Beiträge von Sleepless72

    Hallo Heike,

    herzlich willkommen auch von mir.

    Ich kann gut nachempfinden, welche Angst und Sorge du hast, dass der böse Dämon deine Mutter an deinem grossen Tag befällt.

    Bei mir war das auch schon oft - also nicht wegen Hochzeit - aber auch wegen anderer Familienfeste, z.B die Taufe meiner Söhne. Mir half es unwahrscheinlich die Gäste vorzubereiten. Nicht alle wissen/wussten ja davon. Ich habe sie informiert. Ich habe sie deshalb informiert, damit sie wissen was Sache ist. Jeder hat ganz normal darauf reagiert, schockiert, weil es ihnen leid tat, aber nicht schockiert im Sinne von "boah wie asozial oder so"!!! Und ich wurde dann an dem Tage selbst positiv überrascht. Sie trank nämlich nix, ausser einem Schluck Wein beim Abendmahl in der Kirche. Aber bei der Feier nix! Meine Sorge war somit unbegründet. Aber mir half es trotzdem, mir die Ängste schon vor der Feier bei den Gästen von der Seele zu reden, damit es halt keine Peinlichkeiten für mich gibt oder irgendwer dann an dem Tag fragt, was mit meiner Mutter los sei, wenn sie da aus der Reihe tanzt. Ich weiss nicht, wieviele Gäste du geladen hast und ich weiss auch nicht, ob du dich deinen Gästen gegenüber geöffnet hast oder es kannst, aber mir hat es jedenfalls geholfen.

    Wann ist denn dein/euer rosser Tag???

    LG Tanja

    Ich hatte das schlechte Gewissen auch immer. Ich hab es ja heute auch noch ab und an, aber ich weiss wie ich es dann einfach beiseite räume. Denn wir brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, nur weil wir nein sagen! Das Nein-Sagen gehört für mich als oberste Regel dazu, mich abzukapseln von dem ganzen Co-Abhängigkeits-Wahn! Dass du keine Erwartungen mehr haben willsst und dich nimmer aufregen willst, versteh ich, aber ich denke, solange du nicht nein sagen kannst, wirst du Erwartungen haben und dich auch natürlich aufregen. Denn mit welchem Gefühl gehst du ihr denn Alkohol kaufen??? Die Gedanken, die du dabei hast, die Gefühle, die du dabei empfindest, die wühlen dich doch schon so auf, dass du schreien könntest oder nicht??

    Urlaub nächstes Jahr?? Mit beiden?? Dir persönlich empfehle ich, den nicht anzutreten. Ich war ja so mutig und wollte mit meinen Eltern zusammen ein Haus mieten. Meine Mutter hat mir Honig um den Mund geschmiert, dass sie ja dann eine Aufgabe hat und nix mehr trinkt usw. blablabla!!! Als wir dann ein schönes Häuslein gefunden hatten, das allen Ansprüchen gerecht wurde, kam sie betrunken von ihrem Ehrenamtsjob zurück. Da hatte sich das Thema für mich erledigt. Und seitdem bin ich noch einen grossen Schritt weiter von ihr weg. Urlaub soll Erholung sein. Den macht man normalerweise nur einmal im Jahr. Wie willst du dich da erholen? Sie wird dann sicher - wie meine auch - schon morgens beim Frühstück ankündigen, dass sie abends beim Abendessen ein Glas Wein trinkt. Wobei meine schon beim Mittagessen zwei, drei..... Gläser trinken würde!!!

    Nee, nee von solchen gemeinsamen Unternehmungen nehme ich dankend Abstand.

    Ich hoffe für dich, dass du da aus dem Teufelskreislauf austreten kannst. Ich gebe dir gern ein bisschen was von meinem Mut, den ich momentan in mir habe und von meiner Kraft, die mich momentan so weit vorantreibt etwas ab. :)

    LG Tanja

    Na ja, ob ich das wirklich schaffe, weiss ich selbst gar nicht so genau. Aber ich tue mein bestes.

    Also Alkohol bekommt meine Mutter von mir nicht. Niemals nicht! Wenn sie sich welchen klauen geht, dann soll sie. Damit muss sie klar kommen. Solange du ihr den Alkohol hinstellst, solange wirst du in dem Teufelskreislauf drin stecken bleiben. Meine Mutter würde sogar mit zum Kinderarzt fahren, aber diese Peinlichkeit erspare ICH mir. Sie redet dann nur Blödsinn. Labert die Leute an, erzählt den Kindern irgendeinen Schwachsinn oder gibt dem grossen (16 Monate) irgendeinen Müll zum spielen, wie letztens eine Tablettendose. Unmöglich ist das. Oder aber sie sagt zu und vergisst es dann und ich steh dann doch alleine da. Also frag ich gar nimmer erst. Deine Mutter ist ähnlich wie meine, sehr ich-bezogen. Ich weiss nicht, ob das auch vom Trinken kommt, aber es ist mir halt nicht fremd. Wenn ich krank bin, ist sie kranker. Wenn ich viel im Haushalt zu tun hab, hat sie mehr! Sie sagt oft, dass sie mir gern helfen will, aber sie hat ja selbst so viel Arbeit... etc. Letzte Woche, als die Kiddis krank waren, sagte sie, sie würde mir gern helfen, müsste sich aber jetzt die Haare färben. Okay, hab ich gedacht. Mach du deine Haare, ich krieg das hier sowieso alleine hin. Ich brauch keine Hilfe.

    Ich erwarte von ihr nichts mehr, ich verlasse mich nicht mehr auf sie. Das ist der beste Weg, den ICH gehen kann. Es war ein weiter Weg bis ich so hart sein konnte und es gibt auch oft noch Situationen, wo ich weich werde und dann bin ich auch wieder ruckzuck am Boden zerstört. Also lautet mein Plan, weiterhin hart zu bleiben.

    Ich würde dir auch etwas mehr Egoismus für dich raten. Denk an dich. Denk an deine Kinder. Deine Mutter muss ihren Weg alleine gehen, ob mit Flasche oder ohne. Ich weiss, das klingt hart, aber wie soll man es anders sehen?

    LG Tanja

    Ja, das kenne ich! Die bösen bösen Gedanken, die einen immer wieder quälen.

    Ich weiss auch, dass meine Mum keine finanziellen Sorgen hat, zwei gesunde Kinder hat sie, drei Enkel! Das ist alles nicht das Problem. Meine Mutter - ja meine ganze Familie - leidet an Depressionen. Ihr Vater hat sich das Leben genommen, litt auch an Depressionen. Mehr erzählt man mir nicht. Bei uns wird alles tot geschwiegen. Man redet nicht über Probleme. Und genau das ist das Problem. Meine Mutter jammert ja - wie schon geschrieben - immer wieder wegen allem möglichen. Wenn ich sie dann mal wieder gezielt auf die Trinkerei anspreche, dann heisst es immer, dass sie ja Probleme hat. Wenn ich sie dann frage, was die Probleme sind, dann winkt sie ab. Ich hab ihr auch von meiner Therapeutin erzählt, wie gut mir das tut usw. Sie meinte dann irgendwann, vielleicht sollte sie ja auch mal da hin gehen. Sie hat es jedoch nie getan.

    Klar, versauen unsere Mütter sich ihr Leben und das der Angehörigen geradezu mit. Aber es liegt jetzt an uns, UNS UNSER Leben nicht versauen zu lassen. Gerade deshalb sind wir ja hier. Was genau der Grund ist, warum meine Mutter mit dem Trinken anfing, das weiss ich nicht und ich werde es wohl auch niemals wissen. Aber ich kämpfe auch nicht mehr um die Wahrheit. Mir ist wichtig, dass sie weiss, wo sie bei mir dran ist, dass bei mir nix zu schlucken für sie parat steht, dass ich diesen Kreis auch nimmer geschlossen halte, sondern ausbreche und mich öffne. Ich erzähle nimmer nur, dass Mama krank ist, wenn sie betrunken wiedermal irgendwo angerufen hat und gejammert hat und vor allem gelallt hat. Nein, ich erzähle, welche Krankheit sie hat. Und ich sage das ja nicht, um sie schlecht zu machen, sondern einfach deshalb, weil ich nimmer lügen will und weil ich sie da auch nimmer decken will. Früher dachte ich immer, dass die jetzt mim Finger auf mich zeigen, weil meine Mutter ein Alki ist. Heute weiss ich, dass es glaub ich keine Familie gibt, in der es keinen Alkoholiker gibt. Und sollten doch Leute mim Finger auf mich zeigen, dann sollen sie. Mir doch egal. Ich stehe zu mir und das ist das allerwichtigste. :)

    Aber ich denke egal bist du deiner Mutter nicht. Ich bin meiner Mutter auch nicht egal. Wenn sie getrunken hat, kann sie das nur nimmer so ganz koordinieren glaube ich. Im nüchternen Zustand würde sie alles für mich tun, im besoffenen Zustand sicher auch, nur anders.

    Ich sehe mittlerweile alles mit anderen Augen. Natürlich noch nicht zu 100%. Momentan werde ich ja auch noch verschont und kann da sowieso klar denken. Aber ich denke ich bin schon wieder ein grosses Stück weiter auf meinem steinigen Weg. Dank dem Forum hier, dank der ehrlichen Antworten, die man erhält und dank meinen zwei Büchern, die ich jedoch noch um weitere erweitern werde.

    Wieviele Kinder hast du denn Judofloh?

    LG Tanja

    Hallo Judofloh,

    ich schreib dir dann hier in deinem eigenen Thread auch mal noch. :)

    Geschlagen wurden wir GsD nicht, wenn Mum betrunken war. Trotz allem ist die Tragweite der Sucht bei allen Kindern gleich finde ich. Unser Verhalten ist gleich, unsere Gefühle, unsere Ängste. Dass du in eine Therapie gehst, finde ich prima. Ich werde auch bald den Weg dorthin nochmal finden. Was mir schwer zu schaffen macht, ist halt immer noch die Sache mit meinem Vater. Auch wenn ich ihm gar nicht helfen kann, weil ja auch er keine Hilfe will, so fühle ich mich ihm gegenüber verpflichtet. Ich fühle mich ihm gegenüber noch viel mehr verpflichtet als gegenüber meiner Mutter. Ich glaube, ich habe mich schon damit abgefunden, dass ich an meiner Mutter nix mehr ändern kann. Aber mein Vater!!! Wenn ich meine Mutter abweise und nicht will, dass sie hierher kommt, dann habe ich das Gefühl, dass ich auch meinen Vater abweise. Ihm steht die Tür jederzeit offen. Aber sie mag ich hier nicht haben, wenn sie was intus hat. Mir ist aufgefallen, dass ich immer extrem nervös bin, wenn sie hier ist, auch wenn sie nüchtern ist (sofern sie das jemals ist)! Diese Nervosität übertrage ich auf die Kinder. Das ist echt schlimm. Ich bin dann auch von 0 auf 100 binnen Sekunden. Sie braucht nur irgendwas Doofes zu sagen und ich flippe direkt aus. Mein Mann versucht mich dann oft runterzubringen, aber das ist schwer. Denn ich werde zur falschen Zeit und am falschen Ort bemuttert. Und sie gibt mir immer zu verstehen, dass ich nicht gut genug mit den Kindern umgehe. Sie fühlt immer an den Füssen, ob sie auch warm genug angezogen sind und egal wie sich der grosse bewegt, dann hat er Hunger oder Durst und sie will ihn füttern. Boah das nervt so total! Ich weiss nicht, ob andere Omis auch so sind oder ob ich mich einfach nur so schnell provozieren lasse, weil einfach der Draht zwischen uns mehr als gerissen ist.

    Und zu dem, dass deine Mutter nur weiss wo du wohnst, wenn sie was braucht, das kenne ich. Meine hat mich schon oft angerufen und wollte wissen, ob ich ihr Zigaretten kaufen kann. Entweder war ich hochschwanger oder ich hätte mim Maxi-Cosi vom dritten Stock zum Auto flitzen, ins Geschäft, zu ihr und dann den selben Weg nommo zurücklegen müssen. Das hab ich mir mal schön vom Hals gehalten. Das hat sie aber schnell gerafft, denn ich kann mich nicht erinnern, wann sie mich das letzte mal gefragt hat.... Alkohol habe ich und werde ich ihr auch niemals besorgen. Das mussten wir als Kinder aber auch nicht. Jedenfalls erinnere ich mich nicht daran.

    Es ist echt ein weiter und steiniger Weg, der da vor uns liegt. Aber ich denke, wenn wir uns schonmal hier angemeldet haben, werden wir ihn auch gehen. :)

    LG Tanja

    Ja, Judofloh, es ist bei uns ganz genau so. Wenn mein Vater unterwegs ist, dann trinkt sie immer ganz massiv. Und dann gibts nen Knall. Aber er erlaubt ihr ja auch das "Gläschen" zum Essen. Völlig fatal, aber solange er sich nicht komplett konsequent durchsetzt, passiert auch nix anderes mehr!!!

    Und auch ich werde meinen Kindern Liebe und Zuwendung schenken. Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mal gesagt hätte, dass sie mich liebt oder so oder dass wir mal gekuschelt hätten. Ich sag meinen Kleinen das ganz oft, auch wenn sie es noch gar nicht verstehen. Sie sollen in Liebe heranwachsen!

    LG Tanja

    Oh Leute, meine Mutter ist diese Woche mit meinem Vater im SChwarzwald, ein paar Tage Urlaub machen! Ich hab erst einmal von ihr gehört, weil sie wissen wollte, wie es den Kleinen geht, weil sie krank waren. Ansonsten nix, kein Anruf bei dem übers Wetter gejammert wird, kein Anruf bei dem über die wehen Knochen gejammert wird, kein Anruf bei dem ich an ihrer Stimme höre, dass sie was getrunken hat, nix! Hat das gut getan. Morgen jedoch kommen sie wieder heim und der normale Wahnsinn beginnt wieder. Aber ich hab das Glück, dass ich ihre Nummer sehe, wenns mir zu viel wird, geh ich einfach nicht ran. Dann kann sie der Mailbox erzählen, was los ist.

    Ich wünsch euch allen ein schönes sonniges WE.

    Huhu Feelein,

    mir ist das auch nicht unbekannt. Meine Mutter schläft nachts auch selten. Sie nimmt dann Schlaftabletten. Ich glaub es gibt keinen Tag an dem sie mir nicht vorjammert, wie mies das Wetter sei und ihre Knochen weh tun und dass sie wieder mal nicht geschlafen hat. Dafür geht sie aber auch zwischen 17.00 - 18.00 Uhr ins Bett.

    Und ich finde auch, dass du draussen nur gutes erleben wirst. Tu was für dich und geniesse die Luft, das Vögelgezwitscher und und und!!!

    Ich z.B. fahre gern in der Gegend herum. Einfach nur spazieren fahren! Gestern sind mir die Bäume aufgefallen, die langsam anfangen sich zu verfärben! Der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit. Ich suche mir momentan alles was schön ist, alles was mir gut gefällt und das tut unendlich gut!!!

    LG Tanja

    Hallo Rita,

    ich kenne dein Problem nur zu gut. Meine Mutter trinkt auch und will absolut nix davon hören, dass sie ein Problem hat. Sie streitet es ganz massiv ab. Sie wird dann auchimmer direkt laut und verletzend.

    Ich für mich kann dir sagen, dass es mir hilft, hier zu schreiben und vor allem zu lesen. Manchmal lese ich nur ohne selbst was zu schreiben. Und ich habe lese momentan auch zwei Bücher (Ich befreie mich von deiner Sucht und Um die Kindheit betrogen)! Erschreckend. Man könnte meinen die Autoren schreiben über mein Leben!!!

    Helfen kannst du deiner Mutter nur dann, wenn sie dich um Hilfe bittet. Solange sie es abstreitet, ist alles was du für sie tun willst, zwecklos! Hilf du dir selbst, löse dich davon, jemandem helfen zu wollen, der keine Hilfe will. Du investierst kostbare Kraft und Zeit in NICHTS. Investiere diese Kraft, diese Zeit lieber in dich selbst. Besuche beispielsweise eine Selbsthilfegruppe oder eine weitere Therapie, die dir gezielt für dieses Problem Hilfestellung gibt.

    Versuche für dich da zu sein!

    LG Tanja

    Hallo Kiri,

    will deine Mum denn Hilfe haben? Oder lebt sie schon so verstrickt in dem Teufelskreislauf??

    Also ich weiss, wie es ist, wenn man sich von einem schlimmen Menschen trennt. Ich habe auch die Scheidung eingereicht, hatte kaum Geld und wir hatten gemeinsame Schulden, die ich heute nocha lleine abzahle, weil der Herr nicht zahlen wollte! ABER! Bei einer Scheidung wird gerechnet, welches Einkommen man hat, Schulden werden hierbei berücksichtigt. Und wenn man ein gewisses Existenzminimum erreicht hat, dann bekommt man Prozesskostenhilfe. Vielleicht sollte deine Mum einfach mal einen Rechtsanwalt aufsuchen und den Sachverhalt klären. Vorausgesetzt sie will sich wirklich trennen.

    LG Tanja

    Hallo Tanja,

    ich kann es auch nicht nachvollziehen, aber ich war auch noch nie Alkoholiker. Ich habe hier durch Lesen viel erkannt, dass es einfach die Krankheit ist, dass es einfach die Sucht ist, die die Konsequenzen wegwischt, die entstehen, wenn sie wieder trinken. Sie können nix dafür. Und sie sind noch nicht so weit einzusehen, dass sie krank sind. Entweder kommt es irgendwann oder es kommt nicht. Ich habe mir das für mich so klar gemacht.

    Vielleicht hilft dir das Lesen hier ja auch weiter, wenigstens um etwas mehr Einblick zu erhalten und dann besser mit dir klar zu kommen.

    LG Tanja

    Hallo Tanja,

    ja ich habe das fest vor, aber es ist wirklich schwer. Die trinkfreien Phasen, die mich dann immer wieder beschwichtigen, sind das grösste Problem. Ich werde versuchen hart und gerecht mir selbst gegenüber zu bleiben und sie auch dann nicht mehr nahe an mich heran zu lassen UND vor allem KEIN SCHLECHTES GEWISSEN ZU HABEN.

    LG Tanja

    Hallo Rose,

    meine Mum ist auch immer empört, wenn ich ihr sage, dass sie getrunken hat. Ich habe geglaubt, dass wenn ich es ihr immer öfter sage, sie es einsieht und dann auch was dagegen macht. Aber da lag ich vollkommen falsch. Sie muss es selbst erkennen und einsehen und dann selbst den Willen haben, etwas gegen ihre Krankheit zu unternehmen.

    Für mich ist es ein schwieriges Unterfangen micht damit abzufinden, dass ich nichts dagegen tun kann. Deshalb bin ich hier.

    Für dich ist es halt schlimmer, weil du ja noch mit ihr zusammen wohnst und somit ja auch immer damit konfrontiert bist. Das stelle ich mir echt hardcore vor. Ich kann den nötigen Abstand herbeiführen, wenn mir danach ist.

    Ich wünsch dir viel Mut und Kraft um das weiterhin durchzustehen und nicht zu vergessen, dass du für dich lebst.

    LG Tanja

    Hallo zusammen,

    Skye hatte mir den Tipp gegeben mich abzugrenzen, ohne den KOntakt abzubrechen. Ich bin gerade dabei herauszufinden, wie ich das anstellen soll. Sie schrieb von NEIN sagen.

    Gestern abend rief Mum an, sie war wieder wohltätig gestern und es blieben wieder Sachen übrig. Bei allem sagte ich NEIN. Egal was es war. Auch wenn ich es gern gehabt hätte, habe ich NEIN gesagt. Ich weiss, dass geht vielleicht ind ie falsche Richtung, aber ich hatte das Gefühl total unabhängig Entscheidungen für mich zu treffen, ganz egal was passiert. Das hat gut getan.

    Vielleicht fällt es mir in Zukunft leichter.

    Mir fällt da aber gerade jetzt noch etwas ein. Als mein Sohn im Juni geboren wurde, musste er in die Intensivstation verlegt werden. Ich blieb solange im Krankenhaus, wie er auch drin sein musste. Versteht sich glaub ich von selbst. Na ja, jedenfalls hatte meine Mum da das unbändige Bedürfnis für mich da sein zu wollen. Sie erzählte mir ständig, dass sie zu mir nach Hause kommt, wenn wir heim dürfen, und dann putzt und wäscht und kocht usw. Ich habe alles von mir gehalten, ich will weder, dass sie für mich kocht, noch wäscht, noch sonstwas. Erstens würde sie es eh nicht so machen, dass ich mich dann gut fühle, zweitens würde ich nur Vorwürfe hören, dass sie ihre Arbeit jetzt daheim liegen lassen muss usw., drittens konnte ich mich noch "fast" nie auf sie verlassen, dann brauche ich es jetzt auch nicht. Ich wollte mich auf meinen Mann verlassen und auch darauf, dass ich mich schnell vom Kaiserschnitt erhole und wieder selbst Hand anlegen kann. Ihr gefiel das gar nicht, dass ich zu allem NEiN sagte und Widerstand leistete, denn an dem Tag, an dem sie mir das wieder mal morgens am Telefon sagte, rief sie mittags wieder an und war betrunken. Sie wollte wissen, warum wir sie alle so abweisen, wenn sie uns helfen will.

    Zwei Wochen später waren meine Eltern dann ja zum Gespräch da wegen der Sache mit dem Haus. Da habe ich ihr das gesagt. Habe gesagt, warum wir keine Hilfe von ihr wollen.

    Ich hoffe, dass das schon ein richtiger Schritt zur Abrenzung war. Ich werde es herausfinden.

    LG Tanja

    Ja, Feelein, diesen Gedanken hatte ich auch schon. Aber ich finde es auch total eklig. Ich trinke auch gerne "mal" ein Glas Wein oder mal ein Cola-Bier oder so. Aber das sind ganz ganz seltene Momente. In mir sträubt sich diem eiste Zeit alles gegen den Alkohol.

    Nimm es nicht persönlich, wenn sie bei dem Freund so lliebevoll ist und bei dir nicht. Du weisst, es spricht der Dämon aus ihr, nicht sie selbst!!!

    Hallo Anja,

    meine Mum hat sich auch schonmal bei mir entschuldigt. Da hab ich ihr alles an den Kopf geworfen, womit sie mich verletzt hat. Dass sie nicht für mich da war, als ich sie dringend als Mutter gebraucht hätte. Ich bin ihr weinend in die Arme gefallen, weil es so weh tat. Sie sagte, dass ihr das leid tut und nie wieder vorkommen wird. Es dauerte noch keine zwei Tage, da war sie wieder betrunken. Sie sagt, sie trinkt nicht. Sie hätte nur früher getrunken.

    Ich bin fest der Meinung, dass dein Vater es nicht schaffen wird. Ein Alkoholiker, der keiner mehr sein will, der darf gar nix mehr trinken, auch nicht nur einmal pro Woche. Damit will er dich nur beschwichtigen. Aber aufhören wird er sicherlich nicht.

    Na ja, wie du mit ihm umgehen sollst, dazu kann ich dir nicht wirklich eine Antwort geben, weil ich ja selbst noch im unklaren bin, wie ich mit meiner Mutter am besten umgehen soll, ohne dass ich auf der Strecke bleibe. Ich suche selbst noch den Weg in meine eigene Freiheit!

    Mir hilft der Austausch hier und mir half meine Therapie, die ich momentan unterbrochen habe wegen der Elternzeit.

    Tausch dich hier aus und lies dich hier mal ein, du wirst sicher auch hier Hilfe finden. Aber ich empfehle dir auch eine Therapie.

    LG Tanja

    Hallo Wunschdenken,

    meine Mutter wird es sicher auch nie schaffen. Wie sollte es jemand schaffen, der es ja abstreitet. Hoffen tu ich insgeheim immer. Auch ich nehme kein Blatt mehr vor den Mund, ich sage ihr frei was ich denke, wie ich über ihre Sucht denke und dass sie von mir niemals mehr was zu trinken bekommen wird und auch dass ich mich von ihr niemals mehr beschimpfen lasse, schon gar nicht vor sämtlich versammelter Geburtstagsgemeinde oder so. Ich habe ihr gesagt, dass ich dann mal die Karten offenlege und wir mal sehen für wen es letztendlich wirklich peinlich wird. Ob das was bringt, keine Ahnung. Aber irgendwie hoffe ich, dass ich dann noch das letzte aus mir rausrede/-schreie wie auch immer, was mich noch so bewegt und verletzt.

    LG Tanja

    Hallo Skye,

    ich danke dir für deine aufrichtigen Worte. Sie machen vieles klarer in meinem Kopf. Ich habe die letzten Tage viel gelesen, hier im Forum und in meinen Büchern und irgendwie hab ich das Gefühl schlauer zu werden. Schlauer was die Krankheit meiner Mutter betrifft. Durch die vielen Gemeinsamkeiten, die wir als Kinder erleben, wie sich die Eltern gleich verhalten usw. fällt es mir doch jetzt tatsächlich leichter, den Alkolismus als Krankheit anzusehen. Und ich merke, dass es da ganz viele Dinge gibt, die ich an mir ändern muss. Ich versuchte die ganze Zeit sie zu ändern und ich versuchte dann einfach nur auf Konfrontation zu gehen. Habe alles abgewehrt, was sie mir gutes tun wollte. Immer gelang mir das nicht, weil dann wieder das schlechte Gewissen kommt. Und weil es in den Phasen war, in denen sie "so glaube ich" nüchtern war. Es ist wirklich genau so wie du es schreibst. Wenn sie nüchtern ist, dann lasse ich sie an mich heran und wenn sie betrunken ist, dann weise ich sie ab. Ich werde versuchen, mich abzugrenzen, aber ich weiss ehrlich gesagt, noch nicht genau wie ich das machen soll. Wäre sie alleine, wäre das gar kein Problem. Aber da steht noch mein Vater im Hintergrund. Ich werde versuchen einen Weg zu finden und ich werde - sobald meine Gedanken freier sind - meine Therapie fortsetzen. Irgendwie ist es erschreckend, dass du etwas schreibst, was mir passiert, du aber erlebt hast. Diese vielen Gemeinsamkeiten lassen mich immer wieder staunen, aber auch hoffen. Hoffen, dass ich es endlich packe. Nähe ist auch bei uns keine wirkliche da. Äusserlich habe ich mich von ihr losgelöst, innerlich kommt dann wieder das schlechte Gewissen, wenn sie augenscheinlich nüchtern ist und mir was gutes tun will.....! Dann haben meine Eltern mir/uns schon so viel geholfen, finanzieller Art, da kommt dann irgendwo auch der Gedanke, dass ich vielleicht undankbar bin, wenn ich sie so abweise. Auch wenn es Blödsinn ist, die Gedanken sind da. Aber diese Gedanken habe ich eher gegenüber meinem Vater. Ich habe irgendwie das Gefühl ihn im Stich zu lassen. Ich weiss ganz genau, dass ich da gar keine Angst haben brauche, denn er hat seinen Weg gefunden mit ihr klar zu kommen und bei ihr zu bleiben usw. Trotzdem pickt es immer wieder in mir. Gestern war er alleine da - weil Mum wieder wohltätig war - und mich juckte es in den Fingern ihm zu sagen, dass er da konsequenter sein muss. Aber ich blieb ruhig. Er hat ja nicht nach Hilfe gefragt, also brauche ich auch keine aufzudrängen.

    Es geht um MICH, ICH muss für MICH und meine eigene Familie leben. Und ICH werde den Weg da raus finden.

    Ihr tut mir echt gut!!!