Hallo,
hier ist ein Bereich, da können sich Coabhängige und Angehörige von Alkoholikern austauschen. Und das sollte respektvoll passieren, so, wie ich das in jeder Selbsthilfegruppe erwarten kann.
Und es ist hier ein Angebot, was Karsten macht, für diesen Austausch von Betroffenen. Ob nun Angehörige/r, Co, Alkoholiker/in. Es ist ein niederschwelliges Angebot, also Hilfesuchende "Neulinge" und schon "Erfahrene" kommen zusammen und tauschen sich aus, reden über ihre Erfahrungen, bieten an, aus diesen Erfahrungen was mitzunehmen und sich selbst auch an anderen Erfahrungen zu bedienen. Das ist "Hilfe zur Selbsthilfe", nicht mehr und nicht weniger.
Es ist hier nicht möglich und soll es auch garnicht, hier zu therapieren, psychologisch zu werden. Das geht garnicht, dazu gibt es Fachleute, die das machen. Ich kann von mir jedenfalls sagen, ich bin eine selbst Betroffene, aber keine Therapeutin oder Psychologin oder sowas, sondern "nur" die Exfau eines abhängig trinkenden Menschen und die Frau eines trockenen Alkoholikers. Wir, mein Mann und ich, leben ein glückliches Leben zusammen.
Und ich bin hier, um über meine Dinge zu reden und meine Erfahrungen denen mitzuteilen, die es wissen wollen. Ob ich nun coabhängig zu bezeichnen bin oder sonstwie, ich habe es geschafft, mich aus der unglücklichen Beziehung mit dem nassen Alkoholiker zu trennen, nach vielen, vielen Jahren. Und ich lebe eine Beziehung auf Augenhöhe jetzt, ohne Alkohol, das ist meine Bedingung und die meines Mannes sowieso.
Und darüber schreibe ich hier, schon seit fast 6 Jahren bin ich dabei und nehme mir mit und lasse was hier. Und das mit Respekt, jedem einzelnen Teilnehmer gegenüber und seinem Standpunkt, an dem er gerade ist. Denn wer hier ankommt, der ist ja meistens noch nicht "fertig" auf seinem Weg, sondern beginnt gerade, etwas zu erkennen. Und so war ich auch einmal, unsicher, am Anfang. Und auch da wollte ich mit Respekt und Achtung behandelt werden, denn ich war unsicher und sehr verletzlich. Und ängstlich. Und es hat mich riesige Überwindung gekostet, da war viel Scham, mich hier anzumelden und zu sagen, wie viele Jahre ich dieses Leben gelebt hatte, was nicht wirklich lebenswert für mich war.
Wem will ich dafür die Schuld in die Schuhe schieben? Mir? Dem Ex? Aus vielerlei Gründen sind wir umeinander geeiert. Warum, das habe ich unter anderem in meiner Therapie klären können. Und meinen Austausch hatte und habe ich hier.
Ob das nun das Thema hier ist oder nicht, ich wollte das nur mal loswerden.
Aurora