Hallo,
es tut sich wirklich viel in mir zur Zeit. Meine Therapie, die ich mache, bewegt mächtig was und lässt mich wieder genau hinschauen und erkennen.
Ich habe ja diese vielen Ängste. Die haben mich ja damals mit festgehalten in meiner ersten Ehe. Irgendwie konnte ich sie ausschalten, eine Weile, und mich lösen. Das war gut so! Und ich habe dann ja auch ganz gut gelebt. Ich konnte gut umgehen mit meiner Angst, eine ganze Zeit.
Seit letztem Jahr aber sind diese Ängste wieder da. Es ist einfach zu viel passiert
. Und die Angst wurde stärker fast als je zuvor. Das geht mal so und mal so, ich nehme ja auch ein AD inzwischen, all sowas. Aber die Angst ist eben immer irgendwo da, im Hintergrund. Ich habe eine ziemliche Angstwoche auch hinter mir, es gibt so Dinge, die rufen so viel Angst hervor. Zum Beispiel Dinge, die meinen Arbeitsplatz betreffen und meine Familie. Letzte Woche gipfelte das mal wieder in eine Panikattacke. Und ein weiteres Mal war mir so körperlich übel, unglaublich.
Ich erzählte davon in der Therapie. Und dass es mir während solcher Attacken eben so geht, dass ich mein Denken auch nicht mehr anhalten kann, erstmal. Es steigert sich immer mehr dann rein. Der Therapeut hat mir nochmal gut vor Augen geführt, was das ist, Angst, also was es bewirkt.
Ich musste ein Buch in beide Hände nehmen und vor's Gesicht halten. Das Buch symbolisierte die Angst. Und klar, ich konnte nix sehen und meine Hände nicht gebrauchen, mit der Angst vor Augen. Und dann machten wir Tauziehen. Er war die Angst. Ich zog am anderen Ende. Welche Kraftanstrengung, welche Konzentration, welch wackeliger Boden das war für mich. Und beide Hände waren nicht zu gebrauchen, ich konnte nix weiter, als gegen ziehen...
Ja, so ist Angst, ich weiß das ja. Angst lähmt, nimmt Energie, macht blind für alles andere. Das habe ich an diesem Experiment ganz deutlich wieder mal gemerkt. Und seitdem geht es mir besser. Denn mein Ziel ist nun, meine Angst, die ich habe, die einfach zu mir dazu gehört, zu akzeptieren.
Sie anzunehmen. Keine Angst vor der Angst mehr zu haben. Ich habe meiner Angst eine Gestalt gegeben, ein Bild. Eine Figur. Am Wochenende konnte ich damit gleich experimentieren und es hat geklappt
. Ich hatte wieder Gedanken und die Angst kam angeschlichen. "Hähä, da bin ich, und ich sag dir, du wirst wieder scheitern heute. Du wirst es nicht schaffen, den Anforderungen nicht genügen auf Arbeit, du wirst baden gehen...!" so flüsterte mir die Angst in's Ohr.
Ich dachte, "ah, da bist du, Angst. Ich kenn dich und weiß, was du möchtest. Du willst mich unsicher machen. Aber heute will ich das nicht! Es gibt auch garkeinen Grund dafür. Also setz dich gefälligst auf die Bank da und lass mich in Ruhe!".
Es hat geklappt!
Ich hatte einen guten Tag, habe meine Arbeit sehr gut geschafft und war richtig zufrieden. Und sicher. Ich hatte ja meinen Kopf frei zum Denken, meine Hände frei. Und mit meinen Händen konnte ich schaffen. Denn ich kann das ja. Angst lähmt, macht unfrei. Ich weiß das schon lange, habe es schon oft auch so hier geschrieben. Nun konnte ich es erst für mich selbst garnicht mehr anwenden. Aber nun geht es wieder. Das fühlt sich echt frei an!
Aurora