Beiträge von Aurora

    Hallo Lovis,

    ja, schlussendlich ging mein Auszug schnell... aber ich hatte schon mindestens 10 Jahre lang immer wieder diesen Gedanken gehabt, mich zu trennen, hatte auch meinem Exmann immer wieder gesagt, dass ich mich trennen will. Und immer wieder habe ich einen Rückzieher gemacht...

    Also schnell ging das erst, als ich nicht mehr anders konnte.

    Ich bin gespannt auf dich im geschlossenen Bereich.

    Lieber Gruß
    Aurora

    Hallo,

    nun bin ich im neuen Jahr angekommen und habe die ersten Tage ganz gemütlich mit einem Magen-Darm-Infekt verbracht...
    Bäh.

    Ich bin gespannt, was das neue Jahr so bringen wird.

    Ich bin nun seit 2007 getrennt, mein Exmann ist inzwischen verstorben und trotzdem hatte ich letztens einen bösen Traum. Es war eine Familienfeier, so wie früher. Und mein Exmann saß da, das Schnapsglas gut gefüllt "mit Berg", so wie er es liebte. Und in mir waren alle diese Gefühle wieder wach. Mein Schimpfen mit ihm, nein, Keifen war das ja schon immer. Wut, Angst, Scham... Ich bin wach geworden und wusste erst gar nicht, wie mir geschieht. Ich habe echt geheult. So realistisch war das gewesen.

    Nun bin ich schon seit 11 Jahren in meiner jetzigen Beziehung und alles ist gut, es ist eine stabile, gesunde Beziehung mit so viel Liebe, Vertrauen und allem, was dazu gehört. Und doch ...

    Es gibt noch immer bestimmte Dinge, die mich sofort triggern. Zum Beispiel wenn mein Mann mit einer Brauseflasche aus der Küche kommt. Und sie öffnet und trinkt. Dieses Zischen und die Bewegungen dabei. Das weckt noch immer oft ungute Gefühle und ich bin im Alten. Wenn auch nur kurz. Mein Gehirn schein noch immer auf alten Wegen zu funktionieren, zumindest erst mal. So gibt es einige Situationen.

    Anstrengend, manchmal. Auf alle Fälle aber interessant, wie tief sich doch bestimmte Dinge eingegraben haben.

    Aurora

    Hallo Anna,

    was du schreibst erinnert mich sehr an meine erste Ehe.
    Ich habe mich 2007, nach ca 26 Jahren, getrennt.

    Die ersten Jahre waren auch gut bei uns. Zumindest habe ich das so empfunden aber es schlich sich schon Unzufriuedenheit ein. Dieses Dissoziative, was du beschreibst, das hatte mein Exmann auch. Viele Jahre hat mir das Angst gemacht und ich wusste nichts damit anzufangen. Ich habe ihn sichtbar nur immer sehr wenig nach Feierabend trinken sehen. Erst kurz vor Schluss, als ich mich wirklich intensiv mit dem Thema Alkoholismus/Coabhängigkeit zu beschäftigen begann, wurde mir klar, dass er von Anfang an unserer Beziehung ein problematisches Trinkverhalten hatte. Ich habe es bloß nicht bemerkt bzw anfänglich empfand ich es als "normal". Ich komme aus einer Familie, da wurde immer viel und auch problematisch getrunken.

    Irgendwann veränderte er sich auch. Ich mich aber auch. Ich wurde zickiger wegen seiner Trinkerei, nahm es nicht mehr so hin. Es gab viel Streit. Und ich merkte auch immer mehr, dass er eine andere Persönlichkeit hatte als ich in den ersten Jahren angenommen hatte. Ich hatte die "rosa Brille" auf, irgendwann dann nicht mehr und doch habe ich lange auch noch gehofft, ich könne ihn verändern, so machen, wie ich ihn anfänglich gesehen hatte. Im Laufe der Jahre hatte er mehr und mehr eben auch seine Persönlichkeit voll raushängen lassen, sich nicht mehr bemüht, sag ich mal. Er hatte ja, was er wollte. Eine Familie, ein Zuhause, das "Frauchen" schön als Hausfrau abhängig gemacht...

    Ich hab das ja auch mitgemacht so. Dachte, es wäre richtig so.

    Wie viel er wirklich getrunken hat weiß ich bis heute nicht genau. Außer bei Feiern oder so. Alkoholiker können das gut vertuschen. Ich weiß nur, dass er bei mancher Familienfeier schon nach ca 30 Minuten völlig weggetreten war und ich nie wusste, warum und woher. Oft war ich nur kurz einkaufern und beim Zurückkommen saß er völlig weggetreten auf dem Sofa. Er hatte so seine Verstecke und Tricks, da wäre ich damals nie drauf gekommen. Ich war dann immer sehr verängstigt, er hatte ja auch mal eine Hirnblutung, ich dachte dann immer, er wäre krank oder bekäme gleich wieder epileptische Anfälle. Er selbst hat es immer abgestritten, mich als bekloppt hingestellt und meine Wahrnehmungen völlig verdreht...Er wäre nur müde, war immer sein Argument. Oder, er würde nach Alkohol riechen, weil das bestimmte Enzyme im Magen wären, die sich bei ihm bildeten.

    Als mir irgendwann mal klar wurde, was da wirklich abgegangen sein musste, wie viel er getrunken haben musste, da war ich baff. Wie ich mich hatte auch so täuschen lassen (wollen).

    Bei mir hat es auch ca 10 Jahre mindestens gedauert, bis ich so weit war mich zu trennen. Mein Exmann war dann nüchtern aber trotzdem war einfach nichts mehr da, was mich mit ihm verband. Zu viel war passiert und als Mensch fand ich ihn einfach nicht mehr passend für mich. Ich hatte mich zu sehr verändert, er sich nicht. Dann ist es wirklich das beste, einen Schnitt zu machen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Lovis,

    ja, Wahnsinn ist schon ein gutes Wort für das, was da in dir abging bei seiner Ankündigung. Und ich kenne das auch...
    Es ist schon ein Unterschied ob ich mir was vornehme zu tun oder ob es dann real wird. Denn wenn es real wird dann entsteht ja auch eine Konsequenz daraus und das kann schon ziemlich Angst machen. Zumal du ja auch nicht in dem Moment wusstest, was er überhaupt besprechen wollte. Und dann, woran klammerst du dich fest? Was meinst du. An ihm oder an deinem Bild einer Beziehung, was du noch hast? Einer funktionierenden Beziehung.

    Ich bin echt gespannt, wie es dir jetzt so geht.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Zickzacklaeufer,

    ja, es ist eine Zerreißprobe, eine Trennung nach 23 Jahren. Bei mir waren es 26 Jahre, als ich endlich gehen konnte.

    Einfach ist anders... aaaber, ich merkte immer mehr, wie gut das Leben sein konnte. Ohne diese täglichen Dinge, die das Leben an der Seite eines Abhängigen mit sich bringt. Diese Beschimpfungen, Erniedrigungen, Lügen und so weiter. Diese Angst auch vor dem Nachhausekommen, wie er dann wieder drauf sein wird. Und auch das Gefühl der Ohnmacht und Verantwortung, die ja eigentlich gar nicht meine war.

    Auch ich war psychisch und physisch am Ende damals.

    Du hast nun auch noch deinen eigenen Weg der Trockenheit zu bewältigen, ich finde es toll, dass du nun diese Zeit schon trocken gelebt hast. 30 Monate! Glückwunsch!

    Das ist doch was wichtig ist. Du bist wichtig und dein trockenes Leben. Auch wenn eine Trennung immer Schmerz bedeutet und Trauer, auch wenn es schwer fällt, mit einem nassen Alkoholiker gibt es einfach kein lebenswertes Miteinander. Es ist immer ein Tanz um und mit der Sucht. Und dieser Tanz führt nur abwärts. Für beide...

    Es gibt ein lebenswertes Leben danach. Auch wenn es erst mal schwer fällt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Anonymia,

    ja, er hat dich wohl schnell ersetzt, und das ist gar nicht mal so selten, dass es so passiert. Das hat aber nichts mit dir zu tun oder dass du nichts wert bist! Leg mal diese Gedanken ganz schnell in eine Kiste und schließ die gut ab!

    Es ist bei vielen Abhängigen einfach ein Zeichen ihrer Erkrankung. Sie müssen eine gegangene Co schnell durch eine neue ersetzen. Und anscheinend sind da immer genug da, die sich da einlassen... was genau das für einen Alkoholiker bedeutet, eine Coabhängige zu haben, kann ich nur spekulieren. Ich bin ja selbst keine Alkoholikerin sondern Co. Aber ich denke, eine Co gibt das Gefühl eines intakten Lebens, zumindest nach außen. Sie kümmert sich, bedauert und tröstet und wischt Körperinhalte weg, die aus dem Alki heraus kommen. Sie sorgt sich und kümmert sich um Dinge des Alltags, die der Abhängige selbst nicht mehr erledigen kann.

    Ich hoffe, du hast ihn gleich wieder gesperrt. Denn du merkst ja selbst, dass dir das alles nicht gut tut. Und was hast du auch davon? Er tischt dir Geschichten auf, die du ihm sowieso nicht abnimmst. Eine Gemeinschaft auf Augenhöhe ist das so nicht. Das ist eher Kontrolle und Kontrolle ist ein wesentliches Merkmal für Coabhängige. Und genau so das "ich hab mir Sorgen gemacht". Dieses Gefühl von "ohne mich kann das nichts werden mit ihm". Ich kenne das nur zu gut. Es ist schwierig, diese Verhaltensmuster zu ändern.

    Zitat

    Ich möchte aus der CO-Abhängigkeit raus, und zwar so schnell wie möglich!


    Mach da mal langsam, denn anders geht das nicht. Du kannst aus der Abhängigkeit mit deinem Ex schnell raus kommen aber deine Muster bist du leider dadurch nicht gleich los! Die Angehörigenberatung kann dich hoffentlich da gut unterstützen und der Austausch mit anderen Cos.

    Ich wünsche dir ein gutes Wochenende, mit Kontaktsperre zu deinem Ex, damit du zur Ruhe kommen kannst

    Aurora

    Happy Birthday Forum!
    Und herzlichen Dank an dich, Karsten, mit deiner Vision von Selbsthilfe damals hast du vielen Menschen, unter anderem auch mir, die großartige Möglichkeit gegeben, in ein lebenswertes Leben zurück zu finden.

    Aurora

    Hallo Anonymia,

    nein, herzloses Monster, das bist du gar nicht, wenn du diese Dame da blockierst. Sondern du bist, wenn du es machst, gut zu dir, du schützt dich dann nämlich vor Dingen, die dich kaputt machen, dir Kopfkarussell machen, dich schlecht fühlen lassen. Das ist ganz normaler Selbstschutz!

    Und den darfst du jederzeit machen, diesen Schutz. Das ist dein gutes Recht. Du schützt ja zum Beispiel im Winter deinen Körper auch indem du dir eine Jacke anziehst. Deine Seele ist auch ein Körperteil, also darfst du blockieren, was ihr weh tut, sie verletzt. Oder?

    Lieber Gruß
    Aurora

    Hallo Bagelinchen,

    Zitat

    Trotzdem bin ich ein sehr sehr emphatischer, sozialer Mensch (Helfersyndrom?) und reagiere wunderbar auf Druck und auf ‚schlechtes Gewissen machen‘. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge und damit kriegt er mich jedesmal wieder... ich bin manipulierbar..

    Dass du emphatisch und sozial bist sind wunderbare Eigenschaften! Das ist nichts Schlimmes. Du bist so zu deinen Mitmenschen - und genau so solltest du auch zu DIR sein. Denn du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Das Baby natürlich auch :wink: .

    Na klar reagierst du auf Druck, darauf, dass dir Schuld eingeredet wird. Das geht doch auch nichts anders. Da kann kaum jemand "widerstehen", sag ich mal. Und wer ist nicht manipulierbar, ich glaube, ich kenne da niemanden. Irgendwo sind wir das doch alle.

    Ich will jetzt nichts klein reden! Im Gegenteil, ich möchte dir aufzeigen, dass du normal bist! Dass du so empfindest ist doch klar. Was aber unterschiedlich zwischen Menschen ist und in die Coabhängigkeit zum Beispiel führt oder zum Helfersyndrom allgemein, das ist das Grenzen Setzen. Viele Menschen können das rigoros. Sie werden "so" behandelt und sehen zu, dass sie da schnellstens weg kommen. Das ist gesunder Egoismus. Und dann gibt es die, die immer noch versuchen, unsicher sind, nicht verletzen wollen. Die ängstlich sind und vorsichtig. Verschiedene Faktoren lösen das aus. Prägungen zum Beispiel, eigenes Erleben mit Sucht in der Familie, all sowas. Die sich nicht trauen "nein" zu sagen und eine Grenze zu ziehen. Weil das dann so absolut ist und ja, auch Konsequenzen hat.

    Überlege einfach mal ganz für dich, was dich wirklich noch festhält, dich hindert, den Absprung zu machen. Du tust alles für diesen Mann, obwohl du hochschwanger bist...

    Zitat

    ich will so gerne frei sein... ich muss..

    Nein, du musst nicht. Es ist deine Entscheidung. Du willst frei sein, das hört sich doch gut an. Also los, was hält dich wirklich noch da fest? Kannst du das erkennen. Denn Liebe ist es nicht, oder?

    Lieber Gruß
    Aurora

    Liebe Bagelinchen,

    oha, das hört sich echt fies an, wie er sich da verhält. All diese Sachen, also Druck machen, Schuldgefühle einreden, dann wieder lieb sein, all das kenne ich auch! Es ist das "normale" Verhalten zwischen Abhängigem und Coabhängigem. Ebenso das immer wieder Nachgeben, Hoffen, Verantwortung Übernehmen... Bleiben.

    Solche Beziehung ist KEIN gutes Klima um ein Kind groß zu ziehen! Aber das weißt du ja auch. Es fehlt nur noch der Absprung.

    Du investierst in diesen Mann alles. Geld, Arbeit, Gefühl, Sachgegenstände. Und was macht er? Oh - er streicht das Kinderzimmer, wie edel. Und baut eine Wickelkommode zusammen. Klasse... Merkst du was? Genau das ist das Fatale an solchen Beziehungen. Und dann das : ohne mich geht er unter, muss in seine Heimatstadt zurück, wird keine Wohnung mehr bekommen...

    Aber das ist doch alles nicht deine Schuld, oder? Er ist erwachsen und hat all das selbst zu verantworten. Auch der Umzug in deine Stadt geht auf seine Kappe oder hast du ihn dazu mit vorgehaltener Pistole dazu gezwungen? Hast du es nötig wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf deinen "Feind" zu starren, bewegungsunfähig zu sein? Bist du ein Gegenstand den er benutzen darf, wie er es gerade braucht?

    Wenn du das liest und wütend wirst ist das gut so, denn das will ich erreichen. Führ dir schwarz auf weiß vor Augen, was da passiert.

    Auch wenn es sich hart anfühlt gerade, du wirst es viel besser ohne ihn schaffen als mit ihm! Du liest dich wie eine taffe Frau, die weiß was sie kann und will. Das ganze schlechte Gewissen und so wird vergehen. Das wird dauern aber es wird vergehen. Denn solange er keine Veranlassung hat für sich zu handeln, weil du ihn bestens versorgst, solange wird er dich aussaugen. Süchtige sind Energiefresser. Und du brauchst deine Energie für dich, für deine Tochter, für deine Bachelorarbeit, für deine und Babys Zukunft.

    Zitat

    Mit mit stimmt wohl auch einiges nicht, ich hasse mich dafür, dass ich nicht gehen konnte bisher und immernoch da bin! Ich habe momentan NICHTS von dieser Beziehung!
    Warum mache ich das?? Warum kann ich nicht, im Hinblick darauf, bald Mutter zu werden, gehen?

    Okay, natürlich liegen Anteile in dir, die dich noch festhalten. Welche das sind, weiß ich nicht. Hassen solltest du dich nicht dafür. Das bringt dir nichts und lässt dich ausgeliefert und unwert fühlen. Das bist du ja aber nicht! Du bist sehr wohl wertvoll! Und ausgeliefert sein musst du nicht. Du bist die Herrin über dein Leben! Du darfst entscheiden, wie es laufen soll!

    Und du wirst das auch schaffen, denn du bist hier, du holst dir Hilfe und denkst darüber nach, warum du in solcher Beziehung gelandet bist. Warum es so schwer fällt, da los zu lassen. Das sind alles gute und wichtige Schritte. Und aus Schritten wird ein Weg, dein Weg. Raus da aus dem ganzen ungesunden Zeug!

    Ich schick dir Mut und Kraft rüber

    Aurora

    Hallo Anonymia,

    Zitat

    Ich bewundere euch anderen, die ihr jahrelang ausgeharrt seid.


    Na ja... ich habe 20 Jahre und mehr zugebracht. Da will ich nicht bewundert werden. Es hat mich kaputt gemacht. Und doch bin ich geblieben, habe immer wieder geglaubt und gehofft, dass alles besser wird. Das ist dann schon krass, wenn ich heute zurück blicke weiß ich, dass ich eben auch abhängig war, Zwänge hatte und so weiter. Aber Anerkennung dafür, dass ich es dann doch noch geschafft habe mich da raus zu lösen, die nehme ich gerne an :D .

    Zitat

    jedoch hab ich so ein schlechtes Gewissen und bin total traurig.


    Na klar hast du das! Deine Beziehung ist kaputt gegangen und du hast dich getrennt. Das ist doch traurig und das darf es auch sein. Auch das schlechte Gewissen gehört erst mal dazu. Aber das wird vergehen. Wenn du siehst, wie viel Lebensqualität, Lebensfreude, du auch haben kannst. Ohne einen "Pflegefall Alkoholiker" gewissermaßen. Denn damit würdest du immer unfrei sein... Und vor allem, er ist erwachsen, es gibt sehr viele Hilfestellen für Alkoholiker und er hat jederzeit die Wahl, das Trinken zu beenden. Hab da mal nicht zu lange ein schlechtes Gewissen, du hast vernünftig und aus Selbstliebe zu dir und Liebe zu deinem Sohn das einzig Richtige gemacht.

    Zitat

    Er ist, wenn er nicht trinkt, ein liebevoller Mensch und sehr hilfsbereit. Er hat nicht nur mir geholfen, sondern auch meinen Nachbarn. Er sieht sofort, wenn jemand Hilfe braucht. Ich hatte mich in sein goldenes Herz verliebt.


    Alkoholiker sind auch Menschen, sag ich jetzt mal. Hört sich komisch an... Der Stoff macht da was anderes aus ihnen, sie sind ihrer Sucht erst mal ausgeliefert, wenn sie sie nicht zum Stillstand bringen. Das ist aber das Schwierige bei Trennungen von Abhängigen. Da steht auch immer eine Person dahinter, in die man sich verliebt hat, die gute Seiten in sich hat. Aber was nutzt das, wenn sie ihre Persönlichkeit in der Flasche ersäufen. Das ist ein Jammer aber es ist ihre Entscheidung. Denn wie schon gesagt, es gibt jederzeit die Möglichkeit es zu beenden. Das schafft nicht jeder, irgendwann kann es sein, dass es einfach nicht mehr reicht zum Aufhören. Aber das ist dann das Problem des Abhängigen. Auch wenn sich das total traurig anhört. Es hat keinen Sinn da was helfen zu wollen, wenn der Andere keine Hilfe annehmen kann oder will...

    Ich wünsch dir einen guten Restsonntag

    Aurora

    Huch,

    da war ich ja auch Ewigkeiten nicht mehr hier in meinem Fädchen.

    Es ist sehr viel passiert inzwischen. Ich habe ja sehr viel mit der Pflege meiner alten Eltern zu tun gehabt, mein Vater wurde auch immer schwächer das Jahr über. Am 25. August durfte er einschhlafen.

    Ich habe sehr viel mit all den Formalitäten zu tun aber meine Brüder unterstützen mich schon. Meine Mutter ist nicht so schwer pflegebedürftig wie mein Papa das war. Sie hat ihre Demenz aber die ist nicht großartig schlimmer geworden und sie kann noch ganz gut alleine sein. Ich habe sehr viel Hilfe auch vom Pflegedienst organisiert.

    Letztes Wochenende hatten wir zwei der Enkel hier, den Jungen R und unsere Enkelin P. Inzwischen haben sie sich ganz gut zusammen gerauft und wir hatten schöne Zeiten miteinander - und mit "Mr. Bean", über den wir uns abends beim Fernsehen mächtig amüsiert haben. Wie die Kinder lachen können, das war so ansteckend und herzerfrischend.

    Aurora

    Hey Stine,

    wie klasse, mal wieder was von dir zu hören :D .
    Wow, da sind deine Räuber ja schon richtige Kerle geworden, unsere Enkelin ist inzwischen auch schon 11... und fast ein Teenie. :shock: . Fehlt nicht mehr viel.

    Da kommt nun also noch Sprössling Nummer 3, das ist ja toll. Ich wünsche dir alle Gute.

    Schön, dass du dein Leben so gut meisterst.

    Lieber Gruß
    Aurora

    Liebe Angel,

    das, was du gerade erlebst mit deinem Mann und auch deinem Umfeld das ist schon fast typisch...

    Dein Mann verhält sich so, wie es auch mein Exmann getan hat und wie ich es schon 1000 Mal hier gelesen und woanders auch gehört habe. Es ist schon gruselig, wie sich das immer wieder ähnelt und auch abläuft :( . Er ist abhängig, vielleicht ist ihm das auch bewusst aber er kann das nicht zugeben. Das ist ein Merkmal der Sucht auch, diese Verleugnung des Problems vor sich selbst. Also redet er es sich und dir schön, gewissermaßen. Er spielt das herunter um sich selbst zu beruhigen und dich eben auch. Dass das deine Wahrnehmungen verdreht ist leider das Ergebnis davon. Bitte, lass dir deine Wahrnehmungen und deine Gefühle nicht klein reden oder weg reden! So wie du Dinge empfindest, so sind sie für dich ja maßgeblich! Es ist ja DEIN Leben, was davon massiv betroffen ist und was soll also an deinen Gefühlen dabei falsch sein? Deine Gefühle sind deine Gefühle und die sind richtig!

    Auch diese Gespräche mit Freunden oder so, das kenne ich auch. Auch Vergleiche wie: guck doch, wie viel der und der trinkt, dagegen bin ich doch ein Waisenknabe...

    Natürlich wissen andere oft nicht den vollen Umfang, meine Erfahrung ist aber auch, dass sie es sehr wohl wissen aber die Augen verschließen. Denn wenn sie hinsehen würden würden sie merken, dass da eigene Probleme sind und die wollen nicht gesehen werden. Also werden die Dinge schön geredet, ähnlich wie der Alkoholiker das auch macht, um sich selbst mit eigenen Problematiken nicht auseinander setzen zu müssen oder auch um dich bei der Stange zu halten.

    Es ist soooo schwer, sich da abzugrenzen, einmal von den Dingen, die dir ein Mann erzählt um dich ruhig zu halten, einmal was dein Umfeld dir erzählt aus genau dem selben Grund. Mir wurde damals sogar oft gesagt, ich solle doch auf meinen Mann aufpassen... oder, was noch schlimmer war: wenn du ihn verlässt, geht er unter.

    Das sind Totschlag-Argumente und die haben mich lange festgehalten in meiner Suchtehe.

    Zitat

    Ich schaue meine Tochter an und frage mich, welche Auswirkungen eine Trennung für sie hätte, denn die beiden haben eigentlich ein gutes Verhältnis und er kümmert sich sonst um sie, wie um eine eigene Tochter.

    Dann frage dich doch aber bitte auch welche Auswirkungen es hat, wenn sie täglich ihre traurige, verunsicherte Mutter sieht, die sich streitet, die klein gemacht wird, sieht, wie der Mann sich volllaufen lässt (und das sieht sie, 100%) . Auch Kinder kommen schnell in eine Co-Rolle. Das solltest du nicht unterschätzen. Und seine Sucht geht, wenn er sie nicht stoppen kann, immer weiter abwärts. Das ist Fakt. Ich sage dir das aus eigener, leidvoller Erfahrung... und was das für ein Kind bedeutet, ist schlimmer als eine Trennung...

    Es ist gut, dass du mal alles aus dir raus geschrieben hast! Nun kannst du vielleicht ein wenig besser sortieren und neue Aspekte sehen!

    Zitat

    Ich war inzwischen auch bei der Beratungsstelle.

    Das ist super!

    Und du bist ja auch hier, in unserer Online-Selbsthilfegruppe! Und hast vor, auch eine in deiner Nähe aufzusuchen. Damit tust du viel dafür, dass sich an deiner Situation was ändern kann. Darauf darfst du stolz sein!

    Liebe Grüße
    Aurora