Beiträge von Aurora

    Huhu,

    ich will auch mal was sagen... :wink: .
    So als Reformhausfachberaterin...

    Rosmarin in's Badewasser, das ist nicht schlecht. Aber - es beruhigt nicht! Rosmarin kurbelt den Kreislauf an und ist anregend. Ist gut für Leute, die nicht aus' m Knick kommen. Wenn Aromaöle in's Badewasser sollen, zur Beruhigung, dann eher sowas wie Lavendel. Der schmeckt übrigens auch seeeehr lecker als Tee. Ob auch verdünnt im Badewasser, hab ich allerdings noch nicht probiert :lol: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Miriel,

    "mein" XY, ich fand's bisher nicht schlimm, wenn du das schriebst. Ich schreib ja auch von "meinem" Exmann. Mach, wie es sich gut anfühlt.

    Das mit dem Geld ist so'ne Sache. Mein Exmann hat mir nach der Trennung auch öfter Geld zugesteckt oder mir Geschenke gemacht.
    Ich habe es damals angenommen, aber mich immer schlecht dabei gefühlt. Mir wurde geraten, es als "Wiedergutmachung" sozusagen anzusehen. Aber ich habe es versucht, für mich hat es sich aber immer als "ich soll gekauft werden" angefühlt. Immer so komisch. So wie Almosen, oder, er schmeißt mir ein Häppchen hin. Zeigt mir, dass ich auf ihn angewiesen bin. Weißt du, ich dachte dann immer, ich will ihm was anderes wert sein als soundso viele Euro. Verstehst du, wie ich es meine.

    Wenn du das Geld annehmen kannst ohne schlechtes Gefühl, mach es. Wenn es dir aber schlechte Gedanken bereitet, Bauchkneifen, dann schicke es zurück! Egal, wie er sich damit fühlt. Wichtig ist doch, dass du dich gut fühlen sollst!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo liebe Sausewind,

    ich habe das eine Fädchen mal weg gemacht, ich denke, das war aus Versehen irgendwie doppelt, nicht wundern.
    Guten Tag erstmal!

    Es ist sehr wenig, was du von dir schreibst. Nicht jeder hier kann im Vorstellungsbereich lesen. Wenn du es magst, stell dich doch mit einigen Worten vor und beschreibe, was dich hierher geführt hat.
    Du bekommst dann sicher auch schnell Antworten, Rückmeldungen.

    Ich wünsch dir ein gutes Wochenende
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, ja! Danke, dass du hier bist und immer so liebe (und vor allem so in kurzen, knappen Worten eben einfach wichtige und wahre) Dinge hinterlässt!

    Liebe Renate, danke dir!

    Momentan ist viel los in meinem Kopf. Die Therapie bringt viele Dinge an's Licht. Immernoch alte Muster, die in den letzten Monaten wieder präsenter geworden sind. Die ich aber mittlerweile ganz gut benennen kann, seit ich diese Therapie mache ist soooo viel in's Rollen gekommen. Ich bin ziemlich erschöpft davon. Es überflutet mich. Auch die Trauer ist momentan sehr stark präsent.

    Ich habe mich also hier im Forum ganz wenig zurück ziehen müssen, es ging nicht anders. Langsam beginnt es jetzt, sich zu ordnen bei mir. Gutes Gefühl!

    Aurora

    Hallo Goldband,

    Hiob hat dir da wichtige Dinge geschrieben! Am Geld muss es nicht immer scheitern. Ich weiß, es ist schwer, sich aufzuraffen und endlich wirklich was zu machen. Denn dann wird es so konkret, irgendwie... Die "Ausrede" Geld ist also eine "Ausrede". Ich mein das nicht böse, ich hoffe, du verstehst, wie ich's mein.

    Wann war bei mir der Zeitpunkt... Es war schleichend. Mein Exmann ging ja seit irgendwann Anfang des 2. Jahrtausends nicht mehr arbeiten, war, bzw. ist seitdem, dann auch berentet. Und die Sucht wurde so immer sichtbarer, auch die anderen psychischen Dinge, die er auf mich ausübte. Ich weiß, ca, 2005 war ich mal bei einer SHG, hatte dort ein Gespräch mit einer trockenen Alkoholikerin. Ich bin aber nie zu einer Gruppe dort gegangen, ich war zu feige. Und - es wäre so offensichtlich gewesen dann, so konkret.

    Aber ich stand nicht still, denn der Druck, die Wut und der Hass und alles sowas wurde immer doller. Ich war dann bei einer Suchtberatungsstelle, da hat mein Ex mich sogar mit dem Auto hingefahren. Da hatte ich ein gutes Gespräch und Buchempfehlungen. Ich war auch bei einem Anwalt, mich über meine Rechte und Pflichten informieren. In meinem Kopf ging da ganz schön viel los und ich hatte das Gefühl, endlich was für mich zu bewegen. Laaaangsam eben. Im Sommer 2006 ging ich dann zu einer Sitzung bei Al-Anon. Das war ein wichtiger Schritt für mich, zum ersten Mal nahm ich an etwas teil, wo es um Mitbetroffene ging! Ich war nie wieder dort, das Konzept war nix für mich, aber trotzdem hatte es wieder was in mir bewirkt.

    Mein Ex machte dann eine Trinkpause und meine Hoffnung wuchs wieder... Die Trinkpause ging von September bis Februar, dann fing er wieder an, schlimmer als je zuvor. Und das war für mich das Ende! Er wurde zunehmend aggressiver, manches Mal hatte ich Angst, er würde mich schlagen. Und er begann, mich se.x.ue.l.l zu bedrängen. Das war für mich der Tiefpunkt, sozusagen. Mein letztes bisschen Würde wollte ich mir nicht nehmen lassen!

    Das war vor 6 Jahren. Irgendwann damals 2007, im April, stellte ich ihm ein Ultimatum. Und kaufte mir meinen Läppi. Beim Rumsuchen im Net stieß ich auf dieses Forum hier. Für mich war das die Erleuchtung schlechthin! Ich war entschlossen, alle meine schlechten Gefühle auszuhalten und endlich ein lebenswertes Leben für mich zu beginnen. Ich war endlich bereit, meine Ängste anzusehen und anzunehmen. Im Juli bin ich ausgezogen. Geschieden nach fast 29 jähriger Ehe 2010. Glücklich neu verheiratet.

    Ich würde keinem empfehlen, so lange rumzueiern, wie ich das tat. Ich weiß aber auch, wie schwer es ist. Und ich möchte dir Mut machen, es anzugehen! Für dich und dein Kind.

    Aurora

    Liebe goldband,

    ja, ich bin auch getrennt von meinem Exmann. Vor fast 6 Jahren habe ich das geschafft!

    Ich gebe zu, es hat sehr lange gedauert. Viele Jahre. Empfehlenswert ist das nicht... Ich kann deine Gedanken und Ängste gut verstehen. Denn solche Dinge haben mich eben auch sehr lange an das alte Leben gefesselt.

    Da war das Gefühl, ihn im Stich zu lassen, z.B. Da war das Gefühl, verantwortlich zu sein, für ihn, seine Befindlichkeiten usw. Da waren Schuldgefühle. Er hatte mir ja auch lange genug eingeredet, ich wäre schuld daran, dass er trinken müsse.

    Da war Angst vor Veränderung, Angst vor finanziellen Nöten. Angst, auf einmal alleine da stehen zu müssen. Angst davor, was mein Umfeld wohl dazu sagen würde. Angst, ihm damit weh zu tun.

    Ja, und noch viel mehr. Aber - es betraf immer nur die Befindlichkeiten der anderen, auf die ich meinte Rücksicht nehmen zu müssen. Meine eigenen Gefühle sah ich als nicht so wichtig an. Ich hatte wenig Selbstwert, war feige, für mich einzutreten, mich ernst zu nehmen. Aus Angst vor Zurückweisung, Liebesentzug.

    Als ich einfach am Ende war und endlich gehen konnte, ab da merkte ich jeden Tag ein wenig mehr, wie schön das Leben sein konnte. Mit viel weniger Geld. Ich merkte, wie meine Lebensfreude zurück kam. Mein Selbstwert wuchs. All sowas. Und als I-Tüpfelchen kam auch noch mein Traumprinz angaloppiert...

    Du musst nichts über's Knie brechen! Es wird niemand verlangen können, dass du dich nun Knall auf Fall trennst. Aber gedanklich damit auseinander setzen ist schon mal viel wert! Vielleicht kannst du dich beraten lassen, das war damals für mich ein wichtiger Schritt, zu einem Anwalt zu gehen. Erst mal einfach zu einem Info-Gespräch.

    Was meinst du, wär das was für dich?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Enomis,

    du hast diesen Text in einen Thread geschrieben, der von Herzeloyde benutzt wird.

    Das ist soweit nicht schlimm, aber dort wird dein Anliegen untergehen. Du kannst gutes Feedback bekommen, wenn du ein eigenes Fädchen aufmachst.

    Ich kopiere deinen Text mal hier rein

    Zitat

    Hallo,
    ich bin auch neu hier. Versuche es gerade zu schaffen mich aus der Co-Abhängigkeit zu befreien.Ich bin auch in einem totalen Gefühlschaos.Liebe ich ihn noch oder ist es nur Mitleid weil ich denke, dass er ohne mich total abstürzt? Mein Mann ist seid seinem 15 Lebensjahr mehr oder weniger Alkoholiker ( wenn es dieses mehr oder weniger gibt ). Wir haben uns vor 8 Jahren kennengelernt, am Anfang habe ich nicht gewusst, dass er abhängig ist ab nach und nach bin ich doch dahinter gekommen. Auch ich habe gedacht, dass ich es durch meine Liebe schaffen würde, dass er davon los kommt. Entzug hat er auch schon 2 mal in der Klinik gemacht aber imme nur den Entzug keine Therapie. Die Therapie hat er vor unserer Beziehung gemacht diese ging über 3 Monate. Aber trotz allem hat er jedesmal wieder einen Rückfall gehabt. Letztes Jahr war es wieder so weit, dass er am Tag 1 Flasche Wodka und mehrere Bier am Tag getrunken hat. Natürlich heimlich Ich habe es durch Zufall rausgefunden und ihn daraufhin zur Rede gestellt, er hat einen kalten Entzug daheim gemacht und es ging 1 Woche danach gut dann fing er wieder mit Bier an. Wenn ich ihn daraufhin anspreche " Ist es ja nur Bier darüber solle ich doch froh sein und dass er keinen Schnaps mehr trinkt" Aber für mich betrügt er sich nur selber. Ich merke an mir dass ich mich immer mehr von ihm distanziere, keine körperliche Nähe mehr zulasen möchte, weil mir dieser Biergeruch einfach nur zu wieder ist. Ich hoffe ihr könnt mir den nötigen A... verpassen.

    Ja, ich würd mich freuen, wenn du dein eigenes Thema eröffnest, also dir einen Titel ausdenkst, auf "neues Thema" klickst und dann los legst. Einen guten Austausch wünsche ich dir!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    inzwischen ist Ostern vorbei... Der Winter wohl immernoch nicht :? .

    Die Therapie, die ich vor einiger Zeit begonnen habe, tut mir sehr gut. Gestern habe ich ein Problem angesprochen. Und festgestellt, zusammen mit dem Therapeuten, dass mich bestimmte Situationen immernoch in's Alte schleudern. Ich meinte, es wäre doch aber nun schon länger her, alles. Aber er meinte, es wären ja sehr viele Jahre gewesen, die ich so gelebt hätte. Da ist es einfach eingefräst, sozusagen, im Hirn. Na ja.

    Ich bin dann also in solcher alten Gefühlswelt und ruder rum und fühle mich schlecht. Es geht nicht nur um alte Situatiionen, die was mit dem Alkohol und meinem Ex zu tun haben, es sind auch andere Sachen, die da zwischen uns passiert sind. Nichtachtung, Abwertung, all sowas. Es hängt irgendwie alles zusammen.

    Ich habe diesen Kreislauf durchbrochen. Und merke, wie mich solche alten Situationen nerven, wie schlecht es mir damit geht. Wie sich alles in mir dagegen wehrt, mich so zu fühlen. Und ich habe aber Glück. Ich kann mit meinem Mann darüber reden! Und das ist wichtig! Ich kann ihm sagen, wie es ist und was mich gerade so umtreibt. Wir haben beide unsere Päckchen in diese Beziehung mitgebracht. Und wir richten uns danach aus. Geht nicht anders. Das passiert mit Achtung und Liebe und Toleranz, auf gemeinsamer, guter Ebene.

    Das ist für mich neu und sehr gut! Ich genieße diese Dinge, auch wenn sie unangenehm sind. Also ich genieße daran, dass ich jemanden gegenüber habe, der auf gleicher Augenhöhe mit mir ist. Auch wenn er mich um 20 cm überragt... Wir brauchen nichts zu verstecken und zu vertuschen und zu beschönigen. Und da ist kein Alkoholnebel dazwischen. Darum kann es funktionieren!

    Was auch noch gut daran für mich ist, ich habe keine Angst davor, dass mein Mann wieder trinken könnte durch all diese Probleme, die ja auch da sind. Durch den Alltag, der uns manchmal auffrisst, der hart und unbarmherzig ist und auch voller Trauer. Dieses Vertrauen ist ein gutes Gefühl für mich. Und das hätte ich nie im Leben mehr meinem Exmann entgegen bringen können! Auch wenn ich das mal eine Zeit lang dachte, damals, nach der Trennung und seinem Nüchternwerden.

    Da war ich nur nicht ehrlich und klar zu mir, das weiß ich jetzt. Da spielten noch viele Dinge mit, die heute schon längst nicht mehr da sind. Heute bin ich ehrlich zu mir, nur das bringt mich weiter. Und ich kenne meine Grenzen. Das fühlt sich gut an. Ich habe das gestern festgestellt, in dem Gespräch mit dem Therapeuten. Da ist eine Grenze bei mir. Und ich bin nicht mehr bereit, sie zu ignorieren. Und mein Mann ist bereit, sie zu akzeptieren. Und die Erde dreht sich weiter, trotz dieser Grenze, die ich da habe.

    Nee, das hätte ich mich früher niemals getraut... Hätt' ja sein können, "er, sie oder es" liebt mich dann nicht mehr... Wer mich wirklich mag, mich liebt, mich nimmt, wie ich bin, der nimmt auch meine Grenzen ernst. Und ich glaube, das ist nicht nur bei mir so...

    Aurora

    Hallo Befreiung,

    du fragst

    Zitat

    Wie lange brauche ich noch um wirklich mich von ihm zu trennen?
    Wie sind 15 Jahre verheiratet und ca. 20 Jahre zusammen.
    Wo stehe ich mit meiner Co-Abhängigkeit??


    Das sind Fragen, auf die nur du eine Antwort für dich finden kannst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    mittlerweile waren mein Schwiegersohn und ich noch mal in dem Krankenhaus, in dem letztes Jahr alles passiert ist. Das war ein gutes Gespräch. Die Seelsorgerin war dabei und auch nachher noch, da waren wir noch einen Kaffee zusammen trinken.

    Die neue Arbeit macht nach wie vor Spaß. Aber es sortiert sich eben gerade eine Menge bei mir und ich bin ziemlich mit mir selbst beschäftigt.

    Und vor allem, ich warte auf den Frühling... Heute morgen war alles weiß, als ich aus dem Fenster schaute. Ach menno... :( .

    Meine Erbse meinte letztens, "wir Kinder mögen den Schnee!". Aber inzwischen sagt selbst sie das nicht mehr. Wie dem auch sei, frohe Ostern allen, die hier vorbei rodeln.

    Aurora

    Liebe Aiko,

    hallo erstmal hier!

    Ich finde mich schon in vielen Dingen wieder, die du beschreibst.

    Zitat

    Gerade hab ich das Gefühl noch ein Ekzess und die Grenze ist überschritten – und davor habe ich wahnsinnige Angst. Ich habe Angst, es nicht mehr ertragen zu können und dann Konsequenzen ziehen zu müssen.


    Diese Ängste kann ich gut nachvollziehen. Ich hatte sie ja auch. Und ich war dadurch ziemlich gelähmt und habe immer wieder versucht, was schön zu reden. Denn ich war noch nicht bereit, was zu verändern.

    Auch deine leisen Hoffnungen kann ich verstehen. Ich hatte solche Hoffnungen ja auch. Heute, mit dem Abstand einiger Jahre, erkenne ich, dass ich diese Hoffnungen hatte, weil ich eben diese Ängste hatte. Ich hatte diese Hoffnungen, um wieder eine Ausrede zu haben, warum ich nicht handeln konnte.

    Ja, und auch ich habe anfänglich Dinge dann für mich gemacht und gedacht, er sieht dadurch endlich mal was. Hat er nicht...

    Tja, wie kannst du da was ändern? Ich überlege gerade, wie das bei mir war. :roll:

    Es ging nicht von heute auf morgen. Langsam sah ich, dass er immer wieder meine Grenzen überschritt. Irgendwann war ich soweit, dass nur noch Trennung für mich in Frage kam. Mein Exmann ging ja dann zur Entgiftung und wir eierten noch Monate umeinander rum. Ich lernte dann, meine Grenzen zu sehen, und, was wirklich schwierig war, sie auch zu setzen und konsequent einzuhalten. Zu sehen, dass mir Dinge mehr Spaß ohne ihn machten. Dass ich dadurch frei war in meinen Entscheidungen, neue Leute kennen lernte und meine eigenen Interessen wirklich wahr nehmen konnte. Zum Beispiel in die Oper zu gehen. Ich genoss das immer mehr, ohne dabei an ihn denken zu müssen. Denn ich spürte, wie sehr es mir gut tat und gut ging hinterher. Aber da war ich schon getrennt.

    Vor der Trennung machte ich auch Dinge für mich, aber da war immer die Angst, wie es wäre, wenn ich nach Hause kam. Es war ja nie klar, wie er dann drauf war. Und er hatte schon auch mit Selbstmord gedroht, ich hatte oft Angst, was mich erwarten würde, wenn ich aufschloss...

    Es ist also auch eine Frage der Zeit und der Übung, wie du jetzt aufhören kannst mit der Hoffnung und der Manipulation. Ein Austausch hier kann dir gut dabei helfen, auch beim Sortieren.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Lieber Matthias,

    das Wetter...

    Klar, es gibt schon gewisse Dinge des Wetters, die auch Menschen beeinflussen. Wie eben die Tageshelligkeit und so, Föhn, all sowas.

    Ich war auch immer und bin manchmal noch :oops: ganz schnell dabei, dem Wetter die Schuld für alles in die Schuhe zu schieben. Das arme, es kann sich ja nicht wehren. Es ist einfach...

    Ich übergebe schon gerne mal dem Wetter die Verantwortung für meine Befindlichkeiten. Ich bin soooo schlapp, das liegt am Wetter. Aha :shock: . Ich habe soooo schlechte Laune, kein Wunder, bei deeem Wetter :shock: . Ach, bin ich müüüüüde, muss am Wetter liegen :shock: . Und so weiter.

    Ich bin so schlapp, da könnte ich auch sagen, hm, bissi mehr Bewegung einfach? Auch bei diesem Wetter? Warum nicht? Paar Vitamine reinfuttern, in Form eines schönen Salates, der schmeckt, und gutes Essen streichelt meine Seele ja auch.

    Ich könnte auch sagen, ich hab schlechte Laune, einfach so. Weil ich mich geärgert habe, da und da drüber. (nicht nur über's Wetter). Und was kann ich dagegen tun? Ein schönes Buch lesen, so leichte Kost vielleicht? Bei dem Wetter ideal. Oder ich zieh mir eine Klamauk-Komödie rein, bei dem Wetter versäum ich eh nix da draußen.

    Ich bin müde. Warum muss das uuunbedingt am Wetter liegen? Vielleicht sollte ich einfach heute mal ein halbes Stündchen eher in die Federn kriechen...

    Oder?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    auch ich sehe mich in vielen Berichten hier wieder.

    Ich habe ja mit meinem Exmann fast 26 Jahre lang zusammen gelebt. In diesen Jahren glitt er immer weiter in die Sucht. Und ich rutschte da mit, es war wie ein Sog, der uns beide immer mehr strudelte. Abwärts...

    Warum war ich dort so lange? Das sind so viele Gründe.

    Meine Erziehung zum Beispiel. So, wie ich geprägt wurde. Dieses Frauenbild, was mir vermittelt wurde, war ein großer Teil. Ich habe mich als Familienzusammenhalterin gesehen. Als Mutter und Ehefrau von... Ehe und Mutter, das waren für mich höchst erstrebenswerte Dinge, ich fühlte mich dadurch in der Gesellschaft als was wert.

    Und mit der Zeit verlor ich immer mehr meinen Selbstwert, von dem ich eh nicht massig viel hatte. Es kamen meine beiden Kinder zur Welt und eine Zeit lang schien alles perfekt. Bis nach einigen Jahren ich dachte, hey, der trinkt ganz schön viel und irgendwie anders...

    Ich wurde immer unzufriedener. Aber trotzdem bot mir diese Ehe immernoch eine Art schützende Hülle. Für mich und mein Weltbild.

    Es ging immer weiter abwärts, und ich hatte schon auch Trennungsgedanken, so ab Anfang der 90ger Jahre. Immer wieder mal. Aber ich hatte auch immer Argumente für mich bereit, warum ich nicht konnte.

    Die Kinder. Finanzielle Dinge. Und - er war zu der Zeit noch nicht so weit drinnen, dass es nicht auch durchaus sehr gute Zeiten gab. Da war ich immer wieder happy und dachte, ich sollte mich nicht so anstellen.

    Im Laufe der Jahre begann ich auch wieder zu arbeiten, teilzeitmäßig. Und er rutschte weiter in den Strudel, der immer stärker zog. Und ich rutschte mit...

    Trennungsgedanken, aber immer wieder auch die Argumente, warum nicht. Die Kinder, was würde die Familie sagen (meine, seine Eltern und so). Finanzielle Dinge. Wie sollte ich mich über Wasser halten können? Angst. Einfach Angst, Feigheit, das warme Nest zu verlassen, wo ich es mir so gemütlich gemacht hatte. Wo ich wusste, was mich erwartete, an Schmerz und Kummer. Aber auch an Überlegenheit.

    Denn ich hatte da schon ein Bild von mir. Ohne mich geht da doch nichts. Wie sollte er denn überleben. Und überhaupt. Ich hielt alles zusammen und versuchte, ein harmonisches Familienbild zu erhalten. Dafür wurde ich geachtet in der Familie. Für meine Stärke, meine Loyalität. Für meine Großzügigkeit und Grenzenlosigkeit. Wie stolz war ich darauf, wenn ich abends völlig ausgepumpt teilweise in's Bett fiel...

    "Ach, du bist so toll, so gut, so stark! Was du alles aushältst, ist bewundernswert! Was würde er ohne dich machen!" , mit solchen Sprüchen wurde ich überhäuft und badete darin. In vermeintlicher Liebe und Anerkennung. Mein Selbstwert, der irgendwo nicht wirklich mehr da war, wurde dadurch anscheinend gefüttert.

    In der Ehe selbst begann es aber immer mehr zu eskalieren. Ich begann zu kontrollieren. Ihm Vorhaltungen zu machen. Er begann, mich im Suff zu beleidigen, mich klein zu machen, egal, ob nüchtern oder betrunken. Ich sah mich immer kleiner und kleiner werden, noch kleiner. Und dachte, was willst du denn auch, was besseres hast du wohl nicht verdient, Aurora...

    Trennung? Hui, Angst! Und Angst! Und Angst! Feigheit. Dann müsste ich ja mein Leben selbst in die Hand nehmen. Massive finanzielle Einbußen hinnehmen. Dann hätte ich auch keinen Sündenbock mehr, wenn was schief laufen würde. Und wo sollte ich hin? Und dann wär ich eine "Getrennte", was würde meine Mutter da sagen? Die Familie? Das ganze Umfeld. Ich bin doch eine Ehefrau, das ist wichtig,. Verheiratet, egal, unter welchen Umständen. Und - ich würde eh keinen mehr finden, keinen besseren. Wieso auch? Das Glück gibt's nur im Film...

    Verachtung begann, ich verachtete seine Schwäche. Ihn. Liebe? hm... War er nüchtern und machte Versprechungen, wollte ich sie zu gerne glauben, schöpfte Hoffnung. Sah mich als verkehrt und übertrieben an. Ja, ich wollte ihm glauben, denn irgendwann wusste ich es ja besser... Begann er wieder zu trinken, war ich enttäuscht, sah ihn als den Schuldigen, den Schwächling, der nicht vom Suff loslassen konnte. In seinen Nüchternphasen atmete ich immer auf, hatte wieder Argumente, dass ich doch bleiben müsste. Nüchtern war er doch "gar nicht so schlimm", hatte auch "seine guten Seiten" und überhaupt, er schlug mich ja nicht oder so... :roll:

    Meine Argumente wurden aber immer wieder zerstört, wenn er wieder trank. Dann war ich wütend auf ihn, nicht etwa auf mich... Er hatte wieder mal meine Vorstellung von Ehe zerstört. Und zwang mich wieder dazu, darüber nachzudenken, was ich denn nun wollte.

    Eigentlich hatte ich schon eine Vorstellung von glücklichem Leben, von Ehe und so. Ich traute mich aber nicht, das zu leben. Denn, ich hatte ja Verantwortung. Meinen Kindern (die inzwischen erwachsen waren) gegenüber, ihm gegenüber... Ich hatte Angst und Zweifel, kein Selbstvertrauen. Schwer zu beschreiben, ich klebte an diesem Leben wie Klebstoff. Es stieß mich ab, genau so, wie es mich anzog.

    So viele Zwänge und Ängste. Unfähigkeit, Grenzen zu ziehen, nur niemanden zu verletzen durch ein "Nein" oder eine Konsequenz. Denn, dann wäre ich vielleicht alleine. Und geliebt von ihm fühlte ich mich nicht. Aber gebraucht. Und dann hätte ich das ja auch nicht mehr :roll: .

    Ich musste tatsächlich erst eine so große Verzweiflung spüren, dass ich schon daran dachte, mich umzubringen. Dann irgendwann konnte ich gehen. Als der Druck unermesslich war. Als nur noch Hass da war.

    Leider konnte ich nicht eher gehen. So ist das. Aber ich konnte eben doch irgendwann gehen, zum Glück! Es ist nie zu spät.

    Auch da fühlte ich noch all die Ängste und Zwänge. Schuld, Verantwortlichkeit. Ich fühlte all diese Dinge, die ich auch schon vorher gefühlt hatte. Und die mich festgehalten hatten. Aber der Wille zu überleben und endlich wieder lebenswert zu leben war größer! Und inzwischen sind diese Ängste Vergangenheit...

    So war das bei mir.

    Aurora

    Liebe Elfriede,

    wie schön, mal wieder ein Lebenszeichen von dir zu hören!

    "Beklopptengen", wat's alles jibt :shock: , wie gut, dass du das hast. Damit meine ich, du bist einfach so menschlich... und jeder hat doch so seine Schrulle.

    Wenn du diese Vorstellung hast, von einem Leben nach dem Tod, dann ist das doch ok. Und sicher auch irgendwie tröstlich. Was meinst du, wie oft ich mit meiner Tochter rede. Ihre Stimme in meinem Ohr habe. Sie ist immer bei mir, viel, viel näher, als sie es zu Lebzeiten sein konnte.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Cidra,

    ja, ich erinnere mich, dein Nick ist mir noch bekannt. Deine Geschichte leider nicht mehr :oops: .

    Ich finde es gut, dass du wieder hergefunden hast und uns teilhaben lässt. An den positiven Entwicklungen. Denn das ist ja auch wichtig, anderen Menschen, die noch feststecken, zu zeigen, es kann auch funktionieren, wenn ich den Mut zu Veränderungen habe.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, deine Sicht ist sehr hilfreich und tröstlich! Langsam bin ich auch an einem Punkt, wo ich das auch so sehen kann. Am Anfang waren der Schmerz und der Verlust einfach zu groß. Aber inzwischen tun die Erinnerungen nicht mehr nur weh, sondern erfüllen mich mit einem warmen Gefühl!

    Deine Enkelin ist ja eine witzige :lol: . Ja, so könnte meine Kleine auch sein, alles was rosa ist und vor allem lila ist für sie das beste. Es ist immer wieder so schön, auch die Welt auf diese leichte Weise wahr nehmen zu dürfen, mit Kinderaugen. Da wird das Leben mit all den vielen Dingen oft wieder einfacher und herzerfrischend. Mit so Problemen wie "wie schwatze ich der Omi blooooß die pinkfarbenen Blümchen ab?". Na, sie schaffen es ja immer wieder, und das ist gut so. Omis sind doch was ganz Besonderes. Gut, dass sie uns haben, oder...

    Aurora

    Hallo,

    liebe Grazia, lieber Matthias, ich danke euch sehr!

    Heute holen wir die kleine Erbse von der Kita ab, sie wird dann bis Sonntag bei uns sein. Schon dafür lohnt es sich, das Leben leben zu lernen, wie es jetzt ist, und zu akzeptieren.

    Aurora

    Liebe Miriel,

    du schreibst von "Angst". Wovor ganz genau hast du denn Angst? Kannst du das sehen, für dich?

    Ich habe bis gestern in einer ähnlichen Situation gesteckt, nur dass es nicht um meinen Exmann ging, sondern um Menschen aus seiner Urfamilie. Ich konnte das für mich gut lösen. Indem ich mir eben auch genau ansah, wovor ich denn Angst hatte. Und ich habe unter anderem erkannt, dass ich in der Lage bin, heute, mich klipp und klar abzugrenzen.

    Zitat

    Ich ärgere mich, dass ich nicht klipp und klar gemacht habe, dass er mich nicht mehr kontaktieren soll. Natürlich würde das auch nichts daran ändern, sollte er es einfach machen, aber ich habe eben nichts dazu gesagt, als er meinte, er würde mir vielleicht mal einen Brief schreiben oder so. Ich hab es ihm in dem Moment halt nicht abgesprochen.

    Gut, du hast es nicht gemacht. Weil du es wohl in dem Moment einfach nicht konntest. Vielleicht auch, weil da diese "Angst" mitgespielt hat, was weiß ich. Na gut, du hast es nicht gesagt, aber das ist nun erstmal Fakt und nicht mehr zu verändern. Für damals. Darüber dich zu ärgern bringt dir nix, außer, dass du dich schlecht fühlst, oder?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ja, diese Menschen hinterlassen Spuren in unserem Leben. Es liegt aber auch an mir, diese Gefühle nicht mehr so an mich ran zu lassen. Denn es war gestern... Und gestern waren diese Menschen dicht an mir dran und haben mir weh getan. Heute sind sie nicht mehr da, weil ich sie ausgeschlossen habe. Sie sind Vergangenheit, ich habe es in der Hand, sie auch da zu lassen. Sie haben damals was mit mir gemacht, weil ich es auch zugelassen habe. Ich konnte es nicht anders, damals. Heute kann ich es anders, und das wende ich jetzt an. Um mich rum ist da eine Grenze für diese Menschen, die sie nicht mehr übertreten können. Weil ich es nicht mehr zulasse. Das habe ich gelernt in den letzten Tagen, das habe ich begriffen. Das entlastet mich enorm!

    Heute vor einem Jahr ist meine Tochter gestorben. Erst mein kleiner, noch ungeborener Enkel, dann sie :cry: . Ein Jahr ist das her... Ich lerne immernoch, damit zu leben.

    Aurora

    Guten Morgen,

    die meisten hier schlafen wahrscheinlich noch um diese Zeit... :wink: . Ich bin bereit, demnächst los zu düsen, Richtung Biomarkt. Bisher gehe ich gerne da hin, und ich habe mich schon ganz gut eingefummelt da. Es ist völlig anders, als meine letzte Stelle es war, aber das ist auch leicht zu toppen. Ich sehe jetzt erst mal, wie irre es dort wirklich war. Ich bin froh, dass ich das nicht allzu lange mitgemacht habe, sondern dann doch die Reißleine gezogen habe. In für mich unzumutbaren Zuständen habe ich ja wirklich lange genug zugebracht.

    Die Therapie hat angefangen, und ich konnte schon einige Gedankenanstöße für mich mitnehmen. Und denken. Es war eine gute Entscheidung, mir da Hilfe zu holen. Ich merke, einige Dinge auch von damals, die habe ich nur verdrängt, nicht verarbeitet. Und seit dem Tod meiner Tochter (am 14. wird das auch schon ein Jahr her sein), ist ja die Familie meines Exmannes wieder sehr präsent.

    Und gerade das macht mich fertig und ruft sehr negative Gefühle in mir hervor. Es ist gut, da jetzt was machen zu können, nach so langer Zeit. Ich habe mich ja vor jetzt ziemlich 6 Jahren abrupt von denen getrennt, aber sie haben mich nie losgelassen. Ich hatte sie aus meinem Kopf, habe ich gedacht. Aber nun haben sie es geschafft, sich wieder in Erinnerung zu rufen, und es geht mir nicht gut damit. Also mache ich was dagegen. Das habe ich ja nun gelernt, dass ich was machen kann und darf, wenn mir was nicht gut geht.

    Und nun werde ich also loszischen, ich bin erstaunt, wie tatkräftig ich mich doch um diese Zeit schon fühle.

    Aurora