Beiträge von Aurora

    Hallo,

    Zitat

    Wie zum Teufel kann man einem Menschen in dieser Lage am besten nahebringen, DASS er da ein Problem hat?

    Gar nicht, denke ich. Denn wie du schon schreibst, WildRover,

    Zitat

    Da ist jemand, der Alkohol so gut findet, dass er beim besten Willen nicht sehen will, dass er damit schon ein Problem hat.

    .

    Das Problem hast du, nicht der bzw. die andere Person! Und das ist nämlich der Knackpunkt. Du kannst doch niemandem von einer Sache, von einem Problem überzeugen, was derjenige gar nicht hat...

    Das bedeutet also, du hast ein Problem und du kannst es so verändern, dass es kein Problem mehr für dich ist.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Tuschii,

    ich verstehe sehr gut, was du meinst.

    Du bringst viele Dinge mit, die dir vielleicht schon als Kind und Jugendliche eingeprägt wurden. Vielleicht auch durch das Verhalten der Eltern oder so. Da kommt viel zusammen. Und dann suchst du dir auch noch den passenden Partner, der in dein Muster passt. Und alles nimmt seinen Lauf.

    Ganz vieles was du jetzt als "falsch" ansiehst war für dich lange Zeit "normal". Es passte in deine Muster und du warst überzeugt, es ist richtig so.

    Plötzlich steht aber die Welt auf dem Kopf und du kommst an einen Punkt, an dem du merkst, dass es so nicht weiter gehen kann. Und dann kommt das große Erschrecken. Nämlich die Frage: wer bin ich überhaupt? Was will ich überhaupt?

    Du hast vergessen oder nie gelernt, was "gesundes" Verhalten sein kann. Wo eine eigene Grenze ist. Was es heißt, selbstbewusst "Nein" zu sagen und das auch so zu leben. Denn dein "Selbst" liegt irgendwo ganz weit unten.

    Das ist ein langer Prozess, das wieder zu finden. Und ganz frei wirst du vielleicht nie von deiner Persönlichkeit sein, von dieser Empathie (die ja im Prinzip etwas sehr Wertvolles ist), von dieser Hilfsbereitschaft. So bist du eben und das ist nicht schlecht, im Gegenteil! Es darf halt nur nicht mehr so weit gehen, dass du dich nicht völlig verlierst.

    Zuerst finde ich es wichtig, ehrlich in dich selbst rein zu horchen. Zu erkennen, was tut mir gut. Was macht mir Spaß, habe ich Hobbies und Vorlieben.

    Dir solche guten Dinge dann auch zu gestatten, auch wenn vielleicht gerade dann jemand kommt und was von dir will. Du hast z.B. einen netten Abend geplant, mit dir alleine, einem guten Buch oder einem spannenden Film. Und jemand möchte unbedingt, dass du mit raus kommst in den Trubel. Dir ist aber nach Ruhe... Dann zu sagen: Nein, ich komme nicht mit, ich habe was anderes geplant!

    Das kann ein erster Schritt sein. Und wenn du dann noch deinen Abend genießen kannst ohne schlechtes Gewissen, dass du jemandem "nein" gesagt hast, dass du "ja" zu dir gesagt hast, dann ist das toll.

    Eine gute Übung ist auch das... Du fühlst dich krank und grippig. Und gehst zum Arzt und meldest dich ein paar Tage krank um dich zu erholen. Das ist eine sehr schwere Übung! Ich hatte dann immer ein schlechtes Gewissen, aber schlussendlich hat es mir sehr gut getan.

    Klein anfangen ist gut, so wie Morgenrot das beschreibt. Dich hin setzen, vielleicht gute Musik anmachen und 20 Minuten nicht an's Telefon gehen, nicht whatsappen, nur ruhen. Einfach Da-Sein.

    Ich gehe gleich zum Zahnarzt, das ist eher nicht zum Relaxen :? , hat aber viel mit Selbstfürsorge zu tun. Ich erhalte mich gesund, so gut es geht. Wird auch kein böser Termin, professionelle Zahnreinigung, mehr nicht...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Milla,

    herzlich willkommen! Toll, dass du nicht mehr nur liest sondern dich auch selbst beteiligst. Auch das ist ein wichtiger Schritt, selbst wenn du es nicht so empfindest.

    Für mich liest sich dein Beitrag so, als ob dein Mann Spiegeltrinker wäre. Er hat also immer einen gewissen Pegel intus, ist quasi nie nüchtern. Aber auch nie so betrunken, dass er besinnungslos wäre. So wie mein Exmann das war (und ist).

    Aber auch Spiegeltrinker brauchen im Laufe der Zeit immer mehr. Ich kenne das zum Beispiel aus meinem entfernten Verwandtschaftskreis.

    Du hast also den Entschluss gefasst, dass du was ändern möchtest. Nur wie... Und da ist die finanzielle Seite auch noch...

    So war das auch bei mir sehr lange. Vor allem die finanzielle Sicherheit war mir wichtig. Ich habe selbst "nur" Teilzeit gearbeitet, davor lange Jahre nicht bzw. ich war Hausfrau und Mutter. Das ist ja nicht nichts, es wird nur nicht bezahlt :evil: . Ich war also schon auch abhängig, was das Geld anbelangt.

    Und das war ein prima Druckmittel. Für meinen Exmann, er hat mich das schon spüren lassen...

    Ich habe mich dann bei einem Anwalt erkundigt, was mir so zusteht und so. Allerdings waren meine Kinder da schon erwachsen, die haben also nicht "gezählt". Ich habe trotzdem auch Sicherheit für mich durch dieses Beratungsgespräch bekommen, denn es war schon mal gut, überhaupt in dieser Richtung mal aktiv zu werden. Schlussendlich hatte ich viel weniger Geld, dafür aber war mein Leben um Längen besser als vorher.

    Ich hatte mich in den letzten Ehejahren nämlich oft so gefühlt, als wäre ich käuflich, ich habe mich auf eine gewisse Art von ihm bezahlen lassen. Immer wenn es besonders schlimm gewesen war oder so habe ich mir "was geleistet". Das war, als mir das so wirklich klar wurde, kein gutes Gefühl :( .

    Ich wünsche dir noch einen schönen Rest-Sonntag
    Aurora

    Liebe Silten,

    das nenne ich die "in ein Ohr rein - aus dem anderen wieder raus" Technik :? . Die hat mein Exmann auch bestens beherrscht.

    Deshalb kenne ich solche Gespräche auch gut. Wir haben dann geredet, er schien auch aufmerksam und zugewandt und machte wenige eigene Aussagen, um bei nächster Gelegenheit genau sein Ding weiter durch zu ziehen. Als hätte ich nie was gesagt, wir nie gesprochen.

    Für mich war das ein Kampf gegen Windmühlen :( , zermürbend, kraftraubend, enttäuschend. Er nahm mich nicht ernst! Denn viel zu oft hatte ich Dinge angesprochen, mit Konsequenzen gedroht und so, und das dann nicht eingehalten. Warum also sollte er meine Worte ernst nehmen, wenn es doch alles wie gewohnt dann zu seinen Gunsten weiter ging...

    Mir kommt es vor, als benutze dein Mann diese Technik auch...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Silten,

    mit verantwortlich bist du für nichts, was dein Mann anstellt! Er ist ja erwachsen.

    In wie weit da eine Haftung für Straftaten oder so besteht weiß ich allerdings nicht. Wenn dein Mann aber so jähzornig und unberechenbar reagiert würde ich mir an deiner Stelle Rat bei Fachleuten einholen. Es gibt bestimmt viele Möglichkeiten, zum Beispiel bei einem Anwalt für Familienrecht, pro familia oder du googelst einfach, ob und wo es solche Möglichkeiten in deinem Umkreis gibt. In Frauenhäusern wird so etwas auch oft angeboten.

    Da bist du dann auch auf der sicheren Seite, denn das sind die, die wissen, worum es geht und wie die Rechtslage dabei ist.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    Menschen wie wir sind eher mit einem geringen Selbstwert ausgestattet. Aus verschiedenen Gründen.

    Und begegnet uns ein Mensch, der hilfebedürftig, labil oder schwach oder so ähnlich erscheint, zieht es uns magisch an. Denn dann können wir da helfen und das erhöht unseren Selbstwert. Ich kann meinen Wert nicht einfach so spüren, bin also wenig selbstbewusst. Treffe ich aber auf einen vermeintlich schwächeren Menschen kann ich mich besser und wichtig fühlen. Dann erst spüre ich einen gewissen Wert, ein gewisses Bewusstsein.

    Dass das sehr trügerisch ist, ist mir gar nicht bewusst. Dass ich ausgenutzt und missbraucht werde auch nicht. Es fühlt sich eher an wie: hier werde ich gebraucht, hier bin ich wichtig, hier kann ich was bewegen.

    Und aus diesem Gefühl entsteht dann: nur so kann ich geliebt werden. Ich erarbeite mir gewissermaßen die Liebe. Ich denke, anders geht das nicht.

    Dass ich um meiner selbst geliebt werden könnte, einzig darum weil ich so bin, wie ich bin, kommt mir nicht in den Sinn! Ich kann nicht einfach nehmen, ich muss immer viel mehr geben als ich bekomme.

    Anders kann ich das nicht spüren.

    Aurora

    Hallo,

    am Wochenende waren die Kinder hier, die Enkelin und der Enkel :D .
    Das war anstrengend aber auch gut. Wir haben Dante auf seinem Stellwerk besucht und die Kinder fanden es spannend, Signale, die sich verändern, eine Fahrstrecke, die man herstellen kann und auf der der Zug dann auf der richtigen Seite in den Bahnhof einfährt und all das.

    Es war nicht gerade ein ruhiges und entspanntes Wochenende, aber es hat mir gut getan.

    Heute ist ein ruhiger Tag angesagt, bei dem Wetter bietet sich das an. Es geht mir gut zur Zeit.

    Aurora

    Liebe Pinky,

    ich begrüße dich ganz herzlich.

    Da hast du ja echt eine schlimme Geschichte. Kein Wunder, dass du völlig am Ende bist.

    Mein Exmann hatte auch mal epileptische Anfälle, damals allerdings aufgrund eines geplatzten Aneurysma im Gehirn. Ich hatte das noch nie vorher gesehen und war wohl echt traumatisiert. Seither habe ich einen Tinnitus, muss jetzt Hörgeräte tragen, so hat mich das geschädigt. Von der psychischen Seite mal ganz abgesehen...ich hatte viele Jahre beim kleinsten komischen Geräusch Panik...

    Ihr fangt jetzt gewissermaßen bei "Null" an. Vielleicht lernst du erst jetzt das wahre Gesicht deines Mannes kennen. Denn so wie ich es verstehe stand er schon immer irgendwie unter Strom.

    Und du bist bei "Null", weil deine Lebensenergie ziemlich aufgebraucht ist. Was auch kein Wunder ist, nach so vielen Jahren. Das ist ja das Leid der Cos. Sie/wir geben uns völlig auf, gehen im (kranken) Partner auf und verlieren uns. Machen alles um das Bild zu erhalten, um zu harmonisieren und die Sache am Laufen zu halten. Alles hängt gefühlt nur von uns ab, wir fühlen uns überverantwortlich. Und irgendwann sind wir am Ende, völlig ausgepowert und kaputt.

    Jetzt ist es an der Zeit, dass du Wege für dich findest. Gut, dass du aus dem Verkehr gezogen bist von deinem Arzt. Und auch eine Therapie beginnen wirst und eine Reha machst. Das machst du für dich!

    Auch dein Mann muss für sich neue Wege finden, trocken werden. Ihr habt beide eine sehr schwierige Aufgabe zu meistern. Ob die Wege wieder zusammen laufen können ist unklar. Aber es ist auch nicht schlimm, wenn es nicht mehr funktioniert. Das ist nicht selten der Fall.

    Zitat

    Die alten Muster funktionieren nicht mehr.


    Hört sich vielleicht jetzt blöd an, aber es ist gut, dass sie nicht mehr funktionieren! Nur so besteht für euch beide die Chance, ein neues, anderes Leben aufzubauen. Würdet ihr beide in euren alten Mustern hängen könnte sich nichts ändern und ihr wärt bald wieder da, wo ihr noch vor einiger Zeit wart. Und das willst du mit Sicherheit nicht...

    Ich wünsche dir einen ruhigen Tag heute
    liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Sunny,

    oh je, stimmt, dein Leben gerät aus den Fugen...

    Was für eine Chance das aber ist! Denn dann kannst du sortieren und das, was du nicht mehr brauchst, in die Tonne knallen. Und deine Zukunft anders und für dich besser gestalten.

    Das ist Ent - Wicklung!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Dafina,

    im Prinzip ist es ganz einfach, wie du dich verhalten könntest...
    Aber ich weiß auch, wie schwer das ist. Es ist aber der einzige Weg, der auch hilft.

    Und das ist Kontaktabbruch. Warum whatsappt ihr denn noch? Du hast dich getrennt. Und er ist erwachsen und muss selbst für sich sorgen. Du hast da keinerlei Verantwortung für. Wieso denkst du das?

    Ich weiß, es ist dieser Killergedanke :twisted: , immer wieder dieses Gefühl von "ich bin verantwortlich". Ich sag nur, kenne ich leider auch, aber ich kann dir auch sagen: "Nein, biste nich!"

    Jeder Kontakt, den ihr habt, wird von ihm benutzt, dich wieder in die Spur zu bringen. Er redet dir Schuldgefühle ein, macht dich verantwortlich, macht sich leidend, damit du wieder dieses Gefühl hast, helfen zu müssen. Weil ohne dich nichts geht. Wenn du ihm immer wieder Geld überweist und genau weißt, wofür er das nimmt, nämlich um sich Suff zu kaufen, dann unterstützt du ja seine Sucht noch...

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig das ist, da los zu lassen. Aber es ist eben wirklich der einzige Weg.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Sunny,

    es war in etwa 2 Jahre vor der Trennung dass ich anfing, mich nach Hilfe für mich umzusehen. Der Begriff "coabhängig" war mir da aber noch unbekannt. Und ich habe aber die Suche nach einer Gesprächsmöglichkeit für mich dann erst mal fallen gelassen. Ein Jahr später bin ich dann beim Googeln auf den Begriff "Coabhängigkeit" gestoßen und konnte mir auch was darunter vorstellen und sah ganz deutlich, dass ich so handelte.

    Ich hatte dieses Verhalten auch schon in vorherigen Beziehungen, aber ohne dass da Alkohol im Spiel war. Ich hatte ja schon immer wenig Selbstwertgefühl und so, ich habe mich immer voll und grenzenlos in Beziehungen begeben. Habe mich "aufgeopfert", alles gegeben und nie "nein" gesagt. Andere umsorgt und für sie mit gedacht usw. Nicht nur in Beziehungen zu Männern übrigens, auch in Freundschaften mit Mädchen/ Frauen. Ich wollte mir durch meine Selbstaufgabe einfach Liebe und Freundschaft verdienen, dachte, nur so bringen mir Menschen das entgegen. Dass Menschen mich einfach um mich selbst lieben und mögen könnten kam mir nicht in den Sinn. Und ich hatte dadurch auch überwiegend Beziehungen, in denen Menschen auch mich ausnutzten und benutzten. Ich habe sie mir nach bestimmten Mustern ausgesucht und sie mich...

    Es ging mir besser, nachdem ich mich getrennt hatte. Erst mal ja räumlich, mein Ex war da aber noch bestimmt ein Jahr lang dauerpräsent in meinem Leben. Weil ich nicht genug Mut hatte, konsequent Grenzen zu ziehen, "nein" zu sagen, lozulassen. Das ging dann echt schrittchenweise. Ich habe dann eine Therapie gemacht, die schon recht speziell war, aber nicht direkt mit Coabhängigkeit zu tun hatte. Ich lernte da aber das Loslassen und gewann Selbstwert und konnte sortieren und klarer sehen. Die Therapie begann ich ca 6 oder 9 Monate nach der räumlichen Trennung. Weiß gar nicht mehr ganz genau, wann.

    Als große Liebe empfand ich meinen Exmann anfänglich. Da war endlich jemand, der sich um mich zu kümmern schien, mit dem ich auf Augenhöhe war usw. Das hat aber nicht wirklich ganz lange angehalten. Und so ab 4 Jahre nach unserer Heirat wusste ich, dass er nicht wirklich meine große Liebe war. Er tat mir aber leid, denn er erschien immer als hilfebedürftig, übersensibel, schwach. Ich fühlte mich schon auch mit ihm verbunden, das war schon auch eine Art von Liebe, denke ich. Er ist ja der Vater meiner Kinder aber irgendwie war da irgendwann auch eine Menge Gewohnheit und so. Denn wir kannten uns ja dann auch lange. Also zuerst große Liebe, dann irgendwie Liebe, dann Bequemlichkeit und Gewohnheit. Irgendwann Abscheu, Ekel, Hass... Ich hatte irgendwann mehr "mütterliche" Gefühle, eben weil er so schwach war und so hilfebedürftig, lebensunfähig ohne mich. Das war aber keine "Mutterliebe", das war eher ein Gefühl von: ich werde gebraucht, er braucht mich, ohne mich wird er nix usw.

    Ich weiß nicht, ob ich als Co das stärker empfunden habe als andere Menschen. Ich weiß aber, dass ich mit meinem Mann jetzt eine ganz andere Verbindung habe. Und das ist wirklich große Liebe, auch nach 9 Jahren Beziehung. Das wird immer tiefer und intensiver. Das ist anders als in den Beziehungen vorher. Denn es ist eine Beziehung auf gegenseitiger Achtung, Toleranz und Augenhöhe.

    Aurora

    Hallo Ela,

    meine Vorschreiberinnen habe sehr viel wichtige Dinge beschrieben. Und ich stimme dem auch zu. Jetzt kommt das ABER...

    Ich habe an mir selbst und an vielen Menschen in coabhängigen Lebenssituation festgestellt, dass da sehr wenig Selbstbewusstsein ein großes Problem ist.

    Wir machen uns um alles und jeden viel zu viele Gedanken, nur uns selbst vergessen wir gerne mal dabei. Und so kommt es schlussendlich zu den beschriebenen Grübeleien, zu den Verletzungen und dem Gefühl der Minderwertigkeit und Schuld.

    Es gibt Menschen, wie schon hier auch beschrieben, die machen 'nen Deckel drauf und jut is. Ob die besser dran sind weiß ich nicht, manchmal ist es auch sehr heilsam, sich seinen Dämonen zu stellen. Dann brauche ich kein Suchtmittel mehr und nicht die irre Kraft, den Deckel drauf zu drücken.

    Ich habe mir trotzdem manches Mal gewünscht auch so zu sein. Aber meine Persönlichkeit gibt das nicht her. Also habe ich gelernt, lerne es noch, mit meiner Persönlichkeit umzugehen, damit ich auch ein zufriedenes Leben haben kann.

    Das ist nicht leicht. Kränkungen sitzen tief und nehmen uns das Stückchen Selbstvertrauen. Wir fühlen uns gerne verantwortlich und das nutzen Menschen gerne mal aus, reden uns Schuldgefühle ein. Um sich selbst besser fühlen zu können, auch.

    Also heißt es "üben". Zuerst mal üben Menschen aus dem Umfeld zu entfernen, die uns permanent verletzen. Grenzen zu ziehen. Und auch zu halten!

    Die Gedankenkreisel zu stoppen ist da wichtig. Meine Therapeutin meiner ersten Therapie meinte mal, "finden Sie es gut, dass ihr Exmann so viel Platz in Ihrem Leben einnimmt? Dass er schon am Frühstückstisch quasi mit sitzt und dort einen großen Platz einnimmt?"

    Das hat mir echt zu denken gegeben. Ich wollte ihn nicht mehr in meinem Leben, warum gab ich ihm dann diesen Platz? So viel, dass schon wieder für mich und mein eigenes, neues und schönes Leben nur wenig Platz war...

    Ich habe Gedanken an ihn gestoppt, mir gesagt, er ist alt genug und darf machen, was er will. Und wenn er schlecht über mich denkt sollte mir das egal sein, denn ich werde das nicht ändern können. Ich habe mir Bestätigung und Betätigung auf anderen Gebieten besorgt. Ich habe den Kontakt auf ein Minimum reduziert, nur auf das, was unumgänglich damals war.

    Das ging nicht so leicht, gebe ich zu. Aber da musste ich einfach durch, durch den Schmerz auch, durch schlechte Gefühle und so. Da musste ich das einfach aushalten. Und das habe ich auch! War im Endeffekt nicht so schlimm wie ich erst dachte. Und mit der Zeit wurden die Gedanken immer weniger und mein neues Leben immer schöner.

    So, und jetzt hab ich den Faden verloren :shock::? .

    Trotzdem, liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ich habe von viola aus dem Bereich für Alkoholiker einen super link für eine Dokumentation bekommen. Es geht um Frauen, die offen über ihre Coabhängigkeit reden.

    Es kommt auch eine junge Frau zu Wort, die ein wenig ihre Gefühle als EKA beschreibt bzw. wie sie es als Kind empfunden hat.

    Die Doku heißt

    Mein Mann und der Alkohol - wenn Liebe nicht reicht

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…oto/tv/46889986

    Aurora

    Liebe Sunny,

    das hört sich an, als ob bei dir ein dicker Knoten geplatzt ist! Klasse :D .

    Zitat


    Ich hoffe, es wird weiter besser werden und das ich hier irgendwann schreiben kann... juchz, ich bin so glücklich wie noch nie in meinem Leben!

    Du bist auf dem besten Weg dahin, in ein glückliches Leben!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Anne,

    herzlich willkommen auch hier im offenen Bereich, schön, dass du ein Fädchen eröffnet hast!

    Zitat

    Mein Freund wird nicht gewaltätig, wenn er betrunken ist. Nur 'lustig', das heißt kindisch und 'dumm', das nervt mich total. Es ist ja auch unendlich langweilig und anstrengend auf so eine Person ein Wochenende lang aufzupassen!

    Wer sagt dir denn, dass du auf ihn aufpassen musst :shock: ? Er ist doch erwachsen...

    Auf der einen Seite kommst du mir sehr sortiert und gefestigt vor, also so lese ich das aus deinem Beitrag heraus. Du hast ganz konkrete Vorstellungen, wie es für dich laufen soll.

    Und auf der anderen Seite hast du dir einen "kleinen Jungen" in's Haus geholt, auf den du aufpassen musst. Irgendwie passt dir das ja nicht, andererseits aber doch.

    Warum zieht dich das so an? Du scheinst eine starke Persönlichkeit zu sein, warum hast du dir keinen ebenbürtigen Partner gesucht?

    Ich meine das als ernste Fragen, nicht um dich zu ärgern oder so!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und wie das so ist...

    Nachdem nun alles in mir wieder zur Ruhe gekommen ist und ich wieder auf meinem Lebensweg bin, hatte ich gestern nach diesem Gottesdienst ein sehr gutes Gespräch mit der Lebenspartnerin des Schwiesos. Und dadurch hat sich sehr viel zurecht gerückt nochmal und geklärt und es war einfach wunderbar.

    Ich meine, ich habe ja auch immer wieder die Angewohnheit in den Köpfen anderer Leute zu denken :? . Und das ist einfach falsch und nicht zielführend und vor allem - es ist unmöglich! Ich bin ja keine Gedankenleserin...

    Vor diesem Gespräch habe ich die wunderschöne Musik genossen und es war für mich wie Meditation. Und nach diesem Gespräch habe ich den herrlichen Spätsommertag genutzt. Das Grab meiner Kinder schön gemacht, in der Sonne gesessen, Fotos gemacht und dann mit Sohn und Mann gut gegessen.

    Es war ein Wochenende wie eine Kurzreha...

    Aurora

    Hallo Ela,

    Zitat

    Ich hätte mich und mein Leben nicht im Griff, habe psychische Probleme, bin undankbar, cholerisch, schade unserer Tochter.

    Fast genau diese Worte hat damals mein Exmann auch gebraucht - für mich! Da wird was auf dich (und mich damals) projiziert, was dein Mann für sich selbst nicht aushalten kann. Er lädt das auf dich ab.

    Natürlich hast du Fehler! Wie du ja selbst schreibst, du bist ein Mensch. Dass du dich entschuldigt hast für deinen Ausbruch zeugt für mich von sozialer Kompetenz. Du hättest es ja einfach unter den Tisch kehren können.

    Ich weiß nicht, wie du diese Diskussionen umgehen kannst. Vielleicht klappt es aber mit Stoppschildern. Das war zumindest damals bei mir so. Ich habe mich auf bestimmte Themen einfach nicht mehr eingelassen. Ich bin dann entweder aufgestanden und raus gegangen, wenn wir uns persönlich gesprochen haben. Per Telefon habe ich einfach das Gespräch dann beendet. Oder laut und deutlich "genug jetzt" oder "nein" gesagt.

    Vielleicht ist es auch möglich klare Richtlinien aufzustellen, was den Umgang mit eurem Kind angeht. Dann muss da auch nicht ständig verhandelt werden.

    Das ist das, was mir gerade dazu einfällt :roll: .

    Liebe Grüße
    Aurora