Hallo,
nun bin ich mal wieder in meinem Thread hier im offenen Bereich gelandet. Nostalgie...?
Um diese Tage herum, entweder gestern, heute oder morgen, vor zwei Jahren habe ich Männe das Ultimatum gestellt, entweder er hört auf zu trinken oder ich gehe! Erst hat er mich nicht für voll genommen, wie immer, denn zu oft vorher hatte ich diese Drohung schon ausgesprochen ohne sie wahr zu machen!
Diesmal machte ich aber ernst. Ich war am Ende meiner Kräfte angelangt, voller Hass und Wut, voller Ängste und Trauer. Ich konnte all das Schöne nicht mehr sehen in meinem Schmerz. Ich suchte eine Wohnung, fand sie und unterschrieb den Mietvertrag...
Männe tickte während dieser Zeit, als er sah, ich mache es diesmal wirklich, noch mal vollends aus, er drückte alle meine Co-Knöpfe mit voller Wucht. Er bedrohte mich, schrie mich an, versuchte, seine Macht auszuspielen, erpresste mich, bedrohte mich auch sexuell. Es wahr der Wahnsinn...
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Am Schluss des Ultimatums ging er zur Entgiftung und dachte nun, jetzt wird alles wieder gut und ich wieder das brave, für ihn funktionstüchtige Weibchen. Aber - ich hatte schon begonnen, mich zu verändern und zu entwickeln. Erst war ich sehr hin- und hergerissen wegen der Wohnung, dachte, ich wäre vielleicht doch zu voreilig gewesen. Diese Schuldgefühle, die da in mir rumorten als kleine Teufelchen... 
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Aber ich zog aus und machte es mir gemütlich - und ich begann, mich zu regenerieren. Und zu denken. Und ich wusste innen in mir drinnen, das Vertrauen, die Liebe, alles, was eine Ehe ausmacht, waren in mir gestorben, auch nach dieser langen Zeit, die wir verheiratet waren. Das war vor zwei Jahren 25 Jahre lang... Aber ich konnte es nicht zugeben, ich hatte so viele Ängste und Zwänge in mir. Und ich hatte zu wenig Selbstvertrauen noch zu dieser Zeit.
Männe hat mich dann ständig "belagert". So viele Dinge machten wir zusammen, er war ständig präsent, und er versuchte untergründig, mich wieder auf seine Seite zu ziehen. Ich war sehr oft unzufrieden, wollte meine Ruhe, wollte mich von ihm loslösen... aber ich war noch nicht in der Lage, ihm das auch direkt und konsequent zu sagen. Ich hatte noch zu viel Angst vor den Konsequenzen die entstehen würden, wenn ich konkret meine Grenzen setzte. Irgendwie tat er mir auch leid...Und ich fühlte mich schuldig, weil ich nach so vielen Ehejahren keine Liebe mehr für ihn empfinden konnte, ihn "im Stich gelassen" hatte. Dadurch eierten wir noch ein Jahr lang umeinander rum.
Ich habe aber an mir gearbeitet, hier im Forum im "Geschlossenen" mein Tagebuch beschrieben, viele Unterstützungen und Sichtweisen bekommen, eine Therapie begonnen. Und im Sommer letzten Jahres, da war ich auf einmal irgendwann bereit, offen zu sagen :"Ich will nicht mehr!" Ich konnte endlich ohne diese übermächtigen Schuldgefühle zu haben meine Grenzen setzen, immer besser! Diese Schuldgefühle, die waren noch sehr oft da, aber ich konnte und kann immer besser gegen sie angehen, jetzt sind sie so gut wie verschwunden
, die ollen Biester...
Inzwischen bin ich Oma geworden
und habe einen neuen Lebenspartner
. Ich kann immer mehr mein Leben genießen und selbstbestimmt und selbstbewusst leben und handeln. Ohne diese Teufelchen
. Ich kenne meine Rechte und Pflichten und habe auch keine Angst mehr vor den Konsequenzen meiner Handlungen - meistens. Ich kann mit meinem Partner über all diese Dinge reden und ich bekomme große Unterstützung und Verständnis - und Liebe.
Ich habe meine Mauern eingerissen, die ich um mich gebaut hatte aus Angst vor Verletzungen. Ich konnte wieder mich selbst erst mögen und dann lieben. Und als ich das konnte, konnte ich auch diese Liebe weitergeben und empfangen! Das fühlt sich sehr gut an. Ich weiß, ich bin sehr verletzlich ohne meine Mauern, aber ich habe inzwischen genug Vertrauen in mich selbst, da gut auf mich aufpassen zu können.
Ich kann leben, lachen und lieben, das ist ein Geschenk, das ist wunderbar!
Aurora