Ich hoffe, ich habe Dir jetzt keinen Schreck eingejagt.
    Nur Mut
    Sweety

    Hallo Weazle,
    herzlich willkommen auch von mir. Du packst Dein Alkoholproblem richtig an, machst gleich Nägel mit Köpfen! Gratulation!
    Die Therapie allein macht allerdings noch nicht trocken. Sie liefert Dir das nötige Rüstzeug, um Deinen persönlichen Weg zu gehen. Das ist ein hartes Stück Arbeit, aber es lohnt sich.
    Übrigens: Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit. Dein (und auch mein) Dienstherr kommt auch bei diesem Problem seiner Fürsorgepflicht nach. (Bei mir hat die Beihilfe einen Teil der Therapie bezahlt ) Krankheit ist kein Grund, unehrenhaft entlassen zu werden, nichts dagegen zu tun, schon.
    Alles Gute auf Deinem Weg
    Sweety

    Hallo Loop,
    dem Alkohol den Krieg zu erklären ist verschwendete Zeit und Energie. Vor dem Feind Alkohol kannst Du nur KAPITULIEREN.
    Die Sucht ist immer stärker als alles andere, sie lässt sich nicht kontrollieren. Sie bestimmt über Dein gesamtes Leben, macht aus Dir ein willenloses Monster, immer nur auf der Suche nach "Nachschub"....
    Warum ich meinte, trinken zu müssen: das hatte auch viel mit meiner "Ideenmaschine" zu tun.
    In der Anfangszeit machte Alkohol so ziemlich alles mit mir, was ich gerade so brauchte: er machte -auf den ersten Blick - locker, redselig, kreativ, entspannt....Ich hatte sogar das Gefühl, dass durch Alkohol meine verborgenen Talente ans Licht gebracht werden können. Ich fand mich richtig toll.
    Ohne Alkohol fühlte ich mich als "kleine graue Maus", die man getrost übersehen kann.
    Das Schlimme war, dass mein angeblicher Erfolg mir anfangs recht gab.
    "Klick" machte es erst, als mein Körper steikte.
    Inzwischen merke ich, dass ich keine "graue Maus" bin, dass meine Meinung zählt, dass ich durchaus kreativ bin und dass meine Fachkompetenz wieder gefragt ist.
    Der Weg dahin war nicht leicht, aber er hat sich gelohnt!
    Gruß Sweety

    Hallo Michael,
    noch'n Kommentar! Struktur ist kein sinnloser Tagesplan. Zeitliche Strukturen gibt uns schon unsere Arbeit oder bei Dir das Studium vor. Ist doch klar! Es geht hier aber um andere Strukturen, die Du brauchst, um trocken leben zu können:
    Setz mal DICH und DEINE BEDÜRFNISSE in den Mittelpunkt. Dann stell Dir die Frage, wie gestalte ich meinen Tag, damit es MIR gut geht.
    Wie schaffe ich einen Ausgleich für unangenehme Pflichten? Wie baue ich Spannungen ab? Mit wem kann ich über meine Probleme reden?....Dafür solltest Du Zeit einplanen.
    Ich kenne das nur zu gut, nichts trinken - super arbeiten können - immer mehr schaffen - der Tag geht zu Ende - ich find mich toll -.....und dann: "Ich hab heute alles so gut geschafft, jetzt kann ich mich belohnen!!"
    Trocken werden ist ein Full-time-job!
    Dieses tolle Gefühl, dass Du ohne Alkohol Dein Studium besser bewältigst, hast Du im Moment. Genieß es. Aber es kommen auch Rückschläge. Auch ohne Alkohol läuft nicht immer alles super.
    Dann kommt es darauf an, dass Du einen Plan B hast, um nicht gleich rückfällig zu werden.
    Gruß Sweety

    Hallo Frank,
    ich finde es wirklich mutig, dass Du bei Deinen Vorstellungsgesprächen ehrlich in Bezug auf Deine Alkoholkrankheit bist. Nur so kannst Du Dir den Rücken frei halten. In meiner SHG sind einige Leute, die beim neuen Arbeitgeber nichts gesagt haben. Jetzt haben Sie immer Angst, dass etwas durchsickert. (Ich bin zum Glück gar nicht erst in diese Situation gekommen, da ich gleich in den Ruhestand geschickt wurde.)
    Du hast Angst, wieder rückfällig zu werden, wenn Du von Deiner Familie räumlich getrennt bist. Du musst aber nicht zwangsläufig in Dein altes Leben zurückfallen. Du hast jetzt ein neues, anderes Leben, in dem Du auch allein den Tag bewältigen kannst. Das sind völlig neue Chancen, auch für Deine Ehe. Klammern ist der Tod jeder Beziehung.
    Klammern bedeutet für mich Abhängigkeit....darin sehe ich die Gefahr.
    Gruß Sweety

    Guten Morgen Linuxgeek,
    bis jetzt hast Du es geschafft, die Flasche stehen zu lassen. Das finde ich schon mal eine starke Leistung. Wenn Du aber dauerhaft trocken bleiben willst, solltest Du überlegen, wie Du Dein Leben in neue Bahnen lenken willst. Die alten kennst Du ja schon....und auch deren Endstation.
    Dazu gehört natürlich auch, sich mit privaten Detaills zu befassen. Wenn Du Hilfe haben möchtest, solltest Du auch davon berichten. Das ist absolut kein Profilierungsdrang.
    Das musst Du aber selbst entscheiden, sollte nur ein Denkanstoß sein.
    Gruß Sweety

    Guten Morgen Christel,
    das ist es, Mut zu haben! Mut, um neue Wege zu gehen. Die alten kennen wir ja, sie führen direkt in den Rückfall.
    Pass auf Dich auf, der Alltag kann tückisch sein: Es läuft wieder alles wie geschmiert...toll! Läufst Du auch wieder perfekt? Funktionierst Du wieder?
    Wo sind Deine Bedürfnisse?
    Nur Mut zur Veränderung, das geht auch in unserem Alter noch!
    Sweety

    Hallo mannlehen,
    wie schon sensei schrieb ist das erste Glas der Anfang vom Ende. Auch ich habe in den ersten Jahren nur geringe Trinkmengen gebraucht. Die Steigerung erfolgte Schritt für Schritt, ich "vertrug" immer mehr, bevor ich eine Wirkung merkte.....
    Am Ende wurde ich mit 3,4o/oo ins Krankenhaus eingeliefert. Das ist ein Wert, der für Frauen meiner Statur normalerweise tötlich ist!!!
    Der Entzug war die Hölle.
    Ich habe Glück gehabt, aber der Schock sitzt ganz tief. So kann auch ein persönlicher Tiefpunkt aussehen.
    Sweety

    Hallo kleine Maus,
    es gibt einen bestimmten Blutwert, mit dem man feststellen kann, ob man in der letzten Zeit, auch ein paar Wochen vorher, Alkohol getrunken hat. Meist wird aber nur der Leberwert Gamma GT bestimmt. Ist er erhöht, können die Ärzte davon ausgehen, dass regelmäßiger Alkoholkonsum vorliegt.
    Ich bin genauso alt wie Du, habe schon 3 Therapien gemacht, jetzt bin ich seit 2 Jahren wirklich trocken. Alles andere waren nur Trinkpausen, auch wenn sie bis zu 3 Jahren gedauert haben. Wirkliche Trockenheit heißt für mich, sein Leben neu zu gestalten und keine faulen Komprimisse mehr zu machen. Das erfordert Mut, lohnt sich aber.
    Ich wünsche Dir, dass Du den Mut hast, das auch anzupacken.
    Sweety

    Hallo Misstia,
    ob Deine körperlichen Beschwerden Entzug sind, weiss ich auch nicht. Aber Du musst davon ausgehen, dass Dein Körper schon einige Zeit braucht, um ohne Alkohol wieder rund zu laufen.
    Gratuliere, dass Du das Wochenende ohne Alkohol geschafft hast! Du konntest Dir beweisen, dass Du keine Aufpasser brauchst, um nichts zu trinken.
    Im letzten Jahr war mein Mann für 5 Wochen dienstlich im Ausland. Das war eine Herausforderung für mich, auch allein trocken zu bleiben. Mit jedem Tag, an dem mir das gelang, wurde ich ein bisschen selbstsicherer. Das war ein tolles Gefühl! Ich habe sehr viel unternommen und jeden trockenen Tag genossen.
    Viel Erfolg auf Deinem Weg!
    Sweety

    Hallo Christel,
    ich gehöre auch zu den "Härtefällen", die 3 Therapien gemacht haben. Die erste ist schon 20 Jahre her, die letzte war vor 5 Jahren. Danach war ich noch einmal rückfällig. Seit 2 Jahren bin ich nun trocken und muss sagen, dass ich meine Trockenheit jeden Tag aufs Neue genieße. Auch Trauerfälle in der Familie konnte ich trocken überstehen. Früher wäre das mein Untergang gewesen.
    Wahrscheinlich gelingt es mir jetzt auch besser, meinen Weg zu gehen, weil ich noch im Nachsorgeprogramm meiner letzten Klinik bin. Ich musste erst ganz dicht am Abgrund stehen, um Hilfe annehmen zu können.
    Gruß Sweety