Beiträge von Aurora

    Hallo Julia,

    nun geht es hier die ganze Zeit nur darum, was du denkst, was dein Mann nun machen soll. Damit ein Zusammenleben nach deinen Vorstellungen funktioniert. Du willst, dass er was ändert, damit alles gut ist.

    Was ist denn nun aber mit dir? Willst du sitzen und abwarten, was sich tut, was er nun tut? Du schreibst, dass du nur noch aushältst, neben ihm. Wie sieht es denn aus bei dir. Warum bist du mit ihm zusammen, was meinst du. Ist das Liebe, was du für ihn spürst?

    Hier in deinem Fädchen geht es ja um dich. Und in deinem Leben geht es sowieso um dich. Was hast du denn für dein weiteres Leben so geplant? Aushalten, weiterhin? Abwarten, dass er was ändert? Meinst du nicht, dass du auch was tun kannst, für dich, um ein zufriedenes Leben zu haben? Du überlässt die Verantwortung für dein Wohlbefinden ihm. Er soll was ändern. Was, wenn er aber garnichts ändern will, weil es ihm gut geht, so wie es gerade ist?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    lieber Rhein, er bekommt die Daten alle schriftlich, dann werde ich sehen. Danke für deine Gedanken.

    Liebe Melanie, ja, ich bin froh, mich abgrenzen zu können. Und ich wäre nicht mit Dante verheiratet, würde er es nicht so machen, wie er es macht. Denn das fühlt dich auch für mich alles richtig und gut an. Ich sehe, dass er sich und seine Sucht sehr ernst nimmt! Achtsam ist, aufmerksam, konsequent. Trotzdem genießen wir unser Leben in vollen Zügen. Das Eine schließt ja das Andere nicht aus. Danke auch für deine Gedanken!

    Huhu Ayki, schön, dass du mich mal wieder hier in meinem Fädchen besucht hast! Ja, du hast Recht, ich bin für mich selbst verantwortlich, dafür, wie es mir geht. Und das nehme ich ziemlich ernst, inzwischen.

    Aber nun lasse ich doch mal einiges hier, weil ich es wichtig und nachdenkenswert finde.

    Ich bin seit 4 1/2 Jahren getrennt vom Ex. Inzwischen seit fast 7 Monaten wieder verheiratet, mit einem wunderbaren Mann! Ich habe ein schönes, zufriedenes Leben und einen ganz schönen Weg zurück gelegt. Ich habe mich ent-wickelt, aus meiner Coabhängigkeit. Sozusagen. Ich weiß, ich habe diese Muster in mir, aber ich weiß auch inzwischen, wie ich gut damit umgehen kann. Und vieles von den Mustern konnte ich schon umleiten in neue Muster. Und ich habe eine Therapie gemacht, auch die hat mich enorm weiterbringen können. Und natürlich, ganz wichtig für mich, ist der Austausch hier im Forum! Das ist Gold wert!

    Mein Exmann ist nüchtern geworden, damals, als ich mich trennte. Ich habe also damals wieder den nüchternen Mann kennen gelernt. Und ich habe es geschafft, da eine gute Kommunikationsbasis aufzubauen, dass wir miteinander umgehen konnten wie Freunde, in etwa. Wir haben uns das Auto geteilt, sind zusammen zu den Kindern gefahren, haben uns unterhalten über verschiedene Belange, die so nach und nach auftauchten. Das war alles unkompliziert geworden. Er war klar im Kopf, soweit.

    Und nun taucht wieder der alte Mann auf, ungewiss, wann er nüchtern ist, wann besoffen. Er lässt die alten Sprüche und Beteuerungen ab, verhält sich wie damals schon. Nass. Und als ich das merkte, ging auch in mir wieder vieles von den alten Mustern los! Obwohl der Abstand groß ist, ich ein völlig neues und anderes Leben führe, glücklich bin!

    Es triggert was an in mir! Ich muss viel Energie aufbringen, da nicht in alte Dinge zu fallen. Teilweise ist mir das nicht gleich gelungen. Letztens, als ich ihn traf, da war er nüchtern, da habe ich zuerst so reagiert, wie ich es früher tat, wenn er aus dem Suff wieder auftauchte. Ich merkte das aber schnell, aber es hat mich schon erschrocken. So schnell geht das. Und als wir am Montag telefonierten und ich merkte, er hat wieder getrunken, da waren auch wieder die alten Gefühle da.

    Da war erstmal die Starre in mir, "er hat es doch wieder getan, trotz aller Beteuerungen." Dann kam ein wenig die alte Wut, Enttäuschung hoch. Ich habe dann auch nur das Nötigste gesagt und dann das Gespräch beendet! Ich will das nicht mehr! Aber es hat mich schon erschüttert, wie schnell das alte Spiel wieder losgehen kann!

    Und das, obwohl ich seit doch relativ langer Zeit da weg bin, getrennt bin, einen neuen Mann habe und ein glückliches Leben hier führe. Obwohl ich mir sehr bewusst bin über meine Muster. Ich habe gemerkt, es ist wirklich das beste, Abstand zu haben. Keinen Kontakt. Ich habe das auch abgebrochen, er bekommt, was er noch bekommen muss, in den Briefkasten gesteckt! Ich will nichts wissen, es ist mir egal, was er treibt. Natürlich höre ich noch ab und an wohl was über meine Kinder von ihm. Das ist aber auch alles.

    Gestern abend z.B., da habe ich mit meiner Tochter telefoniert. Sie erzählte mir, dass ihr Vater sie angerufen hat. Da war er anscheinend auch nüchtern. Und er möchte sich verabreden, mit ihr. Aber sie will das nicht, es ist ihr zu blöd. Wie sie sagt. Kann ich verstehen. Sie findet es einfach zu unsicher, wie er da auftaucht, obwohl ich ihr sagte, sie könne ihn dann guten Gewissen rauskomplimentieren. Wenn er betrunken da auftaucht. Aber sie will das Risiko nicht eingehen.

    Nun gut, sie weiß, sie kann mich jederzeit anrufen, mich fragen. Unterstützung bekommen. Aber das ist das Einzige, was mich noch verbinden soll. Solange er trinkt, gehört er nicht in mein Leben. Nicht mal annährungsweise. Weil ich einfach nicht 100%tig sicher bin, dass ich damit in einem für mich vernünftigen Rahmen damit umgehen kann. Weil ich mir mein Leben, das ich jetzt habe, einfach nicht kaputt machen will. Weil ich Dante sehr liebe. Ich bin froh, dass ich ihn habe, dass wir darüber reden können, dass er mich unterstützt und versteht, worum es mir geht.

    Das wollte ich einfach mal hierlassen. Abstand zu nassen Alkoholikern, vor allem, wenn sie einem irgendwo schon nahe stehen, ist für Cos die einzige Möglichkeit, ein ruhiges Leben führen zu können. Das habe ich mal wieder am eigenen Leib erfahren, gerade. Und es ist gut, dass ich so weit schon bin, das zu erkennen, zu realisieren und dagegen sofort was machen zu können.

    Aurora

    Hallo Julia,

    willkommen im Forum!

    Du schreibst:

    Zitat

    Vielleicht kann mir jemand einen Ratschlag geben, wie ich mit den Lügen und der Einstellung meines Mannes zum Alkohol umgehen soll.


    Und im Prinzip gibst du dir doch selbst schon die Antwort:

    Zitat

    Ich will jedenfalls nicht mehr so weitermachen.

    Nicht mehr weiter machen, nicht mehr mitmachen.

    Wie kannst du nun mit den Lügen und der Einstellung deines Mannes umgehen. Ich frag dich mal, was meinst du, wie lange du nun noch "aushalten" möchtest. Du schreibst ja selbst, du möchtest so nicht mehr weiter machen. Was meinst du, was du tun kannst?

    Zuerst mal hast du dich ja schon hier angemeldet, um dich auszutauschen, das ist ein guter Schritt. Jetzt können noch viele Schritte folgen. Hast du dir schon mal überlegt, dich zu trennen?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Lottemotte, danke für die Glückwünsche! Ja, hört sich toll an, ist auch in echt toll.

    Das Ballett war einfach schön. Das ganze Wochenende war schön. Wir haben unsere Lichter angebracht und gemütlich Gänsekeule gegessen. Und mal wieder, nach langer Zeit, abends einfach nur ferngesehen. Am Sonntag gab es Ausschlafen und ein ausgiebiges Frühstück. Dann Rumkramen und dann das Ballett. Als krönenden Abschluss, sozusagen.

    Ich bin wieder eingetaucht in eine Welt aus Musik und schönem Tanz, in eine Traumwelt. Ich war ganz erfüllt, ich kann da sitzen und das erleben, neben mir mein Mann, ganz warm und vertraut. Wir sitzen da und genießen, was wir da sehen und hören. Das ist einfach schön.

    Und die andere Seite...

    Vorhin habe ich meinen Exmann angerufen, um ihm unsere Kontonummer mitzuteilen. Wohin er meinen Autoanteil überweisen soll. Er war stinke besoffen :( . Ich bin heilfroh, dass ich da raus bin, heilfroh, dass ich auch das letzte Zipfelchen gekappt habe. Ich will das nicht mehr! Nie wieder sowas. Das Neue ist 1000 Mal besser! Das Genießen und leben, erleben. Das Leben und Lachen. Und Lieben.

    Aurora

    Hallo Lottemotte,

    Zitat

    Es wird sich nichts ändern

    Gut erkannt! Es wird sich solange nichts ändern, wie du selbst nicht anfängst damit. Einfach nur verharren und sehen, was passiert, das bringt dich nicht weiter.

    Was kannst du machen? Erstmal bist du schonmal hier im Forum. Da kannst du dich ehrlich austauschen. Im geschlossenen Bereich geht das auch noch besser als hier, da kannst du nämlich wirklich offen schreiben, dir alles von der Seele schreiben. Oder du suchst dir eine SHG in deiner Nähe. Du kannst zu einer Suchtberatung gehen. Auch das geht.

    Und du kannst deine Handynummer wechseln, damit er nicht mehr dauernd Smsen kann. Du kannst ihm klipp und klar sagen, dass Schluss ist und du das Spiel nicht mehr mitmachen willst. Das musst du dann natürlich auch konsequent einhalten. Wenn er dich belästigt, kannst du die Polizei rufen.

    Also das sind ein paar Tipps von mir. Machen musst du selbst. Und du wirst sehen, wenn du konsequenbt anfängst zu machen, wird dein Leben auf einmal wieder an Qualität gewinnen. Aber wie!

    Welchen Schritt willst du als nächstes machen?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Lindi,

    ganz ehrlich, ich sehe es so wie Speranza.

    Was hält dich dort noch fest? Warum nimmst du es in Kauf, so zu leben? Du schreibst über all die Dinge, was so passiert und was es mit dir macht. Dass du dich schlecht damit fühlst.

    Es liegt an dir, dass zu ändern! Niemand sonst kann das, das musst du tun. Du drehst dich nur im Kreis, immer wieder. Du kannst da raus aus dem Kreis, aber du musst dafür aktiv werden.

    Grüße von Aurora

    Hallo,

    liebe Melanie, vielen Dank für die Glückwünsche. Und die lieben Worte.

    Ja, wir werden das schaffen. Und es fühlt sich gut an, jeden Tag besser! Es ist so frei, irgendwie. Ich habe einen ziemlichen Weg schon hinter mir. Und immer noch kommen neue Dinge dazu, die mich noch und noch weiter bringen und mich gut fühlen lassen. Ich kann immer besser und immer einfacher Verantwortung übernehmen. Für mich! Für andere konnte ich das schon immer gut. Nun bin ich dran! Ich bin endlich erwachsen geworden. Wurde ja auch Zeit :wink: .

    Heute gibt es einen gemütlichen Sonnabend, wir wollen die Lichter an den Fenstern anbringen, und auf dem Balkon. Das ist dann immer so gemütlich, mit diesen Lichtlein. Irgendwie mag ich diese Jahreszeit auch...Und dann wird schön gekocht.

    Morgen gehen wir in die Deutsche Oper, da gibt es ein Ballett. "Peer Gynt", ich bin gespannt. Die Musik davon ist jedenfalls schön, ich mag Edvard Grieg.

    Ich bin froh, dass ich diese ganzen schönen Dinge machen kann, jetzt. Mich wohlfühhlen und freuen kann auf Dinge, Ereignisse.

    Aurora

    Liebe Ayki,

    na das ist ja schön, dass du was von dir hören lässt! Und dann noch so gute Neuigkeiten. Das ist toll!

    Ich kann das nur unterstreichen, was du schreibst! Wenn ich den Mut habe zu verändern, wenn ich den Mut habe, hinzusehen, wenn ich den Mut habe, meine Ängste anzunehmen und nicht mehr als Bedrohung zu sehen, dann geht es . Wenn ich selbst aktiv werde für mich und mein Leben, dann klappt das.

    Liebe Grüße an dich
    Aurora

    Hallo Marni,

    willkommen im Forum!

    Wo stehst du, nach so langer Zeit, fragst du... Ich denke, du stehst hilflos und erstarrt neben deinem Mann und wartest, was passieren wird. Ist er betrunken und nässt sich ein, bist du angeekelt. Ist er wieder nüchtern, ist er lieb und du bist hin- und hergerissen.

    Du schreibst, ihr lebt nebeneinander her quasi, wie in einer WG. Ist es das, was du von deinem Leben erwartest? Du sehnst dich nach Nähe, Umarmung, S.e.x. Das ist doch normal, aber du versagst es dir, weil du lieber starr und hilflos neben deinem Mann stehst.

    Du wirst nur was für dich erreichen, wenn du selbst auch aktiv wirst. Dir überlegst, was du denn nun von deinem Leben noch erwartest. Einen Lebensabend irgendwann mal, auf diese Weise? Es wird ja nicht besser werden mit dem Zustand deines Mannes, Alkoholismus ist eine fortlaufende Erkrankung Wenn sie nicht gestoppt wird, dann geht das immer schneller immer tiefer bergab.

    Warum meinst du, im Falle einer Scheidung würdest du euren Lebensraum zerstören?

    Es ist gut, dass du dir psychologische Hilfe gesucht hast. Da wirst du eine Menge sehen, erkennen, aufarbeiten können.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    wir haben es gemacht :D ! Wir haben gestern ein Auto gekauft!

    Ist das ein Gefühl. Das letzte Fitzelchen, was mich am Exmann festgehalten hat, ist somit auch weg. Ich brauche es nicht mehr!

    Es waren so viele Ängste in mir, vor kurzer Zeit noch. Ängste, nicht selbst ein Auto finanzieren zu können. Ängste, die Verantwortumng alleine tragen zu müssen. Das ist alles Gestern. Heute ist, dass ich durchaus in der Lage bin, alles selbst zu managen. Zusammen mit Dante, klar! :D !

    Der letzte Anstoß war sicher Exmanns Rückfall. Da ist mir ganz klar geworden, in welche Muster ich wieder reinrutsche. Und dass ich das nie mehr will. Nie mehr!

    Ich habe auch mit dem Ex telefoniert, gestern abend. Ihm gesagt, dass wir nun ein Auto haben, nächste Woche wird es für uns fertig sein. Und dann hat er sein Auto für sich alleine. Er fing dann auch wieder an, seinen Rückfakll zu erklären und zu rechtfertigen. Ich dachte, bei ihm ist es auch wie früher. Wenn er nüchtern wurde, dann rechtfertigte er auch immer, verteilte die Schuld gleichmäßig auf verschiedene Menschen und Umstände. Aha... Ich hörte es mir kurz an, sagte kurz was. Er wollte weiter rechtfertigen, da habe ich ihn unterbrochen. Ihm gesagt, "ich habe Telefonnummern, da sind Menschen, die verstehen, was in dir vorgeht. Ich kann dir gerne die Nummern geben. Wenn du willst. Ich bin nicht in der Lage, dir eine angemessene Beraterin zu sein. Dazu bin ich zu dicht dran." Er war baff, dann hat er das Thema gewechselt und wir haben das Gespräch beendet.

    Das fühlt sich gut an so, für mich. Alles fühlt sich gut an. Ich habe wieder einen großen Schritt machen können!"

    Aurora

    Liebe Melanie,

    diese Einstellung finde ich gut

    Zitat

    vertrau auf dich, du schaffst das, bleib so offen wie du bist und zieh dich nicht ins schneckenhaus zurück


    auch wenn es schwer ist und momentan traurig für dich. Es tut mir leid, dass dir das nun passiert. Aber ich sag dir was. Ich habe dich ja im Sommer persönlich kennenlernen dürfen. Und mir ist da eine offene, trotzdem etwas vorsichtige (was völlig ok ist und angemessen), sympatische, hübsche Frau in Erinnerung. Du bist richtig, wie du bist, finde ich.

    Kriegst jetzt von mir einen virtuellen Wochenendsdrücker und ganz liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Birgit,

    willkommen im Forum!

    Eklisee und Joanne haben dir schon geschrieben, wie du solche Eskalationen vermeiden kannst. Ich schließe mich den beiden an, denn es ist so. Am Besten ist, einfach rausgehen, dich nicht reinziehen lassen. Das ist tatsächlich die einzige Möglichkeit. Und zusehen, dass du Dinge machst, die dir gut tun, dich ablenken, dir Freude machen.

    Wie geht es dir inzwischen?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo inga,

    obwohl du ja schon einige Tage im Forum bist, sage ich dir "hallo hier" in deinem eigenen Fädchen! Schön, dass du das aufgemacht hast und in einen Austausch gehen möchtest. Der Austausch kann dir sehr viel bringen! Ich habe schon ab und zu Kommentare von dir hier auch gelesen, bei anderen, das stimmt. Gut, dass du jetzt auch was von dir erzählst.

    Und was du beschreibst ist so richtig typisch für Cos. Diese Gefühle nach der endlich geschafften Trennung. Das innerliche Zerren, diese Unruhe. Das beschreibst du gut! Und du hast ja auch gut geschafft, dich davon schon zu entfernen, dass es dir besser geht. Klasse!

    Du hast dich auch von "Freunden" getrennt. Das hast du für dich erkannt, dass du dich nicht mehr ausnutzen lassen willst. Das ist ein wichtiger Schritt. Ich habe mich im Laufe meines Prozesses auch von einigen "Freunden" getrennt, auch von der Sippe meines Exmannes. Weil die mir nicht gut taten. In meinem Leben habe ich nun Menschen, die besser zu mir passen, finde ich. Auch wenn nicht immer alles optimal ist, das wäre ja dann Paradies, kann ich zumindest Grenzen setzen und gut für meine Befindlichkeiten einstehen. Und "nein" sagen. Das ist ein Prozess, dahin zu kommen, das zu können. Du machst das nun Schritt für Schritt, das ist genau richtig so!

    Du schreibst, dass dein Ex dich bis heute nicht richtig in Ruhe lässt. Das verstehe ich nicht. Wie kann er denn immer noch in dein Leben reinkommen? Ich meine, gut, ich habe auch noch Kontakt mit meinem Exmann, weil wir die gemeinsamen Kinder und Enkel haben. Aber sonst... Na gut, ich schreib dir mal meine Erfahrung, wie's mir jetzt erging. Ich teile mit meinem Exmann das Auto. Wir wohnen ja in einem gemeinsamen Wohnkomplex. Mein Ex war ja auch nach der Trennung nüchtern geworden, da stellte sich eine andere Kommunikationsebene ein. Aber vor kurzem hatte er einen Rückfall... Und ich habe gemerkt, wie schnell ich da wieder in meine alten Muster reinrutsche! Das hat sich nicht gut angefühlt und ich war ziemlich erschrocken. Deshalb geht das mit dem Auto jetzt dem Ende zu und Dante, mein Mann, und ich, werden ein eigenes Auto kaufen. Dann ist auch die letzte Verbindung gekappt und der Kontakt ist eben nur noch auf die Treffen bei den Kindern beschränkt.

    Es ist schwierig, mit jemandem Kontakt zu haben, sei es auch nur sporadisch, der dich immer wieder zurück zieht in die alten Dinge. Warum ist das so bei dir, mit dem Kontakt und dem Ex? Ist das nötig?

    Ich wünsche dir ein gutes Wochenende
    Aurora

    Hallo,.

    liebe Melanie, deine Bedenken haben ihre Berechtigung! Ich habe selbst seither schon viel nachdedacht.

    Ich habe nach dem Telefonat meinen Exmann zufällig beim Einkaufen getroffen. Er war nüchtern und wir sind zusammen den Weg nach Hause gelaufen, haben uns unterhalten wegen der Autosache. Aber ich habe gemerkt, wie das alte Co-Muster an mir gezerrt hat.

    Ich habe auf einmal ähnlich reagiert wie früher, wenn er nach einer Sauf-Phase erstmal wieder nüchtern war. Ich fing an, ihn zu drängen, überzeugen zu wollen... Da ging es wie ein Blitz durch mein Hirn. "Ey, was machst du da, meine Liebe :shock: !" dachte ich. "Ey, hör auf, das geht ja gaaaanich!"

    Und ich stoppte (puh, ein Glück) und wir redeten über banale Dinge. Und ich weiß seitdem, ich halte mich da soweit raus. Ich muss mich raushalten! Ich habe ihm alles gesagt, was ich auch sagen würde, wenn mich jemand um ein Gespräch bittet. Bei diesem Telefonat. Und ich habe ihm gesagt, wenn was ist, kann er sich melden, ich habe Telefonnummern von Leuten, an die er sich dann wenden kann. Und das ist auch gut so, abgeben. Mehr würde nicht funktionieren.

    Ich weiß das jetzt, hab es erkannt! Danke, dass du mich da auch nochmal darauf hingewiesen hast! So schnell kann's gehen, auch nach so langer Zeit...

    Ich weiß auch, dass ich da in der Suchthilfe aufpassen muss. Das geht auch gut. Aber beim Ex bin ich irgendwie betroffen. Und ich sehe nun, ich lass es sein. Ich muss mich schützen, anders geht das nicht.

    Aurora

    Hallo Nicole,

    ich finde es gut, dass du nun für dich Nägel mit Köpfen machst!

    Wichtig ist eben, du setzt dich nun in Bewegung. Dass du Rückhalt durch Freunde hast, ist schön. Und du kannst dich ja hier im Forum auch ausheulen, wenn dir danach ist.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ich will mal wieder ein wenig hier lassen...

    Es ist nun klar und deutlich. Der Exmann trinkt wieder. Letzte Woche hatten wir ein Telefonat und er konnte seine Zunge nur noch schwer beherrschen :? . 4 1/2 Jahre hat ausgehalten, so sehe ich das.

    Vorgestern hatten wir wieder ein Telefonat. Denn Dante und ich wollen nun ja ein eigenes Auto kaufen und ich wollte abklären, wie wir, also der Ex und ich, das handhaben. Ob wir eventuell seine Hälfte vom Auto übernehmen können. Da war der Ex soweit nüchtern. Und sofort hat er geredet.

    Zugegeben, einen Rückfall zu haben. Ich hatte das Gefühl, er war richtig erleichtert, mit jemandem da so drüber reden zu können. Wir haben dann eine dreiviertel Stunde geredet. Schließlich bin ich Suchtgefährdeten-Helferin. So habe ich mich auch verhalten. Ihm Dinge klipp und klar gesagt. Ihm zugehört. Spiegel vorgehalten. Und so weiter. Er hat sich für das Gespräch bedankt :shock: , sowas aber auch.

    Das wär früher nicht passiert. Da hatten wir eine ganz andere Gesprächskultur. Ich hätte im Sauffall gejammert, geheult, gezetert, ihm Vorwürfe gemacht aber auch versucht, ihn zum Aufhören zu zwingen. Das alles mache ich ja jetzt nicht, weil ich es nicht muss. Es ist sein Ding, was er macht, auch aus all dem, was ich ihm gesagt habe.

    Er hat erzählt, wie es zu seinem Rückfall kam, aus seiner Sicht, und ich erkenne Muster. Es läuft schon immer wieder ähnlich ab, so wie auch hier die Alkoholiker es beschreiben! Es lohnt sich, auf sie zu hören und den Weg zu gehen, den sie letztendlich gegangen sind, um eine dauerhafte Trockenheit zu erreichen. Eine zufriedene Trockenheit. Die Grundbausteine haben durchaus ihre Berechtigung...

    Und ich bin da raus aus dem Gespräch und es geht mir gut. Ich habe schon auch Gedanken, aber die sind schnell wieder weg. ich habe den nötigen Abstand zu all dem. Und ich merke schon, wie gewisse Co-Muster anspringen, aber ich kann sie stoppen, rausgehen. Puh, ein Glück! Denn - die Co-Muster sind da, unbestreitbar! Und sie zerren schon bissi...

    Ich lebe jetzt hier wieder mein glückliches Aurora-Leben. Mit meinem Mann, der ein wahrer Schatz ist und mich in meinen Dingen unterstützt, der mich lieb hat, wie ich bin. Und unser neuestes Projekt heißt : Autochen. Aufregend, ich hatte noch nie ein wirklich eigenes. Es waren immer Exmanns Autos, irgendwie. Und dass ich nun da was Eigenes auf die Beine stelle, ist für mich der letzte Schritt der Ablösung...

    Aurora