Hallo Freya,
dieses Problem mit alkoholisierten Autofahrten kenne ich gut. Leider.
Ich bin früher oft genug sogar eingestiegen, obwohl ich wusste, mein Ex ist nicht nüchtern. Oder ich habe ihn fahren lassen, habe weg gesehen. Immer mit der Sorge, es könne was passieren. Ich habe sehr viele Schuldgefühle dabei gehabt, Scham. Angst. Ich fühlte mich feige, zu feige, ihn anzuzeigen. Das ist eine sehr schwierige Sache mit solcher Anzeige. "Ich kann doch meinen Mann nicht verraten", so in etwa. Da ist erst mal eine riesige emotionale Sperre in mir gewesen. Und ich habe das auch schon oft von anderen gehört.
Nun bin ich ja schon längst vom XY geschieden. Aber ab und an treffen wir aufeinander. So z.B. am Geburtstag des Schwiegersohnes vor 2 Jahren. Da kam mein Exmann an und war schon so ziemlich voll. Und da wir essen waren trank er natürlich seine "Bierchen" dazu... Der Ex war mit dem Auto da...
Ich stellte ihn zur Rede, ich finde nicht, dass das Coverhalten ist! Coverhalten ist eher, das nicht zu tun! Ich sagte ihm, ob er wirklich noch fahren wolle. Ja, er könne natürlich noch fahren, war die Erwiderung. Ich war dann hin und her gerissen. Ich habe ihn nicht angezeigt. Leider. Ich war nicht dazu in der Lage in diesem Moment. Aber es hat mich doch gewurmt, bzw. hatte ich wieder dieses schlechte Gewissen auch. Und meine Feigheit, die habe ich gespürt.
Ich habe mich dann erkundigt. In meiner damaligen realen SHG, die ich zu der Zeit parallel zu dieser hier hatte, war jemand, dessen Tochter auch bei der Polizei ist. Und die meinte, man mache sich selbst strafbar, wenn man so etwas nicht anzeigt.
Man müsse die Polizei anrufen und die Autonummer nennen, z.B. Wen derjenige weg fährt. Oder ihn am Wegfahren hindern.
Und inzwischen bin ich so weit, dass ich jeden, bei dem ich das merke, auch anzeige! Denn Co ist das andere, das Decken von solchen Dingen. Das Wegsehen.
Liebe Grüße
Aurora