Hallo und willkommen Loka,
auch ich kenne solche Gedanken leider sehr gut. Sie waren Ausdruck meiner Verzweiflung und Machtlosigkeit.
Ich kannte auch nicht die Wirkweise von Sucht und war der Meinung, er müsse sich einfach zusammenreißen und aufhören. Und ich dachte immer, ich bin es ihm nicht wert, dass er zu trinken aufhört.
Erst als ich mich über Sucht informierte konnte ich mehr und mehr verstehen. Das hat meine Lage nicht verbessert aber mir viel Last und Schuldgefühle genommen. Und der Hass, den ich auf meinen ersten Mann hatte, wurde immer weniger.
Sucht bedeutet, dass durch Missbrauch einer Droge, und Alkohol ist eine, im Gehirn bestimmte Dinge umgebaut werden können. Das passiert nicht bei allen aber die Chance dazu besteht, wenn der Missbrauch immer mehr wird.
Dann ist man Alkoholiker*in. Die Sucht fordert dann mit großem Drang, dass der Mensch Alkohol zu sich nimmt. Es kommt zu Zittern, Erbrechen, Schwitzen, Nervosität, später können auch schlimmere Zustände eintreten. Die Sucht fordert immer mehr und der abhängige Mensch hat irgendwann keine Zeit mehr, an was anderes zu denken als an den nächsten Schluck.
Das hat nichts mit den Menschen in seinem Umfeld zu tun sondern nur mit ihm.
Die Auswirkungen dieses Verhaltens lassen die Angehörigen allerdings nach und nach verzweifeln und vor allem Kinder erleiden daraus psychischen Schaden.
Und was kannst du tun? Für ihn: nichts. Solange keine Einsicht da ist und der große Wunsch aufzuhören, sich Hilfe zu suchen, nicht da ist, kannst du buchstäblich nichts tun. Für ihn.
Für dich kannst du allerdings viel machen. Hobbys wieder aufnehmen, Freunde treffen, Unternehmungen machen, ohne ihn.
Das ist erstmal sehr schwer aber nach und nach wird es besser. Und du kannst darüber nachdenken, ob du dich trennen möchtest, kannst.
Liebe Grüße Aurora