Beiträge von Aurora

    Liebe Kürbiskopf,

    was die Zukunft bringen wird, keine Ahnung.

    Ich kann ja nur sagen, wie es bei mir mal war. Und da kenne ich durchaus auch dieses endlich beim Namen Nennen, dieses "ich habe verstanden und werde was tun". Ich sehe schon viele Parallelen zwischen dem Verhalten deines XY und meines Exmannes. Und ich glaube, in diesen Momenten, wo mein Ex sowas gesagt hat, hat er das auch so gemeint. Aber die Sucht war einfach stärker. Und er hatte zu viel Angst vor Veränderungen.

    Wie es bei deinem XY ist, weiß ich ja nicht.

    Wenn du ihm eine Chance geben willst, ok. Dann hast du diese Entscheidung für dich getroffen und das ist doch völlig legitim. Du gehst ja nicht völlig blauäugig an die Sache ran.

    Trotzdem ist es doch gut, dass du weiterhin eben auch dein Leben lebst, unabhängig von dem, was er so treibt. Es kann ja immer wieder Schnittpunkte geben, in denen du sehen kannst, ob es für dich nochmal eine gemeinsame Basis geben kann. Oder auch für ihn...

    Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hey Kürbiskopf,

    ich hoffe ich nerve dich nicht... :roll:

    Zitat

    Es hört sich vl.doof an, aber ich bin sehr stolz auf mich, wie ich seit dem Rauswurf und meiner Ansage "Alk oder ich" mit ihm "umgehe"

    Das hört sich gar nicht doof an! Du kannst da doch auch auf dich stolz sein. Du hast eine Menge in die Wege geleitet und bleibst weiter am Ball.

    Diese innere Euphorie hatte ich auch immer, damals. Sie hat mich auch immer wieder auf meinen Kurs gebracht. Ich denke, das ist ein guter Motor. Der Wunsch auch, endlich was für sich selbst zu tun, nicht mehr so blauäugig an die Sache ran zu gehen.

    Mit Sicherheit hat ihm das auch die Augen geöffnet. Vor allem, weil du ja auch weiterhin so klar und konsequent ihm gegenüber bleibst. Er wird jetzt aber trotzdem schon alles mögliche versuchen, dich wieder auf den Kurs zu bringen.

    Ich wünsch dir einen schönen Tag
    Aurora

    Hallo Kürbiskopf,

    nö, keine Kopfwäsche 8):wink: ... von mir nicht.

    Na klar ist es schwierig, eine Nachricht von ihm zu ignorieren, nicht zu lesen. Ganz ehrlich - ich hab's ja auch immer gemacht. :oops: . Das hat mein "Leiden" verlängert, aber ich konnte es nicht anders. Und ich hab auch oft genug geantwortet. Bei mir und meinem Ex waren es Telefonate, Besuche, die er mir abgestattet hat, meine Freizeit, die er mit Beschlag belegt hat. Ich bin mit meinem Ex ca. 1 Jahr noch rum geeiert. Ich habe also die Erfahrung gemacht, die ich selbst machen musste. Nämlich dass es mir nichts gebracht hat. Es hat nur viel Energie aus mir raus gezapft. Und ihm unnötige Hoffnung gemacht. Mir irgendwie ja auch... Ich konnte einfach keine Grenze setzen, ich war zwar konsequent, aber nicht konsequent genug. Sag ich mal.

    Ich wusste, was ich wollte, aber ich konnte es nicht klar sagen. Ich hab mich aus verschiedenen Gründen nicht getraut.

    Ich finde es gut, dass ihr euch an einem neutralen Ort treffen werdet! Das hat viele Vorteile. Zum einen kannst du gehen, wenn es zu heikel wird. Zum anderen muss er sich "benehmen", will er nicht auffallen. Und keiner von euch hat den Heimvorteil.

    Du möchtest konsequent bleiben, das ist schon mal gut. Du hast noch immer Hoffnung. Vielleicht wird dir bei diesem Treffen aber auch noch mal einiges klarer. Auch, ob deine Hoffnung berechtigt ist...

    Ich bin gespannt, wie dein Treffen mit ihm laufen wird!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Kürbiskopf,

    erwischt!

    Zitat

    ich war seit langem wieder mal mit Glücksgefühlen gesegnet! Gleichzeitig dachte ich aber auch "Aufpassen! Sei gewappnet! In der Vergangenheit kam nach so einem Hochgefühl dann auch wieder was Ungutes..."

    Das ist ein altes Muster! Warum darf es dir nicht uneingeschränkt gut gehen? Ohne dass da "der Hammer" kommt? Ich kenne das auch gut. Und das ist bei mir eine uralte Prägung. Meine Mutter predigt sie heute noch. Nur dass sie bei mir inzwischen da zum Glück nichts mehr mit erreicht. Hat sie aber früher. Denn es durfte mir nie "zu gut" gehen...

    Dir darf es gut gehen. So gut, dass du meinst, du könntest vor Glück zerplatzen! Und da kommt nichts Schlimmes dahinter.

    Dein XY hätte dich auf jeden Fall kontaktiert. Du hättest seine Nachricht nicht zu lesen brauchen. Im Prinzip hat es dir ja auch nichts gebracht. Außer dass du jetzt weißt, was du schon vorher wusstest. Nämlich dass er rumeiert...

    Zitat

    ....ich habe mich entschieden gesund zu werden. Ob er es auch möchte liegt an ihm!

    Genau!

    Liebe Grüße und einen wunderbaren Sonntag
    Aurora

    Hallo,

    liebe Tautropfen, erst mal "danke" für deine netten Worte an mich :D .

    Ja, du beschreibst das gut mit der Co-Abhängigkeit. Und es gibt Menschen, die können sich lösen, es gibt aber auch Menschen, die können oder wollen das nicht. Aus Gründen, die in ihnen stecken und die nur sie wissen. Das muss ich akzeptieren, genau so, wie ich das Weitersaufen z.B. meines Exmannes akzeptieren muss. Meine Möglichkeit ist, einen Menschen darauf anzusprechen und zu sehen, was für eine Reaktion kommt. Dann kann ich anbieten, etwas über meine Geschichte zu sagen und Wege aufzuzeichnen. Aber gehen muss jeder selbst!

    Ja, auch wir Cos müssen was tun, das ist so. Ohne Fleiß kein Gewinn. Denn wenn ich so handel, wie ich das früher getan habe, dann habe ich das nicht aus Dummheit, Jux oder Langeweile getan sondern weil meine Persönlichkeit so ist.

    Und da kann ich ansetzen. Ich kann gucken, warum ich das getan habe, was es mir gegeben hat, in Co-Abhängigkeit zu leben, mich so auch behandeln zu lassen. Denn ich habe ja auch einen Nutzen davon gehabt. Sonst hätte ich jetzt nicht fast 26 Jahre so verbracht...

    Ich bin meinen Prägungen, Mustern, meiner Persönlichkeit gefolgt. Meine Persönlichkeit kann ich nur bedingt verändern, mehr will ich auch gar nicht. Aber diese Muster, Prägungen, die kann ich ändern. Weg gehen sie nie! Sie sind als dicke Fahrspuren in meinem Gehirn verankert. Aber ich kann neue Fahrspuren bauen. Bis die so schön breit und bequem sind wie die alten, dauert das schon. Aber es funktioniert immer besser!

    Ich muss aber trotz allem auch immer aufpassen auf mich. Das geht aber auch immer mehr in Fleisch und Blut über. Es gibt jetzt in meinem Alltag oft Situationen wo ich sage: "boah, das war jetzt wieder voll Co!". Und sowie ich das merke, kann ich die neue Fahrspur benutzen :D .

    Liebe Tautropfen, ja, du hast das auch gut erkannt. Es erleichtert sehr, sich nicht mehr ausgeliefert zu fühlen, oder?

    Aurora

    Liebe Kürbiskopf,

    ich werde mit Sicherheit nicht über dich lachen! Warum auch? Ich war ja selbst mal da, wo du jetzt bist und weiß, wie schwer das alles ist. Ich habe selbst mal in der Ehe mit meinem Exmann an solche Dinge wie "Liebe, Loyalität, Gemeinsamkeit" und so weiter geglaubt. Und ich hatte lange die Hoffnung, dass ich das auch so hinbekommen könnte. Da wusste ich noch nicht, wie stark die Sucht ist. Wie zwanghaft. Ich dachte lange Zeit, er müsse es nur wollen und würde mich und unsere kleine Familie nicht genug lieben. Dass Sucht aber bedeutet, dass alles von ihr beherrscht wird, der ganze Mensch von oben bis unten, das habe ich erst hier (im Forum) so richtig begriffen.

    Du musst nun auch nichts über's Knie brechen. Mit dem Outen. Du kannst ja erst mal den Kontakt wieder aufnehmen zu den Menschen, die dir lieb sind und die du vernachlässigt hast. Oft haben sie sowieso schon viel mehr geahnt, als du denkst.

    Und du bist da dann auch nicht unloyal deinem XY gegenüber. Wenn du von eurer Beziehung erzählst. Es ist ja so gewesen, wie es war, du erzählst ja keine Lügen und du hast daraus deine Konsequenzen gezogen! Du hast dich getrennt, weil es für dich kein gutes Leben mehr war mit ihm. Das ist sehr stark und du kannst stolz auf dich sein!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo verzweifelt,

    ich freu mich, dass du dich wieder gemeldet hast!

    Zitat

    Jedoch sind die trinkphasen viel schlimmer geworden, was er manchmal damit begründet... Das er mir ja eh egal ist, da kann er ja auch saufen!

    Solche Begründungen sind typisch, ich kenne sie auch zur Genüge :?:evil: . Und nun? Was macht das mit dir?

    Fühlst du dich immer noch schuldig für irgendwas? Denn das sollen ja solche Aussagen auch erreichen. Du sollst ja für ihn weiterhin fügsam sein, eine gute Co.

    Dass du nun nicht mehr hinterher telefonierst und das Kopfkino weniger wird, ist schon mal gut! Das sind die Anfänge und die sind sehr wichtig. Denn so geht das nach und nach, dass du dich lösen kannst aus diesem Suchtgefüge.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Freya, das mit dem Gutachter, na ja... :? . Der war nicht wirklich toll, es war ein 08/15 Gutachten und ich bin jetzt gespannt, was schlussendlich bei rauskommt.
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    Heute habe ich erfahren, dass die Frau meines Cousins im Hospiz ist, zum Sterben :cry: . Ich kenne sie schon bestimmt 40 Jahre bald, sie ist Anfang 50. Krebs.

    Mein Cousin trinkt, so lange ich denken kann. Und die Frau war bzw. ist eine Co-Abhängige, wie sie im Buche steht. Sie hat alles für ihn gemacht. War er im Suff, kniete sie z.B. vor ihm, um ihm bei Bedarf die Schuhe zuzubinden. Damit er im Suff nicht umkippt und sich weh tut. Er hat sie auch körperlich angegriffen im Suff, sie rumgeschubst. Beschimpft vor allen Leuten. All das, volles Programm.

    Und am nächsten Tag war immer alles wieder gut und sie versicherte lachend, dass doch alles bestens wäre und es ihr blendend ginge. Und dass ihr Mann überhaupt toll wär. Und alles Tutti.

    Irgendwann konnte ich das nicht mehr mit ansehen, vor etlichen Jahren. Der Kontakt ist dann eingeschlafen, obwohl ich sie so gerne mag. Aber solch Gespinnst aus Abhängigkeiten und Manipulationen, aus gegenseitiger Verletzung und Unterwerfung konnte ich nicht mehr ertragen. Und dieses Leugnen, du hast es mit eigenen Augen gesehen und sie hat getan, als ob nichts gewesen wäre.

    Ich konnte es nicht mehr ertragen zu sehen. Und das, obwohl ich selbst eine Co-Abhängige bin. Aber nachdem mein Weg in die Freiheit begonnen hatte, konnte ich dieses "Eheleben" da nicht mehr ertragen. Und sie war resistent gegen alle guten Worte.

    Nun liegt sie im Sterben. So jung noch. Was hat sie vom Leben gehabt, frag ich mich. Kummer, Wut, Angst. Und die schwere Arbeit, Tag für Tag eine Fassade aufrecht zu erhalten, die Normalität zeigen sollte. Jetzt hat sie wohl keine Kraft mehr.

    Es tut mir so leid, sie ist ein prima Mensch. Aber den Absprung hat sie leider nicht geschafft. Sie meinte mal, sie wäre nun in dieser Lage und das wär ihr Leben und da würde sie jetzt durch gehen. Bis zum bitteren Ende, füge ich jetzt mal noch hinzu.

    Aurora

    Hallo Kürbiskopf,

    Zitat

    Ich frage mich, ob ich das alleine hinbekomme, aus diesem Muster auszubrechen...wie doof ich doch immer wieder bin!

    Du musst ja das nicht alleine hinbekommen.
    Ein Austausch hier mit Gleichgesinnten kann eine sehr gute Hilfe sein, Muster zu erkennen und zu lernen, sie zu umgehen. Das dauert eben Zeit, das ist das ganze Geheimnis. Was sich in teilweise Jahrzehnten in deinem Gehirn festgefahren hat, geht nicht in ein paar Tagen weg.

    Du wirst immer wieder Rückschritte auch erfahren. Das habe ich auch, manchmal sogar jetzt noch. Aber es wird immer einfacher, Altes zu erkennen und dann anders zu handeln. Auch wenn du zuerst mal wie gewohnt abfährst auf eine Situation. Und doof bist du schon mal gar nicht. Wie kommst du darauf?

    Du kannst dir auch Hilfe in Form einer Therapie holen, wenn du das magst. Auf alle Fälle ist eine ehrliche und offene Auseinandersetzung mit deinen Dingen eine wichtige Grundlage, alte, eingefahrene Muster zu erkennen und umzuschreiben.

    Zitat

    (allerdings kann ich gut verdrängen und erst recht, wenn ich verliebt bin).

    Verliebte sind gut im Verdrängen. Bzw. sieht man als Verliebte alles durch eine rosa Brille. Das hat hormonelle Ursachen. Das liegt also nicht daran, dass du fehlerhaft bist! Das geht allen mehr oder weniger so.

    Wenn du aber über dich und deine Bereitschaft zu komischen Beziehungen Bescheid weißt, kannst du die rosarote Brille vielleicht ein wenig lüften und versuchen, auch ein wenig klar zu sehen. Das geht auch, als ich mit meinem 2. Mann zusammen kam hat das bei mir ganz gut funktioniert.

    Warum sollte es das nicht auch bei anderen Menschen dann so sein? Bei dir...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Zwilli,

    da bist du ja :) !

    Du bist hier im Bereich der Alkoholiker gelandet.
    Für uns Co-Abhängige gibt es ja einen extra Bereich. Da wirst du von anderen Cos gelesen und wirst auch Antworten bekommen.

    Ich kann dein Fädchen dahin verschieben, wenn du magst. Sag mir Bescheid. Oder du eröffnest da einfach noch mal ein neues.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hey Kürbiskopf,

    ich habe gerade in dem Fädchen von Tautropfen einen Link gesehen, den Morgenrot ihr gegeben hat! Da hatten wir mal das Thema "Co-Abhängigkeit und Erziehung". Sehr spannend und interessant. Vielleicht magst du mal reinsehen. Den Link findest du im anderen Fädchen, also bei Tautropfen.

    Liebe Grüße nochmal
    Aurora

    Hallo Kürbiskopf,

    erst mal "Hallo" hier im offenen Bereich!

    Ich denke, Co-Abhängigkeit ist nicht nur auf eine bestimmte Beziehung beschränkt. Sondern es ist ein Grundmerkmal bestimmter Persönlichkeitsstrukturen, sich eben so zu verhalten.

    Darum finde ich persönlich es sehr wichtig, sich damit auch auseinander zu setzen. Mit Mustern und Strukturen, die ich in mir haben und die mich immer wieder in bestimmte Beziehungen auch haben rutschen lassen. Ich habe mir ja meine Partner nicht nur nach dem Äußeren ausgesucht sondern vor allem in bestimmten Verhaltensdingen, die sie hatten.

    Meine Jugendliebe war so. Der hat zwar nicht getrunken, aber er brauchte eine "starke" Persönlichkeit, hatte eine schwierige Kindheit hinter sich, war unsicher und so weiter. Und ich sah mich als seine "Retterin". Er hat mich ab und an geschlagen, also nicht zusammen geschlagen sondern mir Ohrfeigen gegeben... ich hab es entschuldigt, weil, er hatte es doch immer so schwer. Ich habe mich körperlich und auch seelisch im Prinzip schlecht behandeln lassen. Und mich stark und wichtig dabei gefühlt.

    Und dann hatte ich so einen Freund für kurze Zeit. Auch da war es ähnlich. Er hat mich benutzt, mehr nicht.

    Und dann kam mein 1. Mann. Zuerst sah alles gut aus, aber dann wurde immer klarer, dass auch er eher eine "starke" Frau und einen Mutterersatz gesucht hatte. Und ich habe genau in dieses Muster gepasst. Ich für ihn und für mich eben auch, weil ich war so gerne die "Retterin"und "Muddi" (So war übrigens mein Nick, als ich hier im Forum ankam, "Muddi"). Ich war lange Zeit stolz darauf, wie ich alleine alles managen konnte, Kinder, Haushalt, Familie und zunehmend seinen Suff.

    Er wurde abhängig im Laufe der Zeit. Und ich hatte Hoffnung, ich hatte die Kraft, ich hatte den Willen und die Vorstellung, ihn retten zu können und unser Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten, leben zu können.

    Ich sag dir, das ist nix geworden :?:( , nach 25 Ehejahren war ich fertig. Körperlich und seelisch. Und er soff fröhlich... Nix mit "Retterin", er wollte ja gar nicht gerettet werden.

    Also hab ich mein letztes bisschen Kraft zusammen genommen und zum ersten Mal die Person gerettet, die am wichtigsten in meinem Leben ist... nämlich mich!

    Und dann habe ich mich mit all meinen Mustern und Prägungen auseinander gesetzt, ich tu das noch immer. Und irgendwann habe ich meinen 2. Mann kennen und lieben gelernt. Und das ist die erste "normale" Beziehung, die ich habe! Aber ich muss immer auf mich acht geben, denn diese alten Muster habe ich noch. Nur weiß ich jetzt, dass ich sie habe und wie ich sie erkenne. Dadurch kann ich sie umschalten.

    Zitat

    Ich möchte wieder "ich" werden und das ist ein Ziel, was hoffentlich ein jeder erreicht, der sich gegen sein Suchtmittel entscheidet und für ein selbstbestimmtes Leben.

    Ob das jeder erreicht, liegt an jedem selbst! Du kannst es erreichen, wenn du am Ball bleibst und erkennst, dass du in deinem Leben der wichtigste Mensch bist! Und du musst dir im Klaren sein, dass es auch nicht immer einfach ist, dass es weh tun wird, dass du wütend, traurig und niedergeschlagen sein wirst mit deinen Erkenntnissen, die da kommen dann. Aber auf der anderen Seite wirst du merken, wie viel leichter, einfach, schöner und lebenswerter dein Leben dadurch wird.

    Liebe Grüße
    Aurora

    BeitragVerfasst am: 01.05.2016, 18:55 Titel: Re: Liebe und Hass

    Liebe Aurora,

    eigentlich sollte ich ja in meinem eigenen Thread weiterschreiben, aber da Du so direkt fragst, was ich gut finde, antworte ich Dir hier.
    Ja, die Trennung ist ein Thema, das habe ich meinem Partner auch schon gesagt. Er reagiert aber immer nur im angetrunkenen Zustand auf meine Aussagen und Wünsche, meist blockt er ab oder es folgt keine Reaktion. Auf meine Ansage einer Trennung und meine Frage, was er davon hält bzw. warum er nicht darauf reagiert kommt von ihm nur die Aussage, dass er dem nichts entgegensetzen kann. Das ist das, was ich nicht verstehe. In vielen Beiträgen hier habe ich immer gelesen, dass der Partner dann versprochen hat, was zu ändern , aber das kam nie von meinem Partner; das ist der große Unterschied.
    Auch habe ich ihn mal gefragt, was den wäre, wenn sich jemand anderes ernsthaft mal für mich interessieren würde, was er dann täte. Da kam von ihm die Antwort: " Ja dann muss ich was verändern"
    Als ich vor einigen Monaten mal nur für mich bei einer Beratungsstunde war und diese Situation dem Therapeuten geschildert hatte, war dieser ziemlich erstaunt. das hatte er wohl noch nicht gehört. Der Therapeut meinte, dass mein Partner wohl noch Potenzial hätte .
    Aber warum tut er nicht schon etwas bevor das Kind im Brunnen liegt.
    Das ist etwas , was ich nicht verstehe.
    Ich verstehe soviel nicht von dem, was in meinem Partner vorgeht und er kann es auch selbst nicht erklären.
    Bei mir ist es jetzt auch so, dass ich auf Erklärungen gar keine Lust mehr habe. Ich habe schon zuviel versucht und es hat nie etwas gebracht. Wenn er jetzt während seines stationären Aufenthaltes bei mir anruft kommt er mir ziemlich "normal" vor. Das hat aber nicht lange gehalten; Zuhause war wieder alles beim Alten und leider nicht gut. Deswegen habe ich auch keine Hoffnung, dass Besserung eintritt. Mittlerweile sehe ich die Therapien nur als Erholung für die Angehörigen an.
    Ich denke, für mich und auch für ihn ist es besser, wenn ich mir eine eigene Wohnung suche.

    Jetzt wünsche ich Dir noch ein schönes Restwochenende und viel Erfolg beim Gutachter.
    Liebe Grüße
    Freya


    Liebe Freya,

    ich habe deinen Beitrag, den du mein mir gepostet hast, auch mal hier in dein Fädchen kopiert. Ich hoffe, es ist ok für dich. Ich möchte dir darauf antworten und denke, dass es besser hier aufgehoben ist...

    Warum sollte dein Partner auf deine Dinge, Fragen reagieren, wenn doch so alles für ihn in gewohnten Bahnen weiter läuft? Du fragst ihn, was er von einer Trennung halten würde, so habe ich es verstanden. Ja, was soll er da groß antworten? Ich denke, es ist ihm lästig und anstrengend und wenn er darauf nicht reagiert passiert ja auch nichts weiter.

    Ich kann das so sagen, so ähnlich habe ich es ja auch lange genug gemacht. Es war für mich so, dass ich gerne gehabt hätte, mein Ex hätte gesagt, "au fein, ich will dich eh schon längst los werden und ich will auf alle Fälle die Trennung". So in der Art. Denn da hätte er sozusagen eine Art Mitverantwortung für diesen Schritt gehabt und ich hätte nicht alleine diesen Druck und die Schuldgefühle gespürt. Die ich hatte, weil ich mich trennen wollte. Es wäre eine Art Erlaubnis von ihm gewesen. Natürlich hat er es nicht so gemacht sondern ähnlich wie dein Partner. Bzw. hat er ja dann nur noch über mich gehässig gelacht und gemeint, ich hätte das schon so oft angedroht und würde es eh nicht machen...

    Es ist doch so, dass du für dich alleine entscheiden kannst und darfst, was du nun möchtest. Wenn du dich trennen willst kannst du das machen. Auch wenn es ihm lästig ist. Denn es geht ja um dich und um deine Zukunft. Um dein Glück und deine Zufriedenheit. Und du hast auch keine Schuld an nix dann. Wenn er sich dann traurig fühlt oder sonst wie dann ist das sein Ding. Trennungen tun immer auch weh, aber das kann doch kein Grund sein an einer Beziehung festzuklammern, die keine mehr ist.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Fortune und herzlich willkommen!

    Ich kann gut verstehen, dass du deine Kinder nicht im Stich lassen willst. Und wahrscheinlich bist du auch eine feste Größe für sie, der Elternteil, auf den sie sich verlassen können.

    Was hindert dich daran, sie im Falle einer Trennung mit zu nehmen?

    Ich würde mich freuen, wenn du hier ein eigenes Fädchen eröffnest und wie uns dort weiter austauschen können.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Freya, ich freu mich immer, von dir zu lesen :) . Und danke für deine lieben Worte, diese Wertschätzung tut mir gut und freut mich!

    Die liebe sunshine kommt erst dieses Wochenende und die Sonne soll auch da sein :D . Ich freu mich schon sehr darauf. Ja, ich habe durch den geschlossenen Bereich hier im Forum einige Menschen auch privat kennen gelernt. Und Morgenrot zum Beispiel ist inzwischen eine sehr, sehr gute Freundin für mich geworden. Und schlussendlich hab ich meinen Mann ja auch von hier :wink: .

    In meinen Rentenantrag kommt jetzt Bewegung, am Montag habe ich einen Termin bei einem Gutachter. Bin gespannt und auch ein wenig aufgeregt...

    Hast du eigentlich schon mal überlegt, dich von deinem Partner ganz zu trennen? Wenn du dich doch so gut fühlst ohne ihn?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallöchen,

    ja und es ist kaum zu glauben...

    Heute vor 5 Jahren wurde ich "Frau Dante". :D
    Wo ist bloß die Zeit geblieben? Ich habe dieses "ja" noch nicht 1 Sekunde bereut. Es war auch ein "ja" zu mir...

    Aurora

    Liebe Wildflower,

    früher bin ich mit bestimmten Erwartungen in eine Gruppe gegangen. Erwartungen, die nicht erfüllbar sind mit meiner Persönlichkeitsstruktur. Und ich bin auch mit viel Angst da hingegangen. Denn insgeheim wusste ich, dass meine Erwartungen nicht erfüllbar sein können. Ich habe aber nicht gedacht, "na gut, du bist eben einfach so gestrickt und das ist auch richtig so" sondern ich habe gedacht, "und wieder bist du es nicht wert, beachtet zu werden".

    Ich habe mich nicht getraut mich zu öffnen, stand schüchtern am Rand. Und war darum auch nicht sichtbar. Ich habe nichts von mir gegeben, also konnte ich ja auch nichts erhalten.

    Ich hatte Angst. Angst mich aufzudrängen. Angst ausgelacht, nicht ernst genommen zu werden. Angst, anderen zur Last zu fallen. Angst, was blödes zu sagen. Angst das die anderen denken könnten, ich würde mich einmischen wollen, mich aufspielen wollen oder sonst was. Ich fühlte mich einfach nicht selbstsicher genug, nicht interessant genug, nicht wert genug.

    Und so habe ich mich immer an Leute gehalten, die auch am Rand standen, also an andere Mauerblümchen. Wir haben uns dann gegenseitig oft lustig über die anderen in der Gruppe gemacht. Dinge schlecht geredet und so. Ich habe das mitgemacht. weil ich dadurch eine Ausrede und Entschuldigung dafür hatte, dass ich nicht in der Gruppe drinnen bin. Denn diese Leute da waren es doch gar nicht wert... Und so gaben sich dann 2 Schwache angebliche Sicherheit...

    Das sehe ich heute ganz anders, das habe ich im Lauf der Zeit gelernt und auch erfahren. Es ist also auch Übungssache, aber es liegt auch im Wandel der Persönlichkeit. In dem Rahmen, in dem sie zu ändern geht. Ich werde niemals eben Gruppenmittelpunkt sein. Aber ein Mauerblümchen auch nicht unbedingt.

    Du wirst es selbst merken können. In dem Rahmen, in dem dein Selbstwert stärker wird wirst du auch anders auftreten können. Du wirst dich öffnen können und somit den Menschen in einer Gruppe etwas geben. Und dann kannst du mit Sicherheit auch aus der Gruppe etwas mitnehmen! Das ist einfach so. Ein Geben und Nehmen. Vielleicht merkst du das ja auch schon ein wenig hier im Forum! Du gibst hier etwas von dir her. Schreibst über deine Dinge. Und nimmst du da auch was mit dann? Ja, oder... :wink:

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Syrinx,

    ja, wie bin ich in die neue Beziehung gegangen?

    Ich kannte ihn ja schon ca. 1 Jahr, bevor wir dann auch als Paar zusammen kamen. Wir waren gute Freunde geworden zuerst. Und wir kannten unsere Geschichte. Er hat seine, denn er ist Alkoholiker, trocken seit fast 10 Jahren inzwischen. Er ist hier aus dem Forum. Und er kannte meine Geschichte als Co schon von Anfang an hier. Ich bin seit Mai 2007 hier.

    Ich hatte viel Angst auch. Angst davor, wieder an einen Mann zu kommen, der "so wäre". Andererseits hatte ich auch schon eine Menge für mich gemacht, erkannt. Und ich hatte auch schon ein wenig Selbstvertrauen. Ich wusste, was ich nie mehr würde wollen. Und ich wusste, dass ich dazu in der Lage war etwas zu beenden, das mir nicht gut tut. Ich wusste, ich bin nicht mehr bei "null".

    Ich war sehr achtsam am Anfang. Ich wollte keinen Fehler machen und wieder in Dinge rutschen, die mir nicht gut tun. Diese Achtsamkeit habe ich noch immer! Ich habe auch noch immer alte Muster in mir, die bei Bedarf auch gut funktionieren :evil: , leider. Aber ich weiß das! Und ich rede mit meinem Mann darüber.

    Das ist ganz wichtig! Zum einen, dass er weiß, warum ich gerade so "komisch" bin. Zum anderen, um mir auch ganz bewusst zu machen, was da gerade bei mir los ist und dass es was Altes ist. Ich möchte viele alte Muster nicht mehr, aber sie sind einfach da.

    Am Anfang unserer Liebesbeziehung sah ich mal was hinter den Büchern im Schrank blitzen. Sofort ging mein Kopfkino los, denn mein Exmann hat immer seine Pullen hinter den Büchern zu stehen gehabt... Ich habe dann voller Angst geguckt - und es war ein Lesezeichen, was da so glitzerte... Es war dann gut, dass ich das mit meinem Mann besprochen habe. Es gab noch öfter so Situationen. Und eben auch Situationen, in denen ich mich wieder zurück stelle, mich nicht wichtig genug nehme usw. Mein Mann ist da aber ganz rigoros :wink: und stößt mich dann auch darauf. Für ihn ist Co-Abhängigkeit kein Fremdwort, da er sich im Rahmen seiner eigenen Suchterkrankung eben auch mit diesem Thema beschäftigt.

    Zitat

    Oder ist es einfach so, was mir gut tut, kann nicht verkehrt sein? Meine eigenen Grenzen nicht überschreiten und wachsam sein.


    Ich denke, damit liegst du nicht verkehrt! Wachsam sein und offen und ehrlich ansprechen, was dir nicht gefällt, damit liegst du gut.

    Heute haben mein Mann und ich übrigens 5 Hochzeitstag :D . Ich hatte am Anfang dieser Beziehung viel Angst vor allen möglichen Dingen, andererseits habe ich mich aber auch sicher gefühlt. Mit dem Mann und auch mit mir. Ich wünsche dir viel Glück für eine neue Beziehung!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Wildflower M.,

    es stimmt, ich muss dir nicht antworten und ich bin auch zu nichts verpflichtet, du ebenso, aber ich möchte es und darum mach ich's :wink::) .

    Es ist erstaunlich, in vielen Dingen, die du schreibst, nicke ich mit dem Kopf und finde mich da wieder. So zum Beispiel mit den "Freunden". Ich habe mich von einigen Leuten getrennt damals. Die ich "Freunde" nannte. Die aber keine waren. Was Freunde sind weiß ich jetzt! Wenn damals nur jemand freundlich zu mir war, war ich schon bereit, alles zu geben! Ich habe mich dann total aufgegeben und vergessen. Ich bin sehr ausgenutzt worden deshalb, aber das habe ich erst mal gar nicht so erkannt, gesehen. Ich war einfach nur froh, jemandem wichtig zu sein. Ich habe da Dinge verwechselt. Zuneigung und Gesehenwerden meiner Person mit Ausnutzung und sich auf meine Kosten größer zu fühlen. Ich war nicht wichtig als Mensch sondern als Gegenstand der Benutzung...

    In Gruppen komme ich nicht gut zurecht. Ich stehe immer eher am Rand. Das hat sich ein wenig geändert durch das Forum hier und durch die Guttempler, denen ich eine Zeit lang angehört habe. Ich habe mehr Selbstvertrauen jetzt und das wirkt sich auch auf meine Stellung in einer Gruppe aus. Aber ich werde nie jemand sein, die sofort im Mittelpunkt steht (stehen will).

    Zitat

    vielleicht bin auch irgendwie eine Einzelgängerin, zwar ganz nett und sympathisch, aber ich kann mich in Gruppen nie so integrieren, auch wenn es den Anschein macht. Ich fühle mich dennoch oft fremd und nicht zugehörig.

    Das kann ich für mich auch voll unterstreichen! Es ist schwierig für mich gewesen, mich als genau eben so zu akzeptieren. Inzwischen geht das ganz gut. Ich bin eher ein Mensch, die gerne für sich alleine ist und einen kleinen aber feinen Freundeskreis pflegt. Mehr brauche ich nicht.

    Ich dachte lange, ich wäre verkehrt und die anderen wären richtig. Aber was ist falsch und was richtig? Richtig ist doch das, womit ich mich wohl fühle. Oder?

    Zitat

    Puh, ich hätte nie gedacht, als ich zu schreiben anfing, dass es so viel werden würde!
    Ich merke auch, trotz der Schwere, dass ich bei mir bin. Ich beschreibe meine Gefühle, nicht mehr die Gefühle, die mein Ex mir beschert hat.

    Hihi, das kenne ich auch. Da denke ich dann, ach, ich lass mal was hier und schreibe auf und dann ist es ein Roman geworden. Das ging mir schon so oft so. Und es ist gut! Denn oft hat sich dadurch dann was in mir gelöst oder sortiert. Ich fang dann an zu schreiben und dann kommen so viele Dinge heraus. Es ist super, dass du dich beschreibst und nicht das, was dein Ex mit dir gemacht hat. Obwohl mit Sicherheit er da genau bei dir auf guten Nährboden gekommen ist. Denn all diese Dinge die du spürst jetzt haben auch was damit zu tun, dass er bei dir landen konnte. Deine Grenzen überschreiten konnte. Du hast ihn irgendwie gebraucht und er genau solche Persönlichkeit wie dich. Das ist ja das Gemeine, sag ich mal, dass wir immer genau die Menschen anziehen, die in unser Schema passen und umgekehrt. Darum ist es sinnvoll, das Schema, Muster, einfach ein wenig zu verändern, denn dann ziehen wir auch andere Menschen an.

    Ich hoffe, du kannst diesen Sonntag Nachmittag genießen.

    Liebe Grüße
    Aurora