Beiträge von Aurora

    Hallo Ko,

    auch Kinder sind ja coabhängig. Dein Sohn zeigt das ganz deutlich! Und dein Gefühl bestätigt das doch. Er möchte seinen Vater nicht im Stich lassen, andererseits leidet er unter der Situation. Echt schwierig. Gespräche tun da sicher gut und sind wichtig.

    Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Kinder. Auch hier im Forum gibt es solche Abteilung.

    Wenn er sieht, wie du nach und nach dich los lösen kannst, kann ihn das vielleicht auch mit ziehen. Auf alle Fälle ist Bewegung da wichtig und auch Information. Eben das Reden, auch über die Dinge, die Abhängigkeit mit sich bringt, auch bei den Angehörigen. Du wirst aber auch nicht alles gleichzeitig lösen können. Setz dich da nicht unter Druck. Immer eins nach dem anderen.

    Hast du denn schon die finanziellen Dinge klären können?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    Kontrolle ist eins der Dinge, die Cos so lieben. Kontrolle, das gibt das Gefühl, noch irgendwie was in der Hand zu haben. Macht zu haben, gebraucht zu werden. Aber - Kontrolle ist zwecklos, weil der Abhängige dir immer einen Schritt voraus ist.

    Abhängig bist du genau so wie dein Partner, er vom Alkohol, du von seinen Verhaltensweisen. So wie er drinnen hängt, hängst du auch drinnen. Er braucht seinen Stoff, du brauchst das dich Kümmern und Sorgen und Ärgern und all das.

    Du hast Angst und Angst lähmt! Mein Therapeut hat mir das mal ganz deutlich vor Augen geführt. Er war die Angst und hatte ein Seil, er zog an einem Ende, ich stand am anderen. Kannst du dir das vorstellen, wie das ist? Er zog und zog, ich hatte beide Hände fest am Seil, stand wackelig da, weil er so zog. Ich hatte keine Hand frei und war nur auf ihn, also die Angst, konzentriert. Weil es so stark zog. Um mich rum sah ich nichts. Das macht die Angst mit dir!

    Sie macht dich wackelig, kräfteraubend, handlungsunfähig.

    Wovor hast du Angst? Guck dir deine Angst an, dann verliert sie schon an Schrecken. Was kann dir passieren?

    Ich finde es gut, dass deine Geschwister dir helfen wollen. Unterstützung ist gut!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Ko,

    das, was du beschreibst, kenne ich selbst zur Genüge... Es wiederholt sich immer wieder und ist ähnlich.

    Ich hatte so manche Diskussion mit meinem Exmann. Und immer hatte ich das Gefühl bzw. hat er es geschafft, mich in die Enge zu treiben. Immer wieder hat er mir Schuldgefühle eingeredet. Mir meine Wahrnehmungen verdreht. Sich als Opfer hingestellt.

    Nein, es bringt nichts, nochmal mit ihm über den Sonnabend zu reden. Es wird immer auf das selbe hinauslaufen, er wird dich klein reden und deine Grenzen ignorieren. Und wenn er betrunken ist, ist es eh sinnlos zu reden.

    Mir hat damals geholfen, dass ich mich dann aus solchen Diskussionen entfernt habe. Ich bin einfach aufgestanden und weg gegangen, in ein anderes Zimmer oder so. Habe ihn einfach ignoriert, wenn er hinterher kam. Anders ging es nicht. Ich habe einfach nicht mehr mit ihm geredet. Denn es war ja sinnlos und ich wurde immer wieder in die Enge getrieben. Und es hat mir Energie geraubt, die ich besser für mich und die Trennung gebrauchen konnte.

    Deine Kinder sind ja dann nicht mehr so klein. Da kannst du gut mit ihnen reden. Es ist gut, wenn du dich trennen kannst, denn die Kinder leiden sehr unter solchen Situationen.

    Na ja, diese Wankelmütigkeit ist mir auch nicht fremd. Das ist ja das Phänomen. Du weißt genau, dass alles Mist ist, alles kaputt ist, du unglücklich bist. Und trotzdem kommt die Hoffnung wieder hoch, sowie einen Tag Ruhe herrscht. Da kommen dann auch Schuldgefühle und Ängste, doch was falsch zu machen, dass es doch nicht so schlimm sein könne und dass er vielleicht gar nicht abhängig ist...

    In solchen Situationen hat mir dann geholfen, dass ich mir all die bösen Dinge in's Gedächtnis gerufen habe. Dass ich dachte, meine Trennungsgedanken kommen doch nicht von irgendwo her. Das hat mir ganz gut geholfen dann, mich wieder in die Spur zu bringen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Engel,

    mir geht es echt gut zur Zeit. In mir ist eine Ruhe, die mir gut tut zur Zeit.

    Ich finde es gut, dass du alle Beiträge an dich gelesen hast und auch darüber nachdenkst! Ganz ehrlich, auch wenn du jetzt vielleicht noch in deiner Situation steckst, werden dir diese Dinge irgend wann auch bewusst werden und du wirst dann handeln können. Lass mal sacken...

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Skey,

    Machtlosigkeit - das ist ein Wort, ja, das ist eines der vielen Gefühle, die ein Angehöriger hat! Du redest dir den Mund fusselig und willst nur das Beste, aber der Abhängige kann oder will das eben nicht annehmen. Weil, das was ich als das Beste empfinde, kann für den Abhängigen genau was anderes sein. Und deine Eltern sind auch abhängig, coabhängig.

    Sie mit Logik oder Fakten überzeugen zu wollen schlägt fehl, merkst du ja. Und das zermürbt dich irgendwo ja auch, weil dir deine Eltern sicherlich auch leid tun. Ich finde, du grenzt dich aber da schon ganz gut ab, weil du die Dinge auch durchschaust. Sie eben nicht lobst oder auch noch unterstützt.

    Ja, für deine Eltern ist es sicher auch immer wieder die Hoffnung, dass sie was bewirken können. Dass sie ihn bei sich zuhause wieder haben, dass sie denken, ihn dadurch besser kontrollieren zu können.

    Ein Stück weit ist es ja auch, dass sie deinen Bruder dann wieder haben, ihn nicht loslassen und in ein eigenes Leben gehen lassen müssen. Sie können sich dann als Eltern fühlen, die für ihr Kind sorgen müssen, das ohne sie nicht lebensfähig wäre... Ein fataler Trugschluss. Aber es gibt auch coabhängigen Leuten eine große Befriedigung, wenn sie sorgen können, wenn sie denken, ohne sie würde nichts gehen, ohne sie ginge alles den Bach runter usw. Das ist auch eine Art Macht.

    Gut, dass du mit Freunden unterwegs bist, dein Leben lebst. Das ist eine gute Abgrenzung.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    ich hatte auch damals Angst vor dem nach Hause Kommen :( . Was mich da erwarten würde. Das war schlimm. Es war viele Jahre eine mehr und mehr zerfallende Beziehung, zuletzt der blanke Horror. und doch ist es mir so schwer gefallen, mich zu trennen. Da sind viele Dinge im Spiel, warum das so ist.

    Das ging mir so nach und nach auf, als ich auch zur Ruhe kam in meiner eigenen Wohnung dann. Es war so schön, angstfrei nach Hause kommen zu können. Kein Gestank, keine s.exuellen Belästigungen. Kein Geschreie. Morgens aufwachen und die Sonne sehen...

    Doch, du hast einen sehr wichtigen Schritt im Kopf gemacht! Du weißt, du willst weg und du bist entschlossen. Das ist ein guter Anfang. Dann mach doch einfach nach und nach, immer das, was geht.

    Die finanzielle Seite regeln, ein eigenes Konto eröffnen, ja, das ist sehr wichtig und war auch eines der allerersten Dinge, die ich gemacht habe, bevor ich auszog.

    Ich finde es auch gut, dass du mit deinen Kindern geredet hast. Wie alt sind sie eigentlich?

    Nur Mut, du kannst das schaffen! Einfach anfangen, du wirst sehen, es wird immer leichter im Laufe der Zeit.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ko,

    herzlich willkommen hier!

    Deine Angst kann ich gut nachvollziehen. Ich habe das schon sehr oft hier Menschen geschrieben, die in solcher Lage waren. Denn es ist immer sehr ähnlich. Ich hatte diese Angst auch, habe für diesen Schritt viele Jahre gebraucht. Also bis ich sagen konnte, klipp und klar, ich trenne mich! Da war mein Leid so groß, dass ich nur noch Hass empfinden konnte. Für meinen Exmann, aber auch für mich.

    Und Angst. Angst, diesen Schritt nun zu wagen. Es ist normal, in solcher Situation Angst zu haben. Denn es wird etwas Neues passieren und Neues macht immer Angst, allen Menschen.

    Aber nur Mut! Du kannst es schaffen.

    Was hast du dir denn überlegt, was dein erster Schritt sein kann, der erste Schritt zur Trennung. Oder hast du schon welche gemacht?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Skey,

    natürlich weiß dein Bruder, wie er die Eltern manipulieren kann. Alkoholiker sind Meister der Manipulation. Meister darin, ihr Umfeld sich schuldig fühlen zu lassen. Meister im Jammern und hilflos Tun. Damit erreichen sie, dass ihr Umfeld stabil ist und sie in Ruhe trinken können. Es funktioniert doch ausgezeichnet, die Eltern haben mal wieder den Dreck beseitigt, alles getan. Geholfen und Verantwortung übernommen, die nicht ihre ist! Deine Beschreibung ist regelrecht ein Paradebeispiel an allem, was das Zusammenspiel Abhängiger/Coabhängiger bedeutet. Der Abhängige säuft sich in Ruhe zu Tode, die Coabhängigen ruinieren ihre Gesundheit damit, dass sie immer bereit sind, sich immer sorgen, immer wieder einspringen, immer wieder machen... Fatal! Oft sind die Cos früher fertig mit ihrer Gesundheit, sterben eher, als der Abhängige :roll: .

    Gut, dass du da raus bist! Einerseits. So ganz aber nicht, denn dass du Wut hast zeigt ja, dass da noch viel Verbindung ist. Und das ist ja klar, es ist deine Familie. Worauf bist du eigentlich so wütend, also ich meine, was reizt dich denn so?

    Deine Eltern sind ja alt genug um zu entscheiden, ob sie sich fertig machen wollen oder nicht. Und dein Bruder sowieso. Ja, was genau macht dich wütend daran?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo und willkommen Skey,

    ja, ich kenne solche Wut auch. Ich war wütend auf meinen Exmann, weil er nicht aufhörte zu saufen. Und ich war wütend auf seine Mutter, seinen Bruder, seine Schwägerin, weil die immer noch alles schön redeten und mich dabei noch als schuldig und verantwortlich hin stellten.

    Schlussendlich half mir nur die totale Abgrenzung, ein Neustart ohne diese Sippe. Die Wut hat mir dabei gut geholfen, das zu schaffen, sie war wie ein Motor.

    Deine Eltern bräuchten mit Sicherheit auch professionelle Unterstützung. Aber sie verweigern das... Und da ist es genau so, wie bei einem Alkoholkranken. So lange nicht die eigene Einsicht da ist, sich Hilfe zu suchen und was grundlegend zu verändern, so lange wird sich nichts in eine andere Richtung bewegen. Es wird immer nur weiter abwärts gehen.

    Du bist da machtlos, du kannst nur für dich selbst handeln und sehen, wie du zu einem zufriedenen Leben kommst, ohne dich schuldig oder verantwortlich zu fühlen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    danke, eklissee, das würde ich auch so sagen, wie du in deinen Beiträgen.

    Hallo Renate,

    Zitat

    Ich gehe davon aus das die Hilfesuchenden soweit sind das sie was ändern wollen wenn sie hier ankommen.

    Davon gehe ich zum Beispiel nicht aus. Leute, die hier ankommen, sind am Ende ihrer Weisheit, suchen den Austausch, wollen vielleicht erst mal Bestätigung dafür, dass sie doch immer alles gemacht hätten, wollen hören, dass sie richtig sind mit ihren Gefühlen, ihrem Schmerz. Also echt, bei mir war es zumindest so. Ich kann da nur von mir ausgehen.

    Und selbst wenn Leute, die hier ankommen, ganz gleich was ändern wollen, wird das nicht immer sofort sein. Es ist ein Prozess. Mit vielen Rückschritten. Bei manchen geht es schneller, bei manchen dauert es.

    Selbsthilfe heißt für mich, mein Gegenüber wertschätzend zu behandeln. Seine Probleme zu hören. Denkanstöße vielleicht zu geben. Austausch zu haben, auch mit ehrlichen, klaren Worten. Mich zu erinnern, wie ich selbst war am Anfang. Denn Selbsthilfe heißt ja erst mal, Selbsthilfe. Für mich. Und vielleicht dadurch andere ermutigen zu können, es auch zu machen. Weil es machbar ist.

    Selbsthilfe heißt nicht, für mich, einem anderen meinen Weg aufzudrücken. Ihm zu verklickern, dass er/sie zu blöde ist anscheinend, wohl noch nicht so weit, dass es blabla wäre, was er/sie schreibt (das mit dem Blabla ist nicht von dir, sondern von der von mir ansonsten sehr geschätzten Teilnehmerin Sunshine).

    Ich habe immer die Wahl. Zu sagen, gut, diese Person kann es noch nicht sehen, machen. Ich habe Denkanstöße gegeben, meine Wege gezeigt und dass es machbar ist. Also ziehe ich mich zurück, weil es sinnlos ist, ich werde da nichts beschleunigen können, die Person muss ihre eigene Erfahrung machen. Das muss ich aber nicht noch mit drastischen Worten unterstreichen. Denn der Selbstwert von Cos ist eh minimal...

    Bei Alkoholikern geht es, meiner Meinung nach, ein wenig anders. Es ist nicht mit Emotionalität verbunden. Da ist ganz klar, zuerst muss der Stoff weg. Das geht von heute auf morgen. Aber in einer Beziehung geht das nicht unbedingt. Es sind einfach andere Strukturen. Und ehe ein Alkoholiker richtig weg ist von allem, wirklich trocken ist, das geht ja auch nicht von jetzt auf gleich.

    Bitte nimm mein Posting einfach zum Überdenken. Ich habe keinen Anspruch darauf, dass ich Recht damit habe, es ist meine Sicht der Dinge und außerdem schon oft diskutiert worden.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo und willkommen anthony,

    ich hatte damals auch regelrecht Hass auf den Alkohol. Dass es so ein Zeug überhaupt gibt. Und mein Ex ihn so lieben musste, mehr als mich.

    Du bist nun ganz am Anfang. Sozusagen ist dein Kopf irgendwie im Heute angekommen, weil die Situation nicht mehr tragbar war für dich. Dein Herz ist aber noch unterwegs...

    Es geht dir schlecht dadurch. Eine Trennung tut immer sehr weh, egal, wie böse das Leben vor ihr war. Da zerplatzen Träume und Hoffnungen, da sind Verletzungen und Schmerz. Du musst dich nun Schritt für Schritt mit deinem neuen Lebensabschnitt anfreunden. Das geht nicht von heute auf morgen. Leider...

    Vielleicht ist es ein guter nächster Schritt, einige Freundschaften wieder aufleben zu lassen, Kontakt zu suchen. Mach Dinge, die dir gut tun. Die dich ablenken von den Gedanken an ihn. Die dir zeigen, wie schön das Leben ist.

    Ob die Entscheidung nun richtig war, wer weiß? Wichtig ist doch, dass du überhaupt eine getroffen hast, erst mal! Weißt du, bei mir hat das viele Jahre gedauert, bis ich das konnte. Aus Angst, es könnte falsch sein... Entscheidungen haben immer auch ein Risiko, ganz klar. Aber das kommt ja darauf an, was du jetzt daraus machst. Die Zukunft kann niemand sehen. Wichtig ist dein Heute, da lebst du, da legst du die Grundsteine für alles. Mit einem Abhängigen, der nicht gewillt ist, seine Sucht zu stoppen, gibt es nicht die Freiheit, das Heute genussvoll zu leben um auf das Neue gespannt zu sein. Da gibt es nur den Weg abwärts. Unaufhaltsam...

    Ich wünsche dir einen guten Sonntag, trotz allem.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Engel,

    du hast meinen Beitrag zitiert, mich aber mit Renate angesprochen. Ich denke aber mal, du beziehst dich auf meinen Beitrag...

    Es tut mir ehrlich leid, wenn dich mein Beitrag gekränkt hat, das wollte ich nicht. Uns als dumm will ich dich schon gar nicht hinstellen! Denn das bist du nicht!

    Das, was du hier in deinem Fädchen so geschrieben hast, kommt mir aber eben so bekannt vor, ich habe nur meine eigenen Erfahrungen hingeschrieben. Du kannst sie lesen und sehen, ob du was damit anfangen kannst, für dich, auf deine Situation bezogen. Auch mir wurden damals, von meiner liebsten Freundin zum Beispiel, Dinge gesagt, die ich als hart und herzlos empfand. Einmal war ich so wütend auf sie, ich hätte am liebsten die Freundschaft gekündigt. Und doch - gerade diese Dinge waren es, die mir schlussendlich die Augen geöffnet haben, die mich weiter gebracht haben. Nach einer gewissen Einwirkzeit...

    Ich finde es gut, dass du deine Bedenken hier schreibst, die durch die Beiträge hier ausgelöst werden. Dass du drüber nachdenkst. Denn das wird dich weiter bringen, das aufmerksam dir gegenüber sein.

    Meine Frage ist auch durchaus ernst gemeint. Nicht gehässig oder sonst wie.
    Was meinst du, wozu diese SHG hier für dich da sein kann? Was denkst du, was du hier erwarten kannst, für dich mitnehmen kannst?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Hiob,

    ich freu mich, dass du dich wieder gemeldet hast und so viel positive Dinge berichten kannst!

    Das kann Menschen Mut machen, es auch zu versuchen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Helene,

    mein Beileid.

    So jung... Er hat es in der Hand gehabt. Er hat sich für diesen Weg entschieden. Warum auch immer.

    Ja, Beerdigungen sind schon kostspielig. Ich weiß nicht, ob die Eltern des Schwagers, deines Mannes, noch leben. Trotz allem, wie dein Schwager war, ist es auch für die Angehörigen, die Eltern, wichtig, ihn einigermaßen gut unter die Erde zu bringen. Es ist wichtig für die Verarbeitung auch.

    Ich wünsche euch viel Kraft.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Engel,

    ja, es ist doch schön, dass es dir so gut geht.
    Und wenn ich deinen letzten Beitrag lese, dann sehe ich mich, vor so ca. 8 Jahren...

    Mein Exmann merkte, es wurde mir immer ernster. Ich war bei der Suchtberatung gewesen, begann, mich immer mehr zu informieren. Ich hatte eine SHG besucht, all das.

    Und er? Erklärte mir, er wisse von seinem Problem. Und es wäre nur ein Problem, er wäre kein Alkoholiker. Er hörte von jetzt auf gleich auf, kalter Entzug, war nicht gut.

    Und ich war happy. Endlich war ich wieder sicher mit ihm. Ich wollte seinen blumigen Beteuerungen ja glauben. Vor den Dingen beim Entzug verschloss ich die Augen, so gut es ging. Und dann trank er eben nicht mehr und ich dachte, nun wird alles gut. Meine Trennungspläne legte ich erstmal ab. Denn ich hatte ja maßlos Angst davor, sie wahr machen zu müssen.

    Ja, und wie toll ich mich fühlte. Wie großherzig. Endlich machte er, was ich wollte. Er trank nicht. Leider nahm er aber auch keine Hilfe sonst wie an. Das wurmte mich schon. Aber ich dachte, da kriege ich ihn schon noch hin...

    Ich begann, mich neben ihm wieder einzurichten. Denn ich hatte, wie gesagt, Angst. Vor Trennung und so.

    Es ging echt gut. Er trank nur selten was, jedenfalls sah ich das so. Ich weiß ja nicht, was er heimlich tat. Ich war zufrieden, einerseits, andererseits innerlich angespannt. Immer auf der Hut, immer irgendwie in Alarmbereitschaft. Denn ganz ehrlich, ich hatte kein Vertrauen mehr. Aber ganz ehrlich auch, ich wollte es mir einfach nicht eingestehen. Denn ich hatte Angst, Angst, mich zu trennen, Angst vor den Konsequenzen, Angst, es nicht zu schaffen, alleine. Als "Getrennte".

    Und ich war stolz, auf der anderen Seite. Stolz, es geschafft zu haben, dass er nicht mehr trank. Stolz, die Fäden in der Hand zu haben, die Kontrolle, wie ich mir einbildete. Ich war stolz, die Beziehung geregelt zu haben.

    So in etwa könnte ich das heute umschreiben.

    Da brauchte ich keine Gruppe, keine SHG und keine Beratung. Es ging mir doch super! Ich brauchte keine Pläne für den Fall de Falles. Ich machte einen auf heile Welt und fühlte mich darin wohl. Das redete ich mir jedenfalls ein...

    Bis... ja bis er irgendwann wieder anfing. Und es noch viel schlimmer war als vorher, vor der Trinkpause. Ich kenne deinen XY nicht. Aber so, wie es sich hier liest, ist er alkoholabhängig. Und du kannst es glauben, da wird es auch so sein, dann. Einfach, weil die Krankheit so ist.

    Und du bist coabhängig. Und ich sag dir, genau so liest sich auch das, was du schreibst. Du lebst in der Blase der Hoffnung. Vielleicht kennst du diese Angst. Vielleicht kennst du das Gefühl, endlich die Kontrolle zu haben. Vielleicht kennst du das Gefühl, es läge alles an dir und du hättest es geschafft. Ich weiß es nicht. Denn du bist ja super informiert über alles. Du hast eine Angehörigengruppe mitgemacht. Du bist bei der Suchtberatung. Du bist hier.

    Und trotzdem bist du in der Blase der Hoffnung und denkst, bei dir, bei euch, ist es anders.

    Das ist dein gutes Recht! Es ist völlig ok, wenn du es so siehst und es dir damit auch gut geht. Bloß, horch in dich rein, du musst es ja niemandem verraten, aber tut es das wirklich?

    Denn wenn es so ist, wenn es dir gut geht, wenn du denkst, es ist alles ok so für dich und dein Leben hat Qualität, dann brauchst du doch uns nicht...

    Ich will dich hier nicht weg jagen, keinesfalls! Ich möchte dich zum Nachdenken anregen. Denn ich weiß, wie es sich anfühlt, gerade, für dich. Kannst du mir glauben.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Chloe,

    du schreibst

    Zitat

    Bin mir da ziemlich unsicher, was demjenigen am besten hilft oder sind die Ideen doof - raus damit?!

    .

    Das ist das Problem der Coabhängigen, eines der Probleme. Dieses Hilfe Anbieten, regelrecht Aufdrängen sogar. Dieses sich Gedanken Machen, was für den Anderen gut sein könnte. Ich habe das sehr lange auch so gemacht. Meinem Exmann Vorschläge gemacht, ihm Hilfe zugesagt, all das, was du schreibst das kenne ich gut. Es ist dieses Gefühl von "da muss doch was zu machen sein, dass es ihm/ihr wieder besser geht".

    Ich selbst hatte dabei vergessen meinen Exmann zu fragen, ob er das überhaupt will. Und das ist das Problem. Ich half und überlegte, machte Pläne und redete auf ihn ein. Ich machte ihm Vorschlag um Vorschlag, welche Möglichkeiten er hätte, um aufzuhören. Ich habe sehr viel Energie darauf verwand. Der Erfolg: bei ihm gleich null, bei mir totale Erschöpfung.

    Denn das ist nun mal so. Ich kann einem anderen Menschen nichts aufzwingen, was er selbst nicht will. Mein Ex wollte das nicht, er wollte nur seine Ruhe haben. Zum Saufen. Mehr nicht. Alles, was ich ihm an Hilfe anbot war eigentlich nur eine Verlagerung. Nämlich meiner eigenen Vorstellung davon, wie sein Leben auszusehen hätte, damit es mir gut geht.

    Darum ist die Antwort auf deine Frage: was derjenigen am besten hilft, weiß nur sie selbst. Aber ob sie die Hilfe will, ist eine 2. Frage. Darum kann es nur so sein, dass du sie fragst. Ob die Antwort aber ehrlich ist, weiß ich nicht. Und vor allem, du musst sie dann auch akzeptieren, wenn sie dir nicht passt. Denn trotz Sucht ist sie ein Mensch mit eigener Entscheidungskraft. Sie ist erwachsen.

    Das ist der Knackpunkt an coabhängigen Beziehungen. Den anderen loszulassen. Seinzulassen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Girasole,

    diese Tränen drücken doch vielleicht einfach deine Gefühle aus. Gefühle für etwas, was vorbei ist und einmal sehr schön und voller Hoffnung begonnen hat. Es ist ja schon ein Abschluss eines Lebenszustandes, mal so gesagt. Eine Scheidung.

    Mir ging es damals ähnlich. Obwohl ich die Scheidung selbst eingeleitet hatte, war ich sehr traurig, als verschiedene Briefe des Anwaltes kamen, zum Beispiel. Wo dann alles so schwarz auf weiß stand. Und auch der Tag der Scheidung, das war hoch emotional. Mein Ex war allerdings zu der Zeit auch nüchtern unterwegs. Zuhause wartete auf mich der Beste alle Männer, trotzdem war ich auch traurig über das, was nun beendet war.

    Das wird vergehen. Ganz sicher. Aber gestehe dir doch einfach diese Trauer auch zu. Sie gehört ja auch zu dir.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hui,

    nun will ich mal mein Fädchen ein wenig hoch holen.

    Momentan bin ich sehr erschöpft. Ich merke, ich muss mehr für mich selbst sorgen. Darauf achten, dass ich genug Zeit einfach für mich habe.

    Demnächst geht es erst mal in den Urlaub. Das ist schon mal gut. Dann wird die Enkelin eingeschult und es wird sich was ändern für mich. Die festen Betreuungszeiten fallen dann weg. Weil der Schwiegersohn seine Arbeitszeit anders verteilen kann. Das ist eine Entlastung auch.

    Ich werde dann sehen, dass ich auch mit meinen Arbeitszeiten was drehen kann. Momentan muss ich ja immer Sonnabends. Das will ich ändern, damit ich auch mal ein Wochenende habe. Für mich, aber auch für die Familie. Ich bin ja nun mal ein Familienmensch.

    Und eine Kur werde ich auch beatragen. Für nächstes Jahr. Jaaaaa, es gibt eine Menge zu tun, immer wieder. Wär ja langweilig sonst :wink: .

    Aurora