Beiträge von liv

    hi Brigitte,

    schön, dass Du Dich auch mit einklinkst! War bestimmt nicht immer spannend, den ganzen Thread zu lesen .... :D . Danke! Ein tolles Post hast Du da geschrieben!


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    Ich habe auch zwei Süchte

    Dann konntest Du auch mit den Tabletten aufhören und hast weitergetrunken (oder vermehrt getrunken)?

    Das ist ein Thema, das mich (unter viiielen anderen :D ) gerade beschäftigt: kann ich sagen, ich habe eine Sucht "überwunden" wenn ich noch eine andere habe (also auch etwas Suchtverlagerung betrieben habe)? Oder habe ich in Sachen Suchtbewältigung (bei mir von Heroin, Koks, etc) noch gar nichts auf die Reihe bekommen? Denn wenn ich meine Sucht "verarbeitet" hätte, wäre es mir ja nicht wirklich möglich noch Jahre weiterzutrinken. Gut, ich konnte nie wieder "sorglos" und ohne schlechtes Gewissen saufen, aber trotzdem ... . Verstehst Du, was ich meine?

    Ich zweifle seit ich hier bin daran, dass ich schon jemals eine Sucht wirklich "hinter mir gelassen habe", weil ich sie ja einfach mit anderen Stoffen weitergeführt habe ... .

    Was Du schreibst über Tabletten (ist ja bei illegalen Drogen genauso) ist wahr; die werden einem nicht regelmässig unter die Nase gehalten. Da muss ich nicht im Supermarkt dran vorbeigehen, ... .

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    Ich habe bei dir sehr stark empfunden, wie du suchst und reflektierst.

    Denkst Du, ich suche und reflektiere (oder versuche es zumindest) schon fast zu stark? Müsste ich mehr einfach auf mich zukommen und geschehen lassen?


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    Wichtiger finde ich, dass man es sich klar macht, der Wunsch ist wieder da und wie gehe ich damit um. Das ist für mich der Ansatz von trockenem Denken.

    Das sehe ich genauso! Es ist normal, dass (vor allem) am Anfang einer Abstinenz, der Wunsch aufkommt, sich mal wieder "gehen zu lassen" - wichtig ist wirklich, wie man diesen Gedanken begegnet und was man daraus macht.

    Hast Du Deinen Entzug stazionär gemacht?

    Genau diese Gewöhnung nein zu sagen, habe ich halt schon noch nicht besonders. Ich tue es zwar, aber ich glaube es mir manchmal selber noch nicht wirklich. :?

    Was Du über das schlechte Gewissen schreibst, stimmt eigentlich. Erleichtert mich auch gerade etwas ... . Ich war meiner Mutter gegenüber wirklich sehr unfair. Ich habe sie beschimpft, ihr Geld geklaut, sie masslos manipuliert, angelogen, ..... und das konnte ich alles nur, weil sie so ein lieber Mensch ist und sich lange "aufgeopfert" hat. Ich habe das aber gemacht, um meine Sucht (Süchte) ausleben zu können und bestimmt niemals, um ihr zu schaden. Und ich bin mir sicher, dass sie das genauso sieht. Sie hat mir nie Vorwürfe gemacht deswegen.

    Was ich mit meinem Konsum meinen Kindern bisher angetan habe, kann ich leider nicht mehr ändern - ich kann nur versuchen, es jetzt besser zu machen.

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    Ich könnte noch Seiten füllen,

    Nur zu, nur zu! Ich freue mich, wenn ich hier was zu lesen bekomme! :D

    Auch Dir noch einen tollen, wenn auch ziemlich verregneten, Feiertag und liebe Grüsse, liv

    hi Micha,

    ich habe wirklich ein Problem mit der Geduld. Ich denke immer, ich müsste weiter sein, als ich es bin. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht ist ja beileibe nicht neu für mich und die Theorie, wie man clean/trocken wird, kann ich im Kopf ganz gut nachvollziehen - aber ich "fühle" es noch nicht überall und das macht mich oft ungeduldig mit mir selber. Dass ich denke "mensch, Du weisst doch, was abgeht und trotzdem hast Du diese dummen Sucht-Gedanken".

    Auch wurmt es mich ja etwas, dass ich vor einem Monat diesen "Rückfall" hatte und sage mir, hättest Du da widerstehen können, wärst Du bald 4 Monate trocken. Aber was würde das ändern? Es würde "besser klingen" - aber für wen sollte es besser klingen? Wahrscheinlich wäre ich kein Stück weiter, da mir erst durch diesen Rückfall klar wurde, dass es so nicht geht, wie ich es bisher immer versucht habe und nur dadurch habe ich dieses Forum und somit Euch gefunden, was mir heute wahrscheinlich mehr bringt, als dieser zusätzliche zeitliche Abstand von drei Monaten. Es hatte also auch sein gutes! :wink:

    Es ist für mich eine sehr neue Situation, dass ich hier Fragen stelle (n kann) und einen eigenen Thread habe. Mir ist es allgemein nie angenehm, wenn sich Leute für mich "Zeit nehmen müssen". Ich habe ja gelernt, man soll keinem zur Last fallen. Unterdessen kann ich die Zuwendung hier annehmen und sehr schätzen.

    Klingt toll, was Du über den geschlossenen Bereich schreibst. Ich werde mir das jetzt wirklich mal überlegen (respektive mit meinem Partner besprechen, da er ja bei uns die Brötchen verdient und sonst nicht so Fan von Foren ist - aber ich glaube, das bekommen wir schon geregelt), danke!


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    Meine Trinkpausen scheiterten jeweils an der Annahme, ich könnte kontrolliert trinken.

    Dieses "kontrolliert trinken" hört man viel von Alkoholikern, also, dass sie es versucht haben (ich nicht ausgenommen). Das ist etwas, was mich an der SHG in der nächsten Stadt etwas stört, dass sie da anscheinend (natürlich unter anderem) auch der Ansicht sind, das käme für gewisse Leute mit Alkoholproblemen in Frage. Und ich möchte nicht in Versuchung geraten, mich selber nochmal mit dieser Idee einzulullen.

    Eigentlich suchte ich nach was anderem, aber das folgende smilie zeigt ganz gut (wenn man ihm einen Moment lang zusieht), wie das "kontrollierte Trinken" bei mir ginge *g*[Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cheesebuerger.de/images/smilie/verschiedene/a116.gif]

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    Trinken oder Nichttrinken. Ich habe mich für die zweite entschieden.

    Das ist auch für mich die einzige Möglichkeit, mich in Zukunft nicht dem dauernden, kräftezehrenden "trinken-nichttrinken-trinken" hinzugeben. Es scheint mir auch viel einfacher, die Entscheidung zu fällen, nichts zu trinken, als der tägliche Kampf "darf ich heute, wieviel darf ich heute". Durch die Entscheidung gar nicht mehr zu trinken, erspare ich mir viele tägliche Entscheidungen und ich fälle sehr ungerne Entscheide. Aber eben, leider ist es nicht so einfach, auch wenn es mir logisch erscheint. Ich brauche Geduld und Zuversicht.

    Mir ist erst jetzt klar geworden, was Ihr anscheinend unter "alkoholfreiem Zuhause" versteht. Es geht um die Substanz an sich und nicht nur darum, einfach nichts zum saufen, daheim zu haben ... ?! Findest Du das absolut erforderlich? Also müsste ich meinen Freund bitten, seine Whisky-Flaschen zu verschenken? Uff, das würde eine schwierige Sache - ich könnte ihn zwar wahrscheinlich dazu bewegen, aber da ich das selber noch nicht ganz verstehen kann (ich "fühle" es noch nicht), fällt es mir schwer, mich da ran zumachen. Kommt vielleicht noch.

    Das ausleeren meiner Bierreserven gestern, machte mir mehr Mühe, als ich gedacht hätte - nicht das ausleeren an sich, aber ich habe mich danach ein bisschen geärgert, dass mich der Geschmack doch irgendwie "angemacht" hat. Aber damit hätte ich eigentlich rechnen müssen - habe mir das ganze vorher einfach zu wenig überlegt. Naja, heute ist der Geschmack wieder aus der Nase raus und falls ich nochmals in dieselbe Lage kommen werde (hoffentlich natürlich nicht!), weiss ich ja jetzt bescheid, das lieber anderen "aufzutragen". So lernt man auch dazu ... :wink: . Und wirklich schlimm war es ja nicht, es war in keinem Moment der Gedanke, jetzt was trinken zu wollen. Eigentlich spürte ich schon einen gewissen Widerstand, das Bier auszukippen, weil ich wirklich weniger an Alkohol denke, wenn ich was zuhause habe, aber es erscheint mir logisch, dass ich mir damit nur ein "Hintertörchen" offen halten wollte und ich habe entschlossen, alles hier (was ich schon bereit bin anzunehmen) umzusetzen.

    Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Feiertag und grüsse Dich herzlich, liv

    hi micha,

    ich schreibe im Moment nur ganz kurz - mir ist, wie in letzter Zeit oft, total schwindlig und lege mich daher etwas hin.

    Habe heute mein Bier ausgeleert. War aber keine sooo tolle Idee, da ich jetzt den "Geruch" nicht mehr aus der Nase bekomme. Ich dachte, der Geruch ekelt mich an, war aber leider nicht so. Na egal, ich bleibe heute nüchtern und morgen ist dann der Geschmack hoffentlich wieder weg.

    gruss liv

    hi Micha [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.my-smileys.de/smileys3/00009148.gif],

    anscheinend habe ich diesen Rückfall "gebraucht", um mir bewusst zu werden, dass es nur mit "nichts-trinken" nicht getan ist und dass ich es so ganz im Alleingang (nur mit meinem Arzt) nicht packe.

    Was denkst Du, warum Du Deine Trinkpausen jeweils wieder beendet hast, wenn es Dir doch in der Zeit besser ging? Ich bildete mir jeweils tatsächlich ein, ich könnte jetzt "normal trinken" :roll:, es war schlichtweg Übermut und Leichtsinn.

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    Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich Alkoholiker bin, weil bei mir nach außen alles noch so leidlich gut ablief ....

    Da musste ich lächeln. Es kann wohl auch ein Übel sein, wenn man alles immer noch so gut im Griff hat. So kann man es viel länger "schönreden" - oder meinst Du das anders?

    Du schreibst, Du wolltest nie wieder betäubt sein - das ist wohl die ideale Voraussetzung. Mich bringt jeweils der Unmut über das ganze drumherum wieder zu einer Trinkpause (was es ja dieses mal hoffentlich nicht wieder wird), also der tägliche peinliche Einkauf im Dorfladen (besonders mies vor Feiertagen), das sinnlose "Vorsaufen", ... na Du weisst ja, was es alles mit sich bringt. Zudem geht es mir ja unter Alkoholeinfluss nur selten wirklich gut. Ein Erlebnis hatte ich auch, das mich erschreckt und aufgerüttelt hat - meine Kleine sollte in den Schwimmkurs und ich war so betrunken, dass ich es fast nicht auf die Reihe brachte, mich und die beiden Kinder umzuziehen (Kästchenschlüssel tausendmal verlegt, ein Durcheinander mit den Kleidern, ...). Nie wieder möchte ich so verwirrt und hilflos sein!

    Aber ich denke, auch einen grossen Druck mache ich mir wegen der Kinder. Sie sind 7 und 9 und bekommen das ganz gut mit. Das Mädchen beisst ihre Nägel in Zeiten, wo ich trinke und unterlässt es, wenn ich eine Weile nüchtern bin. Und vor einem Jahr hat mich der Kleine schockiert, als er zu mir (als wir wegen seiner Augen-OP im Spital waren) sagte "Mami, Du hast Dir doch früher auch mal selber eine Spritze gemacht". Der muss das irgendwann mal gesehen haben - und sowas möchte ich nicht noch einmal in Bezug auf Alkohol erleben. Also, dass die Kinder das so miterleben müssen. Zudem bin ich ja auch Vorbild und für mich gäbe es nicht viel schlimmeres, als meine Kinder süchtig zu wissen. Auch habe ich zu wenig Erinnerungen an die Zeit mit meinen Kinder in den letzten Jahren, und mir rennt langsam die Zeit davon (habe ich das Gefühl) - die Kinder werden grösser und lösen sich schon langsam etwas ab. Ich möchte noch viel mit ihnen erleben und ihnen die fröhliche und unternehmunslustige Mutter sein, die sie eigentlich verdient hätten. Und das geht nur nüchtern ... .

    Es tut gut, von Dir zu lesen, dass auch Du nicht von anfang an, zu allem die richtige Einstellung hattest und dass das halt Zeit braucht (die ich mir wohl auch nehmen darf).

    Als Vorwand für meinen letzten Rückfall musste folgendes herhalten: ich entdeckte bei mir ein auffälliges Muttermal und ich bekam echt Panik, es könnte Hautkrebs sein (ich glaube ich habe leicht hypochondrische Züge :? ) - und ich hatte auch nie gelernt, anders damit umzugehen, als mich zu betrinken. Aber wenn man sucht, findet man immer irgendwelche "Gründe" zum trinken, gell!?! :wink:

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    Jetzt habe ich mir ein alkoholfreies Zuhause eingerichtet. Das ist mir wichtig.

    Genau da habe ich noch eine fette Leiche im Keller (und ein mords-schlechtes Gewissen, dass ich das bisher nicht zugegeben habe) :oops: - auf meinem Balkon stehen noch 4 Liter Bier. Ich dachte bis vor ein paar Tagen, dass ich so mit dem "nicht-trinken" besser umgehen kann, da ich ja die Beruhigung habe, es wäre was da .... . Ich bekomme sonst schnell Panik, dass ich ja z.B. Sonntags nichts da hätte, wenn was wäre. Unterdessen weiss ich, dass das absolut nasses Denken ist und doch fällt es mir schwer, es wegzutun. Bei der letzten Trinkpause habe ich den damaligen Notvorrat nach vier/fünf Monaten verschenkt.

    So, Entschluss gefasst: Morgen werde ich diese Biere in das Auto meines Partners stellen und er kann es seinen Kollegen schenken. Soooo, jetzt ist es raus und somit auch das "Versprechen" (Du musst jetzt halt dafür herhalten, sorry :D ), morgen abend ist kein Bier mehr in meiner Wohnung (und auch keines auf dem Balkon oder im Keller :wink: ). Mein Freund hat zwar noch Whisky in seinem Büro - aber davor hat es mich schon immer geekelt, da habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, dass ich da was trinken könnte, nicht mal, wenn das Bier alle war.

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    Am Anfang dachte ich noch daran, "alkoholfreies Bier" zu trinken. Aber das schlug ich mir bald aus dem Kopf.

    Alkoholreies Bier reizt mich überhaupt nicht - Bier schmeckt mir nicht mal besonders (zumindest nicht die ersten paar dl), es ist für mich nur Mittel zum Zweck.

    Ich habe mich gerade vorher über den erweiterten Forenzugang informiert. Das werde ich bestimmt auch mal machen, aber wie schon einmal geschrieben, würde ich mich dort, so als Neuling hier, als Eindringling und Störefried fühlen und hätte Angst, nur schon mein Mitlesen würde die Leute bedrängen oder stören. Vielleicht ist das auch wieder so ein "Selbstbewusstseins-Ding", dass ich immer schnell fürchte, den Leuten lästig zu sein.

    Ja danke, ich fühle mich hier auch wirklich gut aufgehoben und unterdessen auch nicht mehr als "Fremdkörper" - kaum zu glauben, dass ich erst sein 10 Tagen hier mitlese/mitschreibe - es kommt mir schon viel länger vor und gewisse Nicks werdem mir immer vertrauter. So kann ich jetzt auch immer öfter einfach "glauben", dass es stimmt, was sie schreiben und dass sie mir bestimmt nichts böses wollen, auch wenn hier mein Einstieg nicht wirklich gelungen war (von meiner Seite her) :wink: .

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    Ich möchte dir ans Herz legen, nicht die schnellen Antworten zu suchen, sondern etwas zu verweilen, denn viel Verständnis bringt erst die Zeit und das kontinuierliche Beschäftigen.

    Verstehe ich nicht ganz. Meinst Du, ich solle weniger fragen und einfach lesen?

    Hier fürs nächste Gewitterchen: [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cheesebuerger.de/images/smilie/verschiedene/e030.gif]

    Auch wenn ich mich immer wiederhole: danke! Ich fühl mich gerade um Welten weniger alleine.

    Dir noch einen tollen Abend und ganz liebe Grüsse, liv

    hi Micha

    Die seelische Isolation ist schon etwas, was mir sehr zu schaffen macht. Sie ist ja mit Schuld daran, dass ich nicht einfach mal schnell, wenn ich es bräuchte, eine Freundin anrufen und mit ihr plaudern kann. Und da ich eh ein recht zurückhaltender Mensch bin, wird das in Zukunft - ohne "Freund" Alkohol - keine einfache Sache, einigermassen Anschluss zu finden. Aber die Zukunft dauert ja noch ein wenig und ich stehe ja auch erst am Anfang.

    Ein Freund wie Deiner (Deine kleine SHG :D ) ist bestimmt schon enorm viel wert. Ich mag es Dir gönnen!

    Was denkst Du, reicht dieses Forum hier als SHG? Oder fändest Du es schon wichtig, dass ich noch in eine reale SHG gehen würde? Mich reizt das nicht besonders, da in der nächsten Stadt nur eine Gruppe ist und ich vor Jaaahren einmal dort war; ich war die jüngste und der zweitjüngste war etwa 40 Jahre älter als ich.

    Mir hilft dieses Forum gerade sehr stark - ich glaube nicht, dass ich die zwei/drei letzten Wochen nüchtern überstanden hätte, wenn ich nicht täglich so viel hier gelesen hätte und mir wieder klar wurde, dass es tatsächlich möglich ist, eine zufriedene Trockenheit zu erreichen.

    Ja, ich vertraue eigentlich sehr auf mein "Gespür" für den richtigen Moment, mich mal mit meiner Mutter darüber zu unterhalten. Es eilt ja nicht und es steht deswegen (also weil es noch unausgesprochen ist) nichts zwischen uns.

    Nein, mit dem Gedanken, wieder hin und wieder ein paar Bier trinken zu können, spiele ich absolut nicht. Ich weiss ganz sicher, dass ich das nicht kann und ich kenne mich zu gut, um schon jetzt zu wissen, was dann die Tage darauf bei mir für ein Kopfkarussell abginge. Zuerst Frust, dann etwas Rechtfertigung und die Überlegung "jetzt warst Du (z.B.) einen Monat nüchtern und hast jetzt einmal getrunken, das macht einen Schnitt von einmal im Monat - ist doch klasse" :roll: , etwas später überlege ich mir meist, dass es ja jetzt eh schon ein Rückfall war und ich gleich noch einen Tag anhängen kann. Gesagt, getan und weil ich ja körperlich noch nicht wieder abhängig bin, kommt`s auf ein paar Tage mehr nicht mehr draufan, ..... .

    Bei mir gilt "ganz noch gar nicht".

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    Du musst das ja erst selber noch daran gewöhnen, dass dies so ist. Ich denke, du kannst ihm das in dem selben Maße besser vermitteln, wie du es selbst verinnerlichst. Nimm' dir mit großer Geduld viel Zeit dafür.

    Das stimmt. Und es ist ja nicht so, dass mich mein Partner dazu animiert, etwas zu trinken. Also ich glaube, wenn ich zuhause ein Bier aufmachen würde, ginge er an die Decke. Aber im Ausgang (was ich bisher noch nicht war, aber ich kenne es vom letzten mal) lässt er sich schneller überreden, zu akzeptieren, dass ich was trinke.

    Noch eine Frage (mich beschäftigt halt fast täglich was neues):

    Hattest Du die Überzeugung, nie wieder trinken zu wollen, als Du mit dem Entzug begonnen hast oder kam das auch erst mit der Zeit? Dieses mal habe ich einfach an einem Tag mit dem Trinken aufgehört (so richtig unvernünftig zuhause) und dachte mir "mal sehen, wie es weiter geht" und hoffte, dass ich mit zunehmender Nüchternheit, auch noch das letzte Stück "nicht 100%ig zu wollen", wegbekomme. Ich lese hier viel "dies oder jenes ist nasses Denken" - aber wie bekommt man das weg? Hilft da die Zeit der Nüchternheit oder sollte man von anfang an so überzeugt sein, dass man sich sicher ist (oder glaubt dies zu sein), dass man nie wieder trinken möchte? Natürlich ist das auch mein Ziel - aber so wirklich vorstellen kann ich mir das noch nicht ganz.

    Ach, und noch was: Was mich dieses mal etwas erschreckt hat, ist, dass ich das Gefühl habe, dieser Rückfall Ende April (war zwar erst seit anfang Februar nüchtern) hat mich unheimlich zurückgeworfen. Ich glaube, ich war die Tage danach noch weiter unten und weniger motiviert, als im Winter, wo ich noch gesoffen habe. Und das hielt an, bis vor ein paar Tagen. Früher dachte ich immer irgendwie auch "Rückfälle sind heilsam". Aber dieser Rückfall war mehr als ein Rückschritt und war nicht, wie die male vorher, nach ein/zwei Wochen wieder "vergessen". Natürlich ist es daher schon ein bisschen heilsam, denn ich möchte dies nicht so schnell noch einmal durchmachen ... . Warum, wirft mich so ein Rückfall dermassen zurück -vergesse ich dann alles, was mir vorher klar war? Es war ja nicht nur dieses mal so - auch nach 9 Monaten ohne Alkohol, war nach dem ersten Schluck klar, dass ich wieder vorne anfangen kann. Aber da habe ich ja gleich wieder durchgesoffen ... .

    So, ich danke Dir fürs "zulesen" und grüsse Dich herzlich, liv

    PS: Es geht mir nichts über ein richtiges Gewitter. Letztes Jahr waren wir im Sommer mit dem Zelt in den Ferien und da zog ein Gewitter auf (die Kinder kamen glücklicherweise erst zwei Tage danach zu uns). Mein Partner hatte natürlich Sprüche geklopft "so, da hast Du Dein Gewitter". Natürlich konnte ich mir nicht die Blösse geben und meine wachsende Angst zugeben :D und grinste dazu. In der Nacht dann kam das derbste Gewitter, welches ich je erlebt habe - es blitzte und krachte ununterbrochen und das (ohne Übertreibung) stundenlang - und wir lagen im Zelt zwei Meter vom See entfernt. Da war mir wirklich nicht mehr wohl und ich bat meinen Freund, mit mir zum Auto zu rennen. Doch der meinte (war wohl zu faul um aufzustehen :wink: ) das sei zu gefährlich. Ich lag im Zelt und habe pausenlos gebetet. Da hatte ich echt Schiss. Natürlich konnte mein Freund es sich nicht verkneifen, unseren Bekannten davon zu erzählen und ich werde noch heute damit aufgezogen (nicht böse) .... :lol:. Also ich liebe Gewitter (wenn ich im Haus bin)!!!

    hi Micha,

    uff, da hast Du ja viele Verwandte mit einem Alkoholproblem. :? Ich bin da bei uns absolut die einzige weit und breit.

    Bei mir und meiner Mutter ist ein (das?) Problem, dass es uns beiden irgendwie peinlich ist, darüber zu sprechen. Du hast recht, das hat auch noch Zeit - bin ja noch nicht so lange trocken. Aber das Thema steht bei uns irgendwie an, seit ich nicht mehr fixe (sie denkt, das sei seit 10 Jahren - was für Heroin auch stimmt, aber beim Kokain ist es erst zweieinhalb Jahre). Ich würde mich gerne entschuldigen für das, was ich ihr in der ganzen Zeit angetan habe und ich denke, auch sie hat Schuldgefühle, dass sie mich damals, als es echt nicht mehr anders ging, auf die Strasse gesetzt hat.
    Manchmal frage ich mich, was ich empfände, wenn sie sterben würde und ich sie nie wirklich um Entschuldigung gebeten hätte. Aber irgendwie denke ich, wir verstehen uns und jeder weiss, was der andere in dieser Sache denkt. Zudem, was sollte ich sagen? Ich habe ihr Jahre der Angst, Verzweiflung und Sorgen beschert. Ich glaube aber, dass meine Mutter das mir bei weitem nicht mehr übel nimmt, weil ich mich ja irgendwie bis hierhin (bis auf den Alkohol) durchgeboxt habe. Wir haben eine wahnsinnig enge Beziehung und sprechen über alles - eben nur nicht gerne über meine Süchte.

    Im Gegensatz zu Dir habe ich dafür keine Freunde (und erst recht keine, mit welchen ich über meine Sucht sprechen möchte). Was denkst Du, ist das typisch für Süchtige, dass sie Freundschaften nicht zu pflegen verstehen und wenn sie nüchtern werden, plötzlich merken, dass sie so ziemlich alleine sind? Ich frage Dich das, weil ich unsicher bin, ob das mit meinen Süchten zu tun hat, oder ob ich mich (nach dem 14. Lebensjahr, wo alles begann) dermassen zum Einzelgänger verändert habe und von Grund auf nicht mehr in der Lage bin Freundschaften aufzubauen und zu erhalten.

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    Wenn du erstmal mit dir selbst mehr im Reinen bist, dann überträgt sich das auch auf den Umgang mit anderen Leuten und du deutest vielleicht die Blicke deiner Mutter anders oder bringst Verständnis dafür auf, wenn ihre Art mit dir umzugehen den Anschein des Mitleids erweckt.

    Ich habe mich da nicht das passende Wort gefunden - ich empfinde die Blicke eher als "dankbar" und "bewundernd" und Sätze, wie (von Bekannten gerne) "och ist ja so toll, wie gut es Dir jetzt geht. Da hast Du ja was geschafft, das nur wenige schaffen", empfinde ich zwar als verständlich (da ja meine Alkoholsucht weniger offensichtlich ist, als mein Opiatkonsum war), aber ungerechtfertigt. Da ist mich selber da reingeritten habe, brauche ich auch keine Bewunderung oder gar Dankbarkeit (letzteres von meiner Mutter). Sowas berührt mich sehr peinlich und ist mir hinten und vorne nicht recht. Vor allem auch nicht, weil ich ja keine Garantie darauf geben kann, dass es weiterhin nach oben geht und nie wieder kippt.

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    Da fänd ich es doch schon sehr wichtig, darüber zu sprechen wie du dich fühlst.

    Ja, mein Partner fragt auch öfters mal nach meinem Befinden, wie es mir geht ohne Alkohol, ob der Suchtdruck stark ist, ... . Aber eigentlich ist meine Antwort fast immer dieselbe "es geht schon". Denn wenn es mir gut geht, möchte ich ihm keine übersteigerten Hoffnungen machen, dass das so bleibt (bestimmt auch nasses Denken!) und geht es mir schlecht, spreche ich allgemein nicht so gerne über Alkohol, weil ich dann das Thema für den Moment möglichst weit wegschiebe. Nur schon wenn ich in solchen Momenten über die negativen Auswirkungen von Alkohol diskutieren würde, steigert das bei mir die Lust danach. Klingt paradox, aber ich glaube, da bin ich nicht die einzige.

    Aber eben, wir sind auch schon seit bald 11 Jahren zusammen und ich denke, er kennt mich und meine Süchte unterdessen so gut, dass er auch an meinen nichtsaussagenden Antworten erkennt, wie es mir gerade geht. :D Und wenn ich das Bedürfnis habe, hört er mir zu. Aber er versteht das mit dem Alkohol auch nicht wirklich. Dass ich nie wieder Heroin, Kokain, .... konsumieren darf, ist ihm sonnenklar. Doch beim Alkohol tut er sich da schwerer. Er unterstützt mich so gut er kann (trinkt nicht, wenn ich dabei bin oder es von ihm wünsche. ich könnte jederzeit mit ihm über meine Probleme reden. Er gibt mir alle vernünftige Hilfe, die ihm einfällt), aber ihm will nicht in den Kopf, dass ich nie wieder Alkohol trinken kann/darf, ohne wieder zurückzurutschen. Er glaubt, dass ich das trinken doch auf ganz bestimmt Anlässe reduzieren könnte. :?

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    Kannst du ihn um Hilfe bitten, wenn du welche brauchst? Und wenn ja, wüsste er überhaupt, wie er dir helfen könnte?

    Leider weiss ich das selber nicht.

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    Ich wünsche dir noch unzählige "kleine Teilsiege" :lol:

    Danke, danke. :D Da werden bestimmt noch viele Herausforderungen dieser Art auf mich warten ... .

    Danke für Deine Antworten!

    Liebe Grüsse, liv

    PS: @Rosamunde (falls Du dies liest) - über unser Haus ist gerade das erste Sommergewitter vorübergerauscht. Ich liebe Gewitter, (Schnee-)Sturm, Hitze .... einfach "extremes" Wetter. Hast Du auch eine Vorliebe dafür?

    hi newby,

    ich weiss, es wird nicht gerne gesehen, wenn erst kurz-nüchterne in Threads von anderen erst kurz-nüchternen schreiben.

    Daher nur ein kurze Überlegung (oder einen Denkanstoss) von mir: Ich merke bei mir, dass ich gewissen Leuten (noch?) nichts über mein Ziel trocken zu bleiben, erzählen mag, weil es mir das "Hintertörchen" zu macht, dort wieder, ohne darauf angesprochen zu werden, trinken zu können.

    Dir (und allen) einen schönen Tag, gruss liv

    nur eine kurze Feststellung:

    mir ist gerade aufgefallen, dass ich extrem ungerne mit, mir nahestehenden Personen über mein Alkoholproblem (und auch über meine früheren Drogenprobleme) spreche. Es ist eine Mischung aus starken Schuldgefühlen (vor allem meiner Mutter gegenüber) und Scham, aber auch viel Ungeduld und Wut. Mit (halb)fremden Leuten - kein Problem! Aber mit meiner Mutter und meinem Partner spreche ich eigentlich nie "freiwillig" über mein Suchtproblem und gebe das dann auch meist gut zu spüren. Es macht mich dann schon fast aggressiv. Und am allerwenigsten mag ich es leiden, wenn mir wer dann so einen mitleidigen Blick schenkt - ich brauche absolut kein Mitleid! Aber die Dankbarkeit meiner Mutter, dass ich heute keine illegalen Drogen mehr nehme, berührt mich genauso peinlich, wie ihre Hilflosigkeit (die mich manchmal hätte rasend machen können) damals.

    Kennt das jemand von Euch auch, dass es ihm enorm schwer fällt/gefallen ist, mit engen Angehörigen (die Euch wärend Euerer Suchtzeit schon erlebt haben) über sein Alkoholproblem zu sprechen? Und die Mischung aus Wut, Ungeduld und Schuldgefühl, das dabei aufkommt?

    gute Nacht! gruss liv

    Danke Kijara für Deine Worte!

    Gestern abend war es dann natürlich zu spät, um hier noch viel zu erzählen, obwohl ich es vor hatte und heute hatte ich wegen den Umstellungen im Forum keine Möglichkeit zu schreiben (danke Karsten, dass das wieder so prima klappt!!). Es war gestern einfach im grossen ganzen ein toller Tag, mit nur sehr wenigen (schwachen) Gedanken an Alkohol. Hat mich total aufgestellt.

    Naja, heute lief alles nicht so toll - aber ich kann ja auch nicht erwarten, nur noch "Tage des Glücks" zu erleben :D . Heute habe ich einfach mal wieder gemerkt, wo bei mir eine grosse Rückfallgefahr ist. Das sind Tage wie heute, wo ich mich von den Kindern "dauerbeschallt" fühle und ich nicht in der Lage bin, damit umzugehen; wenn es nur laut ist und all mein gutes Zureden nichts bringt (ausser frechen Antworten vom Sohn). Ich fühle mich dann schnell hilflos und von den Kindern nicht ernst genommen. Dann werde ich auch mal lauter und das nervt mich selber, da ich ja genau weiss, dass das die schlechte Stimmung aller noch mehr anheizt. Genau das sind die Momente, in denen ich mir (wie auch in allen anderen Momenten :wink: ) angewöhnt hatte, ein (zwei, vier, sechs,....) Bier zu trinken. Noch weiss ich nicht, wie ich solche Situationen besser in den Griff bekommen kann - aber eins ist mir unterdessen klar. Alkohol hilft sowieso nicht und würde mich nur noch zusätzlich frustrieren. Zwar werde ich, wenn ich dann drei/vier Bier getrunken habe schon ruhiger, aber da ich dann nicht mit dem Trinken aufhören kann, (wodurch die Stimmung wieder kippt und ich noch ungeduldiger und hilfloser werde), versuche ich mich zu beherrschen. Heute habe ich auf alle Fälle gemerkt - man überlebt es, wer hätte das gedacht, auch ohne Alkohol. :D Und das fühlt sich, im nachhinein, sogar noch gut an.

    Mensch, wie frustriert wäre ich morgen, wenn ich heute die Situation so gelöst hätte, wie in den letzten Jahren .... . Aber morgen werde ich aufstehen und mir wird bewusst werden, dass das heute mal wieder ein winzig, winzig kleiner Teilsieg war - oder zumindest keine "Niederlage".

    So, ich wünsche Euch allen einen gemütlichen, trockenen Abend und grüsse herzlich, liv

    Danke Euch für Euere Antworten/Posts,

    @ Hermann - klingt gut "Mut zum Mittelmass". Das wird wohl ein Ziel sein, doch es scheint mir noch relativ fern.

    @Freund: Ja, ich habe mir vorgenommen täglich viel hier zu lesen (da ich ja merke, dass mir dabei das ein oder andere Licht aufgeht und es mir auch viel Zuversicht schenken kann) und dann abends, wenn die Kinder im Bett sind und etwas Ruhe einkehrt, hier in diesem Thread meine Gedanken zu sammeln und sie einfach rauszulassen. Ich hoffe, dass das keinen stört oder am Sinn des Forums vorbeigeht, wenn ich hier sozusagen ein (manchmal vielleicht unregelmässiges) Tagebuch führe. Ich weiss, dass man hier "offiziell" Tagebücher führen kann, aber dazu müsste ich ja einen erweiterten Forenzugang, oder wie das heisst, haben und das möchte ich noch nicht, weil ich mich noch zu neu fühle und nicht die "alten Hasen" belästigen möchte. Wenn ich es recht verstehe, ist es auch so gewünscht, dass Neue nicht schon überall alles mitlesen können/sollen/dürfen!?!

    Micha : "lieber extrem trocken, als extrem nass" ist gut! Ich versuche jetzt wirklich, in erster Linie mal nüchtern zu bleiben, etwas zur Ruhe zu kommen (die sich endlich langsam wieder etwas aufbaut), hier zu lesen und mich, so gut es geht, vor Alkohol-Kontakt zu schützen. Viel mehr bleibt mir ja auch gerade nicht und würde mich wohl für den Moment auch schon leicht überfordern.

    Ich habe auch real keinen wirklichen Anschluss an eine SHG und, wie schon einmal geschrieben, habe ich so gut wie keine Freunde (mehr). Daher aber neige ich dazu, mich in gewissen Foren fast zu sehr einzubringen. Doch hier habe ich eine andere Rolle, als in meinem früheren "Stamm-Forum" - dort habe ich eher Hilfestellungen gegeben und hier habe ich diesen Druck nicht "hier und dort müsstest Du noch antworten, die zählen darauf". Hier kann ich mich mal selber fallen lassen und muss nicht immer einen Lösungsvorschlag parat haben.

    Diese wenigen Tage hier haben mich schon sehr zur Ruhe (zu mir selber?) kommen lassen und das lässt mich auch langsam wieder Frieden mit mir selber (und der Sucht?) schliessen. Ich hege grundsätzlich keinen Groll gegen die Tatsache, dass ich süchtig bin - es nützt ja auch nichts, da es einfach eine fixe Tatsache ist und immer so bleiben wird; entweder ich ärgere mich masslos und versuche gegen die Sucht zu anzukämpfen, oder ich akzeptiere es und lerne damit zu leben. Doch als ich neu in dieses Forum kam, konnte ich geschriebenes einfach nicht mehr und hatte den totalen Durchhänger. Ich habe das bisschen Frieden, welches ich mit mir und der Sucht in mir geschlossen habe nicht mehr gefunden und war sehr verärgert und enttäuscht. Und ich denke, das habt Ihr hier ganz gut gespürt und mich erst mal einfach nur runtergeholt. Dies hat mir Luft gegeben, mich mal zurückzunehmen und mich auf das wesentliche zu konzentrieren. Das war nötig und gut!

    Ich denke (und hoffe) auch, dass sich das mit der Forumspräsenz mit der Zeit auf ein vernünftiges Mass einpendeln wird. Zur Zeit ist es einfach oft mein Rettungsanker und dafür ist es wohl unter anderem auch da.

    @Rosamunde: stimmt, extrem zu sein, hat beim trockenwerden/bleiben seine ganz klaren Vorteile. :D So habe ich das noch nicht gesehen.

    Abschliessend für dieses Pots möchte ich mal ein "danke Euch allen" in die Runde werfen, denn es tut absolut gut, hier zu sein und sich mit Euch unterhalten zu dürfen. [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.planet-smilies.de/blumen/blumen_010.gif]

    Noch einen schönen Abend allen hier Lesenden und liebe Grüsse, liv

    PS: Werde eventuell nach dem Champions-League-Finale :D noch etwas über meinen Tag schreiben ... falls mir dann die Augen noch nicht zufallen.

    Hallo Freund,

    Zitat

    die Langeweile war schon immer der Kompagnon des Teufels Alkohol/Drogen.

    Ach, wie wahr!

    Zitat

    Fülle die lange Weile mit neuen Dingen, Interessen, Hobbys, Beschäftigungen, aus denen du schöpfen kannst.

    Im Moment ist das für mich, in erster Linie, klar dieses Forum hier. Je mehr ich darin lese, desto "vertrauter" werden mir gewisse Nicks und dadurch wächst mein Vertrauen in das Geschriebene dieser Leute. Dabei fällt mir auf, dass ich immer wieder so ganz kurze Momente habe, wo sich für mich einen Augenblick was klärt (wo mir das gelesene total logisch und es sich mir als viel einfacher darstellt, als das trinken), ich spüre Erleichterung und Hoffnung. Zwar sind das wirklich nur Augenblicke, aber es tut unheimlich gut. Das ist, unter anderem, etwas, worauf ich diese Wochen gewartet und gehofft habe, weil ich das von der letzten Trockenphase her kannte und es kam einfach nichts.

    Handkehrum aber frage ich mich, ob es tatsächlich gesund für mich ist, hier täglich Stunden zu verbringen - nunja, gesünder als zu trinken allemal :wink: . Ich möchte einfach nicht wieder "extrem" sein, denn ich bin eigentlich in allem extrem, was ich tue. Ich mache etwas (fast) gar nicht oder masslos. Sei`s putzen, schreiben, häkeln, .... und jetzt eben das lesen hier. Wenn ich dann wieder etwas so intensiv mache, kommt bei mir schnell ein ungutes Gefühl herauf, das sagt "Du kennst einfach keine Grenzen und das ist schleeeeecht".

    Fazit des heutigen Tages: es war ein angenehmer Tag, mit weniger Suchtdruck, als bisher und ich geniesse gerade das Stückchen Hoffnung, das sich da in mir breit macht.

    Allen eine gute Nacht und ganz liebe Grüsse, liv

    Ich grüble und grüble und drehe mich nur im Kreis. Ich würde gerne an mir arbeiten und weiss einfach nicht wie und wo ich damit beginnen könnte. Ich lese hier stundenlang im Forum, schnappe hier was auf und dort und doch kommt bei mir einfach keine grosse Hoffnung auf, dass ich wirklich langfristig trocken leben kann. Wo könnte man mehr Hoffnung schöpfen, als in so einem Forum, wo einem vor Augen geführt wird, dass es wirklich möglich ist?!? Oder nein, ich denke ich kann vielleicht schon längerfristig nüchtern bleiben ... nur das mit der zufriedenen Trockenheit ist mir noch ein kleines Mysterium. Dabei ging es mir ja in meinen 9 Monaten Trinkpause sowas von gut (natürlich nicht immer - aber die Löcher, in die ich plumpste waren nur noch grau und nicht mehr tiefschwarz) .... und ich bilde mir ein, damals ging es mir viel schneller wesentlich besser.

    Gut, da frage ich mich, was tue ich dafür, dass ich trocken bleibe:

    hmmm, da muss ich (leider) erst einmal lange überlegen :? und dann kommt mir folgendes in den Sinn:

    - ich habe regelmässige Termine bei meinem Arzt, der mich auch aus den anderen Süchten begleitet hat und wo ich immer aufkreuzen kann, wenn ich ein Problem habe.

    - ich besuche keine Orte, die ich mit "Alkohl" in Verbindung bringe

    - ich lese hier im Forum

    und ich trinke nicht.

    Ich weiss, das ist dürftig, aber ich weiss wirklich nicht, was ich gerade noch tun könnte. Ich frage mich seit heute, ob mir eine Suchtberatung etwas bringen könnte. Doch da sträubt sich in mir (fast) alles, denn ich weiss nicht wieviele unzählige Stunden ich in solchen Beratungsstellen gesessen bin und kein einziges mal schlauer da raus kam, als ich rein ging. Gut, vielleicht sollte ich mir mal wieder die Frage stellen "warum wurde ich süchtig?" - aber bringt mir das wirklich was (und vor allem habe ich das in den unzähligen Stunden auch schon endlos durchgekaut und nichts rausgefunden)? Fakt ist doch, dass ich jetzt süchtig bin und das ist jetzt die Ausgangslage. Was war oder auch nicht war, kann ich ja jetzt eh nicht mehr ändern und um tiefere seelische Probleme anzugehen, dafür habe ich echt den Kopf noch nicht frei.

    Ich trinke oft aus Langeweile. Aber mensch, ich habe eine Langzeit(drogen)-Therapie gemacht, wo eigentlich (unter anderem natürlich) genau das angegangen wurde: wir sollten lernen "Langeweile auszuhalten". Ich habe viel aus dieser Therapie mitgenommen - auch wenn das dicke Ende erst danach kam. Liebend gerne würde ich wieder (wie damals) meditieren. Aber ich schaffe es noch nicht mal mich abends lange genug zu konzentrieren, ein einfaches Gebet zu beten.

    Mir schwirrt der Kopf und ich finde keine Ruhe. Beim letzten mal (als ich nüchtern wurde) half es mir sehr in der Bibel zu lesen; dieses mal bekomme ich nicht mal das auf die Reihe.

    Jaja, ich lasse hier ein Gejammer ab :D , aber wohin sollte ich denn sonst mit meinem ganzen Müll? Aber zwei positive Sachen habe ich zu berichten: es ging mir heute etwas besser als gestern und heute sind es 4 Wochen ohne Alkohol. Ist ja schon mal ein Aufwärtstrend zu erahnen :D

    gruss liv

    hi Blizzard,

    einen schönen Thread hälst Du da am laufen ... gibt mir etwas Mut, dass die endlose Leere, die Sorgen und Ängste tatsächlich mit der Zeit nachlassen.

    Ich wünsche Dir auf Deinem Weg viel Kraft, Mut und Zuversicht. Gruss liv

    hi Timster,

    auch Dir, danke für Dein Post!

    Zitat

    Ohne Geduld ist das kaum zu schaffen.

    Da liegt wohl bei mir (unter anderem) der Hund begraben - irgendwie habe ich mir wohl erhofft, dass ich dieses mal mit dem "Abstand" zu Alkohol schneller vorankomme und schon bald da wieder anknüpfen kann, wo ich vor einem Jahr stand. Doch nun muss ich merken, dass ich den ganzen Suchtdruck und die Gedanken nicht durch meine Erfahrungen und "Erkenntnisse" (von der letzten trockenen Phase) wegwischen kann und anscheinend wieder ganz von vorne beginne. Vielleicht mit noch mehr Erfahrungen und noch mehr Respekt dem Alkohol gegenüber, aber eben wieder von vorne. Ich hoffe, der letzte Rückfall war mir eine Lehre - aber bis jetzt kann ich noch nicht mal daran denken, wieder mal zu 9 Monaten ohne Alkohol zu kommen. Gerade bin ich froh, wenn ich die nächsten Tage durchhalte.

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    Du schreibst du hast große Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Warum ist das wohl so? Spielt deine Mom da eine Rolle?

    Ich wollte, wie wohl die meisten Mädchen, nie so werden wie meine Mutter. Heute schmeichelt es mich, wenn mir jemand sagt, ich komme sehr nach ihr. Sie ist ein durch und durch herzensguter Mensch, den einfach alle gern haben müssen .... aber sie kann nicht nein sagen. Ich weiss nicht, ob meine Ähnlichkeit in diesen Dingen daher kommt, dass wir sehr lange alleine zusammen gewohnt haben (mein Vater verstarb sehr früh und meine Schwester zog früh zuhause aus). Irgendwie bewundere ich meine Mutter, wie sehr sie sich um alle Menschen in ihrer Umgebung kümmert und wünschte, ich wäre auch genauso. Aber, wie das halt meist so ist, wird eine Hilfe, die man jemandem entgegenbringt, schnell als selbstverständlich und jederzeit abrufbar angesehen - und genau da liegt dann mein Problem. Ich kann dann nicht mehr nein sagen.

    Huch, das war jetzt in Richtung "nein sagen" und nicht Selbstbewusstsein allgemein. Manchmal denke ich, ich hatte es immer zu leicht. Ich musste mich (früher) nie irgendwo gross durchsetzen - ich war gut in der Schule ohne viel dafür zu tun, ich war sportlich immer vorne mit dabei, ich wurde gemocht, mein Aussehen war immer "akzeptabel".... und irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe noch nie in meinem Leben wirklich was durch eigene Anstrengungen erreicht.


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    Was tust du dafür, um das zu ändern?

    Um nicht nein sagen zu müssen, schotte ich mich wohl etwas ab. :roll: Weil irgendwie jede Freundschaft, die ich zu anderen Müttern im Dorf bisher aufgebaut habe, endete für mich im Hütedienst der anderen Kinder, was mir ehrlich gesagt, keinen Spass macht.

    Allgemein tue ich, wenn ich es genau überlege, nichts für mein Selbstbewusstsein. Nunja, ich tue schon was, aber das würde meine Anonymität hier vielleicht zunichte machen. :?

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    Ganz wichtige Frage finde ich auch, warum bist du nach neun Monaten rückfällig geworden?

    Dazu kommt mir nur folgendes in den Sinn: Überheblichkeit (und Leichtsinn). Toller Abend, Campingferien im Tessin, Fussball-WM, .... "ein" Bier. Und ich dachte "ach, jetzt hast Du es ja im Griff und kannst mal wieder - nur heute!" *pahhhh*

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    Siehst du dich selbst als Alkoholikerin?

    Ja!

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    Nimmst du dich selbst richtig ernst, wenn du dir das sagst?

    Weiss nicht. Meinst Du, ob ich es schon genug verinnerlicht habe?

    So, ich wünsche Dir heute einen gemütlichen Abend und morgen einen tollen Start in die neue Woche, gruss liv

    hi Micha,

    so, der Heuschnupfen und die Hausaufgaben meiner Kinder haben mich nun zurück ins Haus und an den PC getrieben.
    Seltsam, wie fesselnd dieses Forum auf mich wirkt - die ersten Tage hat mich die Flut der viiielen Posts in diesem Forum etwas erschlagen, doch langsam finde ich mich wenigstens einigermassen zurecht.

    Danke für Dein tolles Post!

    Zitat

    einzugestehen, nicht so gut mit Kritik umgehen zu können, finde ich schon ziemlich kritikfähig :wink:

    :D danke!


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    Ich glaube dieses "ganz unten" ist eine sehr individueller Punkt.

    Das stimmt! Mein absoluter Tiefpunkt hatte ich wohl (vor etwa 12 Jahren), als ich in der Notschlafstelle hauste und jeden Morgen um 8 mit hartem Alk (und den anderen Drogen) angefangen habe. Ich denke, psychisch ging es mir da echt am dreckigsten, ich weinte viel und wusste weder ein noch aus - und doch war das nicht der Zeitpunkt, wo ich anfing, mich gegen meine Süchte zu wehren. Ich war irgendwie total blockiert. Gut, es ist wohl auch etwas komplizierter, von Alkohol und Drogen wegzukommen, wenn man mit anderen obdachlosen Alkoholikern und Junkies zusammen "wohnt".

    Ich habe einfach unheimlich Angst, mein Leben, so wie es jetzt ist, durch den Alkohol wieder zu verlieren. Ich lebe in einer tollen (alten) Wohnung mit Garten, habe zwei gesunde Kinder, einen Mann, der nie ein Suchtproblem hatte und mir alle vernünftige Hilfe gibt, die er kann. Ich frage mich jetzt einfach, kann ich auch vor Angst wieder dahin zurückzukommen, wo ich herkam, eine Alkoholabstinenz angehen oder ist das "sinnlos".

    Zudem habe/hatte ich eine chronische Hepatitis, die (allem Anschein nach) zwar von selber ausgeheilt ist, aber das gibt mir schon auch noch zusätzlich zu denken.

    Ich glaube einfach, dass bei mir grosser Wille ist, aber leider (noch) nicht die totale Überzeugung. Und ich hoffe (vielleicht aus Dummheit), dass ich mit zeitlichem Abstand zum Alkohol wieder merke, dass es mir ohne wesentlich besser geht. Ich bin wohl gerade einfach etwas ungeduldig :roll: .


    Kurz zwischendurch: Ich erkenne mein Verhalten, das ich an den Tag lege, gerade total in dem Verhalten meiner Tochter gerade in diesem Moment: Sie sollte Hausaufgaben machen, tut aber stattdessen dies und jenes, lässt sich von allem und jedem ablenken (ich glaube, sie würde jetzt sogar ohne Murren ihr Zimmer aufräumen :D ), nur um nicht die Hausaufgaben machen zu müssen. Ich sollte mich um mein trocken-bleiben kümmern, aber philosophiere lieber herum, meckere am Ton hier herum, versuche in anderen Foren Junkies bei ihrem Methadonentzug zu beraten (und ähnliches), ... um auch ja nicht bei mir selber zu schauen und was zu tun.

    Mein Problem liegt in dieser ewigen Suchtverlagerung, von Alkohol zu Tabletten, von Tabletten zu Heroin, von Heroin zurück zu Alkohl, vom Alk zu Kokain (und natürlich auch gerne alles zusammen) und lasse ich alles weg und trinke ich keinen Alkohol meldet sich bei mir wieder "Teufelchen Magersucht" zur Stelle. Was mich zu dem Schluss bringt, dass ich in der Suchtverarbeitung noch keinen einzigen Schritt gemacht habe. Ich bin genau so süchtig, wie vor 17 Jahren, einfach das Suchtmittel hat sich verändert.

    Es deprimiert mich jetzt, dass der ganze (finde keinen besseren Ausdruck) Stolz, all die illegalen Drogen aus meinem Leben gestrichen zu haben und den Mut, den ich daraus schöpfte, sich einfach in Luft auflöst. :cry:

    Zitat

    Ich habe mir hochrechnen können, wie groß später mal die Wahrscheinlichkeit sein könnte, dass ich einer jener Verblichenen sein könnte, die man erst nach vielen Wochen in ihrer Wohnung findet.

    Hätte ich meine Kinder und meinen Partner nicht, ginge es mir wahrscheinlich genauso.

    Zitat

    Du weißt ja bestimmt, wieviel Wert Drogenanbhängige Wert auf eine schöne Fassade legen.

    Da sagst Du was ...! Ich wurde sowas von erfinderisch, schon fast "raffiniert". Wenn ich doch diese Eigenschaften auch woanders, ausnahmsweise mal sinnvoll umsetzen könnte .... . :wink:

    Zitat

    Das Gleiche wünsch' ich dir auch.

    Vielen Dank!

    gruss liv

    hi zusammen,

    ich weiss, dass ich ein Problem habe, mit Kritik umzugehen und werde mich bemühen, dies etwas zu verbessern. Womit ich etwas Mühe habe, ist, wenn man hier eingeteilt wird (ich habe z.B. bisher kaum weder über mein Leben mit Alkohol, als auch über jenes ohne Alkohol geschrieben). Aber es reicht jetzt ... nicht, dass die Zankerei von vorne los geht! :D

    Ich möchte einfach noch einmal klar betonen, dass meine Fragen auch immer als Fragen und nicht als unterschwellige Behauptung aufgefasst werden sollten - denn das sind sie nicht! Ich "philosophiere" halt gerne etwas über gewisse Themen und erarbeite mir Antworten zu meinen Fragen gerne in solchen Diskussionen.

    @Karsten:

    Zitat

    Da dieser Thread ja das trockene Umfeld geht, Du ja Dein nasses Umfeld "aufgegeben" hast, ist doch alles in Ordnung.

    Dieser Thread eröffnete ich eigentlich nicht, um speziell über nasses oder trockenes Umfeld zu diskutieren. Diesen Thread eröffnete ich im "Wer ist wer ...."-Unterforum und die Diskussion wurde hierhin verschoben und ging dann halt eben in diese Richtung. Es wäre mir daher lieb, wenn man den Themenkreis etwas erweitern könnte, z.B. mit folgender Frage (diese Frage wurde bestimmt schon x mal durchgekaut hier, aber ich finde mich hier in diesem Forum bisher noch nicht 100%ig zurecht):

    Muss ich ganz unten sein, um den nötigen Willen aufzubekommen, keinen Alkohol mehr zu trinken? Und wenn ich für mich schon mal ziemlich unten war, Monate ohne Alkoholkonsum lebte und wieder rückfällig wurde: was denkt Ihr, muss man da erst wieder nach ganz unten oder reichen die Erfahrungen und Erinnerungen an früher?

    @Schneemann: Wie geht`s Dir heute?
    Bei mir ist es so, dass sich mein Selbstbewusstsein vor allem durch Helfen aufrechterhält. Jemanden im realen Leben irgendwobei um eine Gefälligkeit zu bitten, brächte ich wahrscheinlich gar nicht auf die Reihe. Vielleicht schreibe ich noch was in Deinen Thread, wenn mir was "kluges" oder zumindest etwas, was ich dafür halte :D , dazu einfällt.

    Ich wünsche Euch allen einen tollen (hoffentlich) freien Tag und grüsse herzlich, liv

    hi Michael

    Zitat

    Du hast ja wahrscheinlich einiges schon im letzten Beitrag geschrieben, was Du dann in Antwort auf den meinigen nochmal wiederholen koenntest.

    Das stimmt, deshalb habe ich es dann gelassen.

    Zitat

    Aber wenn Du nicht bereit bist, den Leuten hier auch mal zu glauben und etwas fuer Dich anzunehmen, was evt. nicht ganz Deinem Gedankengang entspricht, wirst Du an Deiner Anwesenheit nichts gewinnen.

    Dazu möchte ich sagen, dass ich nie gezweifelt habe, dass man z.B. einen räumlichen Abstand zu einem nassen Umfeld suchen muss. Meine Frage war wie man ein absolut trockenes Umfeld findet! Da finde ich, ist der Unterschied zwischen nicht umsetzen wollen und nicht wissen, wie man es umsetzen kann schon da. Zudem habe ich im Moment Abstand zu meinem "nassen" Umfeld - das Problem dabei ist, dass ich gerade zuhause vereinsame. Ich denke, wenn man viele Freunde hat, kann man auf die paar, die trinken, verzichten - bei mir ist aber das Problem, dass ich kaum mehr Freunde habe und ich mich ernsthaft frage (und auch absolut ernsthaft hier fragte) wo man sich gezielt trockene Freunde suchen kann.

    Zitat

    Was in aller Welt bitte laesst Euch glauben, dass ihr schaffen koennt, woran tausende zuvor gescheitert sind?

    Nochmal: ich hatte nie behauptet, dass ich in einem nassen Umfeld trocken bleiben kann und um viel anderes herum haben wir ja noch gar nicht gesprochen. Da unterstellst Du mir was! Zudem bin ich wahrscheinlich eine der Letzten, die sich einbildet "nicht ganz so süchtig", anders oder gar besser zu sein. Es erschreckt mich einfach etwas, dass man hier in so einem Forum, dermassen aufpassen muss, was man schreibt, fragt, worüber man sich austauschen möchte.... und alles zehnmal auf die Goldwaage legen muss, bevor man es tippen darf. Ist es das Ziel, dass ich meine Sorgen/Gedanken/Fragen nur absolut zurecht geschliffen hier aussprechen/andeuten darf, damit ich nicht gleich eine geklatscht bekomme?

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    Wenn Du die laenger trockenen hier liest wirst Du merken dass man am Anfang einfach nicht soviel zweifeln und hinterfragen soll. Jetzt ist HANDELN gefragt.

    Da sind wir wieder zurück: die Frage ist, WAS kann ich tun? Dass ich was tun muss, ist klar.

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    Mich wundert halt schon manchmal dass ich hier Leute anmelden, die absolut nichts annehmen wollen und dann halt die gaengigen Fehler und das typische nasse Denken an den Tag legen. Das Beste ist dann noch dass sie sich angefressen fuehlen wenn man ihnen dass dann mal serviert. Ja Leute was is los sind wir hier im Kindergarten oder wollt ihr was lernen?

    Darauf lasse ich mich jetzt echt nicht ein!

    Zitat

    Dazu gehoert auch, den falschen Stolz abzulegen und sich mal einzugestehen dass man es alleine nicht schaffen kann.

    Man kann es also nicht alleine schaffen (da stimme ich Dir zu), aber sich hier Hilfe suchen, darf man anscheinend auch nicht. Schade!

    die etwas angefressene liv :wink:

    hi Schneemann,


    Zitat

    Mir gefällt die Art wie schreibst und auch was Du eben zuletzt geschrieben hast.

    Danke für die Blumen!

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    Welche Situationen kennst Du noch, wo Du lieber Nein sagst, oder sagen würdest ? :)

    Och, das ist eigentlich überall :D .

    z.B.: Für jene Freundin habe ich sehr häufig die Kinder gehütet (auf ihren Wunsch gegen Bezahlung), damit sie arbeiten kann. Irgendwann zögerte sich mein "Lohn" immer länger heraus und irgendwann stellte sie die Bezahlung einfach ganz ein. Inzwischen bringt sie die Kinder zwar nur noch selten, aber mein Partner z.B. ärgert sich immer unheimlich über mich, wenn ich die Kinder wieder hüte. Er meint, ich solle doch endlich mal sagen, dass sie uns unterdessen doch schon ganz gut Geld schuldet und die Kinder erst wieder nehmen, wenn mal wieder was rüberwächst. Sowas kann ich nicht!

    Bei mir ist das Problem, dass ich mich irgendwie minderwertig fühle und automatisch denke "dem/den anderen muss es passen, nicht mir". Das fällt mir auch bei meiner Mutter auf - sie ist genau gleich! Ich könnte auch (naja fast) nie, jemandem ins Gesicht sagen, dass ich ihn nicht mag. Ich war schon früher in der Schule immer die, die in jede "Gruppe" etwas gehörte, die dazwischen pendelte. Natürlich könnte man sagen "ist ja toll, alle mochten Dich", aber es kommt mir nachmal so vor, als würde ich mich duckmäuserisch durchs Leben mogeln.

    Mir ist z.B. auch nie was soooo peinlich, wie wenn ich gelobt werde. Meine Güte, da fühle ich mich jedesmal, wie wenn ich an einer WM eine Goldmedaille gewonnen hätte und nur ich wüsste, dass ich dabei gedopt an den Start ging.

    Kennst Du sowas auch? Wie steht es um Dein "Selbstbewusstsein"?

    Ich grüsse Dich, liv

    Also mich stört es nicht, wenn hier auch sowas diskutiert wird (nur die Art finde ich etwas patzig :wink: ), denn in solche Situationen begeben sich anfangs wahrscheinlich sehr viele, ob ganz mit Absicht oder halb unabsichtlich :wink: . Anfangs meiner Drogenabstinenz (wie gesagt, denke ich, ist das von den Suchtgewohnheiten her sehr ähnlich) begab ich mich doch hin und wieder mal auf die Szene, so um "zu gucken, wie es den alten Bekannten geht", "mir selber zu beweisen, dass ich da auch clean wieder rauskomme", "vielleicht auch etwas, um mir zu beweisen, dass ich weiter bin", .... die Liste von Pseudogründen könnte lange werden - bin ich aber ehrlich, muss ich mir eingestehen, dass ich einfach da hin ging, weil ich mich da sicher fühlte. Das ist für mich absolut sicheres Terrain, fast jeder kennt und akzeptiert mich dort, bei den Themen ( geht ja eh nur um Drogen/Alkohl, Polizei, Straftaten, ....) kann ich überall sofort und "kompetent" :wink: mitreden, zusätzlich habe ich dort den "Frauenbonus", die Leute freuen sich, Dich mal wieder zu sehen, ..... es ist einfach ........ der totale Rückschritt!

    Mich dünkt der hier hitzige Ton für so ein Thema total typisch. Ich kenne das von mir selber auch, dass mir gewisse Suchtthemen total klar sind, und es mich teilweise schon fast wütend macht, wenn jemand mich dazu was frägt. Es macht mich wütend, weil ich das ganze schon x mal erklärt habe - zwar nicht dieser Person - und es nur bei einem Bruchstück der Personen wirklich angekommen ist. Ich muss mich auch hüten, Leute nicht (unbewusst) etwas von oben herab anzusprechen, die mir, für mich, "dumme" Fragen in Beziehung zu Sucht stellen, oder die etwas glauben, was für ich für mich in meinem Fall klar widerlegen könnte. Dann muss ich mir aber klar werden, dass mich die Fragen/Aussagen wohl oft so nerven, weil es mich an mich und meine Anfangs-Clean-Zeit (bei Drogen) erinnern und dass ich genau diese Dinge auch gefragt, verteidigt, rechtfertigt, ... habe. Und ich kann nicht erwarten, weil ich jemandem erkläre, wieso er wann mit welchen Gedankenmustern rechnen muss, dass er dies dann so aufnimmt, dass er damit so umgehen kann, als würde er es von sich selber kennen und könnte sich meine "Strategieen"/Erfahrung einfach mal kurz geistig auslehnen.

    Daher stelle ich, für Euch vielleicht auch dumme Fragen, wie die ganze Nachgraberei wegen dem trockenen Umfeld. Ich bin halt noch nicht soweit, mir das zu 100% vorstellen zu können. Da wehrt sich anscheinend in mir das Suchtteufelchen noch zusehr. :wink:

    Ich finde es etwas schade, dass hier vieles, was man schreibt, gleich mit "nassem" Denken betitelt bekommt und somit die Überlegungen, die man sich dazu macht/gemacht hat, meines Erachtens, sehr abgewertet werden (denn auch wenn mir jemand sagt, das ist alles nasses Denken - es sind die Gedanken, die ICH habe und die MICH in dem Moment beschäftigen. Ich bin ja nicht hier, um etwas zu plauschen! Ich habe ein Problem und merke, dass ich nicht weiterkomme). Dass ein Grossteil der Gedanken nass sind, ist mir durchaus bewusst. Aber ich bemühe mich stark, diese zu erkennen - Schwierigkeiten habe ich wohl weniger diese zu erkennen, als sie wegzubekommen.

    Mir ist natürlich auch bewusst, dass wenn ich zwei Tage daran herumknabbere, ob ich an diese Ausstellung gehen soll oder nicht, das für jemanden, der schon wesentlich weiter ist "Stumpfsinn"( vielleicht gar Kinderka.... ) ist. Aber da waren nun mal zwei Seiten in mir. Ich hörte sie regelrecht auf mich einschreien. Und dass eine davon absolut nasses Denken war und das andere "möchte-gern-trockenes" Denken, weiss ich auch. Zudem bilde ich mir auch nicht ein, dass mir hier irgendwer eine Entscheidung abnehmen kann (auch wenn er könnte, sollte er nicht). Es war heute halt einfach mein Erfolgserlebnis des Tages (wahrscheinlich der ganzen Woche), dass ich einen Rückfall, der sich in meinem Kopf schon so ausgebreitet und eingenistet hat, doch noch stoppen konnte. Sowas fällt zumindest mir sehr schwer.

    So, ich wünsche Euch allen einen guten Start ins Wochenende und grüsse Euch, liv

    PS: Michael, werde mir jetzt Dein Post noch einmal durchlesen, habe es gerade nicht mehr im Kopf und dieses hier Post ist eh schon zu lang .... . :D