Beiträge von Aurora

    Hallo Nicole,

    das ist ein wichtiger Satz

    Zitat

    Wieso sollte ich immer auf andere Rücksicht nehmen, wenn es mir dabei schlecht geht.

    Genau, wer zwingt dich dazu? Was meinst du, warum das so ist, dass du meinst, Rücksicht nehmen zu müssen?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, vielen Dank! Ja, die sind weich im Kopp, wenn sie "echten" Alk an solches Kind ausschenken, fällt das für mich unter Körperverletzung oder sowas. Ganz ehrlich
    Ich werde in Zukunft, falls ich sowas wie mit dem Erbschen wieder bemerke, da auch nicht meinen Mund halten. Leider ist es in unserer Gesellschaft wohl salonfähig und irgendwie ein "Muss", Alkohol zu konsumieren. Da wollen die Konsumenten eben auch die Kleinen dran teilhaben, an der "tollen Geselligkeit". "Es ist doch sooo lustig, sein mal nicht so pingelig." So in der Art, sowas höre ich schon, seit ich auch selbst abstinent lebe. Unverständnis, selbst Bedauern ist dabei. "Ach du Aaaaarme, keinen Schluck? Hat doch nur 3 %..." sowas in der Art. Da muss noch viel getan werden. Aber wer will das schon? Ich ja, aber wer noch? Die Anderen sind mächtiger, machen Werbung. Na gut, ich mach im Kleinen hier weiter. Jedes Ding zählt!

    So, und es ist einfach Fakt, mein Exmann trinkt wieder, nach 4 1/2 Jahren. Ich bin traurig, geb ich zu. Aber es ist seine Entscheidung. Vorgestern rief er hier an, er hatte eine Frage bezüglich des Autos. Das teilen wir ja - noch... Und er war voll wie 1000 Mann. Konnte seine Zunge nur noch schwer beherrschen.

    Ich habe gestern mit meinen Kindern geredet. Sie sind sehr betroffen, aber auch stinkewütend. Das ist normal, wie sie sich fühlen. Enttäuscht... Mein Sohn hatte es schon geahnt, er hatte letztens seinen Vater getroffen und gesehen, aber wohl seiner Wahrnehmung nicht trauen wollen.

    Ich habe Abstand. Das Carsharing werden wir wohl aufgeben, das ist nervig, aber ich will mich in nichts mehr reinziehen, was mit einem saufenden Exmann zu tun hat! Ich habe Angst, da in was zu schlittern, in was ich nicht schlittern will. Auf keinen Fall. Ich setze nicht mein Leben hier auf's Spiel, meine Ehe mit Dante schon garnicht! Ich bin froh, ich habe gut an mir gearbeitet, verändert, dass ich so denken und fühlen kann. Er tut mir schon irgendwo leid, der Ex, es lässt mich nicht ganz kalt. Auch oder gerade wegen der Kinder. Aber es trifft mich nicht bis in's Innerste.

    Aurora

    Hallo Nicole,

    willkommen zurück! Schön, dass du wieder hergefunden hast.

    Du fragst

    Zitat

    Ich weiss nicht, was ich tun kann um ihm zu helfen.


    Leider kannst du da garnichts machen. Es ist so. Du kannst nur was für dich machen.

    Er verheimlicht seinen Konsum, streitet ab. Das kenne ich zur Genüge von meinem Exmann. Es hat mir meine Wahrnehmungen damals ganz schön verdreht, ich wusste garnicht mehr zum Schluss, ob ich spinne oder er. Ich hab dann mal vorsichtshalber geglaubt, dass ich spinne... Ich hatte kein Vertrauen mehr in meine eigenen Wahrnehmungen und Gefühle.

    Du hast ihm gedroht, dich zu trennen und er hat erstmal aufgehört zu trinken. Auch das kenne ich zur Genüge. Es ist einfach so. Er legt eine Trinkpause ein, um dich wieder zu beruhigen. Um dich wieder funktionstüchtig für sich zu machen. Und es hat ja auch geklappt, oder? Du hast deine Pläne fallen gelassen und hoffnungsvoll auf eine bessere Zukunft gehofft.

    Für deinen Mann wirst du nichts machen können, auch nicht über seinen Arzt. Wenn er trinken will, wird er trinken. Er wird dafür lügen und sonstwas. Leugnen, bis zum Umfallen. Und du verbrauchst deine kostbare Energie dabei. Um ihn zu retten vor etwas, wovor er garnicht gerettet werden will. Von niemandem.

    Es ist an der Zeit für dich, zu überlegen, wie dein Lebensweg aussehen soll. Denn das ist das, was du beeinflussen kannst. Dein Leben, das auch verwoben ist mit dem Leben deiner Kinder. Denn du bist verantwortlich für sie. Für dich und für die Kinder.

    Was meinst du, was kannst du machen, um dich erstmal besser fühlen zu können? Was meinst du, was ein Schritt sein kann für dich? Informationen sammeln, zum Beispiel. Informationen geben Sicherheit. Informationen über Möglichkeiten, welche Rechte du hast für dich und deine Kinder. Falls du dich nun doch trennen möchtest. Du kannst Dinge tun, die dir gut tun. Freunde treffen, mit den Kindern was unternehmen. Es gibt viele Möglichkeiten.

    Was hast du vor, ich bin gespannt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Speranza,

    das berührt mich, was du schreibst über deine Gefühle wegen des Hochzeitstages. Ich habe mich auch oft hinterher so gesehen, beim Abschiednehmen aus meiner damaligen Ehe. Als ich es schwarz auf weiß hatte mit der Scheidung. Da dachte ich an die junge Frau von damals, ich war 23, als ich das erste Mal geheiratet habe. 23, naiv, blauäugig, gutgläubig und glücklich. Ja, ich war furchtbar glücklich damals.

    Und das hat mich sehr berührt. Denn mein Leben war bisher in dieser Ehe nicht umsonst oder falsch gewesen. Erstmal war es richtig so, wie es war. Ich bin Mutter geworden und habe mich verändert. Dann kamen die bösen Jahre mit dem Suff, auch das hat mich verändert, reifen lassen. Nun bin ich, wie ich bin. Erfahren, gereift an meinem Leben. Ich kann es so sehr genießen, weil ich weiß, wie es eben auch anders war. Ich sehe jetzt mein Leben in solcher schönen Intensität. Ich nehme nichts für selbstverständlich. Ich langweile mich nicht. Ich lebe!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Huhu,

    so, ein wenig habe ich mich also eingewurschtelt. Im Alltag. Der erste Arbeitstag ist ja schon rum und der zweite fängt gleich an. So isses nun mal.

    Der Urlaub war sehr, sehr schön. Florenz hat mir gut gefallen. Wir haben uns viel angesehen und einfach das Leben auf uns wirken lassen. Meine Gedanken waren kaum woanders als bei mir und Dante, beim Aufsaugen all der schönen Eindrücke und Empfindungen.

    Ich kann mich immer besser entspannen bei solchen Sachen. Mich immer sicherer fühlen. Die Teufelchen aus der Vergangenheit werden immer ruhiger. Sie merken, sie können mich nicht mehr umhauen.

    Zuhause angekommen hatten wir gleich eine Geburtstagsfeier, mein Schwiegersohn wurde 30. Wo ist bloß die Zeit geblieben...? Die Feier war schön für mich, obwohl der Exmann natürlich da war, mit seiner neuen Partnerin. Sie macht erstmal einen netten Eindruck. Auch mein Exschwager und Exschwägerin waren da, die habe ich seit 4 Jahren nicht mehr gesehen. Ich war schon aufgeregt, wie ich denen begegnen soll, nee, ich war eher aufgeregt, weil ich nicht wusste, wie sie mir begegnen werden. Ich hatte sie ja, im Frühjahr 2007, schlagartig aus meinem Leben katapultiert. Aus guten Gründen. Aber alles war ruhig mit denen, der Exschwager hat versucht, ein Gespräch mit mir anzufangen über unseren Urlaub. Aber wir wurden unterbrochen und ich habe dann auch nicht nochmal das Gespräch gesucht. Ich habe schlicht und ergreifend nix mehr mit denen zu tun. Gut tut das! Saugut!

    Einzig einen Wermutstropfen gab es... Die Sippe meines Schwiegersohnes, bestehend aus den Eltern, die geschieden sind, dem Bruder und seiner Frau, saufen zu gerne. Und aus Ermangelung von Schnaps hatten sie sich wohlweislich ihren eigenen mitgebracht :shock: . Und das Erbschen fand das toll, wie die da immer blöder und lauter wurden... Und hat sich dazwischen gequetscht. Sie thronte da und hat mitgeprostet, mit Saft, den die Sippe zu Schnaps deklariert hatte und mit dem sie sich mit dem Erbschen zuprosteten. :evil::twisted: . Ey, wie bescheuert muss man sein, sowas mit einer 3jährigen zu machen?

    Ich habe das nur teilweise mitgekriegt, es waren ja viele Leute da. Meine Mutter hat es mir hinterher erzählt. Tochter und Schwiegersohn haben es leider auch nicht gesehen :? . Zum Glück ist der Kontakt zu diesen Leuten eher dünn, weil meine Tochter das nicht mag, das Gesaufe, und mein Schwiegersohn auch nicht. Und aus noch vielen anderen Gründen.

    Nun wird die Kleine nicht zur Säuferin werden, wegen dieses einen Dingens da. Aber ich frage mich, was das soll? Warum machen Leute sowas? Sind die tatsächlich schon so aufgeweicht da oben? Wer weiß...

    Ansonsten geht es mir prima und ich merke, wie gut ich mich erholt habe in dieser einen Woche. Obwohl wir gefühlte 1000 km gelaufen sind im Urlaub. Es hat mir gut getan, abzuschalten, weit weg zu sein mal, von allem. Ich will mir viel aufheben von meiner Erholung, konservieren, wenn's geht.

    Aurora

    Hallo Californiagirl,

    du fühlst dich nicht gut in deiner Beziehung, trotzdem findest du 1000 Argumente, warum du verharrst. Du hast Ängste, logisch. Alles, was neu ist, macht erstmal Angst. Und Angst vor dem Irrtum hatte ich auch. Ich war 26 Jahre mit meinem Exmann zusammen...

    Wir haben 2 Kinder in die Welt gesetzt. Damals hat er "nur" an den Wochenenden getrunken. Oft bis zum Umfallen. In der Woche konnte er seinen Konsum beschränken (denke ich). Aber es gab dann immer öfter Ausfälle. Und ich wurde immer unzufriedener. Und seine Trinkerei immer schlimmer. Wie es so ist eben.

    Mein Exmann ist auch kein schlechter Mensch, auch damals nicht. Nicht zu den Kindern. Nicht direkt, sag ich mal. Aber sie haben doch darunter gelitten. Denn ein besoffener Vater kann kein vollwertiger Vater sein. Oder? Eine Familie, in der ein Elternteil (oder beide) trinken, ist keine "normale" Familie. Es ist sehr belastend für Kinder, so aufwachsen zu müssen. Mit dem trinkenden Vater, oder der trinkenden Mutter. Und ganz ehrlich, der Krieg, der irgendwann zwischen mir und meinem Exmann herrschte, diese Daueranspannung, das ist für Kinder gräßlich. Und meine Heulerei, mein Unglücklichsein, war auch nicht gerade erquicklich für meine Kinder...

    Ich habe mich nach 26 Jahren trennen können. Zuerst war es komisch, es kamen viele Erinnerungen hoch und so. Aber ich habe mich noch nie so gut gefühlt wie jetzt! Und inzwischen habe ich auch einen neuen Partner, bin wieder verheiratet.

    Überlege gut. Du hast die Wahl. Du hast hier die Möglichkeit des Austausches und der Information. Entscheiden musst du selbst. Du bist jetzt in der Situation, dass dein Baby bald geboren wird. Es ist wunderschön, ein Kind zu haben. Ich habe 2 großgezogen, inzwischen habe ich eine Enkelin, das 2te Baby ist unterwegs bei meiner Tochter :D . Kinder verdienen es, glücklich zu sein, unbeschwert, sie sind so verletzlich und müssen lernen, dass sie vertrauen können. Du musst nichts über's Knie brechen, jetzt. Von heute auf morgen. Aber du musst achtsam sein, für dich, für dein Baby.

    Und nicht so lange warten, wie ich, z.B.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Melanie, vielen Dank für deinen Beitrag! Ich sehe vieles so ähnlich wie du. Es berührt mich, das mit dem Exmann, aber andererseits trifft es mich nicht mehr bis in's Mark. Denn es geht mich nichts (mehr) an. Was er macht mit seinem Leben. Nur sind eben da immernoch Verbindungen, durch die Kinder. Ich kann mich gut abgrenzen, aber beschäftigen tut es mich andererseits auch wieder :roll: . Es ist gerade schwer zu beschreiben... Da sind noch immer alte Mechanismen aktiv, die ich aber gut abschalten kann, nach kurzer Zeit. Ich sehe ja, ich lebe hier und jetzt und heute. Und das ist gut so!

    Hallo Matthias, na, dir dann auch einen schönen Urlaub! Wir gehen ja auf Hochzeitsreise :D , nach Florenz. Ich freu mich wie dolle!

    Heute ist nun mein Sohn umgezogen, nach Magdeburg. Sooooo weit weg... :? , jedenfalls gefühlt für mich. Zum Glück hat alles gut geklappt, mit Möbeltransport und so. Dante hat geholfen, mein Exmann, Tochter, Schwiegersohn und Erbse. Erbse besonders :lol:8) . Nachmittags gab es ein kurzes Telefonat und ich fragte sie, ob sie wohl einen Schrank aufgebaut hätte. "Neeeeiiiiiiheeeiiin!" , schmetterte sie in mein Ohr. Und "Oooma, guck mal, das hier....". Hm, ich sagte ihr, ich kann das ja nicht sehen, hab doch keinen Fernseher :lol: . Meine Kleene...

    Ich sag mal tschüssi, bis demnächst
    Aurora

    Hallo,

    hui, ich war ja lange nicht hier in meinem Fädchen...

    Es gab einige Dinge bei mir in letzter Zeit. Der Erbsengeburtstag zum Beispiel. Wir sind, wie schon so oft, zusammen mit Exmann da hingefahren, in einem Auto. Wir teilen uns ja das Auto immernoch. Diesmal war es komisch...

    Wir sind eingestiegen und Exmann strömte eine Riesenwolke Mentholbonbon aus :shock: . Genau wie damals immer... Und mein Hirn ist auch sofort angesprungen darauf :x . Das ist einfach so. Ich habe ihn dann beobachtet, geb ich zu. Und er kam mir komisch vor. Das ist übrigens auch noch anderen Leuten aufgefallen. Tja, nun kann es eben sein, dass er rückfällig geworden ist. Ich bin froh, ich bin da raus und es geht mich nichts mehr an! Kalt lässt es mich aber trotzdem nicht, ich kenne ihn ja schon so lange und es täte mir leid, so wie es mir bei jedem leid tun würde von den Alkoholikern, die ich inzwischen kenne und die trocken sind.

    Morgen ist mein letzter Arbeitstag, dann ist Urlaub :D . Eine Woche. Gut ist das!

    Aurora

    Hallo Sisko,

    ich bin gespannt, wie es dir in der realen SHG gefällt. Wir hier im Forum sehen uns ja auch als SHG - eine online-SHG. Mir hat das Forum, bzw. die Menschen hier und der Austausch, sehr geholfen. Ich bin allerdings mehr im geschlossenen Bereich. Da kann nicht jeder mitlesen und ich kann offen über mich schreiben.

    Ich habe gleich noch mal eine Frage an dich. Was bedeutet

    Zitat

    Unser Suchtberater

    ? Waren du und dein Mann schon länger in Beratung? Zusammen?
    Ich finde es gut, dass du dir hier das Forum sowie die andere SHg nur für dich gesucht hast. Um einen Austausch für dich zu haben. Denn das ist doch der Grund, dass du da hingehst und dich hier angemeldet hast, oder? Um Austausch für dich zu finden...

    Dass du nicht abschätzen kannst, was auf dich nun zukommen wird, in der Beziehung zu deinem Mann, ist klar. Aber das musst du ja auch nicht. Wichtig ist doch erstmal das Jetzt. Was ist jetzt für dich anders, wo dein Mann in der Klinik ist? Ist es für dich ruhiger daheim? Als mein Exmann damals in die Klinik ging zur Entgiftung, war es, als ob mir eine Riesenlast abgenommen worden war. Endlich konnte ich wieder angstfrei in meinem Bett schlafen, vorher hatte ich ja wochenlang im Wohnzimmer auf dem Sofa geschlafen. Endlich war mein Leben wieder ruhig, ohne ihn. Und ich konnte nachhause kommen, ohne dieses Gefühl, was mich wieder erwarten würde. Ich konnte mich da regelrecht regenerieren, ein wenig. Ich bin dann allerdings auch bald darauf ausgezogen.

    Zitat

    ich weiß gar nicht so recht was ich machen soll


    Das kann ich gut verstehen. Was würdest du denn gerne tun, so als allernächstes? Keine Idee? Es muss ja nichts Großartiges sein, sondern etwas, was nur für dich ist und dir Freude macht. In's Kino gehen und dabei einen Eimer voll Popcorn verdrücken :roll: , eine Stunde Vollbad mit Massen von Schaum :roll: , einfach nur rausgehen und Luft holen :roll: , einen lustigen Spielenachmittag mit den Kindern machen und voll albern sein :roll: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Rhein,

    du schreibst

    Zitat

    D.h. ich glaube daran, daß auch wir Co Abhängige zu Punkten kommen, an denen wir genau spüren, was genau wir für uns brauchen, damit es uns besser geht. Das müssen wir wahrnehmen, dem Raum geben und zulassen. Wir müssen in uns reinhorchen und uns selber vertrauen.


    Das stimmt. Irgendwann konnte ich was spüren, was ich brauchte. Zuerst war das so etwas wie Überlebenswille, da konnte ich mich trennen. Dann begannen die Gefühle immer freier zu werden.

    Aber es war schwierig, diesen Gefühlen Raum zu geben. Denn das hatte ich jahrzehntelang nicht wirklich gemacht. Das hat gedauert. Und das Selbstvertrauen hat noch bissi länger gedauert. Das ist echt schwierig. Manchmal war ich völlig überfordert mit meinen Gefühlen. Wollte alles auf einmal und konnte mich nicht entscheiden, wo ich anfangen sollte.

    Ja, das ist ein wichtiger Punkt, das mit dem Reinhorchen und Vertrauen, dem Spüren. Und dann dem wichtig Nehmen dieser Dinge, mich selbst wichtig nehmen und dafür einstehen, Grenzen zu setzen. Anderen gegenüber.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nici,

    wo ist ein Verhalten ein abhängiges, wo ist es ein normales? Wo ist da die Grenze?

    Sich in einer Beziehung bestätigt zu fühlen, sich wichtig zu fühlen, ist ja auch ein Teil normal, finde ich. Und ich finde es auch normal, dass ich Bestätigung von außen brauche. Problematisch wird das nur, wenn da Grenzen überschritten werden.

    In einer Beziehung ist es so, dass es umkippt, süchtig wird, wenn ich immer mehr mich selbst aufgebe. Wenn nur noch der Andere im Mittelpunkt steht. Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse als unwichtig und unwert hinstelle. Wenn ich alles, aber auch alles mache, nur damit der Andere mich liebt, egal, wie sehr ich mich vergesse dabei oder erniedrige. Wenn ich geradezu mit sehnsüchtigem Blick an ihm hänge und mit der kleinsten Liebesbekundung glücklich bin. Wenn ich mich produziere, Dinge mache, die niemand verlangt hat und die mich sogar selbst teilweise überfordern, nur um zu zeigen, bin ich nicht großartig, ihr müsst mich doch lieben...Dann ist nämlich mein eigener Selbstwert so dermaßen gering, dass ich mir Bestätigung holen muss, immer und immer wieder, dass ich Anerkennung von außen brauche, um etwas zu spüren, um meine Existenz rechtfertigen zu können.

    Und wenn ich andererseits dadurch das Gefühl habe, nur dann werde ich geliebt und geachtet. Wenn ich regelrecht mich erniedrige und dann noch um Zuneigung bettel. Und dann wieder denke, ohne mich wird das eben nichts. Diese Allmachtsgefühle habe. Wenn ich mich sehe als unersetzlich, als oberwichtig, als unabkömmlich. Ein Betrunkener ist doch dafür gut geeignet. Ich kann ihn bemuttern und umsorgen, denn die Trunkenheit macht ihn teils hilflos. Und wehleidig. Besoffenes Brabbeln und Sabbern, das hat was ausgelöst in mir, damals. Da war das mütterliche Gefühl, das Verhalten, ich müsste ihn mütterlich umsorgen, weil sein Verhalten dem eines Babys ähnelte, andererseits stieß es mich ab, weil er doch erwachsen ist. Ganz merkwürdig. War er wieder nüchtern, erschien er mir auch so hilflos, so zerknirscht, wehleidig, verkatert. Aber er war doch hilflos, ohne mich... Wie sollte er sein Leben geregelt bekommen, wer sollte ihn bekochen, bedienen usw., wenn nicht ich das täte :roll: . Ich, die doch nach Anerkennung von allen Seiten hechelte... Und er gab mir oft die Schuld an seinem Trinken. Also musste ich mich doch anstrengen, oder? Um noch perfekter zu werden.
    Aggressivität im Rausch ist erstmal anders. Da werden dann aber auch ähnliche Mechanismen wach, glaube ich. Angst, na klar, Wut auch, aber auch Schuld und das Gefühl, diese Aggressivität irgendwie verdient zu haben. Aber auch das hängt doch mit dem Selbstwert zusammen...

    Das, was ich da schreibe, waren zum Teil meine Empfindungen, damals.

    Was habe ich gemacht, was anders ist, jetzt, nach dieser Ehe. Ich verdrehe mich nicht mehr, weder für meinen Mann, noch für meine Kinder, für meine Angehörigen oder andere Menschen, die eine Rolle spielen in meinem Leben. Ich weiß, dass ich nicht zuständig bin für das Wohlbefinden meines Gegenüber. Oder schon, na klar fühle ich mich gut, wenn es Dante gut geht. Und umgekehrt. Aber ich würde dafür nicht mehr mich erniedrigen oder mich vergessen.

    Bestätigung mag ich immer noch. Wenn mir z.B. hier im Forum geschrieben wird, dass meine Geschichte jemandem Anstöße gegeben hat oder geben kann, wenn ich gelobt werde, anerkannt, dann macht mich das schon froh! Sehr sogar! Aber ich bin nicht mehr ausschließlich von der Außenmeinung abhängig. Ich weiß es auch so, dass ich gut bin, so wie ich bin. Das habe ich aber erst gelernt, so zu denken, nach und nach. Indem ich mich und meine Gefühle wichtig nahm, nicht mehr hinten anstellte. Indem ich mich selbst immer mehr annehmen konnte, nicht mehr Mrs. Oberperfekt sein wollte. Denn das bin ich nicht...

    Indem ich lernte, Kritik muss mich nicht unbedingt abwerten, sondern kann mich weiterbringen. Indem ich lernte, ich darf mich von Menschen distanzieren, die mir nicht liegen. Indem ich akzeptierte, dass ich nicht Jedermanns und Jederfraus Liebling sein muss, dass das unrealistisch ist.

    Hm, da habe ich dir ja was hingeschrieben von meinen Gedanken gerade. Ich hoffe, du kannst was anfangen damit.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Ianna,

    Stagnation ist schlecht, merkst du ja gerade selbst. Du warst doch bei dieser Beratung vor einiger Zeit. Was hast du dir denn da im Nachhinein für dich überlegt? Irgend etwas muss das doch in dir bewirkt haben...

    Mein Exmann hat mal getrunken, bis er besinnungslos war, mal hat er "nur" einen Pegel gehalten. Getrunken hat er im Prinzip jeden Tag, wie viel, kann ich garnicht beurteilen. Nur manchmal hat es mich gewundert, dass er nach "nur" 1 Flasche Bier völlig zu war...Da hatte er mit Sicherheit vorgetankt. Ab und an hat er aber auch Trinkpausen eingelegt.

    Und da ging mir dann das auch so:

    Zitat

    Manchmal zweifle ich an meinem eigenen Menschenverstand


    Denn mein Exmann machte mir weis, er hätte ja nicht viel getrunken, oder er machte mir weis, er hätte garnichts getrunken und seine Fahne käme von Magenenzymen, die da was abbauen. Oder er beschimpfte mich, ich wäre ja verrückt, blöd... All sowas. Das ging dann soweit, dass ich meinen eigenen Augen nicht mehr traute. Ich sah doch, dass er völlig betrunken rumtorkelte, er erzählte mir, das wäre garnicht wahr und es wäre von seinen Medikamenten (er musste damals Medis nehmen). Oder all solch Zeug, ich weiß garnicht mehr, was er alles so erzählte damals. Und ich wollte das glauben.

    Einerseits wollte ich das glauben, andererseits sah ich ja was ganz anderes. Das machte mich ganz verdreht und unsicher. Und das sollte es auch. Ich traute eben meinen Augen, meinem Verstand nicht mehr, dadurch machte ich mich klein. Mein Selbstvertrauen, das eh nie groß war, verschwand im Nirvana.

    Du kannst und darfst also deinen Gefühlen ruhig trauen! Egal, was es ist, so wie du es empfindest ist es für dich richtig! Du musst nicht an deinem Verstand zweifeln. Wenn es dir schlecht geht mit dieser Beziehung, dann ist das Fakt!

    Aber es ist eben auch Fakt, dass nur du was ändern kannst. Dir geht es schlecht, also kannst und darfst du auch was verändern. Was hast du dir denn überlegt? Was meinst du, wie es dir wieder besser gehen könnte? Stagnation scheint es ja nicht zu sein, was dich gut fühlen lässt...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Chrissy,

    Zitat

    ich muss mir schon wieder was von der Seele schreiben, hoffentlich nerve ich euch nicht damit.


    Nö, mich nervst du nicht!

    Sein Verhalten ist mehr als merkwürdig, da stimme ich dir voll zu. Es ist sehr verletzend, was er macht. Es liest sich für mich so, als würde er sich mit seinem Verhalten ein Hintertürchen bei dir offen halten.

    Jetzt ist halt die Frage, wie lange du das so mitmachen willst. Ob es nun in ihm arbeitet seit seiner Entlassung aus der Klinik, weiß ich nicht. Aber wenn es so wäre, könnte er es doch auch ehrlich sagen, oder?

    Zitat

    Eigentlich müsste ich jetzt morgen eine klare Stellungnahme von ihm verlangen, wie er überhaupt noch zu mir steht und warum er sich so verhält. Oder was meint ihr?


    Ja, das finde ich auch! Du musst doch wissen, woran du bist. So wie es jetzt ist, ist es nur Rumeiern. Mach diese Aussprache dann, wenn es dir zeitlich passt. Nur mach es! Damit du Klarheit hast.

    Welche Konsequenzen wird es geben, wenn er rumeiert, sich nicht festlegen will? Hast du dir schon ein wenig sowas überlegt? Wie sollen denn deine nächsten Schritte aussehen, mit ihm genauso, wie ohne ihn. Es gibt ja zur Zeit beide Möglichkeiten.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Verena,

    ja, solche Phasen kenne ich auch. Das war am Anfang öfter so. Da kamen solche Gedanken hoch. Und ich erkannte, was da abgelaufen war. Denn ich erkannte auch, wie blauäugig ich auch all diese Dinge immer wieder geglaubt habe, glauben wollte. Nur, um nichts verändern zu müssen. Aus Angst, mich unbeliebt zu machen, aus 1000 Ängsten...

    Ich erkannte, dass ich all die Dinge mir habe gefallen lassen. Und das hat ganz schön weh getan. Und mich wütend gemacht. Wütend auf mich und auf meinen Exmann. Was da alles so abgelaufen war...

    Und das hat mich dann stark gemacht und mir gezeigt, wo ich nie wieder hin will, was ich nie wieder zulassen werde! Das ist alles ein ziemlicher Prozess, dahin zu kommen. Das dauert alles seine Zeit. Die du dir auch geben darfst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    bei mir läuft alles seinen ruhigen Weg. Der Urlaub, unsere Hochzeitsreise :D , rückt ja immer näher. Da freue ich mich schon so sehr darauf! Es geht nach Florenz, ich wollte schon immer mal dahin...

    Die kleine Erbse im Bauch meiner Tochter wächst auch so, wie es sich gehört. Und die "große" Erbse hat ja diese Woche noch Geburtstag. 3 Jahre alt wird sie, Mööönsch, wo ist bloß die Zeit geblieben. Als sie geboren wurde, waren Dante und ich frisch liiert. Aber wir kannten uns da ja schon 1 Jahr lang. Gerade haben wir wieder davon geredet, wie unser erstes persönliches Treffen war, er hatte ja Freikarten für eine Oper und mich gefragt, ob ich Lust hätte, mitzukommen. Das war am 27.Oktober 2007.

    Damals sagte ich, "ja, ich komme mit." Aber ich war voller Ängste und Unsicherheiten. Wegen allem Möglichen. Ich war auch unsicher, was er von mir erwartete, ich war noch nicht bereit, viel von mir zu geben. Ich hatte genug mit mir zu tun. Ich war ja seit Juli damals erst getrennt von meinem Exmann. Aber Dante erwartete nichts von mir, außer eine nette Begleitung zu haben. Und das tat mir gut! Ich wurde einfach angenommen, so, wie ich war. Als Mensch. Und so konnte sich eine gute Freundschaft daraus entwickeln.

    Eine neue Beziehung konnte ich ja erst dann eingehen, als ich mich innerlich getrennt hatte von meinem Exmann. Und eine gute Zeit alleine gelebt hatte und viele Dinge über mich selbst gelernt hatte. Und mir sicher war, was ich wollte und was nicht.

    Ja, so weit so gut. Es gibt nix Weltbewegendes zur Zeit bei mir. Wie immer kann ich sagen, das ist gut so. Dramen hatte ich genug!

    Aurora