Beiträge von Aurora

    Hallo Else,

    na klar bricht er in Verzweiflung aus, wenn du klare Ansagen wegen seines Alkoholkonsums machst und ihm auch sagst, dass du es so nicht mehr willst. Er ist ja dadurch irgendwo auch gezwungen, zu reagieren. Er tut das, indem er versucht, deine Co-Knöpfe zu drücken. Er heult rum, stellt sich als Opfer der Flasche dar. Dadurch versucht er, dich wieder weich zu machen, funktionstüchtig, wie gehabt.

    Wenn er es wirklich will, kann er sich Hilfe suchen. Es gibt professionelle Hilfe für Alkoholiker! Du siehst es ja selbst, es ist nicht deine Aufgabe, ihn da zu hätscheln.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Nat,

    ja, ich verstehe das gut. Ich hatte ja, nach der Trennung von meinem Exmann damals, auch noch viel Kontakt mit ihm. Er hatte ja mit meinem Auszug aufgehört zu trinken.

    Und da war dann auf einmal so vieles neu. Erstmal natürlich war es für mich neu, alleine zu leben. Das hat sich gut angefühlt. Aber es machte mir auch Schuldgefühle, denn der Ex war ja nun trocken. Und damit auch anders drauf... Ich veränderte mich nun, begann, meine Coabhängigkeit zu erkennen und was dagegen zu tun. Was er machte, kann ich nicht wirklich sagen. Ich kann nur sagen, wie es bei mir ankam: Er trank nur nicht. Ansonsten war sein Verhalten wie gehabt :roll: . Und ich merkte immer mehr, dass ich damit, dass ich so nicht mehr leben wollte. Ohne die Aufregung, ohne das Gebrauchtwerden-Gefühl, ohne die vermeintliche Verantwortung, die ich dachte zu haben, konnte ich nichts mehr mit ihm anfangen. Seine Art ging mir eher auf die Nerven...

    Das war schon ein Prozess, der sich hinzog. Ich musste ja auch erstmal erkennen, bzw. mir eingestehen, was ich schon längst insgeheim wusste. Von Liebe war da bei mir nichts mehr übrig. Mir das einzugestehen hat gedauert und irgendwie auch weh getan. Aberr es war andererseits unheimlich erleichternd. Das, was ich dachte es wäre Liebe, war was ganz anderes gewesen, viele Jahre lang. Ängste, Zwänge, Gebrauchtwerden-Gefühle, all sowas.

    Es war auch schwierig, dann los zu lassen. Aber mit jedem Stück, was ich loslassen konnte, ging es mir besser...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nat,

    du schreibst, er will nicht reden. Er weicht dir aus, zieht sich zurück. Du bist ratlos, verunsichert. Und darum ist es doch vielleicht mal ganz gut, wenn du, so für dich, mal ganz klar und ehrlich dir aufschreibst, was du von einer Beziehung erwartest.

    Und dann kannst du klar und ehrlich dagegen aufschreiben, was du von ihm erhälst, was er für dich, für eure Beziehung tut, wie es so läuft.

    Und dann kannst du vielleicht was erkennen und sehen, was du für dich willst, ob du mit dem, was er dir gibt, was er macht, was ihr zusammen habt, zufrieden bist. Ob du dir ein solches Leben vorstellen kannst, auch in Zukunft. Vielleicht kannst du dann was entscheiden, in welche Richtung du gehen willst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und huhu Matthias, ja, es ist immernoch Winter :? . Meine Haut ist gut abgeheilt bisher. Ich bin echt happy!

    Dafür hatte mich ein anderes Virus überfallen, so ein's, was Bauchkneifen macht zum Umfallen. Ich mag diese Viren nicht, sagte ich das schon mal... Nun geht es mir aber wieder ganz gut.

    Am Dienstag in meiner realen SHG wurde ich von jemandem gefragt, wie es meinem Exmann ginge, ob der noch trinken würde. Ich sagte," ich weiß das tatsächlich nicht, und es ist mir auch völlig egal. Ich hab ja den Kontakt völlig abgebrochen!" Und ich merkte, ich meine das auch so, wie ich es sage!

    Und das ist so richtig gut. Ich habe was festgestellt. Dieses Teilen des Autos war immer noch solch Zipfelchen altes Leben. Ich musste regelmäßig mit ihm in Kontakt treten deshalb. Und hatte immer so'n bissi Einblick in diese alten Dinge und so. Ich hatte wohl noch nicht ganz loslassen können. Dann fing er wieder an mit der Trinkerei...

    Und für mich steht ja fest, sowas will ich nie wieder! Und daraus folgte als letzte Konsequenz der totale Kontaktabbruch. Das konnte ich dann auch relativ schnell und gut umsetzen. Nun hatte mich ja die ganze Sache in der Weihnachtszeit mit den Kindern und dem Ex ganz schön mitgenommen. Ich konnte da aber ganz viel für mich klären inzwischen. Und auch da einen guten Abstand erreichen.

    Das fühlt sich super gut an! Es geht mir prima. Ich kann sehen, es gibt Dinge, die dauern einfach wohl ihre Zeit. Es gibt Dinge, die konnte ich vorher nicht so sehen und deshalb auch nichts daran machen. Durch den Weg, den ich aber gehe, immernoch, werden nach und nach immer wieder neue Blickpunkte klar und ich kann immernoch was verändern. Und zwar dafür, dass es mir gut geht. Irgendwie habe ich das gute Gefühl, für mich wieder ein gutes Stück voran gekommen zu sein.

    Und jetzt steht das Wochenende vor der Tür, noch 2 x arbeiten, heute nachmittag und morgen früh.

    Aurora

    Liebe Roseanne,

    ich schließe mich da Matthias an, denn so habe ich es ja auch erfahren. Immer, wenn mein Exmann merkte, dass ich konkreter wurde, hörte er auf mit dem Trinken. Und schon wurde ich wieder nachdenklich, unsicher. Hoffnung keimte auf. "Ach, ich sehe wohl wirklich alles falsch und er ist garnicht abhängig... Ach, nun gibt er sich solche Mühe, da kann ich doch nicht so sein... Ach, nüchtern ist es/er garnicht soooo schlecht..." So in der Art. Das ging so eine Weile, bis ich wieder Mut und Hoffnung hatte, dann "peng"... Auf in eine neue Runde :roll: .

    Du schreibst aber da auch was interessantes über dich, etwas, was ich auch gut nachvollziehen kann.

    Zitat

    .Ich wollte niemals geschieden sein und irgendwie hab ich doch Angst es könnte sogar zweimal passieren

    Zitat

    Wahrscheinlich bin ich zu feige um einen Schlussstrich zu ziehen


    Das sind zwei wichtige Schlüsselgedanken, Schlüsseldinge, finde ich! Genau solche Gedanken, Dinge haben mich Jahr um Jahr festgehalten.

    Ich hätte im Traum nicht gedacht, getrennt zu sein, geschieden. Das wäre einer Scheiterung meines Lebensgedankens gleich gekommen. Eine Frau gehört zusammen mit einem Mann, so war meine Prägung. Und: du hast ihn ja mal geheiratet, dich entschieden, nun musst du da durch. Du gehörst zusammen zu ihm. So in der Art.

    Ich war sehr, sehr feige. Mich trennen, uuuaaaahhh, das verursachte Herzrasen. Schlimme Gefühle.So schlimme Gefühle wie das andere, das, was ich mit ihm hatte. Ich hab mich nicht getraut, hatte 1001 Ausrede, warum ich mich nicht trennen konnte. Finanzielle Sachen waren da, die schöne Wohnung. Die Kinder. Obwohl die ja dann schon erwachsen waren. Ich kann es ihm doch nicht antun. Was soll aus ihm werden ohne mich? Was soll die Familie, meine Eltern denken. Was hängt da für mich dran, alles alleine zu managen, mein eigenes Leben, aaaahhhhh....

    Ich hatte so viele Ängste. Und die ließen mich eins vergessen, nämlich mich. Ich wollte es immer allen Recht machen, außer mir selbst...

    Du schreibst

    Zitat

    vielleicht muß noch mehr passieren.


    Vielleicht muss es das... Es war bei mir auch so. ich eierte rum und rum. Bis irgendwann tatsächlich mein Maß so voll war, dass meine Ängste mir nicht mehr Angst machten. Bis ich endlich mir selbst mal wichtig wurde. Bis ich es nicht mehr aushielt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    es ist immer wieder eine schwierige Sache. Meiner Meinung nach ist Alkoholismus, bzw. das Verhalten, was daraus resultiert (kann's nicht besser beschreiben gerade) nicht 100% ig gleichzusetzen mit Coabhängigkeit. Wenn ein Coabhängiger hier ankommt, ist er/sie ja in fast allen Fällen noch "nass", um mal bei dieser Wortwahl zu bleiben. Hier kommen Menschen an, die stecken noch in diesen Mustern, suchen oft Hilfe für ihren Partner, weil sie es nicht anders wissen. Sie können hier lernen, nach und nach, aus diesen Mustern heraus zu finden, bzw. sie still zu legen. Wenn sie es wollen und für sich annehmen können. Bei mir war es auch so, und ich habe diese Muster ja noch. Auch wenn ich jetzt anders damit umgehen kann als vor 4 Jahren.

    Das musste ich erst lernen. Darum bin ich in einer SHG für Coabhängige. Wenn ich heute die Lebenswege bzw. Berichte lese, auch dieses Herumeiern, sehe ich so sehr oft mich selbst. Und ich erinnere mich gut dann. Und ich weiß, wenn damals jemand mich mit guten Ratschlägen erschlagen hätte, dann wäre ich noch nicht da, wo ich bin. Denn ich kenne mich, ich mach dann da zu, werde bockig, stur, verschlossen. Ich musste doch meinen Weg selbst finden.

    Nun bin ich meinen Weg bis hierher gegangen. Auch mit Hilfe anderer Betroffener, deren Denkanstöße, eigene Lebenswege, mich weiter gebracht haben, weil ich bereit war, das anzunehmen. Und nun bin ich in der Lage, auf einen Haufen eigener Erfahrungen zurück blicken zu können. Die stelle ich hier gerne zur Verfügung. Wer sie möchte, kriegt sie mitgeteilt. Wenn ich merke, das kann nicht angenommen werden, da müssen noch ein paar Runden gedreht werden, dann akzeptiere und respektiere ich das. Ich ziehe mich aber dann auch zurück.

    Denn ich weiß, ganz schnell kann es dahin kommen, dass ich wieder eine Art Coabhängigkeit entwickel. Indem ich genau das versuche, was ich jahre, jahrzehntelang mit meinem Exmann versucht habe. Ich habe damals geredet und geredet, ihm Vorschläge gemacht, was er zu tun hat. Um aus der Sucht rauszukommen. Ich habe ihm Wege aufgezeigt, ihn im Guten, aber auch im Bösen, versucht, ihm meine Ansicht von Leben aufzudrücken. Ich habe ihm die Möglichkeit abgesprochen, für sich selbst zu wissen, was er meint, was er für sich will und was ihm gut tut gerade. Ich habe ihm die Verantwortung für sich selbst abgenommen. Ich konnte nicht akzeptieren, dass er eben sein Leben anders leben wollte, wie ich meinte, wie es auszusehen hat.

    Bis ich dann darauf kam, dass ich nicht sein Leben verändern kann und auch nicht das Recht dazu habe. Sondern es ist mein Leben, was ich so gestalten kann, darf, muss, dass es für mich eben lebenswert ist. Und das kann ich doch übertragen auf mein Verhalten in meiner SHG, also hier. Ich habe nicht das Recht, meinen Weg, meine Lebensvorstellung, anderen auf's Auge zu drücken. Ich kann sagen, "überleg es so oder so", oder "ich hab's so gemacht und das war toll". Und ich darf es eben auch nicht als persönliches Scheitern oder so ansehen, wenn mein Gegenüber dann sagt, "nööö, ich mach es aber so wie immer, weil ich es so gewohnt bin." Na gut, dann kann ich nochmal was versuchen, aber wenn ich dann merke, puh, da eiert einer rum, da ist jemand nicht bereit, so weit, was zu verändern oder anzunehmen, dann ziehe ich mich zurück. Und akzeptiere das.

    Das ist meine Sicht dazu, zu dieser Thematik.

    Aurora

    Hallo,

    der Besuch beim Hautarzt war gut, es war eine gute Entscheidung, da zu wechseln, glaub ich. Es wurden Hautproben entnommen, nun wird getestet, was das ist, was mich so reizt. Bzw. gereizt hat, denn nun heilt alles schön ab, ein Glück!

    Das Wochenende war schönes, klares Wetter. Da war Frischluft angesagt. Das hat gut getan. Heute schneit es wieder, aaaahhhh, lästig. :? . Na ja, es ist Winter.

    Aurora

    Hallo Roseanne,

    du schreibst von nächtlichen Schrei-Attacken deines Mannes, vom Ekel, wenn er sich dir körperlich nähert. All sowas.

    Was meinst du, was du dagegen tun kannst, was du tun kannst, um einen ruhigen Schlaf zu haben, der wichtig für dich und dein körperliches und seelisches Wohlbefinden ist. Der einfach mal dein gutes Recht ist...

    Ich schließe mich Malenys Frage an, was meinst du, was jetzt der nächste Schritt für dich sein kann? Was sind deine Gedanken?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Melanie,

    Daumen sind gedrückt!

    Erkenntnisse in der Selbsthilfe, es ist sehr wichtig. Ich habe für mich was erkannt. Ich bin in der Selbsthilfe, weil es mir wichtig ist, für meine Dinge am Ball zu bleiben. Gleichzeitig biete ich meine Erfahrungen an. Es ist alles freiwillig. Ich nehme es nicht persönlich, wenn Menschen noch nicht aus ihrer Rolle können oder wollen. Ich habe selbst lange genug fest gehangen, mir nichts annehmen wollen. Ich habe meine Grenzen, die ich achte. Ich habe das Recht, mich heraus zu nehmen aus Dingen, die mir nicht gut tun. Ich muss nicht mehr missionieren. Das habe ich lange genug an meinem Exmann probiert, erfolglos.

    Ich wünsche dir viel Kraft für dein Gespräch heute. Und für die neue Arbeit. Und im Zusammenleben mit deinen Kindern.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, danke für den Apfel :wink: .

    Liebe Julia, danke. Ja, ich bin auch echt froh, aus meiner Starre da erwacht zu sein.

    Lieber Rhein, ja, ich kann es erst jetzt auch klar sehen, es geht manchmal ratzfatz, und ich hänge wieder in alten Mustern. Aber der Vorteil jetzt ist, ich kann es erkennen, wenn auch nicht immer sofort, und dann gegensteuern. Das ist gut! Co-Muster können in meinem Leben überall auftreten. Meine Schwachstelle ist z.B. auch noch mein "Verhältnis" mit meiner Kollegin. Da muss ich auch sehr aufpassen.

    So, morgen früh werde ich mehr wissen. Was meine Haut angeht. Anscheinend bin ich ein wenig dünnhäutig zur Zeit, wer weiß, was mich da dermaßen gereizt hat. Ich weiß nur, die Sache mit dem Exmann, mit dem, was das mit meinen Kindern macht vor allen Dingen, hat mich schon auch ein wenig aus der Bahn geworfen. Nun bin ich aber wieder in der Spur, sozusagen.

    Aurora

    Hallo Leonia,

    ja, ich habe Vertrauen zu meinem Mann, ich habe da keine schlechten Erinnerungen, weil ich ihn nur trocken kenne.

    Trotzdem bin ich ja auch aus der Co-Ecke. Und habe diese Muster in mir. Genau so, wie mein Mann für seine zufriedene Trockenheit selbst sorgen muss, muss ich das auch für mich. Also ich gebe Acht auf mich, um nicht wieder in alten Mustern zu hängen. Das geht manchmal schneller, als mir lieb ist :? . Aber der Unterschied zu früher ist, dass ich es schnell merke und gegensteuern kann.

    Alte Muster, was sind das für welche. Bei mir z.B., wenn ich wieder anfange, mich zu verbiegen, mich und meine Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen. Wenn ich seine Befindlichkeiten über meine stelle. Wobei das bei mir nicht passiert, weil ich Angst habe, er könnte trinken. Das ist in meinem Kopf einfach nicht vorhanden. Aber es gibt ja noch andere Gelegenheiten. Wenn ich Verantwortung übernehmen will, die nicht meine ist. All sowas.

    Inzwischen habe ich gelernt, gut für mich selbst sorgen zu können. Ich habe gelernt, mich zu sehen und ernst zu nehmen. Ich habe endlich erkennen können, dass ich wertvoll bin, dass ich selbstbewusst sein darf, dass ich "nein" sagen darf und "stopp". All sowas. Meistens klappt das...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Frank,

    ich komme aus der Co-Ecke, bin keine Alkoholikerin. Trotzdem schreib ich dir mal was.

    Ich weiß nicht genau, was du dir von Antworten ehemals nasser Frauen erwartest, obwohl, eine kleine Ahnung habe ich. Denn ich war ja auch mal in deiner Lage. Nur eben, mein Exmann war derjenige, der getrunken hat. Aber das Muster ist ja immer gleich, auf irgend eine Art. Egal ob Männlein oder Weiblein. Also ich hätte mir damals gewünscht, dass mir ein ehemals Nasser gesagt hätte, wie ich mit meinem Ex umgehen sollte, damit er aufhört damit. Mit dem Saufen.

    Es gibt kein Patentrezept dafür. Niemand kann einen nassen Alkoholiker trocken legen. Nur derjenige, der trinkt, kann entscheiden, ob er /sie aufhören will oder nicht. Da kannst du dich kopfstellen...

    Deine Möglichkeit ist, für dich selbst was zu tun. Dafür kannst du hier viel erfahren, in der Abteilung für Angehörige, Coabhängige. Ich hab heute noch nicht geguckt, vielleicht bist du da ja inzwischen gelandet, mit einem eigenen Thread.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    das neue Jahr hat soweit gut begonnen. Außer, dass ich wieder Probleme mit meiner Haut habe :? . Ich habe sowas wie Ekzeme am Nacken, das zieht sich bis hinter die Ohren. Zuerst war ich letzte Woche bei meinem herkömmlichen Hautarzt, der ja so nett ist, eigentlich. Da gaben die mir einen Termin Ende Januar :shock: . Ich war wie vor'n Kopf geschlagen...Starker Juckreiz, dunkelrote Hautstellen, Brennen...

    Auf mein Drängen hin wurde mir gesagt, sie würden mich anrufen, wenn jemand absagt, vorher. Na vielen Dank :evil: . Ich habe dann, auf altbekannte Art, ein paar Tage rumgeeiert. Auch das habe ich ja ab und an noch. Leider... Und dann habe ich gestern bei einem anderen Arzt angerufen, und siehe da, ich habe einen Termin für Freitag früh! Damit kann ich leben!

    Also, wieder mal hat's mir was gezeigt, im Leben. Es ist wichtig dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Rumeiern bringt mich nicht weiter. Weiter bringt mich, aktiv zu werden und was zu tun, damit es mir wieder gut geht. Ich finde das ganz klar, es lässt sich übertragen, auf alles, oder?

    Aurora

    Hallo Leonia,

    ich freu mich, dass du auf meinen Beitrag eingegangen bist!

    Deine Frage ist berechtigt. Ich wurde schon öfter mal darauf angesprochen, auf diese Verbindung mit meinem Mann. Hier im Forum, in meinem Fädchen hier im offenen Bereich, aber auch im geschlossenen. Ob ich keine Angst hätte, ob ich mit der Coabhängigkeit da klar kommen würde.

    Ich habe einen Mann geheiratet, der Alkoholiker ist, trocken seit August 2006. Ich kenne diesen Mann nur trocken, wir haben uns ja erst im Winter 2007 kennen gelernt. Darum hat mich an ihm nichts an das nasse Verhalten meines Exmannes erinnert. Für mich ist er erstmal der Mann, den ich liebe. Ich fand und finde ihn attraktiv, er ist groß und kräftig und ich mag seine Art. Ich habe mich ja in den Mann "Dante" verliebt, nicht in den "Alkoholiker". Ich fand und finde aber auch gut, wie er achtsam mit sich umgeht, um seine Krankheit weiß und da konsequent seinen Weg geht. Denn er möchte zufrieden trocken leben. Das hat mir auch schon am Anfang sehr imponiert, denn es ist um so viel ehrlicher als das, was damals mein Exmann machte, nach der Trennung, als er aufhörte zu trinken. Zu diesem Umgang mit sich selbst kommt, dass mein Mann mir seine Liebe zeigt, mich annimmt, wie ich bin. Dass er meine Grenzen akzeptiert und ich seine. Dass wir auf gleicher Augenhöhe sind.

    In meinem Fädchen hier im offenen Bereich schreibe ich auch darüber, welche Schwierigkeiten oder Dinge ich ab und an habe. Das ist aber kaum wegen Ängsten bezüglich eines Rückfalls, es sind eher andere Dinge, die in meinem Kopf abgehen. In meinem Tagebuch im geschlossenen Bereich schreibe und tausche ich mich viel intensiver darüber aus, weil es dort nicht so öffentlich ist. Trotzdem bin ich immer darum bedacht, auch im offenen davon zu schreiben, weil ich es wichtig finde, da meinen Weg auch weiter aufzuzeigen.

    Ja, mein Mann könnte rückfällig werden. Wir haben darüber beide geredet, intensiv, und wir reden bei Bedarf meinerseits noch immer darüber. Offen und ehrlich. Ich habe keine Probleme, ich meine damit, ich denke nicht an einen Rückfall meines Mannes. Ich vertraue ihm, ich kenne ihn ja nur trocken und er hat mich noch nie enttäuscht. Und er lebt sein Leben eben sehr bewusst. Das gibt auch mir Sicherheit. Ansonsten wäre ich nicht mit ihm zusammen!

    Es gibt bei mir noch immer bestimmte Dinge, die mich triggern. Die alte Erinnerungen hervor rufen, im Zusammenhang mit meinem Exmann und dessen Trinken. Da hatte ich z.B. letztes Jahr im Urlaub eine Situation. Ich habe es hier in meinem Fädchen zu stehen. Darüber rede ich offen mit meinem Mann. Und ich habe ihm auch gerade erst am Wochenende eine Grenze gesetzt und ihm gesagt, er solle etwas Bestimmtes nicht mehr machen, weil es in mir böse Erinnerungen hervor ruft. Das hat mein Mann sofort akzeptiert. Er hatte sich dabei nichts gedacht, weil es auch was ganz alltägliches für ihn war. Es ist also wichtig, offen und ehrlich zu sein. Ich erwarte das auch von ihm.

    Ich habe ja auch zwei SHGs. Hier das Forum, dort die Gruppe im realen Bereich. Beide Gruppen geben mir sehr viel, jede auf ihre Art. Warum nicht. Aber ich rede hier nicht groß weiter über die eine SHG, (außer, dass wir dort Sylvester feiern waren), genauso wenig rede ich in der realen SHG über das Forum. Ich gebe und nehme aus jeder dieser Gruppen das, was ich kann.

    Das

    Zitat

    In den realen SHG`s, die ich besuche, kann ich mich mit Angehörigen darüber austauschen. Erfahre ich, was sie erlebt haben, wie sie mit ihren Ängsten und Bedenken umgegangen sind. Diese Gruppen sind für mich und auch für meinen Partner eine ganz wesentliche Stütze.


    ist doch eine klare Aussage von dir. Und auch, dass du es für dich empfindest, dass hier der Austausch von Angehörigen, deren Partner trocken geworden sind, gering ist.

    Du kannst doch dann für dich entscheiden, ob es dir trotzdem was bringt, dich auch hier auszutauschen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Leonia,

    du schreibst bei Lawyer

    Zitat

    Auch ich werde hier immer wieder mal bohrend gefragt, warum ich hier bin, was ich mir vom Forum erwarte etc.pp., allerdings immer nur dann, wenn ich wieder mal was geschrieben habe, was irgendjemanden sauer aufstößt.


    Es tut mir leid, wenn du meine Frage als "bohrend" empfindest. Das "irgendjemand" beziehe ich mal auf mich, verbesser mich, wenn es anders ist.

    Ja, es ist mir sauer aufgestoßen, dass du in anderen Fädchen Reklame für deine reale Gruppe machst, auch wenn du nicht den Namen der Organisation nennst. Sieh es mal so. Das Forum hat mir viel gebracht und es ist meine SHG. Für mich als Angehörige.

    Stell dir vor, es kommt jemand in deine reale Gruppe, setzt sich da hin und hört ein wenig zu. Um dann zu sagen, "also, was ihr hier verbreitet und befürwortet, das passt mir nicht. Es ist für mich nicht akzeptabel. Es widerstrebt mir. Es ist für mich falsch. " Usw. Wenn der Mensch nun immer mal wieder kommt und das sagt, und dann noch sagt, "also, ich habe da eine Gruppe, da ist der Austausch, da kann ich reden und alles ist wunderbar dort für mich. Also ich empfehle, solche Gruppe ist toll!" Was würdest du da denken?

    Also ich würde denken, bzw. ich denke, hm, warum ist der Mensch dann hier, wenn ihm der Austausch hier nicht passt und er in der anderen Gruppe da anscheinend besser bedient ist? Was will dieser Mensch dann hier erreichen? Will er schlecht machen, was hier passiert? Oder warum ist das so?

    Hier ist ein guter Platz für viele Menschen, sich auszutauschen. Es gibt mit Sicherheit noch viele andere gute Plätze, wo das so ist. Ich war damals bei 2 verschiedenen Organisationen, um mir Hilfe zu holen, bei beiden hat es mir nicht gefallen, aus verschiedenen Gründen. Also bin ich da nicht mehr hingegangen. Warum auch? Was hätte mir das gebracht?

    Hier passt es für mich.

    Deshalb habe ich meine Frage gestellt, und wie ich hier nachgelesen habe, nicht zum ersten Mal... Du siehst es als Angriff auf deine Person, jedenfalls kommt es bei mir so an. Verbesser mich, wenn es nicht stimmt. Meine Frage war ganz einfach: was ist der Grund, weswegen du hier bist?
    Ich kann das erweitern. Was bringt es dir, hier zu sein?

    Denn wenn ich eine SHG aufsuche, erwarte ich doch auch einen Nutzen davon, für mich. Ich erwarte, Denkanstöße zu bekommen, Erfahrungen zu hören, eigene Erfahrungen weiter zu geben. Ich erwarte ein Geben und Nehmen in Dingen, also hier in diesem Bereich, über Coabhängigkeit und all dem, was damit zusammen hängt.

    Aurora

    Hallo Julia,

    du schreibst

    Zitat

    Ich habe hier bei vielen Angehörigen gelesen, dass es auch bei ihnen eine Zeit gebraucht hat, bis sie sich wirklich vom trinkenden Partner getrennt haben, auch wenn die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann, schon viel früher da war.


    Ich zähle mich zu diesen Angehörigen dazu.

    Es hat lange gedauert und vieler Schritte bedurft, bis ich den ultimativen Schritt machen konnte. Bis ich mich endlich für ein Leben in Zufriedenheit und Ruhe entscheiden konnte, für ein lebenswertes Leben. Ich habe eine sehr gute Lieblingsfreundin, die hat schon vorher ab und an mal gesagt, "trenn dich doch, was lebst du für ein Leben...", ich war dann sauer auf sie, wollte das nicht hören. Denn ich war dazu - noch - nicht bereit. Dazu brauchte es noch einiger Runden. Trotzdem haben mich diese Gespräche mit meiner Freundin aufgebaut, mir viele Denkanstöße gegeben. Es hat gepiekt, was sie gesagt hat, es hat richtig weh getan, teilweise. Aber gerade da hab ich dann hingesehen und was erkannt, für mich.

    Ich fand dann dieses Forum hier, es war ein Zufall, obwohl - ich glaube nicht an Zufälle... Da war ich schon dabei, den für mich wichtigsten Schritt zu machen. Mich zu trennen. Ich habe es geschafft, mir ein gutes Leben aufzubauen, ich erkenne meine coabhängigen Strukturen und sehe zu, sie auf Eis liegen zu lassen. Ich bin damals hier angekommen, um mich mit Mitbetroffenen austauschen zu können. Da habe ich mal liebe Worte gehört, mal Bestärkungen in meinem Weg, mal wurde mir was geschrieben, da hatte ich dran zu kauen. Mal wurde mir was klar, etwas, was ich sehen konnte, weil ich ehrlich war zu mir. Das hat dann weh getan, mich wütend gemacht oder traurig. Es hat mich sortieren lassen.

    Und ich bin hier im Forum, immernoch, damit ich meine Auseinandersetzung mit dieser Thematik habe, für mich am Ball bleiben kann. Aber auch, um anderen Menschen aufzuzeigen, wie es gehen kann. Ich habe durch diese SHG hier sehr viele gute Denkanstöße bekommen, hilfreiche und auch schmerzhafte Denkanstöße. Ich war bereit, mich auszutauschen und was anzunehmen. Weil ich was ändern wollte, weil ich nie wieder so leben wollte wie all die Jahre. Das möchte ich jetzt einfach weiter geben. Und ich mache das auch, damit vielleicht der/die Eine oder Andere nicht so lange rumeiert, wie ich das getan habe. Dafür ist ja eine SHG da, um Wege aufzuzeigen. Um sich auszutauschen. Um Erfahrungen weiter zu geben. Um anzunehmen. Um Unterstützung, Rückenstärkung zu bekommen.

    Für mich war es gut, mich zu trennen, damals. Es gab keine Liebe mehr, die Sucht beherrschte meinen und Exmanns Alltag. Ich kenne aber auch Paare, die sind zusammen geblieben. Bei denen hat es geklappt, weil beide bereit waren, was zu verändern. Von sich aus!

    Ich kenne auch Paare, da hat keiner was geändert... Da wurde dann der Partner gepflegt, schlussendlich, weil er Korsakow hatte. Da war der/die Mitbetroffene selbst krank, sogar selbst alkoholabhängig geworden. Auch das sind Lebensläufe, die passieren! Es hat jeder das Recht, für sich selbst zu entscheiden, wie es laufen soll.

    Das ist jetzt einfach mal meine Sicht der Dinge. Ich will hier nicht klug daher schreiben oder jemandem was überstülpen. Ich teile einfach meine eigenen Erfahrungen mit und stelle sie zur Verfügung. Entscheiden muss jeder für sich selbst, das schreibst du ja auch, Julia. Wie geht es dir denn jetzt, nach all den vielen Beiträgen hier?

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Schmetterlingsfee,

    deine neuen Beiträge, also die, die du nach einem Jahr jetzt geschrieben hast, klingen schon sortierter als die, die du anfänglich hier geschrieben hast. Das ist gut, es ist was passiert bei dir!

    Es geht langsam vorwärts, das ist auch ok, bei mir hat es auch gedauert, bis ich meine für mich entscheidenden und wichtigsten Schritte machen konnte.

    Du schreibst

    Zitat

    Wir drehen uns im Kreise.


    Ja, das ist das Prinzip in coabhängigen Beziehungen mit Abhängigen. Alles dreht sich im Kreis, aber im Mittelpunkt, im Zentrum des Kreises, steht der Alkoholiker und trinkt ganz in Ruhe. Um ihn herum dreht sich alles... Es routiert und konzentriert sich nur auf ihn. Wirbel über Wirbel, er trinkt ganz gelassen da in der Mitte. Warum sollte er was ändern daran, wo er doch so schön geschützt da in der Mitte steht und in Ruhe saufen kann...

    Jeder von den Beteiligten kann diesen Kreis durchbrechen. Dann kann er gestoppt werden und es wird sich was neu sortiert. Aber dann muss die Veränderung auch konsequent sein. Sonst hält das ganze Gebilde nur kurz an, um dann langsam wieder in Fahrt zu kommen, auf den alten Bahnen.

    Du schreibst, du nimmst nun z.B. nicht mehr alles hin, was er macht. Das ist ein Schritt. Was kann denn der nächste Schritt sein, der daraus folgt? Was kannst du jetzt weiter tun, für dich?

    Viele Grüße
    Aurora