Hallo Karl,
Zitatn gesellschaft habe ich mich nie in ein level gesoffen welches ungut gewesen wäre.
nur wenn ich alleine (und ohne kinder)war.
Ändert das etwas???
LG kommal
Hallo Karl,
Zitatn gesellschaft habe ich mich nie in ein level gesoffen welches ungut gewesen wäre.
nur wenn ich alleine (und ohne kinder)war.
Ändert das etwas???
LG kommal
Hallo Sari,
Zitatman denkt wieder ein schritt weiter zu sein und
ist doch noch ganz am anfang
Auch durch diese Erfahrung kommst DU weiter.
LG kommal
Hallo Lütze,
ZitatLänger trockene Menschen zeichnen sich durch eine grosse GElassenheit und Souveränität aus.Die haben es geschafft.Ich schaffe das auch.
Du bist ja gut unterwegs. Sowas dauert, ich erlebe es ja selbst. Und es sind kleine Schritte. Wenn ich aber beobachte, wie gelassen ich heute in manchen Situationn reagiere, die mich früher verzweifeln (saufen) ließen, ist das einfach ein schönes Gefühl. Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, hol ich mir Hilfe.
Eins habe ich gelernt in den letzten zwei Jahren, auch wenn´s mir anfangs recht platt vorkam: Es gibt immer einen Weg!
LG kommal
Hallo,
für mich ist der Kontrollverlust das, was die Sucht ausmacht.
Ich kann nicht wenig trinken. Und das geht uns allen so.
Wie, wo, wann, wieviel. ob verheiratet, geschieden, ledig...
Das spielt alles keine Rolle dabei, es sei denn wir beurteilen die Ursachen der Sucht. Die sind sicher bei jedem andere, individuelle.
LG kommal
Hallo Spedi,
so einen schönen Wiedereintritt in die Arbeitswelt hatte ich letztes Jahr auch- das tat gut und ich freu mich für dich.
Und zum wiedergewonnenen Führerschein meinen Glückwunsch! Den hast Du dir schnurgerade "verdient"!
Zitatund die Wochenenden bleiben in Zukunft arbeitsfrei
Hast Du deinen Kalender schon mit der Info gefüttert? ![]()
LG kommal
Hallo Kerstin
Zitatkam mir vor,als wenn ich erst seit kurzen trocken bin,
Ich frag mich- nein DICH- wirklich, was Du aus deiner Therapie mitgebracht hast. Du begibst dich in diese Situation und schaffst es auch nicht, da herauszukommen. Das war russisches Roulette!
Bei aller Belastung, die die Situation um deine Schwester mit sich bringt- vergisst Du nicht allzu sehr, dass Du an deiner Trockenheit jeden Tag arbeiten mußt?
Ich rate Dir: Überprüfe deine Baustellen- der Saufdruck kam sicher nicht nur vom Anblick deiner trinkenden Angehörigen. Lies doch nochmal in deinen Therapietagebüchern. Vielleicht kommst Du dir da auf die Schliche!
LG kommal
Hallo Lütze,
Hast Du da eine Baustelle???
Zitatwarum ich auf Arbeit der Vordenker und Organisator bin,
...das prüfe mal neutral. Wirst Du dafür bezahlt bzw. ist das deine Aufgabe? Ich habe mich früher auch in meine Arbeit vor meinen Problemen geflüchtet. Seit ich das nicht mehr mache, geht´s mir besser. Es kostete Kraft und Zeit, die ich besser für mich verwendet hätte. Ich bin froh, dass ich so konsequent sein konnte (der AG hat ja mitgespielt) und meine Erfahrung jetzt an anderer Stelle einbringen kann- anders. Dieser vermeintliche Schritt zurück hat mich weit nach vorn gebracht.
LG kommal
Hallo Jane,
wenn Du Suchtdruck bekommst trink viel Wasser. Vielleicht hilft es. Könntest Du auch in die Klinik, bevor Du wieder trinkst?
ZitatKann da was passieren? Ich habe total Angst weil mir das passiert ist. Habe mal gehört das der Körper oder das Gehirn sich erinnert
Natürlich ist unser Suchtgedächtnis immer empfänglich. Nicht nur für Alk an sich, auch für Situationen, die es in diesem Zusammenhang kennt.
Du solltest dich aber hier dringend in Themen wie: Grundbausteine, Alkohol in Lebensmitteln usw. einlesen und dabei hoffentlich etwas lernen.
Du bist gefährlich uninformiert. Das solltest DU ändern. Hier und auch vor Ort!
Ich hoffe für dich, dass Du dich nicht mehr in solche oder ähnliche Situationen bringst.
#DU musst dich informieren. Fang am Besten gleich an: hier.
LG kommal
Hallo Plejaden,
ZitatUnd zudem habe ich mich mit wenigen Strichen selbst perfekt portraitiert.
Find ich toll, dass Du das kannst. Ich wollte immer schon einen Zeichenkurs für Anfänger machen (ich bebildere meine Umwelt eher verbal), falls mal mein Fotoapparat streikt.
Da hast Du eine alte Baustelle bei mir aufgemacht. Ich werde mich nächste Woche mal im VHS- Programm schlau machen. Vielleicht gelingt mir irgendwann im Wald mal eine Kitze- Skizze. - Kitz ohne Bits sozusagen
.
Schönen Sonntag wünscht
kommal
Hallo Lütze,
ZitatDer Lütze jetzt lernt sich selber erst mal kennen
das ist spannend, aber das dauert. Ich hab´s ja selbst erlebt. Für mich war es relativ leicht, weil ich mich ja eine Zeit lang nicht in meinem alltäglichen Umfeld befunden habe.
Zitatzum Einkaufen von fehlenden Sachen für ihre Wohnung.Sie bat mich,es dann auch irgendwann mal anzubringen.H
So blieb ich von solchen "Versuchungen" verschont.
Ich habe auch nie Schuldige für meine Sauferei gesucht (gibt nur einen: MICH), sondern nach Ursachen.
Ich glaube, ein wenig (mehr) Abstand täte Dir gut.
LG kommal
Hallo Forum,
durch das Schreiben in einem anderen Thread kam mir die Idee, mal wieder in "meinen Wald" zu gehen- da, wo ich entgiftet habe (ich hab ja jetzt mehrere Meinwalds). Als kommaline anrief und ich sie fragte, was wir am Wochenende unternehmen wollten sagte sie spontan: Och, nicht weit weg, lass uns nach XXX fahren und ein bisschen durch den Wald laufen.- Booh, hab ich mich gefreut!
Da kann ich ihr dann auch die Stelle zeigen, wo ich mich vor mehr als einem Jahr (der Schwerkraft folgend und nicht ganz freiwillig) auf den Hosenboden gesetzt habe.
Damals hat´s "klick" gemacht und ich machte mich auf die Suche nach ihr. Schwierige Sache, denn ich hatte ja weder Namen noch Adresse...
Schönes Wochenende allerseits- trocken und sonnig
kommal ![]()
Hallo Blizzard,
schade, schade.
Aber eben nicht zu ändern. Du hast eine kluge Frau.
Wichtig finde ich, dass Du´s nimmst wie es ist. Weiter machen und trocken bleiben!
Schönes Wochenende trotzdem
LG kommal
ICH MUSS REDEN!
Und das machte ich: Mit dem Psychologen, den Sozialarbeitern, dem Arzt- wann immer ich die Gelegenheit hatte nutzte ich sie spontan bzw. machte Termine. Die meisten Gespräche führte ich natürlich mit meinen Mitpatienten, an der Basis sozusagen.
Durch meine ausgiebigen Waldspaziergänge und auch durch den angebotenen Sport merkte ich, dass ich kräfte- und konditionsmäßig zulegte.
Mein Essverhalten hatte sich nicht sehr verändert. Ich hatte während der Sauferei immer darauf geachtet, mich vernünftig zu ernähren. Die gemeinsamen Mahlzeiten und mein mehr an Bewegung förderten natürlich meinen Appetit, aber da ich ja täglich unterwegs war, wurde das kompensiert.
Die Fußball - WM lief weiter, das Kommen und Gehen auf der Station hielt ebenfalls an und aus der Zeit meiner Aufnahme waren nur noch wenige da. Medikamentenabhängige, wo der Entzug wesentlich länger dauert als bei uns Alkis, “Rückkehrer” und…
…ja, und kurz nach mir war eine Patientin gekommen, in die ich mich verliebte. Sie war hier nur “geparkt”, weil sie auf einen Therapieplatz in der Klinik wartete. Wir hatten eine schöne Zeit miteinander, die nach zwei Monaten abrupt endete. Mit der bitteren Erkenntnis für mich, dass sie mich ziemlich ausgenutzt hatte. Sie entpuppte sich als mehrfachabhängig und hatte mich unbemerkt einmal sogar für ihre Zwecke benutzt. Ich war, was Suchterkrankungen betraf ja noch unerfahren und im Umgang mit Suchtkranken (mich eingeschlossen) ziemlich naiv. Hätte ich auf meinen Berater gehört, wäre es gar nicht soweit gekommen. Soviel zu dieser Geschichte, die ich nur erwähne, um meine Gefühlslage während der nächsten Zeit anzudeuten. Heute weiß ich dass ich keinesfalls verliebt war, sondern ihr Auftreten so eine Art Beschützerinstinkt in mir geweckt hat. Dazu kam natürlich, dass die gemeinsam durchlebte Situation in der Entgiftung diese “Affäre” begünstigt hatte.
Es gab auf der Station Patienten, die nur zu bestimmten Tagen in der Woche erschienen. Ich erkundigte mich bei der Schwester, was es damit auf sich hatte. Die sagte mir, dass es die Möglichkeit gebe, den Tagesbesuch zu beantragen. Das machten viele, die z.B. alleine lebten und sonst nicht wüssten, wohin. Sie konnten die Angebote der Station nutzen, außer den Sport (wg. Versicherungsproblemen) und wären hier sozusagen auf bestimmte Zeit im geschützten Raum. Unter diesen Leuten hatte ich einige ausgemacht, die schon lange “dabei” waren. Das waren natürlich interessante Gesprächspartner für mich. Hier hoffte ich mehr zu erfahren über das Thema Therapie. Diese Leute wirkten auf mich besonnen und in ihrer Trockenheit erfahren. Umso mehr erschreckte es mich, als ausgerechnet aus dieser Gruppe ein Patient rückfällig wurde, ein anderer seinen Status aufgab, weil er keinen Aufpasser für seinen Hund gefunden hatte. Die ersten Erfahrungen mit der Tücke meiner Krankheit. Weil ich ja nicht wusste, wie es in den nächsten Wochen weitergehen sollte (werde ich weiter krank geschrieben?) ließ ich mir also einen Antrag für diesen Tagesstatus geben und füllte ihn aus. Die Tage wählte ich mit Bedacht: Montag und Freitag, weil ich hoffte, das ich dadurch irgendwie im Rhythmus bleibe und außerdem, weil an diesen Tagen die große Gruppe stattfand. So konnte ich Gruppenerfahrung sammeln und meine Gruppenfähigkeit beweisen. Mein Suchtberater hatte mich darauf hingewiesen, dass dieser Nachweis für meinen Therapieantrag von Vorteil wäre.
Der Tag meiner Entlassung rückte näher und ich führte die Abschlussgespräche mit Arzt, Sozialarbeiter und Psychologen mit dem ich gleich als Tagespatient den nächsten Termin vereinbarte. Die Schwester wies mich darauf hin, dass ich jederzeit kommen könnte, wenn “etwas wäre”- “Am besten, BEVOR sie trinken!” …Krisenintervention nannte sie das.
Mein Koffer war gepackt, ich verabschiedete mich von meinen Mitpatienten und dem Personal. Nicht ohne zu vergessen, mich für deren freundliche Aufnahme und Hilfe zu bedanken- es war eine gute Zeit dort.
Ich war zufrieden, fühlte mich sicher und stark.
An jenem Freitagmorgen, als ich in mein Auto stieg und nach Hause fuhr, hatte ich ein Ziel: Ich wollte in die Firma, wo ein Abteilungsleiter seinen Ausstand gab. Ich wusste, dort gab es Bier, Wein, Sekt und natürlich auch Antialkoholisches.
Ich wollte zeigen, dass ich wieder da war und dass es mir nichts ausmachte, bei Wasser und Saft zu feiern. (Über die Gefahren denen ich mich dabei aussetzte war ich mir überhaupt nicht bewusst). Gleichzeitig konnte ich natürlich ein wenig die Stimmung testen, die Reaktion der Kollegen auf meine (vorläufige) Rückkehr. Heute weiß ich, dass es ein RIESENFEHLER war, dort aufzutauchen. Hätte mir das damals jemand gesagt, ich wäre wahrscheinlich trotzdem hingegangen. Ich wurde ausnahmslos freudig und freundlich empfangen, trank mein “Wässerchen” und unterhielt mich angeregt mit den anderen- ich hatte ja was zu erzählen (und brauchte mich nicht mehr zu verstecken).
Am Nachmittag kehrte ich in meine Wohnung zurück. Ich war stolz, dass ich diese “Bewährungsprobe” so gut überstanden hatte (und könnte mich heute noch dafür wohin treten).
Für die Zeit “danach” hatte ich Wasser und Saft bereits besorgt- verdursten würde ich nicht und zu Essen hatte ich auch. Ich hatte eingekauft und dazu noch einen Vorrat an Tiefkühlkost und Konserven. Jeglichen Alkohol hatte ich vor meiner Abreise ja aus der Wohnung geschafft und so machte ich mich also beschwingt ans Werk, packte meinen Koffer aus, lüftete die “Bude” und bekam langsam Hunger- ich war ja noch “vom Frühstück”.
Ich öffnete den Vorratsschrank und bekam einen Riesenschreck:
ZWISCHEN DEN KONSERVENDOSEN LAG EINE FLASCHE ROTWEIN!!!
Hallo Karl,
Zitatwisst ihr was mir ein bisschen abgeht ??? einfach mal ablachen, rumalbern und bloedeln ,- nicht alles so "bier"ernst nehmen , also spass haben.
Den wirst Du auch wieder haben. So ein bisschen kenne ich das Gefühl. Nüchtern betrachtet stehst Du vor einem Berg von Problemen. Mir hat damals meine Auszeit geholfen. Ich war ja mehr als ein halbes Jahr krank geschrieben (dazu kam die LZT) und konnte so zunächst mal meine Gedanken sortieren.
So eine ähnliche Situatuion hast Du ja zZt für dich geschaffen-
vielleicht kannst Du/Ihr eine Prioritätenliste erstellen?
Arbeit ist nicht alles, das habe ich auch lernen müssen und heute kann ich sehr gut damit leben.
Die Freude am Leben kehrte zurück und damit auch der Spaß.
Das wünsche ich Dir auch
LG kommal
Hallo Lütze,
ZitatDann ergab sich gestern die Gelegenheit noch mal ein paar Worte mit meinem Chef zu wechseln bezüglich meiner Sucht.
Eine vertrauensbildende Maßnahme!
Ich habe während der Monate meiner Arbeitsunfähigkeit meinen Arbeitgeber über alle meine Schritte informiert und so ganz "nebenbei" einige Monologe über meine Krankheit gehalten. Also nicht nur WAS ich mache, sondern auch WARUM.
Ich machte das nicht etwa, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, sondern weil ich fand, dass mir das hilft besser verstanden zu werden. Es hat sich ausgezahlt: Gibt es heute umstrittene Situationen, werde ich viel besser in meiner Reaktion und Handlungsweise verstanden.
Nur so konnte ich auch an meinem Arbeitsplatz wichtige Veränderungen vornehmen (andere Aufgaben).
Ich wünsche Dir einen entspannten Tag ![]()
LG kommal
Hallo Plejaden,
du gehst konsequent weiter- alkoholfreies Umfeld, Tagesstruktur und Selbstanalyse. Die Zählerei hab ich nie angefangen, obwohl ich "mein" Datum natürlich kenne. Was mich aber noch interessiert:
Gibt es Neuigkeiten bzgl. der Wohnung?
Ich wünsch es Dir soooooooooo sehr!
LG kommal ![]()
Und die Frage die freitags angesichts zweier freier Tage alle bewegte:
WAS MACHE ICH AM WOCHENENDE?
Für mich war schnell klar, was ich NICHT machen wollte: Im Aufenthaltsraum sitzen, Kreuzworträtsel lösen, Kaffee trinken, Fernsehen, lesen, die Zeit totschlagen mit belanglosen Gesprächen, in die Stadt gehen…
Ich nutzte das, was da war: Den Wald. Stundenlang streifte ich umher, entdeckte neue Wege, lernte wieder, mich zu orientieren und bekam einen Blick für die schönen Dinge am Wegesrand.
Sicher war ich hier wieder alleine, aber ich hatte ja nachher etwas zu erzählen und zudem das Gefühl, dass mir dieses “zurück zur Natur” einfach gut tat. Auch in der Woche nutzte ich jede freie Stunde, die Umgebung zu erkunden. Ich sah wieder Rehe, Ameisenhaufen, hörte die Vögel singen und das Rauschen der Bäume im Wind (oder umgekehrt?). Und ich fühlte die Sonne, die in diesem Sommer unablässig vom Himmel schien. Ich SAH und ich HÖRTE wieder. Und ich begann wieder zu FÜHLEN: Fast unbemerkt tat ich dabei einiges für meine körperliche Fitness (das sollte sich später auszahlen).
Ich hatte dabei jede Menge Muße zum Nachdenken. Wie geht es weiter, wenn ich wieder zu Hause bin? Der Termin bei meinem Suchtberater stand bereits fest, dass ich eine Therapie achten wollte, war klar. Aber was macht “man” bei einer Therapie? Wie ist das? Sicher, reden. Aber worüber? Über das warum? Na, ich war hat allein, bin ausgenutzt worden… Gedanken halt. Aber mehr in die Zukunft schauend, als zurück. Meine Vergangenheit konnte ich nicht ändern, aber jetzt wollte ich etwas tun.
Ich hielt also die Augen und Ohren offen, nicht nur im Wald. So kam es, dass ich bei einem Arztbesuch auf unserer Station den Tipp bekam: “Mit dem da musst Du einen Termin machen, das ist Dr. König, der Psychologe.” Ich sprach ihn an und bekam prompt einen Termin zwei Tage später (und im Anschluss an unser Gespräch einen neuen. Das ging so bis zum Antritt meiner LZT).
Ansonsten hielt ich mich an die Regeln, die in der Klinik galten.
Durch die ständigen Entlassungen und Neuaufnahmen fühlte ich mich bald als “alter Hase”. Rückfallpatienten blieben ja nur drei Tage und zwei habe ich gehen und wiederkommen sehen.
Die ganzen Eindrücke, die ich dort bekam waren so intensiv, dass ich mich an viele Ereignisse heute noch im Detail erinnern kann. Weil ich hier aber keine Gebrauchsanweisung für die Entgiftung schreiben kann und will, belasse ich es dabei. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen sammeln, ob in der Entgiftung, der Therapie oder im Leben und seine Lehren daraus ziehen. Im Rückblick bin ich allerdings froh, mich bedingungslos an die Anweisungen des Personals und die Regeln der Klinik gehalten zu haben. Das gab mir Sicherheit und das war richtig!
Aus den Gesprächen über rekordverdächtige Promillewerte und anderes “Entgiftungslatein” hielt ich mich raus. Aber mir wurde klar, dass ich nicht “nur” Bier getrunken hatte: Ich gehörte dazu, war Alkoholiker wie alle hier.
Abends saßen wir im Aufenthaltsraum zusammen, erzählten über Vergangenes und das was kommen wird und werden soll, rauchten und guckten im Fernsehen die Fußballspiele der WM.
Hin und wieder stellten sich auch Selbsthilfegruppen vor. Auch dabei bot sich ein breites Spektrum an Ansätzen. Eine Gruppe, an die ich mich erinnere vermittelte den Eindruck, Glück in Dosen unters Volk zu bringen. Doch die Mehrzahl konnte mir doch vermitteln, wie wichtig eine SHG für mich ist und sein wird (wenngleich mir die Tragweite dieser Erkenntnis noch nicht bewusst war), Und auch bei den Gruppengesprächen auf der Station wurde mir nach Jahren in der selbst gewählten Isolation klar:
ICH MUSS REDEN!
Und im Fernsehen verfolgten wir die Berichterstattung über die Fußball- WM:
SPIELE, KOMMENTARE, FEIERNDE FANS
Diese Bilder sollten mich in den nächsten Wochen begleiten. Dazu die euphorische Stimmung im Land, Autos mit Fähnchen, leergefegte Straßen, wenn “unsere” spielten, Public Viewing usw.
Aber zunächst war ich ja hier. Der Montag kam und damit das o.k. vom Doc für meinen Ausgang. Den nutzte ich natürlich gleich- ein herrliches Gefühl, wieder raus zu können.
Der Tagesablauf auf der Station war durch die drei Mahlzeiten grob strukturiert. Frühstück und Abendessen machten wir selbst, hierzu gab es eine kleine Küche mit Kühlschrank, Herd und Spülmaschine. Das Mittagessen wurde in einem Speisesaal auf dem Gelände eingenommen. Hierhin gingen wir in der Gruppe und hatten auch “unseren” Tisch.
Nach dem Frühstück gab es täglich das Morgengespräch. Her erzählte jeder, wie es ihm ging, wie die Nacht war, was er/sie tagsüber vor hatte (Arzttermine, Beratungsstelle…, Klinikaktivitäten).
Dann folgte die Arztvisite in der Gruppe, bei Bedarf (melden!) auch einzeln.
Nach dem Mittagessen war Medikamentenausgabe. Und Einnahme, d.h. die Medi musste im Beisein der Schwester eingenommen werden. Hier gab es nämlich auch Medikamentenabhängige. Mein Blutdruck war nach kurzer Zeit im normalen Bereich, so entfiel für mich das Schlange stehen zum Dessert.
Einmal pro Woche wurden die “Dienste” eingeteilt, je nach Aufgabe begehrt oder weniger beliebt.
Küchendienst: Vor- und Nachbereiten von Frühstück und Abendessen, Bestellung von Lebensmitteln bei der Schwester.
Tischdienst: Tische im Speiseraum decken und abräumen.
Tafeldienst: Morgens das Tagesprogramm auf die Tafel schreiben und bei Änderungen aktualisieren.
Blumendienst: Gießen der Grünpflanzen auf der Station (die konnten einem manchmal leid tun).
Patientenbetreuung: Den “Neuen” den Ablauf erklären und die Räumlichkeiten zeigen, wenn sie aufnahmefähig waren. Evtl. das Essen auf´s Zimmer bringen und Wünsche notieren für den …
Einkaufsdienst: Zu dritt (Immer bei Verlassen des Geländes Richtung Stadt!!!) im nächsten Supermarkt einkaufen. Jeder konnte seine Wünsche äußern- Vorkasse.
Wöchentlich geb es einen Vortrag vom Stationsarzt über die körperlichen Folgen des Alkoholismus. Themenvorschläge und Fragen erwünscht. Hieraus entwickelte sich oft ein intensives Gespräch bzw. Diskussion. DAZU hatte jeder etwas beizutragen. Meistens begann es mit: “Ich kenn da einen…” Ich hörte neue Begriffe wie “Varizen“ oder “Korsakow“, die mir in den nächsten Monaten nicht nur als Worthülsen begegnen sollten.
Ein bis zweimal wöchentlich konnten manche zur Ergotherapie. Die Teilnehmer wurden von der Schwester und dem Doc ausgewählt. Die körperliche Verfassung, eine evtl. anschließende Therapie, Gruppenfähigkeit waren u.a. Faktoren, die eine Teilnahme rechtfertigten. Und der Wille. “Keiner MUSS hier mitmachen” war die Vorgabe des Personals.
Sport wurde wöchentlich betrieben (nur wer konnte). Es gab verschiedene Fitnessgeräte, an denen wir uns unter Anleitung betätigen konnten. Hier merkte ich recht schnell, wie ich mich körperlich zugrunde gerichtet hatte. Obwohl ich bei meiner Arbeit den ganzen Tag auf den Beinen war und auch Lasten bewegt hatte- Kraft: Null, Kondition: Null! Was war aus dem ehemaligen Leistungssportler geworden? Ich war schockiert und angestachelt zugleich. Hier konnte ich ansetzen, mein (gesunder) Ehrgeiz war geweckt. Nicht auf dem Hometrainer vor dem Fernseher, wie mancher sich dort vornahm- nein, ich wollte raus. Mit dem Fahrrad wie früher die Landschaft erfahren. Jedes Mal ein paar Kilometer mehr. Das Rad stand bereits zum Generalcheck in der Werkstatt- da hatte ich vorher dran gedacht (?!?).
In der Entgiftung machte ich auch eine ganz neue Erfahrung: Zweimal in der Woche wurde “Muskelentspannung nach Jacobsen” angeboten. Zunächst war es ungewohnt, in der Gruppe so “komische Dinge” zu tun (was soll das auch bringen), doch bald merkte ich, dass sich durch die regelmäßige Wiederholung durchaus ein positiver, entspannender Effekt einstellte. Das tat richtig gut! Manche schliefen dabei sogar ein (was natürlich nicht der Sinn der Übung war). Vor dem Einschlafen machte ich fortan meine Übungen und behielt das auch zuhause bei.
Freitags und montags gab es die “große Runde”. Im Prinzip wie die Morgenrunde, jedoch mit größerer Besetzung: Schwestern, Doc, Sozialarbeiter. Freitags blickte jeder auf die Woche zurück: Was wollte ich tun, was hab ich getan, wie geht´s mir jetzt? Und die Frage die freitags angesichts zweier freier Tage alle bewegte:
WAS MACHE ICH AM WOCHENENDE?
Hallo biggy,
ich habe ein paar Wochen nach der Entgiftung zum ersten Mal Blut gespendet
(...wollte ich schon immer machen").
Die Suchtfrage habe ich mit "ja" angekreuzt und im Arztgespräch erklärt- kein Problem.
Ich hatte keinen Grund, dort nicht die Wahrheit zu sagen.
LG kommal
Hallo Karl,
Zitathabe totel lust auf süsszeug ,- ist für mich auch was neues
Ich glaube, da geht´s Dir wie mir:
Dir schmeckt´s wieder, weil Du´s wieder schmeckst.
Wie wär´s denn mit Obstsalat?
Ich mache auch mir öfter mal ein Amaranth mit Joghurt oder Quark. Süße mäßig mit Honig oder Ahornsirup und lass es dann über Nacht ziehen.
LG kommal