Beiträge von Aurora

    Hallo Nika,

    puh, das ist dann wirklich schwer, wenn er jetzt gerade in einer Nicht-Trinker-Phase ist. Ich kann's mir sehr gut vorstellen, mir ging's ja nicht anders. Mein Exmann hat ja auch solche Zeiten gehabt, in denen er nichts oder sehr wenig getrunken hat. Und dann war alles tutti, das Familienleben ruhig und ich voller Hoffnung und Zuversicht. Bis dann Tag X wieder da war.

    Ich weiß natürlich nicht, wie ernst es deinem Mann nun tatsächlich mit einem, seinem trockenen Leben ist. Na klar ist da die Angst vor falschen Entscheidungen. Es ist da echt schwer was dazu zu sagen.

    Entscheidungen sind aber auch dazu da, dass du sie ändern kannst. Du hast ja immer das Recht auch, deine Entscheidung zu verändern. Und du musst ja nicht von heute auf morgen dein ganzes Leben umkrempeln.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nika,

    und herzlich willkommen!

    Es ist doch normal, dass du Zukunftsängste hast. Veränderungen machen nun mal auch Angst. Wichtig ist doch aber, dich von der Angst nicht lähmen zu lassen. Informationen helfen dabei sehr gut. Also zum Beispiel Informationen über finanzielle Möglichkeiten und so weiter.

    Wie wird dein Leben verlaufen? In die Zukunft kann leider oder zum Glück niemand gucken. Du kannst aber für dich die Weichen stellen, in welche Richtung es gehen kann. Eine Zukunft mit einem nassen Alkoholiker ist allerdings schon planbar, denn es passiert immer der gleiche Strudel abwärts... Und dabei wirst du weit und weiter über deine Grenzen gehen und mehr Kraft brauchen als du jemals hast!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Thebegin,

    ich antworte dir erst jetzt, denn wir sind im Urlaub. Und ich habe mein Läppi dabei, aber wlan hat nicht gut geklappt bisher. Irgendwie auch ein Zeichen... Es tut mir gut, auch mal nicht mich "zu kümmern" hier :wink: . Ich muss da nämlich ziemlich aufpassen, dass mein Helfersyndrom nicht wieder ausbricht. Aber dir möchte ich jetzt gerne antworten. Es macht Spaß, dieser Austausch mit dir! Und bringt auch mir eine Menge. Denn ich setze mich dann ja auch mit meiner eigenen Sache auseinander. Und das ist immer wieder wichtig für mich.

    Ich freue mich, wenn du mit meinen Beiträgen hier was anfangen kannst :) . Ich "opfer" aber keine Zeit hier, ich mache das gerne und wie gesagt auch in meinen Grenzen. Ich finde es wichtig, wenn Cos mit vielen Erfahrungen und gegangenen und erfolgreichen Wegen sich mit Cos auseinander setzen, die sich gerade auf den Weg gemacht haben. Es gibt wenig Austauschmöglichkeiten für Coabhängige, finde ich. Also hab bloß keine Angst hier zu nerven oder so, im Gegenteil, Hau in die Tasten und lass alles raus, was dir einfällt!

    Zitat

    Ich danke dir umso mehr für deine Zeit.

    Ich freue mich aber sehr über diese schöne Rückmeldung. Es ist schön, positive Rückmeldungen zu erhalten und auch, dass Menschen, dass du was damit anfangen kannst. Das finden viele selbstverständlich. Und darum danke ich dir auch, dass du mir diese Rückmeldung gibst! Das ist mir sehr wichtig!

    Zitat

    Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr finde ich etwas das ich nicht finden will und das unausweichlich ist.

    Ja, das ist so... als ich damals damit anfing und mir auch mein eigener Anteil an dieser Beziehung da immer klarer wurde, da habe ich Rotzblasen geheult, zwischendurch.

    Dieses Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen kenne ich (natürlich :wink: ) auch. Denn mein Exmann hat zwar immer "jaja" gesagt und Verständnis zwischendurch gezeigt und Besserung versprochen, aber er konnte das einfach nie auch so leben dann. Nur mal kurz, mehr nicht. Die Sucht ist einfach stärker. Und ich dachte immer, er solle sich doch nun mal anstrengen, er muss doch einfach mal was kapieren, er muss das doch für mich und die Kinder machen, liebt er mich nicht, vielleicht bin ich ja doch schuld...

    Ich habe gelernt, dass ich keinen Menschen, egal ob anhängig oder nicht, nach meinen Vorstellungen verändern kann. Ich kann auch keinem Menschen weiter als bis vor die Stirn gucken, also was er denkt oder so. Das ist heute noch sehr schwierig für mich, das so zu sehen und zu akzeptieren, also in meinem Leben, das ich jetzt habe. Da bin ich immer noch am Üben...

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    Wenn er die Tür abends aufschloss, und ich wusste etwa wann das sein würde, habe ich mich schnell eingeschlossen und nicht mehr gewagt mich zu rühren.
    Kein Licht, kein Nichts.

    Wie unfassbar traurig! In deinem eigenen Heim hast du dich so zurück genommen, dich selbst weggesperrt gewissermaßen. Wie gut, dass du das jetzt nicht mehr machen musst.

    Ich mag den Herbst. Es bedeutet für mich Rückzug und zur Ruhe kommen auch. Ich mag die bunten Blätter und auch die Nebel, die so rumschweben :) . Aber ich bin dann auch irgendwann immer froh, wenn die Weihnachtszeit kommt. Ich freue mich auch diesmal schon darauf. Bzw. merke ich gerade, ich freue mich diesmal endlich wieder auf diese Zeit... ein gutes Zeichen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Huch,

    soooo viel lieber Besuch hier :D .

    Elfriedööööö. ich verscholle nicht, keine Sorge :lol: , hier im Forum wird man mich so schnell nicht los.

    Ja, Thebegin, ich bin heute glücklich :D , so weit das geht mit meinem Schicksal. Ich habe hier im Forum vor 9 Jahren einen Mann kennen gelernt, vor 8 Jahren haben wir uns verliebt und vor 5 Jahren geheiratet! Er ist trockener Alkoholiker. Er ist das Beste, was mir je passiert ist!

    Hey eklissee, jaaaa, das ist viel Druck abgefallen!

    Huhu Gotti, hey, bist du wieder da... :D

    Ja, ich bin erleichtert, dass es mit der Rente geklappt hat. Für 2 Jahre ist erst mal Ruhe. Andererseits hätte ich es lieber anders gehabt. Arbeiten war ja nicht immer schlecht. Aber durch all die Dinge, die mein Leben ausmachen, habe ich meine Energie verloren. Ich habe eine chronische Depression. Ich schaffe mein Leben nur noch in kleinen Häppchen.

    Mit der Rente jetzt kann ich meine Zeit einteilen und habe trotzdem einen finanziellen Rückhalt. Das ist mir sehr wichtig! Dante verdient ja auch was, so ist es ja nicht, aber es ist ein gutes Gefühl, auch was zum gemeinsamen Lebensunterhalt zusteuern zu können.

    Ja Gotti, ich hoffe auf viele gemeinsame, ruhige Jahre!

    Aurora

    Liebe Thebegin,

    oh weia, da kommt mir so viel bekannt vor in dem, was du schreibst.
    Ich habe schon oft gedacht, Coabhängigkeit hat auch immer die gleichen Muster. Genau wie der Alkoholismus. Es gibt natürlich auch immer einen Teil Individualität, abhängig von den Lebensumständen, aber trotzdem gibt es sehr, sehr viel, was immer wieder gleich abläuft.

    Das, was du über dich schreibst, über deine Ehe, das zeigt das typische Co-Bild, finde ich. Dieses übergroße Gefühl der Verantwortung. Das tolle Gefühl dabei, die einzig verständnisvolle Person für ihn zu sein. Die einzige, die ihm helfen kann. Dieses Gefühl, ich alleine verstehe diesen Menschen und muss ihm doch helfen. Er geht sonst unter, er macht das ja nicht absichtlich, er hatte eine schwere Jugend/einen schweren Arbeitsalltag/eine böse Exfrau/ schlimme Erlebnisse... so in etwa. Es wird versucht, ihn auf den rechten Weg zu bringen, indem auch ein gewisser Druck ausgeübt wird. Es ist immer wieder die Hoffnung, es geschafft zu haben. Es ist ein Festklammern an den Umständen aus Angst vor der eigenen Zukunft, aus Angst vor Eigenverantwortung. Dieses sich stets zurücknehmen in den eigenen Bedürfnissen.

    Ich finde es klasse, wie du dich mit diesem Thema befasst und wie viele Dinge dir dadurch klar geworden sind. Wichtig dabei ist es zu sehen, dass du nicht aus Berechnung so gehandelt hast. Natürlich hast du in der Hoffnung gehandelt, dass er sich "bessert". Aber von Schuld zu sprechen, dass der Coabhängige, in dem Fall du, auch seine Situation verschlimmert hast, das finde ich falsch.

    Du hast so gehandelt, wie es aus deinem Verständnis heraus richtig war. Erst mit dem Auseinandersetzen der Krankheit Alkoholismus und der Verhaltensstörung Coabhängigkeit kann dir vieles klar werden. Ich wollte meinem Exmann nie schaden, im Gegenteil, ich wollte ihm doch nur helfen! Dass gerade das verkehrt war und ich ihm Verantwortung damit genommen habe, das war mir doch nicht klar. Ich habe in meinem Muster gelebt.

    Und das macht auch einen Coabhängigen so attraktiv für einen Alkoholiker und einen Alkoholiker so attraktiv für einen Co. Beide erkennen im anderen bestimmte, ihnen altbekannte Verhaltensweisen. Das lässt sicher werden, das bringt Verständnis und Wohlfühlen.

    Ein selbstbewusster Mensch wird nicht so schnell in die Co-Falle tapsen. Glaube ich.

    Ich denke auch, dass du das schaffst, Dinge für dich zu erkennen und zu verändern!

    Ja, und Enkel sind toll. Unsere Enkelin ist inzwischen 8 Jahre alt. Da meine Tochter nicht mehr lebt :cry: ist sie in den Ferien oft mehrere Tage bei uns. Unser Schwiegersohn genießt dann auch mal seine klinderfreie Zeit. Sie war von Mittwoch Nachmittag bis vorhin hier... Super schön und super anstrengend.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
    liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Thebegin,

    herzlich willkommen :) .

    Vieles von dem, was du beschreibst, kenne ich auch von mir. Und ich würde das auch als coabhängiges Verhalten sehen.

    Dieses Kontrollieren zum Beispiel. Dieser Wunsch danach, alles im Griff haben zu müssen, das Leben selbst in der Hand zu haben. Das gibt ein Gefühl von Sicherheit. Und unsicher ist ein Co allemal. Selbstvertrauen, Selbstsicherheit, das sind eher Fremdwörter. Nicht in einem selbst spürbar. Daher wird ein Gerüst gebaut zum Festhalten.

    Ja, man glaubt, es ist normal. Bei mir ist es auch so, dass ich aus einer Familie komme, in der es sehr viele Alkoholiker gab, in der das Trinken dazu gehörte. Das war "normal"... Das hat mich zuerst auch an meinem Exmann mit angezogen, er passte genau in das Schema, das ich seit meiner Geburt gewissermaßen kannte.

    Als ich erkannte, dass da was ganz schief lief mit seiner Trinkerei, als es mich immer mehr störte, da versuchte ich schon, meine Vorstellung von Ehe und Beziehung zu verwirklichen. Es wieder herzustellen (obwohl es nie da war, es war nur meine rosarote Brille, die das sehen wollte). Ich dachte, ich wäre stark genug, ihn verändern zu können. Ihn passend nach meinen Vorstellungen formen zu können. Ihm helfen zu können. Und nur ich alleine konnte das schaffen... dachte ich.

    Coabhängigkeit ist eine sehr vielschichtige Angelegenheit!

    Als mir damals Dinge klar wurden, als ich mich getrennt hatte, da waren alkoholisierte Menschen für mich ober ekelhaft! Heute hat sich das gemildert. Alkoholismus ist eine Krankheit, Menschen erkranken daran, auch das ist eine sehr vielschichtige Angelegenheit, aber keiner sucht sich das aus!

    Und ich bin immer noch erschrocken, wie weitreichend diese Krankheit in unserer Gesellschaft vertreten ist...

    Ups, jetzt ist meine Enkelin wach geworden und meine Oma-Pflichten rufen! :D .

    Ich wünsche dir einen guten Tag
    viele Grüße
    Aurora

    Hallo Trinkula,

    keiner zwingt dich dazu, deine Beziehung zu beenden! Das ist ja deine eigene Entscheidung, es ist dein Leben. Da hat niemand was zu sagen außer du.

    Aber du bist ja auch hier in unserer SHG. Und zwar deshalb, weil es schon für dich eine sehr schwierige Zeit war. Nun blickst du optimistisch in die Zukunft. Das ist doch völlig ok so.

    Nun sind hier aber auch alles Menschen, die auch ihre Erfahrungen gemacht haben. Und viele von diesen Erfahrungen sind genau so wie deine Situation jetzt. Also wird dir dazu auch was gesagt, es wäre ja blöd wenn nicht... Dazu ist doch eine Selbsthilfegruppe da!

    Ich würde es toll finden, wenn du nun nicht das Handtuch schmeißt und nicht mehr herkommst. Wenn du von deinen guten und schlechten Zeiten mit deinem Partner weiter berichtest. Das ist ja auch für dich wichtig.
    Achtsamkeit mit dir und deinen Gefühlen, Wahrnehmungen, das kannst du hier üben.

    Ich wünsche dir einen guten Sonntag
    liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Trinkula,

    Zitat

    Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt. Alter Spruch, aber sehr wahr!
    Mein Mann trinkt moderat, als hätte er niemals bis zum Kontrollverlust gesoffen. Klar, weiß ich nicht, ob das so bleibt. Aber ich hüte mich zu sagen, dass es nicht sein kann, dass es so bleibt. Denn er fühlt sich mit diesem moderaten Konsum augenscheinlich wohl. Ich breche hier kein Lanze für das kontrollierte Trinken bei Alkoholkranken, aber das muss ich auch nicht. Wenn es so bleibt, gut ..und wenn nicht, trenne ich mich. Dein Freund weiß von Dir, dass Du gehst, wenn es wieder so wird wie es wahr. Und jetzt liegt es an ihm und nicht an Dir, was er macht! Und ich teile die Meinung nicht, dass Alkoholiker nicht der Liebe willen aufhören sollten zu trinken, weil sie es nur für sich tun sollten. Sie sollten es für Ihren Partner und für sich tun. Man muss sich manches für eine funktionierende Beziehung verkneifen, warum nicht auch das?
    Viel Glück und glaube an Dich!

    Es ist für jemanden, der selbst nie in der stofflichen Sucht gesteckt hat, schwer, sie zu verstehen. Zu verstehen, wie funktioniert Sucht. Was passiert da. Ich finde das sehr wichtig, es aber zu wissen. Also Fakten zu wissen. Denn das erleichtert eine Menge. Einfach, weil Dinge dadurch klar werden.

    Ein Alkoholiker kann nicht moderat trinken. Das ist ein Fakt! Es mag eine Zeit lang gehen, aber dann wird die Gier immer größer. Das ist im Gehirn bei Süchtigen so abgespeichert. Und das lässt sich nicht rückgängig machen. Ist der Schalter ein mal umgelegt, bleibt er umgelegt.

    Jemand der in einer Abhängigkeit steckt muss es aus innerster Überzeugung wollen, das Aufhören. Natürlich kann auch die Liebe zum Partner ein Anlass sein, aber nur auf der Ebene, dass der Abhängige die Beziehung und sein Leben mit dem Partner nicht aufgeben möchte. Dass eine Einsicht da ist und der innerste Wunsch. Der Wunsch, ein zufriedenes, alkoholfreies Leben zu führen. Ohne Verzicht.

    Zitat

    Man muss sich manches für eine funktionierende Beziehung verkneifen, warum nicht auch das?

    Ein Süchtiger kann sich nichts verkneifen! Auch das ist Fakt. Die Sucht ist stärker als alles. Ein Verkneifen bedeutet Verzicht, bedeutet, dass es nicht aus eigener Überzeugung passiert. Und da wird dann vieles angehäuft. Gedanken wie "Ich muss es mir verkneifen, was alle anderen dürfen... Ich mach das ja nur meiner Frau/meinem Mann zuliebe...Du bist Schuld, dass ich mich so Sch..ße fühle, solchen Saufdruck habe...

    Und irgendwann, "Ich habe mich genug beherrscht, ein Gläschen geht ja, ich darf ja wenigsten zum heutigen Anlass mal, " usw.

    Ich bin keine Alkoholikerin. Aber ich habe viel, sehr, sehr viel über diese Krankheit gelernt. Und ich habe viel, sehr viel, mit meinem Exmann auf dieser Ebene erlebt! Und es von anderen so gehört. Und es ist immer so.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    Gestern in der S-Bahn. Da saßen zwei junge Männer, sturzbesoffen, der eine mit einer Flasche Bier noch in der Hand. Sie laberten rum. Und ein Gestank haben die verbreitet, wie 'ne ganze Eckkneipe. Und eine junge Frau saß dabei von der ich denke, sie gehörte dazu. Sie war nüchtern. Und grinste so, ja, so. So wie ich immer gegrinst habe. So eingefroren. Manchmal hat sie was geantwortet bzw. gesagt zu den Männern. Ich wär am liebsten aufgesprungen und hätte sie da weg gezerrt.

    Und anscheinend gibt es auch bei Cos so komische Trigger, von denen ich nie glaubte, dass es sie jetzt noch geben könnte.

    Ich habe einen ganz gruseligen Traum gehabt,

    Vom Exmann. Der stank wie eine Eckkneipe. Und der mich umarmte, umklammerte, an mir rumtatschte und laberte, ich solle doch bei ihm bleiben. Ich konnte mich gar nicht wehren, es war so ein komischer Kampf. Ich versuchte ihn weg zu stoßen aber er war stärker und ließ sich nicht weg drücken. Er klebte förmlich an mir und ich war seinem Gestank und seiner erdrückenden Umarmung ausgeliefert. Schrie, lass mich los, hör auf, ich will weg hier, ich habe einen neuen Mann!

    Oh man, der Traum hängt mir jetzt noch nach . Nie wieder so ein Leben! Nie!

    Aurora

    Liebe Wildblume,

    ja, ich mag den Herbst. Bisher war es ja eher ein wunderschöner Spätsommer... Das Licht ist anders, gelber irgendwie und die Luft hat so einen Duft. Ja, ich mag Herbst.

    Und heute ist es - wie schon die letzten Tage - eher so richtig herbstlich. Nieselig, still, grau. Ich mag auch diese Stimmung, ich fühle mich so richtig heimelig hier zuhause und kuschel mich heute einfach ein. Tee werde ich mir machen. Und mich einfach wohl fühlen.

    Das mit dem Arbeitskollegen hört sich gut an! Nicht als Liebesbeziehung oder so, das ist es ja auch nicht. Aber überhaupt mit einem Mann ein "normales" Verhältnis zu haben, auf einer Ebene eben, das ist eine gute Erfahrung! So war es ja auch bei Dante und mir anfangs.

    Es war gut, einfach als gleichwertige Person angesehen zu werden. Nicht als S.exualobjekt, nicht als Muddi, nicht als Helferlein. Sondern einfach als Mensch. Es war eine wunderbare Freundschaft, ist es noch immer.

    Es ist gut, dass du das als Lernfeld siehst, einen entspannten Umgang mit dem anderen Geschlecht zu haben. Das mit dem Projizieren kann ich auch sehr gut :? . Es gab Zeiten, da musste ein Mann nur freundlich zu mir sein, hilfsbereit oder so und schon dachte ich, das wäre mehr... Es war für mich unvorstellbar, dass mich ein Mann einfach als Mensch sehen könnte und nicht als nützlichen Gebrauchsgegenstand.

    Ja, es tut gut, ab und an der Trauer einen Platz zu geben. Dieses Gefühl gehört einfach zu einem Leben auch dazu. Und zu beweinen, was dir fehlt, das macht klar im Kopf und erleichtert.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Wildblume,

    ja, ich erinnere mich natürlich an dich und habe öfter an dich gedacht und wie es dir wohl so geht.

    Du wirst deine Persönlichkeit nie ausmerzen können, aber ist das überhaupt erstrebenswert? Ich glaub nicht... Aber wie du es schon schreibst, du kannst lernen, mit deinen Dingen besser umzugehen. Beziehungen unter anderen Gesichtspunkten sehen lernen. Weil du dich immer besser kennen lernst. So ist es jedenfalls bei mir.

    Ich bin jetzt seit gut 8 Jahren in einer neuen Beziehung seit meiner 1. Ehe. Und ich weiß, ich muss schon auch achtsam sein. Denn allzu schnell bin ich in alten Verhaltensweisen. Zum Teil ist das okay und mein Mann und ich genießen das auch. Wenn ich ihn z.B. liebevoll verwöhne und er das annehmen und genießen und mir auch spiegeln kann.

    Was ich neu lernen musste (und immer noch muss) ist, dass es auch umgekehrt geht. Also er verwöhnt und sorgt für mich liebevoll und ich kann das annehmen. Das ist erst mal schwierig :shock: . Dieses Gefühl zu haben, dass ich es einem Menschen wert bin verwöhnt und geliebt zu werden und das auch annehmen darf! Ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen. Es klappt immer besser, das ist auch einfach ein Lerneffekt. Und da es unheimlich gut tut, lerne ich das doch ziemlich schnell :lol: , es klappt wirklich schon gut, wird aber nie selbstverständlich für mich sein! Sondern etwas besonderes...

    Bei mir gibt es nix Neues. Der Widerspruch gegen die Ablehnung der Rente läuft, ebenso wie der Antrag auf Schwerbehinderung. Mein Sohn hat endlich eine Arbeit :D , und zwar hört sich das richtig gut an. Mal sehen.

    Lass doch wieder öfter was von dir hören, ich würd mich freuen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Grethe,

    ich werde morgen an dich denken und dir die Daumen drücken für ein gutes Gespräch mit ihm! Forumsdaumen sind klasse, sie haben auch mir schon oft geholfen :) .

    Ich bin gespannt, was du berichten wirst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Grethe,

    ich lese hier mit :wink: .

    Ich finde dich sehr klar und zielstrebig. Du hast deine Sachen mitgenommen, du hast dein Ziel klar vor Augen.

    Zitat

    Aber es gibt nur diesen einen Weg für mich, alles andere ist keine Alternative mehr. Und ganz ehrlich- ich freue mich auf das Loslassen und auf die Wochenenden ohne betrunkenen Mann.

    Das sagt es doch alles aus! Du eierst nicht erst jahrelang rum, du machst Nägel mit Köpfen, auch wenn das weh tut. Trennungen tun immer weh! Egal, was da vorher war. Aber du siehst auch ganz klar deinen Vorteil davon und deinen Lebensgewinn. Und das ist wichtig.

    Dass du Angst vor dem letzten Gespräch hast ist doch auch klar. So etwas ist nie leicht und es spielen da eine Menge Emotionen mit. Und er wird ja auch was dazu sagen...

    Ich wünsche dir viel Kraft für das Gespräch.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Cielo, danke schön :D . Den Spaß werden wir haben, dafür sorgt unser Terrorkrümel schon. Wobei - ein Krümel ist sie ja nicht mehr. 8) Wir werden wohl mit Kastanien was basteln, sie hat ca. 20 kg eingesammelt :shock::wink: .

    Aurora

    Hallo,

    der Urlaub ist nun schon längst vorbei, ich freue mich schon auf den nächsten.

    Das Wetter ist hochsommerlich... ich mag Wärme ja sehr, aber mittlerweile ist es mir doch zu viel :? . Es soll sich nun ja aber abkühlen. Mal sehen.

    Momentan hocke ich in der Wohnung vom Schwiegersohn, er hat einen Maler am Werkeln hier. Die Fenster mussten mal einen neuen Anstrich bekommen, die Hausverwaltung hat sich auch mal endlich dazu bereit erklärt. Nachher kommen dann noch Dante und die Enkelin, er holt sie von der Schule ab. Und am Wochenende wird sie auch dann bei uns sein :D .

    Ich bin also schon etwas eingespannt und merke, wie das an meinen Kräften auch zehrt. Auch wenn ich hier nur rum sitze... Aber ein Ende ist in Sicht.

    Und Enkelzeit ist immer gut, sie werden soooo schnell groß. Im Oktober wird sie schon 8 :shock: . Da heißt es also, die Zeit noch zu genießen, bevor sie lieber mit "Jungs" rummacht als mit Oma und Opa :lol:8) .

    Aurora

    Liebe Grete,

    du schreibst

    Zitat

    Nun warte ich im Prinzip darauf, dass er irgendwas völlig verbockt, oder dass es mich mit der Zeit so ankotzt, dass keine Liebe mehr übrig ist.


    Das kenne ich von mir auch! Ich habe eine Zeit lang gehofft, dass er doch endlich den Schritt machen würde, sich von mir trennen würde. Aber leider tat er das nicht, das hätte sein Bild von einer intakten Beziehung (die gar nicht intakt war) zerstört.

    Ich habe damals überlegt, warum ich so denken würde, also dass er doch die Trennung machen würde, irgend was jedenfalls, was vor aller Welt mir eine Berechtigung geben würde, einen Schlussstrich zu ziehen. Irgendwann kam ich dahinter, dass es bei mir so war, dass ich dann ja praktisch nicht die Verantwortung dafür hätte. Dass ich ihm nicht weh tun müsste. Dass nicht ich "die Schuld" hätte...

    Ich habe also ausgehalten, weil ich ihm auch nicht weh tun wollte, lieber habe ich mir weh getan. :( . Blöd, oder? Aber ich habe damals gedacht, es wäre dann leichter für mich.

    Schritte vor und zurück, das ist einfach so. Am Anfang, wenn du merkst, dass da was gar nicht so läuft wie du dachtest, zerren ja mindestens auch zwei Seiten an dir. Die eine Seite ist die, dich auf was neues einzulassen, weg zu gehen. Die Konsequenzen dafür zu tragen, aber auch die Erleichterung zu spüren. Die andere Seite ist das Alte, was dich festhält. Die Wünsche und Träume, Liebe, die du in die Beziehung gesteckt hast. Das Vertraute mit ihm. Die Angst vor den Konsequenzen, vor Fehlern.

    Das zerrt dich nun hin und her. So war es jedenfalls auch bei mir. Es gibt Menschen, die gehen ganz geradlinig durch's Leben in solchen Sachen. Sie haben Vertrauen in sich selbst und in ihre Entscheidungen. Sie haben genug Selbstwert, um gut für sich einstehen zu können. Die sagen:" So, jetzt is ma jut hier und tschüss!".

    Wenn du aber diese Co-Strukturen hast, ist das tausend Mal schwerer. Dann eierst du rum, lässt dir weh tun, willst doch den anderen nicht verletzen, willst ihn schützen, weg bringen vom Stoff, helfen. Du nimmst dich selbst nicht ernst genug, steckst immer wieder ein, steckst zurück. Bist unsicher, was du richtig machen sollst. Du hast nicht genug oder sehr wenig Selbstvertrauen, also Vertrauen in deine Wahrnehmungen und Handlungen. Willst immer alles richtig und allen Recht machen...

    Nur eines vergisst du absolut dabei, nämlich dich selbst...

    Sehe nun dein momentanes nicht vorwärts Kommen nicht als Unfähigkeit! Es gehört auch ein Stück weit dazu! Wichtig ist aber, dass du dich endlich mit dir und deinen Gefühlen auseinander setzt, dass du erkennst, was du nicht mehr haben willst.

    Auch ein Weg mit Umwegen, mit Regengüssen, mit dicken Steinen und Löchern ist ein Weg...

    Liebe Grüße
    Aurora