Beiträge von Aurora

    Hallo Treibsand,

    sehr vernünftig, dass du nicht in den Biergarten gegangen bist. Nicht wegen einer Erklärung, warum du nichts trinkst sondern wegen der vielen Reize, Trigger. Wenn du trocken werden und bleiben möchtest ist es sinnvoll, dich nicht mitten in ein alkohollastiges Umfeld zu setzen. Auch wenn du sagst: ich trink ja nichts, geht dein Suchtgedächtnis ganz anders damit um.

    Und es ist wahrscheinlich, dass du Verzichtsgedanken oder Suchtdruck kriegst. Wenn auch vielleicht nicht gleich aber sowas kommt oft auch später. Warum also solltest du es dir unnötig schwer machen?

    Wirf doch einen Blick hier rein ( wenn du es noch nicht gemacht hast):

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Du hast heute alles richtig gemacht, das ist klasse.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Wicca,

    Pass auf dich auf und versuche regelmäßig in dich hinein zu spüren. Warte nicht wie ich, bis du selber unter gehst.

    Das finde ich einen wichtigen Punkt.

    Solange du gut mit der Situation klar kommst, dein Leben nicht eingeschränkt ist, musst du nicht zwangsläufig was ändern.

    Ich habe damals was geändert, mich getrennt weil es unerträglich geworden war, mit meinem damaligen Mann zusammen zu leben. Ich war davon kaputt, psychisch und physisch.

    Du hast jederzeit die Möglichkeit was zu ändern, wenn es für dich notwendig wird.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Osiris,

    : Du trinkst nicht mehr, jetzt passt alles wieder.

    Das ist mir gleich in's Auge gesprungen. Ich weiß nicht, wer das zu dir gesagt hat. Aber er könnte von mir sein, damals, als ich noch mit meinem alkoholabhängigen 1. Mann zusammen war.

    Als Coabhängige habe ich viele Jahre versucht, ihn zu retten, wieder auf die Spur zu bringen. Damit alles wieder passte. Und zwar aus MEINER Sicht. Dass es bei ihm anders sin könnte, kam mir nicht in den Sinn. Ich wollte nur, dass es wieder passte, wie es in meiner Vorstellung in einer Ehe zu sein hatte.

    Was ich gelernt habe ist, dass Alkoholiker, die trocken werden, trocken sind, nicht mehr die sind, die sie mal waren. Von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen mal abgesehen. Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dich da dieser Satz verletzt haben muss.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Paul,

    was ich meine, was du tun solltest, ist auf eine Art nicht wichtig. Denn es geht ja nicht um mich sondern um dich hier. Du entscheidest, es ist DEIN Leben.

    Ich kann dir Anregungen geben Dinge zu tun, die so gut wie alle Alkoholiker, die ich kenne, gemacht haben. Um einen guten Start zu haben. Einiges davon machst du ja schon von selbst und das finde ich gut.

    Zum Beispiel dass du Zeiten, in denen du Suchtdruck hast, mit anderen Aktivitäten füllst. Dass du Unterstützung in der Familie hast. Du gehst nicht mehr mit Kollegen in Kneipen, ganz wichtig!

    Ein Arztbesuch ist immer wichtig, einfach um abzuchecken, wie dein Körper so drauf ist.

    Dann kannst du hier:

    https://alkoholiker-forum.de/article-list/

    mal bisschen was lesen, im Forum bei den Alkoholikern auch.

    Da steht sooo viel, das sind sozusagen die Fachleute auf dem Gebiet der Trockenheit. Sie haben alles selbst erlebt und gefühlt.

    Ich selbst bin Coabhängige meines ersten Mannes, der Alkoholiker war, gewesen, in 2. Ehe mit einem seit 17 Jahren trockenen Alkoholiker verheiratet. Ich bin also "nur" erfahren in der Suchthilfe, betroffen nicht. Ich weiß in der Theorie ganz viel aber weiß nicht, wie es sich anfühlt.

    Daher sind Selbsthilfegruppen so wertvoll. Wenn du es vor Ort in einer realen Gruppe probieren möchtest, hab Mut. Du hast da nichts zu befürchten, dort wissen alle, worum es geht, sie sind selbst betroffen und werden dich nicht verurteilen. Genauso wie hier.

    Hier kannst du dich auch austauschen. Aber eine Freischaltung machen wir erst, wenn die körperliche Entgiftung vorbei ist. Also frühestens 8 Tage nach dem letzten Schluck Alkohol. Solange kannst du hier alles lesen und hier in deinem Thema Fragen stellen. Bitte bleibe aber nur hier bei dir und schreibe in keinem anderen Vorstellungsfädchen.

    Das kommt später.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo und willkommen Paul.

    Hier in unserer Selbsthilfegruppe wird niemand gefressen also brauchst du nicht aufgeregt zu sein.

    Da du gestern mit dem Trinken aufgehört hast, bist du im Kalten Entzug. Du entziehst deinem Körper den Stoff und der reagiert, will Nachschub.

    Das kann sich verschieden äußern, z.B. mit Zittern, Unruhe, Schwitzen, Schlaflosigkeit. Aber auch mit epileptischen Anfällen, Herzproblemen, Blutdruckproblemen.

    Daher rate ich dir, dir ärztliche Hilfe zu suchen und zwar heute noch. Du schreibst, alleine schaffst du es wohl nicht. Das stimmt. Ein wichtiger Schritt ist es, den Hausarzt mit in's Boot zu holen. Und dich deiner Frau anzuvertrauen.

    Nach der körperlichen Entgiftung, die ca 7 bis 10 Tage dauert, fängt die richtige Trockenarbeit an. Nämlich zu erkennen, wo sind meine Trigger, wie gehe ich mit Suchtdruck um, wie lebe ich einen sicheren, lebenswerten Alltag mit meiner chronischen Alkoholkrankheit, usw. Denn Alkoholsucht ist eine chronische Erkrankung, die dich durch dein Leben begleitet und die du nur durch Abstinenz stoppen kannst.

    Und dafür sind wir dann da :) , für den Austausch, für Erfahrungen, für Mutmachen, für Wege.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Dinto,

    wenn ich das lese könnte ich kotzen. Sorry für den Ausdruck aber es ist so.

    Meine Mutter und auch meine Schwiegermutter leben seit kurzem in Pflegeeinrichtungen und wenn ich da betrunkene Mitarbeiter sehen würde, würde ich Rabatz machen, echt. Es geht um desorientierte, demente, stark auf Hilfe angewiesen Menschen.

    Du kannst für dieses kranke Gesundheitssystem nichts.

    Du selbst steckst aber in einem ähnlichen, kranken System mit deiner Partnerin. Wenn du sie beschützen willst, müsstest du sie rund um die Uhr bewachen.

    Mit dem, was du inzwischen aber schon für sie machst, tust du ihr auch keinen Gefallen. Sie benutzt dich um sich soweit wieder aufbauen zu können, bis sie halbwegs arbeitsfähig ist und dann auch weitersaufen kann.

    Und das tun die Kollegen auch, das ganze Umfeld macht das.

    Wie lange hältst du das durch?

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Salamanca Luna,

    ja, mir geht es gut. Meine Trennung war vor 16 Jahren. Ich konnte da endlich loslassen. Das war eine meiner besten Entscheidungen. Mein Exman ist seit fast 5 Jahren tot. Es hat mir leid getan, dass er wieder zu trinken anfing und dann immer mehr verfallen ist. Aber ich hatte gelernt, es zu akzeptieren. Es war seine Entscheidung.

    Ich selbst bin seit 12 Jahren glücklich in 2. Ehe verheiratet.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Luna,

    aus eigener Erfahrung als Coabhängige meines ersten Mannes kann ich dir einiges erzählen.

    Seine Blutwerte und sein körperlicher Zustand waren nach seinen Aussagen immer ausgezeichnet. Beim Arzt war ich ja nie dabei, er hat es mir so erzählt. Und ich hab gesehen, wie er immer schlechter drauf war, körperlich, seine Blutwerte kannte ich natürlich nicht. Ich habe an angefangen, an meinen eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln.

    Nach seinen Aussagen hatte er " null problemo", das Problem wäre aber ich mit meinen dauernden Verdächtigungen, Anschuldigungen, Gemecker usw.

    Ich habe mich gesorgt, versucht ihn zu überreden, sich behandeln zu lassen, versucht ihn vom Saufen abzuhalten und ich hatte, so habe ich es empfunden, für alles die alleinige Verantwortung. Ich bin nach 26 gemeinsamen Jahren völlig kaputt aus der Ehe ausgestiegen. Mein Exmann ging dann zur Entgiftung in eine Klinik, sein Gamma GT war im 4stelligen Bereich, das hatte er sich mit Sicherheit nicht erst in 6 Monaten oder so angesoffen. Und er war sogar stolz darauf, wie hoch das war weil die Ärzte sehr erschrocken waren. Aber auch da war ich nie bei einem Gespräch dabei. Ich weiß nicht, was sie wirklich zu ihm gesagt haben.

    Aus meiner Erfahrung kann ich dir heute sagen, du kannst machen und tun, überlegen und für ihn denken und sonstwas, solange er es nicht aus eigener Überzeugung will, wird er nichts ändern. Auch Ärzte werden nichts machen können oder seinen Gesundheitszustand wird er verdrängen, solange er das nicht anders will.

    Du kannst aber für dich Dinge verändern. Zum Beispiel dein eigenes Trinkverhalten angucken und ändern. Dein Leben nach deinen Vorstellungen ausrichten. Überlegen, ob dieser Mann da reinpasst und du dich weiterhin Sorgen möchtest ohne etwas verändern zu können.

    Übrigens, mein erster Mann war dann 4 Jahre abstinent und hat dann wieder angefangen zu saufen. Da hat sein angeblich so gesunder Körper nicht mehr so lange mitgemacht, er ist mit 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben, aufgedunsen und ziemlich wirr.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Volka,

    diese Verunsicherung kenne ich leider auch. Diese Trinkpausen, die durchaus auch mal länger andauerten. Bei meinem ersten Mann hat die letzte Trinkpause ca 4/5 Monate angedauert, zwischendurch hat er aber schon auch mal was getrunken. Aber nicht bis zur Besinnungslosigkeit wie sonst.

    Dadurch war ich sehr verunsichert. Ob er vielleicht doch nicht abhängig wäre. Ob er endlich die Kurve gekriegt hätte. Und es kam, wie so oft, leise Hoffnung auf.

    Der Absturz danach war heftig wie nie zuvor. Und das war dann mein Punkt, an dem ich nicht mehr wollte und vor allem nicht mehr konnte. Ich habe mich dann getrennt.

    Das kann bei deiner Frau jetzt anders sein aber die Möglichkeit, dass es so ähnlich abläuft, besteht eben auch. Ich habe es so erlebt und schon hunderte Male gehört und hier gelesen. Es ist halt auch ein Muster.

    Lass dich nicht zu sehr verunsichern sondern versuche, diese ruhige Phase für dich zu nutzen. Kraft zu sammeln, dich zu sortieren. Das fällt mir gerade zu deiner Situation ein.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Maria,

    mein herzliches Beileid zum Tod deines Mannes.

    Mein erster Mann hat sich auch totgesoffen. Allerdings war ich da schon lange von ihm getrennt und auch mit meinem 2. Mann verheiratet. Trotzdem hat es mir sehr weh getan, dass er das Trinken nicht lassen konnte.

    Vorwürfe und Schuldzuweisungen hatte ich vor und nach der Trennung. Von seiner Mutter vor allem. Auch sein Bruder und dessen Frau sahen mich als die Behandlungsbedürftige an. Dass mein 1. Mann schwer abhängig war, ließen die unter den Tisch fallen. In dieser "Saubermannfamilie" gab es sowas ja nicht... Mein 1. Mann starb mit 64 Jahren.

    Ich hatte mich nach der Trennung von seiner Familie völlig distanziert und ein neues Leben aufgebaut. Es ist gut, dass du auch dabei bist, das zu tun. Du hast sicherlich viele Jahre hinter dir, in denen du immer wieder versucht hast, ihm zu helfen, alles zusammengehalten hast.

    Er hat sich entschieden, er hat den Alkohol gewinnen lassen. Wieder ein Opfer. Aber es hätte niemand etwas dagegen tun können. Das ist das Schmerzliche dabei.

    Du darfst dein Leben genießen, wie es für dich gut ist. Egal, was irgendein Pfarrer oder sonstwer sagt. Es ist dein gutes Recht.

    Ich schick dir liebe Sonntagsgrüße

    Aurora

    Hallo Ruhrpott, ich begrüße dich in unserer Selbsthilfegruppe.

    Zuerst mal, ganz wichtig, dass er trinkt ist NICHT deine Schuld. Du hast keine Verantwortung dafür. Es war sein ureigenster Entschluss, wieder anzufangen.

    Deine Verzweiflung verstehe ich sehr gut. Ich bin selbst mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet, wir sind seit 15 Jahren zusammen. Für mich würde erstmal die Welt untergehen, sollte er rückfällig werden. Du jammerst nicht, du bist unendlich verletzt, traurig, enttäuscht.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Mit diesem Link kannst du dich bewerben. Du wirst dann für den Austausch freigeschaltet. Dein Thema findest du dann im Bereich für Angehörige. Ein Austausch kann dir helfen, erstmal alles zu sortieren. Ich kann mir vorstellen, das in deinem Kopf gerade alles durcheinanderpurzelt.

    Die Reaktion deines Sohnes drückt, glaube ich, auch sehr viel Schmerz, Enttäuschung und Angst aus. Alkoholismus ist eine Familienerkrankung und betrifft nicht nur den Alkoholiker selbst sondern auch sein Umfeld.

    Liebe Grüße Aurora