Beiträge von kommal

    Hallo Lütze,

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    Ich habe gestern Nacht nochmal gelesen,wie ich euch meinen Tiefpunkt beschrieb,wie ist jener Tag abgelaufen,der mich dazu brachte,endlich was zu tun...Das hat mich ganz schön aufgewühlt.Ich habe da noch starke Erinnerungen dran,als wäre es gestern gewesen.

    Ich schreibe ja an anderer Stelle meine Geschichte auf. Jedesmal, wenn ich hier sitze und in die Tasten haue merke ich, wie mein Puls in die Höhe schnellt.

    Es ist Freude, die da pulsiert. Freude darüber, diese Zeit erlebt zu haben und auch darüber, wieder am Puls der Zeit zu sein- MEINER Zeit: Realzeit.

    Da, wo auch deine Uhr wieder tickt.

    LG kommal

    Hallo Plejaden,

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    Ich habe hier öfters gelesen, dass ein Rückfall daher gekommen sei, dass jemand einfach so getrunken hat ohne es zu wollen. Das hat mir immer große Angst gemacht, ich hab echt gedacht irgendwann stratze ich mal wie ferngesteuert los und kaufe mir was .

    Solche Schilderungen von Langzeittrockenen haben mich auch immer erschreckt. Ich habe sie oft gehört. Aber auch hier ist ein schleichender Prozess der Vorlauf- Verhaltensrückfall.

    In meiner Gruppe in der Klinik war ein Mitpatient, dem unser Therapeut nach seiner Vorstellung sagte: "Sie haben die letzten zwanzig Jahre auf ihren Rückfall hingearbeitet". Er hatte sich immer mehr in seine Arbeit und Vereinstätigkeit eingebracht, sich selbst dabei vernachlässigt

    "Wach bleiben" sag ich mir immer. Und dabei hilft mir u.a. täglich unser Forum.

    LG kommal

    Hallo Lütze,

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    ich traf einige Leute aus meiner Stadt,die wohl wie ich erstaunt waren,dass wir uns dort sehen...

    Es tut gut, unterwegs Bekannte zu treffen, stimmt´s? Wir sind nicht alleine.

    Zitat

    Ich sehe Patienten ganz am Anfang,sehe gereifte Menschen,doch verbindet uns alle dasselbe,die Alkoholsucht.

    Ich glaube, dieser TOT- Besuch hat Dir gut getan.

    Trockene und zufriedene 24 Wochenanfangseinheiten wünscht Dir

    kommal

    Hallo Ple-mobil :) ,

    Zitat

    Ich habe meinen Aktionsradius erweitert. Früher war es mir undenkbar "mein Revier" im Umkreis von 20 km um meinen Wohnort herum zu verlassen. Jetzt habe ich erlebt, dass es nicht schlimm ist unbekannte Pfade zu gehen.


    Das geht mir genauso seit ich weiter "radiere": Die Angst vor dem Unbekannten ist meiner Neugier, meiner Entdeckerlust gewichen.


    Zitat

    Plejaden bleibt eine Stubenhockerin

    Meinen Rückzugsraum brauche ich allerdings auch!

    Schönes Wochenende wünscht

    kommal

    Hallo shaker,

    Wissen tu ich´s nicht! Aber ein Reflex ist doch eine Körperreaktion, die mich schützen soll, zB. reiße ich doch die Arme hoch bei Bedrohung, um den Kopf zu schützen.
    :?::idea::?:
    Ein Antireflex wäre dann das Gegenteil: Mir geht´s schlecht, ich saufe und mir geht´s noch schlechter? Ich saufe noch mehr...

    LG und erfolgreiche Thera

    kommal

    “ICH HALTE SIE FÜR STARK RÜCKFALLGEFÄHRDET”


    Beide machten sich ernste Sorgen- so kurz vor der Therapie. Ich versuchte, sie zu beruhigen: Sobald ich mein tierisches Problem gelöst hätte, wäre ich auch gelöster. Und so kam es dann ja auch.

    Noch zwei Wochen!

    Der Anreisetermin stand fest: 2. Oktober, ein Montag

    Für die Fahrt dorthin hatte sich ein Kollege angeboten. Er wollte mich mit seinem Auto fahren und auch wieder abholen.

    Meine Gefühlslage? Ich hatte keine Angst. Ich war neugierig, freute mich sogar ein wenig. Wie lange bin ich nicht mehr weg gewesen von meiner Heimat? Und dann gleich sooo weit- über 200 km!

    Ich hatte nur bedingt Ahnung, was auf mich zukommt. Aber die Erfahrungen der letzten Monate, das Vertrauen, das ich hatte in Ärzte, Schwestern, Pfleger, in das gesamte medizinische Personal und in meinen Suchtberater, das wollte ich mitnehmen in meine Therapie.

    Den Informationen von der Internetseite der Klinik konnte ich ja entnehmen, dass ich eine Gruppentherapie machen würde. Also reden. Würde ich weinen müssen? Schreien? Egal, ich wollte DA hin und mir weiter helfen lassen. Mir ging es körperlich so gut wie lange nicht mehr- ich hatte ja auch einiges dafür getan und die geistige Frische, die ich Tag für Tag erlebte, das bewusste Wahrnehmen meiner Umwelt… all die positiven Entwicklungen der letzten Monate drängten in mir, dass es endlich losgeht.

    Und ich hatte Glück: Meinen Arbeitsplatz würde ich behalten, eine andere Tätigkeit war mir in Aussicht gestellt. Bisher hatte mein Arbeitgeber mitgespielt. Zum einen hatte er ja gesehen, dass ich etwas unternehme, zum anderen hatte ich ihn ja vereinbarungsgemäß über alle meine Schritte informiert und damit die Grundlage für gegenseitiges Vertrauen (wieder) geschaffen. Ich hatte meine Wohnung, auch die würde ich vorläufig behalten. Darum würde ich mich später kümmern, denn da wollte ich nicht bleiben.

    Ich war abgesichert, weil ich mich abgesichert hatte. Warum sollte ich also nicht in Ruhe fahren können?

    Natürlich verspürte ich auch eine gewisse Nervosität. Nicht die Art, die den Autofahrer befällt, wenn er die Polizeikelle sieht. Nein, es hatte etwas aus meiner Kindheit: Die erwartungsvolle Spannung am Heiligabend, kurz vor der Bescherung, die Neugier vor dem Unbekannten, das da kommt.

    Manche, die bereits Therapieerfahrungen hatten, sahen in meiner Gemütslage ein böses Zeichen. Das sei nicht normal, wie ich mich verhalte. Ich müsste doch Angst haben usw.

    Hatte ich aber nicht.

    “Was wirst Du da machen?” wurde ich oft gefragt und antwortete stets dasselbe: “Ich werde einen sehr interessanten Menschen kennen lernen: MICH!”

    Ich packte in Ruhe meine Sachen. MP3- Player (der wurde ganz wichtig), Sport- und Schwimmsachen, Handy, Briefmarken und Papier (und Umschläge), alkoholfreie Körperpflegemittel, die Papiere (!) usw. - Mittelgebirge im Winter, was mir fehlte würde ich mir dort besorgen.

    Ich war recht gut über die Klinik und den Ort informiert.: Internet, telefonische Auskunft, Beratungsstelle.

    Wann würde ich “raus” dürfen? Wie würde das sein, mit einem fremden Menschen ein Zimmer zu teilen? Hoffentlich schnarche ich nicht! Gemeinsame Mahlzeiten (da freute ich mich drauf). Würde ich morgens schwimmen dürfen? Und abends? An den Wochenenden? Was, wenn ich mal allein sein wollte?

    Kaum jemand hatte meine Adresse, denn ich wollte wirklich Abstand von allem und allen haben. Besuch? - Ich meld´ mich! Und dann war da ja der Wald. Viel Wald, auf den ich mich freute. Meine Kamera reiste natürlich mit (es sollten am Ende ca. tausend Fotos sein).

    Der Montag kam, ich rief sicherheitshalber meine “Fahrbereitschaft” an, um zu hören, ob er wach ist- alles o.k.

    "AUFBRUCH in die Zukunft" hatte ich in meinen Kalender geschrieben und so stieg ich am 2. Oktober 2006 in das Auto. Kurze Streckenbesprechung und Wichtige- Dinge- Liste abhaken. Strom abgestellt, Wasser abgesperrt, Briefkasten und Blumen werden versorgt, ebenso die Wohnung. Alles war geregelt, ich wollte nichts mitnehmen, nur mich.

    “Bist Du nervös?” - Nöh! - “Du bist nervös!”

    Es war halb acht Uhr morgens, wir fuhren los. Ich war


    UNTERWEGS

    Hallo Roberto,

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    In der Gruppe heut werd ich sicher schweigen

    und warum gehst Du dort hin???

    Zitat

    die Nachsorge ist in 4 Wochen vorbei.....

    die kannst Du verlängern.

    Zitat

    naja wer soll mir nun noch Vertrauen?

    Vertraust Du Dir noch? Oder hast Du dich schon (wieder) aufgegeben. Du denkst über eine neue Therapie nach und hast die eine noch nicht ansatzweise gelebt.

    Hast Du überhaupt etwas von dort mitgenommen? Schau doch mal in deine Tagesberichte: Wo stehst Du, wo willst Du hin?

    LG kommal

    Hallo Roberto,

    EIN Versteck hast Du ja verlassen: Du bist wieder hier und das ist gut und freut mich.

    Ich kann Dir keine Ratschläge geben, außer den Standartsätzen, die Du sicher kennst:Öffne dich, geh zum Arzt, REDE und verstecke dich nicht.

    Das weißt Du doch alles selber. Wenn Du alleine bist, ändere was. Such Dir Menschen, die gemeinsame Interessen mt Dir haben.

    Hast Du einmal daran gedacht, deine Tagesberichte aus der Therapie zu lesen- das soll helfen und vielleicht findest Du dort Hinweise für deinen Rückfall.

    Zitat

    Einen offiziellen Rückfall hab ich Pfingsten gehabt,davon wissen alle.....nur nicht das andere.

    Diese Formulierung zeigt doch, dass Du wieder arg den alten Verhaltensmustern frönst.

    Deine Selbstvorwürfe bringen dich keinen Schritt weiter- im Gegenteil.

    Seltsam finde ich, dass Du dich in deiner Gruppe nicht äußern kannst. Wenn nicht da, wo sonst? - HIER eben.

    Du soltest handeln, bevor Du auffällst. Was wird dein Arbeitgeber sagen, wenn er sich hintergangen fühlt durch dein Verhalten?

    Steh auf und TU was, bevor Du tiefer fällst! Du weißt doch, wie es geht.

    LG kommal

    Hallo Rohrspatz,

    Zitat

    Denkst Du auch, daß eine LZT erforderlich ist, um wirklich konstant trocken zu bleiben?

    Eine Therapie ist so erfolgreich, wie der Patient es zulässt. Eine Garantie gibt es nicht. Therapie beginnt NACH der Therapie. Das ist so wie nach dem Führerschein. Ich wusste, wie es geht, Auto fahren ging aber dann erst los.


    Zitat

    Dort wird ja nur am Symptom Alkohol gearbeitet, nicht aber an den Ursachen

    Wo hast Du DAS denn her???

    Therapie kann sehr tief gehen, dazu muss der Patient bereit sein und mitarbeiten (s.o.). Ich konnte so meine Entwicklung bis in die Kindheit zurückverfolgen.

    LG kommal

    Hallo Rohrspatz,

    (Ich hab meine letzet Antwort aus dem Vorstellungsbereich mal rüberkopiert, weil ich nicht weiß, ob Du´gelesen hast):


    Zitat:
    ach wenn man momentan mal wieder nirgends davor flüchten kann...


    Dieser "man" geisterte anfangs auch immer in meinen Gedanken. Bis mich eine Schwester in der Entgiftung drauf brachte, dass ich gar nicht "man" bin.

    Ich habe vor zwei Jahren die WM unbeschadet überstanden. In der Wartezeit auf meine LZT.

    Weil ICH wollte.

    Das kanst DU auch!

    LG kommal

    Hallo Plejaden,

    Zitat

    Ich glaube ich bin die einzige Frau auf diesem Planeten, die sich dünner vorkommt als sie wirklich ist . Immer wenn ich mich auf Fotos oder im Spiegel sehe denke ich "huch, so dick bin ich?"

    Jetzt hast Du mich richtig erschreckt!

    Was soll das werden?

    LG kommal

    Hallo Lori,

    Ausflüchte (die anderen trinken doch auch), Verniedlichungen (Feierabendbierchen), Schönrederei (ich trinke doch nur Bier)...das ganze Programm hatte ich auch drauf.

    In der Entgiftung hab ich gesehen, wie Menschen sich mit Alkohol zugrunde richten.

    Das wollte ich mir nicht antun.

    ICH nicht, MIR nicht.

    Plejaden hat es Dir schon geschrieben:

    Bleib bei Dir!

    LG kommal

    Hallo Lütze,

    Zitat

    Ein Problem möchte ich noch lösen.Weiss da noch nicht so genau,wie ich es anstelle.Und zwar,weiss ich genau,wie beschi***n sich meine Eltern fühlen,da sie keine Informationen gross von mir kriegen.Das Problem ist nur in der Woche,die mangelnde Zeit,und am WE ist abends schon meistens Bier im Spiel bei denen.Das kotzt mich an.Vermutlich werd ich morgen früh mal wieder Anlauf nehmen.Ja,ich werde ihr Verhalten meiner Frau gegenüber kritisieren.Und sagen,dass es m,ich nervt,ihre vorgefassten Meinungen meiner Sucht und ihr gegenüber zu hören.Wenn ich es bisher versuchte,bin ich jedesmal über die Oberflächligkeit darüber entsetzt.Das Thema wird meist abrupt gewechselt und durch Belanglosem ersetzt.

    in solchen "Fällen" habe ich vielen Menschen den Vorschlag gemacht:

    "Schreib doch nen Brief!"

    Oft hat´s geholfen.

    Schönen Sonntag wünscht

    kommal

    :) ...und als ich vor eineinhalb Jahren aus der Therapie kam hab ich mich gefragt, was ich nun anfangen soll. Was mich interessiert und wie ich Leute kennen lerne.

    Ich bin dann mal samstags ganz früh in den Zoo. Da hat´s mir gefallen, weil um die Uhrzeit nur ganz wenige Leute da waren und die Tiere alle auf ihre Pfleger und das Futter warteten. Ich konnte Fotos machen (ein Hobby, dass sich seit der Entgiftung entwickelte) und war an der frischen Luft.

    Das habe ich eine ganze zeitlang samstags und sonntags gemacht. Immer ganz früh, wenn gerade auf war. Und weißt Du was? Es waren immer die gleichen Leute, denen ich begegnete.

    Wäre kommaline nicht zwischenzeitlich in meinem Leben erschienen, hätte ich zumindest ein paar Bekanntschaften gemacht. Da bin ich mir sicher.

    Also: Gleicher Ort, gleiche Zeit!

    Schönes Wochenende wünscht

    kommal

    Hallo Lori,

    Zitat

    Ausser Vereine fällt mir nichts ein.

    Das ist ja schon mal ein Ansatz, wenn auch nicht ohne Fallstricke. Um diesen zu entgehen, musst Du natürlich ehrlich sein.

    Meine Erfahrung ist: Seit ich mich zu mener Krankheit bekenne, sehen die Leute mich mit anderen Augen und behandeln mich mit Respekt.

    Selbst mein Ex- Stammwirt von vor dreißig Jahren, den ich ewig nicht gesehen hatte reagierte: "Vor Leuten wie Dir ziehe ich den Hut."

    Das bestärkt mich ungemein in meiner Haltung.

    Versteckt habe ich mich während meiner Sauferei lange genug. Und belogen auch. ICH - MICH.

    Und DU?

    LG kommal

    Hallo Lori,

    Zitat

    das Umfeld meiden soll wo getrunken wird.Was gibt es sonst für Möglichkeiten?

    Ich habe mir ein trockenes Umfeld gesucht und hab´s gefunden. Ich habe es gesucht, bin nicht gefunden worden.

    Zum Zahnarzt: Warum sagst Du nicht bei der Anmeldung bzw. Terminabsprache: "Schreiben sie bitte "trockene Alkoholikerin seit..." auf meine Karte" ?

    LG kommal

    “ABER ES GEHT NICHT NACH DAUN!!! “

    Mein neues Ziel lag über hundert Kilometer weiter nördlich. Doch das war nicht das Problem: An- und Abreise mit dem eigenen PKW waren kategorisch ausgeschlossen.
    Das erfuhr ich durch einen Anruf dort - HILFE!!!

    Mein Suchtberater war ziemlich erstaunt, welches Riesenproblem sich mir mit dieser Änderung darstellte. Stunden- und tagelang grübelte ich. Holte Preisauskünfte ein (Taxi), fragte Bekannte und am Ende wälzte ich vorsichtig Fahrpläne um zu sehen, wie ich “da” hinkam. 250 km, die mich von meiner Therapieeinrichtung trennten.

    Natürlich sah ich mir auch die Internet- Seite der Klinik an. Vieles war ähnlich wie in Daun: Wohnräume einer Gruppe jeweils an einem Flur, Gruppenräume, Sporthalle, Teeküchen und eine Aussage, die ich zum wiederholten Male las:

    Wir wollen, dass sie zum Experten ihrer Krankheit werden!

    Ich fand mich mit dem Gedanken ab, irgendwie “da” hin zu kommen- eine Lösung hatte ich noch nicht.

    Aber ich hatte plötzlich einen großen Nachteil an Daun entdeckt: War doch meine verflossene “Liebschaft” aus der Entgiftungsklinik dort in Therapie gewesen. Hätte mich nicht vieles dort an sie erinnert? Sie hatte mir sogar die Namen einiger Therapeuten genannt. - Ein Wink des Schicksals?

    Und die neue Klinik? - Die hatte ein Schwimmbad im Haus! Ein eindeutiges PLUS für eine Wasserratte wie mich.

    Kurzum, ich versuchte das Beste aus der Situation zu machen und verzichtete darauf, gegen die Entscheidung des Kostenträgers Einspruch zu erheben. Ich hatte lange genug gewartet und brannte darauf, dass es endlich losging. Ich wartete also weiter, jetzt aber auf Post von der Klinik, insbesondere meinen Anreisetermin.

    Was nehme ich mit? Die Antwort auf diese Frage gab´s natürlich auf der Klinikseite. Auf jeden Fall warme Klamotten, mittlerweile war es ja schon Herbst und die Therapie sollte mindestens acht Wochen dauern. Ich hatte mich übrigens von Anfang an auf 16 Wochen eingestellt- die Regelzeit.

    Meine Gedanken rotierten in meinem Kopf und vor meiner Wohnung rotierte das nächste Problem: Mein tierischer Mitbewohner. Vor langer Zeit zugelaufen, blitzschnell und immer auf dem Sprung, mir mit einem gezielten Biss in den Oberschenkel seinen bevorstehenden Hungertod zu signalisieren.. Stets angriffslustig aber auch minutenlang handzahm. Mein einziger Mitbewohner, Empfangskomitee bei der Heimkehr.

    Ich hatte mich zwar “mal ein bisschen” umgehört, ob jemand das Tierchen übernehmen wollte, doch bis zu diesem Zeitpunkt deutete sich nur eine Lösung als Sofabewohner an. Das wollte ich ihr (und der neuen Besitzerin) nicht antun. Ich strebte übrigens eine dauerhafte Trennung an, weil der Gedanke des Wohnungswechsels zu diesem Zeitpunkt schon recht konkret war. Und: Das Tierheim sollte die allerletzte Lösung sein.

    Ich hatte während dieser langen Wartezeit- mittlerweile waren seit der Entgiftung über drei Monate vergangen- einen Indikator für mein Befinden ausgemacht: Meinen Schlaf. Der war nach wie vor tief und fest. Morgens wachte ich erholt und recht unternehmenslustig auf und begann den Tag mit einem gemütlichen Frühstück. Meine ausgedehnten Spaziergänge und Fahrradtouren trugen das übrige dazu bei, dass ich nicht grübelnd im Bett lag und um meinen Schlaf ringen musste. Außerdem machte ich jeden Abend die in der Klinik kennen gelernte Entspannungsübung (PMR), die gut gegen Kopfkino half. Ich hatte das getan, was mir das Personal in der Klinik geraten hatte: So hatte sich durch das permanente Üben während der letzten Monate der gewünschte Effekt eingestellt. Ich hatte vertraut und Hilfe angenommen. Eine wichtige Erfahrung.

    Zurück zu meinem tierischen Problem: Ich ließ nichts unversucht, ein passendes Zuhause zu finden. Telefonate und Gespräche mit Freunden, Bekannten, Kollegen… quasi im Endspurt hatte ich es geschafft: Das passende Domizil auf einem Bauernhof- Ideal! Die Erinnerungen an das Einfangen, hier waren mehrere Versuche über ein paar Tage verteilt nötig, möchte ich hier nicht mehr aufleben lassen. Sie sind zu schmerzhaft! Noch eine Erfahrung: Ich konnte meine Probleme selber lösen, wenn ich mir helfen ließ.

    Die Geschichte nahm mich immerhin so in Anspruch, dass mich kurz vor meiner Abreise mein Berater und die Sozialarbeiterin im Krankenhaus unabhängig voneinander fragten, ob ich die letzten Tage und Nächte nicht in der Klinik verbringen wollte, denn:

    “ICH HALTE SIE FÜR STARK RÜCKFALLGEFÄHRDET”