Beiträge von Aurora

    Hallo,

    morgen ist Oper angesagt :D , "Così fan tutte" von Mozart...

    Dante ist krank, der Arme, ziemlich erkältet. Aber das da morgen, das machen wir. Muss er eben Hustenpastillen lutschen.

    Gestern war mein Sohn hier zu Besuch. Vorher war er noch drüben bei seinem Vater und er war sehr erschrocken. "Papa hat sich dolle verändert", meinte er. Er hätte vor Zittern nicht richtig stehen können, selbst im Sitzen hat er gebebt und gezittert. Au weia...

    Er steckt sehr, sehr tief jetzt drinnen in der Sucht. Ich bin mal wieder heilfroh, dass ich das nicht miterleben muss. Also hautnah. So kommen ja schon mal ab und an ein paar Infos an hier. Aber sie berühren mich nicht so, wie sie es früher gemacht hätten. Ich denke dann nur, der arme Teufel, warum hat er nur wieder angefangen mit der Sauferei.

    Heute war schon unsere Enkelin hier (es war keine Schule)und wir haben Faschingsmasken gebastelt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Sie ist ja jetzt in einem Alter, wo solche Dinge richtig gut von der Hand gehen, sie hat viel Phantasie und Geschick dabei. Ich übrigens auch :wink::D . Und so haben wir ein paar bunte und glitzernde und schöne Masken gemacht für die Faschingsfeier, die morgen im Hause des SchwieSos ansteht.

    Aurora

    Liebe Liseli,

    willkommen im Forum.

    Zitat

    ... der mir nach ein paar Wochen erzählte, dass er Alkoholiker sei (ausschließlich Bier und nur zu Hause getrunken) und mir nicht versprechen könnte, dass er mal einen Rückfall hat

    .
    Na ja, Bier ist auch Alkohol. Es ist egal, was jemand in sich rein schüttet, Droge ist Droge!

    Das liest sich für mich gerade so als hätte er damals einen Rückfall schon geplant. Mein Mann ist auch Alkoholiker (das ist nicht derjenige, dessen Co ich war), trocken seit 2006, wir wissen beide, dass es einen Rückfall geben kann. Aber darüber wird nicht schon vorher spekuliert. Er geht nicht von einem Rückfall aus, sage ich mal sondern konzentriert sich auf sein trockenes und glückliches Leben.

    Den Rückfall hatte dein Partner also, er ist nicht trocken. Auch wenn er (noch) nicht wieder regelmäßig trinkt anscheinend. Alkoholiker können aber nicht kontrolliert trinken, das geht zwar mal für eine gewisse Zeit aber dann wird es immer mehr. Ich sehe das bei meinem Exmann, der war 4 Jahre nüchtern, dann begann er, sich mal im Urlaub "ein Bierchen zu gönnen, weil der Tag so schön gewesen war". Das ging eine gewisse Zeit, heute aber ist er so ziemlich am Ende seiner Säuferkarriere angelangt. Leider...

    Es ist schwierig zu sagen, wie du dich richtig verhalten kannst. Natürlich kannst du von deinen Ängsten und Gefühlen erzählen! Das soll er schon wissen. Ob er aber was daraus macht weiß keiner. Also ob es ihn zum Aufhören bringt. Ihn jedes Mal ansprechen wenn er getrunken hat kannst du ja. Ob es was bringt? Eher nicht, glaube ich. Aus eigener Erfahrung. Er wird dann anfangen zu lügen, zu sagen, du bildest dir jetzt aber auch schon was ein, er hätte nichts getrunken usw. Das wird dann deine Wahrnehmungen ganz schön verdrehen und irgendwann weißt du nicht mehr, was du glauben sollst und was nicht.

    Ihm eine Pistole auf die Brust setzen hat bei mir jedenfalls nichts genutzt. Er hat dann heimlich getrunken... Und ihn dazu zwingen zu einer Gruppe zu gehen bringt nichts. Er ist ja erwachsen und wenn er das nicht will, will er nicht.

    Vielleicht kannst du ihm ja klare Ansagen machen. Dass du zum Beispiel mit ihm nicht zusammen Zeit verbringen möchtest, wenn er getrunken hat. Dass du sofort gehst bzw. ihn weg schickst, wenn du das merkst. Dann musst du das aber auch wirklich machen. Auch wenn es dir noch so weh tut, dich dann enttäuscht. Du kannst abwarten, wie sich alles entwickelt. Aber du kannst dir auch schon einen Plan B überlegen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Axelfoley,

    willkommen im Forum!

    Zitat

    Ich habe als Kind viel Angst vor meinem Vater gehabt. Er hat uns nie mishandelt.

    Das sehe ich anders, wenn ich deinen Beitrag lese. Da haben sehr wohl Misshandlungen statt gefunden! Tritte, Schläge in's Gesicht und psychische Dinge sind sehr wohl Misshandlungen.

    Du bist gut informiert und ich merke, dass du in der Therapie schon eine Menge erfahren hast und weißt. Das ist klasse, denn dann ist deine Therapie auch nützlich und kann dir helfen. Bzw. dir Werkzeug an die Hand geben, wie du dir selbst helfen kannst.

    Dass System zwischen deinen Eltern wird niemand von euch unterbrechen oder zerstören können. Das ist ganz klar. Auch wenn dir deine Mutter leid tut, sie entscheidet es ja selbst, dass sie das so weitermachen möchte. Warum auch immer. Das liegt in und an ihr.

    Deinen Wunsch nach Kindern kann ich gut verstehen! Es ist doch einfach nur auch menschlich, eine Familie haben zu wollen. Grundsätzlich ist daran ja nichts schlecht. Es zeugt aber von großer Verantwortung zu überlegen, was du deinen Kindern aktuell bieten könntest. Materiell natürlich, aber auch emotional.

    Es heißt ja nicht, dass sofort ein Kind da sein muss. Deine Zeit ist dafür einfach noch nicht da. Du bist noch sehr stark damit gefordert, zu dir selbst zu finden und deinen Frieden mit deiner Kindheit zu machen. Das ist aktuell dein Thema. Und da bist du dicke dabei!

    Also bewahre dir doch den Wunsch nach einem Kind, Kindern. Wünsche müssen sich ja nicht immer sofort, auf der Stelle erfüllen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Rommyundpaula,

    ich kenne Paare, die es geschafft haben und zusammen geblieben sind. Das ging aber nur, weil der / die Abhängige ernsthaft und aus vollem Herzen aufgehört hat zu trinken. (das gilt sicher auch für andere Drogen).

    Das heißt, der Abhängige hatte einen Tiefpunkt und konnte beschließen, mit allen Mitteln trocken zu werden und sein Leben ziemlich umzustellen. Der Partner hat da nicht wirklich Einfluss drauf, der Wunsch und die Taten müssen vom Abhängigen ausgehen. Und dann kann gemeinsam ein neuer Weg gefunden werden.

    Wie siehst du deinen Partner? Meinst du, er mag sein Leben so, wie er es gerade lebt? Meinst du, er will da grundsätzlich was dran ändern?

    Guck da mal genau hin. Und dann überlege dir, was du willst.

    Was ist inzwischen passiert? Wie geht es dir?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Gedankenblatt,

    ja, das ist so. In gut funktionierenden Suchtfamilien ist es so. Da drehen sich alle um den Abhängigen. Mal schneller und mal langsamer. Da wird vertuscht und getäuscht und versucht, Normalität her zu stellen. Was nicht funktioniert...

    Es hat sich allerdings viel geändert! Du bist erwachsen inzwischen. Du hast Abi und Ausbildung und einen Job! Damit bist du unabhängig. Du darfst dir doch ein eigenes Leben aufbauen, das ist doch normal. Eine eigene Wohnung haben, eigene Freunde, eigene Familie, wenn du magst.

    Du kannst entscheiden! Du bist kein Kind mehr, was in der Situation steckt und keine Wahl hat. Du bist nicht hilflos!

    Auch wenn du dich gerade so fühlst. Du hast alle Möglichkeiten dein Leben nach deinen Vorstellungen zu gestalten. Es liegt bei dir.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Rommyundpaula,

    erstmal herzlich willkommen.

    Ich kann dir aus Erfahrung sagen, was du tun kannst.
    Oder nicht tun kannst.

    Zuerst einmal kannst du deinen Freund nicht dazu bringen, nicht mehr zu trinken. Es ist seine Angelegenheit. Du hast keine Schuld daran, dass er trinkt, auch wenn er das behauptet. Nasse Alkoholiker schieben sehr oft die Schuld an ihrer Trinkerei auf andere Leute oder auch auf Situationen oder sonst was. Das ist einfach so.

    Du hast also zwei Möglichkeiten.

    Nummer eins: Du kannst bei deinem Freund bleiben. Du kannst dich von ihm manipulieren lassen, beschuldigen lassen, fertig machen lassen. Du kannst ihm beim Saufen zusehen und seinen Dreck wegräumen. Vielleicht wird er mal handgreiflich, auch das kannst du hinnehmen. Und irgendwann bist du kaputt und dein Leben ist an dir vorbei gegangen und du hattest nichts davon.

    Nummer zwei: raff allen deinen Mut zusammen und gehe weg, trenne dich. Um zu leben.

    Jetzt ist die Frage, was du dir wert bist. Bist du dir wert zu leben und was vom Leben zu haben? Willst du glücklich sein und in Ruhe leben? Bist du dir wert, dass es dir gut geht, dich niemand körperlich angreift oder seelisch zerstört?

    Oder magst du dich lieber quälen lassen? Ist es schön, körperlich und seelisch misshandelt zu werden? Ist es toll das Gefühl zu haben, mein Freund liebt mich nicht, darum liebe ich ihn für zwei? Macht es Spaß mit Betrunkenen rum zu hängen? Alleine alle Verantwortung zu tragen, alleine im Leben zu stehen obwohl da ein Partner ist?

    Du hast die Wahl und nur du! Es geht um dich, um dein Leben, um deine Gesundheit, um dein Wohlbefinden, um deinen Spaß. Um deine Lebensfreude.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe luthien,

    herzlich willkommen hier.

    Es ist so, nach vielen Versprechungen die nicht eingehalten werden hast du kein Vertrauen mehr. Das ging mir damals auch so. Aber umgekehrt hat mein Exmann mich auch ausgelacht. Denn ich hatte ebenso viele Drohungen gemacht, mich zu trennen, ohne das dann auch wirklich zu machen.

    Du hast ihm gesagt, wenn er nicht endlich eine Therapie macht wärst du weg...

    Und du sagst hier, dass du nicht mehr so weitermachen kannst...

    Was wird er jetzt tun? Auch das ist gerade wieder mal unklar.
    Also sieh erst mal zu, dass du für dich zur Ruhe kommst. Und dann überlegst, was du möchtest, was du wirklich möchtest. Und dann kannst du sehen, was du Schritt für Schritt für dich dann umsetzen kannst. Um glaubwürdig zu sein ist es dann wichtig ihm nur das anzudrohen oder zu sagen, was du auch wirklich dann umsetzen kannst. Denn ansonsten nimmt er dich nicht ernst und macht weiter wie bisher. Es passiert ihm ja nichts daraus...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Gedankenblatt,

    du hast ja eine ziemlich schlechte Meinung von dir...

    Zitat

    Dass ich wahrscheinlich der Hauptgrund bin, meinte ich so, dass sie ohne mich vielleicht gar nie damit angefangen hätte. Wäre sie nicht mit mir schwanger geworden, hätte sie ihren Beruf nicht aufgegeben, wäre sie vielleicht glücklich und zufrieden mit dem Leben. Außerdem war ich eine schreckliche Tochter. Bin ich immer noch. Ich wollte das Drama, und ich habe es bekommen. Fühle mich wie eine Hexe, die das heraufbeschworen hat.

    Hätte wenn und aber, niemand weiß, warum deine Mutter mit Trinken angefangen hat. Vielleicht nicht mal sie selbst. Warum bietest du dich als Schuldige und Opfer an? Nimm dir mal da Druck raus. Ich weiß, dass Kinder sich immer als Schuldige fühlen. Zum Beispiel auch bei Scheidungen oder so. Aber du bist kein Kind mehr. Du kannst da realistisch hinsehen und erkennen, dass es keinen Schuldigen gibt. Das ist einfach so.

    Zitat

    warum bemitleide ich mich denn SELBER?

    Das ist ein guter Gedanke. Selbstmitleid. Das heißt ja mit leiden und das ist sehr passiv. Was ganz anderes dagegen ist Mitgefühl. Das ist aktiv und bedeutet, dass etwas gefühlt wird.

    Und fühlen tust du ja was. Und das darfst und musst du ernst nehmen. Mitgefühl mit dir selbst zu haben bedeutet ja, dass du Wege suchst und findest, um aus der Situation raus zu kommen. Dich ernst zu nehmen mit deinen Bedürfnissen und Wünschen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Gestern gab es bei mir Kürbissuppe mit Kokosmilch und Ingwer.

    Und vorgestern gab es Rote Bete Suppe. Auch mit Ingwer und Cumin.

    Heute gibt's die Reste von beiden. Erst die eine Suppe, dann die andere. Ich könnte gerade jeden Tag Suppe essen.

    Aurora

    Hallo Peter,

    schwierige Situation...

    Das Abhängige ihren Cos Schuldgefühle einreden, sie manipulieren, gehört zu der Krankheit dazu. Der Abhängige braucht seine Cos. Und versucht, sie bei der Stange zu halten.

    Ich hatte einen abhängigen Exmann, das war schon schwer genug, mich zu lösen. Wenn es um das eigene Kind geht stelle ich es mir viel schwieriger vor. Ich weiß ja nicht, wie alt deine Eltern sind, aber mit Sicherheit ist deine Mutter so sozialisiert worden, dass sie um alles in der Welt alles für ihre Angehörigen macht. Sich selbst dabei nicht wichtig nimmt. Ihre eigenen Dinge nicht wahr nimmt.

    Wie Martin schon schrieb kann es helfen, mit deinen Eltern in Ruhe darüber zu reden. Aber ob deine Mutter das versteht oder sogar umsetzen kann ist fraglich. Es ist schwer, sich aus der Coabhängigkeit zu lösen, das muss der Betroffene genau so wollen wie es bei einem stofflich Abhängigen der Fall ist.

    Zitat

    MUSS ich wieder eingreifen?

    Wie sieht denn dieses Eingreifen aus?

    Zitat

    Oder ist das Verhalten das die Eltern haben, auch eine "Haltung" die zwar vermutlich bald zum Tode führen wird, aber halt dann irgendwie zu respektieren?

    Ja, wenn deine Eltern nichts ändern wollen oder können wirst du das akzeptieren müssen. So schwer es dir auch fällt. Was willst du sonst machen? Siehe meine Frage, was bedeutet "Eingreifen"?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Mike,

    Zitat

    Was mich auch sehr beunruhigt, ist die Aussage von der Freundin, wenn es jetzt vorbei ist (damit ist das Sterben gemeint) dann ist das eben so. So kann man doch das Leben nicht einfach wegwerfen???

    Ich habe auch schon oft gedacht, wie schade, dass mein Exmann sein Leben einfach so weg wirft... aber dann denke ich, es ist ja sein Leben. Ich habe sehr viele schlimme Sachen in meinem Leben erlebt, das schlimmste war, als meine Tochter und ihr ungeborenes Kind gestorben sind. Das Leben kann so schnell vorbei sein. Meine Tochter hatte keine Chance zu entscheiden, ich weiß, dass sie leben wollte...

    Ein Abhängiger hat diese Chance. Auch du hast diese Chance. Jetzt geht es durch das Tal der Tränen. Das ist doch normal, denn es tut schon sehr weh, einen lieben Menschen untergehen zu sehen und nichts machen zu können. Darum kann es echt besser sein, den Kontakt abzubrechen. Ich habe heute noch, 10 Jahre nach der Trennung, Schwierigkeiten, wenn ich mal meinem Ex begegne. Noch immer zerrt es da in mir ihm zu sagen, hör auf mit der Sauferei.

    Es hat keinen Sinn, darum ist es besser, fern zu bleiben. Zu akzeptieren. Los zu lassen.

    Denn du lebst, möchtest leben, oder? Und leben heißt, es gut zu haben, es auch genießen zu können. Der Trennungsschmerz ist schlimm aber schlimmer ist es, gemeinsam mit dem anderen unter zu gehen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Foffi,

    der Geschlossene Bereich ist kostenpflichtig. Du kannst einen Antrag stellen, wenn du da rein möchtest, momentan kann unser Admin dich (und alle anderen, die das wollen) nicht frei schalten. Das hat nichts mit dir zu tun! Es sind andere Gründe, warum das gerade nicht geht.

    Du bist sehr aggressiv. Das ist durch deine Unsicherheit. Ich erkenne mich in deinen Dingen wieder. Nur habe ich das nicht so öffentlich gesagt. Jeder Mensch geht anders damit um. Ich habe es mehr geschluckt und bin dadurch auch krank geworden.

    Diese Wut, der Hass in dem Moment, die Angst, diese Verletzungen, das sind alles Gefühle, die auch zu dir gehören. Wenn du mich persönlich kennen würdest würdest du eine Frau sehen, die freundlich ist, ruhig, besonnen. Und doch hatte ich damals auch solche Momente, wo alles aus mir raus geplatzt ist.

    Ich schäme mich noch heute wenn ich denke, was ich meinem Exmann alles an den Kopf geworfen habe, wie ich ihn beschimpft habe. Mit Ausdrücken, die ich normal nie benutzen würde. Ich habe geschrien und getobt. Und ihn bloß gestellt. Innerhalb der Familie. Ich hatte so viel Schmerz und Wut und Hilflosigkeit in mir. Ich dachte, wenn ich laut genug brülle, muss das doch mal jemand hören, muss mein Ex das doch hören und merken, was er mir antut.

    Du bist nicht der einzige, der diese Gefühle hat. Diese Aggression in dir. Ich glaube, alle Mitbetroffenen haben das! Aus Hilflosigkeit und Angst. Auch wenn sie wissen, dass Sucht eine Krankheit ist. Und diese Gefühle haben ihre Berechtigung und müssen raus. Sonst erstickt man daran! Es ist nur tatsächlich so, dass es ja nicht die ganze Welt wissen muss. Aber du darfst es immer sagen! Leuten, denen du vertraust. Es ist kein Geheimnis, kein Familiengeheimnis. Es ist gut, dass der Papa deines Kumpels trockener Alkoholiker ist. Vertrau ihm, rede mit ihm, vielleicht weiß er auch, an wen du dich noch wenden kannst.

    Es macht keinen Sinn, wenn du dich jetzt wieder zurück ziehen würdest. Aus Scham oder so. Such dir Hilfe, nicht nur hier im Forum! Geh zu einem Arzt zum Beispiel oder zu einer Beratungsstelle. Du gehst sonst genau so kaputt wie deine Schwester und deine Mutter!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Mike,

    Zuckerbrot und Peitsche oder Jekyll und Hyde...

    Ich habe es ähnlich erfahren. War mein Exmann einigermaßen nüchtern war ich sein Engelchen, jedenfalls tat er so. Er war einsichtig, versprach weniger zu trinken oder gar nichts mehr. Wir konnten nebeneinander leben und gut war's. War er betrunken konnte das von einer Minute zur anderen kippen. Da war ich an allem Schuld! Er musste ja nur trinken wegen mir, weil ich so war oder so oder so, weil ich nicht so war oder so oder so...

    Das hat mich hin und her geschleudert und ich wusste nie, woran ich war. Außerdem hat das meinen Selbstwert kaputt gemacht, ich hatte Schuldgefühle weil er wegen mir "trinken musste". Ich strengte mich an, machte alles, versuchte alles und doch war es nie genug, denn wenn es ihn wieder überkam war ich doch an allem Schuld.

    Selbstwert im Eimer, Selbstachtung im Eimer, Wahrnehmung im Eimer... ich wusste ja nicht mehr, wer ich eigentlich war.

    Du kannst das Spiel unendlich weiter machen. Bzw. kannst du es so lange weiter machen, bis einer von euch umfällt. Das ist ein regelrechter Teufelstanz. Die Abhängigen wirbeln umeinander, sehen rechts und links nichts mehr, sind nur darauf bedacht, ihre Abhängigkeiten auszuleben und weiter zu funktionieren. Der Drogenabhängige sieht nur seine Droge, der Coabhängige sieht nur den Drogenabhängigen.

    Das ist kein Leben. Das ist Anstrengung, Erschöpfung, Schwindel, Schmerz, Übelkeit. Bis zum Zusammenbruch.

    Das Gute ist aber, das jeder der Tänzer aus dem Tanz aussteigen kann, jederzeit. Das kostet auch Kraft, bis der ganze Strudel zum Stillstand dann kommt. Aber danach kannst du wieder in alle Richtungen sehen.

    Deine Partnerin will weiter tanzen, so sehe ich das hier. Was willst du?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Foffi,

    es ist echt kein Wunder, dass bei dir alles durcheinander ist. Darum habe ich versucht, es ein wenig für dich zu entwirren. Aus meiner Sicht. So etwas kann manchmal nützlich sein, um den eigenen Faden wieder zu finden.

    Zitat

    Ich will nicht sagen das mein Verhalten immer Richtig ist, aber ich bin wie gesagt kein Trinker und mein Kopf ist Klar

    niemand hat immer das richtige Verhalten, wir machen alle Fehler, das ist menschlich. Du bist aber klar im Vorteil, weil dein Kopf unbenebelt ist!

    Zitat

    wenn ich halt nicht gerade den Streit mir anschauen muss, dann bin ich völlig hilflos teilweise ich bekomme dann auch kaum noch Luft und mein Herz schlägt wahrscheinlich Doppelt oder Dreifach so schnell.

    Das verstehe ich gut, es ging mir lange Zeit ähnlich. Ein sch...ß Gefühl. Hast du schon mal überlegt, dir beim sozialpsychiatrischen Dienst deines Wohnbezirkes Hilfe zu holen? Atemnot und Herzklopfen sind schon Zeichen deiner Seele, wie schlecht es dir mit allem geht. Was ja auch wirklich kein Wunder ist.


    Zitat

    Soll ich den den ersten Schritt machen und mich bei meiner Mutter Melden???

    Was versprichst du dir davon? Was denkst du, könnte da sein, wie könnte sie reagieren? Was denkst du, wie es dir hinterher dann gehen könnte? Macht das für dich Sinn?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Foffi,

    hui, nun mal gaaaaanz langsam. Stopp mal deinen Strudel an Gedanken, so weit es geht.
    Du bist sehr wütend, das kann ich gut verstehen. Vielleicht kannst du irgend wo raus gehen, in den Wald oder so, und mal alles aus dir raus brüllen. Glaub mir, danach geht es dir besser. Du brauchst Klarheit in deinem Kopf.

    Da geht ganz viel durcheinander und vermischt sich.

    Deine Mutter und deine Schwester sind zwei erwachsene Personen. Deine Schwester stiftet deine Mutter nicht an, denn deine Mutter entscheidet ja selbst, ob und was sie macht. Sie könnte auch "nein" sagen.

    Du schaust von außen auf das Dilemma und siehst mit deinen Augen. Du bist eifersüchtig und wütend, es scheint dir, dass deine Mutter deine Schwester bevorzugt. Aber Abhängige haben zuerst mal nur Liebe zu ihrem Stoff, mehr nicht! Und da passen Mutter und Schwester gut zusammen. Das ist nicht wirklich Liebe, das ist Abhängigkeit! Das hat rein gar nichts mit dir zu tun!

    Bleibst du also übrig, als Draufseher von außen. Obwohl du da mehr mit verstrickt bist, als du denkst. Du wirst nichts beeinflussen können. Darum versuche, deine Wut aus dir raus zu brüllen, damit du diese Energie dann für dich hast. Denn da genau gehört sie hin!

    Du bist kein Opfer, du fühlst dich aber so. Du bist aber handlungsfähig, auch wenn es dir jetzt noch nicht so erscheint. Niemand muss ausgeliefert sein, auch H4 Empfänger nicht. Auch wenn es aussichtslos scheint.

    Von alleine wird sich nichts ergeben oder verändern. Das ist leider so. Es wird aber auch nicht von heute auf morgen knall machen und alles ist gut. Du wirst mit kleinen Schritten anfangen müssen. Musste ich auch, mussten wir alle.

    Zuerst also versuche, dich aus der Familienverstrickung raus zu halten. Denn da wirst du ungeheuer Energie verpulvern, die zu nichts führt. Diese Energie hast du dann für dich. Woher weiß dein Erzeuger, wo du bist? Versuche auch da dich zu entfernen, neue Telefonnummer oder so. Klar und deutlich "nein, lass mich in Ruhe" sagen.

    Das wäre schon mal ein Anfang. Und wenn du das auf die Reihe bringst, wird auch was anderes klappen. Es baut sich auf einander auf. Vor allem sag dir eins:

    Du bist wer. Du bist ein Mensch mit Gefühlen und Träumen. Du bist was wert, auch wenn es für dich im Moment nicht so aussieht. Du hast Kräfte in dir, von denen du nichts weißt bisher. Du hast zwei Hände zum Anpacken und einen Mund zum Reden. Du bist handlungsfähig. Du darfst "nein" sagen, wenn dir was nicht gefällt. Es soll dir ja gut gehen in deinem Leben. Das ist das Recht jedes Menschen! Sag "ja" zu dir und "nein" zu allem, was dich kaputt macht.

    Im Prinzip hast du ja schon mal jetzt "ja" zu dir gesagt, indem du dich hier angemeldet hast und dir Hilfe suchst. Dieser Schritt ist der erste von vielen. Gut so!

    Liebe Sonntagsgrüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Stine, erst mal Danke, deine Worte machen mich ganz warm...
    Ebbe und Flut, das muss man mögen. Dante ist da auch manchmal etwas zwiespältig, weil er auch gerne im Meer schwimmen geht. An der Ostsee geht das besser. Wenn sie warm genug ist...

    Der Kurzurlaub war schön :D .

    Liebe eklisee, nein, gebabysittert hab ich noch nicht, nicht alle drei... das kommt demnächst.

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    Aber unsere Enkelin war hier, Donnerstag früh bis heute Mittag, sie war krank. Wir haben den einen Abend viel geredet und sie hat uns ihr Herz ausgeschüttet. Es wirbelt ja doch viel in ihr (und dem älteren Kind der Frau) herum. Da sind Verlustängste, ganz klar. Umgewöhnungen, sie wohnen nun alle schon zusammen und die Enkelin muss alles teilen. Das macht sie auch gerne und es klappt unheimlich toll, aber doch vermisst sie auch die Zweisamkeit nur mit dem Papa.

    Sie sagt zu der Frau "Mama", die beiden Kinder sagen zum Schwiegersohn "Papa". Enkelin hat die Frau gefragt, ob sie das sagen darf. Und der Junge hat SchwieSo gefragt... Und so wachsen sie alle zusammen. Die ganz Kleine wächst da einfach rein und ist super niedlich. Bin ganz verknallt in das kleine Ding... :wink: .

    Stiefmutter, nein, Stiefmutter möchte Enkelin nicht sagen. Wir haben uns vor einiger Zeit darüber schon unterhalten. Ich glaube, dieser Ausdruck ist altmodisch. Weiß nicht. Ich meine, rechtlich gesehen oder auch realistisch gesehen ist das so, aber emotional zumindest in diesem Fall nicht. Auch gut, sie sollen es machen, wie es sich für sie gut anfühlt.

    Und nun bin ich auch angeschlagen, Magen-Darm. Bäh.

    Aurora

    Hallo Foffi,

    herzlich willkommen im Forum!

    Es ist klar, dass du hoch emotional bist gerade, dass alles aus dir raus platzt wie eine Bombe. Das war bei mir auch so als ich hier ankam.

    Das, was du schilderst, könnte fast genau meine Geschichte sein, nur dass es bei mir der Exmann war, der getrunken hat.

    Auch da wechselten sich Versprechen, mit dem Saufen aufzuhören, ab mit Aggressionen, Anschuldigungen, Verharmlosungen, wüsten Beschimpfungen. Und ich fühlte mich hilflos, ausgeliefert, unsicher und schuldig an allem. Und ich wollte doch nur helfen. Habe immer wieder geredet, gebettelt, all sowas.

    Es ist im Prinzip immer der ähnliche Ablauf. Und es ist immer ein Drumherumstrudeln. Und es macht kaputt!

    Mach dir eines klar. Du hast keine Schuld daran, dass deine Angehörigen abhängig sind. Und vor allem, du hast nicht die Macht und Kraft, dagegen was zu tun! Du kannst in diesem Strudel der Sucht mit ihnen untergehen, mehr nicht. Du kannst sie nicht anhalten oder aufhalten. Du hast nur zwei Möglichkeiten.

    Entweder du bleibst darin hängen und strudelst mit. Immer weiter abwärts, bis du zerstört bist. Oder du steigst aus und lebst dein Leben. Auf Abstand zu deinen Angehörigen.

    Aber erst mal als wichtigen Punkt eben kannst du dir dich irgendwo aufschreiben und anhängen:

    Ich bin nicht verantwortlich für meine Mutter, meine Schwester.
    Und ich bin auch nicht schuldig an ihrer Sucht.
    Ich bin machtlos dagegen und kann sie nicht ändern, das können nur sie selbst.
    Ich bin aber für mich und mein Leben und mein Wohlbefinden verantwortlich und da kann und darf ich sehr wohl was dafür tun, dass es mir gut geht!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Matthias,

    ich mag so Sprüche sehr. Weil sie kurz und knapp was auf den Punkt bringen.

    In der Zeit damals, als es mir mit meinem Exmann so schlecht und immer schlechter ging, entdeckte ich solche Sprüche für mich. Es gibt ja massig davon für alle Lebenslagen. Sie waren für mich etwas woran ich mich festhalten konnte, sie sagten mir, dass meine Gefühle, die ich da hatte, richtig waren. Sie machten mir Mut. Ich hatte immer verschiedene Sprüche auf so schönen Karten, immer angepasst an meine Situation. Das war unbewusst, ist mir erst später mal aufgefallen. Ich habe noch immer so Sprüche gerne und es hängen welche an meinem Kühlschrank. Da kann ich immer einen Blick darauf werfen. Aber ich brauche sie gerade nicht so, wie es mal war.

    Es hängt von meinem Innenleben ab, ob ich gut sortiert in mir ruhen kann oder ob ich in einer tiefen Depression stecke und Licht brauche. Oder gerade meinen Weg verliere oder so.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Stine, ich freu mich riesig über deinen Besuch hier :D .

    Ja, der Schwiegersohn ist verliebt... Er kennt die junge Frau schon seit dem Sommer oder so im letzten Jahr, gefunkt hat es dann im späten Herbst. Die Frau ist auch Witwe und ich denke, dass macht zwischen den beiden eine gewisse Ebene aus.

    Die Enkelin kommt so weit gut zurecht. Wichtig ist, dass die Partnerin die richtige Haarfarbe hat :wink: , also die gleiche wie meine Tochter hatte... Und es ist schon was anderes, dass da eine junge Frau jetzt ist und nicht die Oma. Seit diesem Schicksalsschlag damals war ich in einer Rolle, die nicht so richtig die Nur-Oma-Rolle war. Ich hatte da schon einen anderen Stellenwert für meine Enkelin. War die wichtigste weibliche Bezugsperson. Jetzt bin ich wieder Oma. Schwer zu erklären, aber es fühlt sich für mich so anders an als vorher. Es ist gut so aber es hat für mich auch was mit Loslassen zu tun. Es ist gut, dass da jetzt eine junge Frau ist. Enkelin ist also ziemlich glücklich mit der "Neuen", die beiden haben auch eine gute Ebene. Das Verblüffende ist, dass Enkelin und Partnerin sich irgendwie ähnlich sehen... die Kinder der Partnerin dagegen sehen so aus wie ihr verstorbener Papa. Keine Ähnlichkeit mit ihrer Mutter :shock: . So kann es gehen...

    Die Kinder kommen untereinander gut klar und mögen sich sehr.

    Und ich... ich komme gut damit zurecht! Erstaunlich. Ich freue mich so, dass der Schwiegersohn wieder eine Partnerschaft eingehen konnte, er hat ja lange getrauert, denn meine Tochter und er waren ja lange zusammen, seit ihrer Schulzeit. Nun sind jetzt im März auch schon 5 Jahre um, dass meine Tochter tot ist :shock: . Ja, es ist gut, die Frau tut ihm gut und er ist richtig glücklich und entspannt. Dass tut allen gut. Ihm am meisten.

    Tochter und Partnerin, das sind für mich zwei verschiedene Personen. Die Frau jetzt ist kein Ersatz für die Tochter. Das geht ja gar nicht. Jede hat ihren Platz, ich weiß dass der Schwiegersohn ein Platz in seinem Herzen hat, an dem meine Tochter ist.

    Ich habe noch immer meine Trauer. Aber das hat was mit mir und meiner Tochter zu tun, nicht mit dieser neuen Partnerschaft. Komisch, ich kann das nicht besser erklären.

    Ich mag die Frau sehr und ich glaube, sie mich auch. Demnächst werde ich dann alle drei Kinderchen babysitten 8) , ich bin gespannt. Das kleine Kind ist ja noch nicht mal zwei Jahre alt. Ich freue mich, dass mir da so viel Vertrauen entgegen gebracht wird. Das Leben geht weiter. Das soll und muss so sein.

    Und im Sommer geht es wieder an die Nordsee, mit der Enkelin :D . Aber nach Büsum geht es dann.

    Und jetzt mache ich weiter Urlaub hier im Bayerischen Wald, die letzten Tage. Ist ja nur ein Kurz-Urlaub. Schnee -schön ist das .

    Eine liebe Umarmung zurück
    Aurora

    Liebe Stine,

    ich freue mich riesig, dich auch hier wieder zu lesen.
    Ganz aus den Augen verloren habe ich dich ja nicht, über andere Kanäle habe ich ja doch was mit bekommen, was du so gemacht hast die Jahre.

    Meine Enkelin erinnert sich auch noch an dich :wink: .

    Da ist auch eine Menge passiert, denn inzwischen gibt es da eine neue Frau bei meinem Schwiegersohn und 2 kleine Kinder, die sie mitbringt.

    Liebe Grüße an dich
    Aurora