Hallo Pandadroom,
genau wie Gotti kenne ich diese Gefühle, die du durchlebst, gut. Bei mir war es so, dass mein Exmann aufhörte zu trinken und in's Krankenhaus zur Entgiftung ging, als ich mir meine Wohnung genommen hatte und bereit war zum Ausziehen.
Was für ein Gefühlschaos. Auf der einen Seite wollte ich ihn in allem unterstützen, auf der anderen aber auch endlich mein eigenes Leben beginnen. Ich war sehr ängstlich um ihn, ob er es schaffen könnte. Ich hab hier im Forum gesehen, wie die Alkoholiker, die ein trockenes Leben anstrebten, mit ihrer Sucht umgingen. Und das machte mein Ex überhaupt nicht so. Bei ihm war alles "ich schaff das ohne alles", er änderte nichts an seinem Umfeld und ging kurz nach seiner Entlassung sogar für mich Sekt einkaufen. Ohne dass ich das gesagt hatte. Ich hatte da nämlich dann Geburtstag. Das fand ich äußerst befremdlich.
Ich war immer dabei ihn zu kontrollieren, wenn wir uns getroffen haben habe ich immer erst mal geschnuppert ob er nach Alkohol riecht. Und als er zu einer Verabredung mal etwas später kam war ich kurz vor dem Zusammenbruch.
Ich merkte auch, dass ich das alles nicht mehr wollte, vor allem, dass ich keine Liebe mehr für ihn spürte sondern nur noch Verantwortung. Zu viel war einfach kaputt... Und ich lernte dann, diese Verantwortung nach und nach los zu lassen. Denn er ist schließlich erwachsen, fast 4 Jahre älter als ich sogar.
Ich lernte dann meinen 2. Mann kennen, durch das Forum hier. Mein 2. Mann ist Alkoholiker, trocken seit mehr als 11 Jahren inzwischen. Unser Leben läuft völlig normal. Aber am Anfang hatte ich auch da Schwierigkeiten. In meiner ersten Ehe hatte ich ja permanent erfahren, dass Versprechen zum nicht Trinken nicht gehalten wurden. Und dieses Misstrauen war schon auch noch da, obwohl ich Dante nur trocken kenne. Ich habe es so in mir gehabt, ich habe schon auch heimlich geschnuppert und so.
Aber das ging dann schneller vorbei als ich dachte, einfach, weil ich auch für mich was tat und ein neues Selbstbild auch von mir bekam. Inzwischen gibt es durchaus auch Momente, in denen ich Trigger habe. Wenn Dante bestimmte Dinge macht die mein Gehirn mit alten Erfahrungen verbindet. Zum Beispiel wenn er eine Wasserflasche öffnet und ich das Zischen bis in den anderen Raum höre, dann kann das schon mal komisch sein. Oder letztens auch, da kam er mit einer kleinen Brauseflasche in's Wohnzimmer und so, wie er die gehalten hat sah das aus wie früher, wenn mein Ex mit einem Bier in's Wohnzimmer kam.
Das ist einfach so.
Da hilft Vertrauen in den Partner und in sich selbst. Reden, wenn etwas Bauchweh macht. Lernen, dass es auch anders geht. Auch das eigene Leben zu genießen und nicht nur ständig auf den Partner fixiert sein. All das.
Ich finde, du hast das richtig gut hinbekommen mit deinem Wochenende. Hört sich gemütlich an. Wir hatten das Wochenende zwei unserer Enkel hier, da war auch was los!
. Und genau so sollte es sein.
Liebe Grüße
Aurora