Beiträge von Aurora

    Hallo Kucerova und willkommen im offenen Bereich unsres Forums,

    das ist ja wirklich eine Menge. Du hast ja in Gedanken auch schon viele Schritte gemacht.

    Ob du coabhängig bist? Ich denke schon, was meinst du selbst? Deine Ängste die du beschreibst wegen der geplanten Trennung, die kenne ich auch gut. Immer wieder das Gefühl, doch verantwortlich auch für ihn und sein Wohlbefinden zu sein. Ist er nicht erwachsen und selbst dafür zuständig?

    Und diese Schuldgefühle, nach dem Motto: in guten wie in schlechten Zeiten... Wer hat das gesagt, dass es so sein muss? Ich kenne das gut! Aber ich habe gelernt, ich habe das Recht darauf, ein glückliches Leben zu führen. Ich bin nicht dafür zuständig, für ihn zu sorgen, denn das alles war immer sehr einseitig, auch das mit den guten und schlechten Zeiten. Ich habe dafür alles gemacht, er nicht...

    Du hast viel gemacht um was zu verändern. Er zieht nicht mehr mit. Er hat sich entschieden. Das gleiche Recht hast du nun auch. Dich zu entscheiden und deine Konsequenzen daraus zu ziehen.

    Leider sind Kinder mit dabei. Für Kinder ist das sehr schwer. Sie sehen auf der einen Seite ihren Vater, den sie sicher lieben. Sie sehen aber auch, was da passiert durch seine Trinkerei. Das lässt sie auch in fatale Verhaltensdinge rutschen. Da können dir die EKAs, erwachsenen Kindern von Alkoholikern, sicher mehr drüber erzählen, über das Leid, was daraus erwächst.

    Und sie sehen auf der anderen Seite die Mutter, die macht und zerrt und tut. Und zulässt. Die in der Beziehung hängt. Sie spüren ja auch dein Unglück dabei. Das ist sehr ungesund, ihnen solche Beziehungsmuster vorzuleben.

    Darum finde ich es gut, dass du dich entschlossen hast dich zu trennen. Auch wenn es nicht einfach sein wird. Wenn seine Reaktionen nicht einschätzbar sind. Auf alle Fälle ist das aber ein Ende! Und ein neuer Anfang für dich und deine Kinder.

    Was hast du jetzt geplant? Hast du schon nach Wohnungen geschaut? Hast du mit deinen Kindern geredet?

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Ko,

    ja, dieser Gedanke: "wie blöd bist du eigentlich" ist mir auch gut bekannt!
    Es ist doch gut, wenn du das merkst und lernst, Grenzen zu setzen. Genau das ist ja ein guter Weg! Ich übe auch immer noch. Grenzen zu setzen und so. Ich merke aber auch, dass es mir immer leichter fällt. Ich bin ja nun auch schon längere Zeit unterwegs auf meinem Weg. Also nur Mut, denn Mut tut gut :lol:8) .

    Natürlich ist es ein gutes Gefühl, ohne Hilfe klar zu kommen. Das geht mir ja auch nicht anders. Aber ich habe gelernt, dass es eben auch nicht schlimm und kein Zeichen von Schwäche oder so was ist, wenn es eben mal nicht gleich funktioniert.

    Ich wünsche dir schöne Osterfeiertage und liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    danke, mir geht es recht gut. Heute hatte ich den ganzen Tag meine Enkelin hier und das war sooooo schön :D !

    Ich kenne das gut. Diese Schwierigkeit, andere Menschen um Hilfe zu bitten oder auch Hilfe anzunehmen, annehmen zu können. Ich denke auch, dass dieses ein Teil der Coabhängigkeit ist, immer stark zu sein. Oder eben zu denken, stark sein zu müssen. Denn davon habe ich was, wenn ich solch Bild nach außen abgebe. Ich bekomme Anerkennung! Und die braucht ein coabhängiger Mensch. Anerkennung von anderen, weil das Selbstwertgefühl so klein ist. Das ist wie Balsam. Und es gibt auch ein gutes Gefühl von so einer Art Macht, wenn ich alles wuppe. Alleine. Wenn ich so patent bin, dass sogar alles von mir abhängt, dass ohne mich nichts funktioniert. Zumindest in meiner Einbildung.

    Also bei mir war es so, das habe ich herausgefunden, seit ich mich mit meiner eigenen Coabhängigkeit auseinander gesetzt habe. Es ist ein Prozess zu lernen, dass ich durchaus auch schwach und hilflos sein darf. Überfordert mit bestimmten Dingen. Das ist normal und geht allen Menschen mal so. Und es ist auch ein Prozess zu lernen, dass ich das Recht darauf habe, mir alle Hilfe zu nehmen, die mir zusteht, dass ich das einfordern darf. Ja ich geh mal so weit zu sagen, dass ich es mir schuldig bin, das zu tun. Dazu muss ich es mir aber auch wert sein...

    Du bist Bürgerin in unserem Sozialstaat. Du gehst arbeiten und trägst dadurch deinen Beitrag zu bestimmten Dingen bei. Finanziell, denn du zahlst ja auch in bestimmte Kassen ein. Und ganz ehrlich, warum solltest du dann nicht daran einen Anteil haben, wenn du in Not bist und dir das zusteht? Du kriegst ja nix geschenkt, du bekommst nur das, was dir zusteht. Bist du dir das wert? Ja, oder?

    Ich drück mal weiter die Daumen, vielleicht wird deine Arbeitskraft ja doch an anderer Stelle benötigt. Wenn die Chefin das meint.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Maggy,

    ich schließe mich Sunshine da an.

    Solange du mit ihm Kontakt hast, reißt die Wunde immer wieder auf. Das ist doch so, als ob du immer wieder auf die heiße Herdplatte fasst, obwohl du weißt, dass du dich dort verbrennen wirst...

    Ich spreche da aus eigener Erfahrung auch. In einer Beziehung, die ich als junge Frau hatte, die ging nach 6 Jahren auseinander, weil er das wollte, da gab es auch dann wieder Kontakt. Und dann gab es plötzlich Gespräche, wie es sie vorher nicht gab, und es fiel schwer... und tat wieder weh. Es war doch so vertraut, die erste große Liebe... Er fing an, wieder in meinem Leben rumwurschteln zu wollen. Das war erst zu Ende, als ich den Kontakt ganz abbrach dann.

    Und als ich mich von meinem Exmann getrennt hatte, da wurde er ja erst mal nüchtern. Und auf einmal so verständnisvoll... Und auch da dieses Spiel. Und natürlich ist da Vertrautheit, schließlich war man ja lange Zeit zusammen. Auch wenn es nicht wirklich gut mehr war aber es ist doch eine vertraute Situation. Eine "richtige" Trennung war erst, als ich aufhörte, dauernd mit ihm zusammen zu sein.

    Es ist besser, den Trennungsschmerz auszuhalten, der geht vorbei, als endlos hinzuziehen, was dann dauernd immer wieder weh tut. Andauernd dann.

    Und ja bitte, hier weiter schreiben, wie Sunshine es auch sagt, sonst gibt es Kuddelmuddel...

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    ja, es sind wirklich nur ganz kleine Schritte, aber das ist ja egal. Hauptsache es sind Schritte!

    Ich bin gespannt, was beim Personalgespräch bei raus kommt. Ich drück die Daumen, dass es so wird, wie du erhoffst. Und wenn du Wohngeld oder so brauchst, warum dann nicht in Anspruch nehmen? Das sind ja Dinge, die dir einfach mal in unserem Land dann zustehen. Da hab mal keinen falschen Stolz.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Celeste,

    ja, ich habe mir schon gedacht, dass "lieber" Alkoholiker so gemeint ist. Weil ich auch mal so gedacht habe.

    Mein Exmann war ja auch erst mal viele Jahre nicht weiter "auffällig", wenn er besoffen war. Meistens schlief er irgendwann ein oder kippte vom Stuhl oder so. Er war dann einfach nicht mehr da.

    Und somit hatte ich keinen gleichwertigen Partner. Ich stand alleine da mit der Erziehung der Kinder, dem Haushalt, der Familie, eben allem. Oder dem meisten eben. Ich fand mich toll, wie ich das wuppte damals. Obwohl - heimlich habe ich mir da schon gewünscht, ich hätte einen Lebenspartner, einen, der mit mir an einem Strang zieht, mich hält und unterstützt. So, wie ich das ja auch für ihn tat. Der Verantwortung übernahm, so wie ich.

    Im Laufe der Jahre war mein Exmann übrigens dann immer aggressiver...

    Du "musst" ihn ja nicht verlassen. Dazu kann dich ja niemand zwingen. Aber du hast das Recht dazu es zu tun, wenn du dieses Leben, was du da jetzt hast, einfach nicht mehr magst. Wenn es dir keine Zufriedenheit und Erfüllung mehr gibt. Dann darfst du das, verlassen, verändern. Es ist etwas, was du selbst aktiv machen kannst und darfst!

    Ist denn die Beziehung, wie du sie jetzt führst, eine glückliche? Ist es das, was du dir unter einer Ehe vorstellst?

    Und vor allem, wie geht es den Kindern damit? Weißt du das? Redet ihr darüber?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Katrin,

    das ist wirklich sehr, sehr schwierig.
    Dieses Mitleid und diese Sorge kenne ich auch noch gut. Und das Gefühl der Verantwortung. Und der Schuld, ihn im Stich gelassen zu haben.

    Er sucht jetzt Kontakt zu deiner Schwester, er sucht sich eine neue Co. Eine Verbündete. Und sie springt auch drauf an, anscheinend. Er kennt schon die Knöpfe die er drücken muss, um bei anderen Menschen Mitleid hervor zu rufen und sich als Opfer hinzustellen.

    Ich kenne auch diese Vorwürfe meiner Mitmenschen. "Du kannst ihn doch nicht im Stich lassen" oder "ohne dich geht er ganz unter" oder "wenn du ihn verlässt, geht er kaputt daran". So und ähnlich prasselte es auf mich ein. Und passend dazu hat auch mein Ex sich verhalten, na klar.

    Das hat mich lange auch gelähmt, denn ich habe mich verantwortlich gefühlt. Warum machen Mitmenschen sowas? Ich weiß nicht so Recht. Bei meiner Mutter kann ich mir denken, für sie war es wichtig, das "heile Welt Bild" nicht zerstört zu sehen. Mich finanziell versorgt zu wissen. Und - man hält zusammen bis zum Schluss... Bei anderen Leuten war es wohl auch Mitleid und Unwissenheit. Das heißt, nee, wenn ich mir überlege, wer mir solche Dinge gesagt hat... das sind auch alles Cos gewesen. :roll: .

    Ich habe ja auch andere Dinge gehört von Menschen. "Das hast du nicht nötig, dich so behandeln zu lassen" oder "er ist ja erwachsen, setz da eine Grenze" oder "lass dir das nicht gefallen" oder "ich wär schon längst abgehauen". Aber das wollte ich ja gar nicht hören. Ich fand diese Äußerungen so hartherzig... und ach nee, soooo konnte ich doch nicht sein...

    Und weißt du was. Jetzt höre mal auf dich zu schämen. Wofür schämst du dich? Dafür, dass es dir gut geht? Ist das nicht dein gutes Recht, dass es das tut?

    Und was meinst du, wofür du verantwortlich bist? Ist er nicht erwachsen? So wie du dafür Sorge trägst, dass es dir gut geht, kann er das auch. Er hat doch aber kein Anrecht darauf, dass du dafür zuständig bist.

    Zitat

    Es wird mir alles so schwer, ich kann die Verantwortlichkeit nicht abschütteln.

    Doch, du kannst es schon. Aber es tatsächlich nicht leicht. Es erfordert viel Mut und viel Schmerz und Durchhaltevermögen. Da sind eben viele alte Muster, die immer wieder anspringen. Wenn er sich eben so verhält oder wenn andere Leute dir Vorhaltungen machen. Ich rede da aus eigener Erfahrung.

    Als ich eben mich loslöste war das irre schwer. Ich habe ja praktisch gegen meinen inneren Schweinehund gearbeitet, gegen alles, was mir in fast 50 Jahren eingebläut worden war. Das ist schon eine Hausnummer. Da ist einfach aushalten angesagt. Konsequenz, auch wenn es noch so schwer fällt und mega Unbehagen bereitet. Mir war manchmal richtig übel und ich hatte Schmerzen, aber das habe ich einfach ausgehalten. Und mir vorgesagt, warum ich das mache. All diese bösen Dinge, die passiert sind, Jahr für Jahr. Und dass er erwachsen ist und selbst für sich sorgen kann. Ich muss und kann das ja auch! Meine Kinder können das, meine Geschwister, Freunde, Menschen um mich eben... warum also nicht auch er?

    Und es ist mein Recht Dinge zu beenden, wenn sie mir nicht gut tun! Ich darf das! Und du auch!

    Lass dir Zeit, Kopf und Herz in Einklang zu bringen. Das geht leider nicht von jetzt auf gleich. Aber lass den Kopf mal Chef sein. Der dir immer wieder sagt, dass du Recht hast, glücklich zu sein. Dass du keine Verantwortung hast für einen erwachsenen Mann. Dass du eben da auch auf Unverständnis bei deinen Mitmenschen stößt, die es nicht anders wissen. Dass du da vielleicht auch Konfrontationen hast. Aber als Endprodukt kommt dabei für dich was Großartiges bei raus! Nämlich ein freies, zufriedenes, ruhiges, selbstbestimmtes Leben.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    der Alltag hat mich längst schon wieder. Aber ich merke trotzdem noch die guten Dinge, die ich in der Reha erhalten habe. Meine Angst ist ganz friedlich momentan. Das tut gut. Die Trauer ist immer da und der Flugzeugabsturz gestern macht mich sehr betroffen :cry: . Ich sehe solche Dinge ganz anders, seit ich selbst diesen schweren Verlust erlitten habe.

    Im April beginnen bei mir wieder die Jahrestage, sozusagen. Da hatte ich ja meinem Ex ein Ultimatum gesetzt, das ist jetzt 8 Jahre her. Meene Jüte, wo ist bloß die Zeit geblieben. :shock: . Ich blicke manchmal dahin zurück und merke das gute Gefühl, das ich jetzt habe im Gegensatz zu damals als ich im Terror lebte.

    Diese Zeit vor der Trennung verblasst immer mehr. Obwohl ich noch immer Muster habe, die auch ordnungsgemäß anspringen können :? . Aber inzwischen komme ich mit denen gut klar, ich erkenne sie und kann sie ausschalten.

    Ja, es lohnt sich, dieser Weg. Für mich hat es sich gelohnt.

    Aurora

    Hallo und herzlich willkommen Celeste,

    was ist ein "lieber" Alkoholiker?

    Ein Besuch bei einer Suchtberatung ist eine gute Sache. Und auch eine reale Gruppe. Hier bist du ja auch in einer Selbsthilfegruppe, eben virtuell. Somit hast du dir eine gute Grundlage gelegt.

    Aber was ist ein "lieber" Alkoholiker... :roll: ?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Hartmut,

    du schreibst

    Zitat

    Ich kann mir vorstellen, wenn der Partner mit säuft (wie viel erstmal egal) das da ein anderes CO Verständnis ist . Ich kann ja schlecht mit dem Argument kommen, das eine Trennung wegen dem Alkohol ist . Da wäre doch eine Arrangement die bessere ( individuelle) Lösung .

    Ich kann da sagen, wie es mir ging.

    Ich war dem Alkohol nie abgeneigt, ich war damit aufgewachsen, in meiner Familie wurde immer viel gesoffen und viele meiner Verwandten waren abhängig. Die sind alle tot...

    Ich trank also selbst ab einem gewissen Alter bei allen Gelegenheiten mit, das war irgendwie ein Teil Familienzugehörigkeit oder so.

    Dann lernte ich meinen Exmann kennen, der sich sofort sehr wohl in meiner Familie fühlte. Weil er selbst ja trank. Mir ist zuerst garnicht bewusst gewesen, dass er so viel trinkt, weil ich es ja nicht anders kannte. Ich hatte da anscheinend eine große Akzeptanz. Und trank ja auch gerne mit. Nur - nach einigen Jahren wurde mir das so komisch. Es wurde mir zu viel und mir wurde bewusst, dass der Alkohol dauerpräsent in der Ehe war.

    Trotzdem ließ ich mich immer animieren mitzutrinken. Und irgendwann hatte ich dieses Co-Muster, ich soff eben auch die Reste weg oder trank mit, damit er nicht alles alleine soff...

    Ich war Coabhängige geworden, eine, die erstmal oft mittrank. Ich fühlte mich dann mit meinem Ex auf einer gemeinsamen Ebene wenn wir beide blau waren...

    Nüchtern warf ich ihm sein Trinkverhalten vor. Und irgendwann er mir meins... "Warum soll ich aufhören, guck dich doch selbst an!", war eines seiner Lieblingsargumente.

    Mein eigenes Trinkverhalten machte es mir noch schwerer, Argumente für eine Trennung zu finden. Denn sein "guck dich doch selbst an" war eine Art Totschlagargument von ihm für mich. Darauf hatte ich immer keine Antwort. Weil ich mich auch in diesem Punkt schuldig dann fühlte und vor allem klein gemacht und wertlos. Weil - was hatte ich schon für ein Recht, wenn ich doch auch nicht besser war.

    Irgendwie ein Teufelskreis. Und irgendwann gegen Ende der Ehe begann ich, so Eigentest zu machen, die man überall im Net findet. Wie weit ich schon selbst abhängig wäre. Oh, da kam nix Gutes bei rüber. Ich hatte zu meinen Ängsten, die ich sowieso schon hatte nun auch noch eine Angst mehr, nämlich die, selbst schon abhängig geworden zu sein.

    Und das gepaart mit dem Terror, der in meiner ersten Ehe herrschte hat es mir wiederum schlussendlich und in meiner größten Not erleichtert, mich zu trennen. Ich wollte nicht so werden wie er, das wurde mir schlagartig klar. Ich sah ja auch mit eigenen Augen, wie quälend und elend Sucht ist. Und spürte ja auch, wie meine eigene Coabhängigkeit mich kaputt machte. Das wollte ich nicht. Ich wollte endlich leben. Irgendwo glomm da ein Funke in mir, ein Funke der mir sagte, nun pack deinen letzten Rest an Würde und Selbstliebe mal zusammen und hau ab...

    Das war vor 8 Jahren, fast genau. Ich lebe seit nunmehr fast 7 Jahren völlig abstinent. Und in einer Beziehung, die besser nicht sein könnte.

    Aurora

    Hallo Maggy,

    wo dein Freund hinsteuert, was in ein oder zwei oder 10 Jahren mit ihm sein wird, wer weiß das schon.

    Ich kann dir da nur aus meiner eigenen Erfahrung was sagen. Mein Exmann hatte auch so "Phasen". Die wurden im Laufe der Jahre immer öfter. Ich habe immer alles schön geredet am Anfang. "Jeder hat ja mal so Lebenskrisen", war zum Beispiel ein Argument, das ich hatte. Und er folgenderweise auch. Ich war mir auch immer unsicher und dachte ich übertreibe. Das ging mir 25 oder 26 Jahre lang so.

    Aber Fakt ist doch, dass es mir nicht wirklich gut ging mit allem. Und es ging mir immer schlechter. Und wenn ich bei dir so lese habe ich das Gefühl, auch dir geht es nicht wirklich gut mit dieser Beziehung und dem Rumgeeier. Und du kriegst nun auch schon Verantwortung für sein Leben übertragen.

    Du sollst ihm Druck machen, damit er es schafft.

    Zitat

    Dann hat er den Vorschlag gemacht, da er eine von mir vorgeschlagene Phase des (unverbindlichen) Abwartens, was das geben mag, nicht akzeptiert, dass ich ihm ein Ziel setzen soll, dass er dann einhält. Tut er es, ist alles gut, tut er es nicht, kann ich quasi an Konsequenzen ziehen, was ich mag.

    Das ist schon auch typisch. Du hast am Schluss die A.Karte, ganz ehrlich. Denn sollte er scheitern, wird er dich verantwortlich machen, so war es jedenfalls mit meinem Ex. Und du wirst denken, du hättest was falsch gemacht, du würdest dich schuldig und verantwortlich fühlen.

    Wenn er aufhören will zu trinken, dann muss er das tun und nur er! Na klar, es hat auch schon mal Druck von außen geholfen, aber auch nur, wenn dadurch beim anderen "Klick" war. Du kannst es probieren, aber eine Garantie wirst du nicht haben.

    Was hast du von dieser Beziehung da jetzt? Ist es Liebe? Vertrauen? Guter S.ex? Ist es das Gefühl, getragen und gehalten zu werden, gegenseitig?
    Eine gute Beziehung baut auf solchen Dingen auf. Finde ich. Auf Liebe. Auf gegenseitiger Achtung und Vertrauen. Auf sich fallenlassen Können, dürfen. Nicht auf Druck und Gegendruck...

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Maggy,

    du brauchst ja nicht bei jeder Frage ein neues Thema aufzumachen sondern kannst immer in einem weiter schreiben. Das ist einfacher, weil ich als Leserin dann besser deine ganzen Dinge verfolgen kann.

    Ob deine Gespräche mit deinem Partner nun Erfolg haben werden oder nicht, das kann ich nicht wissen. Ob es alles was bei ihm bewirkt? Das liegt ja auch in ihm selbst. Ob er es will oder nicht.

    Insofern denke ich, alles muss sich für dich ja irgendwie stimmig anfühlen. Willst du mit ihm zusammen bleiben und abwarten, ob sich was ändert? Oder ist dein Vertrauen so weit hinüber, dass du da eh Schwierigkeiten hast, jemals wieder zu vertrauen? Wie fühlt es sich für dich an.

    Das ist doch meiner Meinung nach das Hauptding. Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen.

    Also kann ich dir leider keine Tipps geben...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Andrea,

    was in deinem Ex abgeht, keine Ahnung. Aber was deine Gefühle betrifft, kann ich das sehr gut verstehen.

    Bei mir ist es jetzt fast 8 Jahre her, dass ich mich endlich räumlich trennen konnte. Auf der einen Seite war ich erleichtert, frei, froh, dass es vorbei war. Auf der anderen Seite hatte ich immer noch ein schlechtes Gewissen, ihn verlassen zu haben. Ich sah plötzlich dauernd die wenigen und vermeintlich guten Dinge oder das, was mal vor langer, langer Zeit war.

    Da habe ich mir dann auch immer wieder die Bilder vor Augen geführt, warum ich gegangen war. Die vielen schlimmen Dinge, die habe ich dann angesehen. Mir immer wieder gesagt, dass es gut und richtig so war, dass ich gegangen bin. Dass ich sehr wohl sehr gut alleine zurecht komme. Und dass ich für ihn keine Verantwortung habe.

    Es ist ein Prozess. Du schaffst das!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo und herzlich willkommen Latifa,

    Sunshine und Morgenrot haben es ganz klar gesagt. Ich schließe mich da an.
    Schau auf dich. Was ist es, was du willst? Wie stellst du dir dein Leben vor, morgen, in einem Jahr, in 10 Jahren...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Babe,

    zuerst mal möchte ich dir mein herzliches Beileid zum Tod deines Partners aussprechen.
    Ja, manchmal geht es eben heiß her hier, wie im richtigen Leben, gewissermaßen.

    Trotzdem möchte ich dir Mut machen, hier weiter zu posten.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Ko, liebe girasole, erst mal danke für die Genesungswünsche, leider habe ich nun wieder eine Sinusitis :( , die 2. innerhalb von ca. 3 Monaten. Mit Antibiotikum und so... Der HNO-Arzt sprach von OP :shock: . Hui...

    Ansonsten habe ich in der Reha Zeit gehabt, meine Gedanken und Dinge zu sortieren. Meiner Trauer freien Lauf zu lassen. Das war gut! Psychologische Betreuung gab es nicht gerade üppig, 1 x pro Woche ein Einzelgespräch von 30 Minuten. Und es gab auch keine Gesprächsgruppen, es gab Gruppen, in denen die Therapeuten einfach allgemeine Dinge erzählt haben, z.B. was Stress ist oder eine Depression und was man dagegen tun kann. Ansonsten gab es viel Sport. Ist ja auch nicht schlecht, aber ich fand es zu viel manchmal. Im Verhältnis eben zum Psychologischen. Ich war ja psychosomatisch da. Und nicht orthopädisch. Dafür hatte ich in 5 Wochen 1 - in Worten: eine - Rückenmassage für meinen verspannten Nacken, die knapp 20 Minuten gedauert hat....

    Nicht zu vergessen die 2 Lymphdrainagen für mein hederitäres Lymphödem an meinen Unterschenkel (womit der Arzt dort garnix anfangen konnte), die immerhin jeweils 20 Minuten dauerten, wohlgemerkt aber nur 1 Bein behandelt wurde. Also zuerst das rechte (weil ich das so wollte, es ist das schlimmere) und 4 Wochen später dann das linke...

    Aber gut, trotz allem habe ich viel mitnehmen können von dort an Ruhe, an Sortiertheit eben auch, an der Erfahrung wie gut es sich anfühlt, mal nur sich selbst spüren zu dürfen. Die eigenen Bedürfnisse wieder zu entdecken.

    Ja, ich denke, ich kann viel umsetzen von allen Dingen, die ich mir vorgenommen habe. Ich habe damit auch schon angefangen. Fühlt sich gut und richtig an.

    Aurora

    Hallo,

    und nun bin ich wieder da.

    Girasole, ich habe auch mindestens so viele Bücher gelesen, wie in eine kleine Kiste passen. :wink: .

    Nun kommt der Alltag auf mich zu. Zuerst mal habe ich einen fetten Infekt mitgebracht und werde gleich erst mal zum HNO gehen. Mist :( .

    Aurora

    Hallo Traurig,

    das dachte ich mir schon, für ihn ist der Alkohol kein Problem.
    Aber für dich! Und das ist das, was zählt.
    Er steht unter Druck, oh Mann, der Aaaarme :evil:, so ähnliche Sprüche habe ich wohl 100te Male von meinem Ex auch gehört. Auch er hatte ja kein Problem. Und ich war diejenige, die Stress machte, ihn unter Druck setzte.

    Und ganz ehrlich (O-Ton mein Exmann) - da blieb ihm ja nichts weiter übrig, als sich im Suff zu ertränken, bei dieser Misere. :evil:

    Es ist immer wieder ähnlich, was in solchen Beziehungen abläuft.
    Und das raubt dir die Kraft, Abhängige sind Energieräuber, das ist einfach so. Es kostet dich Kraft, ihn, diese Situation sozusagen auszuhalten, Kraft, die du viel besser für dich und dein Kind gebrauchen könntest.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du bald da einen Weg heraus findest.
    Du kannst das auch schaffen! Vielleicht ist gerade noch der Moment, wo du Luft holen musst.

    Eine Kur ist eine gute Idee :) , ich fahre morgen selbst zu einer...

    Liebe Grüße
    Aurora