Hallo Sandy,
ja, es ist wirklich ein Teufelskreislauf...
Es fällt unendlich schwer, los zu lassen. Denn ein Alkoholiker bzw. Süchtiger ist krank! Und da will man doch helfen... zumal man ja diesen Menschen auch anders kennen gelernt hat, oft. Es gibt auch Beziehungen, da ist der Partner schon abhängig, wenn man zusammen kommt. Aber es ist auch oft so, dass sich die Abhängigkeit erst im Laufe der Zeit manifestiert.
Und da hast du dann schon auch gute Erinnerungen und Gefühle für den Partner. Dann zu sehen, gut, er ist schwer krank und ich kann da nichts machen, das ist einfach fatal. Dieses Nicht-Helfen-Können. Diese Machtlosigkeit...
Der Suchtstoff verändert auch in gewisser Weise die Persönlichkeit des Menschen. Da werden im Gehirn neue Programme gesetzt und an erster Stelle angebracht. König Sucht regiert dann den Menschen und tut alles dafür, dass immer pünktlich und in ausreichendem Maße Stoff da ist. Alles andere wird unwichtig.
Der Körper, die Organe leiden unter den Giftstoffen, der Mensch wird auch anfälliger und schwächer mit der Zeit, dass Gehirn vernebelt.
Und du als Außenstehende bist machtlos dagegen!
Es gibt keine OPs, keine Strahlentherapie oder Medikamente, die das aufhalten oder heilen. Es gibt nur das "Stopp" und dieses "Stopp" muss aus dem abhängigen Menschen selbst kommen.
Dieser Mechanismen musst du dir bewusst sein.
Die Sucht regiert den Menschen.
Dadurch wird er immer unzuverlässiger, liebloser.
Er wird lügen und vertuschen.
Er wird andere für seinen Zustand verantwortlich machen.
Er schämt sich.
Er kann es nicht sein lassen, einfach so.
Er wird Versprechungen machen und kurz darauf brechen.
Er kann keine Verantwortung mehr tragen.
Er versucht sein Umfeld so zu gestalten, dass er seiner Sucht in Ruhe nachgehen kann.
Irgendwann ist er kaputt.
usw...
Er sitzt im Mittelpunkt des Teufelskreislaufes und um ihn herum agieren die Menschen, die ihm nahe stehen.
Und die werden von ihrer Sucht "Coabhängigkeit" regiert...
Sie lügen und vertuschen.
Sie schämen sich.
Sie fühlen sich schuldig und verantwortlich.
Sie wollen doch nur helfen.
Sie richten ihr Leben nach dem Abhängigen aus.
Sie vernachlässigen ihr soziales Umfeld.
Sie fühlen sich wichtig und gebraucht.
Sie kontrollieren, reden, schreien und weinen.
Sie erpressen und geben Chancen.
Sie haben Angst, sie fühlen sich als Opfer.
Und irgendwann sind sie kaputt von all dem.
usw.
Der Abhängige hat die Wahl: entweder weiter machen und kaputt gehen. Oder sich vom Suchtmittel auf Lebenszeit zu trennen, "ja" zum Leben zu sagen. Diese Entscheidung darf und kann nur er selbst fällen.
Und der oder die Angehörigen haben die Wahl: entweder weiter machen und mit kaputt gehen. Oder sich vom Abhängigen trennen, "ja" zum Leben sagen. Auch diese Entscheidung kann nur der Co alleine fällen.
Nur die Kinder, die hängen da mit dran und sind ausgeliefert...
Liebe Grüße
Aurora