Hallo,
liebe Martha
, erstmal dankeschön für das Kompliment, dass du es schätzt, was ich hier mache im Forum! Das macht mich Stolz, Anerkennung dafür zu bekommen. Ich teile ja damit etwas, was ich selbst hier erfahren habe. Das Forum ist meine wichtigste SHG!
Und nun deine Frage. Ich hoffe, ich habe verstanden, was du meinst.
Dante und ich trafen aufeinander, da war ich schon ziemlich getrennt von Ex. Die Trennung fing an, da lebte ich noch zusammen mit ihm, es war ein jahrelanger Prozess. Bevor ich mich dann auch räumlich trennen konnte. Ich war also bei der Trennung nicht mehr am Anfang! Dann dauerte es eine Zeit, bis ich meine Grenzen immer besser setzen konnte. Denn mein Exmann wurde mit meinem Auszug trocken, ist es bis heute! Also etwas, was ich mir viele Jahre lange gewünscht hatte
.
Da kamen massig Schuldgefühle hoch! Und Ängste, und wasweißich... Ich habe eine Therapie begonnen, weil ich merkte, ich drehe mich im Kreis und komm da nicht raus. Das hat mir gut geholfen und ich erkannte irgendwann immer mehr meinen Wert und konnte auch meine Bedürfnisse immer besser erklären und durchsetzen! Und dann konnte ich meinem Ex auch das sagen, was mir seit vielen Jahren auf der Zunge gelegen hatte und nur nicht rauskam. Nämlich, dass eine Beziehung zwischen uns nicht mehr geht! Denn ich empfand und empfinde keine Liebe mehr für ihn, schon sehr viele Jahre nicht. Das ging kaputt, Schritt für Schritt, je mehr er in der Sucht versank.
Was mich da festgehalten hatte in der Ehe, auch noch einige Zeit danach, das waren andere Dinge. Und die hatte ich dann im Laufe des ersten Jahres schon mal gut verarbeiten und abbauen können.
Dante kennt mich und meine Geschichte von Anfang an hier und ich seine! Als wir uns verliebten, wussten wir, worauf wir uns einließen. Da war ich 50 Jahre alt, und in dem Alter bin ich ja kein unbeschriebenes Blatt mehr! Ich habe 2 erwachsene Kinder, einen tollen Schwiegersohn und inzwischen das Enkelchen. Meine Dinge, meine Erfahrungen, mein Leben, alles das hat mich geprägt! Und bei ihm ist es auch so. Auch er hat seine Geschichte.
Exmänne war schon sauer, frustriert, verletzt, als er merkte, ich hatte wieder jemanden. Da hat er schon rumgetrietzt. Aber seine Reaktionen sind ja "normal" gewesen, er dachte ja, ich komme wieder. Dante hat mir sehr zur Seite gestanden, mich unterstützt, aber auch mich meinen Weg gehen lassen!
Diese letzten emotionalen Trennungen von meinem alten Leben, die waren manchmal noch schmerzlich für mich. Es waren aber eher Trennungen von diesem Leben, nicht von Ex! Trennungen von alten Verhaltensmustern, die antrainiert waren durch viele Jahre.
Dabei hat Dante mich auch unterstützt, wollte ich mal in meine alte Co-Rolle fallen, hat er mich drauf aufmerksam gemacht, macht das noch! Denn ab und an passiert das noch...
Das heißt, meine neue Beziehung ist geprägt vom gegenseitigen Verständnis und der Toleranz und dem Respekt und dem Wissen um die jeweilige Sache des anderen! Dante ist Alkoholiker, trocken seit heute auf den Tag genau 4 Jahren! Unser Leben ist unbeschwert, aber andersherum auch von Behutsamkeit und Achtsamkeit geprägt. Die jeder dem anderen entgegenbringt, damit es funktionieren kann! Ich will nie wieder so leben wie damals, er auch nicht! Er will trocken bleiben, ich nie wieder in einer Beziehung als Co leben!
Es ist schwierig, es zu erklären. Ich versuche mal eine Zusammenfassung.
Ich kam ja nicht als unbeschriebenes Blatt in diese Beziehung. Ich habe alte Muster in mir, die ich nach und nach überschreibe, wenn es geht. Oder die ich versuche, auf Eis zu legen. Ich habe 26 Jahre gelebte Ehe hinter mir, die haben mich geprägt. Und gehören zu meinem Leben dazu, dass muss Dante akzeptieren und das tut er auch. Ich liebe meinen Exmann nicht mehr, schon lange nicht! Diese alten Geschichten, die da hochkommen ab und zu, das sind die alten Muster, Erinnerungsfetzen, das ist einfach so und wird immer weniger. Diese alten Erinnerungen zeigen mir aber auch, wo ich nicht mehr hin will und wie weit ich gekommen bin. Und wie gut es mir geht! Meine Entscheidungen waren richtig. Ich lebe in der neuen Beziehung sehr achtsam und intensiv. Denn die alten Sachen hatte ich lange genug, da will ich nicht mehr landen. Ich habe das Glück einen Partner zu haben, der das akzeptiert und mich unterstützt. Und mich liebt, wie ich bin...
Und umgekehrt ist es auch so, ich akzeptiere ihn und sein gelebtes Leben, das gehört dazu. Und ich liebe ihn, wie er ist.
Und es funktioniert wunderbar 
.
Hm, habe ich damit beantwortet, was dich wurmt
? Sonst frag einfach immer weiter! Solche Fragen lassen mich auch über mich und mein Leben nachdenken, prüfen, ob es stimmig ist. Es ist eine Auseinandersetzung mit mir und meinen Dingen, das ist sehr wichtig! Denn wie gesagt, da, wo ich mal war, da will ich nie wieder hin. Und dazu gehört eben eine permanente Achtsamkeit, Auseinandersetzung mit der Thematik. Finde ich.
Liebe Grüße
Aurora