Beiträge von Aurora

    Hallo Karotte,

    du hast Geburtstag? Du hast Geburtstag :D !

    Na dann wünsche ich dir alles Gute für das neue Lebensjahr, viele kleine Schritte vorwärts.

    Und manchmal erscheint alles etwas sinnlos, aber das ist es ja nicht. Ich denke immer, nix passiert ohne Grund. Aber manchmal muss man erst etwas still stehen bleiben, herumtrieseln, damit die Dinge, die man erreicht hat, sich festsetzen können. Dann kannst du wieder bereit sein, zum weitergehen. Darum schicke ich dir ein paar gute Wünsche und einen Stapel Sonnenstrahlen! Damit es schön hell ist bei dir...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Dagmar,

    eine gesunde Beziehung leben, hm...

    Ich hoffe, dass ich das gerade jetzt tue, bzw. dabei bin.

    Seit etwas mehr als einem Jahr habe ich einen neuen Lebenspartner. Er ist Alkoholiker, seit über drei Jahren trocken, stabil, er ist sich seiner Erkrankung voll bewusst und lebt danach und damit. Und ich komme aus einer alten Beziehung, in der ich Co-abhängig lebte, ich bin mir meiner Strukturen bewusst, arbeite auf, was war, die alten Strukturen und Muster sollen mein Leben nicht mehr prägen. Prägen sie nicht mehr, bzw. immer weniger. Weil ich hinsehe, bewusst hinsehe.

    Mein Partner und ich kannten uns mehr als ein Jahr, als wir uns aufeinander einließen. Es war ein sehr langsames Annähern. Wir kennen beide unsere Geschichten haargenau, es gibt keine Geheimnisse zwischen uns. Wir kannten uns sehr gut, als wir anfingen, uns zu lieben.

    Und gerade das ist das wichtige, finde ich. Ehrlichkeit, offen miteinander umgehen. Das andere hatte ich lange genug... Ich weiß, womit ich es zu tun habe, weil ich mit einem Alkoholiker zusammen lebe, er weiß, womit er es mit meiner Co zu tun hat, weil er mit einer zusammen lebt. Dadurch können wir uns sehr viel geben in unserer gegenseitigen Entwicklung, unsere Haushalt ist alkfrei, da braucht er nicht mehr viel zu erklären, er klopft mir auf die Finger, wenn meine alten Muster hochkommen...

    Es ist ein respektvoller Umgang, es ist Toleranz, es ist Nähe, Liebe, Zärtlichkeit, Offenheit. Ich finde diese Offenheit sehr, sehr wichtig.

    Es hat eben schon gedauert, sich so wieder öffnen zu können. Es war ein Stück Arbeit auf beiden Seiten. Es braucht viel Verständnis. Und Zeit!

    Ich wusste am Anfang, was ich wollte. Bzw. was ich nicht mehr wollte. Hätte es nicht so geklappt mit der neuen Liebe, wäre ich gegangen. Das weiß ich, denn das andere habe ich lange genug gelebt. Aber ich musste auch Mut und etwas Vertrauen aufbringen, um mich zu öffnen, um ihm überhaupt eine Chance zu geben. Das Vertrauen in mich selbst, mein Selbstwert, waren zu der Anfangszeit bei mir schon gut entwickelt. Das hatte ich mir bis dahin schon erarbeitet. Und das ist auch ein wichtiger Punkt: das Vertrauen in mich selbst. Ich wusste und weiß, was ich zulasse und was ich nie wieder zulassen werde!

    Und die körperliche Nähe zulassen, das kam von alleine. Das war geprägt von Respekt für uns beide. Und es ergibt sich aus der Liebe. Und aus dem Vertrauen, aus der Offenheit.

    Hm, so, das sind mal meine Gedanken dazu, so habe ich jetzt mal deine Frage verstanden.

    Grüße von
    Aurora

    Hallo Hartmut,

    aha, endlich mal wieder eine Frage... :lol: .

    Ich bin ja schon eine ziemlich lange Zeit hier im Forum. Anfänglich habe ich nur erstmal bei den Co's, da komme ich ja her, gelesen. Es waren für mich endlich Dinge, die ich da las und mit denen ich mich dann auseinandersetzte, die ich kannte, und von denen ich oft gedacht hatte, ich wäre nicht normal. Nun sah ich, das meine Geschichte sich so oft hier wiederholt/e, das gab mir erstmal auch Mut, denn ich musste nicht mehr daran zweifeln, dass ich plemplem wäre... Ich war nicht mehr alleine mit meinen Problemen, sondern konnte mich mit Mitbetroffenen austauschen, was ein Segen war/ist!

    Nach einer Weile las ich auch bei den Alkoholikern, und dabei konnte ich verstehen lernen, warum Männe so und so tickte, warum er dieses oder jenes Verhalten gehabt hatte. Als er noch trank... und auch, als er nicht mehr trank.

    Das half mir wiederum auch mit der Verarbeitung unserer Geschichte, denn es gab mir einen neuen Blickwinkel auf die Krankheit Alkoholabhängigkeit, ich konnte dadurch sehr viel loslassen an Schuldgefühlen, Schuldzuweisungen usw.

    Ich habe auch manchmal was bei den Alkoholikern geschrieben, mache das auch jetzt noch ab und an. Aber das sind dann Themen, die ich kenne und zu denen ich was sagen kann. Dinge allgemeinerer Art, wie Trennung, Alltagsprobleme usw, denn da sind wir ja alles nur Menschen...

    Ich würde niemals Tipps geben, wenn jemand über Saufdruck klagt oder andere Sachen in Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit, weil ich da einfach auch nix zu sagen kann. Ich kenne es an mir ja nicht, habe es nicht erlebt.

    Würde ich es tun, würde ich wieder Grenzen überschreiten, würde wieder versuchen, etwas aufzudrängen, was mir nicht zusteht. Würde wieder von meinen Problemen ablenken und mich auf den Jammer des anderen stürzen, um's mal grob zu sagen. Das habe ich hinter mir...

    Dieses Forum bietet aber tatsächlich eine große Fläche dafür, auch weiterhin sein Co-Verhalten auszuüben, nicht nur im Alkoholikerbereich, sondern auch in den anderen Bereichen. Deshalb wäre es gut, wenn jemand sowas bemerkt, dem Co auch auf die Finger zu klopfen, denn daran kann der/die Co auch was lernen! Nämlich zu sehen, au weia, ich mach's ja schon wieder, da muss ich aber noch mächtig was dran arbeiten! Und dann werden Grenzen gesetzt. Grenzen sind nicht was Schlechtes, denn sie helfen auch, was sehen zu können, Wege erkennen zu können. Nämlich Wege, die wir nicht mehr gehen wollen. Da ist ein Stopp-Schild auch eine gute Hilfe!

    Aber es ist auch schwierig, denn ein wenig Co-Verhalten gehört auch für jeden Menschen für mich dazu. In Beziehungen. Und wenn ich hier mich mit Menschen beschäftige, trete ich ja in Beziehung zu ihnen. Wo ist da die Grenze, dass es ungesund wird :roll: . Das finde ich - für mich - manchmal schwer zu erkennen... Ich meine, das ganz deutliche Co-Verhalten ist gut erkennbar, aber es gibt auch so Übergänge, irgendwie... :roll: .

    Hm, ich trinke jetzt mal meinen Kaffee und werde weiter darüber nachdenken...

    Aurora

    Hallo Ayki,

    es stimmt, es dauert wirklich eine lange Zeit, diese ganzen Entwicklungen! Da hast du wirklich Schritte gemacht, es geschafft, ihn loszulassen. Du schaust ihn jetzt von einer anderen Basis an, du hast ihm klare Ansagen gemacht und er muss sich nun danach richten. Er sieht immer mehr deine Stärke.

    Aber er probiert immer noch die alte Tour, denn sie hat ja lange Zeit funktioniert. Damit hat er dir gezeigt, für wie klein er dich hält, nun muss er mehr und mehr feststellen, wie du gewachsen bist, dein Leben sehr gut alleine meisterst. Das stürzt ihn schon in Verwirrung... seine Sache.

    Zitat

    Manchmal denke ich wirklich, er meint es in dem Moment nur gut, er kann nicht anders, er bereuht usw. Diese "unschuldige" Art, so von wegen... ich hab doch gar nichts gemacht, und ihr hackt alle auf mir rum..., die hat mich sonst rasend gemacht. Aber irgendwie habe ich heute Mitleid und Wut gespürt, beides, seltsam hat sich das angefühlt, ich kann es mir nicht ganz erklären.

    Diese Dinge hat Männe auch so probiert, sich hingestellt als der arme, verlassene Ehemann, der seine Hände immer in Unschuld wusch und wäscht. Und ich bin soooo böse zu ihm, Schuld an der ganzen Misere...

    Mich hat das immer in Schuldgefühle gestürzt, ich konnte da garnicht gegen an, eine lange Zeit. Weil ja ich ihn auch verlassen habe, er hat da immer und immer drauf rumgehackt. Und diese Schuldgefühle sollte ich auch haben, denn er wollte mich damit weichklopfen. Es war ihm ja auch so viele Male gelungen. Als das immer weniger funktionierte, war er baff...

    Bei dir ist dieses Gefühl vielleicht die Wut, die du hattest, die ganze Zeit. Nun hast du dich wieder noch mehr abgelöst von dem Alten und die Wut ist nicht mehr nötig. Die Energie kannst du jetzt wunderbar für dich und deine Kinder und für ein ruhiges Leben einsetzen.

    Ich wünsch dir was, mach's jut
    Aurora

    Hallo Ayki,

    es ist so, diese Prozesse dauern sehr lange, es gibt auch immer wieder Rückschritte oder Löcher, in die man fällt!

    Ich habe meinem (Ex)-Mann im ersten Jahr nach der Trennung immer noch sehr viel Raum gelassen in meinem Leben. Ich war zu ängstlich und schwach, ihm meine Grenzen aufzuzeigen! Das hat er voll ausgenutzt, um wieder immer mehr Präsens in meinem Leben einzunehmen, mir seine Macht zu zeigen. Das konnte er nur, weil ich es auch zugelassen habe.

    Es hat lange gedauert, bis ich meine Grenzen setzen konnte, bis es mir gelangt, ihn auch innerlich nicht mehr an mich ranzulassen. Ihm nicht die Macht mehr zu geben, mich zu verletzen. Nach und nach konnte ich mein neues Leben leben und ihm immer weniger Platz einräumen. Unsere Kinder sind ja groß, trotzdem gibt es noch immer Schnittpunkte zwischen uns, die (noch) gemeinsame Eigentumswohnung oder das Enkelkind, Familienfeiern usw.

    Obwohl ich wusste, ich will ihn nie mehr zurück haben, obwohl ich glücklich war, nicht mehr in diesem alten Leben zu sein, ist mir das sehr schwer gefallen. Ich habe ja auch seit fast einem Jahr einen neuen Partner, den ich sehr liebe und mit dem ich glücklich bin, trotzdem ist es Männe immer wieder gelungen, durch Äußerungen oder ähnlichem, in meinem Leben Platz zu nehmen :evil: . Er hat es mal geschafft, durch eine Bemerkung am Telefon, mir den schönen freien Sonnabend mit meinem Freund zu verderben, einfach nur, weil er in meinen Gedanken mich beschäftigt hat! Somit habe ich zugelassen, dass er meine neue Partnerschaft stört, zwischen uns Platz genommen hatte am Frühstückstisch!

    Warum habe ich das zugelassen...

    Na ja, es waren noch immer viele Schuldgefühle in mir. Langsam hören die immer besser auf :D . Schuldgefühle, dass ich gescheitert bin in der Ehe, ihn verlassen habe, die Familie zerstört habe... zum Beispiel. Schuldgefühle, ihn im Stich gelassen zu haben.

    Ich merke, nun endlich gehen diese Schuldgefühle und Verantwortungsgefühle weg. Und dadurch kann er auch innerlich in meinem Leben immer weniger Platz einnehmen! Und ich nehme auch immer weniger emotional an seinem Leben teil. Es ist mir egal, was er so treibt, ich weiß, momentan ist er verreist, na, schön für ihn... Hoffentlich lernt er bald eine andere Frau kennen. Im Prinzip ist es mir aber egal geworden. Oder... :roll: ?

    Na ja, ich habe viele Jahre meines Lebens mit ihm gelebt, irgendwann war ja auch Liebe zwischen uns, Hoffnungen, Wünsche, zwei Kinder! Das streift man nicht von einem zum anderen Tag ab! Es ist eben ein langer Weg! Mit up's und down's...

    So, nun hab ich dir was erzählt, hier. Ich weiß nicht, ob du was damit anfangen kannst. Es kam jetzt mal so in meinen Sinn, seit ich deinen neuen Thread verfolge. Ich hoffe, du ziehst dich nicht zu weit zurück, ich bin doch gespannt, wie dein Weg weitergeht!

    Und jetzt wünsche ich dir ein schönes Wochenende, viel Spaß mit den "lieben Kleinen" und mach's jut
    Aurora

    Hallo,

    ja, keine schlechte Idee...

    Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich an meinem tiefsten Punkt angelangt! Ich wusste nix mehr, was ich noch machen könnte, um ihn vom saufen abzuhalten :roll: , und ich sah, ich könnte so nicht weiterleben. Ich hatte schon ein Jahr vorher begonnen, mich zu informieren und dabei zum ersten Mal was von "Co-Abhängigkeit" gehört, aber umsetzen konnte ich da noch nichts...

    Dann war es aber soweit, ich fand das Forum, las von so vielen ähnlichen Leben und wusste, ich will jetzt einfach auch mal wieder leben. Leben, Lieben und Lachen...

    Ich stellte Männe ein Ultimatum, er soff noch mehr als je zuvor... Ich suchte und fand meine Wohnung und trennte mich. Kurz vorher hatte er sich endlich entschlossen, eine Entgiftung zu machen. Seither, das war im Juni 2007, ist er trocken.

    Ich konnte damals nicht mehr weiter. Ich fühlte mich wie der letzte Dreck. Und ich wusste, das kann es wohl nicht gewesen sein, auch ich hab ja ein Recht darauf, ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen. So viele Dinge hatten mich in all den Jahren abgehalten, mich zu trennen, tausend Ängste, Zwänge... Und auch nach der Trennung hatte ich noch sehr viel zu tun um zu erkennen, wohin mein Weg mich führen würde. Denn Männe trank ja nicht mehr, ein Zustand, den ich mir so lange Zeit immer gewünscht hatte... :roll: .

    Es hat mich sehr viel Arbeit gekostet, Arbeit mit mir, Auseinandersetzung mit mir, bis ich sehen konnte, wie ich weiterleben wollte! Nämlich so, dass es mir gut geht, und ich nicht wieder nur mich verdrehte, tat, was ich dachte, was Andere von mir wollen würden. Was Andere von mir erwarten würden. Zum ersten Mal tat ich Sachen selbstbestimmt, bereit, auch meine Ängste zu überwinden und die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Immer mehr konnte ich hinsehen und erkennen, dass die Liebe zu Männe nicht mehr vorhanden war, dass es andere Dinge waren, die mich noch an der "Ehe" festhielten. Vor einem Jahr machte es "Klick" und ich konnte es klar aussprechen: ich komme nie mehr zu dir zurück! Es geht nicht mehr, denn es würde mir damit nicht mehr gut gehen. Und meine Zukunft sollte sein: Leben, Lieben und Lachen... Ich wusste es haargenau, diese Dinge konnte mir Männe nicht geben. Und ohne diese Dinge wollte ich nicht mehr leben!

    Ich verliebte mich im Herbst... Wow, ich wurde Oma und gleichzeitig war ich verliebt wie 'n Teeny :oops: . War das toll! Es ist immer noch toll! Ich konnte und kann spüren, genießen, leben, lieben und lachen! Meine Beziehung ist intensiv wie niemals etwas vorher war! Denn ich kann endlich auch bestimmen, was mir dabei gut tut und was nicht! Ich habe meine Mauern abgerissen, kann wieder fühlen und vertrauen. Und ich bin achtsam mit mir selbst dabei und ich weiß, so wie damals wird es mir nie im Leben wieder gehen! Weil ich es mir wert bin, dass es mir so gut geht, wie jetzt eben!

    Ja, es war schon ein steiniger Weg, bis ich so vieles erreicht hatte. Mein Tagebuch im geschlossenen Bereich ist ziemlich dick und prall gefüllt :roll: . Aber jeder Schmerz, jede Erkenntnis, auch die bösen Erkenntnisse, haben mich weiter gebracht, mir was gezeigt. Ich bin für mich unterwegs, nicht mehr eine Marionette die funktioniert, wie Andere es wollen. Ein gutes Gefühl, nicht mehr fremdbestimmt zu sein, sondern aktiv selbst zu gestalten! Es ist mein Leben, das mir geschenkt wurde und das ich endlich auch so leben kann, wie es mir gefällt...

    Meine Geschichte hier im offenen Bereich ist "Liebe und Hass"...

    Ach, und die Scheidung läuft, dieser letzte Schritt, vor dem ich solche Angst hatte...

    Aurora

    Hallo Ayki,

    das ist doch mal schön zu lesen, dass es dir so gut geht! Und vor allem, dass du es auch genießen kannst, mal nur du sein kannst. Ich find's auch gut, dass du dich mit alten Freunden triffst, dass du es wieder aufleben lässt!

    Dieses Ruhe genießen ohne Verpflichtung ist mir auch noch gut in Erinnerung. Obwohl meine Kinder inzwischen ja groß sind, habe ich mich immer noch verpflichtet gefühlt, auch Männe gegenüber habe ich mich ständig verpflichtet gefühlt. Und seiner und meiner Familie... undundundund... Dauernd habe ich alles für jeden gemacht :roll: . Als ich dann vor zwei Jahren ausgezogen war, begann, meinen Weg zu gehen, konnte ich auf einmal spüren, wie alles von mir abfiel. Ich hatte solche Ruhe in mir, das war toll. Und das hat mir sehr geholfen, mich zu lösen, abzunabeln, meinen Weg zu gehen.

    Deine Kinder sind ja noch klein und eine Weile werden sie noch dein Leben mitbestimmen. Aber vielleicht kannst du dir mehr und mehr Ruheinseln schaffen, wo du nur "DU" sein kannst...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall noch 'ne gute Woche! Mit ganz vielen schönen Momenten!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    hallo Ayki :D , ich weiß, diese negativen Gefühle kosten sehr viel Energie. Ich konnte sie nach und nach loslassen, es hat gut getan, wie es immer weniger wurden.

    Bei mir ist es vielleicht schneller gegangen, denn meine Kinder sind erwachsen und somit kein Reibungs- und Berührungspunkt mehr. Außerdem trinkt Männe noch immer nicht mehr, auch das erleichtert natürlich vieles im Gespräch mit ihm. Denn sein Kopf ist klar, nicht vom Alk vernebelt.

    Vorhin hatte ich ein langes Telefonat mit ihm, in dem wir - beide auf gleicher Ebene - miteinander reden und viele Dinge bezüglich der Scheidung, der Kosten und der Eigentumswohnung klären konnten. Auf dieser Basis können wir aber auch erst seit sehr kurzer Zeit miteinander reden. Ohne Gehässigkeiten und Schuldzuweisungen. Ich kann inzwischen sehr konsequent meine Bedürfnisse mitteilen und durchsetzen! Das lässt ihn mich auch in einem anderen Licht sehen... er versucht nicht mehr, mich klein zu machen, meine Co-Knöpfe springen auch nicht mehr an.

    Es fühlt sich gut an, diesen letzten Schritt gegangen zu sein. Der Weg geht weiter...

    Aurora

    Hallo,

    da bin ich mal wieder hier gelandet, in meinem Fädchen, was ich vor etwas mehr als zwei Jahren hier eröffnete. Da, als mein Weg begann.

    Es ist ja sehr viel passiert in der Zeit für mich, ich bin nicht stehen geblieben, sondern habe eine ganz schöne Strecke zurückgelegt. Und gestern habe ich nun den für mich letzten und logischen Schritt gemacht, die Konsequenz für mich, die meinem Leben Klarheit bringen wird!

    Ich war beim Anwalt und habe die Scheidung eingereicht! Es gibt kein zurück mehr für mich, zu viel ist zerstört worden in all den Jahren. Es würde für mich nicht mehr funktionieren. Nun habe ich auch diese letzte Angst in mir überwunden, irgend was, was mich noch festhielt.

    Um Weihnachten herum wird es soweit sein, und die Wege von Männe und mir werden getrennt verlaufen! Das tun sie ja eh schon, dann ist es aber amtlich und es verbindet mich nix mehr mit ihm, außer die Kinder und die kleine Erbse.

    Das fühlt sich gut an für mich. Ich fühle mich sicher mit meiner Entscheidung und weiß, es ist das einzig Richtige, was ich mache!

    Mein Thread hier im Offenen heißt "Liebe und Hass". Beides fühle ich für Männe endgültig nicht mehr...

    Aurora

    Hallo Tanja, Ex-Inselfee,

    naaa, das ist schön, was von dir zu hören!

    Mach dir mal bloß keine Sorgen um deinen Teeny, der wird wohl noch 'ne Weile rummucken, das haben die so an sich, die Süßen :? . Und irgendwann sind die Sommerferien ja auch mal um :roll: .

    Ist aber schön, dass Wolke sieben und sieben a oder b oder c noch von dir belegt ist! Vielleicht schweben wir ja mal aneinander vorbei auf den Wolken, ich wink dir dann... :lol:

    Liebe Grüße
    die Aurora

    Hallo Berta,

    och Mööööönsch, das ist ja schön, dass du wieder da bist :D !
    Und du hörst dich gut an, aufgeräumt, optimistisch! Das freut mich.

    Und ich gratuliere dir zu deinem 1. Jahr Trockenheit.

    Und ich hoffe, hier wieder öfter was von dir zu lesen.

    Und :D ...

    Und mach's jut
    Aurora

    Hallo,

    ich kenne sie auch, diese Wut...

    Sie hat sich verändert im Laufe meiner Entwicklung! Sie richtete sich immer auf etwas anderes, je nachdem, wo ich gerade war, auf meinem Weg.

    Bevor ich mich auseinandersetzte mit der Krankheit: Alkoholsucht, war ich wütend auf Männe. Darauf, dass er so schwach war, so unzuverlässig, so gemein, so böse zu mir und allen. Da war Männe das Ziel meiner Wut. Und ich war wütend auf seine Sippe, die ihn, meiner Meinung nach, dahingetrieben hatte.

    Als ich immer mehr wusste, was es heißt, abhängig zu sein, war ich wütend auf den Alkohol.

    Dann erkannte ich meine Rolle, beschäftigte mich auch mit meinem Leben. Und da war ich wütend auf mich, darauf, dass ich so viele Jahre zu feige war, mich habe manipulieren lassen, dass ich immer wieder so gutgläubig war, immer wieder dachte, er kann ja auch aufhören...einfach so. Und ich war wütend auf mich, weil ich erkannte, auch ich habe meinen Anteil am Scheitern der Beziehung, auch ich bin ja krank, habe ihn manipulöiert und kontrolliert.

    Für mich war diese Wut wichtig, ein Teil meiner Auseinandersetzung mit allem. Ein Ventil, um die Gefühle rauszulassen. Wut ist ein Teil der großen, menschlichen Gefühlspalette, sie gehört dazu wie Trauer, Freude usw. Das heißt, ich habe auch meine Wut angenommen, habe sie rausgeheult, geschrieen manchmal und dann - war es irgendwann gut.

    Das sind meine schnellen Gedanken mal dazu

    Aurora

    Hallo Ayki,

    genau das ist es - aktiv sein und Verantwortung für sich selbst übernehmen! In vielen kleinen Schritten geht es so vorwärts. Bei mir hat die Loslösung von meinem Mann noch ca. ein Jahr gedauert, nachdem ich schon garnicht mehr dort wohnte, aber dauernd bestand noch Kontakt und er hat es immer wieder verstanden, mich für seine Bedürfnisse einzuspannen. Das ging, weil ich nicht genügend meine Grenzen setzen konnte, weil ich selbst mich noch viel zu sehr auch von ihm hab vereinnahmen lassen. Ich fühlte Schuld und Verantwortung für ihn, wo garnichts war...

    Mein Motto ist ja hier geworden, ich will leben, lieben und lachen, und das habe ich in vielen kleinen Schritten erreichen können. Ich kann auf einmal auf Leute viel lockerer zugehen als jemals zuvor, weil mein Selbstwertgefühl enorm gestiegen ist! Ich muss mich nicht mehr verstecken... und ich weiß, ich kann, wenn es nötig ist, mich abgrenzen, ich habe inzwischen genügen Vertrauen in mich selbst.

    Das alles geht nicht von heute auf morgen, es hat gedauert und war auch mit vielen Rückschritten und Irrwegen verbunden. Und der Weg ist ja noch nicht zu Ende.

    Aber es fühlt sich gut an, nicht wahr, so zu leben, selbstverantwortlich, einfach leben...

    Die Wut hatte ich ja auch sehr oft noch, oft auch auf mich selbst, weil ich dachte, warum hast du dir das bloß so lange gefallen lassen. Auch da konnte ich loslassen, die Vergangenheit lassen, wie sie ist. Es geht immer einfacher.

    Wenn du früher hier gepostet hast, habe ich oft auch deine Wut gespürt, du warst immer so geladen, irgendwie... :roll: .

    Ich freu mich, du hörst dich so positiv an, du bist klasse auf dem Weg :D .

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Ayki,

    zu deinem Thema kann ich leider nichts direkt beitragen, meine Kinder waren bei der Trennung ja schon groß.

    Aber ich sage dir mal hier "Guten Tag", da biste ja wieder :D . Ich hab oft an dich gedacht, denn während meiner ersten Zeit hier hast du mich im offenen Bereich ja begleitet und so manchen Anstoß gegeben.

    Ich wünsche dir, dass du einen guten Austausch haben kannst und Klarheit bekommen kannst, um für deine Kinder und dich zu einer akzeptablen Lösung zu kommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und hallo Dagmar :D , auch dir ein Dankeschön für dein Posting...

    Dieser Weg ist sicherlich kein leichter, es gibt auch immer wieder Stolpersteine, Löcher, Umwege, Rückschritte. Jaaaaa, Blasen hatte ich genug an den Füßen, sozusagen.

    Nun habe ich mich aber eingelaufen und es geht immer einfacher!

    Wenn ich so zurückblicke kann ich aus meiner Sicht jetzt sagen, es hat ca. 4 Jahre ganz konkret gedauert, als ich los ging, bis ich da ankam, wo ich jetzt bin... Die 10 Jahre nochmal davor war ich schon oft sehr unglücklich und unzufrieden, aber noch viel zu ängstlich, unsicher, unselbstständig, um was zu ändern an meiner Lage. Da hat mein Mann aber auch noch nicht so massiv getrunken, es gab auch immer wieder Zeiten in denen ich dachte, es wird doch alles gut werden. Schöne, ruhige Zeiten, so redete ich mir wenigstens ein. Um meine Ängste, meine Unsicherheit, Unselbstständigkeit nicht spüren zu müssen :roll:.

    Stehen bleiben und aushalten, das konnte ich aber irgendwann nicht mehr. Dann als ich erkannte, ich lebe mein Leben nur einmal! Ich habe einmal die Chance geschenkt bekommen, hier auf der Welt Mensch zu sein! Und das wollte ich endlich mal wieder spüren, leben. Ich wollte einfach noch was haben davon, ehe ich zu alt und zu kaputt dazu wäre.

    Und so hab ich begonnen, zu gehen...

    Aurora

    Hallo caro,

    vielen Dank für dein Posting! Ja, ich bin stolz auf mich, dazu kann ich auch stehen. Ich möchte aber auch dadurch sagen, es gibt immer einen Weg, wenn wir es auch wollen, wenn wir bereit sind, an uns zu arbeiten, aktiv zu werden und zu sehen. Es liegt alleine in uns!

    Aurora

    Hallo,

    nun bin ich mal wieder in meinem Thread hier im offenen Bereich gelandet. Nostalgie...?

    Um diese Tage herum, entweder gestern, heute oder morgen, vor zwei Jahren habe ich Männe das Ultimatum gestellt, entweder er hört auf zu trinken oder ich gehe! Erst hat er mich nicht für voll genommen, wie immer, denn zu oft vorher hatte ich diese Drohung schon ausgesprochen ohne sie wahr zu machen!

    Diesmal machte ich aber ernst. Ich war am Ende meiner Kräfte angelangt, voller Hass und Wut, voller Ängste und Trauer. Ich konnte all das Schöne nicht mehr sehen in meinem Schmerz. Ich suchte eine Wohnung, fand sie und unterschrieb den Mietvertrag...

    Männe tickte während dieser Zeit, als er sah, ich mache es diesmal wirklich, noch mal vollends aus, er drückte alle meine Co-Knöpfe mit voller Wucht. Er bedrohte mich, schrie mich an, versuchte, seine Macht auszuspielen, erpresste mich, bedrohte mich auch sexuell. Es wahr der Wahnsinn... :( .

    Am Schluss des Ultimatums ging er zur Entgiftung und dachte nun, jetzt wird alles wieder gut und ich wieder das brave, für ihn funktionstüchtige Weibchen. Aber - ich hatte schon begonnen, mich zu verändern und zu entwickeln. Erst war ich sehr hin- und hergerissen wegen der Wohnung, dachte, ich wäre vielleicht doch zu voreilig gewesen. Diese Schuldgefühle, die da in mir rumorten als kleine Teufelchen... :evil::twisted: .

    Aber ich zog aus und machte es mir gemütlich - und ich begann, mich zu regenerieren. Und zu denken. Und ich wusste innen in mir drinnen, das Vertrauen, die Liebe, alles, was eine Ehe ausmacht, waren in mir gestorben, auch nach dieser langen Zeit, die wir verheiratet waren. Das war vor zwei Jahren 25 Jahre lang... Aber ich konnte es nicht zugeben, ich hatte so viele Ängste und Zwänge in mir. Und ich hatte zu wenig Selbstvertrauen noch zu dieser Zeit.

    Männe hat mich dann ständig "belagert". So viele Dinge machten wir zusammen, er war ständig präsent, und er versuchte untergründig, mich wieder auf seine Seite zu ziehen. Ich war sehr oft unzufrieden, wollte meine Ruhe, wollte mich von ihm loslösen... aber ich war noch nicht in der Lage, ihm das auch direkt und konsequent zu sagen. Ich hatte noch zu viel Angst vor den Konsequenzen die entstehen würden, wenn ich konkret meine Grenzen setzte. Irgendwie tat er mir auch leid...Und ich fühlte mich schuldig, weil ich nach so vielen Ehejahren keine Liebe mehr für ihn empfinden konnte, ihn "im Stich gelassen" hatte. Dadurch eierten wir noch ein Jahr lang umeinander rum.

    Ich habe aber an mir gearbeitet, hier im Forum im "Geschlossenen" mein Tagebuch beschrieben, viele Unterstützungen und Sichtweisen bekommen, eine Therapie begonnen. Und im Sommer letzten Jahres, da war ich auf einmal irgendwann bereit, offen zu sagen :"Ich will nicht mehr!" Ich konnte endlich ohne diese übermächtigen Schuldgefühle zu haben meine Grenzen setzen, immer besser! Diese Schuldgefühle, die waren noch sehr oft da, aber ich konnte und kann immer besser gegen sie angehen, jetzt sind sie so gut wie verschwunden :D , die ollen Biester...

    Inzwischen bin ich Oma geworden :D und habe einen neuen Lebenspartner :D . Ich kann immer mehr mein Leben genießen und selbstbestimmt und selbstbewusst leben und handeln. Ohne diese Teufelchen :D . Ich kenne meine Rechte und Pflichten und habe auch keine Angst mehr vor den Konsequenzen meiner Handlungen - meistens. Ich kann mit meinem Partner über all diese Dinge reden und ich bekomme große Unterstützung und Verständnis - und Liebe.

    Ich habe meine Mauern eingerissen, die ich um mich gebaut hatte aus Angst vor Verletzungen. Ich konnte wieder mich selbst erst mögen und dann lieben. Und als ich das konnte, konnte ich auch diese Liebe weitergeben und empfangen! Das fühlt sich sehr gut an. Ich weiß, ich bin sehr verletzlich ohne meine Mauern, aber ich habe inzwischen genug Vertrauen in mich selbst, da gut auf mich aufpassen zu können.

    Ich kann leben, lachen und lieben, das ist ein Geschenk, das ist wunderbar!

    Aurora