Beiträge von Aurora

    Hallo,

    liebe Elfriede, hähä, das ist ein gutes Bild, so aufgefädelte Teufelchen den Fluss wegschwimmen zu lassen! Ich maaaag solche Bilder, sie helfen mir unheimlich, was zu verarbeiten und auch zu akzeptieren. Zum Beispiel hat auch meine Angst ein Bild, also ich habe eine Vorstellung davon, wie sie aussieht. Und sie sitzt im Idealfall auf einer Bank da hinten, unter'm Baum. Momentan ist sie aber wieder sehr dicht an mir gewesen und hat mich umschlungen :( . Ich bin dann logischerweise recht bewegungsunfähig... Und auch die Trauer hat ein Aussehen und sitzt da auf der Bank. Beide Dinge sind ja Teil meiner Selbst. Und ich versuche, sie als Freunde anzusehen, zu akzeptieren, mit denen ich zusammen lebe. Auch die Trauer hat mich ziemlich umschlungen gehabt, langsam lässt sie mich los, genau so wie die Angst.

    Das tut gut, wieder durchatmen zu können. Es ist schwierig, diese Akzeptanz zu bekommen. Ja, es ist nicht leicht, aber unmöglich ist es nicht...

    Aurora

    Hallo,

    liebe Elfriede, schön, mal wieder was von dir zu hören :D .
    Keine Sorge, ich zermetzel mich nicht. Ich weiß, dass du Recht hast, bzw. was der Münchener Psychologe sagt, so ja auch ist. Ich weiß das und sehe das auch so und habe es hier auch schon an andere Betroffene geschrieben. Nur - es kommen eben doch ab und an diese Teufelchen hoch und flüstern Schuldgefühle in mein Ohr.

    Ich würde auch gerne mehr darüber mit meinem Sohn reden. Aber er ist noch nicht dazu bereit. Dante konnte ihm was sagen, da hat er zugehört. Ich glaube, eine neutrale Person ist da auch erstmal besser.

    Ansonsten geht es mir wieder besser. Ich hatte sehr viel Trauer in mir. Und meine alten Ängste und Zwänge haben wieder viel mit mir machen können :( .

    Aber ich konnte viel reden, hatte und habe einen sehr guten Austausch auch im geschlossenen Bereich hier. Das hilft mir unheimlich gut. Ich glaube, ich bin wieder auf dem Weg nach oben, sozusagen. Ach puh, ist das gut.

    Aurora

    Hallo sarawen,

    ich schließe mich da voll Speranzas Beitrag an.

    Zitat

    Ich sehe Co-Abhängigkeit als Verhaltensstörung die zu ernsthaften Erkrankungen führen kann.

    Ich habe selbst die Erfahrung gemacht. Ich hatte starke Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Massive Rückenschmerzen. Und ich habe mehr und mehr mit getrunken...

    Hallo kaleu,

    wenn du deine Coabhängigkeit hinter dir lassen konntest, kannst, dann ist das toll für dich. Ich kann das nicht.

    Es ist einfach Teil meiner Persönlichkeit, dass ich überhaupt coabhängig werden konnte. Und diesen Teil kann ich nicht einfach ausradieren. Ich lerne, mit ihm umzugehen und als Bestandteil von mir zu sehen. Und ich lerne, mich ernst zu nehmen in meinen Bedürfnissen, Grenzen zu setzen.

    Ich hatte schon eine Art Rückfall, als letztes Jahr diese ganzen Dinge bei mir passierten. Das schlimmste davon, dass eben meine Tochter bei der Geburt ihres zweiten Kindes, das auch tot ist, verstarb. Ich ruhe mich nun nicht auf der Depression aus, die ich dann hatte. Krankheit ist für mich kein Gewinn. Und Anerkennung brauche ich dafür auch nicht. Nur Unterstützung, damit ich mich wieder festigen kann und auf meinen alten Stand zurück komme, den ich schon hatte. Ich habe ja schon einen ganzen Teil Weg gemacht, um meine Coabhängigkeit zum Stillstand zu bringen.

    Aber diese Dinge letztes Jahr haben mich eben zurück geworfen.

    Ich finde es für mich wichtig, jetzt wieder weiter zu machen.

    Aurora

    Liebe sarawen,

    ich finde deine Fragen überhaupt nicht blöde!

    Ich sehe Coabhängigkeit als Verhaltensstörung, nicht als Krankheit. Aber da gehen die Meinungen auseinander. Und im Endeffekt ist es ja für mich wichtig, was ich nun daraus mache.

    Ich werde meine Verhaltensstörung wohl nie ganz los werden. Ich bin so geprägt worden und meine Art ist eben auch eher so. Ich bin eine Frau, die gerne fürsorglich ist, die es harmonisch liebt. Die kein "Haudrauf" ist. Die sich sorgt.

    Aus meiner mitgebrachten und anerzogenen Persönlichkeit mache ich nun aber etwas, damit ich nicht wieder in diese selbstzerstörerischen Beziehungen komme. Ich stärke mein Selbstbewusstsein, lerne, mir selbst zu vertrauen und meine Wahrnehmungen ernst zu nehmen. Ich lerne, Grenzen zu sehen, die ich habe und diese auch zu setzen und wahr zu nehmen.

    Das gelingt mir mal besser, mal schlechter. Durch diesen unaussprechlichen Schicksalsschlag letztes Jahr bin ich sehr stark wieder in altes Verhalten zurück gefallen. Mein Therapeut hat mir das auch erklärt. Diese alten Strukturen, Muster, sind ja im Gehirn als Neuronenbahn gut eingefahren. Ich handel da automatisch, einfach, weil es eben immer so war. Das Gehirn lässt in Situationen Impulse eben langrasen im Kopf, die einfach und schnell greifbar sind, weil eben gewohnt. Die neuen Strukturen und Muster, die ich schon habe, müssen noch viel bewusster gemacht werden, wahr genommen werden. Um funktionieren zu können. Im Falle von außergewöhnlich starken Belastungen ist es also für das Gehirn einfach einfacher, die gewohnten Bahnen zu bedienen, einfach, weil die neuen noch nicht so gut manifestiert sind. So weit, so schlecht... :?

    Gut ist aber, dass ich sofort merke, wenn etwas eben nach alten Dingen läuft. Ich fühle mich nicht gut damit, merke es, dass es nicht stimmig ist. Ich kann nicht immer gleich was dagegen machen, aber nach einiger Zeit dann doch. Ich bin in der Lage, hinzusehen und wieder zu verändern nach neuen Richtlinien, sozusagen. Ich muss nicht mehr nach alten Strukturen leben, wenn ich das nicht will, denn ich weiß, ich kann das auch anders! Und ich lerne, es mir nicht übel zu nehmen, wenn ich eben nach alten Dingen erstmal handele, sondern ich bin stolz auf mich, weil ich es eben sehen kann und dann wieder ändern kann, auch wenn es nicht immer einfach ist.

    Ich habe einen Ehemann, der nicht mein XY von damals ist. Aber Dante, also mein Mann, ist auch Alkoholiker, trocken seit 7 Jahren nunmehr. Seine Geschichte steht ja hier auch ein Stück weit im offenen Bereich.

    Das tut aber nichts mit meiner Coabhängigkeit, weil er selbst auch keine coabhängige Frau haben möchte. Er grenzt sich also schon auch ab bzw. gibt mir Rückmeldungen, wenn ich anfange, so zu ticken. Er ist sehr klar und sich seiner eigenen Krankheit sehr bewusst. Wobei - es reizt mich da bei ihm nix, denn ich kenne ihn nur trocken. Na klar, manchmal kommen alte Ängste hoch. Die durch irgendwelche Dinge ausgelöst werden, die Dante macht. Und die eben Dingen meines Ex ähneln. Oder Situationen, die mich erinnern. Ich habe da schon manches aufgeschrieben hier in meinem Fädchen. Dann reden wir darüber! Ich verschweige da nix mehr!

    Hm, ich denke also, coabhängiges Verhalten ist auch eine Sache, die lebenslänglich in mir ist. Die ich aber nicht als schicksalhaft hinnehmen muss, sondern die ich bewusst in mein Leben integriere, so dass ich lebenswert und glücklich leben kann. Und bewusst eben leben kann. Denn bewusst leben, dass muss ich schon mit meiner Persönlichkeit. Aber ganz ehrlich, ich finde das nicht als Belastung. Im Gegenteil, es geht mir damit um Meilen besser, als jemals zuvor. Weil es sich schön anfühlt, dass ich Sorge für mich trage und Verantwortung für mein Leben.

    So, Ende des Vortrages :wink::) .

    Aurora

    Liebe Lori,

    herzlich willkommen im offenen Forumsbereich!

    Wie kannst du deine Zwiespältigkeit loswerden? Hm...
    Ich konnte sie nur loswerden, indem ich irgendwann dann endlich geschafft hatte, den Kontakt einzustellen.

    Solange wir immernoch umeinander rumgeeiert sind, hatte ich auch diese Gefühle der Zerrissenheit. Ich fühlte mich immer wieder auch verantwortlich für ihn, schuldig, weil ich ihn verlassen hatte. Er tat auch alles dazu, dass ich mich so fühlte, na klar. Drückte auf sämtliche Co-Knöpfe, um mich wieder für sich funktionstüchtig zu machen, sozusagen.

    Also mein Rat ist deshalb, Kontaktabbruch. Den Trennungsschmerz und dieses Gefühls-Wirr-Warr einfach aushalten. Dinge machen, die dir gut tun und dich in dein Leben zurück bringen. So, wie du das ja schon machst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Amalthea,

    du schreibst ja am Anfang, dass du Schwierigkeiten hast, mit ihm zu reden. Durch deine psychischen Schwierigkeiten, die du ja hast. Das ist ja dann nochmal schwerer für dich, da Ansagen zu machen, könnte ich mir vorstellen.

    Auf alle Fälle finde ich es aber gut, dass du ihm sagen willst, dass es so für dich nicht weiter gehen kann!
    Ob diese Ansagen auch was bringen, weißt du ja eh nicht. Wichtig ist bloß, immer wieder, reden nutzt auch nur, wenn er soweit nüchtern ist! Es hat keinen Sinn, mit einem Betrunkenen ernsthaft Probleme lösen zu wollen. Deine Dinge klar zu machen.

    Du solltest dir auch im Klaren sein, dass er nur was verändern wird an sich, wenn er selbst dazu 100 % ig bereit ist. Nur durch Druck ist da schwer was zu erreichen, auch durch Versprechungen, dass du ihn unterstützen willst, sollte er was verändern wollen.

    Ich schreib das jetzt nicht, um dich zu ärgern oder zu verunsichern. Es ist meine eigene Erfahrung, die ich an mir selbst gemacht habe. Und die ich hier auch immer wieder im Austausch mit anderen Betroffenen erlebt habe.

    Ich finde es sehr mutig, dass du nun deinen Weg gehen möchtest! Das ist nicht einfach, aber du bist bereit. Dass du noch nicht deine Richtung kennst, und ob der Weg gemeinsam gehen kann oder getrennt, ist doch ganz klar. Du hast aber begonnen, dir Gedanken darüber zu machen. Und das ist ein wichtiger Schritt. Nichts mehr hinnehmen, stillschweigend oder grummelnd. Das ist ein guter Anfang.

    Und ich habe es ja selbst gemerkt, wenn der Stein erstmal in's Rollen gekommen ist, hält ihn nichts mehr auf :wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ich hatte mich jetzt ein wenig hier zurück gezogen. Es ging mir nicht so gut. Es kommen gerade so viele Dinge in mir hoch, die noch verarbeitet werden wollen. Nicht so einfach, aber ich bin froh, dass ich in der Lage bin, zu verändern und für mich da was zu bewegen.

    Letzte Woche war mein Sohn in Berlin. Er hat sich ein wenig geöffnet und ich habe gemerkt, wie sehr ihn das Trinken seines Vaters belastet. Und wie er sich verantwortlich fühlt auch, irgendwie. Obwohl er das garnicht will. Es ist gut, dass er nicht mehr dort wohnt, bei seinem Vater, nur, wenn er hier zu Besuch ist.

    Und er hat auch gesagt, wie sehr ihn die Dinge auch früher belastet haben. Die Dinge zwischen dem Ex und mir. Niemand sollte denken, die Kinder kriegen da nix mit. Gut, mein Sohn war nicht mehr klein, aber ich denke, das ist egal. Und bei lautstarken Eskalationen wegen der Sauferei und so, so, wie das damals immer öfter zwischen dem Ex und mir passierte, kann eben niemand vorbei hören.

    Ich konnte nicht eher gehen, die Ehe beenden, damals. Das macht mir heute noch Schuldgefühle. Wie feige ich doch war. Gut, das nutzt jetzt auch nix mehr und niemandem. Ich meine nur, solche Gemeinschaft wie hier ist gut, damit eine gegenseitige Unterstützung stattfinden kann, ein Mutmachen, ein Anstoßen, den eigenen Weg zu finden. Und eben nicht Jahr um Jahr auszuharren an der Seite eines Abhängigen, der seine Sucht nicht einsehen kann und will. So wie ich das eben gemacht habe, immer in der Hoffnung, doch was verändern zu können.

    Immer in der Angst, für mich was verändern zu müssen. Denn das wollte und konnte ich nicht. Lieber habe ich gelitten, opfermäßig, mich fertig gemacht. Und mich in der Anerkennung gesonnt, die mir mein Umfeld gab deshalb. Weil ich doch so stark war und aushielt. Weil doch ohne mich nix ging und so. Gut, dass ich da dann aussteigen konnte, irgendwann. Noch nicht zu spät. Aber mit den Konsequenzen muss ich nun auch leben, ist so.

    Aurora

    Hallo Amalthea,

    ja, das verstehe ich gut, dieses Gefühl. Dass du dich selbst unter Druck setzen könntest, indem du was androhst. Und dann einen Rückzieher machst, vielleicht, eben damit der Druck aufhört.

    Ich habe das jahrelang so gemacht. Ich wollte was erreichen auch damit, mit diesen Konsequenzen, die ich androhte. Aber ich hatte selbst zu viel Angst, das dann auch umzusetzen, und somit hat mein Exmann mich garnicht mehr für voll genommen. Als ich dann damals im Frühjahr 2007 sagte, ich trenne mich, ich such mir 'ne Wohnung, lachte mein Exmann nur betrunken und sagte zu unserem Sohn:"das macht die ja doch nicht, hat sie schon oft genug gesagt!"

    Was meinst du, wie baff er war, als ich es doch machte...

    Denn da war der Zeitpunkt, wo ich "reif" war. Ich konnte dem Druck standhalten und durchziehen, was ich angekündigt hatte. Deshalb kann ich dir, aus eigener Erfahrung, sagen, mache immer das, was du auch durchziehen kannst, gerade. Es muss ja nicht der große Knall sein, ich hatte damals auch mit kleinen Schritten begonnen. Z.B. nach Androhung seine Wäsche nicht mehr gewaschen, nicht mehr für ihn gekocht und so. Das ist mir äußerst schwer gefallen und der Druck war enorm, aber eben nicht so groß, dass ich aufgegeben hätte.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Cocomel,

    schön, dass du dich gemeldet hast!

    Sein Verhalten ist ja garnicht mal so "unnormal", so auf die Situation gesehen. Natürlich will er sich rausreden und stellt dich im schlechten Licht dar. Das passiert leider oft bei Trennungen. Und bei mir war es ähnlich damals. Würde er jetzt was zugeben, müsste er darüber nachdenken und in sich sehen. Und das würde weh tun. Und wer will sich schon weh tun? Es lässt ihn sich vielleicht besser fühlen, wenn er dich klein und schuldig machen kann...

    Ich hoffe, der Kontakt ist nun endgültig abgebrochen zwischen euch. Denn gebracht hat er dir doch nix, außer 'nen Haufen schlechter Gefühle. Und die kannst du nicht gebrauchen. Wie gesagt, wer tut sich schon selbst gerne weh? Und du hast dir durch diesen Kontakt immer wieder weh tun lassen, immer wieder konnte er dich dadurch auch ein Stück weit verletzen. Wozu brauchst du das denn?

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe sugarbubble,

    ich hoffe, dir geht es inzwischen etwas besser. Da hat's dich ja ganz schön umgehauen.

    Dieses heulende Elend, das gehört auch mit dazu. Eine Trennung tut weh, egal, warum man sich trennt. Warum denkst du, dein Mann hätte dir schon immer was vorgetäuscht? Schöne Stunden hattet ihr ja wohl, da täuschst du dich nicht.

    Nur - er ist abhängig, süchtig. Er tickt deshalb anders. Anscheinend kann und will er aus was auch immer für Gründen nicht aufhören zu trinken. Also beherrscht ihn weiterhin seine Sucht. Das hat nichts mit dir zu tun!

    Du hast ja nun schon einige Schritte für dich unternommen, dir Hilfe von allen möglichen Seiten gesucht. Gut so! Du bist nicht alleine. Du hast Menschen um dich, die dir helfen wollen. Deine Arbeit kann dir helfen, ein wenig Struktur rein zu bringen in dein Leben. In dem Gefühlschaos, in dem du jetzt bist. Und wenn deine Kollegen da Bescheid wissen und dich unterstützen, ist das echt ein Glück.

    Auch hier kannst du dich ja immer melden und ausheulen. Das Forum ist ein super Ort dafür. Und es ist im Prinzip immer jemand da.

    Wegen des Nervenzusammenbruchs, warst du da beim Arzt?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ein kleines update...
    Ich habe diese Woche frei, weil ich viele Überstunden angesammelt habe.
    Da habe ich wieder in Schwiegersohns Garten ein wenig gemacht. Das tut mir immer gut, so in der Stille dort vor mich hin zu rupfen. Und hinterher sieht es so schön aus, ohne all diesen Giersch und was da noch so krautet :lol: .

    Die Therapie führt mich mittlerweile an Punkte, die mir klar zeigen, wie ich ticke bzw. jahrzehntelang getickt habe. Und warum das so ist. Für mich ist das sehr hilfreich. Ich kann durch dieses Erkennen oft schon gut reagieren inzwischen, wenn mich so alte Muster packen. Und ich erkenne, wie gut es war für mich, diese Dinge zu durchbrechen, indem ich mich damals getrennt habe und aus dem Suchtkreisel ausgestiegen bin. Ich erkenne aber auch, warum ich da überhaupt hinein geraten konnte. Und ich weiß, dass ich da niemals mehr hin will. Geht auch garnicht, dazu bin ich eben schon meinen Weg zu weit gegangen. Wie gut!

    Am Wochenende werden Dante und ich unterwegs sein. Ein wenig Zeit für uns tut auch mal gut, es war turbulent irgendwie, die letzten Monate. Ich hatte und habe ja immernoch eine Menge zu sortieren.

    Heute hätten meine Tochter und mein Schwiegersohn 7. Hochzeitstag...

    Aurora

    Hallo Sternchen,

    erstmal hallo im offenen Forumsbereich!

    Zitat

    Wie geht es für mich jetzt weiter? Das kann ich erst beantworten wenn ich weiß, wo ich jetzt bin.

    Es ist nicht wirklich einfach, sich wieder selbst spüren zu lernen. Spüren zu können, was will ich, was brauche ich jetzt. Jedenfalls habe ich das so erfahren. Und es geht mir jetzt sogar, nach so vielen Jahren, immernoch auch ab und an so. Einfach zu wissen, was will ich überhaupt...
    Geduld mit dir selbst ist, glaub ich, das erste, was du da brauchst. Für dich.

    Zuwenden oder Abgrenzen... ich glaube, das ist eine Folge daraus zu spüren, was du eben selbst willst. Also ich meine, wenn du immer besser für dich sehen kannst, was du eigentlich willst, kannst du weitere Schritte machen. Und für mich schließen sich Zuwendung und Abgrenzung auch nicht aus.

    Hm, jetzt hab ich den Faden verloren :shock: . Macht aber nix, ich wünsche dir trotzdem einen schönen Tag.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Samy,

    und dann schreibe ich dir auch gleich mal was :wink: .

    Ich habe auch die Trennung immer wieder aufgeschoben, bestimmt so 15 Jahre lang habe ich mich immer wieder mit Trennungsgedanken beschäftigt. Aber umsetzen konnte ich es nicht. Ich habe gedacht, ohne mich wird mein Ex untergehen. Ich werde die Familie damit zerstören. Ich werde alleine nicht zurecht kommen. All sowas. Und unter dem Deckmäntelchen, dass ich ihn ja lieben würde... Was eine Lüge war, wie ich jetzt weiß, bzw. dann irgendwann zugeben konnte. Liebe war da schon lange nicht mehr gewesen, sondern gegenseitige Abhängigkeit.

    Als ich dann vor 6 Jahren sagte, ich würde mich nun trennen, lachte mein Exmann mich mit besoffener Lache aus und sagte zu unserem Sohn, "das macht die ja doch nicht, hatse schon so oft jesacht..."

    Und er war schier starr vor Schreck, als ich es doch machte, diesmal. Weil ich am Ende war. Am Ende meiner Kräfte. Weil ich dachte, ich habe mich so erniedrigt und so erniedrigen lassen, mehr geht einfach nicht. Ein wenig Würde wollte ich noch behalten. Und ich wollte leben, ich wollte wieder spüren, ich wollte wieder genießen können, was das Leben noch so für mich bereit hielt.

    Na klar ist da auch Trauer. Und menschliche Enttäuschung. Denn da wird ja was ent-täuscht, nicht wahr. Viele Jahre lang hat er genommen. Und daraus sein Leben aufgebaut. Aber er hat jahrelang ja nur das genommen, was du ihm auch angeboten und gegeben hast. Das ist einfach so, und als ich es für mich damals erkannte, dass es ja zwei Seiten da gibt, einer der macht und einer, der machen lässt, hat es noch mehr weh getan. Und ich habe mich ganz schön auch geschämt, dafür, dass ich viele Jahre lang willig gewesen war und dieses Spiel mitgespielt hatte. Meene Jüte, was habe ich geheult damals, so verzweifelt war ich, als ich das erkannt hatte. Das Heulen war wichtig, danach konnte ich erleichtert dran gehen, mir ein neues Leben auf zu bauen.

    Wie geht es dir denn heute so?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Samy,

    ich eröffne dir hier einfach mal ein eigenes Fädchen, ein eigenes Thema.
    Denn deine Geschichte aus dem Vorstellungsbereich können nicht alle lesen. Das geschieht zum Schutz der Neuankömmlinge, da soll es erstmal in geschütztem Rahmen sein können. Denn es gehört ja schon eine Menge Überwindung dazu, sich zu öffnen und den ersten Schritt zu machen.

    Ich kopiere jetzt hier einfach mal rein, was du bei teddamitzu geschrieben hast

    Du hast jetzt folgende Möglichkeiten. Du kannst dieses Fädchen einfach weiter benutzen. Du kannst den Titel des Fädchens verändern und dir eine eigene Überschrift ausdenken. Oder du eröffnest einfach noch einmal ein Fädchen, das dann eben deines ist und in dem du schreibst.

    Du kannst so einen Austausch bekommen, der ganz bezogen auf dich ist! Das hier ist dein eigener Raum! Du kannst Dinge hier lassen und wirst auch Antworten bekommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ja, was soll ich schreiben?

    Ich habe in meinem Job Grenzen setzen können und klare Ansagen gemacht. Ich merke nun, dass ich ernst da genommen werde und meine Grenzen auch akzeptiert werden. Ohne dass ich eben raus bin oder weniger beliebt oder so.

    Das war ja auch immer eine ziemlich Angst von mir. Grenzen zu setzen. Immer war da Angst, nicht mehr geliebt zu werden. Nicht mehr gemocht zu werden. Als schwach zu gelten und schwierig. Ja, ich habe viel in den Köpfen meiner Mitmenschen rumgedacht, was die wohl über mich denken könnten... :roll:

    Irgendwie gibt es mir ein gutes Gefühl jetzt. Dass ich das kann. Also für mich einstehen. Grenzen setzen. Das klappt zwar noch nicht immer ganz gut, aber es klappt eben immer öfter.

    In meinem Alltag komme ich immer mehr an. Ich bekomme wieder Struktur. In all dem Neuen, was ich gezwungenermaßen eben annehmen musste nach dem Tod meiner Tochter und des Kleinen. Ich werde wieder sicherer in allem.

    Durch diese Schicksalsschläge war ich ziemlich wieder in alten Mustern. Auch im Co. Obwohl mein Mann ja trocken ist (gerade hatte er sein 7jähriges), war ich im Co. Das war nix alkoholmäßiges, sondern eben mein Verhalten allgemein. Ich habe mich zurück genommen, alle Befindlichkeiten von anderen über meine gestellt. Gesorgt und geklammert. All sowas eben. Nun konnte ich schon viel aufarbeiten. Und bin dabei, wieder in meinen neuen Mustern zu laufen. Es ist eben schon schwierig, das Alte ist so manifestiert, dass es eben schnell wieder die Oberhand haben kann. Das Neue ist da noch nícht so fest verankert und lässt sich schnell mal wegdrängen. Aber da bin ich am Ball! Denn das Alte fand ich nun mal garnicht so prickelnd. Das Neue ist echt besser.

    Es geht mir ziemlich gut.

    Aurora