Beiträge von Aurora

    Liebe Wildflower,

    ich hoffe, du hast gut geschlafen.

    Ja, dass die Kasse das bezahlt geht! Bei mir ist es auch so, das war gar nicht so schlimm, wie ich dachte. Also es war nicht sehr aufwändig. Ich drück dir die Daumen, dass es bei dir auch klappt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Wildflower,

    ich habe auch deinen Beitrag gelesen. Wie gut, dass du dir verschiedene Sachen von der Seele geschrieben hast, wenigstens ein wenig.

    Ich habe auch gedacht, ich möchte dir was darauf schreiben. Aber momentan fällt mir das so schwer, ich stecke noch immer in einer Depression... :( .

    Ich möchte dir aber sagen, dass es nichts mit dir zu tun hat oder mit dem, was du geschrieben hast. Wenn da keine Antworten kamen! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass so etwas nämlich auch solche Wertlosigkeitsgefühle auslösen oder verstärken kann. So nach dem Motto: ich wusste doch, dass ich kein Recht habe, das zu schreiben, ich wusste doch, dass es unwichtig ist, wie ich mich fühle, ich wusste doch, dass ich eh nix wert bin, dass es sowieso keinen interessiert...

    Ich finde es klasse, dass du deine Gedanken hier gelassen hast. Denn schon alleine das Aufschreiben hilft sehr viel, Dinge einfach mal auch zu sortieren. Dinge einfach auch mal offen zu benennen. Es ist mutig, das zu tun und nicht im stillen Kämmerlein vor sich hin zu leiden!

    Ich hoffe, dass du Erfolg hast bei der Therapeutensuche. Und ich hoffe, weiterhin hier von dir zu lesen! Und es werden mit Sicherheit auch Reaktionen auf deine Beiträge kommen. Ja, es sind ja schon Reaktionen da... mein Beitrag hier zum Beispiel und die Beiträge von den anderen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Julia,

    und herzlich willkommen.

    Vor 3 Wochen hast du erst erfahren, dass dein Vater alkoholabhängig ist...
    So, wie du seinen Zustand beschreibst, ist er das schon viele Jahre lang. Hast du wirklich vorher nichts gewusst? Frag ich jetzt mal einfach so.

    Ja, er ist dein Vater, klar, dass du dir da jetzt Sorgen machst. Sein Zustand ist eben jetzt so, wie er ist, wenn jahre-, jahrzehntelang eine Alkoholabhängigkeit besteht. Es sind ganz typische Dinge dafür, die er jetzt hat. Krampfadern in der Speiseröhre, Leberzirrhose, Krampfanfälle aufgrund des Entzuges und so.

    Morgen hat deine Mutter da ein Gespräch. Ich bin gespannt, was der Arzt ihr sagen wird.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Naki,

    deine Zweifel und Gedanken verstehe ich gut. Dass du nicht glücklich bist mit dieser Situation. Er ist ja dein Vater...

    Aber im Prinzip hast du alles gemacht, was dir möglich ist. Du hast ihn konfrontiert, mit ihm im nüchternen Zustand gesprochen. Du hast von deinen Sorgen und Ängsten erzählt. Und nun gehst du auf Distanz.

    Das ist gut so! Und mehr kannst du nicht machen, leider. Auf seine Art hat er dich mit Sicherheit auch lieb, aber im Moment steht die Sucht im Vordergrund bei ihm. Die ist stärker als alles andere. Er muss trinken, dazu zwingt ihn die Abhängigkeit.

    Und solange er da nicht selbst den Willen hat aufzuhören, wird er auch weiter trinken müssen. Liebe und Sorge der Angehörigen sind da egal.

    Ich habe selbst viele Jahre als Ehefrau eines Alkoholikers verbracht :( . Meinen Kindern ging es ähnlich wie dir, meine Tochter war dann, als es ganz schlimm wurde, schon ausgezogen. Aber mein Sohn lebte noch da. Und er war schon immer hin- und hergerissen zwischen Liebe, Mitleid und großer Wut auf seinen Vater. Und irgendwie auch auf mich... Und ich habe an meinem Exmann geklebt, so wie deine Mutter jetzt. Immer in der Hoffnung, was ändern zu können. Das mit dem Flaschen Wegwerfen und so, mit dem Beobachten und Wissen, dass er jetzt wieder heimlich einen großen Schluck nimmt, das kenne ich auch zur Genüge. Das wiederholt sich immer wieder in solchen Beziehungen. Da ist das große Gefühl der Machtlosigkeit. Und Verachtung. Aber eben auch der Hoffnung, dass es besser wird. Denn eine Trennung erscheint unheimlich schwierig. Aus verschiedenen Gründen.

    Zitat

    Meine Frage ist nun, ob und was ich noch tun kann


    Leider kannst du für ihn nichts weiter machen. Vielleicht kannst du ausziehen und dich auf eigene Beine stellen. Ich weiß ja aber nicht, wie das finanziell und so bei dir aussieht. Du bist hier gelandet und das ist eine gute Sache! Denn das ist es, was du machen kannst. Für dich sorgen und dich informieren und austauschen. Und du kannst deiner Mutter empfehlen, sich über Coabhängigkeit zu informieren, wenn sie mag...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Clärchen, danke! Und die Grüße sind ausgerichtet.
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    Es geht mir nicht wirklich gut. Leider. Aber ich habe einen Mann an meiner Seite, der mich unterstütz und hält. Ich hab es sicher schon sehr oft gesagt und hier beschrieben. Welch ein Unterschied zu damals.

    Mein Exmann war mit sich selbst und seiner Sauferei beschäftigt. Zu mehr hat es nicht gelangt. Und jetzt, Dante ist nüchtern, im vollen Besitz seiner Kräfte, gewissermaßen. Und da habe ich auch was von gerade.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es wäre, würde er saufen. Und ich auch noch das Päckchen Co-Abhängigkeit tragen müssen für mich. Gruuuuselig. Nee, das denke ich lieber nicht zu Ende. Das Leben ist nicht immer leicht. Aber ich muss es mir ja nicht schwerer machen als nötig.

    Es ist für mich gerade eine sehr, sehr schwere Zeit. Alles bricht über mir zusammen. Ich bringe so viel mit aus meiner Vergangenheit, meine Grenze ist längst überschritten, was ich noch tragen kann. Ich möchte jetzt eigentlich nur noch leben und Lebensqualität haben. Beruflich scheint das nicht zu gehen mehr, ich habe wirklich alles versucht. Nun muss ich sehen, wie es für mich weiter geht.

    Ich habe sehr viel Angst vor der Zukunft gerade. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite habe ich aber auch liebe Menschen, allen voran meinen Mann, die mich stützen. Alles Menschen, die mit klarem Blick für mich da sein können gerade. Und ich bin da und kann und darf das auch annehmen.

    Aurora

    Hallo Lizzy,

    herzlich willkommen im Forum!

    Du schreibst

    Zitat

    Ich dachte eigentlich nicht, dass ich zu der Gruppe gehe wegen mir. Ich wollte wissen, wie ich ihm helfen kann.

    Ich habe das schon 1000 Mal hier gelesen. Na ja, ca. :wink: . Und hatte solche Gedanken auch mal selbst. Viele Cos sind hier angekommen, weil sie für ihren abhängigen Partner Hilfe suchen wollten. Und haben dann festgestellt, dass das gar nicht geht. Hilfe kannst du für dich finden, du merkst das ja auch in deiner realen SHG, in die du gehst. Und damit hast du eine sehr wichtige Erkenntnis gefunden!

    Dein Freund weiß, wie es geht. Er hat dazu nicht die Kraft, den Mut oder was weiß ich. Und du stehst machtlos dabei. Du kannst ihm nicht helfen, solange er es nicht will. Helfen kannst nur du dir selbst.

    Du bist schon ganz schön verstrickt in alles. Hast schlaflose Nächte, körperliche Beschwerden und all das. Darum ist es gut, dass du diese Gruppe hast und jetzt auch hier angekommen bist. Du kannst nun entscheiden, so wie lütte das geschrieben hast.

    Da bleiben und weiter leiden oder
    dich trennen und wieder zufrieden leben.

    Beide Varianten sind schwer, aber die 2. bringt den meisten Erfolg auf ein Leben in Ruhe und Glück. So Gruppen wie wir oder deine andere Gruppe sind dazu da, dir Wege aufzuzeigen, wie du da raus kannst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    der neue Job, in den ich so viel Hoffnung und Vorfreude gesetzt hatte, hat sich als erneuter Albtraum für mich erwiesen :( . Ich will da gar nicht weiter drauf eingehen. Ich halte aber diesen Arbeitsbedingungen nicht mehr stand. Es überfordert mich maßlos.

    Seit gestern bin ich krank geschrieben. Ich stecke wieder in einer Depression, muss auch seit heute wieder ADs einnehmen. Ich werde mein Arbeitsleben jetzt beenden. Zu viel habe ich an Päckchen zu tragen. Ich schaffe das nicht mehr alles. Ich habe es versucht, Mal um Mal.

    Es fällt mir sehr, sehr schwer, das einzugestehen. Ich habe sehr viel Angst vor der Zukunft gerade. Aber auf der anderen Seite geht es mir psychisch so schlecht, dass sich da ganz böse Gedanken schon einschleichen bei mir.
    :( .

    Nun geht es um Selbstfürsorge. Etwas, das mir noch immer oder gerade in meiner jetzigen psychischen Situation sehr schwer fällt. Zum Glück habe ich Unterstützung von therapeutischer Seite, aber vor allem von meinem Mann und vielen lieben Begleitern aus dem Forum hier.

    Aurora

    Liebe Bella,

    ach das ist so schön und aufregend, die ersten Schritte der Kinder zu erleben!

    Und du darfst es erleben und in Ruhe und Sicherheit darf dein Kind diese ersten Schritte nun machen. Dass der Vater das nicht kann, das liegt an ihm. Er bringt sich da ja selbst um diese schönen Momente. Das kannst du leider nicht ändern.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Bella,

    wie schön für ihn, dass er dich nun als Sündenbock dafür hat, dass er nichts ändern will! Denn was anderes ist das nicht!

    Was sollte deine Art damit zu tun haben, dass er nicht eine Therapie zum Beispiel macht? Das ist nur faule Ausrede.

    Und du ziehst dir den Schuh an. Das musst du nicht. Du hast doch keine Verantwortung dafür, was er aus seinem Leben macht. Ganz im Ernst.

    Ich kenne das auch von damals, auch ich hatte das Gefühl, nicht mehr normal mit meinem Exmann reden zu können. Er hatte mich so verletzt mit seiner Art, so nieder gemacht, das war dann die einzige Art, wie ich mich wehren konnte.

    Zitat

    Ich gehe sofort auf Konfrontation und Angriff..( gebe zu, das ist ein Problem von mir, dass ich immer gleich auf Kampfstellung gehe und nachtragend bin) Ich weiss das ist falsch von mir...

    Warum ist das falsch? Und warum machst du dich hier schlecht? Du redest dir ja selbst damit ein, unzulänglich zu sein, verkehrt. Und schuld. Nein! Das ist nicht so! Du bist nicht schuld, du bist nicht falsch und nicht doof oder sonst was. Du bist verletzt und fühlst dich hilflos. Du bist wie du bist.

    Und das darfst du auch sein! Lass dir da nichts einreden.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Angehö,

    schön, dass du mal hier reinschnupperst :) .

    Vielleicht kannst du ein wenig von deinen Erfahrungen berichten und anderen Angehörigen damit zeigen, wie es gehen kann.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Elli,

    ja, auch mein Exmann hat mich manipuliert, mir Schuldgefühle gemacht. Und ich war genau so wankelmütig und unentschlossen, mich zu trennen, wie du. Nach fast 26 Jahren, davon mindestens 20 Jahre in diesen unglücklichen Zuständen, die ja von Jahr zu Jahr schlimmer wurden, habe ich es endlich, endlich geschafft... Und ja, das ist echt nicht empfehlenswert!

    Ich war feige. Zu feige, mich den Konsequenzen zu stellen, zu feige, schlimme Gefühle auszuhalten, zu feige, meine Bedürfnisse zu leben. Ich war voller Angst und habe meinen Exmann dafür verantwortlich gemacht. Weil, wenn er nüchtern war, war doch alles ganz gut. Und er war dann so zerknirscht, machte alle Welt und vor allem mich verantwortlich für seine Sauferei. Weil, wenn doch alle so böse zu ihm waren, vor allem ich...

    Schuld und Hoffnung, so ging das. Später Wut und Hass und Ekel. Und Schuld, kaum Hoffnung. Und ja, ich war zu feige zu gehen. Denn ohne mich würde er ja total absacken...

    Ist er aber nicht, er lebt heute noch.

    Er ist ja erwachsen und kann sehen, wie er sein Leben lebt, das darf er und kann er auch.

    Und ich bin auch erwachsen und darf mein Leben leben. Und du bist auch erwachsen und darfst das.

    Nur empfehle ich dir aus eigener Erfahrung, lass es nicht zu lange mehr dauern. Nach einer schönen, liebevollen Beziehung auf Augenhöhe hört sich nicht an, was du schreibst. Das ist ein Klammern an gewohnten Dingen. Und Angst vor Verantwortung.

    Ich hoffe auch, dass es bald "Klick" macht in deinem Hirn. Alles andere ist Lebenszeit, die du verschenkst. Und die du nur ein mal hast.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo dacoucou,

    du schreibst über deine coabhängige Mutter

    Zitat

    Ich finde ihr krankhaftes Verhalten fast belastender als das Trinken meines Vaters, so seltsam das jetzt klingen mag.

    Das klingt nicht seltsam, denn ich habe es hier schon oft gelesen. Und innerhalb meiner Familie auch so erfahren. Der Vater meiner inzwischen leider verstorbenen Schwägerin war auch Alkoholiker. Und die Mutter eben Co. Und die Schwägerin hat ihre Mutter fast gehasst, hatte ich manchmal das Gefühl. Ihren Vater hat sie auch irgendwie verachtet, aber bei der Mutter war das viel stärker.

    Boah, das Verhalten deiner Eltern ist ja massiv übergriffig! Und ja, genau so ist es mir mit meiner Exschwiegermutter ergangen! Die aber nichts mit Alkohol und so hatte, das Verhalten ist aber auch so gewesen. Das erinnert mich gerade ganz doll daran. Auch an meine Gefühle dabei und wie oft ich geschrien habe vor Wut. Mein Exmann war aber da leider nie auf meiner Seite, im Gegenteil, immer war ich die Undankbare... deshalb ist es toll, wie du mit deinem Mann da an einem Strang ziehen kannst. Das ist viel wert.

    Bei der Exschwiegermutter sah es daheim nicht wirklich toll aus, bei mir hatte sie aber dauernd was zu mäkeln und hat auch teilweise einfach was gemacht. Trotz meiner "ich will das nicht".

    Heute weiß ich, ich hätte auch besser den Kontakt abbrechen sollen, aber das konnte ich leider nicht. Ich war nicht fähig dazu. Damals.

    Deshalb möchte ich dich bestärken. Ich finde es gut, dass du hier bist um dir Hilfe zu holen. Alleine ist es sehr schwer, aus solchen Rollen heraus gehen zu können.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo und herzlich willkommen Dacoucou,

    nein, deine Gefühlswelt dramatisiert da gar nichts, denn es sind ja deine Eltern, um die es geht. Und dass du dich sehr schlecht damit fühlst, wie dein Vater sich verhält und was deine Mutter macht, das ist einfach normal und verständlich. Soviel erst mal dazu! Du musst und darfst deine Gefühle da einfach wahr nehmen, denn so fühlst du sich ja.

    Die andere Seite ist nun, wie du dich da trotz dieser Gefühle und ja auch der Liebe zu deinen Eltern abgrenzen kannst. Denn wenn du dich in dieses Familiensystem Alkoholismus reinziehen lässt, bist du mit verloren. Das bemerkst du ja auch selbst sehr gut! Das ist auch gut, dass du das bemerkst und ja auch schon deine Konsequenzen daraus ziehst! Du bist da auf einem guten Weg. Und gut finde ich auch, dass dein Mann da auch diese Konsequenz an den Tag legt und dich damit unterstützt! Er sieht ja das alles noch aus einer etwas anderen, neutraleren Position.

    Du kannst nun deiner Mutter genau so wenig helfen wie deinem Vater. Sie ist coabhängig, das ist genau solch süchtiges Verhalten, wie der Alkoholismus deines Vaters. Du merkst ja selbst, es prallt an ihr ab, was du ihr sagst, sie vertuscht, sie steht ihm bei, sie bringt immer wieder alles in's Lot. Für deine Vater ist der Schnaps das Suchtmittel, für deine Mutter ist es dein Vater...

    Und sie muss von sich aus den Willen haben, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Du kannst ihr zum Beispiel nur Dinge empfehlen, es gibt viele Bücher zum Thema "Coabhängigkeit". Ob sie das aber lesen mag und vor allem, ob sie daraus für sich Schlüsse ziehen kann und will, das liegt ganz bei ihr.

    Und du bist da nun mitten drin. Und wirst auch benutzt für ihre Zwecke. Dein Vater stellt sich als Opfer dar, depressiv (was durchaus eine Folge seines Saufen sein kann und nicht umgekehrt!), Schuld haben andere, andere Menschen oder andere Umstände oder das Wetter oder der Bürgermeister oder was auch immer. Oder eben auch du, weil du so "lieblos" bist, die Kinder nicht da lässt usw. Aber ganz ehrlich, diesen Schuh brauchst du dir nicht anzuziehen! Du machst das völlig richtig und sehr verantwortungsvoll, die Kinder nicht dort zu lassen! Das finde ich echt gut!

    Und deine Mutter benutzt dich als Mülleimer, gewissermaßen, sie lädt dir Dinge auf, die sie selbst nicht bewältigen und aushalten kann. Denn sie fühlt sich mit Sicherheit auch schuldig am Saufen deines Vater! Ich habe selbst viele, viele Jahre in Coabhängigkeit mit meinem Exmann gelebt, ich kann mir das gut vorstellen. Und ich muss gestehen, ich habe meinen Sohn, meine Tochter lebte dann schon nicht mehr bei uns, da auch mit reingezogen bzw. es versucht zu tun. Mich bei ihm ausgeheult, ihn als Gesprächspartner benutzt, den ich in meinem Exmann nicht mehr hatte. Er war gewissermaßen ein Ventil für den Druck und die Schuld, die ich spürte. Mein Sohn hat sich aber sehr stark abgegrenzt damals und mir auch ganz offen und klar dann Grenzen gesetzt. Aber trotzdem tut mir das heute sehr leid, was ich da auch gemacht, versucht habe, und als mir das klar wurde nach der Trennung war es mir auch sehr peinlich und ich habe mich wiederum sehr schuldig gefühlt deshalb.

    Ich habe mein Kind nicht mehr als mein Kind behandelt, gut, mein Sohn war da Anfang 20, aber er ist ja mein Kind! Ich habe ihn als Art "Freund" behandelt, als Erwachsenen, die Verhältnisse sind da sehr verschwommen gewesen. Oft hat er mir beigestanden, das fand ich dann gut, aber nachher sah ich, dass er ja das Kind ist und ich die Mutter, es war nicht sein Ding, für mich zu sorgen. Denn ich war ja nicht unzurechnungsfähig oder so, nur zu schwach und feige, für mich zu handeln.

    Also verstehe mich nicht falsch, natürlich sind auch Kinder dann mal Erwachsene, aber es ist immer noch eine andere Stufe Eltern/Kind als Eltern/Freund oder Partner oder so. Ich hoffe, ich konnte klar machen, wie ich das meine.

    Du beschreibst es ja selbst im Hinblick auf deinen Vater, mit deiner Mutter ist es im Prinzip genau so:

    Zitat

    ich mache mir schreckliche Sorgen, schäme mich, dass er bei der Polizei sitzt und denke, wenn es mein Kind wäre, das Mist gebaut hätte - ok, das wäre meine Aufgabe, es da rauszuholen, aber doch nicht meinen erwachsenen Vater! Die Welt ist zu verdreht.

    Die Welt ist verdreht in Beziehungen zu Abhängigen! Du beschreibst das gut!

    Deshalb ist das so:

    Zitat

    Kann man denn von außen gar nichts tun? Muss man einfach zusehen?

    Ja, anders geht es nicht. Man kann von außen nichts tun. Aber zusehen musst du deshalb noch lange nicht! Abgrenzung ist das Geheimnis, nicht selbst mit kaputt zu gehen. Und das weißt und spürst du ja selbst mittlerweile sehr gut. Du machst das, auch wenn es sehr weh tut, aber glaub mir, der Schmerz wird besser! Denn du wirst ja selbst merken, wie viel besser es dir und deiner Familie ohne deine Eltern geht, ohne diese Konfrontation mit diesem kaputten System der Sucht!

    Meene Jüte, jetzt hab ich mich aber hier ausgelassen, wie ein Roman...
    :shock:

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Bianka, liebe Clärchen, danke.

    Na ja, momentan geht es mir gerade wieder nicht so gut :( . Da kommt die alte Angst wieder hervor, die Angst zu versagen, es nicht zu schaffen, nicht gut genug zu sein... blöde Angst :evil: .

    Das Blöde ist ja, ich weiß genau, dass das Quatsch ist. Aber ich kann es nicht fühlen, es ist nicht in mir verinnerlicht.

    Nun habe ich aber auch gerade erst mal 3 Tage da gearbeitet. Ich glaube, ich will schon wieder viel zu viel gleich am Anfang auf einmal...Das ist mein Perfektionismus. Ich glaube, den werd ich auch nicht mehr los .

    Aurora

    Hallo,

    die ersten Arbeitstage im neuen Job sind um. Und ja, bisher fühlt es sich gut an. Es ist ja diesmal kein Familienbetrieb, ich wollte ja davon mal weg. Es ist ein großer Betrieb, der deutschlandweit Filialen hat.

    Und da ist es schon zu merken, dass es professioneller und geregelter zugeht. Ich habe da eine Pause :shock: , das kannte ich von meinem letzten Job nicht. Und vom vorletzten auch nicht wirklich...

    Und der Laden ist ruhiger als der letzte. Also vom Kundenansturm her. Obwohl auch viel zu tun ist. Die Leute sind einfach aber entspannter. Also einmal meine Kollegen, aber auch die Kunden. Es ist ein Stadtbezirk, in dem ich nun arbeite, da geht es bunt und wuselig zu und irgendwie "normal". Also nicht so abgehoben wie bei meinen vorherigen Arbeitsstätten. Eine gute neue Erfahrung.

    Ich hoffe, dass dies nun mein letzter Arbeitsplatz vor der Rente ist... :roll:

    Aurora