Beiträge von Aurora

    Hallo Blumenwiese,

    er will eine Auszeit - na gut!

    Damit gibt er dir ja unmissverständlich zu verstehen, dass er sich nicht ändern will, was seinen Alkoholkonsum anbelangt. Na gut, das ist dann so. Nun weißt du doch, woran du bist, oder? Bestimmt tut es erstmal weh, so abgeschoben zu werden, aber du selbst hast ja auch geschrieben:

    Zitat

    In mir war nichts, ich habe keine Liebe gespürt

    .
    Dann passt das doch.

    Nun kannst du zusehen, dass du dein eigenes Leben wieder in schöne Bahnen lenkst. Tu dir was Gutes, jeden Tag ein wenig. Du kannst nur gewinnen!

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    liebe Clärchen :D , vielen Dank für dein Feedback!
    Ja, es liest sich wunderschön bei mir. Und ganz ehrlich, es liest sich nicht nur so. Manchmal denke ich, ich bin im Film, aber es geht mir tatsächlich unverschämt gut. Und das kann so sein, weil ich so viel gemacht habe mit meinem Leben.

    Mit fast 50 Jahren habe ich den Absprung gewagt. Und endlich mein Leben selbstbestimmt in die Hand genommen. Ich schreibe hier nun auf, wie schön es sein kann. Ich habe nun auch noch das Glück, meinen Mann zu haben. Aber auch so fühle ich immer wieder, wie frei und selbstbestimmt ich bin.

    Früher fühlte ich mich fremdbestimmt, unzufrieden, unglücklich. Ich habe, aus vielen Gründen, daran festgeklammert, viele Jahre. Na gut, das war so, ist nicht zu ändern. Zu ändern war dann, dass es auch anders gehen kann. Und das habe ich gemacht.

    Ich möchte allen, die es wollen und die hier lesen, den Mut machen, endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Denn nur so geht was! Niemand anders kann da machen, nur jeder selbst. Vom Rumeiern, Jammern und Zagen passiert halt nix, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und ganz ehrlich, dazu ist das Leben einfach zu schade.

    Aurora

    Hallo Blumenwiese,

    du schreibst

    Zitat

    Komisch, ich denke immer wieder, dass er vielleicht gar nicht alkoholkrank ist. Diese innere und heimliche Hoffnung. Dabei weiß ich es doch besser.


    Ich habe auch mal so gedacht! Immer, wenn mein Exmann eine Trinkpause einlegte, mir versicherte, er wäre doch nicht abhängig, das wären ja wohl ganz andere und überhaupt, und ich wäre ja schuld, dass er immer wieder seinen Kummer mal ertränken müsste... usw.

    Da begann ich dann, ihm zu "glauben". Ich setz das mal in Anführungszeichen. Denn ich wollte es glauben, dass er Recht hatte und ich alles falsch sah. Denn hätte ich meinem Gefühl, meinen Eindrücken getraut und geglaubt, hätte ich auch gesehen, dass ich was machen muss. Dann hätte ich bei mir hinsehen müssen, dass da was geändert werden muss für mich, dass ich aktiv werden muss, wenn was für mich da passieren soll. Doch so habe ich "geglaubt", und heimlich gewusst, es ist nicht so, wie er es sagt. Na ja, irgendwann habe ich es doch geglaubt, was er sagte, da war dieses Muster so eingefahren, dass ich zu meinen eigenen Empfindungen kein Vertrauen mehr hatte.

    Da habe ich dann gejammert und geheult und ihm und dem Suff die Schuld an meiner Misere gegeben. Und ich habe gedacht, er müsse doch was machen, damit alles wieder gut wird. Aber für ihn war es ja wohl gut, so wie es war...

    Verstehst du, es ging erst was los, als ich was geändert habe, als ich ihm nicht mehr "glaubte" , nicht mehr meinen Hoffnungen nachhing, sondern kritisch hinsah und mir glaubte und meinen Gefühlen.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    am Sonnabend war ja nun "Die Zauberflöte" im Strandbad Wannsee. Und was soll ich sagen, es war einfach nur schön!

    Das Wetter war super, die Aufführung hat mir auch sehr gefallen. Also die Inszenierung. Der Sonnenuntergang war spektakulär. Es war sowas von schön, ich kann das garnicht beschreiben. Und wieder mal musste ich was denken.

    Ich hätte solche Sache nie erleben können, wenn ich nicht damals den Mut gehabt hätte, aus dem Kreis von Alkohol und Coabhängigkeit auszubrechen! Dieser wunderbare Abend hätte früher einfach nicht sein können. Einfach so...

    Da habe ich wieder sehen können, wie sehr es sich gelohnt hat. Es war nicht immer leicht, den Weg zu gehen. Da kommen viele Dinge hoch. Da gab es Tränen der Wut, der Trauer, der Scham. Da gab es Rumgeeier, bis ich Grenzen ziehen konnte, endlich. Da brauchte ich Mut, mich anzusehen und meine Dinge, warum ich so lange da festgeklammert hatte. Da hatte ich den Mut, meine Ängste anzusehen, die dadurch auf einmal immer weniger wurden. Das ist schon ein Weg. Ich bin Schritt für Schritt gegangen, gehen musste ich ganz alleine!

    Ich kann nur allen, die da in Zweifeln stecken, raten, da hinzusehen und sich endlich selbst wichtig zu nehmen. Und aktiv zu werden, denn in den Schoß kommt nix gelegt.

    So stand ich also dann in der Pause der "Zauberflöte" mit Dante am Wannsee, die Sonne ging unter. Er war so voller Wärme, ist er immer. Da wurden mir zärtliche Dinge gesagt, ohne dass mich Alkoholfahnen umwehten und ich an der Ernsthaftigkeit zweifeln musste. Da war alles ehrlich und liebevoll. Ich konnte es genießen, annehmen, spüren. Das alles kann ich jetzt.

    So kann's einem ergehen, wenn man sich aufmacht...

    Aurora

    Hallo Eklisee,

    ich schon wieder :wink::lol: .

    Du schreibst

    Zitat

    ich habe das Gefühl ihn hinzuhalten. Das kann doch nicht gut sein. Ich bin ehrlich mit ihm u. sage ja, dass ich jetzt nichts fühlen kann. Er wollte dann schon mal wissen, ob das zu 100% meine Meinung ist. Wie soll ich das denn wissen?


    Du musst doch wissen, was deine Meinung ist...
    Du sagst doch selbst, du kannst jetzt nichts fühlen. Ist das 100%ig oder nicht? Du musst dich entscheiden und klar werden, sonst eierst du noch sonstwann da rum.

    Du schreibst, du kannst jetzt nichts fühlen. Das ist für mich eine klare Aussage. Also 100 %, oder :roll: ? Wenn das der Ist-Zustand ist, dann ist es so, basta. Damit musst du leben und er auch. Da musst du dann deine Konsequenz draus ziehen, das ist doch eine Grenze, die du da setzen kannst. Wieso kannst du ihm nicht sagen:" Zur Zeit kann ich nichts fühlen. Zur Zeit ist das so und nicht anders. Basta, keine weitere Diskussion oder Rechtfertigung, es ist einfach so!" Hast du Angst davor, so klar das zu sagen?

    Grüße von
    Aurora

    Liebe Eklisee,

    ich kann dich gut verstehen, denn so ähnlich war es ja bei mir auch. Nur dass ich eben schon ausgezogen war.

    Mein Exmann hat alles versucht, mich wieder zurück zu holen. Er war spendabel, auf einmal, was mich sehr verunsichert hat. Denn "normalerweise" war er nicht spendabel. Er hörte mir zu, auch was Neues. Er machte Erledigungen für mich. All sowas. All das, was ich mir gewünscht hatte, viele, viele Jahre lang, das machte er auf einmal. Und - er klammerte wie eine Klette an mir. Für seine Dienste wollte er natürlich was wiederhaben. Er bestand darauf, dass wir unsere Freizeit zusammen verbrachten, bzw. meine Freizeiten, denn er ist ja frühberentet. Und er bestand darauf, dass ich die Vergangenheit ruhen lassen sollte und sehen sollte, jetzt ist er doch so viel besser. Er würde sogar inzwischen bügeln...

    All das zeigte, meiner Meinung nach, seine Angst vor der Zukunft, ohne mich. Angst vor Veränderungen.

    Und ich? Ich war unsicher, voller Schuldgefühle und Verantwortung für ihn und sein Wohlbefinden. Ich hatte Angst, dass er wieder trinken würde, wenn ich "zu hart" mit ihm umspringen würde. Ich traute mich nicht, Grenzen zu setzen, "Nein" zu sagen, "Stopp". Aber ich wusste, ich liebe ihn nicht mehr, irgendwann wusste ich das ganz klar. Ich wusste, da wird nichts mehr, was mich befriedigen könnte, was ich schön finden würde mit ihm zusammen. Ich konnte erkennen, es zählt das, was ich empfinde, ich muss nichts machen, nur damit er sich gut fühlt. Mir muss es gut gehen!

    Da lernte ich eben, "Nein" und "Stopp" zu sagen, und endlich hatte ich meine Freiräume. Ich habe mich bei den ersten "Neins" hundeelend gefühlt, aber ich habe es ausgehalten, dieses Gefühl. Und nach und nach wurde es leichter und die schlechten Gefühle weniger. Dafür fühlte ich mich immer selbstbestimmter.

    So, wieder halber Roman.

    Ich wünsche dir jetzt erstmal einen schönen Urlaub. Mit Zeiten nur für dich. Ich wünsche dir, dass du etwas sortieren kannst in deinem Kopf, dass du Klarheit bekommst. Und dass du Kraft sammeln kannst für die nächsten Schritte.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Eklisee,

    du wirst zuhause ständig beobachtet :shock: . Das finde ich krass! Kannst du dir denn da keinen Raum für dich schaffen? Da muss aber eine Grenze gesetzt werden.

    Ich habe damals auch gedacht, soll doch der Exmann ausziehen. Habe sogar nach Wohnungen für ihn gesucht und geguckt :shock: . Einen Teil meiner Geschichte kannst du hier https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…opic7064-0.html nachlesen, aber meine ganze Aufarbeitung, mein Weg steht in meinem Tagebuch im geschlossenen Bereich.

    Ja, ich dachte, er soll machen. Er soll aufhören zu saufen. Er soll "normal" werden. Er soll was machen. Er soll ausziehen...

    Er wollte aber nicht. Er fand sein Leben gut, so wie es war. Ich fand mein Leben nicht gut, also begriff ich irgendwann, dass ich was machen muss, wenn ich was verändern will. Denn er wollte, dass es so bleibt, aber ich nicht. Das hat aber schon gedauert, bis ich das konnte. Ich habe mich nach 26 Jahren Zusammenlebens getrennt... Viele Jahre davon war ich unglücklich. Habe später gehadert, warum ich es so lange "ausgehalten" hatte. Warum ich mir hatte so lange alles gefallen lassen. Ich suchte nur die Schuld bei ihm...

    Aber irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ja jederzeit hätte gehen können, wirklich, jederzeit! Niemand hat mich gezwungen, da zu bleiben und auszuhalten. Das war nur ich selbst, weil ich es gebraucht habe, weil ich es nicht anders konnte und wusste.
    Du musst das auch in deinem eigenen Tempo machen, niemand kann dich zur Trennung zwingen. Das ist klar. Du bist erwachsen und kannst selbst für dein Wohlbefinden sorgen. Und wenn du noch was Zeit brauchst, dann ist es eben so.

    Aber nur nicht stehen bleiben, beim Zeitbrauchen. Auch da kannst du was machen für dich. Dein Leben ganz langsam umlenken in Bahnen, wie sie dir gut tun. Und ehrlich hinsehen, was du nun willst.
    Ist da Liebe? Ist er es dir wert?
    Lernen, dich abzugrenzen.
    All sowas.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Clärchen,

    du bist dir nicht sicher, ob du die Beziehung weiterführen möchtest oder nicht, wenn ich recht verstanden habe. Er macht ja nun seine Therapie und das ist schon mal toll, denn er macht was. Was, das dir irgendwie gefällt, weil du hoffst, es ändert sich nun was.

    Wenn er es wirklich will, wird sich auch was ändern, bei ihm. Und was ist mit dir?

    Bist du bereit, da auch was zu tun, für dich? Gut, du triffst dich mit Freunden usw., machst was mit den Kindern. Aber:

    Zitat

    Wenn ich ehrlich sein soll, dann hoffe ich dass er auch in der LZT lernt was in seiner Familie jetzt vorgeht. Das wurde jedenfalls beim Infogespräch so erklärt. Ich soll auch zu Gesprächen dazukommen wenn ich bereit bin, vielleicht auch die Kinder. Der Therapieort ist nur 10 km von zuhause entfernt.
    Ich habe für die Zeit schon einige verabredungen getroffen und andere Vorhaben.


    Das lehnst du ab, hast was anderes vor. Warum nimmst du nicht die Gelegenheit wahr, mal mit Profis zu reden, also da auch mit einem Therapeuten zu reden, da mal was zu hören? In einer Beziehung
    Alkoholiker und Coabhängiger
    sind immer zwei Seiten. Zwei Leute, die machen. Wenn eine Beziehung sich da ändern soll, müssen auch beide was dafür tun, nicht nur einer.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Blumenwiese,

    du schreibst:

    Zitat

    Wieviel Alkohol kann ich hinnehmen? Wieviele Lügen kann ich noch ertragen?


    Da schreib ich: genau so viel, wie du es willst! Nichts weiter.

    Ich habe auch immer gehofft. Immer wenn mein Exmann wieder nüchtern wurde und dann ein wenig nüchtern blieb, seine Absicht, nie mehr zu trinken, beteuerte und dass er garnicht abhängig wäre, immer da habe ich gehofft.

    Nee, es war im Prinzip schon keine wirkliche Hoffnung mehr. Ich wollte das einfach alles glauben, weil ich Angst hatte, ansonsten was verändern zu müssen. Das ging so lange, bis ich am Ende war. Und endlich was eingesehen habe.

    Es geht um mich, um niemanden sonst. Ich kann es nicht mehr ertragen, ich will es nicht mehr ertragen. Und dann machen!

    Du hast ja nun eine Menge realisiert für dich. Er ist nicht der Mann, den du neben dir haben möchtest, schreibst du. Na also, was hindert dich, das zu ändern?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Lottemotte,

    warum hat er deine Nummer, dass er dir SMSe schicken kann? Wie willst du Abstand bekommen, wenn du immer wieder den Kontakt zulässt, sei es auch nur, indem du seine Nachrichten liest?

    Du musst ihn ja nicht "wegstoßen". Es reicht doch, eine Grenze zu setzen, zu sagen" jetzt ist Schluss". Und das dann einfach auch konsequent und klar durchzuziehen. Null Kontakt.

    Natürlich ist es ein ewiger Kreis, wenn beide rumeiern und keiner den Ausstieg macht... Willst du nun weiter rumeiern, seine SMSe lesen, telefonieren mit ihm, oder willst du dich lösen von all dem?

    Wenn es so weitergehen soll wie bisher, dann musst du nichts ändern, denn es läuft ja schon. Wenn du das nicht mehr willst, dann musst du wohl oder übel Schritte machen, anders geht das nicht!

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Eklisee,

    du setzt dich ja ganz schön mit deiner Situation auseinander, das finde ich gut. Denn dadurch kann dann ja auch was passieren. Ja, wenn du auf dein Inneres, deinen Bauch, deine Gefühle hörst, wirst du viel für dich bewegen können. Einfach dich wichtig nehmen, zuerst, nicht alle anderen, das ist ein guter Schritt. Und ziemlich schwierig...

    Mir ging's ja ähnlich wie dir. Mein Exmann wurde trocken und wir eierten umeinander rum. Es waren zwei Wohnungen, trotzdem hingen wir an meinen freien Tagen ständig zusammen. Weil ich einfach zu feige war, da eine Grenze zu setzen. Denn - ich wollte ihm doch nicht weh tun. Und - ich hatte Angst, dass er dann wieder trinken würde und ich hätte dann Schuld...

    Das mit der Schuld am Trinken saß tief bei mir, aber auch das ist zu schaffen, sich von diesen Gedanken zu befreien. Ich habe viel bei den Alkoholikern hier gelesen, da habe ich viel erkennen können. An dem Muster, an dem es läuft. Und dadurch wusste ich ja auch, ich hatte niemals Schuld an seinem Trinken und würde auch niemals welche haben. Es hat schon gedauert, bis es ankam, vom Kopf in den Bauch!

    Aber indem ich mich mit mir selbst auseinander gesetzt habe, klappte das immer besser, denn der Fokus lag ja auf mir, nicht mehr auf ihm. Auch mein Ex wollte nicht reden, was mal war. Er wollte ein dunkles Tuch über all die Jahre legen und jut is. Er wollte einfach weiter machen, als wäre nie was passiert. Ich konnte das nicht, und wir hatten dann endlose Diskussionen und Streitgespräche. Und er warf mir dann wieder vor, ich wäre ja eh Schuld gewesen daran, dass er getrunken hatte, und ich rechtfertigte mich und die Trennung permanent. Beschuldigte ihn für all mein Leid, das ich "erduldet" hatte, all die Jahre. Es ging nur im Kreis. Da passierte kein Schritt. Es konnte für mich erst da was in dieser Richtung Aufarbeitung passieren, als ich es für mich machte. Nicht mehr, um von ihm Entschuldigungen zu bekommen oder das Eingeständnis, dass ich es recht getan hatte, mich zu trennen. Sondern als ich erkannte, nach welchen Mustern ich denn so gelebt hatte und wie hoch mein eigener Anteil an diesem ganzen Leben gewesen war! Das schaffte ich anzusehen, durch die Auseinandersetzung hier im Forum und durch die Therapie, die ich dann machte. Und es ging dann da um mich...

    Wichtig ist doch, ganz erstmal, dass du da lernst, Grenzen zu setzen, klipp und klar. Du machst das ja auch schon, indem du dir z.B. deine Freundschaften wieder aktivierst. Du darfst dir Freiräume schaffen und es dir gut gehen lassen, auch ohne ihn. Na klar muckt er da rum, denn das ist neu! Und unkomfortabel für ihn, vielleicht, wenn du nicht da bist. Und er muss sich mit sich selbst auseinander setzen. Auch das muss er ja lernen... Veränderungen machen erstmal Angst, und du veränderst ja gerade. Da muss er sich schon daran gewöhnen. Konsequenz und Klarheit von deiner Seite ist da sehr wichtig, und du wirst merken, wenn du konsequent und klar für dich einstehst, ihm Grenzen setzt, wird er sie auch akzeptieren. Nach der Zeit des Aufmuckens und Probierens, ob er dich nicht doch wieder aufweichen kann...

    Reden ist gut, aber die Gespräche sollen dann nicht aus Anschuldigungen oder Rechtfertigungen bestehen. Du kannst ihm doch sagen, wie du dich gefühlt hast, all die Jahre, ohne Wertung. Also nicht:"Du warst Schuld, weil dies und das war es mir so ging." Sondern:" Ich habe mich im Stich gelassen gefühlt..." oder " das hat mir weh getan..." oder so in der Art.

    Boah, deine Geschichte erinnert mich sehr an meine damals, deshalb schreibe ich dir wohl solche Romane. Ich hoffe, es kommen für dich da ein paar Denkanstöße heraus.

    Liebe Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    na, schwupps, schon wieder ist Montag :?:roll: .

    Das Wochenende war schön! Am Sonnabend waren wir eingeladen. Ein Mitglied unserer realen Gruppe hat unsere ganze Gruppe zum Grillen eingeladen. Und das Wetter war suuuuper :D ! Und wieder einmal konnte ich die Vorzüge einer alkoholfreien Veranstaltung genießen. Gute Gespräche und niemand ist vom Stuhl gefallen. Wir hatten unseren Spaß bei vollem Verstand.

    Für mich kann ich sagen, ich habe jetzt, in meinem neuen, alkoholfreien Leben, mehr Spaß, mehr Freude und Lachen als jemals zuvor! Und ich kann zwanglos da sitzen, ich muss niemanden mehr bewachen, wieviel er trinkt. Das habe ich ja früher mit dem Ex immer gemeint, machen zu müssen...

    Gestern waren wir im Garten bei meinen Eltern, das Paulinchen war ja auch da. Da gab es wieder schöne Momente mit der Kleinen. Und wir haben Urlaubsfotos gezeigt.

    Alles in allem ist das sehr entspannend gewesen, das Wochenende. Das nächste wird auch toll! Wir haben zur Hochzeit Karten geschenkt bekommen, von den Kindern.
    "Die Zauberflöte" im Strandbad Wannsee. Ich freu mich schon. Hoffentlich ist es von oben dann trocken :? .

    Aurora

    Hallo Eklisee,

    wenn ich deine Beiträge lese, sehe ich, dass du meinst, die ganze Verantwortung alleine zu tragen, tragen zu müssen.

    Du schreibst an Leonie, dass du es geschafft hast, deinen Mann zur ambulanten Therapie zu überreden. Das ging nicht so gut, deshalb macht er nun eine stationäre, und du schreibst, dass du es für ihn richtig findest so. Was sagt eigentlich dein Mann dazu? Will er denn das überhaupt? Denn was du findest, welche Therapie für ihn richtig ist oder ob er es überhaupt will, ist egal. Er muss es wollen!

    Du schreibst auch, dass alles zuhause in deiner Verantwortung lag/liegt, Haus, Familie usw. Das ist ja immer der Fall in Beziehungen zwischen Alkoholiker und Coabhängigem, der Co übernimmt die Verantwortung für alles, entmündigt sozusagen den Abhängigen. Der das auch geschehen lässt, weil es ihn in Ruhe seiner Sucht nachgehen lässt, es ist bequem. Der Co fühlt sich stark und gebraucht, ohne ihn geht eben nix... Und das geht dann so, bis es nicht mehr geht, kräftemäßig. Der Co vergisst sich selbst darüber.

    Dass du nun für ihn Mitgefühl, Mitleid empfindest, das kann ich gut nachvollziehen, denn diese Gefühle hatte ich auch! Ich habe mich auch nach der Trennung noch immer verantwortlich für meinen Exmann gefühlt! Ich habe immernoch gedacht, alles steigt und fällt nur mit mir... Ich dachte immernoch, ohne mich geht er unter. Ich fühlte mich noch immer so mächtig und unabkömmlich. Nach und nach habe ich aber begriffen und gelernt, dass ich keine Verantwortung für ihn habe, denn er ist erwachsen! Es liegt nicht in meiner Hand. Das einzige, was in meiner Hand liegt, ist mein eigenes Leben! Dein Mann ist genauso erwachsen, er kann alleine Verantwortung tragen für seine Handlungen. Auch wenn es ihm dann weh tut. Traust du ihm nicht zu, dass er es kann? Warum sollte er es nicht können?

    Du schreibst

    Zitat

    Nur für mich gesehen, wäre der Abstand schon richtig gewesen um herauszufinden, was für mich gut ist.


    Das ist der Hauptsatz! Ja, es wäre für dich richtig, Abstand zu haben um zu sehen, was du willst. Du hast da zugunsten anderer, deines Mannes und Sohnes, einfach deine eigenen Empfindungen und Bedürfnisse über den Haufen geworfen. Du willst ihnen nicht weh tun... und nimmst damit in Kauf, dir selbst weh zu tun. Denk mal drüber nach.

    Was heißt, ihr leistet euch zwei Haushalte... Genau dieses Argument hat mein Ex auch immer gehabt, damals. "Wir leisten uns 2 Haushalte, na ja, das geht schon mal. So lange, bis du wieder normal geworden bist!" :shock: Sowas hat er dauernd zu mir gesagt, damals. Ich hatte dann immer den Einwand, dass es ja einen Grund gehabt hatte, dass ich mich getrennt hatte. Und ich hatte dabei massig Schuldgefühle, weil ich mir was rausnahm, was mir anscheinend garnicht zustand...Gut, dass ich da dem Druck standgehalten habe, den ich fühlte. Einmal war ich sogar so weit, alles hinzuschmeißen und zurück zu gehen. Nur um den Druck, diese Schuld nicht mehr spüren zu müssen.

    Ich sehe es so, dass du es dir leistest, dir eine Wohnung zu nehmen, um endlich in Ruhe durchatmen und zu dir finden zu können. Oder? Na klar gibt es da finanzielle Gründe, aber da gibt es sicherlich Wege, das zu regeln. Ich kann auch verstehen, dass du an dem Haus hängst. Bei mir war es damals die Eigentumswohnung. Und in dem Wohnhaus, wo die ist, leben ja auch meine Eltern... Das hat mich lange dort gefesselt. Ich wollte doch da nicht weg! Und die Kinder, ich konnte denen doch nicht das Elternhaus kaputt machen...

    All solche Gedanken hatte ich ja auch lange Jahre! Das waren Argumente, um mich zu beruhigen, um mich zu rechtfertigen, warum ich nicht handeln musste! Denn das wäre mir damals unmöglich gewesen. Ich bin heute noch heilfroh, dass ich irgendwann, durch winzige Schritte, die ich machte, dann dazu in der Lage war, all das zu ändern. Mein Leben ist heute sehr glücklich und frei!

    Du schreibst

    Zitat

    Ich bin dem ganzen irgendwie noch nicht gewachsen. Aber der momentane Zustand ist auch belastend.


    Gut, das ist doch eine Aussage. Du fühlst dich dem Ganzen noch nicht so ganz gewachsen. Das ist doch ganz klar, Veränderungen machen immer Angst. Du kannst aber dafür sorgen, dass du ganz langsam immer ein Stück mehr weitergehst, für dich. Lernst, Grenzen zu setzen und dich selbst mit deinen Gefühlen ernst zu nehmen. Lernst, deinen Mann loszulassen, damit meine ich, ihm seine Eigenverantwortung wiederzugeben. Indem du dich hier austauschst, machst du ganz viel für dich! Du kannst dich selbst reflektieren, bekommst Feedback und dadurch wirst du immer mehr nachdenken und handeln können. Wenn du es willst!

    Ich will dich auch nicht zur Trennung überreden. Ich möchte dich einfach aufmerksam machen für dich selbst und deine Bedürfnisse. Dass du siehst, was heute für dich gut ist. Denn heute lebst du und legst deinen Grundstock für morgen. So war es jedenfalls bei mir. Ich gebe dir hier ja meine eigenen Erfahrungen wieder. Ich hoffe, du kannst was damit anfangen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Eklisee,

    erstmal "Hallo" hier im Forum!

    Mir ging es damals so ähnlich, ich entschloss mich zur Trennung, nahm mir eine Wohnung. Und mein Ex wurde trocken... Ich habe aber meine Wohnung behalten, denn ich dachte, Abstand wäre erstmal gut. Aber ich hatte massig Schuldgefühle, und so eierten wir noch ca. 1 Jahr umeinander rum. Bis ich endlich mir eingestehen konnte, dass es keine Liebe war, die ich empfand. Nicht mehr. Sondern dass es alles mögliche andere war, was mich hielt. Trotz der getrennten Wohnungen hingen wir zu oft zusammen. Und obwohl er mir schon nach kürzester Zeit auf den Geist ging, ich innerlich aggressiv wurde, zornig, traurig usw., hatte ich nicht den Mut, erstmal, Konsequenzen daraus zu ziehen...

    Zitat

    Als er noch getrunken hat, war klar, dass ich irgendwann meine Konsequenzen ziehen muss. Jetzt weiß ich gar nichts mehr.


    Überlege doch mal, ganz ehrlich, warum das so ist.
    Als er trank, hättest du dich trennen können. Jetzt nicht mehr. Aha, warum denn?
    Liebst du ihn noch? Ganz ehrlich...
    Was hält dich wirklich fest, wovor fürchtest du dich?
    Ganz ehrlich hinsehen, denn das wird dir ein Stück weiterhelfen können. Ich weiß das! Ich habe das auch hinter mir. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu haben, das ist wichtig. Und zuzulassen, dass es weh tun wird, da hinzuschauen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Maria,

    ich kann schon verstehen, dass du da hoffst, dass er nun was macht. Aber ich kann dir nur aus eigener Erfahrung schreiben, dass ich auch so ca. gefühlte 1millionenmal gehofft hatte, damals. Ich hab rumgesessen und gehofft, dass er was tut.

    Na ja, er hat immer dann so bissi was rumgemodelt, gerade so viel, dass ich dachte, meine Hoffnung hätte sich bestätigt. Dann ging alles wieder von vorne los. Ich will dir damit sagen, steck nicht zu viel Energie in diese Hoffnung. Sondern mach für dich. Überlege, wie es für dich weitergehen kann. Mach dir angenehme Zeiten.

    Zitat

    Sonst mit Freunden treffen, zum Frisör gehen....Sport treiben...all sowas was Frau so gerne macht

    Genau sowas, das ist schon Mal gut.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Berliner,

    du hättest auch in deinem anderen Fädchen weiterschreiben können. Nur mal zur Information. Denn es ist einfacher mit dem Antworten, wenn da auch gleich die ganze Geschichte steht.

    Sie war also beim Anwalt, na gut. Dann kannst du doch auch mal zu einem gehen, oder? Und dich ganz seriös informieren, wie es denn aussieht mit solch einem Haus, mit Kredit und so.

    Grüße von
    Aurora