Beiträge von Aurora

    Hasllo,

    hier läuft das Leben in ruhigen Bahnen. Wie angenehm. Ich lebe bewusst jeden Tag, weil ich es einfach so schön finde, so in Ruhe leben zu können. Viele Jahre war das ja nicht so.

    Gestern war mein Exmann hier. Er hat Probleme mit seinem Telefon, das nicht funktioniert. Er kann nicht anrufen und nicht angerufen werden. Da hat mein Hirn auch gleich wieder umgeschaltet. Ich bin immer wieder baff erstaunt, wie das immernoch passieren kann :roll: .

    Ich fühlte mich überrollt, wie früher. Er macht aus einer Mücke einen Elefanten, und ich lasse mich dann davon erdrücken. Sofort habe ich sein Telefonproblem zu meinem gemacht, mich verantwortlich gefühlt. Ihm zu helfen...

    Als er weg war, tickerte es da oben. Ich fühlte mich unwohl, überrumpelt, überfordert irgendwie mit diesem Telefonproblem. Ich suchte nach Lösungen... Bis ich nach ein paar Minuten dachte...

    Ey hallo, was machst du da :roll: . Dieser Mann ist erwachsen und geht dich soweit nichts an. Er hat dich um bestimmte Hilfestellung gebeten, ich sollte die Kinder nämlich informieren (mein Ex hat nämlich weder Handy noch I-net, was ja aber wahrscheinlich dann auch nicht funktionieren würde). Und ich mache mir da gleich wieder sein Problem zu meinem... Und fühle mich gestresst.

    Och nöööööö, ich konnte dann diese Gedanken abschalten, die Probleme da lassen, wo sie hingehören, nämlich bei ihm. So sehr habe ich mir dieses alte Verhalten, dieses für ihn verantwortlich Fühlen antrainiert, dass es noch immer mal funktionieren kann :roll: . Nur - heute kann ich es sehen und abstellen.

    Bei Dante ist solches Verhalten nicht da. Da habe ich garnicht erst damit angefangen, denn in der neuen Beziehung, in meinem ganzen neuen Leben will ich, dass es anders läuft und ich nicht meine alten Muster lebe. Das funktioniert auch meistens sehr gut.

    Ist schon komisch, was da im Kopf manchmal noch abgeht. So alte Situationen, die da was antriggern da oben und dann sofort ein altes Programm ablaufen lassen. Also heißt das, immer schön achtsam sein. Damit das nicht sich wieder festsetzen kann, das Alte. Denn eins weiß ich ja, das will ich nicht mehr.

    Aurora

    Hallo Joanne,

    du bist misstrauisch deinem Mann gegenüber, das kann ich verstehen! Und nun ist er plötzlich so aufmerksam, will dir was schenken...

    Ich kann das gut verstehen, denn es war bei mir damals ähnlich. Mein Exmann kam aus der Klinik und auf einmal war er der Hilfsbereite, Spendabele in Person :roll: . Ich hatte das Gefühl, er wollte einerseits damit etwas wieder gutmachen, andererseits hatte ich das Gefühl, ich sollte zurückgekauft werden. Beides konnte ich nicht wirklich für mich annehmen.

    Und deshalb hatte ich auch Schuldgefühle. Er bemühte sich nun so, und ich wollte so garnicht richtig. Ich wollte einfach in Ruhe zu mir selbst finden und herausfinden, wie es für mich weiter gehen würde. Und ich hielt ihm auch vor, dass er ja all die vielen Jahre sich auch nicht um Geschenke und so für mich geschert hatte.

    Das kam noch aus der Wut und Unsicherheit heraus, dass ich so dachte und ihm die Vergangenheit vorhielt. Alles war so frisch. Es ist schwierig, da was anzunehmen, einfach so, denn der alte Schmerz ist ja noch in dir drinnen.

    Es ist gut, wenn du nun deinen Weg im Auge behälst und Dinge so machst, wie sie sich gut für dich anfühlen. Es gibt vieles zu verarbeiten für dich. Vieles, wo du Klarheit bekommen musst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Antilope :D , ja Gebrauchsgegenstand, hört sich hart an :roll: , stimmt. Aber noch viel schlimmer fand ich, als ich sah, dass ich mich ja hatte gerne gebrauchen lassen... Ich habe mich ja mit meiner Art regelrecht angeboten! Mich aufgedrängt, meine Hilfe und Fürsorge einfach aufgedrängt. Dadurch habe ich mich wichtig und geliebt fühlen können, unentbehrlich und nett. Ich habe mir inzwischen verzeihen können. Denn ich habe gelernt, hinzusehen und zu erkennen, warum ich das gemacht habe. Und ich habe erkennen können, dass ich es zu dieser Zeit ja freiwillig und genau so gemacht habe, wie ich es konnte und wusste. Damals dachte ich ja, es wäre richtig so und es gäbe keinen anderen Weg. Ich habe mich ja lange Zeit wohl gefühlt in meiner Rolle.

    Am Anfang, als ich all das erkannte, hatte ich sehr viel Scham und Wut in mir. Über mich selbst. Das gehört dazu und ich habe geheult, was das Zeug hielt, alles rausgespült, um dann klar sehen und denken zu können. Und um ändern zu können. Um mich vom Gebrauchsgegenstand wandeln zu können zu einer Frau, die weiß, was sie will. Als ich hier anfing im Forum, war mein Nick "Muddi". Und genau so kam ich mir vor. Heute fühle ich mich aber als "Aurora", hell und glücklich, geliebt und geachtet so, wie ich bin. Das geht tatsächlich...

    Huhu Matthias :D , ja, ich hab 'ne Menge vor in nächster Zeit. Das wird suuuuper, ich freu mich schon so.

    Aurora

    Hallo Nici,

    ich sorge mich nicht um dich, denn du bist ja erwachsen und für dich selbst verantwortlich, mit dem, was du machst. Aber wir sind hier in unserer Forumsgemeinschaft und du hast da über deine Erlebnisse und Gefühle geschrieben. Und für mich kam das einfach so rüber, dass ich dir da so geantwortet habe, wie ich das habe. Weil ich es so gesehen habe. Das hätte ich in meiner realen SHG auch so gemacht!

    Denn dazu sind wir doch in dieser SHG, um uns gegenseitig aufmerksam zu machen. Um zu hinterfragen. Um mit anderen Augen Situationen auch neutral oder eben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Denn oft bin ich z.B. betriebsblind und froh, wenn jemand sagt, hey, sieh da mal so oder so hin...

    Du sagst, du hast das gut im Griff, dann ist das doch ok, das kam eben anders rüber bei mir. Trotzdem wirst du vielleicht bei der nächsten Situation anders hinsehen können.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Belle,

    nach deinen Schilderungen würde ich auch denken, dein Mann ist Alkoholiker. All die körperlichen Dinge sind Anzeichen dafür, dass er immer mehr trinken konnte ohne betrunken zu wirken, das Zittern und so. Martha hat dir ja schon einiges dazu geschrieben.

    Und nun kommt aber das andere dazu. Nämlich dass du auf einmal erkennst, was da passiert und dass es dich extrem ängstigt, stört. Und nun machst du nicht mehr seine Spiele mit, besorgst ihm keinen Alkohol mehr, machst ihm Vorwürfe und so weiter. Da bekommt er nun Angst, denn sein Kartenhaus, seine Fassade nach außen kommt sehr in's Wackeln, und das will ein Alkoholabhängiger garnicht. Er will in Ruhe weiter trinken, muss sich immer mehr auf seine Sucht konzentrieren.

    Da übt er nun diesen Druck auf dich aus! Du bekommst die Schuld eingeredet dafür, dass er trinken muss. Du bekommst Drohungen und dir werden Dinge eingeredet, die dir Angst machen sollen, damit du nichts unternimmst. Damit du wie gewohnt für ihn funktionierst.

    Lass dir nichts einreden, deine Wahrnehmungen, das, was du siehst, ist schon richtig! Ich finde es gut, dass du dir überlegst, wie dein Leben jetzt weitergehen soll. Denn das ist wichtig! Du wirst deinen Mann nicht trockenlegen können, trocken kann er nur aus eigenem Willen werden. Aber du musst nicht still halten und zusehen, was mit ihm passiert, sondern du kannst aktiv werden für dich selbst und dir dein Leben neu planen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Huhu,

    wieder ist ein Wochenende rum. Menno, das geht immer so schnell :roll: .

    Gestern waren wir in der Stadt, Dante hat jetzt einen Anzug für die Hochzeit :D . Er ist ja sehr groß, daher waren wir in einem Laden, wo es Übergrößen gibt. Da war ein sehr guter Service. Endlich besitzt er auch eine Krawatte, die ihm nicht nur bis zur Brust geht :lol: .

    Heute war ich alleine. Nachmittags bin ich zum Kaffee zu meinen Eltern gegangen. Irgendwann kam das Gespräch auf meinen Exmann und viele Dinge, die damals passiert sind. Und wie mich vieles geprägt hat. Und dass ich immer gewartet hatte, dass er sich mal entschuldigt oder so. Oder einfach was einsieht oder zugibt oder beredet. Ohne mich immer als leicht spinnert oder so hinzustellen. Ohne zu sagen, Schwamm drüber, es ist vorbei und nun musst du es vergessen. Das erwarte ich schon lange nicht mehr, irgendwann ist es mir unwichtig geworden. Anfänglich war es mir äußerst wichtig, es wäre so eine Art Absolution für mich gewesen, dass ich mich getrennt hatte, eine Entschuldigung dafür. Das brauchte ich irgendwann nicht mehr, denn es wurde für mich immer klarer. Und ich wurde immer selbstbewusster und brauchte solche Absolution nicht mehr, denn ich wusste für mich, es war in Ordnung so.

    In diesem Gespräch mit meinen Eltern wurde mir aber wieder einmal mehr klar, dass ich nur ein Gebrauchsgegenstand für ihn war. Auch das tut mir nicht mehr weh, denn jetzt lebe ich ein glückliches, lebendiges, gleichberechtigtes Leben. Und ich weiß, etwas anderes passt einfach auch nicht mehr zu mir! Ich lasse es nicht anders mehr zu!

    Aurora

    Hallo Joanne,

    ich schon wieder... :wink:

    Zitat

    also so ganz super hört es sich doch nicht an,das merke ich komischerweise erst wenn ich hier schreibe

    Da gebe ich dir Recht! Was er da von sich gibt hört sich genauso an, dass er jetzt das alles "auf sich nimmt", um Frieden zu haben - und wenn dann alles ruhig geworden ist, dann wird er wieder loslegen! Als Belohnung für's Durchhalten. Verstanden hat er, meiner Meinung nach, nichts. Und er verlässt sich da ganz auf dich, wenn er dann den Rückfall haben wird...

    Es ist gut, dass du dich um einen Therapeuten kümmern willst. Ich will nicht schwarzmalen oder dir deine Hoffnung nehmen, aber ich sage dir meine Meinung, wie ich es sehe und am eigenen Leib erfahren habe. Er hat nix kapiert und macht alles nur auf Druck hin. Er plant jetzt schon seine Bierrunde. Und seinen Rückfall...

    Wie oft willst du diese Runden drehen?

    Pass gut auf dich auf.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo blank,

    du wirst das überstehen, bestimmt. Denn du hast ja deine Pläne für dein kommendes Leben. Und du weißt, was du heute nicht willst, nämlich ein Notnagel sein, ein Mülleimer für einen Betrunkenen, der seinen Weltschmerz, seine Depressionen, die ihn im Alkoholdunst überkommen, bei dir ablädt.

    Ja, schreib hier ruhig auf, was dich so drückt, das Aufschreiben hat mir auch immer sehr viel geholfen. Denn schon beim Schreiben hat sich vieles in meinem Kopf sortiert, tut es ja noch.

    Du fragst mich, wie ich nun unterwegs bin. Ich habe mich von meinem nun Exmann getrennt, im Juli 2007 meine eigene Wohnung bezogen. Das war die äußere Trennung, sozusagen. Ein Jahr lang waren wir dann aber noch sehr stark verbandelt, er ist ja mit dem Auszug trocken geworden und hat versucht, mich wieder zurück zu holen. Und ich wusste nicht genau, was ich machen sollte, bzw. ich hab mich nicht getraut, es vor mir selbst zuzugeben, denn ich hatte sehr viele Schuldgefühle und Verantwortlichkeiten ihm gegenüber. Ich konnte nicht loslassen, ich wollte ihm nicht weh tun.... Und ich konnte mich nicht abgrenzen, "Nein" sagen, meine eigenen Bedfürfnisse vertreten. Das gelang mir erst nach und nach. Inzwischen sind wir geschieden, seit Mai 2010. Es stimmt, die innere Distanz ist mir noch viel schwerer gefallen als die äußere. Die konnte ich sogar schon teilweise haben, als wir noch zusammen lebten.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag

    Aurora

    Hallo Joanne,

    na, hört sich ganz entspannt an bei dir. Ist doch schön.

    Dein Mann wird also entlassen und dann eine Tagesklinik besuchen. Da kann er, wenn er es möchte, weiterhin für sich sehen und an sich arbeiten und so weiter. Und sich für das "wahre Leben" Rüstzeug holen. Das ist doch gut.

    Aber hier geht es ja um dich! Du weißt ja, auch du darfst nicht stehen bleiben. Es wird sicherlich schwierig, mit allem umzugehen. Wie sieht es bei dir aus, in Punkto Vertrauen haben. Oder aber auch, ihm seine Eigenverantwortung zu überlassen? Denn er muss seinen Weg alleine und von sich aus machen. Du deinen auch.

    Gut, dass du hier im Forum weiter dabebleiben willst. Denn das ist wichtig für dich. Du hast ja auch eine Abhängigkeit, und die geht auch nicht von heute auf morgen vorbei.

    Ich bin gespannt, weiterhin von dir zu hören.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nici,

    so wenig Kontakt wie möglich, dass ist ein guter Weg. Aber das gemeinsame Auto ist ein ziemlicher Angriffspunkt, etwas, wovon er weiß, dass er dich da irgendwie kriegen kann. Einen Angriffspunkt hast du ihm ja geliefert, die Geschichte mit dem Wasser. Da hat Matthias meiner Meinung nach Recht.

    Ich weiß, du hast mal geschrieben, dass es wohl zur Zeit keine andere Möglichkeit gibt als die, sich das Auto zu teilen. Aber dann müssen sich beide an bestimmte Spielregeln halten! Auch dein ER. Vielleicht könnt ihr eine Art Vertrag aufsetzen, wo jeder seine Dinge zugeteilt bekommt und an die sich jeder dann zu halten hat. Irgendwie sowas in der Art :roll: .

    Du hast eine ziemliche Wut auf deinen Mann, ist ja irgendwo verständlich. Du denkst, er steht in gutem Licht da, während du die Böse bist. Meinst du, die anderen denken das wirklich? Oder denkst du da die Gedanken der anderen? Und warum ist dir das so wichtig, was die denken?

    Du bist zornig, weil du dich im Nachteil fühlst und denkst, ihm würde immer alles zufliegen. Aber ist das auch so? Es ist wohl eher ein Bild, was er zu vermitteln versucht, um zu demonstrieren, wie gut er doch zurechtkommt. Du hast Recht, dich da auszuklinken aus diesem Spiel, was er da treibt. Das kostet dich Energien, die du besser für dich gebrauchen kannst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo blank,

    du hast Recht, es dauert, bis alles im Kopf angekommen ist und du es umsetzen kannst. Ich bin jetzt für mich schon fast 4 Jahre lang unterwegs, also ich meine, konkret unterwegs. Damit meine ich, ich denke nicht nur über alles nach sondern mache auch aktiv was für mich.

    Du bist ja auch schon gut dabei! Die Therapie ist ja schon erfolgreich zu einem gewissen Grad, denn du konntest wichtige Schritte machen. Auch wenn es dir weh tut und du dauernd denken musst. Du weißt, worum es geht und was da am besten ist - für dich!

    Du lenkst dich ab mit Sachen, die dir Spaß machen, du hast hier dein Fädchen eröffnet für einen Austausch, das ist eine Menge, was du da machst. Hast du denn was Schönes geplant für's Wochenende?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo blank,

    erstmal guten Tag hier im Forum.

    Einen guten Schritt hast du doch gemacht, indem du dich distanziert hast von deinem Freund, den Kontakt abgebrochen hast. Damit schützt du dich sehr gut davor, in dein Co-Verhalten zu fallen.

    Hast du schon mal überlegt, eine Therapie zu machen, um aus den alten Strukturen heraus zu kommen? Ja, auch der Austausch hier kann dir sehr viel bringen, Dinge zu erkennen und zu verändern an deinem Verhalten.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo,

    das neue Jahr lässt sich weiterhin gut an. Gestern habe ich den Fotografen kennen gelernt, auch das ist nun angeleiert und wird gut funktionieren. Da bin ich beruhigt, denn ich mag immer alles schön klar vor mir haben, mag nicht so auf den letzten Drücker sein. Somit habe ich also gut gesorgt, indem ich das für mich erledigt habe. Gutes Gefühl.

    Früher waren viele Dinge oft unklar für mich und wirr, weil ich mich auch nie auf Exmänne verlassen konnte, wann er wieder betrunken war. Ich habe manchen Termin da abgesagt. Oder garnicht erst in Angriff genommen. Ich selbst war nicht klar und sicher für mich, darum konnte mein Umfeld auch nicht klar sein. Oft spiegel ich ja im Umfeld wider, was sich in meinem Inneren abspielt. Dadurch, dass ich unsicher und unklar und nebelig war, war auch mein Umfeld so unklar und ich selbst leicht manipulierbar. Und immer bereit, mein Fähnchen in den Wind zu hängen, um ja nicht anzuecken...

    Es fühlt sich - mal wieder - gut an, dass ich da so gut für mich sorgen kann, jetzt.

    Sonst gibt es nix Weltbewegendes. Nachher gehe ich meine alte Freundin besuchen, das ist auch schön, wir haben uns lange nicht gesehen. Mal sehen, was es da so gibt. Ihre Stiefmutter ist ja seit einiger Zeit im Pflegeheim, Korsakow, sie hat sich ihr Hirn weggesoffen :( .

    Aurora

    Hallo Nici,

    wenn du Lust hast auf neue Menschen, auf Menschen, wo Alkohol keine Rolle spielt, bist du mir einer SHg im realen Leben gut bedient! In meiner SHG wird viel Wert auch darauf gelegt, gemeinsame Freizeitaktivitäten anzubieten, es werden Aktivitäten wie Kegeln oder so angeboten. Veranstaltungen, all sowas. Da kannst du Leute kennenlernen, die alkoholfrei leben. Denn ehrlich, mich stört ein saufendes Umfeld auch sehr, ich habe keine Lust mehr auf betrunkenes Gelaber. Schon lange nicht mehr.

    Hm, wie habe ich geschafft, auf Menschen zuzugehen. Gaaaanz langsam. Geholfen hat mir hier auch das Forum, der geschlossene Bereich. Da habe ich mich getraut, nach und nach zu öffnen, bei anderen was zu posten, meine Meinung zu sagen. Denn ich fühlte mich relativ anonym, obwohl es dort sehr offen zugeht. Und ich lernte da dann auch neue Menschen kennen, z.B. Dante oder lavendel, mit denen ich in der Oper war. Ich fühlte mich mit diesen Menschen relativ sicher, weil ich die Geschichten kannte, die da in deren TBs standen...

    Und durch meine Therapie lernte ich auch immer mehr, mein Selbstvertrauen zu stärken. Nach 1 Jahr z.B. traute ich mich zum ersten Mal, ganz alleine einen Kurzurlaub für mich zu planen und zu realisieren. Es war ein Seminarwochenende, ich habe dort vegetarisch-kulinarisch gekocht, das war das Motto des Seminars, ich arbeite ja als Reformhausfachverkäuferin, da hat das gut gepasst und mir sehr viel Spaß gemacht. Und dort konnte ich mich gut in der Gruppe bewegen, das hatte ich dann schon irgendwie gelernt. Und dadurch wurde ich auch wieder sicherer.

    Und dann hatte ich plötzlich eine reale SHG, da kam dann noch ein Schritt, nämlich Auge in Auge zu sein, meine Dinge zu erzählen und da sitzen Menschen direkt vor mir und hören zu und geben Antworten. Und ich habe mich da getraut, mich zu äußern und zu öffnen. Denn ich fühlte mich irgendwie sicher in mir selbst.

    Das ist alles eine gute Übung, langsam die Grenzen abzubauen und Selbstvertrauen zu bekommen. Indem ich meinen Wert erkannte, konnte ich mir immer mehr vertrauen, mir vertrauen, dass ich weiß, was und welche Menschen mir gut tun und welche nicht so. Und ich musste eben auch nach außen nicht mehr Jedermanns Liebling darstellen, ich habe gelernt, es gibt auch Menschen, die können mit mir und meiner Art eben nix anfangen. Trotzdem bin ich ein wertvoller Mensch.

    Boah, ich bin heute in Schreiblaune, weia. Ich hoffe, du kannst was damit anfangen :roll::wink: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo lavendel,

    schöööön, wieder was von dir zu lesen :D , schön, wie gut es dir geht!
    Oh ja, ich gebe dir vollkommen Recht, es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen und für sich selbst einzustehen. Sich selbst wichtig zu nehmen. Wenn ich denke, wie entspannt und voller Freude und Optimismus ich heute leben kann... leben, lachen, lieben, es ist immer wieder einfach nur ungeheuer gut.

    Ich musste in den letzten Tagen oft an dich denken, denn ich habe Dantes TB im Geschlossenen mal wieder vom Anfang an gelesen. Und da bist du ja oft zu Gast gewesen, genauso, wie in meinem. Deine Gedanken haben mir so manchen Anstoß gegeben.

    Ich schicke dir viele liebe Grüße und weiterhin viel Spaß mit dem Häusle
    Aurora

    Hallo,

    liebe Linde, ich bin ja auch eine Co, die ab und an hier "angehüpft" kommt :roll: . Und ich lass dann mal Grüße hier oder so. Das mach ich bei einigen im geschlossenen Bereich, also bei einigen Alkoholikern, auch so. Was ist daran das Problem? Als betüddeln empfinde ich das jetzt mal nicht, vielleicht ziehe ich mir auch einen Schuh an, der nicht für mich gedacht ist. Ich lass den mal hier stehen, den Schuh...

    Aurora