Beiträge von Aurora

    Liebe Maggy,

    solche Aussagen, wie dein Freund oder Exfreund macht, die hat mein Exmann auch gemacht.
    Als ich mich getrennt hatte wurde er ja nüchtern. Und mich hat das damals ganz wackelig gemacht. Ob es richtig von mir gewesen war, mich zu trennen.

    Und ja, im Kopf wusste ich, dass es das einzig Richtige gewesen war. Denn ich merkte ja, wie viel besser es mir ging ohne ihn. Und doch kreiste ich dauernd um ihn und seine Dinge. Und er saß mir auch dauernd auf der Pelle. Wir wohnen ja nicht weit auseinander, einmal um die Ecke quasi...

    Und dieses nicht loslassen Können hat mich sehr noch behindert. Und mir viel Energie weg genommen. Gerade auch solche Aussagen wie: ich weiß ja, dass es blöd war, diese Sauferei, aaaaber... und dann kam wieder das Übliche. Dass ich ja auch daran Schuld gehabt hätte weil....

    Und wieder habe ich mich dann verantwortlich gefühlt, schuldig, schlecht. Und diese Gefühle haben mich dann wiederum gehindert mich endgültig zu lösen. Und ja, haben mir Energie geraubt.

    Ein ewiger Kreislauf- Es war so schwer, da raus zu kommen. Grenze um Grenze immer wieder aufzubauen. Immer und immer wieder diese Sachen zu hören bekommen.

    Ich wusste damals auch noch nicht, ob ich je wieder zurück zu ihm gehen wollte. Oder - halt... Ganz ehrlich, ich wusste, ich würde es nicht tun. Ich wollte nicht mehr zurück. Aber das habe ich mir erst nach und nach eingestehen können. Vorher war immer noch meine Angst da.

    Angst vor dem Alleinesein. Angst davor, ihm weh zu tun. Lieber hab ich mir weh getan... indem ich mich immer wieder von ihm kleinmachen und manipulieren ließ. Angst vor meinen Schuldgefühlen. Angst eben davor, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Von der ich nicht wusste, ob sie eben in Zukunft die richtige wäre.

    Und soll ich dir mal was sagen. Heute weiß ich, es war richtig! Was für ein Glück. Aber ich hätte auch ohne ihn auf alle Fälle überlebt. Wäre ich der Meinung gewesen, meine Entscheidung war doch falsch. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, wieder mit ihm zusammen zu kommen. Irgendwann aber war klar, dass ich das nicht mehr wollte. Dass das Leben schön ist ohne ihn. Dass er sehr gut auch alleine zurecht kommen kann.

    Und schlussendlich war ich mir immer unsicher, seine Art des Nichttrinkens war so ganz anders als hier beschrieben. Er hat nichts für sich verändert. Nicht einen Millimeter. Das hat mich zum Glück doch auch abgeschreckt und irgendwann habe ich mir und meinen Gefühlen einfach vertraut. Und los gelassen.

    Übrigens trinkt mein Exmann wieder... 4 Jahre lang hat er ausgehalten. Nach der Scheidung hat er wieder angefangen. Seine Sache.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Maggy,

    na, du kannst das doch also, Entscheidungen treffen. Das siehst du doch daran, dass du dich entschieden hast, erstmal nicht dem geschlossenen Bereich bei zu treten. Das ist doch auch völlig ok so.

    Natürlich machen dir die Konsequenzen aus deinen Entscheidungen Kopfzerbrechen. Das geht wohl den meisten Leuten so, denke ich. Mir ja auch... Nur, in die Zukunft kann eben niemand schauen. Und darum ist es ratsam zu sehen, wie geht es mir jetzt?

    Da kann ich eine Entscheidung treffen, damit es mir wieder gut geht. Zum Beispiel, indem ich mich trenne. Zumal von einem Abhängigen, denn da ist die Zukunft schon ein wenig sichtbar, so lange er nicht aufhört... Aber gut, er könnte ja aufhören, oder doch nicht? Oder doch? Oder doch nicht?

    Ja, Entscheidungen... und vor allem, dann mit den Konsequenzen leben können. Das ist es doch. Sich zugestehen, auch Fehler zu machen, machen zu dürfen. Fehler sind menschlich. Fehler macht jeder mal. Wichtig ist es doch, das anzunehmen. Eine Entscheidung zu treffen und dann dahinter zu stehen. Zu sagen, ich habe mich heute so entschieden. Und das ist gut so. Und dazu stehe ich. Ich stehe auch dazu, sollte es sich als falsch erweisen. Aber warum sollte man immer gleich vom worst case ausgehen?

    Zitat

    Nur fange ich dabei direkt wieder an zu zweifeln, weil Vernunft und Gefühl sich beim aktuellen Thema ja so gar nicht einig sind. Weiss noch nicht, wie ich da hin komme ...?

    Da kommst du mit Geduld hin. Manche Dinge brauchen Zeit.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Maggy, deine Gedanken sind gut! Ja, es ist zum Beispiel 1 Tag in der Woche geblockt, Mittwoch, da ist Oma-Tag. Da hole ich meine Enkelin von der Schule ab und verbringe den Nachmittag dann mit ihr. Das hat sich meine Chefin auch gemerkt und das klappt. Und alle 14 Tage habe ich ein freies Wochenende.

    Ja, das ist ja schon was. Aber ich arbeite ja nur 24 Stunden in der Woche. Also 3 mal 8 Stunden oder 4 mal 6 Stunden. Und es wäre toll, wenn das auch strukturiert wäre. Das geht ja nicht nur mir so, auch vielen Kollegen. Ja, ich arbeite 24 Stunden in der Woche, aber es fühlt sich an für mich wie Vollzeit, weil ich meine Freizeit nicht planen kann. Ich hatte was abgesprochen mit der Chefin, sie sagt das zu um es 1 Tag später doch anders zu machen. Nee, fühlt sich nicht gut an, fühlt sich an wie Kampf gegen Windmühlen. Wie nicht ernst genommen.

    Ich danke dir für deine Gedanken, die du hier gelassen hast!
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    So, mit der Enkelin beim Sohn gewesen. 2 Stunden haben wir eine gute Zeit zusammen verbracht. Das war schön.

    Danach waren wir bei meinen Eltern, den "Tick Tacks". Kaffee schlürfen. War auch schön. Die Erkältung hält sich hartnäckig.
    Na ja...

    Aurora

    Hallo Maggy,

    ja, solche Unsicherheiten kenne ich auch ganz gut von früher.
    Mangelndes Selbstvertrauen, würde ich mal sagen, oder?
    Was meinst du, warum kannst du dir nicht selbst vertrauen, wovor hast du da Angst?

    Zitat

    sollte ich deshalb mal überlegen, auch im geschlossenen Bereich zu schreiben? Was meinst du?

    Was ich dazu meine. Hm, das ist ja zweitrangig. Wichtig ist doch, was du dazu meinst :wink: . Geschlossener Bereich, was heißt das...ich sag's dir mal.

    Das heißt, dort ist ein intensiverer Austausch als hier, weil die Leute offener über ihre Dinge schreiben. Es kann ja dort nicht jeder Mensch im ganzen Universum mit lesen. Es geht ernsthaft zur Sache und kann äußerst hilfreich sein. Ich habe für mich sehr viel positive Dinge dort herausziehen können und ich habe auch Freunde dort gefunden. Manchmal treffen sich auch Leute und unternehmen was gemeinsam. Es ist im Grunde genommen da so als ob du in eine reale Gruppe gehst. Nur eben auf anderer Ebene, denn man sitzt sich ja nicht gegenüber. Es gibt dort auch lustige Sachen, Fotos, Musiktipps-Fädchen und was weiß ich. Es kostet einen monatlichen Beitrag.

    Nun kannst du ganz alleine entscheiden, ob das was für dich wäre. Ob du bereit wärst, dafür monatlich einen Beitrag zu bezahlen. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass du dich dort wohl fühlst und Leute persönlich kennen lernst. Ganz klar. Aber wer nicht wagt, der kann auch nix gewinnen.
    Und du darfst ja auch jederzeit da wieder aussteigen, wenn es dir nicht passt. Was kann dir da passieren?

    Ich finde es gut, wenn du bei anderen was schreibst, denn du hast durchaus eine Menge zu sagen und weiter zu geben. Und sei es nur das du sagen kannst, "ich weiß, wie es sich anfühlt." Das lässt andere, neue, unsichere Menschen sich auch angenommen und verstanden fühlen. Oder?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Clärchen, diese alten Biester sind soooo hartnäckig :twisted: . Und es kostet schon auch Energie, dagegen zu halten. Diese alten Muster sind einfach zu sehr eingeprägt. Das Gute ist, dass ich es erkenne und bemerke und was dagegen tun kann. Auch wenn das dagegen was Tun erst mal dauert. Also bis ich in die Gänge komme. Ich hatte da auch im geschlossenen Bereich sehr gute Unterstützung! Und vor allem von meinem Mann :D .

    Immer wieder und wieder von Neuem anzufangen, seine Rechte einzufordern, das ist ähnlich gestrickt wie in meiner ersten Ehe. Ich fühle mich nicht gesehen, nicht ernst genommen. Gebe nach, werde auch manipuliert. Auf ähnliche Weise wie von meinem Exmann, nur dass es da jetzt nicht um Alkohol geht. Aber die Verhaltensweisen der Chefs sind ähnlich wie die meines Exmannes. Und ich springe voll darauf an, wie auf Knopfdruck.

    Da ist die ganze Palette von Schuldgefühlen, Verantwortungsgefühle für etwas, für das ich keine Verantwortung habe. Da ist das Gefühl von gebraucht Werden, von unersetzlich Sein. Da ist das Gefühl von, ich solle mich nicht so haben, mich nicht so anstellen, von Stärke zeigen. Von Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse und Wahrnehmungen. Und Loyalität bis zum Umfallen.

    Gruselig. Ich bin vor 8 Jahren aus dem Säufer/Co- System ausgestiegen. Und doch kann ich noch so gut funktionieren, wenn es darauf ankommt. Darum - es hört ja nie auf, Achtsamkeit ist immer gefordert! Und ja, die habe ich! Eine Zeit lang war das ein wenig verschüttet, aber jetzt ist es wieder da! Wie gut. Ich bin nicht starr, ich mache was für mich. Verharren und aushalten war gestern, heute ist Aktion gefragt. Für mich.

    Beim Geburtstag meiner Mutter habe ich mich ausspannen lassen. Auf Anfrage meiner Schwägerin haben ich sogar abgelehnt, Kuchen zu backen. Ich hasse Backen... Und ich kann es auch nicht gut. Und ich bin so belastet mit allem, dass ich da jetzt nicht auch noch dran teilnehmen will. Es sind genug andere da. Schwägerin hat mein "Nein" mit Pikiertheit zur Kenntnis genommen. Tja, aber so isses. Ich kann auch "Nein"! Ich mache so genug für meine Eltern, ich wohne ja nur um die Ecke von denen. Da wird schnell mal nach mir geschrien...

    Meiner Enkelin geht es gut :D .

    Lieber Matthias, danke. Feiern, na, mal sehen. Das findet ja am Wochenende statt. Mein Bruder und meine Schwägerin machen das bei sich, sie haben einen großen Garten. Nun brauchen wir noch schönes Wetter am Sonnabend, aber ich glaube, das wird.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Freya, danke. Ja, ich werde ein wenig Geburtstag genießen. Die Geburtstage meiner Kinder waren immer eine sehr emotionale Sache für mich. Nicht, als sie klein waren aber später. Und nun wird mein "Kleiner" schon 30. Meine Tochter hat dann Mitte Juni Geburtstag und im Moment ist die Trauer so unfassbar schlimm. Sie würde 33 werden...

    Liebe Ko, ja, was macht mich so fertig...
    Es ist einfach chaotisch. Es gibt keinen Plan und ist völlig unprofessionell. Ich hatte erhofft, dass es in diesem neuen Laden eben anders wäre als im Hauptladen, gewissermaßen. Aber es ist eher noch schlimmer. Es gibt keine klaren Anweisungen und jeder läuft rum und weiß von nix richtig.

    Es sind zu wenig Leute. Und die Chefs haben anscheinend von der Materie an sich nicht viel Ahnung. Keinen Durchblick. Die Mitarbeiter werden hin- und hergeschoben wie Schachfiguren. Seit 2 Jahren, so lange arbeite ich in dieser Firma, versuche ich, einen geregelten Arbeitsplan durchzusetzen für mich. Das hat mal eine kurze Zeit lang geklappt, dann nicht mehr. Und jetzt ist es noch schlimmer. An einem Tag verhandel ich was, am nächsten Tag kommt der neue Plan und es ist wieder alles anders. Und - es gibt den Plan Sonntags, wohlbemerkt für die dann laufende Woche. Ich arbeite Teilzeit, 24 Stunden in der Woche. Das bedeutet ja nicht, dass ich deshalb uneingeschränkt flexibel sein muss. Gerade da will ich ja wissen, wie ich arbeite. Ich lasse ja nicht meine Freizeit verplanen bzw. bin jederzeit abrufbar. Das geht nicht. Ich konnte die letzten Wochen nicht mal einen Arzttermin machen...

    Und Sonntagsarbeit und auch Feiertagsarbeit wird verlangt. Das wurde vorher nicht so kommuniziert. Bezahlt wird das natürlich nicht extra...

    Ach, es ist eine endlose Latte. :(

    Dazu kommen dann meine inneren Zensoren, die alten Muster, die sich wieder tummeln in mir.

    Nur nicht aufmucken, nur nicht meckern, nur nicht schlapp machen. Und krank Sein - das gibt es nicht, das ist nur Faulheit. Immer perfekt sein, immer dem Chef lieb Kind sein. Immer ackern, nur nicht jammern... Und vor allem, nur nicht schlapp machen, die armen Kollegen müssen dann drunter leiden.

    All so was rumort in mir.

    Ich bin jetzt krank geschrieben, denn es geht mir nicht gut, ich habe eine dicke Erkältung. Aber es hat mich sehr viel Energie gekostet, mich zum Arzt zu bewegen und das zu machen. Wegen dieser bösen Stimmen sozusagen. Diese alten Konditionierungen. Da gegen zu halten ist richtig Arbeit.

    Aber ich habe das geschafft. Und fühle mich gut damit. Denn ich habe damit meinen Körper, meine Seele und vor allem mich als Mensch insgesamt ernst genommen und habe gut für mich gesorgt. Kaputt machen lassen war gestern. Auch wenn die alten Teufelchen noch so toben, ich bin stärker...

    Aurora

    Hallo,

    zur Zeit bin ich ziemlich erschöpft. Der neue Arbeitsort macht mich fertig. Leider. Ich hatte so viel Motivation und Vorfreude darauf, nun bin ich ganz schön enttäuscht :( .

    Ich habe mir zudem auch noch eine fette Erkältung eingefangen. Und mich so schwer getan, zum Arzt zu gehen und mich einfach mal aus dem Verkehr ziehen zu lassen. Aber ich habe alle meine inneren Schweinehunde besiegen können und es gemacht.

    Morgen hat mein Sohn Geburtstag, der wird 30. Hui, wo sind bloß die Jahre geblieben. Meine Mutter wird 80... am selben Tag. Meene Jüte.

    So vergehen die Jahre also. Ich bin froh, sie soweit in Ruhe verbringen zu können. Seit mein Sohn nicht mehr bei seinem Vater wohnt, kriege ich da auch nix mehr mit, was auch gut ist. Es geht mich ja nichts an, was der macht.

    Aurora

    Hallo Maggy,

    ja, es ist zwischendurch schon auch ruhig hier im Co-Bereich im offenen Forum.

    Das kommt immer wieder vor. Es ist ja recht unverbindlich hier und oft wird sich nur sehr kurzfristig ausgetauscht und dann ist der-/diejenige auch schon wieder verschwunden. Das ist schon schade.

    Aber hab einfach Geduld. Ich habe auch schon oft mehrere Beiträge geschrieben und kein Feedback bekommen. Oft ist es einfach so, dass die Anderen nichts zu sagen wissen zum Thema, keine Zeit gerade haben oder so. Schreib doch einfach deine Gedanken weiter hier. Und vielleicht magst du auch ab und an in anderen Fädchen was schreiben.

    Zu deiner letzten Frage zum Beispiel fällt mir gerade nichts ein, was ich dir Schlaues schreiben könnte. Ich habe nur schon manches Mal beim Lesen deiner Beiträge gedacht, warum du dir nicht selbst vertraust in deinen Entscheidungen. Du holst dir immer Rückversicherungen hier. Hab doch einfach Mut, du bist doch auf einem guten Weg. Vertrau dir und deinem Gefühl.

    Wenn du das aus seinen Aussagen schließt, dass er sich eine Beziehung später mit dir nicht mehr vorstellen kann, dann ist dein Gefühl doch nicht falsch. Das ist dann traurig und tut weh. Trennungen tun weh, immer.

    Was hast du denn für dich die letzten Tage so gemacht? Also an Wohlfühldingen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo MmeB,

    Zitat

    Meine Ehe macht mich unzufrieden, traurig, ich fühle mich ständig gedemütigt, ausgenutzt, mißbraucht (wieder einmal), unverstanden.

    Das sind ja alles gute Gründe für eine Trennung. Und das sind ja auch gute Gründe, ihn an die Luft zu setzen...

    Nun schreib ich das hier so frei als wäre es das Einfachste von der Welt :? . Ich habe es damals auch versucht, meinen Exmann aus der Wohnung zu bekommen. Da es aber eine gemeinsame Eigentumswohnung war ging das nicht. Also bin ich gegangen, er hat sich schlicht und einfach nicht bewegt. Es ausgesessen. Trotzdem hatte ich auch diese Gefühle von Hoffnung und Schuld. Der Kopf hat es gewusst, der Bauch aber rebelliert.

    Das dauert seine Zeit bis die beiden, also Kopf und Bauch, sich da einig sind. So lange musst du diese Ambivalenzen einfach aushalten. Dir immer wieder vor Augen führen, warum du es so machst. Und vor allem, trau deinen Gefühlen. Also deinen Überlebensgefühlen die dir sagen, dass du leben willst! Die dir sagen, es geht dir schlecht in der Beziehung weil er ein ziemliches Suchtproblem hat. Weil eben:

    Zitat

    Meine Ehe macht mich unzufrieden, traurig, ich fühle mich ständig gedemütigt, ausgenutzt, mißbraucht (wieder einmal), unverstanden.

    Das Schreiben hier kann dir wirklich gut helfen, deine Gedanken zu sortieren. Das kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Lene,

    und willkommen hier :) !

    Zitat

    ...ich bin mir heut auch wieder etwas klarer, wie ICH den Auszug gestaltet haben möchte

    Siehst du, das ist echt toll! Und genau so kannst du es klar und deutlich deinem Mann sagen. Dann und dann kann er kommen und seine Sachen holen. Punkt. Und wenn er rummeckert, wenn er nicht erscheint oder so, dann kannst du die Sachen ja in den Keller stellen zum Beispiel. Nur nicht groß diskutieren, ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nix bringt außer fauler Kompromisse und Unzufriedenheit. Ich bin mit eindeutigen und klaren Ansagen und dann auch Konsequenz weiter gekommen. Das musste ich erst lernen, vielleicht kannst du das aber schon. Du wirkst sehr entschlossen!

    Eine Gruppe für Angehörige ist das ja hier auch, und sie hat Rund um die Uhr geöffnet (wie du siehst, ich bin ja schon auf :? ). Du kannst auch das Angebot des Wechsels in den geschlossenen, kostenpflichtigen Bereich annehmen, dort geht es viel offener zur Sache. Da kann nämlich nicht das ganze web mitlesen. Ansonsten sind hier sehr viele Leute, sehr viele Fädchen zum drin Lesen und Erfahrungen rauszuziehen. Das ist eine wahre Fundgrube!

    Und, wie war's beim Friseur... gefällst du dir?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Ko,

    ich finde nicht, dass es feige ist ihm aus dem Weg zu gehen. Und vor allem nicht diese nutzlosen und energieraubenden Diskussionen zu haben, die eh zu nix führen.

    Du hast Recht, es ist Selbstschutz.

    Ich drück weiter die Daumen, dass es mit einer schönen Wohnung klappt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Clärchen,

    ja, das darfst du!

    Aber es ist ja auch tatsächlich so, dass jemand, der nie selbst darin verstrickt war und ist, das nicht nachempfinden kann. Ich kann z.B. nicht nachfühlen wie es ist, Saufdruck zu haben. Oder trinken zu müssen, weil irgend etwas in mir mich antreibt. Das habe ich nie gespürt und kann mir deshalb kein Urteil erlauben.

    Ich habe meinen Exmann nie verstanden, warum er versprach, nicht mehr zu trinken und eine Minute später hatte er die Pulle vor'm Hals... Damals habe ich ihn dafür verurteilt und gedacht, es ist Schwäche und so. Heute weiß ich, das ist die Sucht. Ich verurteile ihn nicht mehr dafür. Aber nachfühlen kann ich es eben nicht.

    Und genau so geht es doch auch bei den Cos. Für einen Außenstehenden, der nie in dieser Lage war muss es unfassbar sein, was eine Coabhängige mit macht. Sich gefallen lässt. Oder wie sie sich eben verhält. Das ist doch genau so irrational wie das Verhalten des Trinkers, der die Pulle vor'm Hals hat.

    Das macht niemand aus reiner Freude sondern es ist ein Verhalten, was quält und unglücklich macht. Unfrei macht. Krank macht. Den Alkoholiker ja genau so in seiner Sucht wie den Coabhängigen in seinen eigenen Verstrickungen.

    Ich kann da eine Hand reichen und sagen, ich kann das nachfühlen, weil ich weiß, wie es dir gerade geht. Das kann ich sagen, weil ich es selbst so erlebt und gelebt habe. Da kann ich ganz anders damit umgehen und auch Wege aufzeigen. Wege, die ich selbst gegangen bin.

    Viele sagen doch auch, die besten Suchtberater sind doch die, die selbst mal abhängig gesoffen haben. Weil sie wissen... Warum darf das nicht für Cos ebenso gelten?

    Es verbietet hier niemand jemandem, wo nicht schreiben zu dürfen. Meene Jüte. Nur sollte man vielleicht mit Urteilen vorsichtig sein bei Dingen, die man nicht versteht, verstehen kann.

    Stellt euch vor ich würde bei einem neu ankommenden, frisch trockenen und oft unsicheren Alkoholiker oder einem, der zwar erkannt hat, aber noch nicht so ganz handlungsfähig ist, hier als Co schreiben, du bist ein Schwächling, dass du so lange gesoffen hast. Ein Versager. Du hättest da ja raus gehen können, hättest du gewollt. Du wolltest dich aber lieber noch weiter in deinem Selbstmitleid im Suff suhlen. Das ist ja auch einfacher als was zu machen dagegen. Du fandest es wohl toll, dich als Opfer zu fühlen... und deine armen Angehörigen, wie mussten und müssen sie leiden, weil du so bist. Hör jetzt mal auf damit, usw. Hui... das fiele mir im Traum nicht ein.

    Liebe Clärchen, ich hoffe es ist ok, dass ich das hier in deinem Fädchen gelassen habe. Weil ja auch hier dieses Thema gerade aktuell ist.

    Aurora

    Hallo LinusFan,

    herzlich willkommen hier! Gut, dass du den Mut hattest, dich hier anzumelden!

    Ich verstehe deine Angst zu gut. Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, um mich aus der Coabhängigkeit mit meinem Exmann zu lösen. Ich hatte so viele Ängste. Die mich einfach handlungsunfähig gemacht haben. Es war irrational, was in mir vorging damals, als ich es endlich geschafft hatte, habe ich selbst nicht verstanden, warum ich so lange ausgehalten hatte.

    Immer wieder von falschen Hoffnungen getrieben. Einfach, weil ich es so wollte, weil jedes Fünkchen Hoffnung die Angst milderte.

    Zitat

    Angst habe ich vor seiner Reaktion, vor dem Finanziellen, davor, es ihm zu sagen, ich weiß nicht wie ich das machen soll,

    Du kannst deine Ängste schon gut benennen, das ist schon was wert. Wenn du sie erkennst, kannst du besser dagegen angehen.

    Du hast Angst vor seinen Reaktionen? Was kann denn da schlimmstenfalls passieren?

    Angst vor dem Finanziellen? Ja, das ist eine ganz klassische Angst und ich hatte sie auch. Es ist eine sehr starke Angst. Du hast dich ja zumindest schon informiert. Du weißt da also, was auf dich zukommen kann. Er versäuft nun Haus und Hof, weiterhin. Besser wäre da doch, da Schluss zu machen, oder?

    Gut, du hast nun all diese Ängste. Die dich lähmen. Noch! Denn nun bist du schon mal hier und hast diese Lähmung ja unterbrochen. Nun werde mal ganz ruhig und atme tief durch. Schritt für Schritt, du brauchst ja keine Weitsprünge zu machen. Gib deinen Ängsten mal eine Pause und nimm deinen Mut nochmal zusammen. Und mache einen Termin bei dem Psychologen. Du kannst das schaffen!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo up and down,

    ja, ich glaube das es normal ist, wenn du dich jetzt auch aufgewühlt fühlst.

    Erstmal schon alleine durch das Aufschreiben. Dabei sortiert sich ja was in deinem Gehirn und du musst dich beim Schreiben ja damit auseinander setzen. Und wenn das dann so schwarz auf weiß quasi da steht, wird vieles erst mal klar. Das kann schon heftig sein, so habe ich es an mir selbst auch erfahren.

    Und dann bekommst du nun hier Antworten. Die dir vielleicht nicht gefallen, vielleicht hast du dir andere erhofft. Diese Antworten können aber genau da pieken, wo es weh tut. Auch das habe ich so an mir selbst festgestellt. Immer wenn mir was besonders sauer aufgestoßen ist, dann war das genau der Punkt, wo ich was erkennen und aufarbeiten musste.

    Du hast Recht, Augenhöhe gibt es bei einem Alkoholiker nicht, nur mit einem anderen Betrunkenen wohl. Das war auch einer der Gründe, weswegen ich zum Teil mit meinem Exmann mit gesoffen habe. Waren wir beide besoffen, waren wir wieder gleich. Gruselig, wenn ich darauf zurück blicke.

    Zitat

    ich will, dass ER die Beziehung beendet


    Warum ist dir das so wichtig?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo up and down,

    willkommen hier im Forum.

    Du bist ja wirklich hin- und hergerissen.

    Du schreibst:

    Zitat

    Würde ich ihn verlassen, wäre ich wieder von starker Armut, Verzweiflung und Zukunftsängsten betroffen.

    und

    Zitat

    Mein Problem ist jetzt, dass ich schreckliche Angst vor seiner Entscheidung habe. Angst, dass ich, um konsequent zu sein, meine eigene Gesundheit aufs Spiel setze.

    Das sieht für mich aus, als würdest du dein Wohlbefinden, dein Leben von ihm abhängig machen. Meinst du, du kommst nicht alleine klar? Wieso meinst du, du setzt deine Gesundheit auf's Spiel, wenn du dich von ihm trennst bzw. er sich von dir?

    In einer Beziehung mit einem Abhängigen setzt du deine Gesundheit auch gehörig auf's Spiel. Also das ist meine eigene Erfahrung und auch das, was ich im Umgang mit anderen Coabhängigen gehört habe. Das Zusammenleben mit einem Abhängigen macht auch den Angehörigen krank. Das dauernde Sorgen, die Angst, die psychischen Verletzungen, die gegenseitig passieren , die machen auch krank, kaputt...

    Soviel nur dazu.

    Hast du dir denn schon Gedanken gemacht was du tust, sollte er sich an den Vertrag nicht halten? Du willst dann die Trennung... Wie sieht das für dich aus?

    Ich habe auch schon von solchen Verträgen gehört. Ich habe ein komisches Gefühl, wenn ich sowas lese. Mit meinem Partner, mit dem ich zusammenlebe und den ich liebe, brauche ich keinen Vertrag. Kein Vertrag über Dinge, die er zu tun oder zu lassen hat. Das ist nicht Partnerschaft auf Augenhöhe, finde ich.

    Ja, wie geht es dir nun, mal abgesehen vom up and down? Wie stellst du dir denn deine Zukunft vor?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    nach Ostern habe ich ja einen neuen Arbeitsort bekommen. Also gleicher Chef, andere Stelle, gewissermaßen. Und boah, es ist chaotisch...

    Ich hatte gehofft, dass es dort ruhiger und geordneter sein würde. Ruhiger ist es gewissermaßen schon, also vom Kundenandrang her. Aber sonst...

    Mein Sohn hat nun auch eine Wohnung. Das war nicht einfach. Nun ist er aber happy und mitten im Umzug. Er ist froh, dieses Elend mit seinem Vater nicht mehr mit ansehen zu müssen.

    Aurora

    Liebe Ko,

    das mit der Wohnungssuche ist ja schwierig. Aber anscheinend gerade so. Mein Sohn hat auch sehr viele bezahlbare Wohnungen angesehen, manchmal waren bis zu 50 andere Leute mit da....

    Ich drück mal weiter die Daumen für dich, gib den Mut nicht auf!

    Oh ja, diese Müdigkeit kenne ich auch. Es ist sehr energieraubend, so zu leben. Es ging mir genau so. Manchmal musste ich mich am Treppengeländer hoch ziehen, um bis in die 2. Etage zu kommen, wo ich gewohnt habe. Diese Angst auch was mich erwartet, wenn ich die Tür aufmache, das Theater, das war, der Streit, die Sorge, die Ungewissheit, all das und noch mehr hat mir alles ausgesaugt, was ich an Kraft hatte. Vielleicht ist das bei dir ähnlich?

    Ich finde es gut, wenn du dir weitere Unterstützung holst!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Clärchen,

    Zitat

    Wir hatten viel Glück und Hilfe.

    Ja, das auch.

    Aber ihr hattet auch Mut! Du hattest Mut, endlich aus dieser Spirale aussteigen zu können. Du hast für dich Dinge in die Wege geleitet, deine Situation überdacht. Du hast nicht mehr stumm gelitten und hingenommen sondern bist aktiv geworden. Du hast dir Hilfe gesucht und angenommen. Du hast dich verändert.

    Das ist echt toll und den Erfolg hast du jetzt . :D

    Und auch dein Mann hatte den Mut.

    Und dann habt ihr zusammen einen neuen Lebensabschnitt angefangen. Der ja auch nicht immer leicht ist. Denn es gibt ja viele alte Dinge, die immer noch in den Köpfen spuken. Aber ihr meistert zusammen, aber auch jeder für sich, diese Dinge.

    Glückwunsch an deinen Mann zu seiner neuen Aufgabe.

    Liebe Grüße
    Aurora