Hallo liv,
hier geht es ja offensichtlich darum, ob und wie man Distanz zum Alkohol gewinnen kann/muss. Ersteres ist zumindest fuer mich keine Frage, denn wenn ich keine raeumliche Distanz dazu gewinnen kann, werde ich mich nie frei fuehlen und so werde ich dem Alkohol auch nie wirklich gleichgueltig gegenueberstehen koennen. Mit anderen Worten wuerde ich ihm mehr Raum in meinem Leben goennen, als er verdient hat. Und das will ich nicht mehr.
So... jetzt kommt natuerlich als erstes das antrainierte Nasse Denken ins Spiel, welches mir sagt: "Aber Du hast doch gar keinen Spass mehr wenn Du feiern gehst, ohne zu trinken..." bzw. "Du kannst den Alk doch nicht total meiden, es trinkt doch fast jeder." usw. usf.
Trocken zu werden heisst fuer mich mir diese Denkstrukturen abzutrainieren, genauso wie ich sie mir vor Jahren regelmaeszig antrainiert habe. Ebenfalls die Denke dass man Alk ja garnicht vermeiden kann und dass sowieso jeder saeuft. So nen Gefasel kann mir vllt. ein nasser daherbringen aber deswegen ist es genauso ein Stuss -- es stimmt schlicht und erfreifend nicht.
Meine Guete was soll denn die lange Rumdiskutiererei. Wenn bei einer Veranstaltung oder bei einem Treffen getrunken wird geh ich halt nicht hin. Wenn ich merke dass ich Interesse an jemanden finde, der bereits selber ein angehendes oder ausgewachsenes Alkoholproblem hat meide ich ihn. Treffe ich Leute, die mir sagen, sie trinken nie (wie z.B. hier in der Firma geschehen) und ich werde von denen z.B. mal auf einen Kickerabend eingeladen, gehe ich da mit, weil ich weiss dass dort nicht getrunken wird. Ja man sowas gibt es tatsaechlich. Kaum zu glauben, was? Hab auch erstmal dumm geschaut als er mir das erzaehlt hat, da hab ich naemlich noch gesoffen und meine Denke war noch 100% nass.
Hier geht es doch einzig und alleine darum, einen gangbaren Weg zu finden. Also gehe ich ihn. Wenn mir am Anfang der Sinn nicht klar ist dann hinterfrage ich ihn eben solange, bis ich ihn sehen kann, sprich, bis mein Denken trocken genug ist um ihn sehen zu koennen. So oder so muss ich den Weg allerdings gehen. Und ich bin mir absolut sicher dass er mich an trockene und zufriedene Ufer fuehren wird, Land ist bereits in Sicht. Und dann ergibt sich der ganze Kaese naemlich irgendwann von selbst und die Frage danach, ob man richtig gehandelt hat ergibt sich auch nicht mehr weil es absolut offensichtlich ist.
Ich lese und schreibe doch in diesem Forum, um diese Wegweiser zu finden. Um zu sehen, wie andere es "geschafft" haben. Am Anfang habe ich auch noch grosse Probleme mit diesen Vorgehensweisen und der Art der Vermittlung gehabt. Aber dann stell ich mir einfach mal die Frage: Will ich trocken werden? Ja? Dann tue was dafuer noetig ist. Nein? Dann tue was Du denkst dass das richtige ist. So einfach ist der Sachverhalt. Und ich glaube in Zwischenzeit auch dass das Gros der Leute auch dauerhaft und zufrieden trocken werden koennen, wenn sie ein paar (wirklich simple) Grundregeln beachten. Aber nein, zu viele muessen es einfach besser wissen und auf ihrer "Individualitaet" bestehen.
Auch das Thema mit dem Verzicht ist da so eine Sache. Ich verzichte mit meinem Weg auf absolut garnichts. Ich gewinne mit jedem Schritt. Leute macht Euch das doch mal klar! Und wenn es sein muss jeden Tag auf's neue. Irgendwann werden sich diese Denkstrukturen genauso festigen wie solche, die man sich in seiner Nassen Zeit eingebrannt hat. Irgendwann wird sich dann keine Frage nach Verzicht mehr stellen und der Bedarf danach, sich mit besoffenen auf irgendwelchen sinnlosen Parties aufzuhalten wird -- falls jemals vorhanden -- ebenfalls schwinden.
So... genuch ![]()
greets,
Michael