Hallo,
und hallo Matthias
, danke auch für die lieben Grüße!
Und ja, ich hatte ein frohes Fest, schöne Feiertage. Wobei, kleiner Wehmutstropfen, gestern hatte Dante Tagesdienst, um 6.30 h ist er los, abends um 20.oo h war tauchte er wieder auf.
Heiligabend bei meiner Tochter war schön. Die kleine Erbse war jaaaanz uffjerecht
, Weihnachten an sich, den Sinn davon, dass weiß sie ja noch nicht. Aber Geschenke kennt sie schon und auspacken kann sie gut
. Und ihr Onkel D. war da, den liebt sie ja heiß und innig. Mein Sohn, der Coole, wird so kuschelig und klein, wenn er mit seiner Nichte zusammen ist. Schön anzusehen für mich. Es war friedlich, Exmänne hat wieder sehr, sehr viel erzählt, macht der ja immer
. Das war schon bissi nervig.
Am ersten Feiertag waren wir bei meinen Eltern, volles Haus, meine Brüder mit Anhang, meine Nichtern und Neffen, meine Kinder usw., das war was. Ich glaub, alles in allem 24 Menschen oder so
. Meine Mutter mag das schon, aber sie schafft es nicht mehr. Es ist auch einfach zuuu viel, um noch gemütlich zu sein. Die Familie ist eben groß, und auf der einen Seite sind schon viele verstorben, auf der anderen Seite kommen aber auch neue dazu. So wie im richtigen Leben eben
.
Gestern war ich bei Monty eingeladen. Sie und ihr XY haben Rouladen gemacht, boah, voll lecker. Es waren noch 3 andere Menschen aus unserer SHG eingeladen. Und es war ein schöner Nachmittag, mit Ernsthaftigkeit genauso wie mit Lachen. Für mich war es ein großer Schritt. Das erste Mal, dass ich Weihnachten in einem "fremden" Kreis war. Die Feiertage waren früher immer heilig, nur für Familie. Stressig... Voller Suff...
Ich war sehr ausgefüllt mit Positivitäten, abends. Ich fühlte mich angenommen und gerngesehen in dem Kreis. Eine Sache, die wäre für mich vor 3 Jahren noch unvorstellbar gewesen. Ich hätte, wenn überhaupt, völlig verkrampft dagesessen. Mich kaum getraut, den Mund aufzumachen. Versucht, beim Essen nur nicht zu kleckern oder aufzufallen. Ich erkenne für mich sehr viel dadurch.
Zum einen habe ich durch meine Trennung und die ganzen Schritte, die ich gemacht habe, auch durch die Therapie, einen Haufen Freiheit und Selbstbewusstsein erlangen können. Zum anderen sehe ich, wie mich all das Fehlen von Selbstvertrauen festgehalten hat in Dingen, die mir nicht gut taten
Wie sehr habe ich an der Ehe geklammert, aus Angst vor vielen Dingen. Hier zum Beispiel aus Angst, ohne Mann dazustehen, bei dem wusste ich wenigstens, was ich habe, auch wenn es schlecht war, aber ich wusste halt, woran ich war. Nach außen sah ich eben aus wie jemand, die in einer Beziehung glücklich lebt
. Das war mir wichtig als Schutz und als Bild für andere Menschen. Die Familie, das war auch mein Schutz, ich hatte da meine Rolle, die ich spielte, die mir zugeteilt worden war und die ich lebte. Ich fühlte mich da gebraucht und gekannt, auch wenn es mir manches Mal nicht gut damit ging, ich mich verdrehte für alle, mir selbst nichts Recht machte. Aber es war eben mein Schutz nach außen, seht her, ich lebe geschützt in diesem Kreis, weiß, woran ich da bin.
Auch wenn meine Brüder manches Mal ihre dummen Sprüche machten und machen, die mich oft verletzen. Auch wenn meine Ex-Schwiegerfamilie mich klein hielt, mich für ihre Machtspiele und Befriedigungen missbrauchte, ich ließ das ja zu, es war mir bekannt und ich fühlte mich sicher damit, denn ich wusste ja, was da erwartet wurde. Und Exmänne, der wusste sehr gut mich zu gebrauchen, in jeder Hinsicht
. Immer wieder redete er mir Schuld und Verpflichtung ein. Redete mir Ängste ein, die mich schön klein- und festhielten.
Das ist alles Vergangenheit geworden, Schritt für Schritt. Heute bin ich in der Lage, mich in neue Verbindungen zu begeben, in "fremde Hände". Da weiß ich nicht, wie erstmal meine Rolle ist. Da muss ich nichts spielen oder mich verstellen. Da werde ich angenommen so, wie ich bin. Wie sagte gestern die eine Frau:" Ick find's richtich jut, dass du auch da bist heute!" Das ist ein ungeheuer schönes Gefühl.
Und so angefüllt mit guten Gefühlen starte ich jetzt in die letzte Woche dieses Jahres. Sicher werde ich auch noch einen Rückblick machen. Und ein wenig vorausschauen. Es ist völlig anders als all die bösen Jahre. Rückblick war da:
gut, dass das Jahr vorbei ist, es war schlimm genug.
Das kann, das muss ja einfach besser werden im neuen Jahr!
Meistens wurde es aber erstmal nicht besser, im Gegenteil... Besser wurde es ab da, als ich aktiv wurde und nicht dem neuen Jahr die Verantwortung für meine Befindlichkeiten überließ. Oder dem alten Jahr nicht mehr die Schuld am Schlimmen gab.
Aurora