Beiträge von Aurora

    Hallo BadFate,

    erstmal willkommen im Forum!

    Zitat

    Dadurch das wir uns nur am WE sehen ist es schwierig dahinter zusteigen wo man wirklich steht,


    Wen meinst du mit "man"? Dich oder sie?

    Ja, die Alarmglocken... Du solltest sie schon ernst nehmen. Vielleicht hilft ein offenes Gespräch über dich und deine Empfindungen und Gefühle da schon ein Stück weiter.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Renate,

    ich finde es gut, wie du dein Leben immer besser gebacken kriegst. Und ich finde es auch gut, dass du trotzdem noch immer auch hier bist! Das ist ja nicht immer selbstverständlich. Viele bleiben leider weg, wenn es ihnen wieder gut geht. Das ist schade, denn auch solche positiven Erfahrungen braucht ja die Forumsgemeinschaft, also Erfahrungen, wo ein zufriedenes Leben ohne den XY wieder mehr und mehr funktioniert.

    Hast du schon mal überlegt, ob du eine Schicht im Weihnachts- oder Silvesterchat übernehmen möchtest? Da können ja auch die Teilnehmer aus dem offenen Bereich dabei sein.

    Mir geht es nicht wirklich besser, gesundheitlich, es geht erst richtig los mit der Erkältung :? . Na ja, da muss ich wohl durch.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Renate,

    ich glaube eher, das echte Leben ist ohne akuten Notfall so spannend, dass manchmal wenig Zeit bleibt für einen Austausch hier...

    Ja, momentan ist es ein wenig ruhig im Forum. Warum auch immer. Ich selbst bin auch oft müde und abgeschlagen, seit einer Stunde ungefähr merke ich, wie mein Hals komisch ist und ich glaube, eine Erkältung kommt. :evil: . Und Weihnachten steht vor der Tür. Undundund.

    Ich hoffe, du hattest einen geruhsamen 1. Advent.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    da hatte ich ja lieben Besuch! Hallo Kerstin, schön, mal wieder von dir zu hören. :)

    Ja, Dante und mir geht es soweit gut. Dieses Jahr war ruhiger als das letzte, zum Glück. Ich habe noch viel an meiner Trauer zu tragen, das wird wohl immer so sein. Momentan fehlt mir meine Tochter wieder ganz dolle :( . Es ist immer ein Auf und Ab.

    Vielleicht treffen wir uns im Chat, ich bin gespannt.

    Ja, und Linde und Morgenrot, schön, euch auch hier zu haben :D . Hätt ich gewusst, dass so nette Gäste kommen, hätt ich glatt ein paar Kekse hingestellt :wink: .

    Aurora

    Hallo Ayki,

    schön, mal wieder was von dir zu hören!

    Diese Situationen mit dem Vater deiner Kinder ziehen sich ja schon durch dein ganzes Fädchen. Also, so lange wie ich hier im Forum bin, kenne ich deine Probleme mit diesem Mann, der unzuverlässig ist usw. Ich hoffe, dass da jetzt mal eine gute Lösung passiert bei diesem Gerichtstermin. Damit auch deine Kinder mal zur Ruhe kommen.

    Wozu brauchen die Kinder Kontakt zu ihrem Vater? Sie haben doch nichts davon, mit ihm zusammen zu sein. Wollen es ja selbst auch garnicht. Wäre da nicht der totale Abbruch endlich die beste Lösung? Du hast ja immer dafür plädiert, dass die Kinder auch Kontakt zum Vater haben sollten. Aber was hat ihnen das schlussendlich gebracht?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Karl,

    dass du das Gefühl hast, es hagelt hier auf dich ein, kann ich ganz gut verstehen. Es ist natürlich auch viel, was hier an Erfahrungen der anderen Teilnehmer gemacht wurde und dir mitgeteilt wird. Und niemand meint das ja böse. Es sind die eigenen, zum größten Teil sehr leid- und schmerzvollen Erfahrungen, von denen geredet wird. Diese Erfahrungen kannst du für dich annehmen, sie anwenden, so wie es für dich passt. Oder du lässt das sein, es ist ja immer deine Entscheidung!

    Zitat

    Und genau das will in mein Hirn nicht rein. Warum kann man einen Menschen nicht auf einer anderen Stufe, eben nicht ganz unten abholen?[


    Du kannst einen Menschen ja nur abholen, wenn er auch abgeholt werden möchte! Egal, auf welcher Stufe das ist, es muss ja auch immer die Bereitschaft da sein. Ansonsten wird das ein Gerangel auf der Stufe und einer oder beide stürzen ab...

    Du willst alles machen, alles versuchen. Ja, das wollte ich ja auch. Ich wollte nichts aufgeben müssen. Meine bzw. unsere schöne Eigentumswohnung, nee, die wollte ich doch nicht aufgeben. Das gute Geld, was mein Exmann verdiente und uns ein sorgenfreies Auskommen garantierte, niemals wollte ich darauf verzichten müssen. Die Kinder waren ja schon groß, inzwischen. Aber sollte ich ihnen die Familie weg nehmen, indem ich mich trennte?

    Ja, ich habe alles versucht, Jahr für Jahr. Energieverschwendung... Ich habe mit Engelszungen geredet. Mit S.. versucht, was zu erreichen, ebenso wie mit S.. entzug. Ich habe es auf die gute und auf die böse Art versucht. Und mich dabei völlig vergessen. Meine eigenen Bedürfnisse waren nicht mehr da, es ging nur noch um ihn. Und darum, dass ich nichts aufgeben wollte auch von den materiellen Dingen. Das war eine Angst von mir eben auch, ich hatte Angst vor der Verantwortung für mich selbst. Ich hatte Angst vor finanziellen Desastern. All sowas.

    Liebe? Hm, es war mal Liebe. Damals, als ich noch dachte, es ware das Non Plus Ultra mit uns beiden. Irgendwann wurde daraus aber was anderes. Liebe war es jedenfalls nicht mehr.

    Ich kann dir sagen, ich habe wirklich alles versucht. Aber mein Exmann wollte das garnicht. Er wollte einfach in Ruhe so weiter machen, wie er das machte. Unsere Lebensvorstellungen waren andere geworden im Laufe der Jahre. Ich meine, ich versuchte alles, um ihn weg zu zerren vom Suff... Das steht mir doch garnicht zu. Ich wollte mich ja von meiner Lebensvorstellung auch nicht weg zerren lassen :roll: , dachte, es wäre die einzig wahre...

    Jo, das war mal wieder ein Roman a la Aurora :lol: , ab und an überkommt es mich. Ich hoffe, du kannst was anfangen damit.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, auch wenn es schon bissi her ist, vielen Dank dafür, dass du wieder was bei mir gelassen hast.

    Ja, ich war lange nicht hier in meinem Fädchen. (Im offenen Bereich schon.) Wir haben unser Wohnzimmer neu gemacht, alte Möbel raus, neue rein. Jetzt ist es echt super geworden und ich fühle mich sehr wohl!

    Zwischendurch hatten sich mal wieder ein paar Teufelchen eingeschlichen. Diese Harmonie-Teufelchen und die Verantwortungs-Teufelchen. Unsere alten Wohnzimmermöbel haben wir beim Ex eingelagert, weil Sohn sie haben möchte. Er wird im Frühjahr wieder in Berlin sein, Studium ist dann beendet :D . Und ich habe diesen Sonnabend, als also das große Möbeltragen war, ganz schön Teufelchen-Kampf in mir gehabt.

    Hoffentlich klappt alles. Hoffentlich ist es nicht zu schwer. Hoffentlich ist niemand böse, weil einige Teile doch ziemlich schwer waren. Hoffentlich geht nix kaputt. Hoffentlich... Aaaaaaaahhhhhhhhhh, es ist schon nervig, diese alten Muster. Ich konnte sie nicht stoppen, ich habe sie bemerkt, aber ich konnte eben nicht sagen"stopp jetzt mal". Na ja, nächstes Mal. Ich konnte da viele Dinge mit meinem Therapeuten dann klären, mir fiel's wie Schuppen von den Augen.

    Ja, und nu freu ich mich eben, wie schön alles geworden ist. Weihnachten kann kommen.

    Aurora

    Liebe Tatti,

    du kannst im Prinzip nichts machen, um deiner Freundin zu helfen. Wenn sie es nicht selbst wirklich und aus vollem Herzen will. Es ist auch nicht deine Aufgabe, sie zu kontrollieren. Du bist ja nicht ihr Vormund oder so. Sie ist erwachsen und selbst für sich verantwortlich.

    Leider geht es nicht mit dem Wachrütteln. Ich habe das mit meinem Exmann auch versucht und gedacht, es geht, ich könne das. Ihn kontrollieren, ihn überzeugen, ihn wachrütteln.

    Nein, keine Chance!

    Deine Freundin ist ein freier, erwachsener Mensch. Und wenn sie so leben will, wie sie es gerade tut, dann darf sie das. Auch wenn es dir weh tut oder ihrer Schwester. Ihr könnt euch zurück ziehen, sie machen lassen. Warum ihr Geld leihen? Sie unterstützen?

    Das hört sich jetzt gemein an, nicht wahr. Aber anders geht es nicht. Also wenn du da ohne Schaden raus gehen willst. Du kannst das auch weiter machen, dich kümmern, sorgen, kontrollieren und so. Aber irgendwann bist du mindestens genau so kaputt wie sie...

    Bitte schreibe jetzt einfach in diesem Fädchen hier weiter. Du brauchst nicht für jede Frage oder so ein neues zu eröffnen. So ist es übersichtlicher für dich und auch für die anderen, die dir was antworten wollen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Ratlos,

    ja, es ist ein Dilemma, ein Achterbahn-Gefühl! Sich aus einer Beziehung zu lösen, ist immer auch schwierig. Wobei bei der Konstellation Suchtmittelabhängiger/Coabhängiger da eben noch sehr viele spezielle Dinge hinzu kommen.

    Da ist der Suchtmittel-Abhängige. Dein XY. Er übt einen gewissen Druck auf dich aus. Er drückt deine Co-Knöpfe, wie es hier genannt wird. Du bist für ihn Sündenbock, Blitzableiter, Trösterin, all sowas. Eine gleichberechtigte Partnerin aber bist du nicht.

    Da bist du, die Coabhängige. Du bist verstrickt in diesen Gefühlen. Schuldgefühle, Verantwortungsgefühle, Wut, Hilflosigkeit. Vielleicht auch Angst vor der Zukunft, Angst vor der eigenen Courage, Angst, Fehler zu machen.

    Nein, für beratungsresistent halte ich dich nicht! Und es ist doch auch klar, dass du nicht all deine Persönlichkeit von heute auf morgen ändern kannst. Das musst du auch nicht. Selbsthilfegruppe heißt, du bist hier, um durch den Austausch, durch Erfahrungsberichte und Denkanstöße da deinen eigenen Weg zu finden. Einen Weg, der zu dir passt und dich zu einem glücklichen Leben führt. Das muss aus dir selbst kommen, aufzwingen kann dir eh niemand was. Das würde ich z.B. auch garnicht wollen.

    Denn auch bei mir war es so, dass ich die Schritte machen konnte, wenn ich selbst dazu in der Lage war, wenn ich die Kraft endlich hatte und den Mut. Das kam stückchenweise. Dinge aufzwingen ging nicht! Ich weiß noch, wie meine Freundin damals sagte, trenn dich doch, du bist totunglücklich, all das. Sie war richtig ein wenig böse auf mich, eindringlich. Das ging garnicht! Ich war damals noch nicht in der Lage, mich trennen zu können, das war ich erst ca. 2 Jahre später. Ich war richtig stinkig damals auf meine Freundin, was sie da von mir verlangte :roll: . Obwohl ich ja wusste, sie hat Recht...

    Du kannst aber nun einen Schritt nach dem anderen machen und Dinge probieren. Du schreibst, er bombardiert dich mit sms und emails. Was meinst du, kannst du es aushalten, die nicht zu lesen? Ich meine, was steht da drin in seinen Meldungen? Er tut dir doch damit nicht gut, es ist doch nicht schön, verletzt zu werden, oder?

    Beschuldigungen, er macht dich klein, er versucht, dir Schuldgefühle zu machen, er versucht, dir die Verantwortung für sein Leben aufzudrücken. Das sind Dinge, die brauchst du nicht! Er ist erwachsen, wenn es ihm schlecht geht, kann er in ein KKH gehen oder den Notruf wählen. Er hat psychologische Betreuung, dahin kann er sich wenden. Er hat eine SHG, auch da gibt es immer Ansprechpartner.

    Du bist definitiv nicht unmenschlich und kalt! Nein, du bist nicht unmenschlich und kalt, dann wärst du nicht in einer Coabhängigkeit! Du schützt dich einfach nur und ziehst eine Grenze für dich. Das ist dein gutes Recht! Eure Beziehung ist momentan keine Liebesbeziehung in dem Sinne. Ihr habt keine gemeinsame Basis. Du magst diese Beziehung so nicht mehr leben, denn sie tut dir nicht gut. Also ist es dein gutes Recht, dich zurück zu ziehen, ohne dass du dich ständig dafür rechtfertigen musst.

    Ja, das ist so meine Erfahrung. Das, was ich dir schreibe, hat mir auch damals geholfen mich abzulösen. Ich kann deine Gefühle wirklich gut nachvollziehen, ich weiß, wie es sich anfühlt. Und eben, ich habe mir damals wie ein Mantra immer wieder vorgesagt, es ist doch mein gutes Recht, etwas zu beenden, was mich kaputt macht. Ich bin nicht unmenschlich deswegen, lieblos und kalt. Und du bist das auch nicht. Ich habe keine Schuld an seiner Sucht. Ich bin auch nicht für ihn verantwortlich, er ist erwachsen und für sein Glück oder Unglück selbst verantwortlich. Er hat das Recht, zu saufen. Ich habe das Recht, das für mich als gemeinsamen Lebensweg unakzeptabel zu finden und mir ein eigenes Leben ohne ihn aufzubauen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Karl,

    es ist egal, ob deine Frau Missbräuchlerin ist, Quartalssäuferin oder sonstwas! Das können wir hier eh nicht beurteilen. Ob sie abhängig ist, kann sowieso nur sie spüren und sagen, wenn sie ehrlich zu sich ist.

    Ob sie es jemals schafft, vom Alkohol weg zu kommen, ob es ihr leicht fällt oder sie massivste Entzugserscheinungen haben wird, auch das kann niemand wissen.

    Es geht doch grundsätzlich jetzt mal um was ganz anderes. Nämlich um dich und deine Kinder. Da ist der Punkt, an dem du ansetzen kannst und was verändern kannst. Dir geht es in der Beziehung nicht gut. Du spürst inzwischen solchen massiven Druck in dir, solche Wut und Hilflosigkeit, dass es ja letztens sogar zu diesem aggressiven Ausbruch bei dir gekommen ist. Das sollte dir doch zu denken geben, dass es für dich so nicht weiter gehen kann.

    Ich war in ähnlicher Situation damals. Druck, Wut, ja Hass, all das spürte ich. Aber auch Hilflosigkeit und den Wunsch, für meinen Exmann was verändern zu können. Ich überlegte auch lange genug, ob er nun abhängig wäre, Quartalssäufer oder sonstwas. Ja, auch er hatte seine Zeiten, und ich kann dir sagen, die Nüchternzeiten wurden immer kürzer, die Trinkzeiten immer länger. Na super...

    Ausreden, die ich mir gegenüber hatte, warum ich mich nicht trennen konnte, hatte ich genug. Finanzielle Aspekte. Ich wollte meinen (erwachsenen) Kindern doch nicht das Elternhaus zerstören. Ich wollte in der gemeinsamen Eigentumswohnung bleiben. All sowas.

    Meine Kinder waren heilfroh, als ich mich endlich trennen konnte. Obwohl sie schon erwachsen waren. Als sie klein waren, war mein Exmann noch nicht in dieser Abhängigkeit. Trotzdem hat das viel mit ihnen gemacht! Deine Kinder sind noch klein, sie haben keine Möglichkeit, ihre eigenen Wege zu machen. Sie sind dem Alkoholismus ihrer Mutter ausgesetzt und deiner Coabhängigkeit von deiner Frau. Sie hängen dazwischen... Wie sie sich fühlen, kann ich nur erahnen von Berichten, die ich von Kindern gehört habe, die so leben mussten.

    Es ist wurscht, welcher Alkoholikertyp nun deine Frau ist oder ob sie eben "nur" missbräuchlich säuft. Es ändert nichts für dich und deine Kinder. Es geht dir nicht gut in deinem Leben, wie es jetzt ist. Wie es deinen Kindern damit geht, kann ich nur ahnen. Nicht deine Frau steht im Fokus, die kannst du nicht ändern und nicht wegzerren von ihrer Sucht.

    Du stehst im Fokus! Du und deine Kinder! Vielleicht beginnst du dir Gedanken zu machen, was du für euch grundsätzlich und konsequent ändern könnt. Verschwende nicht deine Energie darauf herauszufinden, was mit deiner Frau los ist, sondern nehme deine Kraft dafür, für dich und deine Kinder einen Weg zu finden. Denn das ist das, was du in der Hand hast und was zählt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Mimulus,

    ja, ich hatte auch viele Jahre lang diese Hoffnung im Hinterkopf. Den Wunsch, dass ich es doch noch schaffe, ihn wach zu rütteln, weg zu bringen vom Alkohol.

    Diese Wünsche und Vorstellungen haben mich schon auch in der Beziehung festgehalten, denn ich habe ja auch gedacht, ohne mich geht er völlig baden, und eben ich müsste es doch endlich schaffen, ihm zu helfen, ihn zu überzeugen.

    Ich hatte da Wünsche und Hoffnungen und Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben, die er garnicht so hatte. Er war/ist verstrickt in seiner Sucht. Seine Vorstellungen und Lebenswünsche waren ganz anders als meine... Und ich hatte echt Schwierigkeiten, dass zu akzeptieren und loszulassen. Denn das war das Einzige, was ich da tun konnte.

    Er wollte meine Wünsche nicht wissen, er teilte nicht meine Vorstellung von Zukunft. Das konnte er nicht, er war abhängig von seinem Stoff und hatte ganz andere Sorgen. Er wollte meine Hilfe nicht, er war nicht bereit, sie anzunehmen. Es war schwer für mich, dass einzusehen und zu akzeptieren. Es war schwer, die vermeintliche Verantwortung da abzugeben, ihn einfach sein zu lassen. Ich hatte keine Macht über sein Leben, keine Kontrolle. Ich konnte ihn nicht verändern und mir passend machen...

    Vielleicht brauchst du noch einige Fahrten oder Flüge zu ihm, um für dich einen Weg zu sehen. Dein Kopf weiß ja im Prinzip schon, worum es geht. Nur dein Bauch ist da noch nicht ganz von überzeugt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Frau,

    nee, einfach ist der Weg bestimmt nicht, aber auch nicht unmöglich. Es ist schon so, dass du dir deine Dinge selbst zusammen suchen musst, oft. Auch bei rechtlichen und finanziellen Dingen dir deine Infos selbst zusammen suchen musst. Es kommt vielleicht auch immer darauf an, an welchen Menschen, Ämtermitarbeiter du gelangst.

    Nun ist das ja auch egal, du hast deinen Weg gemacht und bist zufrieden, glücklich. Du kannst dir auf die Schulter klopfen und dir sagen, das hast du dir selbst erarbeitet! Ich freu mich mit dir mit und für dich, dass es nun so gut läuft in deinem Leben, dass du durchgehalten hast, dich durchgefragt hast und was erreicht hast damit.

    Ich finde es auch gut, dass du dich hier nun meldest und davon berichtest. Denn das macht ja auch anderen Menschen Mut, die noch am Anfang stehen!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Karl,

    wie wird man zu einem Alkoholiker? Denn ein Virus ist es nicht, der das auslöst, ganz klar.

    Es ist, glaube ich, noch nicht ganz gut erforscht, warum Menschen abhängig werden, andere nicht. Fakt ist jedoch, dass niemand freiwillig alkoholabhängig wird!

    Alkohol wird benutzt, zum Beispiel. Um Bewusstseinsveränderungen zu haben, Schwerelosigkeit, sozusagen, um enthemmter zu werden, um seine Sorgen zu vergessen, all sowas. Oder einfach, weil es manchen auch schmeckt.

    Bei mir war es übrigens so, dass ich schlussendlich mit meinem Exmann mitgesoffen habe. Dann hatten wir eine gemeinsame Ebene, wenn wir beide betrunken waren, waren wir uns gleich. Und ich habe dann auch den Schmerz nicht mehr so gespürt. Und ich habe gedacht, was weg ist, ist weg, das kann er dann nicht mehr trinken...

    Ich habe gesehen, was aus meine Ex geworden ist. Dass ich mich damit der gleichen Gefahr ausgesetzt habe, abhängig zu werden, daran habe ich erstmal keine Sekunde gedacht.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    was ein "typischer Alkoholiker" ist, hat mir auch anfänglich enorm geholfen!

    Ich kam mir damals in der Beziehung mit meinem Exmann verloren vor. Hilflos. Und schuldig! Denn alles, was ich dachte, ihm Gutes zu tun, hat nicht geholfen. Und alles, was ich dachte, was ihn aufrüttelt, auch nicht. Ich habe um ihn gekreist, wie ein Mond um eine Sonne, gewissermaßen. Oder aber auch, wir haben den grotesken Tanz einer Suchtbeziehung getanzt. Mal war er Opfer, mal ich, mal war er Schuldiger, mal ich...

    In meiner Hilflosigkeit, in meiner Wut, die immer größer wurde, habe ich viele Dinge getan, für die ich mich hinterher geschämt habe. Genau so, wie die Sucht bei meinem Exmann all die häßlichen Seiten seiner Persönlichkeit zutage gefördert hat, hat das meine Coabhängigkeit bei mir auch getan. Ich war hilflos, überfordert angesichts seiner Sucht. Und meiner Machtlosigkeit.

    Und dann las ich davon, dass sein Verhalten einfach normal sei für das Krankheitsbild Alkoholismus. Dass er nicht anders konnte, als immer wieder zu trinken. Zu lügen, zu beschuldigen, all das, was da so war und ist, um eben zu seinem Alkoholpensum zu kommen. Dass es eben typisch sei.

    Und dass ich, als Angehörige, Coabhängige, da nichts machen könne, aber eben auch keine Schuld habe.

    Das war wie eine Offenbarung, gewissermaßen. Wenn er also soff, dann musste er das tun, weil sein Körper das verlangte. Und nicht, weil ich etwas falsch gemacht hatte. Ich hatte im Prinzip erstmal grundsätzlich garnix damit zu tun. Ich las, dass ich durchaus das Recht hatte, ihn so sein zu lassen, es zu akzeptieren. Dass ich mir vom Leben auch noch die schönen Dinge gönnen dürfe.

    Das nahm enormen Druck raus! Es nahm Druck raus zu erkennen, unsere Art des Zusammenleben ist einfach typisch für eine Beziehung Abhängiger/Coabhängige.

    Es gibt mit Sicherheit da auch Unterschiede. Aber grundsätzlich ist es doch immer wieder ein ähnlicher Ablauf. Ich habe es so erfahren, in den Beziehungen, die ich selbst beobachtet habe in meinem Umkreis. In Erzählungen der realen Gruppe. In den Lebensgeschichten, die ich im Laufe der Jahre auch hier im Forum gelesen habe.

    Aber am Anfang, da war es mir noch egal. Da las ich nur:
    das ist typisch!

    Und das war für mich ein wichtiger Schritt, dass ich beginnen konnte, mich zu lösen, aus meiner eigenen Abhängigkeit raus zu kommen. Loslassen zu können. Mich nicht mehr als verantwortlich zu fühlen, als Frau, die die Fäden in der Hand haben musste. Weil ich eben nicht schuldig war, unfähig, all sowas. Auch half es mir, meinen Exmann als erwachsenen Menschen zu erkennen, der das Recht hat, zu sein, wie er will.

    Aurora

    Hallo Tatti,

    erstmal hallo im offenen Bereich unseres Forums!

    Helfen, wobei willst du deiner Freundin helfen? Beim Nichttrinken?
    Es ist schwierig, da direkt zu helfen, sag ich mal. Ein Abhängiger kann das nur für sich alleine machen. Wenn der dringende Wunsch da ist, nicht mehr zu saufen. Wenn der dringende Wunsch da ist, sich helfen zu lassen, von Fachleuten, also Ärzten, Therapeuten und so.

    Du als Freundin kannst natürlich auch dein's dazu beitragen. In der Phase, wo sie trocken werden möchte. Zum Beispiel in ihrer Gegenwart nicht selbst trinken. Und sie als Person zu achten, als erwachsene Person, die ihre Problematik hat, ihre Krankheit. Also dauerndes Beschwatzen oder Kontrolle sind da fehl am Platz! Sie hat alleine die Verantwortung für ihr Leben und wie sie es gestalten möchte. Du kannst sie doch selbstverständlich auch fragen, was ihr da gut tun würde. Was ihr helfen könnte. Du kannst mit ihr doch auch über deine Gedanken reden und dir ihre Gedanken anhören.

    Wenn sie nun weiter trinken will, kannst du auch nix machen. Ihr nicht helfen. Es ist ihre Entscheidung dann. Du kannst für dich da Konsequenzen draus ziehen, also den Kontakt abbrechen oder so.

    Oder möchtest du ihr im Haushalt helfen, das habe ich nicht ganz verstanden. Was du ihr im Haushalt oder so helfen kannst, da ist es einfach so, dass du sie fragst, was du für sie tun kannst. Sie wird dir dann schon antworten. Und das, was sie dir antwortet, solltest du dann tolerieren.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe tischtuch, nun hast du so viel in mein Fädchen geschrieben. Es ist besser, wenn du ein eigenes Fädchen eröffnest, da bekommst du dann auch Rückmeldungen und so.
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    Ich hab immernoch Urlaub. Wir waren ein paar Tage verreist, das hat mir sehr gut getan. Mal was anderes sehen und vor allem die liebe Morgenrot treffen :D . Das war schön.

    Nun geht alles hier seinen Gang. In mir ist es ruhig und gut zur Zeit. Das ist echt schön. Es ist immer die Trauer da, auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber eben auch mein Leben, was weiter geht und viele schöne Dinge bereit hält. Nächste Woche bekommen wir unseren Wohnzimmerteppich, zwei Tage später dann die neuen Möbel. Ich freu mich soooo sehr darauf.

    Am Wochenende kommt mein Sohn, er wird die alten Möbel hier übernehmen, wenn er nach Berlin zurück kommt, anfang des Jahres. Und dann eine Wohnung hier hat. Er hilft beim Ausräumen und Einlagern.

    Und unser Enkelchen wird von Freitag auf Sonnabend hier übernachten. Da freuen wir uns alle dreie schon drauf. Also sie, ich und Dante.

    So, und nun geht ich 'ne Runde schlafen.

    Aurora

    Hallo Mimulus,

    hey, da bist du ja schon, hast ein Plätzchen hier für dich gefunden. Schön!

    Ich wünsche dir auch eine gute Nacht, ist schon wieder so spät. Zum Glück habe ich Urlaub.

    Ich geh aber jetzt auch ein wenig schlafen, glaub ich.

    Bis dann, liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Ratlos,

    schön, dass du hier dein Fädchen eröffnet hast :) .

    Diese ganzen Schuldzuweisungen kenne ich auch nur zu gut. Ich konnte damals machen, was ich wollte... Egal, er hatte dann seinen Grund, um trinken zu "müssen". Weil ich so schlimm war. Und oft genug habe ich gesagt, wenn ich so schlimm bin, warum sind wir dann verheiratet? Warum bist du dann noch hier?

    Er gibt seine Lebensverantwortung an dich ab. Wie einfach er sich das doch macht damit. Damit bist du gut in seiner Hand, denn du bist eben der Sündenbock. Aber er ist ja erwachsen! Er braucht doch keine Muddi, die für ihn alles regelt. Ich meine, du bist seine Partnerin, meinst du, es gibt eine gemeinsame Basis, Augenhöhe für euch?

    Ja, was sollst du nun von all dem halten? Schwierig.
    Wenn du in dich reinhorchst, so ganz ehrlich, was fühlst du da? Wie fühlst du dich jetzt?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Karsten,

    wenn auch verspätet :wink: , ich will meinen Senf auch dazu geben.

    Das Forum war echt das Beste, was mir passieren konnte. Also als ich es damals, im Mai 2007 beim surfen im www fand. Und das ist es geblieben. Hier fand und finde ich den Austausch, der für mich so viel verändern konnte.

    Ich habe hier liebe Freunde gefunden, sogar meinen Mann... :D .

    Anfang des Jahres wurde ich zur Moderatorin, ein Job, den ich gerne mache. Ich kann ein wenig davon zurück geben, was ich hier erhalten habe, all die Jahre. Das ist für mich der Sinn einer SHG. Erstmal, am Anfang damals, konnte ich nur nehmen, das war ok so! Dann konnte und kann ich immer mehr auch was geben.

    Ich fühl mich hier wohl, auch wenn die Wellen manchmal hoch schlagen. Stürme gehören leider auch dazu. Echt, du wirst mich so schnell nicht los hier :wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Renate,

    ja, es ist schon schwierig, gebe ich zu. Abgrenzung ist keine leichte Sache. Und wenn einem dann noch Sachen zugetragen werden, ist es einem ja doch irgendwie auch nicht egal.

    Ich kenne das von meiner Mutter. Meine Eltern haben ihre Wohnung genau über der von meinem Exmann. Und da habe ich auch immer brühwarm was erzählt bekommen, was sie so mitgekriegt haben, seit er wieder trinkt. Das hat immer wieder auch Gefühle in mir gemacht, die ich nicht mehr will. Ich habe meiner Mutter oft genug gesagt, sie soll das lassen, es geht mich (und ja auch sie) nichts mehr an. Er ist erwachsen. Ich hatte auch dann immer das Gefühl, sie wollte mir da Verantwortung einreden, die ich nicht habe und nie hatte! Letztens hat sie meiner Cousine bei einem Treffen sogar erzählt, na, der trinkt wieder, weil er die Trennung nicht verkraftet hat. :shock: . Da habe ich aber vehement Einspruch erhoben! Meene Jüte. Und übrigens auch die Cousine.

    Steter Tropfen höhlt den Stein, jetzt macht sie es nicht mehr. Es bringt ja auch nichts. Ich will es einfach nicht wissen.

    Gut, ich erfahre noch manche Dinge auch durch meinen Sohn. Das ist aber anders, als z.B. meine Mutter das gemacht hat. Es ist mehr neutral und nicht an mich gerichtet. Ich merke eben, der Abstand zu meinem Ex ist endlich so groß, dass das ok ist. Darüber bin ich froh. Es hat lange genug gedauert. Ich hab einfach keinen Bock mehr auf diese alten Gefühle.

    Viele Grüße
    Aurora