hi Micha [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.my-smileys.de/smileys3/00009148.gif],
anscheinend habe ich diesen Rückfall "gebraucht", um mir bewusst zu werden, dass es nur mit "nichts-trinken" nicht getan ist und dass ich es so ganz im Alleingang (nur mit meinem Arzt) nicht packe.
Was denkst Du, warum Du Deine Trinkpausen jeweils wieder beendet hast, wenn es Dir doch in der Zeit besser ging? Ich bildete mir jeweils tatsächlich ein, ich könnte jetzt "normal trinken"
, es war schlichtweg Übermut und Leichtsinn.
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Ich hatte gar nicht gewusst, dass ich Alkoholiker bin, weil bei mir nach außen alles noch so leidlich gut ablief ....
Da musste ich lächeln. Es kann wohl auch ein Übel sein, wenn man alles immer noch so gut im Griff hat. So kann man es viel länger "schönreden" - oder meinst Du das anders?
Du schreibst, Du wolltest nie wieder betäubt sein - das ist wohl die ideale Voraussetzung. Mich bringt jeweils der Unmut über das ganze drumherum wieder zu einer Trinkpause (was es ja dieses mal hoffentlich nicht wieder wird), also der tägliche peinliche Einkauf im Dorfladen (besonders mies vor Feiertagen), das sinnlose "Vorsaufen", ... na Du weisst ja, was es alles mit sich bringt. Zudem geht es mir ja unter Alkoholeinfluss nur selten wirklich gut. Ein Erlebnis hatte ich auch, das mich erschreckt und aufgerüttelt hat - meine Kleine sollte in den Schwimmkurs und ich war so betrunken, dass ich es fast nicht auf die Reihe brachte, mich und die beiden Kinder umzuziehen (Kästchenschlüssel tausendmal verlegt, ein Durcheinander mit den Kleidern, ...). Nie wieder möchte ich so verwirrt und hilflos sein!
Aber ich denke, auch einen grossen Druck mache ich mir wegen der Kinder. Sie sind 7 und 9 und bekommen das ganz gut mit. Das Mädchen beisst ihre Nägel in Zeiten, wo ich trinke und unterlässt es, wenn ich eine Weile nüchtern bin. Und vor einem Jahr hat mich der Kleine schockiert, als er zu mir (als wir wegen seiner Augen-OP im Spital waren) sagte "Mami, Du hast Dir doch früher auch mal selber eine Spritze gemacht". Der muss das irgendwann mal gesehen haben - und sowas möchte ich nicht noch einmal in Bezug auf Alkohol erleben. Also, dass die Kinder das so miterleben müssen. Zudem bin ich ja auch Vorbild und für mich gäbe es nicht viel schlimmeres, als meine Kinder süchtig zu wissen. Auch habe ich zu wenig Erinnerungen an die Zeit mit meinen Kinder in den letzten Jahren, und mir rennt langsam die Zeit davon (habe ich das Gefühl) - die Kinder werden grösser und lösen sich schon langsam etwas ab. Ich möchte noch viel mit ihnen erleben und ihnen die fröhliche und unternehmunslustige Mutter sein, die sie eigentlich verdient hätten. Und das geht nur nüchtern ... .
Es tut gut, von Dir zu lesen, dass auch Du nicht von anfang an, zu allem die richtige Einstellung hattest und dass das halt Zeit braucht (die ich mir wohl auch nehmen darf).
Als Vorwand für meinen letzten Rückfall musste folgendes herhalten: ich entdeckte bei mir ein auffälliges Muttermal und ich bekam echt Panik, es könnte Hautkrebs sein (ich glaube ich habe leicht hypochondrische Züge
) - und ich hatte auch nie gelernt, anders damit umzugehen, als mich zu betrinken. Aber wenn man sucht, findet man immer irgendwelche "Gründe" zum trinken, gell!?! 
Zitat
Jetzt habe ich mir ein alkoholfreies Zuhause eingerichtet. Das ist mir wichtig.
Genau da habe ich noch eine fette Leiche im Keller (und ein mords-schlechtes Gewissen, dass ich das bisher nicht zugegeben habe)
- auf meinem Balkon stehen noch 4 Liter Bier. Ich dachte bis vor ein paar Tagen, dass ich so mit dem "nicht-trinken" besser umgehen kann, da ich ja die Beruhigung habe, es wäre was da .... . Ich bekomme sonst schnell Panik, dass ich ja z.B. Sonntags nichts da hätte, wenn was wäre. Unterdessen weiss ich, dass das absolut nasses Denken ist und doch fällt es mir schwer, es wegzutun. Bei der letzten Trinkpause habe ich den damaligen Notvorrat nach vier/fünf Monaten verschenkt.
So, Entschluss gefasst: Morgen werde ich diese Biere in das Auto meines Partners stellen und er kann es seinen Kollegen schenken. Soooo, jetzt ist es raus und somit auch das "Versprechen" (Du musst jetzt halt dafür herhalten, sorry
), morgen abend ist kein Bier mehr in meiner Wohnung (und auch keines auf dem Balkon oder im Keller
). Mein Freund hat zwar noch Whisky in seinem Büro - aber davor hat es mich schon immer geekelt, da habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, dass ich da was trinken könnte, nicht mal, wenn das Bier alle war.
Zitat
Am Anfang dachte ich noch daran, "alkoholfreies Bier" zu trinken. Aber das schlug ich mir bald aus dem Kopf.
Alkoholreies Bier reizt mich überhaupt nicht - Bier schmeckt mir nicht mal besonders (zumindest nicht die ersten paar dl), es ist für mich nur Mittel zum Zweck.
Ich habe mich gerade vorher über den erweiterten Forenzugang informiert. Das werde ich bestimmt auch mal machen, aber wie schon einmal geschrieben, würde ich mich dort, so als Neuling hier, als Eindringling und Störefried fühlen und hätte Angst, nur schon mein Mitlesen würde die Leute bedrängen oder stören. Vielleicht ist das auch wieder so ein "Selbstbewusstseins-Ding", dass ich immer schnell fürchte, den Leuten lästig zu sein.
Ja danke, ich fühle mich hier auch wirklich gut aufgehoben und unterdessen auch nicht mehr als "Fremdkörper" - kaum zu glauben, dass ich erst sein 10 Tagen hier mitlese/mitschreibe - es kommt mir schon viel länger vor und gewisse Nicks werdem mir immer vertrauter. So kann ich jetzt auch immer öfter einfach "glauben", dass es stimmt, was sie schreiben und dass sie mir bestimmt nichts böses wollen, auch wenn hier mein Einstieg nicht wirklich gelungen war (von meiner Seite her)
.
Zitat
Ich möchte dir ans Herz legen, nicht die schnellen Antworten zu suchen, sondern etwas zu verweilen, denn viel Verständnis bringt erst die Zeit und das kontinuierliche Beschäftigen.
Verstehe ich nicht ganz. Meinst Du, ich solle weniger fragen und einfach lesen?
Hier fürs nächste Gewitterchen: [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cheesebuerger.de/images/smilie/verschiedene/e030.gif]
Auch wenn ich mich immer wiederhole: danke! Ich fühl mich gerade um Welten weniger alleine.
Dir noch einen tollen Abend und ganz liebe Grüsse, liv