Beiträge von Aurora

    Hallo em(m)a,

    du schreibst

    Zitat

    wie habt ihr "gelernt" wieder zu vertrauen???


    Das Vertrauen zu meinem Exmann kam nie mehr wieder, als er endlich trocken wurde. Da war einfach zu viel kaputt gegangen, nicht nur durch seine Trinkerei, auch durch viele andere Dinge zwischen uns.

    Aber ich lernte nach und nach, mir wieder selbst zu vertrauen, meinen Wahrnehmungen und Eindrücken, Gefühlen. Ich nahm mich endlich wieder ernst. Und dadurch wuchs mein Vertrauen in mich selbst. Ich wusste irgendwannn, so wie damals will ich nie wieder leben. Und ich vertraue mir jetzt darin, zu erkennen, was mir gut tut und was nicht, und dass ich dann Grenzen setzen kann. Das war ein Lernprozess aus vielen kleinen Schritten.

    Und weil ich mir selbst vertrauen kann, weil ich "meinen Augen traue", kann ich auch meinem Mann trauen. Ihm vertrauen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Nici,

    schön, dass du wieder da bist :) !

    Ja, du merkst es ja jetzt selbst auch immer mehr, der Weg wird immer einfacher, je weiter du schon gegangen bist. Die großen Aufregungen sind erstmal vorbei und das Neue wird immer sicherer und selbstverständlicher.

    Wobei - ich empfinde es für mich oft noch so, dass viele Dinge eben nicht selbstverständlich für mich sind, sondern ich sie mir erarbeitet habe und deshalb sehr intensiv lebe und es genieße. Aber achtsam bin ich trotz allem immer mit mir, ich merke schon, wie ich in bestimmte Rollen zurückrutschen kann. Aber - ich merke es. So wie du es auch für dich beschreibst. Ich merke es und kann dann, mal schneller mal weniger schnell, dagegen angehen.

    Ich wünsche dir erstmal ein gutes Eingewöhnen im Alltag.
    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Eklisee, ach menno, erstmal drück ich dich, wenn du magst.

    Es ist ja so, hier in meinem Fädchen steht drin, wie ich meinen Weg gegangen bin bisher. Nach meinen eigenen Fähigkeiten, Lebensumständen, Prägungen und was weiß ich. Das heißt doch nicht, dass du es falsch machst oder so, wenn es bei dir nun anders ist oder nicht so klappt, erstmal.
    Deshalb nutzt dir das

    Zitat

    Bin jetzt gerade ganz schön depri, dass ich nicht geschafft habe, es durchzuziehen.


    in der Art erstmal nichts. Es war vielleicht noch nicht so weit bei dir, und du schreibst ja selbst, die Wohnung hätte dir nicht wirklich gefallen.

    Wenn du weitermachst für dich, nachdem du aus diesem Loch, das du gerade hast, rauskommst, dann wird es auch für dich einen Weg geben, das ist dann dein Weg. Und es erscheint mir, dass du da auch gut für dich unterwegs bist! Nur eben anders als ich damals.

    Zitat

    Ich mache es jetzt erstmal so, wie bei mir beschrieben, und dann schaue ich weiter.


    Das ist ein super Ansatz!

    Irgendwie ähneln sich unsere Geschichten, das stimmt, deshalb kann ich gut nachfühlen, wie es in dir aussieht, zum Teil. Aber alles ist doch auch wieder individuell. Ich möchte hier mit meinem Weg Mut machen und Anstoß geben. Ich möchte zeigen, dass es zu schaffen ist, ein zufriedenes, ein glückliches und selbstbestimmtes Leben zu leben.

    So, Wochenende ist in Sicht. Ich hab morgen frei :D . Wir haben vor, zu den Veranstaltungen der Suchtselbsthilfe, die morgen hier stattfinden, zu gehen. Mal sehen. Das Wetter soll gut werden, ach schön, noch bissi Spätsommer. Sonntag ist Garten geplant, bei Tochter und Schwiegersohn, da wuchert's ja noch immer.

    Und es gibt so wunderbare Neuigkeiten im Hause Aurora! Die nächste Erbse ist unterwegs , ich werd wieder Oma :D:D:D .

    Aurora

    Hallo Thomas,

    ich habe ein paar Bücher zum Thema Coabhängigkeit gelesen.

    Sehr gut gefallen hat mir "Die Liebe und der Suff" (das lese ich gerade)
    und "Ich befreie mich von deiner Sucht" von Helmut Kolitzus.

    Vielleicht sind diese Bücher was für dich. Du findest sie bei Amazon, auf der Forenübersicht ganz unten auf der Seite.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Eklisee,

    wie schon so oft in deinem Fädchen springen mich die Dinge direkt an. Denn dein Mann hat ein ähnliches Verhalten wie mein Exmann damals. Daher kann ich sehr gut verstehen, was in dir vorgehen muss.

    Ob diese Aggressivität nur vom Alkohol kam, bei deinem Mann, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es bei meinem Exmann zum Schluss hin so war, dass er immer aggressiver wurde. Was ich vorher so nicht kannte. Aber er hat mich oft spüren lassen, dass er mich nicht in Augenhöhe mit sich sieht. Nüchtern genauso, wie wenn er getrunken hatte. Das hat mich immer mehr klein fühlen lassen. Er hat das nicht mit Aggressivität, sondern mit anderem Verhalten gemacht.

    Als er nüchtern wurde, wollte er von all dem, was in seinen Trinkerzeiten so passiert war, nichts mehr wissen. Vor allem die Eskalationen der letzten Zeit, bevor er aufhörte, wollte er nicht hören. Da hat er mich massiv s..uell bedroht, das war auch das, was für mich den Tiefpunkt bedeutete, dass ich endlich gehen konnte. In dieser Zeit wurde das letzte Fitzelchen Liebe, wenn überhaupt noch welche da war, abgetötet.

    Auch mein Ex war, nachdem er trocken wurde, die Liebenswürdigkeit in Person. Bis heute weiß ich nicht, was ihn genau dazu bewogen hat, so zu sein. Ich habe oft versucht, mit ihm zu reden, was zu verarbeiten, aber das hat nicht funktioniert. Wir waren nicht auf Augenhöhe... Er akzeptierte nach wie vor meine Grenzen nicht und versuchte seine alten Verhaltensweisen bei mir. Was auch anfänglich sehr gut, im Laufe der Trennungszeit aber immer schlechter klappte. Denn ich entwickelte mich ja weiter. Konnte immer mehr Grenzen setzen. Immer mehr auf mein Gefühl hören. Und eben mein Gefühl auch annehmen, mich ernst nehmen.

    Wenn ich schreiben würde, mein Ex hat das aus dem oder dem Grund gemacht, wäre das Spekulation. Er hat jedenfalls bis zum Schluss behauptet, mich zu lieben, aber bis zum Schluss konnte ich es ihm nicht glauben. Vielleicht hat er mich ja wirklich lieb gehabt, auf seine Art, aber ich konnte es nicht mehr annehmen. Irgend etwas hat mich daran gestört, irgend etwas hat sich da falsch angefühlt für mich. Wenn Dante jetzt zu mir sagt, dass er mich liebt, hört und fühlt es sich ganz anders an :D . Und ich bin froh, auf meine Gefühle gehört zu haben, damals. Ich bin froh, dass ich mich nicht "um des lieben Friedens willen" wieder eingelassen habe mit dem Ex.

    Ich hoffe, das bringt dich ein wenig weiter, was ich dir geschrieben habe.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Clärchen,

    mich triffst du auch im geschlossenen Bereich an. Ich freu mich schon, dich dann auch da vielleicht noch etwas besser kennen zu lernen. Und da sind ja auch noch eine Menge anderer netter Leute. Wirst schon sehen :wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hey Clärchen,

    das ist echt super! Siehst du, du hast eine Grenze gesetzt, ein Stopp-Schild, und die Welt ist nicht untergegangen. Im Gegenteil, du hast richtig was erreicht damit. Ich freue mich mit dir.

    Als ich damals so anfing, mit dem Setzen von Grenzen, und merkte, ich erreiche was damit und es passiert mir nichts schlimmes, im Gegenteil, es kommt für mich in Bewegung, da war ich so glücklich und erstaunt. Und das macht Mut, weiter zu machen.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    Aurora

    Hallo Blumenwiese,

    du schreibst

    Zitat

    Ich kann doch nicht immer nur jammern und doch nichts ändern.


    Da gebe ich dir völlig Recht! Also, welche Konsequenz folgt nun daraus für dich?

    Du eierst hin und her. Mal lese ich davon, er will eine Auszeit, dann wieder, dass ihr gemeinsam ausgeht. Dann von Telefonaten, die Sehnsüchte in dir wecken. Das ist ein Auf und Ab. Und es kommt nichts dabei heraus, außer dass du dich schlecht fühlst.

    Du hast geschrieben:

    Zitat

    ich habe das Gefühl, dass ich zwar den Weg gefunden habe, ich weiß wo er ist, aber ich gehe ihn nicht weiter!!


    Im Grunde genommen stehst du an einer Weggabelung. Es gibt 2 Wege.

    Ein Weg geht mit ihm zusammen, ein Stückchen weiter, keiner macht im Grunde dann noch einen Schritt, alles verharrt an der nächsten Ecke. Er trinkt weiter und du bist weiter unglücklich. Und eierst rum.

    Der andere Weg geht für dich alleine. Da ist dann Bewegung, da geht es vorwärts. Da ist es erst schwer und traurig, aber es wird immer besser. Und deine Lebensfreude nimmt an jeder Ecke zu, die du gehst. Denn du gehst für dich. Für dein Leben, für dein Wohlfühlen. Selbstverantwortlich.

    Zitat

    ich möchte mit diesem Mann alt werden


    Hm, ehrlich? Oder möchtest du mit einem Bild, was du von ihm hast, einer Idealvorstellung in deinem Kopf alt werden.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Clärchen,

    deine Zweifel und Gedanken sind erstmal "normal", weil alles so anders ist mit ihm. Es ist sehr schwierig, wenn der Partner trocken wird. Schwierig für den/die Angehörigen. Auf einmal ist er so anders. So, wie du es beschreibst, voller Eifer und so.

    Das ist sehr schön, für ihn. Alle diese Entwicklungen in der LZT macht er ja erstmal für sich.

    Du musst nun auch deine Entwicklungen für dich machen. Das muss ja nun aber keineswegs ein Wettkampf sein, so nach dem Motto: er ist schon sooo weit und ich noch nicht. Jeder hat sein eigenes Tempo. Wichtig ist ja immer nur, dass es vorwärts geht.

    Was hältst du davon, diese täglichen 2 mal Gespräche mit ihm zu unterbinden. Sie stören dich doch irgendwie bei deiner Eigenarbeit. Du kannst ihm doch ganz ruhig sagen, wie schön du seine Fortschritte findest oder so, aber dass du ja auch erstmal zu dir selbst finden möchtest. Diese Anrufe können doch reduziert werden. Du kannst da eine Grenze setzen, das darfst du, das steht dir zu. Das heißt ja nicht, dass du nichts mehr von ihm wissen willst.

    Du brauchst ja deine Energie jetzt auch für dich selbst, so wie er jetzt seine Energie für sich braucht.

    Du kannst dich hier weiter austauschen, das kann dir sehr gut tun. Oder du suchst dir eine weitere Gesprächsgruppe. Du kannst dir deine Freizeit neu einrichten, z.B. , all sowas. Eben was für dich. Vielleicht kannst du auch eine Therapie für dich machen. Es ist alles offen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Dana,

    ich kann's verstehen, wie du dich fühlst. Wie oft habe ich damals gedacht, warum macht er das, warum schmeißt er alles weg, warum, warum... Wir hatten keine finanziellen Sorgen, die Kinder waren problemlos groß geworden und machten ihren Weg. Wir hatten eine schöne Wohnung undundund. Und trotzdem konnte, wollte er nicht aufhören. Ich dachte so oft, sind wir, die Kinder und ich es nicht wert?

    Es ist die Sucht, diese Krankheit. Das ist nicht zu erklären mit logischen Worten, glaube ich. Und als Nichtalkoholikerin kann ich es mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlt. Spedi weist oft darauf hin. Ich habe es mir überlegt, er hat 100pro Recht damit! Es ist nicht nachvollziehbar für jemanden, der es nicht selbst erlebt hat.

    Darum gibt es nur eins. Distanz. Jemandem, der trinkt und nicht den Willen hat, aufzuhören, kannst du nicht helfen. Das ist dir ja auch klar. Also gibt es wirklich nur den Weg der Trennung, wenn du ein ruhiges und zufriedenes, ausgefülltes Leben haben willst. Und das Akzeptieren, dass es eben so ist. Es hat nichts mit dir zu tun. Du bist nicht Schuld oder sonstwas. Du bist auch kein schlechter Mensch oder unfähig für eine Beziehung mit ihm. Er ist einfach überfordert, weil seine Sucht ihn auf Trab hält. Und er zur Zeit nicht in der Lage ist, daran was zu ändern. Darum will er den Status Quo erhalten, er will dich und gleichzeitig weiter trinken. Das versucht er durchzuziehen, indem er mal als Opfer auftritt, mal bettelt, mit Engelszungen redet, wie sehr er dich liebt, er dir Schuldgefühle und Verantwortung einredet, Versprechungen macht.

    Nun änderst du was, das ist toll! Es tut weh, auch das ist klar. Natürlich tut es weh. Es ist eine Trennung, und Trennungen machen Schmerz und Kummer. Du kannst deine Trauer rausheulen, deine Wut, wenn du welche spürst, rausbrüllen, all sowas. Das macht den Blick frei für deine nächsten Schritte. All diese Schmerzen werden aufhören, wenn du ihn loslassen kannst und den Kontakt abbrichst. Das tut erstmal höllisch weh, aber viel mehr tut es weh, jahre-, oder gar jahrzehntelang da mit drinnen zu hängen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Hanna,

    ich verstehe jetzt, wie du das gemeint hast mit dem Glücklichsein.
    Es ist gut, dass du das erkannt hast, dass es nur darauf ankommt, wie es dir geht und dass du bei ihm eh nichts ändern kannst. Sowas hat mich ja all die Jahre auch festgehalten. Dieses Verantwortungsgefühl, das ich für meinen Exmann hatte. Dieses Mitleid, weil es ihm doch so schlecht ging, körperlich, psychisch... All das hat Schuldgefühle in mir geweckt, wenn ich nur den Gedanken an Trennung hatte.

    Gut ist auch, dass du die Sache mit der Handynummer angehst. Das ist ein guter Schritt! Und wird dir wieder noch ein Stück mehr Loslösung bringen.

    Ich freu mich auch schon, wenn du im geschlossenen Bereich ankommst.

    Grüße von
    Aurora

    Liebe Hanna,

    du schreibst

    Zitat

    Es ist seine Entscheidung, die ich nun akzeptiere - auch wenn er damit alles andere als glücklich ist


    Woher weißt du das denn, ob er glücklich ist oder nicht? :roll: . Erzählen kann er doch viel, es kann dir egal sein. Ihr seit getrennt, oder?

    Zitat

    Habe mittlerweile alle Verbindungslinien gekappt - nur meine Handynummer ist noch die alte - hier überlege ich noch,


    Also hast du doch nicht alle Verbindungslinien gekappt, oder? Wozu brauchst du dieses Hintertürchen. Er wird sich immer wieder melden, du wirst immer wieder in dein Dilemma gestoßen. Das kostet Energie, die du besser für dich brauchen kannst!

    Es ist wahr, der Weg ist nicht einfach. Aber es ist zu schaffen, ihn zu gehen. Mit Konsequenz und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Blumenwiese,

    du hast ja die ersten Schritte auf deinem Weg schon gemacht. Du hast dich hier im Forum angemeldet, weil du dir Hilfestellung suchst, weil du merkst, so willst du es nicht mehr. Und du hast jetzt auch erkannt, dass er an deinen Co-Knöpfen dreht, du darauf auch anspringst. Aber schon dass du es erkennst ist ein kleiner Fortschritt. Nun musst du dir überlegen, wie du dich dagegen wappnen kannst, nicht mehr darauf anzuspringen.

    Der Weg ist lang, ich für mich sehe ihn als lebenslang an. Es kann mir immer wieder passieren. Deshalb bin ich sehr achtsam für mich unterwegs und aufmerksam. Ich habe gelernt, auf mich, meine Gefühle und Bedürfnisse zu hören. Aber es ist ein lebenslängliches Achtsam Sein. Das ist aber für mich keine Belastung oder so, sondern es ist ein Teil meines neuen Lebens. Denn ich mach das für mich!

    Du hast also deinen Weg auch gefunden. Das ist gut. Und du hast erkannt, dass es an dir liegt und du dich bewegen musst, damit sich was bewegt in deinem Leben. Auch das ist ein Schritt, dass du das erkennen kannst! Nun kommt es also auf's Machen an. Du stehst also da so an deinem Weg. Hast Angst, vielleicht. Das ist normal. Aber wenn du es wirklich willst, wirst du auch weitere Schritte machen können. Dafür kannst du die Forumsgemeinschaft gut nutzen, als deine SHG. Denn hier kannst du aufschreiben und bei anderen lesen, dich austauschen und Denkanstöße bekommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    das Wochenende war sehr ereignisreich. Meine Kinder haben endlich einen Schrebergarten übernehmen können, etwas, das sie sich schon lange gewünscht haben. Nun hat die Erbse ihren eigenen Garten, aber sie hat uns versichert, dass wir auch kommen dürfen :lol: . Nun waren wir da und haben geholfen, ein wenig zu sichten, was da so ist. Es sind sehr schöne alte Pflanzen da, aber Giersch hat viel überwuchert. Da haben wir schon gerupft, was das Zeug hält. Und das Erbschen hat Regenwürmer bewundert. "Was machen die da in der Erde, Oma?" Hm, ja, was machen die da :roll: . :lol: . Leben.

    Ich lebe hier oben und zwar ziemlich gut. Es geht mir ausgezeichnet! Obwohl - ich will den Regenwürmern nicht absprechen, dass sie sich in der Erde weniger wohl fühlen, jedem das Seine...

    Letzte Woche hatte ich eine Begegnung. Ich hatte einen Nachbarn, eine Familie in dem Haus, wo ich als Teenager gelebt habe und dann später mit Exmänne. Ich kenne diese Familie also schon ca. 40 Jahre und sie mich. Als ich mich trennte, war der Mann ziemlich komisch zu mir, jedenfalls dachte ich das. Als ich ihn mal traf und sagte, demnächst bin ich geschieden, war er noch komischer - dachte ich. Ich bildete mir ein, er würde mich nicht mehr grüßen, wenn er an meinem Geschäft vorbei ging, auch sonst erschien er mir wortkarger als sonst.

    Jedenfalls dachte ich das und ich dachte seine Gedanken, was nie gut ist... Es kratzte mich schon irgendwo, aber es hielt mich nicht ab von meinen Dingen.

    Jetzt traf ich ihn und er fragte, wie es mir ginge. Ich sagte, "sehr gut, und seit April bin ich wieder verheiratet!" Da strahlte er wie verrückt! Das fände er unglaublich gut, dass ich mich das getraut hätte. Ebenso, wie er fände, ich hätte mich all die Zeit ungeheuer couragiert verhalten und mein Ding durchgezogen. Und wie ich denn nun hieße...

    Einen Tag später kam er in mein Geschäft und bestellte auch noch Grüße und gute Wünsche von seiner Frau.

    Ich war baff, echt. Da hatte ich mir die Jahre eingebildet, der Mann würde mich verachten, sozusagen, weil ich ja ausgebrochen war. Ein Bild zerstört hatte, was ich viele Jahre aufrecht erhalten hatte. Nun bin ich wieder eines Besseren belehrt worden. Ich kann nicht in die Köpfe anderer Leute gucken. Das geht einfach nicht. Warum sie sich so oder so verhalten, hat nicht immer was mit mir zu tun. Ich meine, ich habe ja meinen Weg gemacht, aber manchmal hatte ich auch Angst davor, wie ich auf meine Außenwelt wirken würde. Das war mir doch irgendwo wichtig, geb ich ja zu. Obwohl es mich, zum Glück, dann nicht abgehalten hat, mein Ding zu machen. Ich habe diese Gefühle dann einfach ausgehalten.

    So sieht's mal aus. Erstens kann ich nicht die Gedanken anderer Leute denken, denn ich kann nicht in deren Köppe gucken. Und zweitens soll es mir egal sein, was sie denken, ich kann es eh nicht beeinflussen. Beeinflussen kann ich nur mich selbst. Und für mich unterwegs sein.

    Aurora

    Liebe Maria,

    dein Ex-Partner sieht ja nun, dass du wirklich durchziehst, was du angedroht hast. Na klar versucht er da, für sich das Ruder rumzureißen. Das sind die berühmten Co-Knöpfe, die er da bei dir drückt.

    Er telefoniert dir hinterher, zeigt Interesse.
    War bei einem Termin, hat aber nichts weiter gemacht. So nach dem Motto "Ich bemüh mich ja".
    Er will dich wieder mit in die Verantwortung für sich ziehen, dir Schuldgefühle einreden. So nach dem Motto "Ich mach ja, aber du musst mir da helfen, sonst klappt das nicht".

    Es ist gut, dass du dich da abgrenzt! Gut machst du das. Denn es würde bei ihm nichts ändern, aber dich würde es zurückwerfen, wenn du darauf wieder eingehst.

    Hilfe kann er von vielen Seiten bekommen, von Profis, wenn er es wirklich will. Es gibt Ärzte und Therapeuten, SHGs und all das! Er ist da selbst für verantwortlich, nicht du.

    Viel Glück weiterhin bei der Wohnungssuche
    Aurora

    Hallo Eklisee,

    ja, ich bin im geschlossenen Bereich, seit über 4 Jahren. Der offene Austausch mit Mitbetroffenen, aber auch mit Alkoholikern, hat mir sehr, sehr viel gebracht. Mein Tagebuch dort ist inzwischen über 300 Seiten dick... Ich habe dem Forum und den Menschen hier sehr viel zu verdanken. Inzwischen habe ich auch schon einige Leute persönlich kennen gelernt, denn auch das geht ja im geschlossenen Bereich. Und im April habe ich sogar einen Mitfori geheiratet :D . Was aber nun nicht heißen soll, dass dort eine Singlebörse ist, ist klar.

    Wenn du nun meinst, du bist noch zu unsicher, mit dem Haus usw., dann warte eben noch ein wenig. Du bestimmst dein Tempo. Meine liebste Freundin hat damals auch mal gesagt, nun trenn dich doch, was soll das, du bist soooo unglücklich. Und zu diesem Zeitpunkt konnte ich es nicht und habe gedacht, was will sie von mir, sie weiß ja nicht, wie schwer das ist. Meine Argumente gegen die Trennung waren ähnlich gelagert wie deine... Ihr Anstoß hat aber was in mir bewirkt und ich habe es angenommen. Ich habe anders hingesehen und Schritte gemacht. Mich informiert und so. Das hat mir geholfen und dann konnte ich mich auch trennen.

    Zitat

    Eigentlich kann bei uns sowieso einer nicht akzeptieren, was der andere tut und denkt, bei uns gleicht sich irgendwie kaum noch was. Was ist das für eine Basis für´s Leben bis zum alt werden?


    Das fragte ich mich damals auch. Und daraus entstanden dann alle Schritte.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Eklisee,

    gerade sehe ich, dass mein letzter Beitrag sich überschneidet mit deinen. Egal...

    Therapie ist gut, für mich war es gut, ich kann es empfehlen! Eine Selbsthilfegruppe hast du ja schon, nämlich hier. Es gibt ja auch noch den geschlossenen Bereich, da geht es ganz offen zu, denn es kann ja nicht das ganze Web lesen. Das wäre ja auch noch eine Option, oder? In den geschlossenen Bereich zu kommen. Wenn du magst.

    Gute Nacht
    Aurora

    Hallo Eklisee,

    ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, denn ich habe ja selbst in diesem System festgehangen. Insgeheim wusste ich, ich will einfach keine Ehe, Beziehung mehr mit meinem Exmann, aber ich war schlicht und ergreifend zu feige, das auch öffentlich zu sagen! Immerhin hatte ich schon den Schritt der Trennung geschafft, dadurch hatte ich Raum für mich, das war sehr wichtig. Denn so stand ich nicht unter Dauerbeschuss, sozusagen. Denn mein Ex trank nicht mehr, aber alle anderen Verhaltensweisen waren so wie vorher. Meine auch...

    Ich hatte für mich viele Ausreden, warum ich ihn nicht "abschmettern" konnte. Denn er bestand beharrlich darauf, die Freizeiten zusammen zu verbringen, er setzte mich unter Druck, stritt herum. Wenn ich mal was alleine unternahm. Ich war schlicht und ergreifend nicht in der Lage, da Grenzen zu setzen. Ich war einfach zu feige dazu, was daraus für Konsequenzen entstehen könnten. Z.B., dass er dann verletzt sein könnte, und darum wieder anfangen könnte zu trinken. Dass er von sich aus Schluss machen könnte, eine andere Frau als Trösterin nehmen könnte. Und dass ich den Kindern da irgendwas nehmen könnte, indem ich mich von ihrem Vater trennen würde.

    Alles fade Ausreden... Ich war einfach zu feige. Da war Angst vor der endgültigen Trennung. Denn dann hätte ich keinen Mann mehr. Wie sieht das denn aus in der Gesellschaft, Familie? Und eben die Angst, dass er ja dann so traurig sein könnte, wo er doch extra für mich (so empfand ich das und so machte er es mir weis) nun nicht mehr trank... Und dass ich zugeben müsste, gescheitert zu sein, so war das in meinem Kopf jedenfalls, gescheitert zu sein in meinem Lebensplan. Und dass ich mich geirrt hatte in meinem Exmann, er war eben nicht der Idealmann für mich, wie ich es mal dachte, die ersten paar Jahre...
    Und er schwor mir Liebe und schenkte mir Dinge, all sowas, was er schon Jahrzehnte nicht mehr gemacht hatte.

    Meine Güte, da konnte ich doch nicht so sein, oder? So pingelig. Nun hab dich nicht so, nun strengt er sich doch so an... sowas bekam ich zu hören, aus meinem Umfeld. Das riss mich in noch größeren Zwiespalt, denn insgeheim wollte ich aber pingelig sein, ich wollte mich so anstellen. Ich wollte ihn nicht mehr, er ekelte mich an. In jeder Hinsicht.

    Es ist ein Hinhalten für beide, so empfinde ich es, was bei dir abgeht. Es ist Unehrlichkeit, dir gegenüber, weil du nicht zu deinen Gefühlen stehst. Und ihm gegenüber, weil du ihn einerseits wegstößt, andererseits aber keine Konsequenz daraus entsteht.

    Das schreibe ich mal so, denn so habe ich es damals für mich gesehen, endlich irgendwann. Da konnte ich es aussprechen und mich endlich trennen, richtig trennen.

    Es gibt auch Beziehungen, die können wieder funktionieren, wenn beide an sich arbeiten, sich verändern wollen. Das erfordert viel, aber es kann gehen. Aber da muss dann auch Liebe sein und gegenseitige Achtung und Toleranz, all sowas. Hast du das für deinen Mann?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    Clärchen und Monty, vielen Dank für eure Beiträge.

    Natürlich ist es schwierig, hier stehen so viele Berichte über Leid, Missbrauch, Schmerz. Und darüber, wie immer noch eine Runde gedreht wird, wie immernoch schön geredet wird, was so weh tut, und schlussendlich vernichtet. Im schlimmsten Fall. Wie immer wieder Argumente gefunden werden, warum es nicht geht, Trennung oder Konsequenz, wie geleugnet wird.

    Ich kann von meinem Weg, meinen Erfahrungen erzählen, diese weitergeben. Ich kann sagen, ich sehe das so oder so. Ich kann anstoßen, klare Worte sagen. Aber all das muss auch beim Gegenüber ankommen. Angenommen werden. Da muss ich einfach Grenzen ziehen, Grenzen akzeptieren. Sonst hänge selbst mit drinnen. Damit ist niemandem geholfen. Schon garnicht mir...

    Aurora

    Hallo,

    liebe Lindi, ich habe den Thread von Sternchen gelesen. Und es haben ihr ja auch schon einige Leute darauf geantwortet. Genau das haben sie ihr geschrieben, was ich auch schreiben würde. Nun hat sich Sternchen seitdem nicht mehr gemeldet.

    Da kann ich ihr auch nicht weiter helfen, denn machen muss sie selbst. Genauso wenig, wie ich den Alkoholiker trocken legen kann, kann ich eine Coabhängige von ihrer Beziehung abbringen, wenn sie es nicht wirklich will. Ich kann niemanden bei der Hand nehmen und wegzerren. Das ist einfach so, und das akzeptiere ich, egal, was ich dabei empfinde. Mitleid :roll: , nein, mit leiden will ich nicht. Sorge - na ja, sie ist erwachsen und es stehen ihr viele Möglichkeiten offen, sich Hilfe zu suchen. Da grenze ich mich ab! Anders geht das nicht, sonst werde ich selbst wieder mit in den Strudel reingezogen. Liebe Lindi, auch du hast ja bei Sternchen geschrieben, hast ihr Hinweise gegeben. Es ist an ihr, umzusetzen! Es ist o.k., dass du deine Gedanken darüber hier gelassen hast. Ich freue mich über dein Vertrauen!

    Aurora