Hallo Julia,
wenn ich das lese dann klingelt es bei mir...
Das hat mein Exmann nämlich auch so gemacht. Immer wenn er merkte dass es mir ernst wurde und ich meckerte, Stress machte, dann reduzierte er sein Trinken. Ich habe das hier auch schon oft so bei den Alkoholikern gelesen, dass sie es dann auch so gemacht haben.
Gerade das mit der Dienstreise und dem (angeblichen) Nichttrinken, das kenne ich zur Genüge. Jetzt nicht zusammen mit Dienstreisen, sowas hatte mein Ex nicht. Jede Gelegenheit konnte das sein, zum Beispiel eine Familienzusammenkunft, bei der er nicht trank. Bzw. niemand hat ihn da trinken sehen dann.
Ich kann deine Zweifel sehr gut verstehen! Denn wenn er es wirklich ernst meint dann macht er auch sichtbar was. Arztbesuch, Entgiftung, Selbsthilfe oder/und Therapie.
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Meine Ängste sind zu einem permanenten Stressfaktor geworden.
Das ist nicht gut! Du bist innerlich voller Druck und Angst! Das kostet Energie, so viel, wie du es gar nicht denkst. Ist es das wert?
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Ich möchte an ihn glauben und ihm die Chance geben, es durch zuziehen und ihm beistehen aber ich habe diese ständigen Ängste, dass er versagt.
Das sagt doch sehr viel. Darin liegen alle deine Hoffnungen und Wünsche. Aber wie sieht es bei ihm aus? Ist er überhaupt dazu bereit was zu verändern? Möchte er dabei deinen Beistand? Und du hast Angst, dass er versagt, hui, dieses "versagen" gefällt mir nicht. Das hört sich so nach Prüfung an. Und Alkoholismus ist keine Aufgabe, die zu bestehen ist, es ist eine schlimme Erkrankung. Die zu stoppen ist nicht leicht und meistens muss viel im Leben des Betroffenen umgestellt werden, damit er lebenslang trocken bleiben kann. Das muss aber alles vom Betroffenen selbst ausgehen! Na klar ist es gut, wenn Angehörige da auch unterstützen! Aber grundsätzlich ist das Sache des Betroffenen selbst. Für mich hört sich das eben eher so an als wäre genau in diesem "ich habe Angst dass er versagt" genau das, was in dir selbst liegt. Du hast Angst, dass deine Lebensträume zerplatzen...
Du hast Ängste über Ängste. Angst ist ein grundsätzlich wichtiges Gefühl. Aber sie kann auch so vorherrschend werden, dass du völlig gelähmt bist und den Blick für dich verlierst. Ich weiß, wovon ich dir da schreibe, habe es selbst erfahren.
Es ist gut, dass du deine Ängste erkennst und etwas gegen sie tun möchtest. Das fängt aber nur bei dir an und hört bei dir auf! Was er tut ist dabei unwichtig!
Du hast Angst und Panik vor dem Wochenende? Okay, dann versuche doch für dich herauszufinden, woran du Spaß hast. Unabhängig von ihm. Denn du weißt ja nicht genau, was er so treiben wird. Du musst ja nicht darauf warten, was er nun macht, du darfst selbst machen!
Raus gehen, shoppen, Kino, Mädelstreff... Sport machen, Wellness oder mit einem Buch gemütlich auf dem Sofa räkeln. Mach dich unabhängig von seinen Belangen. Dafür ist er selbst zuständig. Ich meine, wenn er nüchtern bleibt kann er ja bei deinen Dingen mit machen (außer wenn es ein Mädelstreff ist
).
Aber fixiere nicht deine ganze Freizeit darauf, was ER nun macht. Du darfst ja auch deinen Plan haben, denn es geht ja um deine Zeit! Und da darfst du auch entscheiden, mit wem du sie verbirngst. Du musst also nicht wie hypnotisiert darauf starren, was nun passieren wird und wie er drauf sein wird.
Es ist DEINE Zeit, DEIN Leben, DEIN Wochenende!
Viele Grüße
Aurora