Beiträge von Aurora

    Liebe leergebrannt,

    hui, da hast du ja ganz schön was einstecken müssen von deinem Ex.
    Er hat dich schamlos ausgenutzt um zu labern, er hat dich zum Heulen gebracht, das muss sehr befriedigend für ihn gewesen sein (spekulier ich einfach mal). Er hat dir gezeigt, wer der Herr ist, wer die Macht hat, gewissermaßen. Wahrscheinlich hat er dazu in seinem eigenen Leben keine Gelegenheit... ich kenn das von meinem Ex.

    Und dieses Mutti-Gehabe... oh je, ich war ja auch mal so. Als ich mich vor 9 Jahren hier im Forum anmeldete, war das sogar mein Nick :"Muddi". :shock: . Das sagt ja alles, oder? Denn genau so habe ich mich gefühlt.

    Verantwortlich eben und dass ohne mich nichts geht. Auf der anderen Seite hat es mich ange.otzt, mich so zu fühlen. Denn es hat mir sämtliche Energie geraubt. Bei meinem Exmann ist es so, dass er zu seiner Mutter eine eigenartige Verbindung hat. Und vor allem sie zu ihm.

    Seine Mutter hatte mir damals klar gemacht, dass sie eben die Muddi ist und nur sie am besten über die Bedürfnisse ihres Sohnes Bescheid wüsste. Und dass ich ja alles so machen sollte, wie er es von ihr gewohnt war! Sie hat also mir ihre Muddi-Rolle übergeben, zumindest teilweise. Und ehrlich, mein Exmann hatte es auch nicht anders erwartet...

    Das ist aber keine Beziehung auf Augenhöhe! War es auch nie bei meinem Ex und mir. Es war ein gegenseitiges Benutzen, denke ich. Er hatte seine Muddi, die ihm den Popo leckte... und ich hatte einen Menschen, an dem ich mein Helfersyndrom mächtig ausleben konnte.

    Boah...

    Ich finde es gut, was Hans dir geschrieben hat! Fehler sind normal, jeder macht sie. Wenn du daraus was lernen kannst, sind es wertvolle Erfahrungen!

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    Aurora

    Hallo Trinkula,

    du siehst die Dinge auf der einen Seite sehr realistisch.
    Auf der anderen Seite hast du aber doch diese Hoffnung, dass sich alles ändern könnte.

    Zitat

    Aber ich bin 50 und in den letzten 10 Jahren meinese Lebens hatte ich mehr, selbst herbeigeführte Veränderung, als manche ihn Ihrem ganzen Leben. Ein Teil dieser Veränderung ist meine Lebensplanung mit diesem Mann.

    Dass du erst mal daran festhältst, kann ich irgendwie auch verstehen. Aber das Leben an der Seite eines Abhängigen ist kein Zuckerschlecken. Zumal die Sucht ja auch nicht einfach so wieder weg ist sondern fortschreitet. Sie wird ungebremst nicht besser. Und du hängst dann da mit drin. Auch wenn du dich abgrenzen konntest und kannst.

    Ich finde es gut, dass du dich für einen Austausch hier in unserer Gruppe entschieden hast. Denn das kann echt gute Denkanstöße auch geben. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo und willkommen Sandra,

    dein Mann hat also zum 7.9.ein Bett im Krankenhaus bekommen, zur Entgiftung. Bis dahin muss er moderat weiter trinken! Das ist sehr wichtig, denn ansonsten wäre es ein kalter Entzug und der ist lebensgefährlich! Das hast du ja schon gemerkt an diesem Sonntag, als er im Bett lag und gezittert hat... das ist dann eher noch die harmlose Variante. Es gibt aber keine Garantie, dass es immer so ist.

    Das ist jetzt erst mal Fakt Nummer 1. Was dein Mann dann daraus machen wird, ob er tatsächlich diesen Termin im KH dann wahr nehmen wird, ob er danach weiter macht um nüchtern zu bleiben, liegt in der Zukunft und vor allem nicht in deiner Hand.

    Genau so muss er alle seine Schritte aus sich heraus machen. Du kannst ihn zur Suchtberatung schleppen, ob er aber dann überhaupt was damit anfangen kann oder will liegt auch nicht bei dir! Genau so, wie du zur Zeit kein Licht am Horizont siehst und eine Trennung für dich mit allen möglichen "Neins" belegt ist, so geht es ihm auch mit seinem Saufen. Es muss von innen heraus der Wunsch kommen, endlich was zu ändern. Bei beiden!

    Und da kommt Fakt Nummer 2, gewissermaßen :wink: .
    Lass ihn machen! Er ist schon groß, er ist ein gestandener Mann und Handwerker. Er ist dafür verantwortlich, was aus seinen Handlungen entsteht. Du kannst ihn davor nicht bewahren, wie soll das gehen? Du kannst nur dein Leben leben, nicht seins auch noch. Ist doch klar, dass du am Ende deiner Kräfte bist, wer kann denn 2 Leben gleichzeitig führen?

    Gut, natürlich sind eure Leben verwoben, das ist so in einer Ehe, gerade weil ihr auch schon so lange zusammen seid. Gerade das macht es so schwer, da los zu lassen. Ihn sein's machen zu lassen und du machst dein's.

    Trennung - ja, das ist immer leicht gesagt... und mit Sicherheit auch meistens mehr als sinnvoll. Ein glückliches Leben an der Seite eines Abhängigen kannst du nicht führen, das ist äußerst schwer bis unmöglich. Es bleiben da immer Einschränkungen. Abgrenzung - das ist da wirklich schwer dann. Und erfordert sehr viel Energie.

    Du musst ja aber nun nicht von heute auf morgen da was durchziehen! Mach in kleinen Schritten. Beginne einfach mit Dingen, die du einfach für dich ändern kannst. So habe ich das auch gemacht. Ich kann's empfehlen.

    Also wie ist das mit dem Joggen oder Radfahren? Machst du das denn jetzt regelmäßig für dich? Kannst du dabei abschalten, auf deinen Atem achten, deinen Körper spüren? Das ist doch ein guter Anfang.

    Und dann kannst du beginnen, dir Prioritäten zu setzen. Prio 1 bist du! Du hast also jahrelang seine Buchhaltung gemacht? Ok. Jetzt geht das nicht mehr, weil er unzuverlässig ist, du keine richtigen Daten etc bekommst. Ok, dann ist es dein gutes Recht, sozusagen zu kündigen. Es ist ja nicht deine Aufgabe, ihm die Dinge hinterher zu tragen. Das schaffst du nicht! Das musst du auch nicht schaffen!.

    Es ist gut, dass du Selbsthilfegruppen hast! Eine real und unsere hier! Es ist wichtig und hilfreich jemanden zum Austauschen zu haben auf diesem Weg. Und in Selbsthilfegruppen sitzen alles "Spezialisten" :wink: , denn sie kennen deine Gefühle gut weil sie sie selbst gefühlt haben oder fühlen. Ich kann dich jedenfalls sehr gut verstehen. Ich kann deine Erschöpfung fühlen, deine Enttäuschung und Wut. Deine Ängste, deine Gefühle der Verantwortung und dass er völlig verloren ist, wenn du gehst. Das alles sind Gefühle, die ich auch hatte! Ich habe dann Schritt für Schritt gemacht da raus, das geht. Du kannst das auch! :) . Und es erwartet dich was so Schönes. Das Gefühl von Zufriedenheit, wenn wieder ein Schritt gelungen ist und du spürst, wie gut es tut. Wie gut es sich anfühlt, sich selbst wichtig zu nehmen und deinem Mann seine Eigenverantwortung zurück zu geben. Das macht so frei!

    So, genug gekritzelt :wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Chuck,

    diese Kraftlosigkeit - das Strudeln in Gewalt und Abhängigkeit raubt dir deine Kraft! Ich hoffe so sehr, dass du noch was mobilisieren kannst und gehen kannst. Es gibt viele Stellen, an denen du Hilfe bekommen kannst.

    Ich finde es gut, dass du wieder hier schreibst!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe lg,

    echt blöd, diese Endlosschleifen im Kopf, kenne ich zur Genüge. :( .

    Wie Hans das schon schreibt, es ist schon mal gut, diese Gedanken auch hier zu lassen.

    Diese Gedanken scheinen dir ganz schön Energie zu rauben. Energie, die du besser für dein Leben brauchen könntest. Ich habe in meiner Therapie da was gelernt.

    Ich kann zu meinen Gedanken "stopp" sagen. Ich kann ihnen sagen, "ich habe jetzt wirklich lange genug darauf rumgegrübelt. Ich habe dieser Sache wirklich genug Zeit und Kraft geopfert. Jetzt ist mal Pause hier! Jetzt mache ich mal was anderes und kann ja morgen früh wieder für 1 Stunde rumgrübeln, wenn ich mag!"

    Das klappt bei mir auch nicht immer auf Anhieb aber es klappt immer besser. Vielleicht magst du es auch mal probieren.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo chuck81,

    das hast du letztens bei Kürbiskopf geschrieben:

    Zitat

    Hi, Danke der Nachfrage! Mein XY ist seit 9 Wochen (davon 8 stationär) trocken. Wir haben einen Neustart gewagt und momentan geht es mir gut in der Beziehung. Im Augenblick denke ich nicht darüber nach, ob er wieder trinken könnte oder nicht- ich merke, dass er es selbst nicht möchte. Was ich jedoch bemerke, ist, dass ich viel über die schlechten Zeiten nachdenke. Erst jetzt beginne ich zu reflektieren, was er mir alles angetan hat. Und auch wenn ich es schon so oft geschrieben habe, ich bin noch immer darüber schockiert, dass ich das so lange ausgehalten habe. Die 2 Monate in welchen er Therapie gemacht hat, haben mir geholfen mich wieder zu finden, bei mir zu sein und zu spüren was ich brauche, um glücklich leben zu können. Er ist zwar ein Teil meines Lebens, aber er ist nicht für mein Glück verantwortlich. Das bin ich selbst. LG und noch viel, viel Kraft!!!!!

    Am 9.8. hast du geschrieben, dass er nun doch wieder getrunken hat. :( .

    Ich habe jetzt einfach mal dein Fädchen hier hochgeholt, vielleicht magst du ja schreiben, wie es dir jetzt geht.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    Sandra P , hast du ein eigenes Fädchen? Wenn nicht lade ich dich herzlich ein, eines zu eröffnen. Denn das ist dann dein Ort für einen guten Austausch. Hier geht das leider ziemlich unter, weil ja auch Trinkula ihre eigene Problematik hat. Das soll nun nicht heißen, dass du hier nicht schreiben sollst, im Gegenteil! Aber es wäre auch toll wenn du einen Platz für dich auch hier hast.

    Zitat

    Man kann es einfach nicht ertragen so etwas zu sehen.

    und

    Zitat

    Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalten kann.

    das schreibst du. Ersetz mal das Wort "man" im ersten Satz durch "ich"... du kannst es nicht ertrage, das mit anzusehen. Ich konnte es auch nicht. Es ist ja auch zu schmerzlich, zu verwirrend, zu ärgerlich zu...
    Und ja, durchhalten, Wie lange willst du das durchhalten? Musst du überhaupt etwas durchhalten? Durchhalten in einer Liebesbeziehung? Ist das der Sinn der Sache? Ich sag dir was, du musst garnichts! Du hast das Recht, jederzeit etwas zu verändern, was dich unglücklich macht.

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    Liebe Trinkula,

    es ist ja völlig legitim, dass du erst mal abwarten möchtest, wie er sich verhält. Natürlich ist sehr oft der erste Gedanke hier, boah, trenn dich so schnell wie es geht, nimm die Beine in die Hand und renne.

    Nur das ist immer leichter gesagt als getan. In solchen Abhängigkeitsbeziehungen spielen sehr viele psychische, emotionale Dinge mit. Lange antrainierte Muster und Lebensvorstellungen und Verhaltensweisen. Und eben auch materielle Dinge, an denen das Herz hängt, ganz klar. Ich kann davon auch ein Lied singen.

    Ich finde es gut, dass du nun für dich siehst, was du da nun machen kannst. Dass du dir dein Leben wieder zurückerobern willst.

    Zitat

    So wie die Beziehung jetzt ist, will ich sie nicht, das steht fest.

    Darauf kannst du aufbauen und auch darauf, dass du deine eigene Persönlichkeit in den Fokus rückst, wahr nimmst, was du möchtest vom Leben. Denn mit 50 liegt nicht mehr alles vor dir! Ich war Ende 40, als mir das klar wurde und ich dachte, ich will nicht meine letzten Jahrzehnte so verbringen sondern endlich mal was vom Leben haben. Ich will leben. Und zwar so, dass es auch ein Leben ist!

    Ich wünsche dir ein gutes Wochenende
    Aurora

    Liebe lg,

    ich hoffe, du konntest noch ein wenig zur Ruhe kommen und schlafen.

    "Einfach loslassen", das ist wirklich nicht einfach. Aber unmöglich ist es auch nicht...
    Du lässt ja eine Menge los, nicht nur an Gefühlen für ihn sondern auch an eigenen Träumen, Wünschen und Vorstellungen.

    Das geht leider nicht von heute auf morgen. Aber wenn du es schaffst, dir zwischendurch immer wieder kleine Highlights zu schaffen, wird es immer einfacher. Wenn du dich dem Leben zuwendest, werden sich auch neue Perspektiven für dich öffnen. Und so kannst du deine Hände immer mehr öffnen und los lassen. Denn mit Fäusten, mit vollen Händen kannst du nichts Neues aufnehmen.

    Mach dir aber da nun nicht noch zusätzlich Druck indem du denkst, du bist noch extrem weit von irgend was entfernt. Vielleicht bist du schon näher dran als du denkst :wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Trinkula,

    ich kann das, was Lütte dir schreibt, nur bestätigen. Wenn du Dinge androhst und dann nicht auch umsetzt, wird er dich nicht mehr ernst nehmen. Als ich damals zu meinem Ex sagte, "ich ziehe aus", hat er bloß so fett gelacht und zu unserem Sohn gesagt:" Das macht die ja doch nicht, das hat sie schon so oft gesagt".

    Es hat auch keinen Sinn mit einem betrunkenen Menschen zu reden. Wenn du mit deinem Mann reden möchtest dann sieh zu, dass er so weit nüchtern ist. Das ist einfach so.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Trinkula,

    Zitat

    Angedroht habe ich das schon, aber nicht den Mut bisher, es auch durchzuziehen.

    Wenn du ihm Dinge androhst dann nur solche, die du dann auch konsequent durchziehen kannst! Denn sonst kommst du in das nächste Dilemma - er wird dich nicht mehr ernst nehmen. Wenn du also nicht den Mut hast, ihn aus dem Schlafzimmer zu werfen, dann sag da weiter nichts sondern nimm eben einfach das andere Zimmer. So, wie du es auch machst.

    Du liebst und du hasst ihn, das verstehe ich sehr gut. Mein Fädchen hier im offenen Bereich heißt sogar so. Weil ich damals zuerst auch gar nicht wusste, was nun eigentlich meine Gefühle sind. Ich habe dann festgestellt, dass ich schon längst keine Liebe mehr für meinen Ex hatte. Das, was ich als Liebe bezeichnete war einfach Gewohnheit.

    Wenn du nun nicht sofort eine Trennung schaffst, dann belaste dich doch damit nicht noch zusätzlich. Wichtig ist zuerst einmal, dass du für dich Dinge sortierst und klar machst. Und vor allem, dass du ehrlich zu dir bist und genau hinsiehst, was du willst und was nicht. Dass du lernst zu erkennen, was und wo deine Grenzen sind. Und dass du dir überlegst, wie deine Zukunft aussehen soll. Dass du auf dich schaust und nicht auf ihn.

    Es hilft auch sehr, sich da rechtliche Informationen einzuholen. Denn ihr habt auch ein Haus zum Beispiel. Und du kannst deine Finanzen klären.

    Ich kann das so sagen, denn so hat mein Weg auch angefangen, damals. Ich hab mich nicht von jetzt auf gleich trennen können. Ich habe Schritt für Schritt begonnen.

    Zitat

    und begreife langsam, dass ich mich ändern muss...etwas für mich tun muss um nicht kaputtzugehen.

    Damit hast du schon einen wichtigen Schritt gemacht!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo leergebrannt,

    eine Beziehung ist zu Ende gegangen. Von der du dir mal was versprochen hast, in die du Wünsche und Lebensvorstellungen gesteckt hast. Darum sind deine Gefühle doch ganz normal jetzt.

    Und diese Schuldgefühle und das Gefühl der Machtlosigkeit, das sind so typische Co-Gefühle. Was meinst du, woran du Schuld hast?

    Und diese Machtlosigkeit, das erfordert Akzeptanz. Du musst akzeptieren, dass du nichts bei ihm erreichen kannst. Es liegt nicht in deiner Macht, ihn zu verändern.

    Es hilft, diese Gefühle zuzulassen. Da durch zu gehen. Irgendwann hören sie auch auf. Und es gibt bestimmt viele Möglichkeiten, die dich ablenken. Du kannst raus gehen, wenn das Wetter schön ist. Die Natur genießen. Oder ein richtig schönes kalorienhaltiges Eis verdrücken... mit Sahne und so. Oder du liest ein Buch, kaufst dir eine duftende Körperlotion, ein schönes Duschbad. Du darfst dich belohnen, weil du es geschafft hast, dein Leben wieder in ruhige Bahnen zu lenken. Weil du es geschafft hast, dich aus dem Kreislauf von Sucht mit ihm zu befreien. Du kannst das Handy in einen bunten Beutel stecken, dass du es nicht dauernd siehst.

    Du kannst alles machen, was dir Spaß macht. Ich wünsche dir, dass dir da was Passendes einfällt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Trinkula,

    ich habe gleich einen Termin und leider nicht viel Zeit.
    Aber ich möchte dir erst mal wenigstens "guten Tag" hier sagen!
    Der Austausch hier mit anderen Mitbetroffenen kann sehr hilfreich sein. Ich hoffe, du kannst dir viel davon mitnehmen.

    Bis später
    Aurora

    Liebe Tautropfen,

    das tut mir so leid, das zu lesen.
    Ich hoffe, heute geht es dir schon etwas besser.

    Du hast ja nun in deinem neuen Leben schon so viele gute Erfahrungen gemacht. Und du hast gefühlt, wie gut es ist, du spürst deine Kraft und Energie. Du hast Freunde und Hobbies. Darauf kannst du blicken und dich besinnen, wenn der erste Schock über das Verhalten deines Ex abgeflaut ist.

    Na klar ist da zuerst mal das Baffsein. Oh je, das kenne ich auch. Dir reißt es den Boden weg. Du fällst auf die Nase... aber du kannst wieder aufstehen, den Staub abklopfen und dir sagen, ok, war jetzt bescheuert, aber ich schaffe das ja. Das habe ich schon oft bewiesen, dass ich das kann!

    Besinne dich auf dich und deine Lebensfreude. Das wird dir helfen.

    Diese Weisheiten hab ich mir übrigens nicht ausgedacht sondern in meiner Therapie erworben. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es wirkt...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe leergebrannt,

    unsere Posts haben sich überschnitten vorhin, ich hatte nicht gesehen, dass du lütte was geantwortet hast. Das tut mir leid :oops: .

    Das ist ja blöd, dass er noch Sachen von dir hat. Vielleicht kann er sie dir ja schicken (ich weiß ja nicht um was und um wie viel es geht). Ebenso mit dem Schlüssel.

    Ich glaub dir gerne, dass es sehr schwer ist, mit diesen Schuldgefühlen klar zu kommen. Bei mir war es auch so und es hat lange gedauert, bis ich sie los geworden bin. Sie wurden aber immer weniger nach und nach.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe leergebrannt,

    wie man sich richtig verhält in solcher Situation - keine Ahnung. Ich glaube, da gibt es nicht den Tipp...

    Es geht ja auch nicht darum, wie man sich verhält sondern wie du das tun möchtest.

    Es gibt da Dinge, die du abwägen kannst, für dich.
    Rufst du ihm an zum Gratulieren? Was dann. Es kann passieren, dass er mit Vorwürfen oder mit Schuldzuweisungen oder mit Mitleidsgeheische kommt. Wie magst du dich dann fühlen? Lohnt sich das? Was bringt dir das?

    Rufst du ihn an und er kommt mit Schwüren und Versprechungen, was dann? Wie magst du dich dann fühlen? Wieder in neuer Hoffnung verfangen? Bringt dir das was?

    Wenn du irgend eine Art der Kontaktaufnahme, sei es telefonisch oder per Whats... oder per Post machst zeigst du, dass noch ein Faden zwischen euch besteht. Möchtest du das?

    Das sind mal ein paar Denkanstöße.

    Ich sag das aus eigener Erfahrung auch heraus. Als ich mich damals getrennt hatte, hörte ja mein Exmann auf zu trinken. Und er ließ mich einfach nicht los. Und ich konnte auch ihn nicht los lassen. Anstatt einen konsequenten Schlussstrich zu setzen eierte ich immer weiter rum und er natürlich auch. Da gab es Anrufe und Treffen und gemeinsame Unternehmungen... All das hat bei ihm Hoffnung geschürt und bei mir die Schuldgefühle wegen meiner Trennung gemildert. Obwohl ich genau wusste, ich will ihn nie wieder zurück haben! Somit habe ich noch 1 Jahr da rum gemacht bis ich endlich mal konsequent zum eigenen Leben "Ja" und zu ihm "Nein" sagen konnte. Das war für uns beide ja nicht gut. Er wusste ja auch nicht wirklich, woran er nun mit mir war. Und ich verlängerte mein "Leiden" auch unnötig.

    Vielleicht kannst du mit meinen Gedanken und Erfahrungen was für dich anfangen. Und zu einem Entschluss kommen. Wie der auch ausfallen mag, es muss sich für dich gut anfühlen! Nicht für uns hier und schon gar nicht für xy.

    Liebe Grüße
    Aurora

    So,

    nun will ich doch mein Fädchen mal wieder hoch holen :wink: .

    Momentan ist Urlaub. Wir lassen es uns gut gehen.

    Gestern hatte ich einen blöden Tag, die Depression kam wieder zum Vorschein. Sie ist ja immer da... Ich habe einfach langsamer gemacht. Und paar Mal geheult. Und heute ging es mir besser.

    Und jetzt mach ich weiter mit dem Urlaub :wink:

    Aurora

    Liebe Evy,

    Zitat

    Aber es stimmt schon, ich mache mir vielleicht zuviel Sorgen um meinen Sohn,

    Das finde ich ja das Schwierige dabei. Wenn es um das eigene Kind geht ist das noch mal eine andere Nummer als wenn es der Partner ist. Und wenn ich denke, ich habe mir schon genug Sorgen um meinen Exmann damals gemacht, wie viel mehr Sorgen müssen das beim eigenen Kind sein?

    Es ist sehr schwer, den abhängigen Partner los zu lassen. Ihm seine Verantwortung zu geben für sein Leben. Und noch schwerer ist das beim Kind. Auch wenn dein Sohn erwachsen ist. Er ist dein Kind.

    Und doch - er ist erwachsen und muss für sein Leben selbst Verantwortung tragen. Als Mutter kannst du da nichts machen. Genau so wenig wie ich es als Ehefrau damals konnte. Das ist das Schwere in der Coabhängigkeit. Zu erkennen, dass du als Angehörige keine Macht darüber hast, was der Abhängige macht. Es ist sein Recht, sich tot zu saufen. Das hört sich hart und gemein an, aber so ist es. Du kannst einem erwachsenen Menschen nicht vorschreiben, was er zu tun und zu lassen hat. Und du kannst bitten und betteln und flehen, schreien und keifen und um dich schlagen, die Sucht ist einfach stärker. Egal, in welchem Verhältnis du zum Abgängigen stehst.

    Es sind sehr viele emotionale Verstrickungen, die da eine Rolle spielen. Im Zusammenleben mit einem Suchtmittel-Abhängigen. Und die zu lösen, das geht nicht von heute auf morgen.

    Zitat

    Neulich sagte mir eine Dame der Drogenberatung, dass ich nicht richtig handeln würde, ich wäre Co-abhängig

    Na gut, zum Teil hat sie ja Recht. Aber mit der Aussage "Sie handeln nicht richtig" kannst du nun auch nichts anfangen. Was ist denn da richtig und was falsch?

    Wie geht es dir denn heute?

    Liebe Grüße
    Aurora