Beiträge von Aurora

    Hallo Thomas,

    Bücher könnte ich dir einige empfehlen, aber ich weiß nicht genau, ob ich das im offenen Bereich darf. Aber unten auf der Forenübersicht sind ja auch einige Empfehlungen. Auch für Angehörige!

    Es ist sehr oft so, dass Cos von einer Beziehung in die andere gehen, immer nach dem selben Muster. Also es wird immer wieder ein Partner ausgesucht, der ähnlich tickt. Denn das ist vertraut, das altbekannte Muster. Cos kommen sehr oft selbst aus Familien, wo ein oder beide Elternteile getrunken haben/trinken. Da wird dann auch das bekannte Muster, dass das Kind dann gelebt hat, mit dem Partner weitergelebt.
    Cos können oft nicht alleine sein, machen ihr Wohlbefinden von einem Partner abhängig, fühlen sich nur mit Partner vollwertig. Cos können schwer sich selbst aushalten.
    Denn es ist ein Zwang, sich zu kümmern, Verantwortung zu übernehmen für jemanden, Retter zu sein für jemanden.

    Deshalb halte ich es für sinnvoll, erstmal nach der Trennung alleine zu bleiben. Wenigstens mal eine Zeit. Mal in dich zu horchen, was dich so bewegt hat, diese alte Beziehung einzugehen und so lange darin verharrt zu haben. Zu sehen, was musst du an dir verändern, damit dir nicht dauernd das gleiche passiert... Also es ist wichtig, erstmal bei dir hinzusehen und aufzuräumen. In aller Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit.

    Das ist, so gesagt, meine Sicht der Dinge.

    Grüße von
    Aurora

    Liebe Hopefull,

    das ist schon eine schwierige Situation, in der du da gerade steckst.
    Bei mir war es ähnlich. Ich hatte mich zur Trennung entschlossen, endlich, nach vielen Jahren, weil ich endlich kapierte, so nach und nach, dass ich an ihm nichts verändern kann. Aber sehr wohl bei mir! Ich fand eine Wohnung und bereitete meinen Auszug vor, zum ersten Mal ganz konkret, dass ich was für mich machte. Das ist etwas mehr als 4 Jahre her...

    Mein Exmann sah, dass da jetzt tatsächlich was passierte und entschloss sich, mit dem Trinken aufzuhören. Er ging in die Klinik und wurde nüchtern, das ist er übrigens noch immer...

    Nun war ich in der Zwickmühle. Ich hatte meinen Auszug geplant, endlich meine Ängste einigermaßen zur Ruhe gebracht, dass ich mich das traute. Und nun sowas :shock: , er wurde nüchtern. Das hatte ich nicht gedacht. Es folgte ein schwieriges Jahr, in dem wir beide umeinander rumeierten. Was aber sehr wichtig war, ich ließ mich nicht mehr davon abbringen, mehr und mehr nach meinen Bedürfnissen zu schauen. Ich lernte, nein zu sagen und stopp. Ich lernte Abgrenzung. Und ich konnte immer mehr sehen, dass ich nach all den Jahren zu meinem Exmann kein Vertrauen, keine Liebe mehr aufbauen konnte und wollte. Das gelang durch ehrliches Hinsehen und dadurch, dass ich eben nach mir schaute, nicht nur nach ihm...

    Wie es nun bei euch weitergehen wird, weiß ich nicht. Es gibt durchaus auch Beziehungen, da gehen die Wege wieder zusammen. Aber das bedeutet Arbeit auf beiden Seiten! Der Alkoholiker muss sich und seinen Weg neu definieren, sehr viel Veränderungen machen, um zufrieden trocken leben zu können. Und der Partner muss das auch! Auch als Angehörige musst du viel verändern, lernen, dich selbst zu achten und auch deine eigenen Wege gehen zu können. Du musst lernen, dich zu sehen, nicht nur ihn. Du musst lernen, seinen Weg zu akzeptieren, ihm seine Eigenverantwortung zu überlassen. Du hast die Verantwortung für dein Leben, er hat seine eigene Verantwortung für sich. So mal kurz gesagt.

    Das heißt für dich jetzt, lass deinen Mann da machen und du machst hier. Und zwar für dich! Sei ganz ehrlich zu dir, denn nur um dich geht es hier und jetzt. Was sind deine Gefühle, wenn du so ganz ehrlich in dich reinhorchst? Ist da Liebe? Oder was meinst du hält dich erstmal fest?

    Angst vor der Zukunft. Schreibst du. Kann ich verstehen. Das kannst du aber lösen, indem du zum Anwalt z.B. gehst und dir Infos einholst. Das wäre ein erster Schritt.

    Momentan hast du sehr viel Wut in dir, glaube ich. Wut und Enttäuschung. Das ist normal. Lass die Wut raus, dann kannst du klarer sehen, wo du hinwillst. Mach es dir gemütlich, unternehme Dinge, die dir gut tun. Lenke deine Energie auf dich und deine Vorstellung davon, wie du dir deine Zukunft vorstellst.

    Du lebst jetzt und heute. Heute kannst du viel für dich tun, damit du mehr und mehr zufrieden leben kannst. Ob es dann mal später mit deinem Mann wieder passt, ist doch jetzt garnicht wichtig. Wichtig ist jetzt erstmal, dass du lernst, dich und deine Bedürfnisse ernst zu nehmen! Alles andere wird sich daraus ergeben.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Jessi,

    willkommen hier im Forum. Schön, dass du da bist! Ich selbst bin seit gut 4 Jahren hier, damals konnte ich mich endlich auch nach langem Hin und Her von meinem Exmann trennen.

    Wenn ich deine Dinge lese sehe ich auch mich wieder, es ähnelt sich immer wieder so sehr, die Geschichten, auch wenn jede ein wenig anders ist. So ist es doch auch wieder irgendwo gleich.

    Ich kann deine Gefühlswelt sehr gut verstehen, denn es ging mir ja auch nicht viel anders. Das Wegschütten und auf Pullensuche gehen, das Betteln und Heulen und die Gespräche, wenn er wieder nüchtern war. Und die Hoffnungen, die dann da wieder aufkamen bei mir, aber auch die Zweifel daran, ob er denn wirklich alkoholabhängig wäre. Und daraus dann die Schuld- und Schamgefühle bei mir, weil ich so wütend, traurig etc. gewesen war, als er trank.

    Ich habe selbst viele Jahre lang alle möglichen Ausreden gehabt, warum ich das mitmachte und warum ich mich nicht trennen konnte. Denn jetzt kann ich sehen, es waren Ausreden, damals waren das aber in meinen Augen Argumente. Ich habe das nicht anders gekonnt, denn dann hätte ich bei mir hinsehen müssen. Da hätte ich gesehen, wie überängstlich und wertlos ich mich fühlte, und wie schuldig.

    Ich finde es gut, dass du da jetzt konkret was machen willst, für dich und deinen Sohn! Dass du dich hier angemeldet hast ist ein wichtiger Schritt, denn damit bist du hinausgegangen mit deinen Problemen! Um dir Hilfe zu suchen. Und es ist toll, dass du dir einen Beratungstermin geholt hast! Es ist so wichtig, da Klarheit zu haben, über finanzielle Dinge und so. Das nimmt nämlich auch viel Angst vor Ungewissheit.

    Ich bin gespannt, wie es dir bei der Beratungsstelle ergehen wird. Und ich freue mich auf einen weiteren Austausch hier!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo miss-pryja,

    ich schließe mich da Linde voll an!

    Zitat

    nun gut, wie es mir geht ist ja nicht wirklich wichtig


    Wieso meinst du, dass das nicht wichtig ist? Es ist doch das wichtigste überhaupt, sage ich ganz deutlich.

    Viele, die hier angekommen sind, wollten Hilfe für ihren Angehörigen, Freund oder so. Dass das nicht geht, mussten alle schnell erfahren. Die Sucht hat eigene Gesetze, du wirst keinem Abhängigen deine Hilfe aufzwingen können, der das nicht wirklich will.

    Aber du hast hier die Möglichkeit zu erfahren, wie du selbst für dich am besten mit solchen Dingen umgehen kannst, wie du selbst ein Leben erreichen kannst, in dem sich nicht mehr alle deine Gedanken um den Abhängigen drehen.

    Willst du das?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Maria,

    getrennt von meinem Exmann habe ich mich im Juli 2007, da war meine Wohnung so weit eingerichtet, dass ich hier einziehen konnte. Diese Trennung war nach 26 zusammengelebten Jahren. Im Mai 2010 wurde ich geschieden. Mein Ex wurde trocken, als ich auszog, es endlich wahr machte, was ich jahrelang angedroht hatte. Er ist noch immer trocken. Für ein gemeinsames Weiterleben war es aber zu spät, ich konnte es mir irgendwann zugeben, dass es keine Liebe mehr war, längst nicht mehr, was mich da festhielt.

    Ich habe nun schon einen ganz schönen Weg geschafft, bis hierher. Meine Geschichte kannst du nachlesen unter
    "Liebe und Hass"
    hier im offenen Bereich. Ich habe auch noch ein Tagebuch im geschlossenen Bereich, dort ist für mich noch immer der beste Austausch.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Maria,

    ganz ehrlich...

    Zitat

    Also gerade verstehe ich die Welt nicht mehr?Warum hat er dann Schluß gemacht?Würdet ihr das glauben?


    Es gab Zeiten im meinem Leben, da hätte ich, hätte mein Ex so gehandelt (er hat das oft, nur mit anderen Argumenten, Situationen), das geglaubt und Hoffnung geschöpft. Dass er nun ja doch endlich "zur Vernunft" kommen würde. Ich hätte alle meine Gedanken an Abhauen über Bord geschmissen und wäre geblieben, blauäugig, hoffnungsvoll und zufrieden, nun doch nicht für mich handeln zu müssen und Konsequenzen ziehen zu müssen.

    In meinen Augen ist das, was dein Partner macht, so Art Hinhaltetaktik. Er probiert, wie er dich am besten ruhigstellen kann, damit du bleibst. Sein Schlussmachen ist wohl ganz schön Rumgeeier. Du hast ihm ja ganz schön die Pistole auf die Brust gesetzt, indem du die Hochzeit abgesagt hast, z.B. Indem du immer konkreter wirst. Nun muss er wohl was überlegen... Er merkt ja, dass du vielleicht auch nicht so gaaaaanz sicher bist mit allem, das versucht er, auszunutzen. Das ist jetzt mal meine Meinung...

    Du schreibst

    Zitat

    In eine Co.SHG möchte ich im Moment nicht gehen,...

    Na ja, du bist ja schon da, denn wir verstehen uns hier im Forum ja als SHG. Dabei ist der geschlossene Bereich dafür noch besser geeignet, denn da kann nicht jeder mitlesen und du kannst da offen schreiben, was dich bewegt, wie in einer SHG, in die du gehen würdest. Kannst ja mal überlegen, ob das was wäre für dich.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Melanie :D , du hast es nochmal genau auf den Punkt gebracht! Vielen Dank für deinen Beitrag.

    So, der Montag ist so gut wie rum, der Wochenanfang ist geschafft. Ich sitz hier und friere, denn Sommer ist was anderes :? .

    Mir geht's aber trotzdem gut.

    Aurora

    Hallo Berliner,

    ich kann schon nachvollziehen, was da in dir vorgeht. Denn ich habe ja lange genug genau so rumgeeiert und immer wieder nach Entschuldigungen und Ausflüchen gesucht. Noch meinen Ex in Schutz genommen, "na, er kann ja eigentlich nichts dafür, der Arme, dass er saufen muss, weil..." Und ich habe mich zum A....loch machen lassen, weil ich es so wollte. Ich fand's gut, zu leiden und meine Streicheleinheiten von den Verwandten zu bekommen. Und ihn anklagen zu können, guck, mal, ich leide so sehr für dich, siehst du, ich leide, weil ich dich liebe.

    Welcher Selbstbetrug das war. Ich habe gelitten und mitgemacht, weil es mir irgend ein Gefühl der Befriedigung gab. So selbstlos zu sein. So leidensfähig. Ich habe mir die Schuld, die mein Exmann mir auch zuschob, danken angenommen.

    Du schreibst

    Zitat

    will sie aber einfach nicht verlieren.
    und es tut so doll weh.


    Du willst sie also behalten. Dann ist doch alles klar. Dann wird sich nichts ändern, denn du bist bereit, dass es weiter weh tun wird. Und das wird es! Du schreibst, du willst sie nicht verlieren. Du kennst sie lange genug um sehen zu können, wie dein, euer Leben dann verlaufen wird. Jedenfalls erstmal, solange, bis sie vielleicht mal meint, was verändern zu müssen. Aber hat sie denn einen Grund dafür?

    Du willst sie behalten, dass wird weiterhin weh tun. Das ist Fakt!
    Das wird immer und immer weh tun! Magst du das?

    Grüße von Aurora

    Hallo,

    liebe Sonne :D , jetzt habe ich nochmal einen halben Roman geschrieben :wink: . Ich hoffe, ich kann dir was abgeben von meiner Zuversicht. Jeder kann es schaffen, ein glückliches, zufriedenes Leben zu führen. Jeder hat es in der Hand.

    Aurora

    Hallo,

    liebe nici :D , ja, es wird immer wieder ähnlich sein, das Muster, nach dem es läuft, anfällig zu sein in Coabhängigkeit zu gelangen. Denn es gibt ja auch Menschen, bei denen läuft es nicht so. Es gibt bestimmte Grundmuster, die Menschen dafür anfällig machen.

    Du kommst nicht an den Schalter? Da sag ich: Noch nicht! Du wirst da aber auf jeden Fall rankommen, denn du bist super für dich unterwegs. Immer schöööön langsam, Wachstum dauert, wenn du zu schnell wächst, kriegst du Risse und Schmerzen. Also, schön langsam an den Schalter ranwachsen :wink: .

    Du hast ein hohes Maß an dich. Ein viel, viel höheres Maß, als du bei anderen Menschen ansetzt. Ich kenne diesen Perfektionismus von mir auch. Ich habe mich verrückt gemacht, immer perfekt sein zu wollen. Aber das geht nicht, denn ich bin nur ein Mensch.

    Das hat lange bei mir gedauert, bis ich mich auch als unperfekt annehmen konnte und kann. Klappt auch noch nicht immer 100%ig, aber es klappt schon gut. Auch das hat was mit Selbstwert zu tun, denke ich, sich anzunehmen, auch mit der Unperfektheit. Sich einfach mal ein wenig mehr zurück zu nehmen, sich zu gönnen, Fehler zu haben.

    Bei mir war es so, dass es auch was mit meinem Außen zu tun hatte, also mit dem Bild, was ich haben wollte, bzw. was andere von mir haben sollten. Da hängt dann wieder dran, dass ich abhängig war von den Meinungen und Ansichten meines Umfeldes. Weil ich selbst mich nicht annehmen konnte, wie ich war. Eben auch mal nachlässig und so.

    Z.B. meine Wohnung, die sah immer aus wie geleckt! Da konnte immer jemand kommen, es war wie eine Ausstellung! Trotz 2 kleiner Kinder damals! Boah, kannst dir sicher denken, wie anstrengend das war.

    Das habe ich zu einem für mich jetzt angenehmen Maß herunterschrauben können. Ich mag es immernoch aufgeräumt und sauber, aber es ist keine Ausstellung mehr, verstehst du. Ich wohne jetzt. Bin zuhause. Ich muss keinem mehr genügen außer mir.

    Aber ich sage es ganz offen, es hört sich jetzt vielleicht so toll und leicht an. Ich habe aber jetzt auch schon ein ganz schönes Stück Weg gemacht! Und ich habe einen Dickschädel, wenn ich mir was so richtig vornehme, ziehe ich es durch. Und ich hatte mir vor gut 4 Jahren vorgenommen, endgültig mein altes Leben umzuwandeln in ein neues, lebenswertes. Das ist nicht einfach gewesen. Und ich bin noch längst nicht fertig mit allem. Und perfekt schon garnicht, muss ich ja nicht mehr :wink: .

    Ein paar Dinge mag ich eben immernoch, und ich glaube, es ist auch normal. Sich zu freuen, wenn Menschen sich bei uns zuhause wohlfühlen, gerne kommen. Wenn Menschen mir sagen, ich wäre hier gut für mich unterwegs und hätte eine Menge erreicht. Na klar mag ich auch immernoch Anerkennung von außen! Aber es ist eben nicht mehr das A und O, um damit ich glücklich bin.

    Glücklich bin ich jetzt einfach aus mir heraus. Weil ich gelernt habe, mich anzunehmen, wie ich bin. Weil ich gelernt habe, Grenzen zu setzen, wenn es anfängt, mir weh zu tun. Weil ich mir gönne, glücklich zu sein, auch wenn es jemand anderem vielleicht gerade nicht so gut geht. Weil ich weiß, ich habe das Recht dazu, gut auf mich aufzupassen und Sorge zu tragen, dass es mir gut geht. Ich darf "Nein" sagen, "Stopp".

    All sowas. Ich bin noch immer am Üben, es liest sich vielleicht so bei mir, als wäre immer alles tutti. Ist es nicht, aber es flutscht immer besser. Denn ich mache was. Jammern und starr rumhängen war gestern, heute ist, aktiv für mich sehen, wo ich hinwill. Und dann losgehen.

    Aurora

    Hallo flower,

    ich kenne dich ja aus dem Co-Bereich hier...

    Du schreibst

    Zitat

    Erst heute hat er noch zu mir gesagt,wenn er trinken will,dann trinkt er


    Das ist eine deutliche Ansage seinerseits und genau so wird es laufen!
    Was hat das denn nun für dich für Konsequenzen?

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    liebe nici :D , ich kann dir sagen, warum ich so nach Anerkennung gehechelt habe...

    Ich hatte sehr wenig Selbstwertgefühl. Es liegt an verschiedenen Dingen, warum das so war. Ich war damals glücklich, als mein Exmann bereit war, mich zu heiraten. Damit erfüllte sich ein großer Wunsch: geheiratet zu werden. Das machte mich vollwertiger. Jemand wollte mich haben. Ich hatte keine so gute Meinung von mir, von meinem Äußeren, meinen Haaren, meiner Figur und überhaupt. Da hatte ich meine Erfahrungen mit, was andere so darüber dachten, dachte ich...

    Und darum war ich froh, dass mich einer doch wollte. Und dann noch einer, der einen guten Job hatte und auch gut verdiente. Also musste ich es mir auch verdienen, dass er mich weiterhin auch will. Ich dachte, ich müsste meine (angeblichen) Makel mit Aufopferung wett machen. :roll: .

    Und ebenso musste ich mir Liebe und Anerkennung verdienen, damit ich in den Augen der Außenwelt eben auch diesen Mann verdiente und dieses Leben. Ich musste gut sein, fleißig, eine gute Mutter, perfekte Hausfrau, liebevolle Ehefrau usw. Es musste perfekt sein, nach außen. Ich dachte ja, ich bin nur wert durch ihn und das Leben, dass er mir ermöglichte.

    Und damit war ich schon mit Krümeln zufrieden, die er mir zugestand. Zuerst habe ich das nicht bemerkt, dass es Krümel waren, das wurde mir erst im Laufe der vielen Jahren immer klarer. Weil ich sah, wie andere Frauen bzw. Paare lebten. Da war ich neidisch drauf, aber ich dachte, na ja, hab es nicht besser verdient. Und andere Männer sind auch nicht besser und wer weiß und überhaupt. Und ich könne doch zufrieden mit dem sein, was ich habe. Mir fehlte es doch an nix, war doch alles tutti, Geld war genug da und die Kinder wuchsen heran. Und ich klammerte mich an mein Eheleben wie eine Klette, weil ich dachte, ich bin nur dann was wert...egal, um welchen Preis, was anderes steht mir irgendwie nicht zu oder so.

    Und der Ex trank immer mehr...

    Ich suchte - natürlich - die Schuld bei mir. Zuerst war das Trinken ja nur auf Wochenenden beschränkt, meistens, jedenfalls das exzessive Trinken. Denn er trank ja jeden Tag, nur nicht bis zum Umfallen. Es passte mir nicht und es gab Streit. Und er machte mir klar, was er von mir hielt, im Laufe der Jahre machte er mich immer weniger. Noch weniger, als ich eh schon war. Ich dachte, na ja, was soll's, Liebe, na ja... Und ich war froh, wenn er mir Krümel zuwarf, um mich bei Laune zu halten.

    Das verwechselte ich mit Liebe. Ich dachte, wenn ich mich hier aufreibe und Striche an Flaschen mache, wegschütte oder mittrinke, mach ich das alles nur aus Liebe. Denn ich will ihm ja helfen damit, ich bin doch so gut und voller Aufopferung. Wenn er Besserung versprach, war ich glücklich, fühlte mich wertvoll und wichtig. Wenn er dann wieder weitertrank, war alle Wichtig- und Wertigkeit, die ich dachte zu haben, für die Katz. Ich machte all das nur abhängig von ihm.

    Aber auch in anderen Dingen war mir wichtig, was die Menschen da draußen von mir dachten. Wenn sie mich lobten, war ich mir wichtig und fühlte mich geliebt. Ich war abhängig von den Meinungen der Menschen um mich rum. Abhängig, Lob zu bekommen für meine Leistungen. Nur dann konnte ich mich selbst schätzen, fühlte ich mich wertvoll und geliebt. Das war sehr anstrengend, diese Leistungen, und ich musste immer mehr leisten, um mich wertvoll fühlen zu können.

    Und der Ex trank immer mehr...

    Und auch da wurden die Anstrengungen immer größer, ihn zu retten. Denn ich dachte, nur ich hätte das in der Hand. Weil ich ja auch Schuld war an seiner Trinkerei. Das hatte er mir ja immer wieder versichert, er müsse ja trinken, weil ich so... oder so... oder sooo... war und nicht anders. :( . Boah, war das schwierig, immer musste ich mich drehen und wenden und ackern, um was spüren zu können.

    Irgendwann konnte ich nicht mehr. Mein Leben bestand nur noch aus ihm und den anderen. Vor allem aus ihm. Wie und wann und wo wird er wieder saufen. Wie kann ich das verhindern. Was denken die anderen. Ich hatte Angst, es könne was passieren, und ich muss ihn dann finden, erstickt am Erbrochenen oder erhängt, was er oft genug angedroht hatte. Und die anderen Menschen um mich rum machten mir klar, ohne mich würde er aber erst recht untergehen und ich müsse mich eben noch bissi mehr anstrengen...

    So ging das, Zwang, Kontrolle, Angst, Null Selbstwert und Achtung für mich, Gefühle hatte ich kaum, nur negative wie eben Hass und Angst. Körperliche Symptome hatte ich schon längst. Irgendwann regte sich so ganz wenig Eigenliebe in mir, das letzte Flämmchen, was da kurz vor dem Auslöschen war. Und ich begann, mich umzusehen. Nach einer SHG, nach Infos, Rechtsanwalt und so. Es dauerte aber noch zwei Jahre, bis ich endlich konkret was machen konnte. Und da fand ich auch das Forum.

    Ich begann hier den Austausch und trennte mich. Eine Zeit der Rumeierei begann, denn mein Ex wurde trocken, als ich mich trennte. Ich begann aber, ganz offen und ehrlich an mir was zu sehen. Ich sah hin und begann, Gefühle zu spüren, für mich. Denn ich wusste, ich will nie wieder da hin, wo ich war, nie wieder! Ich wusste, das geht nur, indem ich ehrlich zu mir bin, zu mir! Ich bin niemandem anders Rechenschaft schuldig außer mir! In meinem Leben bin ich wichtig und meine Gefühle. Dafür bin ich zuständig, nicht für das Wohlergehen der anderen. Es ist egal, was andere von mir denken, wenn ich nur weiß, dass es gut ist für mich, wie ich's mache.

    Ich lernte sehr viel. Durch das Forum und die Auseinandersetzung mit mir. Als ich feststeckte, suchte ich mir eine Therapeutin und machte eine Therapie. Das hat mir sehr geholfen. Durch diese ganzen Dinge konnte ich meinen Selbstwert wiederfinden, ihn sehen. Ich konnte mich annehmen, wie ich war und bin. Ich konnte mich von alten Mustern lösen, von vielen jedenfalls, manchmal tauchen sie noch auf, aber ich kann sie erkennen und verändern. Ich bin noch immer gnadenlos ehrlich zu mir, gelogen, vertuscht und getäuscht habe ich lange genug. Ich bin noch immer auf meinem Weg.

    So, jetzt hab ich einen Roman verfasst :shock::lol: , na ja. Und da ich ehrlich bin zu mir selbst, weiß ich, dass es mich freut, wenn ich Gäste habe und die sich wohlfühlen. Auch wenn ich nicht verantwortlich bin für das Wohlfühlen der anderen. Das ist ja klar. Aber ich freu mich, wenn sie es tun. Und der Kuchen war lecker :D .

    Ich kann aber heute damit leben, wenn es nicht so ist, denn ich muss mir nichts mehr verdienen oder erkämpfen. Und darum habe ich auch die Anwesenheit meiner Enkelin genossen und mit ihr auf dem Flur Ball gespielt, weil sie es wollte. "Oooooma, sooooo lange Ball spielen, noch länger..." . Früher hätte ich das nicht gemacht, ich war ja für den Besuch zuständig, nicht für mich und meinen Spaß. Der Besuch hat sich mit sich selbst und Dante prächtig unterhalten, glaub ich. Ich hab's jedenfalls getan, mit dem Erbschen. Denn das bin ich mir wert, dass es mir gut geht, das kann ich mir gönnen, jetzt. Und mir geht's eben gut, wenn ich mit meiner Erbse Ball spiele :lol: , auch wenn die Gäste - vielleicht - dann dumm aus der Wäsche gucken.

    So, Ende des Romans.

    Aurora

    Hallo Berliner,

    was bringt es dir, überall zu erzählen, dass sie alkoholabhängig ist? Was willst du damit erreichen? Willst du sie wirklich bloßstellen oder willst du Streicheleinheiten für dich, wie tapfer du bist, dass du das alles mitmachst?

    Es ist sehr wichtig, dass du über Probleme offen sprichst, mit Freunden oder auch hier. Aber es sollst du sein, um den es geht. Na klar hängt dein Unglücklichsein mit ihr zusammen.

    Aber du musst doch nun für dich einen Weg finden, da rauszukommen, aus deinem "Unglück". Da heißt es, für dich Wege zu finden, wie dein Leben wieder zufrieden und ruhig werden kann. Da heißt es, hinzusehen und zu verändern, ehrlich zu sein zu dir selbst. Alles andere ist Energieverschwendung, denn du wirst sie zu nichts zwingen können. Sie wird machen, was sie für sich selbst als gut empfindet.

    Und genau dasselbe solltest du auch für dich tun.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Maria,

    hat dir also dein Ex also seine Entscheidung ganz klar und deutlich gesagt. Er will weitertrinken, in Ruhe, du willst das nicht, hast du ihm ja gesagt. Also hat er die Konsequenz gezogen und Schluss gemacht.

    Zitat

    Und es ist sehr schwer mit anzusehen, wie sich ein geliebter Mensch selbst kaputt macht!


    Dazu zwingt dich ja niemand, oder? Das mitansehen zu müssen.

    Was machst du jetzt? Wohnt ihr noch zusammen? Wer wird gehen?

    Grüße von
    Aurora

    Huhu sadness,

    Zitat

    Nur an mich denken fällt mir schwer,bzw. muss ich dass erst lernen.Hab schließlich fast immer nur für andere gelebt.


    Ja, so ist das bei uns Co's, immer unterwegs, immer für andere... Sich selbst an's Ende stellen oder noch ein Stückchen weiter hinten. Das kannst du lernen, nach und nach! Das zu ändern, erst fühlt sich das ganz komisch an, aber wenn du merkst, wie gut es dir tut, wird es immer leichter. Das Denken an dich selbst.

    Gut, dass du dir ein Ziel gesetzt hast, nämlich verschiedene Institutionen abzuklappern. Das ist doch schon ein wichtiger Schritt, den du für dich selbst tust.

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende
    Aurora

    Hallo,

    und huhu liebe Grazia :D , ja, das stinknormale Leben ist sehr, sehr angenehm. Meine Einlagen sind bestellt und ich habe noch ein sehr gutes Gespräch mit der Dame vom Sanitätshaus gehabt. Die ist sehr kompetent und ich habe da viele Dinge erfahren, wie ich wo was noch machen kann. Und dass andere Einlagen (festere, stützendere) im Prinzip für mich viel besser wären, ich muss sie nur einfordern beim Arzt. Das werde ich auch!

    Gerade ist auch mein Kuchen für morgen fertig geworden. Ich bin ja nicht wirklich eine gute Bäckerin, ich koche lieber. Aber das Rezept hab ich von meiner Tochter und die hat Ahnung :):wink: und der Kuchen sieht klasse aus. Hoffentlich schmeckt er auch gut, ich will ja einen "guten Eindruck" machen bei meinen Gästen. Das ist so, das werd ich auch nicht los, und ich sehe das nicht als negativ an. Ist doch schön, wenn der Besuch sagt, es hat und geschmeckt und gefallen.

    Früher habe ich super anstrengende Verdrehungen und Veranstaltungen gemacht, um zu beeindrucken. Da habe ich das gebraucht, um gesehen zu werden, um geliebt zu werden, um Anerkennung zu bekommen. Da habe ich Menues gezaubert...

    Sowas brauch ich nicht mehr, ich weiß ja, dass ich gut bin :wink: . Aber wenn's schmeckt, freu ich mich auch...

    So, genug "philosophiert", jetzt geht's mal los hier.

    Aurora

    Hallo Berliner,

    willkommen im Forum.

    Du schreibst, sie hat keine Einsicht momentan, weder für ihren Alkoholkonsum noch für ihre Erkrankung. Da ist es sehr, sehr schwer, da etwas für sie zu tun. Denn das sind ja Sachen, da muss sie selbst aktiv werden und was dagegen tun. Zwingen kannst du sie zu nichts, denn sie ist erwachsen und darf selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper, mit ihrem Leben macht.

    Das heißt, genau so ist das umgekehrt. Du bist auch erwachsen und hast das Recht zu entscheiden, wie lange du das Spiel noch mitmachen willst. Was tun kannst du nur für dich selbst. Du kannst entscheiden, ob und wie lange du das noch mitmachen willst. Vielleicht hat deine Frau eine ruhige Minute und du auch, dann kannst du versuchen, mit ihr zu reden und ihr deine Sorgen und Ängste zu erklären.

    Viele Grüße
    Aurora

    Huhu,

    bei mir gibt es weiterhin "nix". Also nix, was mich nun erschüttern kann. Ich habe meine Alltagswehwehchen, na ja, ich werd nicht jünger :wink: . Ich brauche neue Einlagen für die Schuhe, da habe ich schon eine Verordnung, die Dinger werde ich nachher in Auftrag geben. Ich hatte ein wenig Schnupfen, was auch nicht verwunderlich ist bei dem Wetter-Hin-und-Her.

    In letzter Zeit hänge ich ab und an auch wieder in alten Mustern, aber das geht schnell vorbei. Es stört mich einfach, darin zu hängen, also hänge ich es ab, so gut es geht. Und es geht gut. Na also.

    Ich hatte auch ein paar alte Gedanken, denn mein Exmann hat nun auch eine Partnerin. Das war schon erstmal komisch. Aber es ist schön, soll er sein Leben doch so leben, wie es angenehm für ihn ist.

    Am Wochenende werden wir Besuch bekommen, von meinen Eltern und meiner Schwiegermutter. Da gibt's Käffchen, ich hatte ja im Juli Geburtstag, das war aber ein paar Tage bevor wir in den Urlaub gefahren sind. Darum hole ich das jetzt nach, ganz in Ruhe. Das sind so Dinge, die sind jetzt eben angenehm. Solche "Veranstaltungen" erschrecken oder stressen mich nicht mehr. Na gut, ich muss gleich noch staubwischen... :lol:8) , das ist aber auch der einzige Stress.

    Also, nix Stressiges oder so im Hause Aurora. Wie angenehm, ich hab mich glatt daran gewöhnt.

    Aurora

    Liebe Sadness,

    du schreibst

    Zitat

    glaub, ich hätte schon viel früher schalten sollen

    . Na gut, kann ja sein. Hast du aber nicht! Warum auch immer. Ich habe auch viele Jahre darin festgeklebt, hab mir auch hinterher gesagt, "warum hast du nix gemacht, warum hast du dir das alles gefallen lassen..." Das ist halt so, ich konnte es nicht anders und du wohl auch nicht. Das ist Fakt und nicht mehr zu ändern.

    Nun bist du im Heute angekommen und du hast festgestellt, dass dein altes Leben so nicht mehr weitergeht. Weil du es nicht mehr willst.

    Zitat

    Allerdings wünschte ich mir trotzdem,ich würde nicht so klar sehen und könnte wie all die Jahre zuvor es besser wegstecken,bzw.verdrängen....irgendwie ging es mir da besser???

    Ging es dir wirklich besser? Ganz ehrlich... Ja, es wird wohl irgendwo einfacher gewesen sein. Es ist einfacher, starr dazuhängen und sich selbst zu bemitleiden. Es ist einfacher, die Schuld abschieben zu können auf den Trinkenden. Es ist schön, von der Außenwelt bemitleidet und gestreichelt zu werden, wie toll du doch bist und funktionierst.

    Aber ging's dir wirklich besser damit? Ging es dir besser, nur nach den Dingen deines Mannes zu leben, wie viel er wann und wo wieder gesoffen haben könnte, z.B. Ist es wirklich einfacher, zu vertuschen und zu verdrängen? Ist es einfacher, dich zu verdrehen, deine eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken? Na, ich weiß nicht...

    Zitat

    Warum ist alles nur so kompliziert???

    Ja, es erscheint dir erstmal kompliziert, auch mir ging das so. Ich hatte Angst vor dem, was kommt, Angst davor, für mich selbst verantwortlich zu sein. Angst, was die anderen Leute über mich denken könnten. Angst, es alleine finanziell nicht schaffen zu können. Da gab es eine Menge zu beackern. Veränderungen erfordern Kraft und Mut, keine Frage. Aber vorher hast du deine Kraft für ihn weggegeben, jetzt darfst du sie alleine für dich benutzen!

    Darum ist es gut, jetzt mal alleine für deine eigenen Befindlichkeiten gerade zu stehen. Für dich zu sorgen. Was kannst du machen? Schritt für Schritt zusehen, dass sich was ändern. Deine Dinge klären, rechtliche Dinge und auch, wo deine Bedürfnisse nun liegen und was du willst. Also an Wohnraum usw. Das ist schon anstrengend, aber in den Schoß kriegt keiner was gelegt.

    Als Belohnung erwartet dich aber was super Schönes. Nämlich ein zufriedenes Leben. Weißt du, ich habe am Anfang hier gesagt, ich will wieder leben, lachen und lieben. Ich lebe nur einmal. Das steht mir zu. Also nehm ich es mir! Hat geklappt, weil ich es gemacht habe, für mich.

    Du hast es in der Hand. Niemand sonst. Dein Gestern ist Geschichte und nicht mehr zu ändern. Leben tust du heute, heute kannst du deinen Weg bestimmen. Damit bestimmst du die Richtung für morgen. So geht das.

    Liebe Grüße
    Aurora