Hallo und herzlich willkommen Chuck,
ob nun Co oder nicht, du bist in einer Beziehung, die dir nicht gut tut, in der es Gewalt gibt und Unglück. Es gibt Versprechen, die gebrochen werden, Hoffnung, die zerplatzt. Es gibt Verantwortungsgefühle und Schuldzuweisungen.
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ICh bin trotzdem der Meinung, dass er mein Leben kaputt gemacht hat, obwohl es ja trotzdem an mir liegt glücklich zu sein.
Ja, vielleicht hat er dein Leben kaputt gemacht. Aber das konnte er ja nur, weil du es zugelassen hast! Es gibt keine Schuld in dem Sinne, es gibt 2 Seiten. Du hast immer die Möglichkeit was zu ändern, was dir nicht gut tut.
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Gehört zum Glücklichsein nicht auch eine wohltuende Beziehung/PArtnerschaft?
Ja, auf alle Fälle ist eine wohltuende Beziehung eine Bereicherung für das Leben. Aber du hast ja gerade keine wohltuende Beziehung. Und mit einem aktiv Suchtmittelabhängigen wirst du das auch nicht haben können. Der Abhängige ist einfach nicht in der Lage dazu, seine Prioritäten sind verschoben. An erster Stelle wird da immer die Befriedigung der Sucht stehen. Das ist einfach so.
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Der Kleine ist leider Gottes sehr auf seinen Papa fixiert. Er wendet sich sogar teilweise von mir ab. Mit Papa ist immer alles so lustig und der erlaubt alles. Ich bin der Buhmann, weil ich immer nur streng bin und mit Papa streite, wenn es doch grad so lustig ist. Ich wünschte, er würde verstehen, warum wir gehen werden, aber er tut es nicht. Er kann mit diesem Thema noch nichts anfangen. Das schmerzt. ICh werde die Böse sein, wenn wir ausziehen. Alles weg. Der große GArten, das Haus- und die Mama ist schuld.... Traurig
Oh weia, nun aber ist mal gut. Hör mal auf, dich in diese Schuldrolle rein zu wühlen. Das ist überhaupt nicht notwendig! Das zieht dich runter, mehr nicht. Und das gibt dir ein Argument, warum du eigentlich nicht gehen kannst. Es macht dich zum Opfer. Das hast du nicht nötig.
Opfer - Täter - Schuld - falsche Verantwortung - Aufopferung - Macht - Starre - Unbeweglichkeit...
Wert - Wertlosigkeit - Selbstvertrauen - Selbstbewusstsein - Selbstliebe - Eigenverantwortung...
Das sind so einige Begriffe, die mir gerade durch den Kopf gehen. Glaub mir, ich will dich nicht angreifen oder so. Ich möchte dir nur etwas Denkstoff geben. Ich habe selbst lange genug in solchen Mustern gelebt.
Dein Sohn ist noch klein. Ich weiß nicht genau, wie alt er ist, 2 Jahre oder so? Er wird untergründig genug mit bekommen. Kinder haben Sensoren, Antennen, die sind so fein, dass sie Strömungen aufnehmen können, die du selbst gar nicht merkst. Sie wollen, dass ihre Eltern zusammen bleiben. Sie fühlen sich schnell schuldig daran, dass die Eltern streiten. Sie versuchen, Harmonie herzustellen. Begreifen nicht, was da schief läuft.
Sicher wird er sein Zuhause vermissen, der Kleine. Andererseits wird er aber genießen, dass seine Mama endlich wieder mehr und mehr entspannt ist. Und seinen Vater kann er doch auch treffen, es gibt da viele Möglichkeiten. Meinst du es ist ein gutes und gesundes Milieu, in dem dein Kind gut behütet, gefördert, geliebt und geschützt aufwachsen kann? Mit einem Vater, der in seiner Sucht feststeckt und einer Mutter, die sich opfert?
Es ist schwierig, alles ist schwierig. Ich habe ca. 25 Jahre in einer solchen Beziehung festgesteckt. Mit 2 Kindern. Das hat mich Energie gekostet wie verrückt und mir eine Menge Lebensfreude genommen. Mein Exmann war nicht von Anfang an abhängig, aber er wurde es im Laufe der Jahre. Das war nicht wirklich immer super für meine Kinder.
Als ich mich endlich trennen konnte waren sie erwachsen. Was habe ich ihnen da zugemutet, Jahr für Jahr. Ich hatte sehr große Schuldgefühle deshalb.
Eine Trennung ist nicht einfach, je länger du in der Beziehung bist, um so schwieriger kann das sein. Es geht Schritt für Schritt da raus, ich habe lange Zeit dafür gebraucht. Ich hatte Angst, Angst vor dem Alleinesein, Angst, einen Fehler zu machen. Angst vor der Zukunft, vor finanziellen Einbußen und so weiter. Als ich mir diese Angst eingestehen konnte, wurde es einfacher. Denn dann konnte ich Schritt für Schritt Dinge klären. Finanzielle Dinge zum Beispiel. Ich habe gemerkt, wie entspannend und ruhig es war, alleine zu leben, ohne diesen Horror von Suff und Angst und so.
Ich habe erkannt, was ich mir wert bin. Dass ich meine mir bleibende Lebenszeit glücklich leben möchte. Dass ich ein Recht dazu habe. Jeder hat das Recht darauf!
Ich wünsche dir eine gute Zeit bei deinen Eltern. Und Mut, Schritt für Schritt deine Dinge zu klären und einen Weg zu beginnen.
Viele Grüße
Aurora