Liebe Maggy,
solche Aussagen, wie dein Freund oder Exfreund macht, die hat mein Exmann auch gemacht.
Als ich mich getrennt hatte wurde er ja nüchtern. Und mich hat das damals ganz wackelig gemacht. Ob es richtig von mir gewesen war, mich zu trennen.
Und ja, im Kopf wusste ich, dass es das einzig Richtige gewesen war. Denn ich merkte ja, wie viel besser es mir ging ohne ihn. Und doch kreiste ich dauernd um ihn und seine Dinge. Und er saß mir auch dauernd auf der Pelle. Wir wohnen ja nicht weit auseinander, einmal um die Ecke quasi...
Und dieses nicht loslassen Können hat mich sehr noch behindert. Und mir viel Energie weg genommen. Gerade auch solche Aussagen wie: ich weiß ja, dass es blöd war, diese Sauferei, aaaaber... und dann kam wieder das Übliche. Dass ich ja auch daran Schuld gehabt hätte weil....
Und wieder habe ich mich dann verantwortlich gefühlt, schuldig, schlecht. Und diese Gefühle haben mich dann wiederum gehindert mich endgültig zu lösen. Und ja, haben mir Energie geraubt.
Ein ewiger Kreislauf- Es war so schwer, da raus zu kommen. Grenze um Grenze immer wieder aufzubauen. Immer und immer wieder diese Sachen zu hören bekommen.
Ich wusste damals auch noch nicht, ob ich je wieder zurück zu ihm gehen wollte. Oder - halt... Ganz ehrlich, ich wusste, ich würde es nicht tun. Ich wollte nicht mehr zurück. Aber das habe ich mir erst nach und nach eingestehen können. Vorher war immer noch meine Angst da.
Angst vor dem Alleinesein. Angst davor, ihm weh zu tun. Lieber hab ich mir weh getan... indem ich mich immer wieder von ihm kleinmachen und manipulieren ließ. Angst vor meinen Schuldgefühlen. Angst eben davor, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Von der ich nicht wusste, ob sie eben in Zukunft die richtige wäre.
Und soll ich dir mal was sagen. Heute weiß ich, es war richtig! Was für ein Glück. Aber ich hätte auch ohne ihn auf alle Fälle überlebt. Wäre ich der Meinung gewesen, meine Entscheidung war doch falsch. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, wieder mit ihm zusammen zu kommen. Irgendwann aber war klar, dass ich das nicht mehr wollte. Dass das Leben schön ist ohne ihn. Dass er sehr gut auch alleine zurecht kommen kann.
Und schlussendlich war ich mir immer unsicher, seine Art des Nichttrinkens war so ganz anders als hier beschrieben. Er hat nichts für sich verändert. Nicht einen Millimeter. Das hat mich zum Glück doch auch abgeschreckt und irgendwann habe ich mir und meinen Gefühlen einfach vertraut. Und los gelassen.
Übrigens trinkt mein Exmann wieder... 4 Jahre lang hat er ausgehalten. Nach der Scheidung hat er wieder angefangen. Seine Sache.
Viele Grüße
Aurora