Beiträge von Brigitte

    Das frage ich mich auch, was Freund geschrieben hat.
    Kannst du das Licht am Ende des Tunnels sehen?
    Wie geht es in deiner Firma, hast du da mal einen Teil der Scherben aus der Saufzeit wegräumen können.

    Hört sich für mich gut an, was du letztens geschrieben hast.

    Das ist ja immer der springende Punkt. Nicht mehr trinken, ist eine Sache. Aber um wirklich seelisch trocken zu werden und überhaupt trocken zu bleiben muss man was verändern. Ich spreche jetzt von mir, aber ich denke auch für viele andere. Wenn ich trocken bleiben will, muss ich was verändern. Ich kann nicht mehr in den gleichen Gleisen fahren, da ist der Rückfall dann nicht weit.

    Ich denke auch viel darüber nach, was nicht gut ist in meinem Leben, oder besser gesagt, was ich verbessern kann. Ich arbeite daran. Du hast es ja auch erkannt und bist auf einen guten Weg.

    Aus deinem Posting, Martin, lese ich heraus, dass dir schon bewusst ist, dass etwas mit der Trinkerei nicht in Ordnung ist. Mir ist aber beim Lesen nicht so ganz klar geworden, ob du mit dem Trinken aufhören möchtest.
    Da musst du mal richtig in dich gehen und dich fragen, was du willst.

    Willst du wirklich und ganz tief innerlich mit dem Alkohol Schluss machen?

    Man stellt es sich immer sehr unangenehm vor, wenn andere (Familie) was mitkriegen. Erst einmal, du wirst dich wundern, wieviele Leute was mittlerweile gemerkt haben. War zumindest bei mir so, obwohl ich mir ja so viel Mühe gegeben haben.
    Andererseits ist es gar nicht schlimme, wenn andere was wissen und sehen, du unternimmst was. Ganz im Gegenteil es wird positiv angesehen. Vll. ist die erste Reaktion nicht so dolle, aber scheiß drauf. In dem Fall bist du am wichtigsten und tu was für dich.

    Ich kann mich nur den anderen hier anschließen.
    Also mit dem Doc. drüber reden und die weiteren Schritte befolgen.

    Und glaub mir, ohne Alk ist das Leben einfach wieder schön und wird immer besser. Ist keine leere Versprechung ist 18 Monate trockene Erfahrung.

    LG Brigitte

    Ich habe jetzt erst deinen Thread gelesen. Dein Enzug war ja schon heftig und wirklich ganz toll für dich, wie du dich da durchgekämpft hast. Ich habe richtig mitgezittert.

    Hat mich selber an meinen Entzug erinnert, wobei ich keine so schlimmen Probleme zusätzlich noch mit bearbeiten musste. Ich konnte mich mehr auf mich konzentrieren. Aber mit deinem Ex und deinem Sohn stelle ich mir das ganz dolle belastend vor. Einfach super. Auch wenn dein Ex jetzt gestorben ist und du viel mit deinem Sohn bearbeiten wirst. Wird es bestimmt für dich leichter werden. Es wird ruhiger werden. Und die Trauerarbeit wirst du auch für dich erledigen und auch dein Sohn wird bestimmt mit der Zeit wieder mehr zu sich finden.

    Du hast öfter von Schuldgefühlen deinem Ex gegenüber erzählt. Finde ich auch wichtig für dich daran zu arbeiten. Es stellt sich mir auch die Frage, wieso du schuldig bist, dass er Krebs bekommen hat. Oder habe ich jetzt was falsch verstanden?

    Das mit deiner Tochter finde ich auch schlimm, da werdet ihr eine Menge ver- und aufarbeiten wohl.

    Was ich von dir lese, hört sich auch für mich gut an. Ich spüre, dass du auf einem guten Weg bist, obwohl die Probleme auch nicht grade ein Pappenstil sind. Aber nüchtern begegnet man seinen Problemen anders, kann überlegen und handeln.

    Weiter so.
    Drücke dir die Daumen, dass das Urteil für die einigermaßen Milde ausfallen wird. Ich denke auch, dass du deine Schuld eingestanden hast, zeigt doch, dass du Einsicht gewonnen hast. Und wer Einsicht und Bewusstsein für seine Fehler hat, wird vermeiden, sie zu wiederholen. gut so.

    Wie schon vor gesagt, hat alkoholfreies Bier trotzdem Alkohol, wenn auch sehr wenig.

    Ich würde als Ersatz kein alkoholfreies Bier trinken. Denn was will ich, den Kick natürlich, der kommt natürlich nicht durch alkoholfreies Bier. Also bist du enttäuscht und greifst doch wieder zur Pulle.
    Lieber bewusst eine Cola oder was anderes trinken. Dann weißt du, da ist nichts drin.

    Hast du denn ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern, dass du mal in Ruhe mit ihnen drüber reden kannst?
    Sonst versuche es doch neutral, bei deinem Hausarzt. Oder rufe mal in einer Beratungsstelle für Suchtkranke an.
    Wie kommt man daran? Ich überlege auch grade. Es gibt einige Stellen. Direkt unter Suchtberatung im Telefonbuch. Die Caritas macht auch sowas. Bist du konfessionell, dann kannst du auch bei der Kirche anrufen.

    Deinen Alkoholkonsum finde ich schon sehr bedenklich und die Gefahr besteht und meistens ist es auch so, dass es schlimmer wird. Es wird dein Leben zerstören. Du wirst Schwierigkeiten schulische oder berufliche Abschlüsse zu machen, wenn überhaupt.

    Pass auf dich auf.

    Ich möchte mal behaupten, dass in deinem Unterbewusstsein nicht der Rückfall einprogrammiert ist, sondern dass du Angst vor einem Rückfall hast. Ich habe auch Angst vor einem Rückfall, aber das heißt nicht, dass ich einen Rückfall machen muss.

    Ich denke, ich habe einen freien Willen und nichts in meinem Gehirn ist programmiert. Ich kann mich entscheiden, was ich tun will. Einfach gesagt, ich weiß, aber vll. doch schwer durchzuführen.

    Ich glaube, ein Rückfall entwickelt sich. Etwas spielt sich in dir ab und steuert dahin. Ich hoffe für mich, dass ich merke wenns gefährlich ist und dass mich andere, die wahrscheinlich die Warnzeichen besser mitkriegen, dann sagen, pass mal auf jetzt.

    Deine Liebesgeschichte hat mir auch sehr gut gefallen, ging richtig zu Herzen. Ich wünsche dir mit deiner Freundin einen guten Weg.

    Ihr verunsichert mich, Heinrich + Spedi. Ich muss allerdings sagen, dass es nicht immer so ist, jemand trinkt im TV Wein und, das hätte ich auch gerne. Aber es kommt halt vor.

    Ich weiß nicht wieweit ich mit dem Alk abgeschlossen habe, kann man das überhaupt? Ist für mich schwer festzustellen. Mein fester Entschluss ist es, trocken zu bleiben und das ist und wird auch das wichtigste in meinem Leben bleiben. Ich habe keine Sehnsucht danach, aber ich bin sehr wachsam und hoffe es zu bleiben, deshalb bin ich auch hier.

    Habt ihr denn den Alk ganz aus eurem Denken verbannt. Das geht wohl nicht bei mir so schnell. 18 Monate finde ich gegenüber jahrelanger Sauferei noch eine sehr kurze Zeit.

    Trotz allem ist es gut, wenn auch ihr wachsam seid und mich drauf aufmerksam macht, he du, da pass mal auf, das ist uns aufgefallen. Und so kann ich da auch mal aufmerksamer hingucken.

    und zum Thema Schokoloda, ist wirklich ein Ersatz. Habe die erste Zeit auch unheimlich viel Schokolade gefuttert und habe es auch von anderen gehört. Das reguliert sich aber auch mit der Zeit.

    Und lieber ein paar Kilos mehr, dafür an der Trockenheit arbeiten. Später kannst du ja was für deine Kilos tun. Ist jetzt einfach nicht so wichtig und genieße jetzt die Schokolade.

    @Spedi
    wie meinst du das mit dem Verzicht? Denkst du überhaupt nicht mehr an Alkohol?
    Find ich schwierig, da er jahrelang mein Begleiter war und ich kann ihn jetzt nicht so schnell abschütteln. Aber ich spüre, dass mir der Alkohol immer weniger in die Gedanken kommt. War eine Phase, wo er näher dran war und wenn ich dann denke, ich hätte ihn gerne, aber ich möchte nicht, dann ist es wahrscheinlich, wie du sagst, verzicht.
    Diese Phase ist jetzt, gsd, wieder sehr verblasst.

    Das Bild mit dem Kumpel, der an der Ecke lauert, finde ich auch gut. Werde ich mir auch einverleiben. Der wartet nämlich unser ganzes Leben lang dort und wird auch nicht müde.

    Wenn du selber keine Depressionen hast, kannst du natürlich auch nicht wissen, wie es ist.
    Aber du kennst doch bestimmt das Gefühl der rosaroten Wolken, wenn man frisch verliebt ist. Alles ist wunderschön und strahlend und du schwebst. Bei einer Depression wird sogar die Sonne grau und blass. Alles sieht düster und grau und aussichtslos aus.

    Bei einer richtigen schweren Depression kannst du nicht helfen. Du kannst diese Stimmung und das Befinden nicht wegreden. Geht einfach nicht. Ich denke, dass man da doch zu einem Arzt gehen sollte. Vll. erstmal zum Hausarzt und mit ihm reden und dann vll. eine Überweisung zum Facharzt.

    Auch das ist für einen Depressiven schon schwierig zu machen, da die Energie fehlt. Derjenige nur seine Ruhe haben will und irgendwie seine Stimmung aushalten will. In dem Fall würde ich tatsächlich Druck ausüben, zumindest so als ersten Schritt. Der Depressive sieht diese Aktion nämlich nicht ein, da er hoffnungslos ist und wahrscheinlich denkt, nichts und niemand auf der Welt kann mir helfen.

    Ich habe mal gehört: NEIN ist ein ganzer Satz. Wenn ich irgendwo sage, ich trinke keinen Alkohol, dann Punkt. Habe keine Lust, irgendeine herbeigezogen Begründung zu geben.

    Wenn ich beispielsweise nicht mehr rauche, fragt mich dann auch keiner mehr, warum rauchst du nicht mehr. Ich rauche einfach nicht mehr und dann Ende. Frage mich auch immer, warum die Leute dann so quengeln, wenn mein kein Alkohol mehr trinkt. Nervt mich auch.

    Schön dass du jetzt keine Angst mehr vorm ZA hast. Da sieht man mal wieder, wie man die Realität durch den Alkohol verzerrt.

    Nochmal hier zu dem Thema, Konfrontation durch Gesellschaft mit Alkohol. Ich bin auch "erst" 18 Monate trocken. Ich vermeide möglichst alle Situationen, wo Alkohol getrunken wird. Ist allerdings auch nicht immer möglich. Wenn nicht, mache ich mir vorher klar, dass dort getrunken wird und wie ich mit meinem Glas Wasser da sitze und es auch nicht anders haben will. Ich spiele also die Situation vorher im Kopf durch und wie ich mich dann verhalten will.

    Ich denke, wenn man länger trocken ist, dass man dann gefestigter ist und es einen nicht mehr so stört, sich in Gesellschaft mit Alkohol aufzuhalten, aber das muss die Zeit und mein Gefühl mir dann zeigen. Jetzt möchte ich auf jeden Fall möglichst wenig damit zu tun haben. ist einfach besser für mich.

    Mir fällt es etwas schwer, dein Problem nachzuvollziehen.

    Also Struktur in der Routine hast du. Wenn etwas unerwartetes auf dich zukommt, bringt es dich Durcheinander. Struktur mit deiner Freizeit macht dir auch Probleme.
    Habe ich das richtig verstanden.

    In diesem Fall würde ich meine Freizeit auch Strukturieren. Ich würde mir immer eine gewisse Zeit als Reserve für den Tag reservieren, für die unerwarteten Dinge.
    Dann würde ich mir die Freizeit strukturieren, indem ich mir überlege, was ich dann mache.

    Und das Problem, es allen Recht zu machen, kenne ich auch, zumindest war es früher bei mir auch so. Irgendwann wurde es mir auch bewusst. Dann war ich achtsam und habe aufgepasst, wo es mir wieder passierte. Und bevor ich wieder in den alten Verhaltensmuster reagierte, habe ich versucht eine lücke zu finden, wo ich überlegen konnte, will ich das jetzt wirklich für den anderen was machen, dazu sein oder gibt es etwas, was für mich vorrang hat.

    Ich denke, dass ist ein Lernprozess. Geht nicht von heute auf morgen, aber Stückchen für Stückchen.

    Geduld, die brauchst du jetzt.
    Du kannst nicht erwarten, wenn du so kurze Zeit trocken bist, dass es dir so geht, wie bei dem langen Alkoholkonsum.

    Dein Körper (das wird er wohl schon geschafft haben) und vor allem deine Psyche müssen sich umstellen und das geht nicht von heute auf morgen.

    Ich weiß nur, dass ich nüchtern besser denken kann, reden und kreativ sein. Das braucht aber seine Zeit und nach dieser Zeit habe ich festgestellt, dass es nüchtern viel mehr Qualität hat als mit Alkohol.

    Ich weiß ja nicht, ob du am Anfang deiner Trockenheit stehst. Bei mir war der Anfang auch nicht leicht. Erstmal war da ein Loch, was ich mit Alk nicht füllen konnte. Dann überfluteten mich die Gefühle, die ich alle mit Hilfe des Alkohols über Jahre verdrängt habe.

    Aber die Wellen beruhigen sich und mit der Zeit wird es besser, ruhiger und zufriedener.

    @Annika + Karsten

    Ich musste da mal schwer drüber nachdenken, was ihr betreffend AA geschrieben habt. Ihr habt ja Recht. AA war bis zu diesem Forum, welches ich sehr gut und ernsthaft finde, meine einzigste SHG und somit habe ich es natürlich verinnerlicht, was da gesagt wurde. Ist wohl sowas wie leichte Gehirnwäsche. Deshalb passiert es mir hier im Forum auch immer wieder, dass ich das Gedankengut einfließen lass, weil es Teil meiner Trockenheit ist. Ich werde davon Abstand nehmen, denn AA ist nicht der einzigste Weg und mir hilft auch dieser Weg hier. Viele Postings regen mich nämlich zum Nachdenken und mich selber zu Überprüfen an.
    Ich werde achtsamer sein.

    @ Od

    Das mit der Angst kenne ich auch. Als ich so 16 Jahre alt war, hatte ich heftige Angstattacken und habe dann rausgefunden, dass mir Beruhigungsmittel, speziell Transquillizer, wunderbar gegen die Angst helfen. So wunderbar, bis ich schwer süchtig war.

    Heute, nach zig Jahren, hat sich meine Angst fast ganz abgeschwächt (nach etlichen Therapien, vll. auch die Zeit, ich weiß nicht). Trotzdem habe ich vor einigen Jahren das Saufen angefangen. Ich weiß, dass meine Gefühle nicht so ganz sind, wie sie sein sollten, dafür war dann der Alkohol da. Heute will ich das nicht mehr. Ich versuche, meine Gefühle anzuschauen, auch die negativen, vor allem auch auszuhalten. Es ist schwer, aber es geht in kleinen Schritten.
    So eine Psychotherapie kann eine gute Sache sein.

    Ich bin nicht 12 Wochen oder länger ausgefallen. Ich habe auf Drängen meines Arztes den Entzug im Krankenhaus gemacht, vorher 14 Tage zu Hause. Das war die Hölle. Ich wusste damals nicht, dass es lebensgefährlich werden kann. Außerdem wohin mit meiner Mutter, die ja auf mich angewiesen ist und die nicht alleine kann. Wir (Arzt + ich) haben dann trotzdem eine Lösung gefunden. Nach dem Entzug habe ich keine Therapie gemacht, denn dann kam wieder das Problem, wohin mit meiner Mutter. Im Krankenhaus legte man mir ganz dringend ans Herz, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen.

    Eine Freundin von mir, die in einer Reha für Suchtkranke arbeitet, sagte auch, dass das ganz wichtig ist und das es ohne SHG schwierig ist, trocken zu bleiben. Ich bin jetzt 1 1/2 Jahre trocken und gehe 2 x die Woche zu den AA's und bin davon überzeugt, mit Hilfe dieser Gruppe trocken zu bleiben.
    Mir bleibt dadurch immer bewusst, dass ich Alkoholikerin bin und es nicht vergesse, denn die Krankheit ist tückisch und schleicht sich oft durch ein Hintertürchen ein.

    Apropo Angst dahin zu gehen. Glaub mir, ich hatte beim ersten mal Schweißausbrüche und mir war total schlecht und flau. halben Tag vor dem Termin ging es mir so. Aber als ich da war, ist das ganz schnell verflogen. Die Leute dort sind sehr tolerant, nett und locker. Übrigens haben es die anderen AA-Freunde auch erzählt, denen ging es beim ersten mal auch so. Da wärst du nicht die einzigste.

    Was du jetzt machen könntest als nächsten Schritt ist, zum einen mit deinem Doc darüber sprechen und ich würde bei einer Suchtberatungsstelle anrufen.
    Es gibt außer den AA's noch andere SHG's. Sie sind unterschiedlich strukturiert. Da müsstest du gucken, wo du dich am besten aufgehoben fühlst.

    Mach den nächsten Schritt und dein Leben kann nur besser werden.