Lieber vorsichtig sein mit Gesellschaft - zumindest in der Anfangszeit - wo getrunken wird. Am besten vermeiden. Da besteht immer eine sehr große rückfallgefahr.
Auch ein wichtiger Schritt!
Lieber vorsichtig sein mit Gesellschaft - zumindest in der Anfangszeit - wo getrunken wird. Am besten vermeiden. Da besteht immer eine sehr große rückfallgefahr.
Auch ein wichtiger Schritt!
So wie Timster schreibt, liegt noch einiges an Arbeit vor dir, innerlich sowie auch im Leben äußerlich.
Aber das zu erkennen, ist ja der springende Punkt und du bist dir, Blizzard dessen schon bewusst, was ja ganz wichtig ist. Ich denke, es ist wichtig auf seine Gefühle zu achten. Die werden dir schon sagen, was aktuell ist und wo du dich mit auseinandersetzen musst. Vor allem ist es wichtig, sie zuzulassen. Sind wir nicht alle davor weggelaufen. Ganz stark mit Alkohol, aber auch mit anderen Mechanismen kann man sie wegmachen. Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei und es ist gar nicht so einfach das mitzukriegen.
Am besten an einem Beispiel. Ich sitze gemütlich im Sessel. Trink meinen Tee und rauch mir eine und will jetzt genießen. Es schleicht sich aufeinmal ein nicht so angenehmes Gefühl ein, beispielsweise Langeweile oder Sorgen um irgendwelche häuslichen Alltagsdinge und dann folgt das Wegdrängen. Mir fällt alles mögliche ein. Ich müsste dies oder das tun. Springe auf und schon bin ich weg von diesen Gefühlen. Wichtig denke ich ist es, sitzen zu bleiben, die Gefühle wahrzunehmen und vor allem auszuhalten. Mal reinzugehen in das Gefühl der Langeweile. Das ist das, was ich denke, das sich dann im Bewusstsein was verändert.
Aber für mich sehr schwierig. Ich denke für jeden anderen auch. Leider gelingt mir diese Haltung auch nicht oft. Ich bemühe mich aber darum.
LG Brigitte alias Elfmerlin
Ist schon so eine Sache mit dem Helfen, Blizzard. Was für mich bei manchen anderen mal sonnenklar ist, ist für dem mit dem Problem oft noch nicht klar, weil er einfach auf eine andere Schiene noch fährt.
Ich würde oft gerne helfen, manchmal sogar gerne die Leute zu ihrem Glück zwingen. Geht nicht, habe ich mir im Laufe der Jahre abgeschminkt. Jeder kann nur seinem Bewusstsein gemäß nur das aufnehmen wofür er empfänglich ist. Leider habe ich oft festgestellt, dass die anderen für wenig empfänglich sind.
Habe für mich meine Lehre daraus gezogen. Ich kann mitteilen, wie ich was in einer Situation gehändelt habe und der andere kann damit machen, was er will oder besser, wozu er fähig ist. Das habe ich auch hier im Forum zu spüren bekommen, das manche (du übrigens auch) offener sind, sich andere Standpunkte oder Meinungen anzuhören. Bei anderen findet es überhaupt keine Resonanz.
Heute vormittag hatte ich meinen Nähkurs. Jemand brachte Maibowle mit. Ich muss gestehen, davon hätte ich schon gerne ein Glas getrunken, weil ich die einfach so lecker finde. Auch bei mir kommen Versuchungen auf. Ich weiß und halte mir immer vor Augen: das erste Glas stehen lassen. Nach dem Augenblick des Wunsches, war es allerdings auch sofort wieder vergessen.
Sehr schön, eure Antworten. So ein richtig positives Feedback.
Dank dir Timster für das Kompliment, ist runtergegangen wie Öl. Sowas tut mir auch gut.
Ich kenne auch viele Leute, solche in meinem Alter, aber auch Junge, die auf der Stelle strampeln. Frage mich schon, wieso wird es dem einen bewusst und der andere dreht sich nur im Kreis. Aber vll. bewegt sich bei diesen Leuten auch was, mit Sicherheit, nur es ist für uns nicht offensichtlich. Sie werden auf ihre Art lernen und wenn nicht freiwillig, dann durch schmerzliche Erfahrung, bis sie wach werden.
War zumindest bei mir so. Ich habe durch schmerzliche Erfahrung gelernt. Mein Leben war, als ich jung war, nicht so ganz einfach. Neben einer körperlichen Erkrankung, hatte Unterleibsprobleme und mehrer OPs, die mit 20 dann beendet waren, fing so mit 16 Jahren bei mir massive Angstattacken an. Ich musste mit dieser Angst irgendwie überleben, keiner konnte mir helfen. Psychotherapeutische Hilfe war zu dieser Zeit noch nicht so aktuell und wurde auch von den Krankenkassen kaum genehmigt. Also entdeckte ich, dass mir Tabletten – Transquilizer und Schlaftabletten, eine Möglichkeit gaben, mit dieser Angst so einigermaßen den Alltag rumzukriegen.
Irgendwann viel ich dann bei dem Doc auf, wo ich immer meine Rezepte holte, mit vielen Tricks. Also Entzug mit starkem Delier und vielen Tieren, die über mein Bett krabbelten. Auch da kriegte ich innerlich so einen Kraftschub und wollte auch nichts mehr zu mir nehmen und wurde auch sehr schnell gesund. Das ging auch Jahrzehnte gut. Die Angst blieb aber. Also fing ich mich selber an zu erforschen und nach den Gründen zu suchen.
Ich glaube, wenn man einmal diesen Weg gegangen ist, bleibt man immer auf dem Weg. Nur die Art, wie man es macht, wandelt sich. Früher habe ich sehr viel gegrübelt, was nichts brachte. Heute habe ich mehr die Haltung, mir das Anzuschauen und Anzunehmen, was nicht in Ordnung ist. Natürlich denke ich auch über die Ursachen nach.
Heute ist die Angst, nach vielen Therapien und Reha-Aufenthalten, weg. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie sie verschwunden ist. Ob durch die Therapien, ob durch mein Arbeiten daran. Wahrscheinlich alles zusammen. Was geblieben ist – mit dem ich nicht zufrieden bin – ist mein innerer Druck und mein Gehetztsein, eine ständige Anspannung. Mit dem Willen kann ich nicht dagegen steuern. Mit dem Willen kann ich mir auch nicht die Ursachen bewusst machen. Aber dieses negative Gefühl war u. a. auch ein Grund für mich zu trinken. Mir etwas Entspannung zu holen und diese Gefühle wegzumachen.
Gleichzeitig wusste ich, dass ich so nicht an diesen Gefühlen arbeiten kann. Der Alkohol stagniert alles und ich trete nur auf der gleichen Stelle und drehe mich im Kreis. Das konnte es auch nicht sein. Jetzt bin ich wieder nüchtern. Die negativen Gefühle sind auch wieder da. Aber ich sehe es jetzt auch als Chance, daran zu arbeiten. Wie, weiß ich selber noch nicht so richtig. Vll. sollte ich auch mal etwas Vertrauen haben, dass es Kräfte in einem gibt, die einen auf den richtigen Weg lenken, So wie damals bei meiner Tablettensucht und bei meiner Alkoholsucht, da gab es auch irgendwas in mir, was mir die Kraft gab, aufhören zu können.
Fragt deine Familie danach, ob du Probleme hast?
Verschwendet sie überhaupt irgendeinen Gedanken daran, den Jungen können wir nicht damit belasten?
mir ging es auch so, während der nassen Zeit war mein Alltag von Lebensunlust und Langeweile geprägt. Alkohol macht die Lebensqualität kaputt. Ohne fühlt sich das Leben frisch und ursprünglich an, einfach anders.
Und was ist es anderes als eine Trinkpause, wenn man nach kurzer Zeit wieder weitersäuft?
ich denke, dass so einige mich vom posten hier kennen werden.
Bis jetzt habe ich immer nur auf andere Threads geschrieben, aber eigentlich nicht über mich. Wobei auch das Antworten und drüber Nachdenken bei anderen mich selbst zum reflektieren über mich veranlasst.
Ich bin jetzt rund 18 Monate trocken. Eine lange Zeit werden die denken, die noch am Anfang stehen - aber man ist schneller da, als man sich vorstellt, auch wenn man meint, anfangs geht die Zeit nicht rum. Aber ich finde es nicht lang, gemessen an meiner alkoholisierten Zeit.
Dieses Jahr werde ich 60 Jahre alt. Ich möchte mal schreiben, wie sich das so mit dem Alkohol einschleichen kann, war zumindest bei mir so. Ich bin eigentlich sehr spät mit dem Trinken angefangen. Vll. so mit 40 Jahren. Habe auch dann nicht regelmäßig meinen Wein getrunken und so in etwa 1 - 3 Gläser max. Als ich jung war, habe ich gelegentlich getrunken, auf Feiern, wenn es sich ergab. Aber mir hat Alkohol nicht geschmeckt.
Dann so nach und nach hat es sich eingeschlichen abends regelmäßig meinen Wein zu trinken und es wurde auch schon mal eine ganze Flasche. Diese Quantum hielt sich über Jahre hinweg. Es war auch immer der Druck da, du musst am nächsten Tag arbeiten gehen und Auto fahren. Ich habe aber dann schon gemerkt in dieser Zeit, dass mein Konsum und das Verhältnis zu Alkohol nicht mehr so ganz in Ordnung ist. Ein Indiz dafür war dann, dass ich bewusst Trinkpausen einlegte, kurze so von einer Woche. Der Alkohol hat mir dann auch nicht gefehlt und es war ein Beweis für mich, dass ich doch nicht gefährdet war, also trank ich dann beruhigt wieder weiter. Andererseits konnte ich es nicht kontrollieren, es wurde immer wieder die gleiche Menge, die ich dann so abends verputzte.
Ein anderer Beweis für mich war, dass ich auf der Arbeit so gegen Feierabend ganz hektisch wurde und es nicht abwarten konnte nach Hause zu meiner Pulle zu kommen. Das erste Glas Wein, die Welt war für mich in Ordnung und ich saß platt in meinem Sessel und war zu nichts mehr in der Lage. Gottseidank hatte ich eine Putzfrau und der Rest fing so langsam an zu verschmutzen in meiner Wohnung.
2003 wurde ich arbeitslos. Jetzt hatte ich freie Fahrt. Ich musste ja morgens nicht mehr einigermaßen nüchtern zum Autofahren sein und konnte neben meinen Wein auch meine Schlaftabletten konsumieren. Dann schlich sich auch das Trinken so tagsüber ein. Morgens aufstehen, zusehen, dass das Einkaufen erledigte, weil ja mit Auto. Zurück und dann die Erlösung kam so das erste Glas auf den Tisch und ich war wieder platt und konnte grade noch so meine Wohnung in Ordnung bringen, meine Mutter (die ich pflege und mit der ich zusammen wohne) versorgen, Putzfrau war jetzt auch gekündigt.
Diese letzten knapp 4 Jahre der Sauferei waren die Hölle. Das Leben tagsüber war nur noch quälend. Die notwendigen Pflichten zu erledigen waren ein Kraftakt und mir war klar, so geht es nicht weiter, es wird alles nur noch schlimmer. Ich war auf dem Weg den Berg steilab. Im Grunde wiederte mich der Alkohol an, aber ich konnte es nicht sein lassen. Jegliche Lebensfreude oder überhaupt jegliches Gefühl waren weg. Alles drehte sich nur noch um Alkohol und abends meine Dröhnung Schlaftabletten.
Irgendwas hat mich dann wachgerüttelt. Ich wusste, ich wollte nicht mehr. Dann sehr oft den Vorsatz, du hörst mit allem auf. Klappte nicht, denn am nächsten Tag war der Vorsatz weg oder neu da, nach dem Motto, ab morgen und das kann man ja endlos betreiben.
Ich bin kein gläubiger Mensch, aber ich betete innerlich darum, dass ich die Kraft bekomme, aufzuhören und ich bekam sie. Ich wollte erst meine Tabletten absetzen und sorgte dafür, dass keine im Haus waren und kein Arzt erreichbar fürs Rezept, also am WE. Ab Freitags abend keine Pillen mehr. Sonntags ging es mir dann ganz mies und ich trank ersatzweise mehr Wein. Als ich dann montags morgens wach wurde, drehte sich alles und mir war so schwindlig, dass ich aus lauter Panik den restliche Wein in den Gulli entleerte, keinen Alkohol mehr. Schluss mit allem.
Dienstag ging es mir dann saudreckig, der Schwindel ging nicht weg. Die Nächte waren ein Alptraum, schlecht gehen und Panikattacken. Ich ging zu meinem HA, weil ich irgendwie mal gehört habe, das es Medis gibt, die den Entzug erleichtern. Er wollte mich sofort in eine Klinik einweisen, aber ging ja nicht, wer kümmert sich dann um meine Mutter. Ich bekam von ihm distraneurin und trabte fast jeden Tag zu ihm hin (Autofahren war nicht mehr drin) und machte mehr oder weniger einen kalten Entzug. Kann ich keinem Empfehlen, war die Hölle.
Nach 2 Wochen fand mein Doc eine Lösung und überwiese meine Mutter und mich ins Krankenhaus. Mir sind dann erstmal zentnersteine vom Herzen gefallen und ich wusste jetzt wird alles gut. Nach weiteren 2 Wochen wurden wir entlassen und ich ging schon während des Krankenhausaufenthaltes zur SHG, was man mir dort sehr ans Herz gelegt hat. Eine weitere Therapie war nicht drin, halt wegen meiner Mutter. Aber die SHG war für mich sehr wichtig.
Heute kann ich sagen, es geht mir gut und ich bin ein Stück Weg gegangen. Ich habe noch nicht und werde es vll. auch nicht in diesem Leben, den Stein der Weisen finden. Ich ringe oder besser bemühe mich, auch an mein Ziel zu kommen. Es hat nicht mehr so viel mit dem Thema Alkohol zu tun, weil schon etwas Zeit vergangen ist, seit ich trocken bin - wobei ich nicht sagen will, dass er mir gleichgültig ist.
Eins war mir von Anfang an klar. Wenn ich mein Leben so weiterlebe wie in und vor meiner nassen Zeit, werde ich wieder rückfällig, also muss ich was ändern. Ich schaue heute auf mein Leben und versuche es zu reflektieren und mir bewusst zu machen, wo ich schräg denke und dementsprechend handle. Ich versuche es dann zu korrigieren, das heißt, zu erkennen und neue Wege und Einstellungen zu finden.
Ich bin ja schon ein ganzes Stück alt, aber je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass die Arbeit an mir nie aufhört. Ich werde auch noch mit 80 an mir arbeiten. Es ist ein erfüllender und schöner weg, den ich gehe und er macht mich zufrieden und gibt mir das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn ich nicht alles richtig mache. Aber ich lerne ja noch und kann immer wieder neu anfange.
So, ist ein Marathon-Thread geworden. Wenn man aber so mal am schreiben ist, laufen die Gedanken über.
Danke euch, wenn ihr die Mühe auf euch genommen habt, dass zu lesen.
LG Brigitte
Hi Karsten,
du hast absolut recht. Das mit dem Boss war auch mehr mit so einem Augenzwinkern gemeint, teilweise. Andererseits bist du der Forenbetreiber und, das ohne Zweifel, bringst allein dadurch, dass du es ja - ich glaube so ca. 3 Jahre - schon lange hier machst, auch eine Menge Erfahrung rein. Du hast ja hier oft genug gesehen, wer am Ball bleibt und wer wieder abstürzt oder verschwindet und warum.
Und wie du geschrieben hast, letztendlich trägst du die Verantwortung und ich verstehe schon sehr gut, wenn deine Erfahrungen sagen, dass ist nicht gut und du hast erlebt und ja auch bei dir, das schadet, das lässt einen straucheln oder verunsichert, kann ich schon verstehen, in dieser Richtung - wie hier mit den LM - keine Verwirrung zu stiften und nicht zu verunsichern. Ich werde mich auf jeden Fall zurück halten, weil ich es verstehe, was du bezweckst.
Zum einen denke ich, ist es nicht leicht anzunehmen, wenn andere oder ich schreiben, es wird alles besser, wenn man selbst noch nicht die Erfahrung gemacht hat. Man kann sich das dann nicht so richtig vorstellen. Aber du solltest einfach etwas Vertrauen aufbringen. So ging es mir, als ich in meiner Anfangszeit zur realen SHG ging und die gleichen Sachen hörte. Es waren erstmal nur Worte für mich und da es mir nocht schlecht ging, war es auch nicht so leicht vorstellbar. Aber es hatte sich einfach im Laufe der Zeit gezeigt, die Freunde dort hatten recht. Vertraue einfach ein bisschen.
Andererseits muss man ja auch bedenken, dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen trägt und mit seinen eigenen dunklen Gefühlen klar kommen muss. Aber auch da wird sich, wenn du nüchtern bist, etwas bewegen und verändern. Sie werden natürlich auch nicht von heute auf morgen verschwinden - aber das weißt du ja selber -, aber sie werden sich irgendwie verändern oder besser, du wirst dich verändern und anders mit diesen Gefühlen umgehen. Bei mir sehe ich noch lange nicht, was Lebensgefühl und -qualität anbelangt, den Idealzustand, wobei ich gar nicht weiß, ob dieser erreichbar ist. Aber ich mache und bin auf dem Weg dahin. Vll. hat jeder Mensch ein Thema in sich, was ihn immer wieder rüttelt und an dem er arbeiten muss.
O.k. ich bin ganz lieb, zumindest gebe ich mir Mühe es zu sein.
Ich respektiere Karstens Regeln, denn die sind ja auch richtig und werde mich danach richten, denn schließlich *leichtschmunzeln* ist Karsten ja der Boss hier.
Ich denke, ich habe eine Menge in der Zeit, in der ich trocken bin, begriffen. Dies sollte man keinem unterstellen.
Es sollte auch keine Empfehlung sein, jetzt Lebensmittel mit Alkohol zu sich zu nehmen. Es war nur ein Hinsweis, wie ich persönlich damit umgehe. Ich habe meine Grenzen, was ich darf und was nicht und lebe damit sehr gut trocken. Ich gebe - speziell dir, Karsten - schon recht, das grade in der Anfangszeit es wichtig ist, die Sensibilität in Bezug auf Alkohol hoch zu halten. Ich war schon selber beim Schreiben sehr verunsichert, aber habe es dann doch bewusst hier reingeschrieben, weil ich dachte, es gibt verschiedene Weisen mit dem Thema Alkohol in LM umzugehen. Nebenbei bemerkt, ich würde nie eine Mon Cherry essen. Ich differenziere und Unterscheide es für mich.
Allerdings dachte ich schon, ich könnte mich darüber äußeren, so nach dem Motto: Meinungsfreiheit und es gibt mehrere Wege, die nach Rom führen. Es gibt aber auch Gesetze, die für mich wichtig sind: nämlich an mir arbeiten, das erste Glas stehen lassen und das nicht gezwungenermaßen sondern dahin zu kommen, dass ich es gerne stehen lasse aus 1000 Gründen.
Wenn du trocken werden willst, den Wunsch lese ich bei dir raus, müssten die erforderlichen Schritte für dich die erste Priorietät haben. Du tust es für dich, also ab zum Arzt, ob mit Nachbars Auto oder ohne. Gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel, um dahin zu kommen.
Es sollte dir ganz wichtig sein, alles für deine Trockenheit zu tun und er fordert einige, unausweichliche Schritte, wobei der erste wirklich der ist, zum Doc zu gehen. Weitere Schritte, die du in Angriff nehmen solltest, werden Folgen. Also, einen Schritt nach dem anderen und nicht abhängig machen, von anderen Möglichkeiten. Was ist dir am wichtigsten?
Muckibude ist gut, Birgit. Alles was den Körper mal so auspowert. Früher bin ich joggen gegangen und habe danach wunderbar geschlafen.
Das mit dem geregelten Schlafen kommt schon. Mach dich da nicht verrückt, auch wenns einen verrückt macht, wenn man so blöde wach im Bett liegt. Ich hatte auch ganz grässliche Schlafstörungen und habe mich die Nächte durchgequält. Es normalisiert sich alles wieder.
Mit dem Schokoriegel mach dich nicht verrückt. Es kommt ja auf die innere Einstellung an. Du isst die ja nicht, um Alkohol zu dir zu nehmen, sondern weil sie dir schmeckt. Also ess sie. Aber wenn du Angst davor hast, dann ist es o.k., wenn du es sein lässt.
Und wie gesagt, denke nicht so oft an einen Rückfall. Er ist zwar nicht aus meinem Kopf raus und ich bin mir der Gefahr auch bewusst. Ich quäle mich aber nicht damit. Ich habe gestern nichts getrunken. Ich habe viele Monate davor nichts getrunken und ich weiß, ich werde heute nicht trinken. Das sind morgens meine Gedanken und so reiht sich ein Tag an den anderen und mit der Zeit wirst du auch weniger an Alkohol denken. Mit der Zeit schrumpft dieser Dämon über deinen Kopf und wird leichter, obwohl er nie verschwindet. Geht ja bei uns nicht und soll auch nicht. Einfach die Zeit verstreichen lassen, es wird sich noch viel bewegen.
Edit
den Namen des Schokoriegel habe entfernt.
Ich kenne auch sehr gut das Gefühl, so nach der Arbeit oder sonstwas, sich erstmal belohnen. Also hinsetzen und Alkohol rein und dann so pö a pö das Gefühl der Entspannung genießen, das ja sicherlich Anfangs auch ist. Dann war der Alkohol weg. Es gab nichts mehr. Ich hätte auch nicht gewusst mit was ich mich belohnen kann. Also gab es nichts. Und wenn ich an das, was ich erstmal als schönes Gefühl erlebt habe, vermisste, habe ich mir immer wieder vor Augen gehalten, wie es mir ging mit der Sauferei und das war alles andere als schön, da möchte ich nicht mehr hin.
Mit der Zeit verlernt man, das Gehirn verlernt, das jetzt die Belohnung Alk erfolgen soll. Mit der Zeit vergisst man es und hat kein Bedürfnis danach. Es wird einfach immer schwächer. Es braucht seine Zeit und geht nicht von heute auf morgen.
In diesen Situationen setze ich mich heute hin (hab ich irgendwo schonmal geschrieben) und trink mir ein Glas Apfelschorle und genieße es. Vll. ist das meine Belohnung. Du musst jetzt da einfach durch. Anfangs geistert einem der Alk noch viel im Kopf rum, ist aber normal. Das ganze muss jetzt erstmal sacken und unwichtiger werden. ist ein Lernprozess der eben seine Zeit braucht.
Ich kann dir nur eines sagen, aus meiner Erfahrung und gehört von vielen anderen, es wird leichter, besser und schöner mit der Zeit.
Das sind die zwei wichtigen Punkte. Die nasse Vergangenheit: die hinter dir lassen willst und die trockene Zukunft: die du erreichen willst. Immer beides im Kopf haben. Sind wie zwei Standbeine für mich.
Ich bin mir nicht sicher, ob ein Rückfall sein muss. Ich kenne Leute, die schon Jahre trocken sind und keinen Rückfall gebaut haben und natürlich kenne ich auch genug, die immer wieder Rückfälle hatte. Manche haben es trotzdem geschafft und andere schaffen es nicht.
Das ist wohl bei jedem verschieden.
Ich habe eine schweineangst vor einem Rückfall und tue alles dafür, dass es mir nicht passiert. Ich habe nämlich Angst, dass ich dann nicht mehr die Kurve kriege. Es war schon so schwer genug, aufzuhören zu können.
Ich möchte nicht mehr dahin wo ich nass noch war. So ist das Leben viel viel schöner. Daran denke ich immer.
Ging mir auch so während und noch einige Wochen nach dem Entzug. Mir war sauelend. Aber das ist kein Maßstab. Zu meiner Alkoholsucht kam noch eine starke Tablettensucht hinzu. Es hat schon einige Wochen gedauert, bis sich alles wieder normalisiert hat. Allerdings soll Tablettenentzug noch schwieriger sein und länger dauern. Deshalb kein Maßstab für dich.
Aber die Zeit geht rum, unweigerlich und es wird dir körperlich besser gehen, vor allem auch gefühlsmäßig. Es kommt, sei geduldig.
Ich konnte nach meiner Entgiftung keine Therapie machen, da ich zuhause sein muss, weil ich meine Mutter versorge.
Ich bin allerdings sofort in eine reale SHG gegangen, hatte aber hier noch nicht das Forum. Für mich war und ist die reale SHG auch sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob ich ohne hätte trocken bleiben können.
Wenn es einem noch nicht gut geht und man sich noch durchquälen muss, kann der Tag schon ganz schön lang werden. Er hat dann 100 h.
Hi HansDampf,
habe gestern deine Geschichte gelesen. Du hast nichts verkehr gemacht. Manche stellen sich in diesem Unterforum mit ihrer Geschichte vor.
Schreib mal so deine Erfahrungen wie du dich tagsüber fühlst und was für Gedanken dir durch den Kopf gehen. Wichtig, denke ich, sind die Momente, wo du dich schwach und gefährdet fühlst und vor allem, welche Gedanken du da grade hast, da können dann viele hier dir begleitend zur Seite stehen.
Auch das Gefühl des Schämens lässt mit der Zeit nach. Anfangs habe ich mich auch geschämt, aber jetzt, wo ich schon etliche Monate trocken bin ist das vergangen.
Die Leute sehen mich jetzt so, wie ich bin. Nicht mehr mit trüben Augen, nicht mehr mit fahrigen Händen und Bewegungen, eben einfach alkoholisiert und ungesund und auch nicht mehr gescheut reden können. Heute strahle ich etwas ganz anderes aus und man begegnet mir wieder normal.
Und glaub mir, du wirst dich wundern, wer alles darüber Bescheid weiß und genauso sehen die Leute, dass du was dagegen tust und werden es gut finden. Waren zumindest meine Erfahrungen.
Das öffnen ist gar nicht so schwer. Ich gehe auch in reale SHGs. Auch dort ziehen wir alle am gleichen Strang. Und dass du Angst hast, es nicht zu schaffen, ist besonders Anfangs schon stark, wird aber mit jedem Tag und mit der Zeit schwächer. Alles braucht einfach Zeit und Geduld.
Nüchtern hast du die Chance, die Beziehung bzw. die Beendigung mit deiner damaligen Freundin zu reden. Alkoholisiert wirst du dem immer nur nachjammern und nichts bewegt sich. Wie gesagt erst nüchtern kann man Probleme verarbeiten. Wenn du nass bist, wirst du immer auf der Stelle strampeln - nichts bewegt sich.