Beiträge von Brigitte

    So ein Pech mit der Erkältung. Nicht sauer auf dich sein *g*.

    Ich wollte dich nicht belehren Chelsea, nur aufzeigen, dass es ganz normal ist, dass das Bedürfnis nach Alkohol schon ab und zu mal hochkommt. Hauptsache ist doch in solchen Situationen nicht zu trinken und das hast du ja auch nicht gemacht. Es kommt einfach mit der Zeit. Alles flacht ab.

    Das du vieles nicht verstehst, finde ich ganz normal. ist einfach o.k. Du wirst das verstehen, was für dich wichtig ist. Mir ging es auch so. Zum Forum bin ich ja erst später gekommen. Von Anfang an meiner Trockenheit bin ich aber zu einer realen SHG gegangen. Verstanden habe ich Null. Erst jetzt so, nach einer längeren Zeit, verstehe ich etwas, was die alten Hasen erzählen. Sind halt langjährige Erfahrungen von denen. Die muss ich erst selber machen. Nur die waren für mich immer so eine Art Leitbilder. Ich dachte, wenn die über Jahre trocken sind, muss es ja richtig sein, was die machen. Da habe ich immer sehr aufmerksam zugehört und einfach erstmal nur geglaubt.

    Ich muss jetzt Schluss machen, werde aber morgen weiter darauf eingehen, was du geschrieben hast. Habe jetzt einen Termin.

    LG Brigitte

    WE war doch nicht ganz so ruhig. Immer ist irgendwas mit meiner Mutter, was dann Arbeit zur Folge hat und alles durcheinander bringt. Das ist halt so, wenn man einen alten Menschen pflegt.

    Mein Moritz ist übrigens eine Katze. Futter wird jetzt schonmal abgewogen und das dicke Bäuchlein weiterhin fleißig gestreichelt.

    Das ist übrigens genau der Punkt mit dem Aufpassen. Ich habe schon etliche Monate rum, wo ich trocken bin. Doch es kommen mal immer wieder Situationen wo das Bedürfnis nach Alk aufkommt. Vor allem wenn es bei mir zuhause sehr stressig zugeht, dann stelle ich mir schonmal vor, wie es ist, sich die ganzen Probleme wegzusaufen. Ist dir ja auch so ergangen. Die Anfechtungen werden wohl immer da sein.

    Ernsthaft komme ich nicht auf die Idee mir in solchen Situationen jetzt einen zu genehmigen. Man muss schon lernen, damit umzugehen. Alkoholismus ist und bleibt halt etwas sehr tückisches. Der schwarze Vogel auf meiner Schulter ist immer da und ganau in diesen Momenten wird er ganz aktiv "komm, nimm dir mal einen". Ich bin bis jetzt immer wachsam geblieben und schaue mir die Gefahr an.

    Aber wie schon erwähnt, in solchen Situationen NEIN zu sagen, ist auch ein Lernprozess. Die Anfechtungen werden schwächer und weniger. Das braucht halt seine Zeit. Wenn man bedenkt, wie lange man Alkehol getrunken hat, kann das gar nicht von heute auf morgen weg sein.

    Ich kann nur immer wieder sagen. Was ist, das ist. Wichtig ist, wie gehe ich damit um.

    Dein Beitrag, Helga, hat mir auch sehr sehr gut gefallen. Er gab mir eine Ahnung, wie der Weg des Trockenbleibens aussehen könnte.

    Einiges konnte ich nachempfinden, z. B. die Erfahrung mit der realen SHG. Ist mir auch so ergangen. Die Akzeptanz, die dort herrscht. Die Umgehensweise mit dem Thema Alkohol und vor allem mit dem Satz "ich bin Alkoholiker". Letzteres konnte ich auch erst nach Monaten annehmen, dass ich Alkoholikerin bin. Heute weiß ich es ohne irgendein Schamgefühl.

    Heute ist es mir wichtig, mir immer wieder klar zu machen, ich bin Alkoholikerin. Das heißt für mich Achtsam sein, denn mit dieser Krankheit muss ich ganz Achtsam umgehen und darf sie nie vergessen.

    Es ist hier in diesem Thread sehr viel Kopfarbeit geleistet worden. Ich weiß nicht, bin irgendwie über dieses Thema selbst etwas ratlos Falk betreffend. Ich weiß nur, dass ich im ersten Jahr viel zu sehr mit mir beschäftigt war und mit meinem Trockenwerden und gar nicht dazu in der Lage gewesen wäre, kopflastige Diskussion zu führen. Sorry, empfinde ich einfach so.

    Wichtiger finde ich für mich, an meinen Gefühlen zu arbeiten. Zu schauen, wo hakt es. Meine Kopfarbeit (zu der ich auch ab und zu neige) bringt mich vom eigentlichen Thema weg, ist letztendlich nur Flucht. Wo bleibe ich da wirklich.

    Du versuchst, Chelsea, mit deiner Sucht klar zu kommen. Du hörst mal nicht so eben auf mit dem Trinken.

    In der Zeit des Entzugs geht es einem nicht sehr gut, so dass man auch kein Bedürfnis nach Alkohol verspürt. Eher - wie bei dir - Ekel aufkommen kann. Aber wenn sich dann der Körper wieder langsam normalisiert, kommen auch die alten Bedürfnisse wieder hoch. Eine Sucht ist mal nicht so eben vom Tisch zu wischen.

    Dass du Anfechtungen hast, ist doch in der Anfangszeit ganz normal. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Alkoholiker und keine Rückfälle. Es ist sinnlos darüber sauer oder sonstwas zu sein. Alkoholsucht ist eine Krankheit oder bist du sauer wenn du Schnupfen hast und deine Nase läuft.

    Das ist jetzt auch der Punkt, wo du anfangen musst an deiner Trockenheit zu arbeiten. Grade jetzt in der Anfangszeit ist die Sucht und das Bedürfnis noch ganz na. Jetzt NEIN zu sagen ist der entscheidende Schritt. Es wird auch mit der Zeit schwächer, dieses Bedürfnis.

    Gehe jetzt Achtsam mit dir um und sehe die Gefahr. Immer wach sein. Dein Teufelchen lauert immer auf deiner Schulter und meide die Gelegenheiten.

    Hi Liv,

    meinem kleinen Anton geht es wieder gut. Die erholen sich ja schnell und er fegt wieder durch die Wohnung und schmust mit mir wie verrückt. Mein großer, der Moritz, muss unbedingt abspecken (Frauchen auch). Also ist für uns beide Diät angesagt.

    Seitdem ich nicht mehr trinke futtere ich zuviel Süßes. Mittlerweile haben sich da ein paar Kilos abgelagert. Fällt mir so verdammt schwer, auf Süßes zu verzichten, aber alle Hosen kneifen.

    Schön, dass du keinen Appetit nach Alkohol hast. Wird aber - war zumindest bei mir so - schon ab und zu auftauchen. Aber es wird mit der Zeit schwächer und ist nicht mehr so zwingend. Darf ja auch, nur ich möchte nicht trinken. Das ist die Hauptsache.

    So, werde jetzt gemütlich in mein WE gehen und hoffe, dass es diesmal auch stressfrei wird.

    LG Brigitte

    Guten morgen Liv,

    ich war auch im geschlossenen Bereich. Bin aber wieder rausgegangen, weil mir die Zeit dazu fehlt, mich intensiv damit zu beschäftigen. Später mal wieder.

    Will dir jetzt nur kurz Nachricht geben. Bin irgendwie noch etwas müde und es bewegt sich noch nicht so viel in meinem Kopf, komme aber später darauf zurück.

    Gestern war ein sehr anstrengender Tag. Musste mit meinen beiden Katzen zur Tierärztin. Der große (1 Jahr alt) wurde geimpft und gechippt. Der Kleine musste kastriert werden. Da ging natürlich meine ganze Energie und Sorge bei dem Kleinen drauf. Er konnte nicht laufen, viel immer um und dann der Blick, was ist nur los mit mir. Frauchen hat schrecklich mitgelitten und keine Zeit gehabt an Alkohol zu denken. Aber heute ist schon besser.

    Wie gesagt, melde mich später.

    LG Brigitte

    Hi Liv,

    doch deinen Thread fand ich sehr interessant oder ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, halt eben dieses Suchen von dir und klar machen, was ist jetzt, wie gehe ich davon um. Mache es eigentlich auch so und deshalb finde ich es immer sehr interessant bei anderen zu lesen. Wer weiß, was ich auch daraus lernen kann.

    Als ich Tablettensüchtig war habe ich noch keinen Alkohol getrunken. Das kam erst jahrzehnte danach. Das sind übrigens auch so die Gedanken, die mich bewegen. Die eine Sucht ist vorbei. Dann lange, lange Ruhe. Ich habe immer an mir gearbeitet, doch es war wohl nicht genug, so dass ich wieder in eine Sucht, jetzt Alkohol, reingeraten bin und dann wieder Tabletten oben drauf.

    Obwohl ich in dieser Zeit mich immer um Therapien bemüht hatte. Meine letzte Therapie dauerte 10 Jahre lang. Eine Psychotherapie. Trotzdem bin ich scheinst an den Punkt nicht dran gekommen. Also suche ich weiter. Ich weiß aus Erfahrung, dass, wie ich es gemacht habe (machen auch doofes Wort), mich also nicht weiter gebracht hat. Vll. doch, aber nicht dahin, wo ich hinwill.

    Heute versuche ich anders damit umzugehen. Ich glaube mir hilft auch meine Meditationserfahrung dazu. Ich versuche meine Gefühle anzuschauen und stehen zu lassen. Nicht sofort zu zerdenken und wegzuagieren. Ist sehr schwierig. Vor allem schwierig finde ich, Gefühle überhaupt mitzukriegen. Diese Unterschwelligen. Aufgabe bis zum Lebensende, aber ich spüre für mich, dass es der richtige Weg ist.

    Ich finde nicht, dass du zu stark suchst und reflektierst. Ich finde es gut und wichtig. Der eine hat es, der andere nicht. Ich bin froh, dass ich es mache. Nur wenn man sein eigenes Verhalten, Gefühle etc. überprüft, kann man es beleuchten und sich klar machen.

    Über das kontrollierte Trinken kann ich auch nur sagen, das geht einfach nicht. Ich weiß, wenn ich ein Glas trinke, ist der Bann gebrochen. Und genau so wie du schreibst, du beschäftigst dich doch weiterhin mit Alkohol und er beherrscht dich nach wie vor und außerdem ist es noch quälender, weil man ihn kontrollieren muss. Für mich ist es wirklich gut, nicht zu trinken. Ich muss mich mit dem Zeug nicht mehr beschäftigen und habe den Kopf frei. Und das wird mit der Zeit immer mehr werden.

    Mein Entzug war erst später stationär. Da ich meine Mutter pflege und die nicht mehr alleine kann, bin ich die ersten 2 Wochen zu Hause geblieben, war allerdings stets bei meinem Doc, der mich auch immerzu drängte ins KH zu gehen. Er fand dann auch eine Lösung, so dass meine Mutter (zum durchchecken) und ich zusammen ins KH gingen. Da war ich dann nochmal zwei Wochen. Mein Entzug war die Hölle und dauerte auch länger durch die Tabletten. Das möchte ich nicht mehr erleben. Die zwei Wochen zuhause waren sowieso die Hölle.

    Und wie gesagt mit dem schlechten Gewissen. Arbeite daran. Lass dich davon jetzt nicht mehr verrückt machen. Du kannst das Gestern nicht ändern, du kannst aber heute alles tun, was du gut findest. Das schlechte Gewissen zu pflegen nimmt dir viel Kraft vom heute weg und macht den Augenblick, den du leben willst, kaputt.

    Bei dem Bier wegschütten musste ich doch mal grinsen. Hatte da mal grad so ein Bild vor Augen, wie dir die Zunge raushing, der Sabber runterlief und du dich gekrümmt hast. Spass beiseite. Kann ich verstehen.

    So, Liv, ich habe jetzt erst deinen ganzen Thread durchgelesen.

    Mir ist bei vielen Postings viel eingefallen und jetzt muss ich es erstmal in meinem Kopf sortieren.

    Ich habe auch zwei Süchte. Früher, als ich ganz jung war, Tabletten. Schlaftabletten, Transquilizer. Habe dann auch einen schlimmen Entzug mit Delir hinter mich gebracht und dann war das Thema für Jahrzehnte vergessen. Ist einfacher, keiner bietet dir in Gesellschaft eine Tablette an. Du wirst nicht damit konfrontiert.

    Wein trank ich Jahre, aber es hielt sich so grade unter der Schwelle. Ich musste ja am nächsten Tag arbeiten gehen und Auto fahren. Dann wurde ich arbeitslos und hatte freie Bahn.

    Ich habe bei dir sehr stark empfunden, wie du suchst und reflektierst. Ich habe selbst immer Schwierigkeiten zu unterscheiden, zwischen nassem und trockenem Denken. Ganz normal finde ich, dass der Wunsch nach Alkohol aufkommt, vor allem wenn man genervt ist, wie du durch deine Kids. Manchmal wird hier für mich zu schnell von nassem Denken gesprochen.

    Wichtiger finde ich, dass man es sich klar macht, der Wunsch ist wieder da und wie gehe ich damit um. Das ist für mich der Ansatz von trockenem Denken. Denn Wünsche und Gedanken, die hoch kommen, kann man nicht steuern. Wo es drauf ankommt, was mache ich daraus. Auch ich kenne diesen Wunsch nach Alkohol, mich aus einer schwierigen Situation wegsaufen zu wollen. Und vor allem auch das gottverdammte Wissen, dass es mir tatsächlich momentan Erleichterung bringt. Da aber fängt für mich die Arbeit an.

    Ich möchte keinen Rückfall haben. Ich hole mir in Erinnerung, wie es vor meinem Rückfall war. Wie quälend das Leben ist, zu erkennen, ich komme von dieser Droge nicht los und nichts ist mein sehnlichster Wunsch. Will ich da wieder hin? Will ich wieder die Hölle des Entzugs erleben?

    Die Angst vor dem Rückfall bleibt, zumindest bei mir. Aber auch die Anfechtungen flachen mit der Zeit ab. Und es entsteht auch eine Gewöhnung Nein zu sagen.

    Was tue ich heute für mein trockenes Leben. Es gibt bestimmt 1000 Gründe, warum ich gesoffen habe. Manche weiß ich und viele sind mir nicht bewusst, da in tieferen Schichten. Ich grüble nicht darüber nach. Das was für mich wichtig ist, wird mir auch bewusst sein und daran kann ich arbeiten.

    Ich achte sehr auf meine Gefühle, denn die sagen mir, hallo, da stimmt was nicht. Ich dachte, als ich gelesen habe, es ist dir peinlich mit deiner Mutter darüber zu sprechen. Da ist wieder so ein Gefühl. Peinlich. Einfach es wahrzunehmen, mal gucken, was ist da. Solche und viele anderen Gefühle zeigen mir, da ist was nicht in Ordnung. Da muss ich hinschauen und ich denke, dass du sehr viel Bereitschaft hast, da hinzuschauen.

    Dass dein Mann nicht "richtig" mit deinem Alkoholproblem umgeht, ist auch verständlich. Er ist nunmal keiner und kann sich da auch nicht reinfinden.
    Bevor ich diese SHG hier gefunden habe bin ich und gehe auch heute noch zu einer realen SHG. Mir ist sie sehr wichtig. Sie hält mir den Spiegel vor Augen (auch das Forum hier) dass der schwarze Vogel bis zu meinem Lebensende auf meiner Schulter sitzt und nur auf die Gelegenheit wartet zu sagen, komm nimm dir einen. Ich darf nie schlafen und muss mir immer dieses Vogels bewusst sein.

    Und schlechtes Gewissen. Meine Lebensdevise, man sollte es nur haben, wenn man bewusst und willentlich anderen schadet. Das tut ein Alkoholkranker Mensch nicht. Das soll jetzt nicht heißen, dass man nicht wieder gut machen soll. Da wird schon eine Menge angefallen sein, besonders schlimm für die Kinder.

    So, das war jetzt mächtig lang. Ich könnte noch Seiten füllen, aber ich mach mal Schluss.

    Ich fühle mich auch stark und stabil. Das mal jetzt so platt dahin gestellt. Ich habe mich eigentlich immer so gefühlt. Ich gehörte nicht zu den labilen Leuten. Und was ist passiert, trotzdem bin ich in die Sauferei reingerutscht. Es hat mich nicht davor geschützt und es wird mich auch heute nicht davor schützen. Ich habe einen gehörigen Respekt vor dem Thema Alkohol und will nie die Gefahr vergessen, die besteht, eben Gleichgültigkeit, Sicherheit so nach dem Motto, mir kann ja nichts passieren.

    Der schwarze Vogel auf meiner Schulter lauert immer und wartet nur auf das Hintertürchen. Dann sagt er, komm, nimm dir doch einen. Dieser schwarze Vogel wird mich bis zu meinem Lebensende begleiten. Der fliegt nicht weg.

    Nüchternheit und Trockenheit.
    Ich bin seit etlichen Monaten nüchtern, d. h. ohne einen Tropfen Alkohol.

    Trocken?
    Ich arbeite daran. Werde ich wohl nie zu 100 % werden. Alles was mein Leben ausmacht, meine Probleme etc. muss ich mir genau ansehen. Muss überlegen, wie gehe ich damit um. Versuche bestmögliche Lösungen zu finden. Will sie nicht mehr mit Alkohol zudecken. Auch das ist eine Arbeit, die nie aufhören wird, aber die auch befriedigend ist. So versuche ich jeden Tag einen kleinen mm trockener zu werden.

    Hallo Schein der Sonne,

    du hast die jetzt nicht mehr gemeldet.

    War das jetzt eine kurze Stippvisite hier und du machst weiter so wie bisher, deshalb meine Frage, was willst du.
    Gesund werden und trocken oder so weitermachen, dich kaputtmachen. Alles wird dann schlimmer.

    Ob du ein Alkoholproblem hast, musst du dir selber beantworten und auch richtig klar machen. Allein die nachstehende Frage musst du dir selbst ehrlich beantworten.

    Gibt es Tag bzw. Abende an denen ich nicht trinke und auch nicht an Alkohol denke oder dreht es sich in meinem Kopf nur darum.

    Daraus ergibt sich dann, will ich was dagegen tun.

    Ich hoffe, du tauchst hier wieder auf und lässt dich begleiten und nimmst die Ratschläge von den Trockenen an, die sind diesen Weg gegangen.

    Dass du Angst hast, Rückfällig zu werden, kann ich gut verstehen. Wenn ich vor so einer Situation stehe, würde ich auch so denken. Du weißt ja nicht, was da alles für Gefühle auf dich zukommen.

    So eine Trennung ist schon eine hammerharte Sache. Es kommen immer wieder im Leben Situationen auf einen zu, die man nicht will. Nüchtern kannst du sie bearbeiten und auch verarbeiten, was schmerzhaft ist, aber auch neue Chancen eröffnet. Nass verdrängst du nur und es bringt gar nichts.

    Du weißt jetzt noch nicht wie dein Leben aussehen wird und was alles auf dich zukommt. Du siehst jetzt nur das, was du nicht haben willst und was sehr schmerzhaft ist. Doch wenn man genau in der Situation drinsteckt, kommen auch seltsamer Weise andere Gedanken und Möglichkeiten auf einen zu.

    Ich denke schon, dass du es packen wirst und bearbeiten kannst. Wird schon seine Zeit dauern und auch schmerzhaft sein, aber wer weiß, was auch du daraus lernen und erkennen sollst. Das geht nur trocken.

    Ich habe auch viele Probleme mit meiner Mutter, die ich pflege. Viele Emotionen, die hochkommen, die aber alte Sachen sind, wo heute die äußeren Situation der Auslöser dafür sind. Ich kämpfe mit vielen miesen Gefühlen, die ich nicht haben will und wo ich noch nicht so richtig einen Ausweg und eine Lösung sehe. Ich wundere mich, dass ich diese Gefühle aushalte, ohne zu trinken, noch nichtmals den Wunsch danach habe. Ich hätte es gerne anders, aber ich muss wohl noch viel lernen. Die Situationen stellen einen immer dahin, wo man gebeutelt wird, lernen muss und irgendwann ist man der Phönix aus der Asche. Das ist der Lohn, der Weg dahin ist mühsam.

    Nein, Bernd, du bist ganz bestimmt kein schlechter Kerl. Du hast nicht umsonst die vielen langen Jahre das mitgemacht und immer mit der Hoffnung, ihr zu helfen und was zu verändern. Das Ergebnis siehst du ja, du konntest nie was verändern und nicht dahin kommen, wo du hinwolltest, zu einem trockenen Leben für euch zwei. Die Umstände lassen sich halt nicht durch den Willen da hinbiegen, wo man sie hinhaben will, dann gibt es nur die eine Möglichkeit, für sich die Konsequenzen zu ziehen.

    Bei mir in der SHG heißt es immer, du bist nicht der Wichtigste, aber du bist für dich der wichtigste Mensch in deinem Leben. Daran halte ich mich selber. Wenn die Umstände so schlecht sind, und man nichts daran ändern kann, weil es nicht alleine von einem abhängt, dann muss man halt es für sich ändern. Das ist einfach gesund und zeugt von einem gesunden Egoismus, denn nur für dich bist du letztendlich verantwortlich.

    So wie ich dich verstehe, trinkt Ute wieder. Das hatte ich mir schon gedacht. Die letzten Postings von ihr, waren schon recht wirr. Schade, aber es liegt nicht mehr in deinem Bereich.

    LG Brigitte

    Hallo Bernd,

    ich sehe es auch so, wie blue Bouncer, dass du mit deiner Co-Abhänigigkeit arbeiten musst.

    Allerdings bin ich doch da etwas anderer Meinung, denke ich mir zumindest so, dass du, wenn du erstmal deine Wohnung hast, also getrennt von Ute bist und auch eine gewisse Entfernung da ist, vll. doch etwas mehr innerliche Lösung auch vonstatten geht. Aber auch das braucht seine Zeit.

    Vll. wäre es für dich ja auch interessant, diese ganzen Co-Probleme in einer entsprechenden Gruppe vor Ort zu bearbeiten. Auch da wird sich in deinem Denken was verändern.

    Also ich glaube schon, wenn du dich eingerichtet hast, dass sich dann für dich was verändern kann und durch die Distanz du dich besser sortieren kannst.

    Musste halt schauen.

    LG Brigitte

    Natürlich können wir beratend und begleitend zur Seite stehen.

    Trinkst du denn jetzt nocht?

    Diese Frage soll keine Neugier sein, sondern ich möchte mir ein Bild machen, damit ich weiß, wie ich antworten soll.

    Ich möchte mal gerne meinen Eindruck von dir bzw. was ich gelesen habe mitteilen.

    Beim Lesen ist ein Bild vor meinen Augen entstanden. Ich sehe dich als jüngeren Mann, dynamisch, aktiv, der genau weiß, was er will. Der handelt und macht und dem sich die anderen unterordnen müssen. Der weiß, was er will und davon überzeugt ist, dass das auch richtig ist.

    Ist jetzt nicht böse gemeint, das sind halt Charakterstrukturen.

    Was vll. im Berufsleben nicht schlecht ist, vll. auch im privaten Bereich, obwohl ich mir vorstellen kann, dass da andere schon Schwierigkeiten mit dir bekommen, auch wenn sie es nicht sagen, ist aber in Bezug auf Trockenwerden nicht so anwendbar.

    Das was du tust und willst in Bezug auf Trockenheit, hat dich nicht weiter gebracht und für so intelligent halte ich dich, dass du das im Grunde genommen auch erkennst. Fazit: was ich bisher dafür getan hat, hat bis heute nicht geklappt, also kann da was nicht stimmen.

    Dieses sich einzugestehen, wäre der erste Schritt in die Trockenheit. Dann das Suchen nach anderen Wegen und vor allem auch selber zu erkennen, dass es so wie bisher nicht geht.

    Bei dir kommt es ganz stark rüber, ich mache es so wie ich will und ich habe recht.

    Trocken werden ist Arbeit an sich selber. Andere Wege gehen. Und auch die Erfahrungen von anderen annehmen, die trocken sind, denn das zeigt ja, wie es funktioniert.

    Das mit deinen Freunden sehe ich auch problematisch. Die Gefahr, wenn du mit denen in gemütlicher Runde sitzt oder bei anderen Ritualen, des Rückfalls ist schon sehr groß. Da musst du für die schon eine Regelung finden. Wie, weiß ich auch nicht, aber ich verstehe schon dein Problem.

    Gut finde ich, wenn du schonmal mit dem einen - trockenen Alkoholiker - sprichst. Gehört der auch zu diesem Freundeskreis? Dann würde ich mich ganz eng an den halten.
    Außerdem denke ich auch, dass es nicht schlecht ist, es deinen Freunden mitzuteilen. Wenn es wirklich Freunde sind, werden sie dir helfen und dich unterstützen. Vll. findet ihr gemeinsam einen Weg, wie ihr damit umgehen könnt.

    Das mit dem Schämen betrifft einen hauptsächlich als nasser Alkoholiker. Man weiß, das irgendwas mit dem Konsum nicht in Ordnung ist und schämt sich vll. vor sich selber und dann natürlich auch vor andere.

    Mir ging es so, dass ich mich wegen meiner Sauferei verachtet habe. Als nasser Alkoholiker ist das so. Dieses Gefühl geht, wenn man einige Zeit trocken ist, weg. Als trockener Alkoholiker schäme ich mich nicht mehr, sondern bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe und schaffe. Es verändert sich einfach die Einstellung zu einem selber.

    Ich habe heute, wo es angebracht ist, keine Schwierigkeiten mehr zu sagen, dass ich Alkoholiker bin.

    Ich habe von anderen Leuten in meiner Anfangszeit, wo ich mich outen musste, immer Verständnis erfahren. Und du wirst dich wundern, wer das alles bemerkt, dass du trinkst. War zumindest bei mir so. Ich habe immer versucht es zu vertuschen, aber es ist doch aufgefallen und die Reaktionen von den Leuten war immer positiv. Denen ist sogar aufgefallen, dass ich nicht mehr trinke.

    Tue alles für dich. Du hast ja schon etliche Tipps bekommen und auch Tel.-Nr., wo du dich hinwenden kannst. Bei mir fing es auch ganz harmlos mit der Trinkerei und ist mir entglitten. Aber es ist nie zu spät, etwas dagegen zu tun. Es kann nur zu spät sein, wenn du deinen Körper kaputt gesoffen hast und er macht nicht mehr mit.

    Bin mal gespannt, ob du was unternommen hast. Dein letztes Posting war ja vor 2 Tage und was ist jetzt?

    Das ist klar, Falk, das wird schon eine Zeit dauern. Wie du schon sagtest, jahrelange Gewohnheit. Das kann von heute auf morgen nicht weggehen. In solchen Situation, am besten aber schon vorher, klar machen: ich sehe Alkohol und ich werde nicht trinken. Immer wieder in dein Gehirn einhämmern wie so eine Art Gehirnwäsche, die dem entgegen wirken soll und dass das immer im Bewustsein parat ist, nein, kein Glas.

    Besser wäre natürlich, wenn du gar nicht in solche Situationen kommst. Versuche es weitgehendst so gut es geht, diese Situationen zu vermeiden. Ist wirklich in der Anfangszeit wichtig. Wirklich wichtig, sich ein alkoholfreies Umfeld und vor allem zuhause (aber das hast du ja, glaube ich) zu schaffen.

    Wenn ihr etwas länger trocken seid, dann geistert der Alkohol nicht mehr so in euren Köpfen rum und aller Alkohol, der angeboten wird, fällt euch nicht mehr so grell in die Augen.

    Auch das wird verblassen. Ist bei mir so. Ich registriere es schon ab und zu noch in den Supermärkten, aber ziehe keine Verbindung mehr daraus, so in der Art, ah, schon wieder Alkohol. Bei mir läuft das mehr wertneutral ab, einfach uninteressant.

    Hi Blizzard,

    freut mich richtig, dass es dir gut geht.

    Ich habe immer das Gefühl, wenn ich meine inneren Sachen anfange zu ordnen und daran zu arbeiten oder versuche es mir klar zu machen, dann geht es mir auch gut. Macht mich irgendwie zufrieden.

    Es soll sich nicht zynisch anhören, aber ich habe manchmal das Gefühl, das der Alkoholismus (natürlich trocken) eine Chance ist, etwas innerlich zu tun. Und ist das nicht der Sinn des Lebens, für mich ist es das.

    Ich weiß nicht für mich, ob ich an mir arbeiten würde, wenn ich das Problem Alkohol und wie gesagt auch andere Probs nicht hätte. Ich bin ein fauler Mensch und wenn keine Probleme anstehen, würde ich nicht nach innen gucken. Dann würde ich es einfach so laufen lassen.

    Das der Alkohol gleichgültiger wird, also nicht mehr so im Vordergrund steht, ist glaube ich auch eine normale Entwicklung. Aber wie du ja schon geschrieben hast, man darf es nicht vergessen, deshalb bin ich auch hier im Forum und in meiner realen SHG, um mir immer wieder bewusst zu machen, dass der schwarze Vogel auf meiner Schulter sitzt und nur auf einen schwachen Moment und ein Hintertürchen wartet und sagt, komm nimm dir doch einen. Den will ich immer im Auge haben, dann kann er mich nicht übertölpeln.