Beiträge von Aurora

    Liebe Rumba,

    ja, ich kenne dich noch gut als Pamina :D ! Habe ab und an mal an dich denken müssen, was so geworden ist... Schön, dass du nun wieder her gefunden hast.

    Mir fällt jetzt auf, dass sich in deinen Berichten nun alles um seinen Zustand dreht. Wie er gesundheitlich drauf ist und so...

    Du bist voller Hoffnung und in Warteposition, was nun passieren wird. Immer sprungbereit, ihm zu helfen, wenn er es braucht. Immernoch dreht es sich um ihn.

    Und du? Wo bist du? Um eine Beziehung auf Augenhöhe führen zu können, musst du auch lernen, ihn sein zu lassen, ihn machen zu lassen, auch wenn es unangenehm ist für ihn. Wenn es um seine Nüchternheit geht.

    Ich sage das auch aus Erfahrung. Mit meinem inzwischen Exmann bin ich nicht mehr zusammen gekommen. Inzwischen bin ich zum 2. Mal verheiratet, mit einem Alkoholiker, der trocken ist, seit fast 7 Jahren. Eine Co und ein Alkoholiker, ja, das kann gehen. Wenn jeder auch für sich selbst unterwegs ist! Seine eigenen Dinge ernst nimmt. Sich entwickelt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo cocomel,

    ich weiß jetzt gerade nicht, was du erreichen möchtest?

    Du hast dich getrennt, weil seine Alkoholproblematik für dich nicht mehr ertragbar war. Er trinkt, wenn ich richtig verstanden habe, weiter. Also hat sich da nichts verändert.

    Aber auch bei dir hat sich nichts verändert. Da sind jeden Tag Telefonate, Sms, die hin und her gehen. Da sind Schuldzuweisungen und Verletzungen, die ihr euch gegenseitig zufügt.

    Du hattest entschieden, dass du dich trennen willst. Nun musst du aber auch mal konsequent sein! So ist das das reinste Rumgeeier. Dein Noch-Nicht-Ganz-Ex weiß ja nicht wirklich, woran er ist. Wenn du ihm immer wieder Platz einräumst. Mit ihm diskutierst. Das wird er auch ausnutzen für sich. Indem er seinen Frust auslässt, an dir.

    Worauf wartest du? Dass er endgültig Schluss macht? Warum? Du hast doch schon... Oder haste nich... Oder doch... Oder nich...

    Um wen geht es hier eigentlich? In deinem Fädchen. Ich lese nur von "IHM". Und du? Was machst du für dich, außer dauernd mit ihm zu telefonieren und an ihn zu denken?

    Hört sich das böse an? Na gut, ich will dich mal bissi aufrütteln.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Lebensfroh,

    willkommen im Forum! Schön, dass du dich getraut hast.

    Das, was du beschreibst, kenne ich in etwa auch so. Die Schuldgefühle, das Angewiesensein auf die Zuwendung anderer Leute. Die Bestätigung von außen, die ich auch brauchte. Dieses Zurückgelassenwerden.

    Es ist mir damals unheimlich schwer gefallen, mich von meinem Exmann zu lösen. Es war, glaub ich, das erste Mal, dass da Initiative von mir aus ging. Weil der Druck, all das Negative einfach inzwischen übermächtig war in mir, und ich mich nur noch retten wollte. Musste.

    Es hat lange gedauert, da raus zu kommen. Denn diese alten Muster, von denen du ja auch schreibst, die sind echt hartnäckig. Und es ist mutig von dir, dass du da jetzt auch gegen angehen möchtest! Das finde ich toll. Denn es funktioniert ja auch, wenn du was machst, wirst du auch den Erfolg spüren können. Der einzige Nachteil ist, dass es dauert und Geduld dein Freund werden sollte. Sag ich ganz ehrlich. Ich hab Geduld hier gelernt... Ich war 1 Jahr jünger als du jetzt, als ich hier ankam. Und ich sag dir, es ist nie zu spät was zu verändern. Egal, wie alt du bist. Ja, ich konnte nix nachholen, was ich bis dahin versäumt hatte, aber ich konnte schon auch Träume wahr werden lassen. Auf alle Fälle lebe ich jetzt, mit Höhen und Tiefen. Ich habe schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, aber trotzdem ist es jetzt endlich ein lebenswertes Leben, was ich habe.

    Du schreibst von Schuldgefühlen. Hast du dir schon mal angesehen, wie sie sich "zusammensetzen". Also was dir genau Schuldgefühle macht? Das war damals für mich ein guter Ansatzpunkt, um was zu erkennen. Was genau macht dir Schuldgefühle ihm gegenüber?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Nimome,

    ja, wenn da Kinder sind, ist ein Kontakt meistens nicht zu verhindern. Das war und ist ja bei mir auch so.

    Als ich mich getrennt hatte, blieb mein Sohn auch noch beim Vater wohnen. Meine Tochter war da ja schon längst aus dem Haus und verheiratet. Mein Sohn hat sich aber, so gut es ging, vom Vater abgegrenzt und sein eigenes Ding gemacht. Und mir nicht soooo oft was erzählt. Mein Exmann hat ja damals nach der Trennung auch 4 Jahre nicht getrunken. Also gab's da auch nichts zu berichten, sozusagen. Trotzdem hat mich der Kontakt, dieses Hin und Her, noch fast 1 Jahr lang ziemlich gefesselt. Einerseits hatte ich mein neues Leben, andererseits ließ ich meinen Exmann viel zu sehr da auch rein.

    Es wurde erst besser, als ich das Abgrenzen kapiert hatte und konsequent klare Ansagen machen konnte. Ich habe sofort abblocken können, wenn er wieder anfing, also der Ex, mir was zu erzählen. Und mir wurde klar, was mich dazu bewegte, immernoch auch am Leben des Ex teilnehmen zu wollen, bzw. warum ich das nicht sofort unterbinden konnte.

    Aber es ist ein ziemlicher Prozess, das machen zu können.

    Du schreibst von deiner Hilflosigkeit, vom Nichts-Tun-Können. So ist es ja auch. Du könntest das auch als Machtlosigkeit bezeichnen. Du hast keine Macht darüber, was er tut. Und das macht dich eben hilflos.

    Aber er ist ja erwachsen und für sein Leben selbst verantwortlich, oder? Du bist getrennt, warum meinst du, da immernoch eingreifen zu müssen? Was bewegt dich dazu? Du denkst, du müsstest was tun, warum und was? Was bewegt dich dazu, so zu fühlen? Kannst du in dich reinfühlen und versuchen, das zu ergründen?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe cocomel,

    SHG ist immer gut, und du bist ja auch schon hier, wir sind ja auch eine...
    Es ist ja nicht verkehrt, sich so viel Hilfe wie möglich zu holen! Und es ist gut, dass du bei der Caritas so gute Unterstützung findest.

    Du sagst, dein XY kann dich an- und ausschalten wie einen Lichtschalter. Ja klar. Ist er nicht präsent, kannst du beginnen, deinen Fokus mehr und mehr auf dich zu richten. Das schaffst du dann auch schon ganz gut. Aber kaum meldet er sich und ihr habt Kontakt, zieht dich alles wieder zurück in dein altes Schema.

    Deshalb ist es eben so wichtig, den Kontakt tatsächlich einzustellen. Sonst geht dieses Geeier unendlich weiter. Ich kann dir das ja aus eigener Erfahrung sagen. Es bringt einfach nichts, dauernd wieder Kontakt zu haben, zu reden. Das ist nur ein Hin und Her dann.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nimome,

    willkommen im Forum! Schön, dass du dich nun getraut hast, diesen Schritt hier her zu machen. Denn das ist wirklich nicht einfach, mit seinen Problemen an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Sie sind da so real und sichtbar...

    Du bist ausgezogen, das ist auch ein ziemlicher Schritt, den du da machen konntest. Ich habe damals viele Jahre für diesen Schritt gebraucht.

    Und nun kommt das Loslassen...

    Ich verstehe deine Hilflosigkeit und Verzweiflung sehr gut, wenn er wieder getrunken hat und du das mitkriegst. Und diese Gefühle, dass du ihn schütteln könntest dann und so, die hatte ich auch. Manchmal war ich außer mir vor Wut dann auch. Weil, was ich ihm auch an den Kopf knallte dann, er nahm es hin mit betrunkenem Grinsen und Teilnahmslosigkeit. Es war ihm, glaub ich, in diesen Momenten völlig wurscht.

    Und da kapierte ich dann, dass ich eben nix machen kann für ihn. Und fühlte auch diese Machtlosigkeit und Hilflosigkeit. Aber ich merkte nach und nach, dass ich eben für mich was machen kann.

    Es erfordert schon einige Geduld, dich da zu lösen. Das ist schon nochmal ein ziemlicher Prozess. Ich finde es gut und mutig, dass du das jetzt machen willst.

    Warum hörst du von ihm, woher weißt du, wann und dass er wieder getrunken hat? Diese Informationen ziehen dich immer wieder ein Stück in das alte Leben zurück und lassen dich nach alten Mustern laufen. Kannst du diese Infos nicht irgendwie abstellen?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    es tut sich wirklich viel in mir zur Zeit. Meine Therapie, die ich mache, bewegt mächtig was und lässt mich wieder genau hinschauen und erkennen.

    Ich habe ja diese vielen Ängste. Die haben mich ja damals mit festgehalten in meiner ersten Ehe. Irgendwie konnte ich sie ausschalten, eine Weile, und mich lösen. Das war gut so! Und ich habe dann ja auch ganz gut gelebt. Ich konnte gut umgehen mit meiner Angst, eine ganze Zeit.

    Seit letztem Jahr aber sind diese Ängste wieder da. Es ist einfach zu viel passiert :cry: . Und die Angst wurde stärker fast als je zuvor. Das geht mal so und mal so, ich nehme ja auch ein AD inzwischen, all sowas. Aber die Angst ist eben immer irgendwo da, im Hintergrund. Ich habe eine ziemliche Angstwoche auch hinter mir, es gibt so Dinge, die rufen so viel Angst hervor. Zum Beispiel Dinge, die meinen Arbeitsplatz betreffen und meine Familie. Letzte Woche gipfelte das mal wieder in eine Panikattacke. Und ein weiteres Mal war mir so körperlich übel, unglaublich.

    Ich erzählte davon in der Therapie. Und dass es mir während solcher Attacken eben so geht, dass ich mein Denken auch nicht mehr anhalten kann, erstmal. Es steigert sich immer mehr dann rein. Der Therapeut hat mir nochmal gut vor Augen geführt, was das ist, Angst, also was es bewirkt.

    Ich musste ein Buch in beide Hände nehmen und vor's Gesicht halten. Das Buch symbolisierte die Angst. Und klar, ich konnte nix sehen und meine Hände nicht gebrauchen, mit der Angst vor Augen. Und dann machten wir Tauziehen. Er war die Angst. Ich zog am anderen Ende. Welche Kraftanstrengung, welche Konzentration, welch wackeliger Boden das war für mich. Und beide Hände waren nicht zu gebrauchen, ich konnte nix weiter, als gegen ziehen...

    Ja, so ist Angst, ich weiß das ja. Angst lähmt, nimmt Energie, macht blind für alles andere. Das habe ich an diesem Experiment ganz deutlich wieder mal gemerkt. Und seitdem geht es mir besser. Denn mein Ziel ist nun, meine Angst, die ich habe, die einfach zu mir dazu gehört, zu akzeptieren.

    Sie anzunehmen. Keine Angst vor der Angst mehr zu haben. Ich habe meiner Angst eine Gestalt gegeben, ein Bild. Eine Figur. Am Wochenende konnte ich damit gleich experimentieren und es hat geklappt :D . Ich hatte wieder Gedanken und die Angst kam angeschlichen. "Hähä, da bin ich, und ich sag dir, du wirst wieder scheitern heute. Du wirst es nicht schaffen, den Anforderungen nicht genügen auf Arbeit, du wirst baden gehen...!" so flüsterte mir die Angst in's Ohr.

    Ich dachte, "ah, da bist du, Angst. Ich kenn dich und weiß, was du möchtest. Du willst mich unsicher machen. Aber heute will ich das nicht! Es gibt auch garkeinen Grund dafür. Also setz dich gefälligst auf die Bank da und lass mich in Ruhe!".

    Es hat geklappt!

    Ich hatte einen guten Tag, habe meine Arbeit sehr gut geschafft und war richtig zufrieden. Und sicher. Ich hatte ja meinen Kopf frei zum Denken, meine Hände frei. Und mit meinen Händen konnte ich schaffen. Denn ich kann das ja. Angst lähmt, macht unfrei. Ich weiß das schon lange, habe es schon oft auch so hier geschrieben. Nun konnte ich es erst für mich selbst garnicht mehr anwenden. Aber nun geht es wieder. Das fühlt sich echt frei an!

    Aurora

    Liebe cocomel,

    du möchtest kein Spielball sein... Ganz klar, wer möchte das schon. Dann lass dich aber auch nicht dazu machen!

    Du hast noch dauernd Kontakt. Obwohl ihr getrennt seid. Ich kann dir da aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser Kontakt nicht gut ist. Denn es ist ja tatsächlich dann ein Pingpong von alten Gewohnheiten und auch Verletzungen, die da hin- und hergeschossen werden. Und was bringt es dir? Was bringt es dir ihm zu sagen, dass du ausgehen willst, zum Beispiel? Was willst du damit bei ihm erreichen? Und irgendwas willst du ja erreichen, sonst bräuchtest du es ihm ja nicht zu sagen. Und dich wurmt auch, dass er sein Leben lebt, wie es ihm passt. Ohne Rücksicht halt auf dich. Was sein gutes Recht ist, denn ihr seid ja auch getrennt.

    Du hast ja auch das Recht, dir sein Leben nun schön zu gestalten. Ohne dauernd mit ihm zu reden oder zu smsen oder sonstwas. Es geht ihn ja nix (mehr) an.

    Zitat

    Es ist nur dieser Knackpunkt,dass man sich an der Reaktion und dem Verhalten des XY misst und sich durch das Verhalten oder die Reaktionen nicht wertvoll vorkommt oder als sei man es nicht wert gewesen


    Ja, das kann ich unterstreichen. Ich bin mir auch sehr unwert vorgekommen, damals. Und mein Exmann hat das auch gut ausgenutzt und mir das Gefühl gegeben, ich wäre eben zu blöd und wertlos. Das sind so Machtspiele in Beziehungen, die nicht auf Augenhöhe stattfinden. Wenn aus irgendwelchen Gründen der eine Partner sich meint über den anderen stellen zu müssen. Er fühlt sich dann selbst groß und stark, wenn der andere klein ist und schwach.

    Bloß, es zwingt dich niemand und mich hat auch niemand gezwungen, das dauerhaft mit zu machen. Warum? Das hat niemand verdient, so behandelt zu werden! Du auch nicht!

    Versuche doch nun einfach, den Kontakt einzustellen. Denn was bringt dir das? Außer neuen Verletzungen und Gedanken, die nur um ihn kreisen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe dorothy,

    ich habe damals nichts von Ethik gespürt, bei mir waren es riesige Schuldgefühle. Zuerst. Dann aber wurde daraus Zorn, regelrecht Hass auf ihn. Und so habe ich es geschafft, mich zu lösen. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich mir jetzt eine eigene Wohnung suche. Da ich sowas aber schon mindestens 20000 mal gesagt hatte, lachte er mich aus und nahm es nicht ernst.

    Ich machte dann einfach, ohne weiter darüber groß mit ihm zu reden. Was hätte das für einen Sinn gehabt? Er war ja dauerbetrunken...

    Was immer du auch spürst, ethische Bedenken, Schuld oder Verantwortlichkeiten, das sind alles Gedanken, die du eben vielleicht hast. Aber verwende mal die Gedanken dann für dich und dein Leben. So habe ich das gemacht. Die bösen Gefühle hatte ich ja (lange genug dann im Endeffekt), aber dem gegenüber stellte ich dann mal endlich meine eigenen Bedürfnisse und mich selbst.

    Jeder hat ein Recht darauf, dass es ihm gut geht. Jeder hat ein Recht darauf, glücklich zu sein. Auch du!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Herze,

    Renate sagt es schon und ich schließe mich da an, sei geduldig mit dir! Was jahre- oder jahrzehntelang in dir eingeprägt wurde, wirst du nicht nach der 3. Therapiesitzung erledigt haben...

    Ich kenne das auch. In der 1. Therapie, die ich damals nach der Trennung vom Ex gemacht habe, waren dann so Themen, da dachte ich, hm... und nun... Und einen Tag später lag ich dann morgens im Bett und habe Rotzblasen geheult, weil mir so viele Dinge bewusst wurden und alles an die Oberfläche sprudelte. Danach war ich dann irgendwie klarer und konnte hinsehen.

    Auch jetzt ist es so, dass es so regelrecht auch "Plopp" macht in mir. Wenn bestimmte Dinge mir klar werden. Und das ist nicht immer sofort der Fall.

    Ich finde es gut, dass du dich auf deine Gefühle einlassen kannst, auch wenn da noch dann Blockaden kommen. Die kannst du mit Hilfe der Therapeutin eines Tages auch auflösen. Denn du bist ja durchaus in der Lage, dir selbst zu helfen. Sonst wärst du nicht hier, zum Beispiel, oder nicht in der Therapie. Das sind ja schon Schritte, das alles für dich zu organisieren und zu machen, die dir zeigen, du kümmerst dich gut um dich. Nun kommt noch 'ne gehörige Portion Geduld obendrauf und dann wird das was. Wirste sehen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Roseanne,

    finde ich echt gut, dass du schon mal bei der Bank warst! Das ist nämlich echt nicht einfach, diese Schritte zu machen. Du hast das nun geschafft. Toll!

    Na klar ist dein Mann jetzt ein "Engel". Meiner war dann auch immer die Liebenswürdigkeit in Person, hat nicht getrunken usw. Und ich habe dann jedesmal ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich doch soooo bööööse zu ihm war... Und ich war unsicher und habe meinen Empfindungen nicht mehr vertraut und habe Hoffnung geschöpft. Und immer, wenn ich wieder bereit war, es weiter mit ihm zu versuchen, saß er wieder da mit seinem "Säufergesicht"... :( .

    Ich wünsch dir viel Spaß im Garten. Ich bin ja da jetzt auch öfter, im Garten meines Schwiegersohnes. Das Arbeiten dort ist unheimlich gut für mich. Ich kann dabei meinen Kopf sortieren, nachdenken, aber auch abschalten. Und einfach nur spüren und dass ich noch lebe.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    puh, das Wochenende war ja total verregnet. Sonnabend musste ich eh arbeiten, dann noch einkaufen, dann haben wir es uns gemütlich gemacht. Gestern dann eben auch... Nun ist das Wochenende rum, und heute scheint die Sonne :? . Typisch...

    Ich habe die letzte Woche ein wenig wie Urlaub gehabt, dadurch, dass die Erbse ja verreist war mit ihrem Papa und ihrem Onkel. Das tat mal ganz gut. Ich habe zur Zeit viel nachzudenken und ich erkenne auch viel an mir, an alten Mustern. Und ich bin gut dabei, sie an den Rand zu legen und was Neues zu bauen. Neue Muster, sozusagen.

    Mir geht es gut damit, ich fühle mich dadurch irgendwie so gut für mich unterwegs, und ich merke auch die Erfolge, die ich habe. Dadurch, dass ich eben auch anders kommuniziere, mit Leuten rede, auch wie ich mich selbst gebe. Ich agiere, also reagiert mein Umfeld auch. Ist echt interessant, und es bringt mich einfach weiter.

    So, gleich gehe ich arbeiten. Heute nur 4 Stunden. Morgen hat meine Mutter Geburtstag, mein Sohn auch. Bloß der ist ja leider wieder in Magdeburg. Meene Jüte, der Kerl wird 28... Manchmal denke ich, wo ist bloß die Zeit geblieben.

    Vor 28 Jahren war ich glücklich. Und naiv. Ich habe noch geglaubt, dass ich alles verändern kann. Denn mit der Sippe vom Ex hatte ich da schon massive Schwierigkeiten. Und der Ex trank auch "komisch", schon zu dieser Zeit. Nur - ich habe es nicht sehen können oder wollen.

    Egal, irgendwann hat's ja geschnackelt und nun bin ich hier. In meinem Leben.

    Aurora

    Hallo Roseanne,

    aha, da ist also eine der Ängste. Die Angst, ihn zu konfrontieren und ihm eine Ansage zu machen. Und dann auch durchzuziehen, was du ansagst, also die Konsequenzen zu tragen.

    Mein Ex hat übrigens damals nicht müde gelächelt, sondern hämisch gelacht. Und zu meinem Sohn gesagt:"Das macht die ja doch nicht, hat sie ja schon oft gesagt..."

    Und eben die Angst, dass du dich wieder klein machst, klein machen lässt, an die Wand drängen lässt und dich zurück ziehst. Warum hast du davor Angst? Du bist doch erwachsen und hast das Recht, etwas zu beenden, zu verändern, wenn es dir nicht gut tut. Du musst da garnicht diskutieren drüber. Nur ansagen. Und wenn er anfangen will zu diskutieren und dich klein zu machen, dann kannst du sagen:"Stopp!" Und dann kannst du dich umdrehen und weggehen. Das "Stopp" kannst du laut sagen leise oder auch brüllen. Oder ein anderes Wort dafür nehmen, was dir leichter von den Lippen kommt. Du kannst dazu deine Hand erheben, all sowas. Ich habe das damals geübt! Ohne Quatsch. Ich habe das Stoppsagen geübt, bis es mir immer besser auch gelang, es zu sagen.

    Hab keine Angst davor, das kannst du auch!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo auraya,

    ich kann dir nur aus meiner eigenen Erfahrung dazu was schreiben.

    Nachdem ich mich getrennt hatte, wurde mein Exmann erstmal nüchtern. Und wir hatten, trotz Trennung eben, dauernd Kontakt. Wir waren zusammen unterwegs usw. Waren zwar von Tisch und Bett getrennt, aber getrennt waren wir nicht wirklich.

    Ich habe während dieser Zeit immer wieder meine alten Muster gelebt und er auch. Wir haben eigentlich weiter gemacht, wie bisher, nur dann eben ohne Alkohol. Dadurch, dass da dauernd Kontakt war. Und ganz ehrlich, mir ging es nicht wirklich gut damit. Ich dachte, wir könnten sowas wie eine freundschaftliche Ebene bekommen. Aber das ging einfach nicht. Ich wollte reden und was verarbeiten, er wollte das nicht. Wir haben dauernd aneinander vorbei geredet. Und es ging mir immer blöder damit. Aber das Loslassen fiel soooo schwer...

    Liebe war da keine mehr, nicht von meiner Seite aus. Was von seiner Seite aus war, weiß ich nicht. Richtig loslassen konnte ich tatsächlich erst, als ich den Kontakt mit meinem Ex einschränkte und schlussendlich einstellte auf das Minimum, was wir teilweise haben mussten wegen der Kinder. Und wegen der Scheidung, finanzieller Dinge usw.

    Erst da konnte ich auch loslassen. Das hat auch noch gedauert, aber ich war nicht dauernd konfrontiert und in meinen alten Mustern mit ihm gefangen.

    Vielleicht kannst du was damit anfangen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Roseanne,

    ich kann mir gut vorstellen, dass es dir nicht wirklich gut geht und in deinem Kopf alles durcheinander wirbelt. Du hast ja hier auch wirklich eine Menge geschrieben bekommen, und es ist ja auch unangenehm, so direkt einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Das tut weh und macht nochmal unsicher.

    Als mal damals, längst bevor ich mich trennen konnte, meine Freundin mir da so einige Dinge gesagt hat, habe ich sie regelrecht fast gehasst. Aber insgeheim wusste ich, sie hat ja Recht...

    Ich hoffe, du hattest ein gemütliches Frühstück mit deiner Tochter. Denn solche Dinge, die du für dich tun kannst, sind ja wichtig. Aus so kleinen Ruhe-Oasen kannst du Energie schöpfen für dich selbst.
    Hast du solche Ruhe- und Wohlfühl-Oasen für dich?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Roseanne,

    du hast nun einiges Feedback bekommen, da ist eine Menge dabei, sicher, zum Nachdenken. Es ist nicht einfach, endlich aktiv zu werden. Und die Ängste sind ja auch da, das ist ja keine Einbildung. Es ist wichtig, sich der Ängste bewusst zu werden. Manchmal erledigen sie sich tatsächlich dann von selbst, nach und nach.

    Dass die Caritas dir diese Antwort gegeben hat, ist schon richtig. Es ist ja wirklich so, dass du für deinen Mann nichts machen kannst. Nur für dich, das geht. Hilfe suchen heißt, Hilfe für dich suchen!
    Wie geht es dir heute?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    das Thema ist interessant...

    Meine Eltern sind nicht abhängig, und ob meine Mutter Co ist, weiß ich nicht. Trotzdem hat mich die Erziehung, die Prägung stark beeinflusst, dass ich eine "gute" Coabhängige werden konnte.

    Ich habe nicht viel Selbstwert mitbekommen von zuhause. Denn meine Mutter hat selbst keinen, wie sollte sie mir da was beibringen. Da war immer wichtig, dass wir Kinder funktionieren. Also damit meine ich, wir waren immer sauber und adrett. Wir haben nie viel gesagt oder rumgetobt, woanders. Das macht "man" nicht, was sollen die Leute denken. Sie sollen denken, bei uns ist alles perfekt und meine Mutter eben die perfekte Mutter.

    Ich habe oft gehört, bei Schwierigkleiten mit anderen Kindern oder so, dass ich besser nachgeben solle. Mich nicht wehren, sondern zurück ziehen. Eben, die Klügere sein, die nachgibt. Nur damit niemand was Schlechtes denken könnte. Nur nicht aufmüpfig sein oder streiten, Widerworte geben oder auf mein Recht beharren. Und eben nicht auffallen, immer den anderen den Vortritt lassen. Vom Kuchen bei Feiern nur 1 Stück nehmen... Das ist ganz klassisch in meinen Erinnerungen. Meine Cousins haben sich vollgestopft, und meine Brüder und ich saßen mit hungrigen Augen da und haben zugesehen, nachdem wir unser Anstandsstück gegessen hatten. Oh ja, wie oft hatte ich Lust auf mehr, aber getraut habe ich mich nicht.

    Dazu kam noch die klassische Prägung bei mir als Frau. Als Frau bist du zuständig für die Familie, für die Harmonie und dass nach außen alles gut aussieht! Was sollen denn sonst die Leute denken... Als Frau und Mutter kommst du hinten an, denn alle anderen gehen erstmal vor, der Mann, der das Geld heimbringt, und dann die Kinder, sowieso. Da muss ich immer Rücksicht nehmen. Eigene Bedürfnisse gibt's besser nicht...

    All sowas hat mich geprägt. Und ich hatte dann in meinem Leben immer Beziehungen, ob mit Männern oder auch Freunden, die diese Prägungen ausgenutzt haben. Ich habe gerne gegeben, mich geopfert, für alle gesorgt... Dachte ich... :? . Bis zur Erschöpfung.

    Das ist jetzt anders. Aber es macht auch viel Arbeit, diese alten Muster zu umgehen und neue zu schaffen. Ich bin da immernoch dabei. Meine Ehe, die ich jetzt habe, ist aber völlig anders als alle Beziehungen vorher. Es ist meine erste "normale" Beziehung zu einem Mann. Auf Augenhöhe. Auch meine Freunde haben sich verändert, jetzt gibt es nur noch solche, die mich nicht benutzen.

    Fakt ist, ich denke schon, meine Erziehung hat mich zur Co werden lassen. Aber meine Eltern haben mich in bestem Wissen und Gewissen so erzogen. Für sie ist es normal so. Ich bin jetzt erwachsen und kann mich selbst weiter entwickeln, weil diese alten Muster eben nicht mehr zu mir passen, mich unglücklich gemacht haben. Aber dass ich das kann, da blicken meine Eltern nun auch mit Stolz drauf...

    Aurora

    Liebe Herze,

    bei meiner Entscheidung, zu welchem Therapeuten ich gehe, habe ich auf meinen Bauch gehört. Diesmal.

    Ich habe ja schon mal eine Therapie gemacht. Da war es eher eine Vernunftentscheidung. Die Frau ist hier in der Nähe, sie hatte gleich einen Termin frei und Platz für mich. Aber so ganz 100%tig hab ich mich nicht gut gefühlt mit ihr. Ich hatte oft das Gefühl, sie weiß garnichts über mich, auch nach 1 Jahr nicht. Und es war so unbequem dort, und sie hat so viel von sich erzählt, was ich garnicht wissen wollte. Die Therapie bei ihr hat mir schon auch geholfen, so ist es nicht. Aber ich weiß nicht...Ich denke, es hätte noch besser sein können.

    Jetzt war es so, dass ich ja rumtelefoniert hatte. Und auf ABs gesprochen hatte. Und einer rief gleich zurück. Und schon die Stimme hat mich angesprochen. Eigentlich hatte ich lieber eine Frau gewollt... Ein persönlicher Termin bei dem Mann war super und ich fühlte mich gut aufgehoben. Ich habe viel dafür gemacht, dort einen Platz zu bekommen, denn der Therapeut hat keine kassenärztliche Zulassung. Aber mein Bauch hat gesagt, der ist gut. Und mein Bauch hatte Recht!

    Der Therapeut soll mich nicht in den Arm nehmen... Er soll mir zuhören und die richtigen Fragen stellen. Mal grob gesagt. Und ich muss mich dort sicher und wohl fühlen, einfach angenommen.

    Ich hoffe, das hilft dir bei deiner Entscheidung. Und die kannst nur du für dich alleine treffen. Ob richtig oder falsch, das weißt du ja vorher nie. Aber wenn es absolut nicht geht, kannst du auch immernoch wechseln.

    Viele Grüße
    Aurora