Beiträge von Aurora

    Hallo wieweiter,

    heute habe ich in einem Gespräch mit jemandem erwähnt, dass mein erster Mann sich totgesoffen hat. Das war im November 2018, wir waren da schon seit 11 Jahren getrennt, geschieden und ich neu verheiratet. Und doch ist da wieder diese leise Traurigkeit gewesen. Ich hatte keine Liebe mehr für ihn aber trotzdem bin ich immer wieder auch noch traurig, wenn ich daran denke.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Sonnenblume1972,

    diese Hilflosigkeit habe ich mit meinem ersten Mann auch kennengelernt. Hilflosigkeit, Machtlosigkeit. Das sind zwei der vielen Gefühle in Beziehungen mit Abhängigen.

    In unserer Online-Selbsthilfegruppe kannst du dich austauschen und sortieren und daraus einen Weg für dich finden. Für die Freischaltung klick einfach hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    und schreib noch kurz etwas dazu. Danach findest du dann dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige wieder.

    Ach und übrigens habe ich den Namen, den du geschrieben hattest, editiert. Es ist wichtig, so anonym wie möglich zu schreiben. Und Klarnamen sind ungünstig dabei. Denn es kann das ganze www mitlesen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Wichtelmama,

    auch wenn es nervt...

    Es ist sonst keinerlei Form von häuslicher Gewalt etc. da. Keiner ist hier jemals geschlagen worden oder sowas.

    Was da passiert bei euch IST häusliche Gewalt! Das ist ein Fakt!

    Es ist bloß ganz vielen Menschen nicht bewusst. Der Gedanke ist immer: da muss geschlagen worden sein, körperliche Misdhandlungen passieren. Aber nein, das ist nur ein Teil der Gewalt, die passiert. Die seelische Gewalt, die nicht nur deinen Kindern sondern auch dir zugefügt wird, ist bloß nicht sichtbar.

    Das ist ja das Fatale. Aber es ist Gewalt.

    Bitte sei weiterhin mutig, ich kann mir vorstellen, dass du ziemlich unter Druck stehst. Es ist gut, dass du mit Menschen in deinem Umfeld redest. Und auch hier schreibst. Ich möchte dir auch nichts Böses oder denke, du bist unfähig. Nein, keinesfalls! Ich möchte dir bloß ganz deutlich zeigen, was da passiert.

    Du und deine Kinder ihr seid es wert, ein gutes Leben zu haben. Und das ist so, wie es jetzt ist, nicht möglich.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Wichtelmama,

    ich komm jetzt auch noch und schließe mich allen VorschreiberInnen an. Einfach um dich immer wieder zu sensibilisieren, was da abgeht.

    Gott sei Dank hat er diese Ausfälle ja nicht immer und kann auch sehr liebevoll mit den Kindern sein. Sonst wäre es ja wirklich Terror, also so richtig schlimm!

    Es wäre nicht Terror, es IST Terror. Und ich glaube dir ja und lese hier auch, dass du was am Ändern bist. Ich bin schon einer Verfechterin von kleinen Schritten aber es gibt Situationen, da muss du in's kalte Wasser springen.

    Was ist mit anwaltlicher Hilfe, dem Jugendamt, Krisendienst...

    Es gilt nicht zu sagen, " ich kann ihn doch nicht in die Pfanne hauen", es gilt, die Kinder und auch du müsst da raus. Jetzt.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo wieweiter,

    ich finde es gut, dass du dein Leben mit schönen Dingen ausfüllst, trotz der Dinge, die passiert sind.

    Die Musik hatte soviele Facetten, ich konnte alle meine Gefühle darin erkennen, Liebe, Wut, Hilflosigkeit, Trauer, Hoffnung und Trost.

    Das ist soooo schön und ich habe das auch schon so erfahren in meiner Trauer um meine Tochter und meinen Enkel. Ich drück dich einfach mal

    Aurora

    Hallo Tea-Time,

    das ist ein Prozess, der da stattfindet. Coabhängigkeit besteht ja aus Verhaltensmustern, aber auch aus der individuellen Persönlichkeit. Und vor allem ist da die Person, von der du coabhängig bist.

    Bei mir war es so, dass ich mich zuerst mal getrennt hatte. Das war der allerwichtigste Schritt. Ich habe nach und nach durch sehr viel Ehrlichkeit mir gegenüber Muster, Verhaltensweisen erkannt und wie ich gestrickt bin. Ich habe eine Therapie angefangen.

    Dann habe ich mich getraut, Grenzen zu setzen. "Nein" zu sagen. Das war sehr schwer für mich, ich hatte dabei Übelkeit, mir war schwindelig, ich hatte richtig körperliche Symptome. Und schlechte Gefühle. Das hab ich ausgehalten. Ich habe gelernt, wieder meinen Wahrnehmungen zu vertrauen. Erkannt, dass ich einen Wert habe.

    Ich habe mich wieder in meinen Fokus gerückt. Sehe zu, dass ich gut für mich sorge, mich nicht zugunsten aller anderen verbiege, meine eigenen Bedürfnisse wichtig nehme.

    Das ist ein grober Abriss und sicher individuell. Aber eins weiß ich ganz sicher. Ich werde niemals mehr mit einem nassen Alkoholiker zusammensein wollen oder können.

    Liebe Grüße Aurora

    Hey Pingu,

    Schlimm finde ich aber das Gerülpse, Geschnarche und die Fahne. Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Warum sich schlecht fühlen? Es IST doch auch ekelig und nervig, echt mal. Ekel ist ein Gefühl, was auch da sein darf.

    Das Rülpsen, das mein erster Mann nach dem tiefen Schluck aus der Bierpulle oft auch in meine Richtung losließ, hat mich echt wertlos fühlen lassen, irgendwann. Weil ich es als rücksichtslos mir gegenüber fand. Ich meine, klar rutscht einem sowas schon mal raus. Aber das irgendwie rauszulassen, komme was wolle, ist schon irgendwie ekelig...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Minna,

    als ich in meiner neuen Wohnung angekommen war hatte ich noch lange das Gefühl, ich wäre in einer Ferienwohnung. Und ich hatte innerlich auch lange das Gefühl, dass ich ja, wenn ich wollte, zurückgehen könnte.

    Aber mit dem Abstand konnte ich immer besser auf die Situation gucken. Mein erster Mann war ja nüchtern geworden als ich mich getrennt habe. Und er war sehr anhänglich und ich hab auch nicht richtig loslassen können. Wir wohnten " umme Ecke" und hatten dauernd Kontakt.

    Und da hab ich mehr und mehr gemerkt, dass nichts mehr an Liebe da war. Es war was anderes, Gewohnheit, Schuldgefühle und Ängste, die mich festhielten. Und er wusste auch was er sagen, wie er sich verhalten musste, um in mir diese Gefühle zu wecken. So ging das noch einige Monate, immer hingen wir zusammen, immer mehr ging mir das auf den Geist, immer mehr kam ich in meiner Wohnung an, immer mehr war es MEINE Wohnung, mein Zuhause. Bis ich endlich Stopp sagen und eine Grenze ziehen konnte.

    Hab Geduld, das wird.

    Und so Musik in Dauerschleife, dann schöööön zu heulen und den guten, alten Zeiten hinterher zu trauern, kenn ich auch. Bisschen im Selbstmitleid hängen, muss auch sein. Das gehört dazu, Trauer hat auch diese Seite. Nur nicht drinnen hängen bleiben ist wichtig.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Nordseehexe,

    du bist jetzt freigeschaltet und kannst dich hier überall austauschen. Mit einer Einschränkung, bitte schreibe in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich. Du erkennst ihn daran, dass die Namen der Mitglieder in roter Schrift erscheinen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo, herzlich willkommen Nordseehexe,

    das Reden bringt es auch nicht, ihr habt das ja oft getan, wie du schreibst. Ich hab es auch oft getan. Mit verschiedenem Ausgang. Mal hatte er Verständnis und wollte was ändern, mal griff er mich an und machte mir Vorwürfe, mal waren andere Leute, das Wetter oder sonstwas Schuld. Es hat nix gebracht.

    Er wurde im Laufe der Jahre bei solchen Gesprächen aggressiver, ich dann auch. Streit war vorprogrammiert. Oder er bekam diesen glasigen Blick von: wozu hab ich zwei Ohren...

    Du kannst gerne an unserer Online-Selbsthilfegruppe teilnehmen, bestimmt hast du schon gesehen, dass wir eine große Gruppe von Coabhängigen hier sind.

    Hier kannst du dich bewerben: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Klick da drauf und schreib kurz was dazu, dann wirst du freigeschaltet. Dein Thema ist dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Laura,

    über dem Schreiben hier habe ich völlig vergessen, dass dein Opa verstorben ist. Mein herzliches Beileid. Und da ist viel Trauer in dir. Und zusätzlich sind da auch diese ganzen formellen Sachen, die das mit sich bringt. Das ist keine einfache Zeit gerade.

    Und gerade deshalb brauchst du deine Energie jetzt für dich alleine.

    Ich schicke dir eine virtuelle Umarmung

    Aurora

    Hallo Laura,

    jetzt hast du so viele Erfahrungsberichte bekommen, sogar Alkoholiker haben geschrieben, wie ihre Welt im nassen Zustand funktioniert hat. Im Grunde genommen läuft doch alles darauf hinaus, dass eine Trennung der einzige Weg ist. Wenn du wieder unbeschwert und frei leben möchtest.

    Ich kann dir sagen, dass ich in einer Art Ausnahmezustand war als ich endlich gehen konnte. Ich hatte Angst, Zweifel, Schuldgefühle, Trauer um eine Zeit, die es seit vielen Jahren schon nicht mehr gab. Das alles hat weh getan, war sehr unangenehm und schwer auszuhalten. Da musste ich durch. Und mit jedem Tag wurde es aber besser.

    Und die guten Gefühle wurden stärker als die schlechten. Es fühlte sich mehr und mehr wie eine Erlösung an und das war es ja auch.

    Es hat sich gelohnt für mich. Du kannst das auch schaffen...

    Liebe Grüße Aurora

    Hey Laura,

    " Kindermund tut Wahrheit kund" sagt ein Sprichwort. Obwohl dein Sohn ja jetzt nicht mehr sooo klein ist und man damit eher die Kleinen meint.

    Meine Kinder waren damals froh, als ich die Trennung endlich geschafft hab. Sie waren da schon erwachsen, meine Tochter lebte nicht mehr zuhause, nur mein Sohn. Und der hatte die ganz schlimmen Dinge, die da passiert sind, leider miterleben müssen. Sie waren froh, dass sie mich nicht mehr so hilflos, so traurig, so voller Selbstmitleid und oft verheult sehen mussten.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Laura,

    mein erster Mann hat sowas auch gesagt, also dass ja ICH die Süchtige wäre. Süchtig nach irgendwas, was er dann an den Haaren herbeigezogen hatte. Konnte alles sein.

    Ich hasse es… was sollich nur tun ???

    Tja, gute Frage. Im Grunde genommen wiederholt sich ja gerade was, das du schon öfter mit ihm erlebt hast. Und das wird jetzt nicht das letzte Mal so sein. Solange er in seiner Abhängigkeit fest steckt, wird es immer und immer so weitergehen, und es wird immer schlimmer werden. Sucht geht nur abwärts.

    Du hast 2 Möglichkeiten. Entweder du nimmst dieses Spiel in Kauf, bleibst weiter an ihm hängen und gibst damit ein zufriedenes, ruhiges, glückliches Leben auf oder du gehst deine eigenen Wege. Ohne ihn.

    Es ist deine Entscheidung, die kann dir niemand abnehmen. Aber vergiss deinen Sohn nicht dabei. Für ihn trägst du Verantwortung, er ist dein Kind. Und sein Leben wird davon auch schlimm beeinflusst.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Silberstreifen,

    mir ging es genauso wie Marie. Ich hab ihm nicht die Liebe entzogen, denn irgendwann hatte ich keine mehr für ihn. Ich fand ihn ekelig, fühlte mich auch benutzt. Ich wollte nichts mit meiner Unlust auf ihn erzwingen sondern ich hatte einfach keine Lust mehr auf ihn.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Minna,

    ich denke, du bist gerade voll beim Umziehen, gutes Gelingen dafür.

    Dein altes Zuhause mit den vielen Fotos aus vergangenen Zeiten ist Geschichte. Diese Fotos haben dich ja die ganze Zeit in einer Erinnerung festgehalten, in einer Zeit, die es schon lange nicht mehr gibt. Das macht das Loslassen um Vieles schwieriger.

    Ich hoffe, in deinem neuen Zuhause werden Bilder mit bunten Farben, schönen Motiven hängen. Die Fotos von damals kannst du ja in eine schöne Schachtel packen und weglegen. Diese Zeit ist Erinnerung, jetzt schaffst du dir neue Zeiten, neue Erinnerungen, weg von den dunklen Tagen seiner Sucht.

    Liebe Grüße Aurora