Beiträge von Aurora

    Hallo Ayki,

    es ist so, diese Prozesse dauern sehr lange, es gibt auch immer wieder Rückschritte oder Löcher, in die man fällt!

    Ich habe meinem (Ex)-Mann im ersten Jahr nach der Trennung immer noch sehr viel Raum gelassen in meinem Leben. Ich war zu ängstlich und schwach, ihm meine Grenzen aufzuzeigen! Das hat er voll ausgenutzt, um wieder immer mehr Präsens in meinem Leben einzunehmen, mir seine Macht zu zeigen. Das konnte er nur, weil ich es auch zugelassen habe.

    Es hat lange gedauert, bis ich meine Grenzen setzen konnte, bis es mir gelangt, ihn auch innerlich nicht mehr an mich ranzulassen. Ihm nicht die Macht mehr zu geben, mich zu verletzen. Nach und nach konnte ich mein neues Leben leben und ihm immer weniger Platz einräumen. Unsere Kinder sind ja groß, trotzdem gibt es noch immer Schnittpunkte zwischen uns, die (noch) gemeinsame Eigentumswohnung oder das Enkelkind, Familienfeiern usw.

    Obwohl ich wusste, ich will ihn nie mehr zurück haben, obwohl ich glücklich war, nicht mehr in diesem alten Leben zu sein, ist mir das sehr schwer gefallen. Ich habe ja auch seit fast einem Jahr einen neuen Partner, den ich sehr liebe und mit dem ich glücklich bin, trotzdem ist es Männe immer wieder gelungen, durch Äußerungen oder ähnlichem, in meinem Leben Platz zu nehmen :evil: . Er hat es mal geschafft, durch eine Bemerkung am Telefon, mir den schönen freien Sonnabend mit meinem Freund zu verderben, einfach nur, weil er in meinen Gedanken mich beschäftigt hat! Somit habe ich zugelassen, dass er meine neue Partnerschaft stört, zwischen uns Platz genommen hatte am Frühstückstisch!

    Warum habe ich das zugelassen...

    Na ja, es waren noch immer viele Schuldgefühle in mir. Langsam hören die immer besser auf :D . Schuldgefühle, dass ich gescheitert bin in der Ehe, ihn verlassen habe, die Familie zerstört habe... zum Beispiel. Schuldgefühle, ihn im Stich gelassen zu haben.

    Ich merke, nun endlich gehen diese Schuldgefühle und Verantwortungsgefühle weg. Und dadurch kann er auch innerlich in meinem Leben immer weniger Platz einnehmen! Und ich nehme auch immer weniger emotional an seinem Leben teil. Es ist mir egal, was er so treibt, ich weiß, momentan ist er verreist, na, schön für ihn... Hoffentlich lernt er bald eine andere Frau kennen. Im Prinzip ist es mir aber egal geworden. Oder... :roll: ?

    Na ja, ich habe viele Jahre meines Lebens mit ihm gelebt, irgendwann war ja auch Liebe zwischen uns, Hoffnungen, Wünsche, zwei Kinder! Das streift man nicht von einem zum anderen Tag ab! Es ist eben ein langer Weg! Mit up's und down's...

    So, nun hab ich dir was erzählt, hier. Ich weiß nicht, ob du was damit anfangen kannst. Es kam jetzt mal so in meinen Sinn, seit ich deinen neuen Thread verfolge. Ich hoffe, du ziehst dich nicht zu weit zurück, ich bin doch gespannt, wie dein Weg weitergeht!

    Und jetzt wünsche ich dir ein schönes Wochenende, viel Spaß mit den "lieben Kleinen" und mach's jut
    Aurora

    Hallo,

    ja, keine schlechte Idee...

    Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich an meinem tiefsten Punkt angelangt! Ich wusste nix mehr, was ich noch machen könnte, um ihn vom saufen abzuhalten :roll: , und ich sah, ich könnte so nicht weiterleben. Ich hatte schon ein Jahr vorher begonnen, mich zu informieren und dabei zum ersten Mal was von "Co-Abhängigkeit" gehört, aber umsetzen konnte ich da noch nichts...

    Dann war es aber soweit, ich fand das Forum, las von so vielen ähnlichen Leben und wusste, ich will jetzt einfach auch mal wieder leben. Leben, Lieben und Lachen...

    Ich stellte Männe ein Ultimatum, er soff noch mehr als je zuvor... Ich suchte und fand meine Wohnung und trennte mich. Kurz vorher hatte er sich endlich entschlossen, eine Entgiftung zu machen. Seither, das war im Juni 2007, ist er trocken.

    Ich konnte damals nicht mehr weiter. Ich fühlte mich wie der letzte Dreck. Und ich wusste, das kann es wohl nicht gewesen sein, auch ich hab ja ein Recht darauf, ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen. So viele Dinge hatten mich in all den Jahren abgehalten, mich zu trennen, tausend Ängste, Zwänge... Und auch nach der Trennung hatte ich noch sehr viel zu tun um zu erkennen, wohin mein Weg mich führen würde. Denn Männe trank ja nicht mehr, ein Zustand, den ich mir so lange Zeit immer gewünscht hatte... :roll: .

    Es hat mich sehr viel Arbeit gekostet, Arbeit mit mir, Auseinandersetzung mit mir, bis ich sehen konnte, wie ich weiterleben wollte! Nämlich so, dass es mir gut geht, und ich nicht wieder nur mich verdrehte, tat, was ich dachte, was Andere von mir wollen würden. Was Andere von mir erwarten würden. Zum ersten Mal tat ich Sachen selbstbestimmt, bereit, auch meine Ängste zu überwinden und die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Immer mehr konnte ich hinsehen und erkennen, dass die Liebe zu Männe nicht mehr vorhanden war, dass es andere Dinge waren, die mich noch an der "Ehe" festhielten. Vor einem Jahr machte es "Klick" und ich konnte es klar aussprechen: ich komme nie mehr zu dir zurück! Es geht nicht mehr, denn es würde mir damit nicht mehr gut gehen. Und meine Zukunft sollte sein: Leben, Lieben und Lachen... Ich wusste es haargenau, diese Dinge konnte mir Männe nicht geben. Und ohne diese Dinge wollte ich nicht mehr leben!

    Ich verliebte mich im Herbst... Wow, ich wurde Oma und gleichzeitig war ich verliebt wie 'n Teeny :oops: . War das toll! Es ist immer noch toll! Ich konnte und kann spüren, genießen, leben, lieben und lachen! Meine Beziehung ist intensiv wie niemals etwas vorher war! Denn ich kann endlich auch bestimmen, was mir dabei gut tut und was nicht! Ich habe meine Mauern abgerissen, kann wieder fühlen und vertrauen. Und ich bin achtsam mit mir selbst dabei und ich weiß, so wie damals wird es mir nie im Leben wieder gehen! Weil ich es mir wert bin, dass es mir so gut geht, wie jetzt eben!

    Ja, es war schon ein steiniger Weg, bis ich so vieles erreicht hatte. Mein Tagebuch im geschlossenen Bereich ist ziemlich dick und prall gefüllt :roll: . Aber jeder Schmerz, jede Erkenntnis, auch die bösen Erkenntnisse, haben mich weiter gebracht, mir was gezeigt. Ich bin für mich unterwegs, nicht mehr eine Marionette die funktioniert, wie Andere es wollen. Ein gutes Gefühl, nicht mehr fremdbestimmt zu sein, sondern aktiv selbst zu gestalten! Es ist mein Leben, das mir geschenkt wurde und das ich endlich auch so leben kann, wie es mir gefällt...

    Meine Geschichte hier im offenen Bereich ist "Liebe und Hass"...

    Ach, und die Scheidung läuft, dieser letzte Schritt, vor dem ich solche Angst hatte...

    Aurora

    Hallo Ayki,

    das ist doch mal schön zu lesen, dass es dir so gut geht! Und vor allem, dass du es auch genießen kannst, mal nur du sein kannst. Ich find's auch gut, dass du dich mit alten Freunden triffst, dass du es wieder aufleben lässt!

    Dieses Ruhe genießen ohne Verpflichtung ist mir auch noch gut in Erinnerung. Obwohl meine Kinder inzwischen ja groß sind, habe ich mich immer noch verpflichtet gefühlt, auch Männe gegenüber habe ich mich ständig verpflichtet gefühlt. Und seiner und meiner Familie... undundundund... Dauernd habe ich alles für jeden gemacht :roll: . Als ich dann vor zwei Jahren ausgezogen war, begann, meinen Weg zu gehen, konnte ich auf einmal spüren, wie alles von mir abfiel. Ich hatte solche Ruhe in mir, das war toll. Und das hat mir sehr geholfen, mich zu lösen, abzunabeln, meinen Weg zu gehen.

    Deine Kinder sind ja noch klein und eine Weile werden sie noch dein Leben mitbestimmen. Aber vielleicht kannst du dir mehr und mehr Ruheinseln schaffen, wo du nur "DU" sein kannst...

    Ich wünsche dir auf jeden Fall noch 'ne gute Woche! Mit ganz vielen schönen Momenten!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    hallo Ayki :D , ich weiß, diese negativen Gefühle kosten sehr viel Energie. Ich konnte sie nach und nach loslassen, es hat gut getan, wie es immer weniger wurden.

    Bei mir ist es vielleicht schneller gegangen, denn meine Kinder sind erwachsen und somit kein Reibungs- und Berührungspunkt mehr. Außerdem trinkt Männe noch immer nicht mehr, auch das erleichtert natürlich vieles im Gespräch mit ihm. Denn sein Kopf ist klar, nicht vom Alk vernebelt.

    Vorhin hatte ich ein langes Telefonat mit ihm, in dem wir - beide auf gleicher Ebene - miteinander reden und viele Dinge bezüglich der Scheidung, der Kosten und der Eigentumswohnung klären konnten. Auf dieser Basis können wir aber auch erst seit sehr kurzer Zeit miteinander reden. Ohne Gehässigkeiten und Schuldzuweisungen. Ich kann inzwischen sehr konsequent meine Bedürfnisse mitteilen und durchsetzen! Das lässt ihn mich auch in einem anderen Licht sehen... er versucht nicht mehr, mich klein zu machen, meine Co-Knöpfe springen auch nicht mehr an.

    Es fühlt sich gut an, diesen letzten Schritt gegangen zu sein. Der Weg geht weiter...

    Aurora

    Hallo,

    da bin ich mal wieder hier gelandet, in meinem Fädchen, was ich vor etwas mehr als zwei Jahren hier eröffnete. Da, als mein Weg begann.

    Es ist ja sehr viel passiert in der Zeit für mich, ich bin nicht stehen geblieben, sondern habe eine ganz schöne Strecke zurückgelegt. Und gestern habe ich nun den für mich letzten und logischen Schritt gemacht, die Konsequenz für mich, die meinem Leben Klarheit bringen wird!

    Ich war beim Anwalt und habe die Scheidung eingereicht! Es gibt kein zurück mehr für mich, zu viel ist zerstört worden in all den Jahren. Es würde für mich nicht mehr funktionieren. Nun habe ich auch diese letzte Angst in mir überwunden, irgend was, was mich noch festhielt.

    Um Weihnachten herum wird es soweit sein, und die Wege von Männe und mir werden getrennt verlaufen! Das tun sie ja eh schon, dann ist es aber amtlich und es verbindet mich nix mehr mit ihm, außer die Kinder und die kleine Erbse.

    Das fühlt sich gut an für mich. Ich fühle mich sicher mit meiner Entscheidung und weiß, es ist das einzig Richtige, was ich mache!

    Mein Thread hier im Offenen heißt "Liebe und Hass". Beides fühle ich für Männe endgültig nicht mehr...

    Aurora

    Hallo Tanja, Ex-Inselfee,

    naaa, das ist schön, was von dir zu hören!

    Mach dir mal bloß keine Sorgen um deinen Teeny, der wird wohl noch 'ne Weile rummucken, das haben die so an sich, die Süßen :? . Und irgendwann sind die Sommerferien ja auch mal um :roll: .

    Ist aber schön, dass Wolke sieben und sieben a oder b oder c noch von dir belegt ist! Vielleicht schweben wir ja mal aneinander vorbei auf den Wolken, ich wink dir dann... :lol:

    Liebe Grüße
    die Aurora

    Hallo Berta,

    och Mööööönsch, das ist ja schön, dass du wieder da bist :D !
    Und du hörst dich gut an, aufgeräumt, optimistisch! Das freut mich.

    Und ich gratuliere dir zu deinem 1. Jahr Trockenheit.

    Und ich hoffe, hier wieder öfter was von dir zu lesen.

    Und :D ...

    Und mach's jut
    Aurora

    Hallo,

    ich kenne sie auch, diese Wut...

    Sie hat sich verändert im Laufe meiner Entwicklung! Sie richtete sich immer auf etwas anderes, je nachdem, wo ich gerade war, auf meinem Weg.

    Bevor ich mich auseinandersetzte mit der Krankheit: Alkoholsucht, war ich wütend auf Männe. Darauf, dass er so schwach war, so unzuverlässig, so gemein, so böse zu mir und allen. Da war Männe das Ziel meiner Wut. Und ich war wütend auf seine Sippe, die ihn, meiner Meinung nach, dahingetrieben hatte.

    Als ich immer mehr wusste, was es heißt, abhängig zu sein, war ich wütend auf den Alkohol.

    Dann erkannte ich meine Rolle, beschäftigte mich auch mit meinem Leben. Und da war ich wütend auf mich, darauf, dass ich so viele Jahre zu feige war, mich habe manipulieren lassen, dass ich immer wieder so gutgläubig war, immer wieder dachte, er kann ja auch aufhören...einfach so. Und ich war wütend auf mich, weil ich erkannte, auch ich habe meinen Anteil am Scheitern der Beziehung, auch ich bin ja krank, habe ihn manipulöiert und kontrolliert.

    Für mich war diese Wut wichtig, ein Teil meiner Auseinandersetzung mit allem. Ein Ventil, um die Gefühle rauszulassen. Wut ist ein Teil der großen, menschlichen Gefühlspalette, sie gehört dazu wie Trauer, Freude usw. Das heißt, ich habe auch meine Wut angenommen, habe sie rausgeheult, geschrieen manchmal und dann - war es irgendwann gut.

    Das sind meine schnellen Gedanken mal dazu

    Aurora

    Hallo Ayki,

    genau das ist es - aktiv sein und Verantwortung für sich selbst übernehmen! In vielen kleinen Schritten geht es so vorwärts. Bei mir hat die Loslösung von meinem Mann noch ca. ein Jahr gedauert, nachdem ich schon garnicht mehr dort wohnte, aber dauernd bestand noch Kontakt und er hat es immer wieder verstanden, mich für seine Bedürfnisse einzuspannen. Das ging, weil ich nicht genügend meine Grenzen setzen konnte, weil ich selbst mich noch viel zu sehr auch von ihm hab vereinnahmen lassen. Ich fühlte Schuld und Verantwortung für ihn, wo garnichts war...

    Mein Motto ist ja hier geworden, ich will leben, lieben und lachen, und das habe ich in vielen kleinen Schritten erreichen können. Ich kann auf einmal auf Leute viel lockerer zugehen als jemals zuvor, weil mein Selbstwertgefühl enorm gestiegen ist! Ich muss mich nicht mehr verstecken... und ich weiß, ich kann, wenn es nötig ist, mich abgrenzen, ich habe inzwischen genügen Vertrauen in mich selbst.

    Das alles geht nicht von heute auf morgen, es hat gedauert und war auch mit vielen Rückschritten und Irrwegen verbunden. Und der Weg ist ja noch nicht zu Ende.

    Aber es fühlt sich gut an, nicht wahr, so zu leben, selbstverantwortlich, einfach leben...

    Die Wut hatte ich ja auch sehr oft noch, oft auch auf mich selbst, weil ich dachte, warum hast du dir das bloß so lange gefallen lassen. Auch da konnte ich loslassen, die Vergangenheit lassen, wie sie ist. Es geht immer einfacher.

    Wenn du früher hier gepostet hast, habe ich oft auch deine Wut gespürt, du warst immer so geladen, irgendwie... :roll: .

    Ich freu mich, du hörst dich so positiv an, du bist klasse auf dem Weg :D .

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Ayki,

    zu deinem Thema kann ich leider nichts direkt beitragen, meine Kinder waren bei der Trennung ja schon groß.

    Aber ich sage dir mal hier "Guten Tag", da biste ja wieder :D . Ich hab oft an dich gedacht, denn während meiner ersten Zeit hier hast du mich im offenen Bereich ja begleitet und so manchen Anstoß gegeben.

    Ich wünsche dir, dass du einen guten Austausch haben kannst und Klarheit bekommen kannst, um für deine Kinder und dich zu einer akzeptablen Lösung zu kommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und hallo Dagmar :D , auch dir ein Dankeschön für dein Posting...

    Dieser Weg ist sicherlich kein leichter, es gibt auch immer wieder Stolpersteine, Löcher, Umwege, Rückschritte. Jaaaaa, Blasen hatte ich genug an den Füßen, sozusagen.

    Nun habe ich mich aber eingelaufen und es geht immer einfacher!

    Wenn ich so zurückblicke kann ich aus meiner Sicht jetzt sagen, es hat ca. 4 Jahre ganz konkret gedauert, als ich los ging, bis ich da ankam, wo ich jetzt bin... Die 10 Jahre nochmal davor war ich schon oft sehr unglücklich und unzufrieden, aber noch viel zu ängstlich, unsicher, unselbstständig, um was zu ändern an meiner Lage. Da hat mein Mann aber auch noch nicht so massiv getrunken, es gab auch immer wieder Zeiten in denen ich dachte, es wird doch alles gut werden. Schöne, ruhige Zeiten, so redete ich mir wenigstens ein. Um meine Ängste, meine Unsicherheit, Unselbstständigkeit nicht spüren zu müssen :roll:.

    Stehen bleiben und aushalten, das konnte ich aber irgendwann nicht mehr. Dann als ich erkannte, ich lebe mein Leben nur einmal! Ich habe einmal die Chance geschenkt bekommen, hier auf der Welt Mensch zu sein! Und das wollte ich endlich mal wieder spüren, leben. Ich wollte einfach noch was haben davon, ehe ich zu alt und zu kaputt dazu wäre.

    Und so hab ich begonnen, zu gehen...

    Aurora

    Hallo caro,

    vielen Dank für dein Posting! Ja, ich bin stolz auf mich, dazu kann ich auch stehen. Ich möchte aber auch dadurch sagen, es gibt immer einen Weg, wenn wir es auch wollen, wenn wir bereit sind, an uns zu arbeiten, aktiv zu werden und zu sehen. Es liegt alleine in uns!

    Aurora

    Hallo,

    nun bin ich mal wieder in meinem Thread hier im offenen Bereich gelandet. Nostalgie...?

    Um diese Tage herum, entweder gestern, heute oder morgen, vor zwei Jahren habe ich Männe das Ultimatum gestellt, entweder er hört auf zu trinken oder ich gehe! Erst hat er mich nicht für voll genommen, wie immer, denn zu oft vorher hatte ich diese Drohung schon ausgesprochen ohne sie wahr zu machen!

    Diesmal machte ich aber ernst. Ich war am Ende meiner Kräfte angelangt, voller Hass und Wut, voller Ängste und Trauer. Ich konnte all das Schöne nicht mehr sehen in meinem Schmerz. Ich suchte eine Wohnung, fand sie und unterschrieb den Mietvertrag...

    Männe tickte während dieser Zeit, als er sah, ich mache es diesmal wirklich, noch mal vollends aus, er drückte alle meine Co-Knöpfe mit voller Wucht. Er bedrohte mich, schrie mich an, versuchte, seine Macht auszuspielen, erpresste mich, bedrohte mich auch sexuell. Es wahr der Wahnsinn... :( .

    Am Schluss des Ultimatums ging er zur Entgiftung und dachte nun, jetzt wird alles wieder gut und ich wieder das brave, für ihn funktionstüchtige Weibchen. Aber - ich hatte schon begonnen, mich zu verändern und zu entwickeln. Erst war ich sehr hin- und hergerissen wegen der Wohnung, dachte, ich wäre vielleicht doch zu voreilig gewesen. Diese Schuldgefühle, die da in mir rumorten als kleine Teufelchen... :evil::twisted: .

    Aber ich zog aus und machte es mir gemütlich - und ich begann, mich zu regenerieren. Und zu denken. Und ich wusste innen in mir drinnen, das Vertrauen, die Liebe, alles, was eine Ehe ausmacht, waren in mir gestorben, auch nach dieser langen Zeit, die wir verheiratet waren. Das war vor zwei Jahren 25 Jahre lang... Aber ich konnte es nicht zugeben, ich hatte so viele Ängste und Zwänge in mir. Und ich hatte zu wenig Selbstvertrauen noch zu dieser Zeit.

    Männe hat mich dann ständig "belagert". So viele Dinge machten wir zusammen, er war ständig präsent, und er versuchte untergründig, mich wieder auf seine Seite zu ziehen. Ich war sehr oft unzufrieden, wollte meine Ruhe, wollte mich von ihm loslösen... aber ich war noch nicht in der Lage, ihm das auch direkt und konsequent zu sagen. Ich hatte noch zu viel Angst vor den Konsequenzen die entstehen würden, wenn ich konkret meine Grenzen setzte. Irgendwie tat er mir auch leid...Und ich fühlte mich schuldig, weil ich nach so vielen Ehejahren keine Liebe mehr für ihn empfinden konnte, ihn "im Stich gelassen" hatte. Dadurch eierten wir noch ein Jahr lang umeinander rum.

    Ich habe aber an mir gearbeitet, hier im Forum im "Geschlossenen" mein Tagebuch beschrieben, viele Unterstützungen und Sichtweisen bekommen, eine Therapie begonnen. Und im Sommer letzten Jahres, da war ich auf einmal irgendwann bereit, offen zu sagen :"Ich will nicht mehr!" Ich konnte endlich ohne diese übermächtigen Schuldgefühle zu haben meine Grenzen setzen, immer besser! Diese Schuldgefühle, die waren noch sehr oft da, aber ich konnte und kann immer besser gegen sie angehen, jetzt sind sie so gut wie verschwunden :D , die ollen Biester...

    Inzwischen bin ich Oma geworden :D und habe einen neuen Lebenspartner :D . Ich kann immer mehr mein Leben genießen und selbstbestimmt und selbstbewusst leben und handeln. Ohne diese Teufelchen :D . Ich kenne meine Rechte und Pflichten und habe auch keine Angst mehr vor den Konsequenzen meiner Handlungen - meistens. Ich kann mit meinem Partner über all diese Dinge reden und ich bekomme große Unterstützung und Verständnis - und Liebe.

    Ich habe meine Mauern eingerissen, die ich um mich gebaut hatte aus Angst vor Verletzungen. Ich konnte wieder mich selbst erst mögen und dann lieben. Und als ich das konnte, konnte ich auch diese Liebe weitergeben und empfangen! Das fühlt sich sehr gut an. Ich weiß, ich bin sehr verletzlich ohne meine Mauern, aber ich habe inzwischen genug Vertrauen in mich selbst, da gut auf mich aufpassen zu können.

    Ich kann leben, lachen und lieben, das ist ein Geschenk, das ist wunderbar!

    Aurora

    Hallo Andi,

    es ist schön, dass du dem Forum erhalten bleibst! Ich werde deinen thread hier sicher das eine und andere Mal heimsuchen... :lol: . Ich wünsche dir erstmal ein schönes Wochenende (oder musste arbeiten :? ) und

    mach's jut
    Aurora