Hallo,
lieber Rhein, er bekommt die Daten alle schriftlich, dann werde ich sehen. Danke für deine Gedanken.
Liebe Melanie, ja, ich bin froh, mich abgrenzen zu können. Und ich wäre nicht mit Dante verheiratet, würde er es nicht so machen, wie er es macht. Denn das fühlt dich auch für mich alles richtig und gut an. Ich sehe, dass er sich und seine Sucht sehr ernst nimmt! Achtsam ist, aufmerksam, konsequent. Trotzdem genießen wir unser Leben in vollen Zügen. Das Eine schließt ja das Andere nicht aus. Danke auch für deine Gedanken!
Huhu Ayki, schön, dass du mich mal wieder hier in meinem Fädchen besucht hast! Ja, du hast Recht, ich bin für mich selbst verantwortlich, dafür, wie es mir geht. Und das nehme ich ziemlich ernst, inzwischen.
Aber nun lasse ich doch mal einiges hier, weil ich es wichtig und nachdenkenswert finde.
Ich bin seit 4 1/2 Jahren getrennt vom Ex. Inzwischen seit fast 7 Monaten wieder verheiratet, mit einem wunderbaren Mann! Ich habe ein schönes, zufriedenes Leben und einen ganz schönen Weg zurück gelegt. Ich habe mich ent-wickelt, aus meiner Coabhängigkeit. Sozusagen. Ich weiß, ich habe diese Muster in mir, aber ich weiß auch inzwischen, wie ich gut damit umgehen kann. Und vieles von den Mustern konnte ich schon umleiten in neue Muster. Und ich habe eine Therapie gemacht, auch die hat mich enorm weiterbringen können. Und natürlich, ganz wichtig für mich, ist der Austausch hier im Forum! Das ist Gold wert!
Mein Exmann ist nüchtern geworden, damals, als ich mich trennte. Ich habe also damals wieder den nüchternen Mann kennen gelernt. Und ich habe es geschafft, da eine gute Kommunikationsbasis aufzubauen, dass wir miteinander umgehen konnten wie Freunde, in etwa. Wir haben uns das Auto geteilt, sind zusammen zu den Kindern gefahren, haben uns unterhalten über verschiedene Belange, die so nach und nach auftauchten. Das war alles unkompliziert geworden. Er war klar im Kopf, soweit.
Und nun taucht wieder der alte Mann auf, ungewiss, wann er nüchtern ist, wann besoffen. Er lässt die alten Sprüche und Beteuerungen ab, verhält sich wie damals schon. Nass. Und als ich das merkte, ging auch in mir wieder vieles von den alten Mustern los! Obwohl der Abstand groß ist, ich ein völlig neues und anderes Leben führe, glücklich bin!
Es triggert was an in mir! Ich muss viel Energie aufbringen, da nicht in alte Dinge zu fallen. Teilweise ist mir das nicht gleich gelungen. Letztens, als ich ihn traf, da war er nüchtern, da habe ich zuerst so reagiert, wie ich es früher tat, wenn er aus dem Suff wieder auftauchte. Ich merkte das aber schnell, aber es hat mich schon erschrocken. So schnell geht das. Und als wir am Montag telefonierten und ich merkte, er hat wieder getrunken, da waren auch wieder die alten Gefühle da.
Da war erstmal die Starre in mir, "er hat es doch wieder getan, trotz aller Beteuerungen." Dann kam ein wenig die alte Wut, Enttäuschung hoch. Ich habe dann auch nur das Nötigste gesagt und dann das Gespräch beendet! Ich will das nicht mehr! Aber es hat mich schon erschüttert, wie schnell das alte Spiel wieder losgehen kann!
Und das, obwohl ich seit doch relativ langer Zeit da weg bin, getrennt bin, einen neuen Mann habe und ein glückliches Leben hier führe. Obwohl ich mir sehr bewusst bin über meine Muster. Ich habe gemerkt, es ist wirklich das beste, Abstand zu haben. Keinen Kontakt. Ich habe das auch abgebrochen, er bekommt, was er noch bekommen muss, in den Briefkasten gesteckt! Ich will nichts wissen, es ist mir egal, was er treibt. Natürlich höre ich noch ab und an wohl was über meine Kinder von ihm. Das ist aber auch alles.
Gestern abend z.B., da habe ich mit meiner Tochter telefoniert. Sie erzählte mir, dass ihr Vater sie angerufen hat. Da war er anscheinend auch nüchtern. Und er möchte sich verabreden, mit ihr. Aber sie will das nicht, es ist ihr zu blöd. Wie sie sagt. Kann ich verstehen. Sie findet es einfach zu unsicher, wie er da auftaucht, obwohl ich ihr sagte, sie könne ihn dann guten Gewissen rauskomplimentieren. Wenn er betrunken da auftaucht. Aber sie will das Risiko nicht eingehen.
Nun gut, sie weiß, sie kann mich jederzeit anrufen, mich fragen. Unterstützung bekommen. Aber das ist das Einzige, was mich noch verbinden soll. Solange er trinkt, gehört er nicht in mein Leben. Nicht mal annährungsweise. Weil ich einfach nicht 100%tig sicher bin, dass ich damit in einem für mich vernünftigen Rahmen damit umgehen kann. Weil ich mir mein Leben, das ich jetzt habe, einfach nicht kaputt machen will. Weil ich Dante sehr liebe. Ich bin froh, dass ich ihn habe, dass wir darüber reden können, dass er mich unterstützt und versteht, worum es mir geht.
Das wollte ich einfach mal hierlassen. Abstand zu nassen Alkoholikern, vor allem, wenn sie einem irgendwo schon nahe stehen, ist für Cos die einzige Möglichkeit, ein ruhiges Leben führen zu können. Das habe ich mal wieder am eigenen Leib erfahren, gerade. Und es ist gut, dass ich so weit schon bin, das zu erkennen, zu realisieren und dagegen sofort was machen zu können.
Aurora