ooooh Bernd,
ZitatÜberlege jeden Tag, ob ich nochmal hingehen soll.
Natürlich sollst Du!
Denk an deine Gesundheit (und Vorbildfunktion
)
LG kommal
ooooh Bernd,
ZitatÜberlege jeden Tag, ob ich nochmal hingehen soll.
Natürlich sollst Du!
Denk an deine Gesundheit (und Vorbildfunktion
)
LG kommal
Hallo Kerstin,
dass Du die große Sorgen um deine Schwester machst verstehe ich.
Aber was ist mit Dir? Was hast Du aus deiner Therapie mitgebracht? Arneitest Du an deiner Trockenheit? Nachsorge? Tagesstruktur? Umfeld trocken? Tagebuch?
Vergiss DICH nicht.
LG kommal
Hallo Plejaden,
ZitatNatürlich will ich ihm sagen, dass ich Alkoholikerin bin, aber wie mache ich das?
Als ich das las - von DIR! - war ich platt. Du bist doch sonst redegewandt (naja, schreibgewandt
)
Ich hab einfach gesagt: Wir müssen noch etwas auf meine Karte schreiben: "Alkoholiker"!
Aus dem Hintergrund kam ein "Ohje, das wußte ich nicht" und mein Becherchen zum Spülen wurde gleich mit etwas anderem gefüllt!
Der Zahndoc hat sich für meine Info bedankt und gesagt, dass es wichtig für ihn sei, das zu wissen.
Ich hoffe dein Esszimmer ist in Ordnung!
LG kommal
Hallo Plejaden,
ZitatJe früher jemand aus der Sucht aussteigt, desto mehr Vertrauen muss er den Langzeittrockenen entgegenbringen.
Vetrauen denjenigen, die mir helfen wollten (Entgiftung, Beratungsstelle und nachher Therapie) war ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Entwicklung, ich glaube heute, der wichtigste überhaupt-
Misstrauen prägte ja meine ganze Saufzeit: Nur nicht auffallen, schön verstecken, stets in der Defensive.
Durch mein Vertrauen hatte ich den Kopf frei für die wichtigen Dinge, konnte mich mit mir und meinen Problemen beschäftigen ohne meine Kräfte auf Nebenschauplätzen zu verplempern. Ich fing an, bis dato unbekannte Fähigkeiten zu entdecken.
LG kommal
Hallo Kikki,
ZitatEs weiss noch keiner und ich möchte mich noch nicht outen.
Das erinnert mich ein wenig an frühere Zahnarztbesuche: Da bin ich immer erst hin, wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten waren.
Als ich mit dem Saufen aufhörte, hab ich allen erzählt,
das hat überhaupt nicht weh getan und ich hab jede Menge Zuspruch erhalten. Ich hab aber auch gelernt, zu mir zu stehen. Ich habe mich nicht mehr versteckt und war ehrlich zu allen- und zu mir!
LG kommal
Mit dem üblichen Pensum im Körper begab ich mich recht früh zu Bett. Für Freitags bis Sonntags waren das 14 - 16 Flaschen Bier, an den Wochentagen (bzw Abenden) acht. Bei dem Gedanken daran wurde mir erst mal die Flüssigkeitsmenge bewusst, die ich in den letzten Jahren konsumiert hatte.
MORGEN GEH ICH ZUM DOC
So ging ich am Montagmorgen zu meinem Hausarzt. Die Tatsache, dass er mich schon als Kind behandelt hat und so meinen Lebenslauf und meine Familie gut kannte, beruhigte mich. Ich vertraue ihm.
Er begann damit, meinen Blutdruck zu messen und die Situation am Arbeitsplatz und das vermeintliche Mobbing zu thematisieren. Ich unterbrach ihn und sagte sinngemäß, dass ich seit “einiger Zeit “ zuviel trinke, und damit Schluss sein müsse. Der ganze Ärger resultiere wohl aus meiner Sauferei und ich wolle nicht mehr.
Da passierte etwas Unerwartetes: Er stand auf, gab mir die Hand und gratulierte mir zu meinem Entschluss- ich war ziemlich sprachlos, was selten passiert.
Im Vorzimmer bekam ich eine Überweisung in´s Krankenhaus (zur Entgiftung) und die “Mädels”, die mich ja auch gut kannten machten betretene Miene zur Diagnose. Ich aber fühlte mich unheimlich erleichtert. Ich hatte “es” raus und merkte, es passiert etwas. Ich wusste ja noch nicht was, aber ich fühlte mich … befreit. Das Wort trifft´s am besten. Als ob ich jahrelang in einem Käfig gesessen hätte und endlich den Schlüssel gefunden habe.
Einmal unterwegs fuhr ich in die Firma und erklärte dem Personalchef, dass der Verdacht des Saufens richtig sei, ich gerade vom Doc käme und in Kürze ins Krankenhaus ginge. Meine Kollegen informierte ich im Anschluss, worauf einer meinte: “Gut, dass Du endlich drüber sprichst”! “Oh”, dachte ich- “die haben wohl was gemerkt”.
Dann rief ich bei der Suchtberatung an und wurde mit einer freundlichen Dame verbunden, die mir zuhörte. Ich kann mich an ein paar einer Sätze erinnern: “Bei mir ist es nicht so schlimm”, “ich hab nur Bier getrunken”, “nie bei der Arbeit” und die ganzen nassen Ausreden, die viele ja kennen.
Wir vereinbarten einen Termin und sie gab mir die Telefonnummer von der Entgiftungsstation. Das Wort “Entgiftung” war bis dahin glaube ich noch gar nicht gefallen…
Ich rief mehrmals an und es war besetzt- ich war erleichtert.- Die Angst vor dem Unbekannten.
Ich trank meine acht Flaschen Bier und überlegte, was ich noch tun konnte und dann wusste ich, was ich vor dem Krankenhaus machen wollte (ich schreib´s, wie es mir in den Sinn kam):
ICH MUSS MEINE BUDE TROCKEN LEGEN!
Hallo Susanna,
ZitatGibt es Gründe, weshalb man Alkoholiker wird?
NEIN!
Aber es gab Ursachen, warum ich Alkoholiker wurde.
Und es gibt Menschen, die mir geholfen haben, diese Ursachen zu finden.
LG kommal
Hallo Chrischi,
Zitatmanchmal kommt es anders als man es sich wünscht.
DU hast es in der Hand, nur DU.
LG kommal
Als ich gegen 10 Uhr wieder nach Hause kam fühlte ich mich schon etwas besser und hatte prompt wieder den Brief in der Hand-
UND IN DER ANDEREN EINE FLASCHE BIER
Langsam wurde mir bewusst, was ich da sah: Die letzten Jahre kamen mir ins Gedächtnis: Massenhaft Überstunden, Wochenenden voller Arbeit, immer da, wenn ich gebraucht wurde. Nie raus gegangen oder gefahren. Die Grenzen meines Lebensraumes waren eng gesteckt worden (natürlich von mir!), weil ich doch den Anforderungen gerecht werden musste. Kein Wunder, dass es soweit mit mir gekommen war- das Bier zur Entspannung und zum Einschlafen war doch das einzige, was ich noch hatte! Ich hab doch nie während der Arbeit getrunken. Und immer nur Bier.
Ich fühlte plötzlich, was ich schon lange wusste: Ich war allein! Schlimmer noch, ich fühlte mich einsam! Aber ich fühlte es, das war mir zwar damals nicht so bewusst, ich musste jedenfalls weinen. Ich war unendlich traurig und zugleich froh, endlich das zu Ende zu denken, was ich jahrelang befürchtet hatte: Es geht nicht mehr ohne Alkohol.
Es folgten Stunden, auch am nächsten Tag, in denen ich mich im Internet informierte (Unser Forum entdeckte ich erst Monate später ).
Ein paar wichtige Dinge, die ich dort erfuhr waren z.B.: -Nicht unkontrolliert aufhören, -es kann jeden “erwischen”, egal welcher Herkunft, aus welchem Beruf usw., -es gibt Hilfe.
Ich habe mich also zunächst auf eine sachliche Ebene begeben, unbewusst, aber wohl richtig. Für den Montag nahm ich mir vor, meinem Hausarzt alles zu erzählen.
Den Sonntag verbrachte ich damit, viel nachzudenken und mir war schnell klar, dass ich meinem Arbeitgeben gegenüber offen sein wollte. Der Verdacht bestand ohnehin und ich sagte mir, wenn ich ehrlich bin wird´s schon nicht so schlimm.
Dann meldete sich, auch bestärkt durch meinen fortgeschrittenen Konsum, mein Mitteilungsbedürfnis und ich rief alle meine Freunde und Bekannten an um sie über meine Sauferei zu informieren und dass ich etwas dagegen zu unternehmen gedenke.
Vielfach schlug mir Verwunderung entgegen, die meisten Kontakte hatte ich ja nur noch übers Telefon gehabt und auf Grund der hohen Toleranz meines Körpers konnte ich mich immer (?) klar artikulieren. Sprüche wie “ach was, du redest Dir was ein”, “so schlimm wird´s wohl nicht sein” bestärkten mich aber mehr in meinem Tun, als das sie mich beruhigten. Ich WOLLTE so nicht mehr weitermachen. Ich wollte meine Umgebung nicht mehr belügen und ich wollte endlich ehrlich sein, MIR gegenüber. Das Verstecken hatte ein Ende!
Mit dem üblichen Pensum im Körper begab ich mich recht früh zu Bett. Für Freitags bis Sonntags waren das 14 - 16 Flaschen Bier, an den Wochentagen (bzw Abenden) acht. Bei dem Gedanken daran wurde mir erst mal die Flüssigkeitsmenge bewusst, die ich in den letzten Jahren konsumiert hatte.
MORGEN GEH ICH ZUM DOC
Guten Morgen die Damen,
was bitte ist "wkw"? Ist das so ein single- treff? Wer kennt wen oder so?
Es grüßt aus kommalines Nest
und wünscht nen schönen Tagesrest
kommal
Hallo Engel,
ZitatJetzt muss ich lernen, mir anders Erholung und Entspannung zu suchen,
Dann TU´S.
Schau bei der VHS und bei Vereinen, Verbänden, Organisationen...
Es wird sooo viel angeboten.
LG kommal
Hallo Lütze, zum ZA:
Die Spritze wirkt ja betäubend- bewußtseinsverändernd wie der Alk und kann so die Wirkung von ca drei Bier vermitteln. Wegen der daraus resultierenden Rückfallgefahr durfte in meiner LZT niemand alleine zum Arzt, der eine Spritze bekam.
Für die richtige Dosierung (das aber eher im Krankenhaus vor OP) muß der Arzt wissen, wieviel Du zuletzt konsumiert hast. (Ganz wichtig auch die Frage nach dem Toleranzknick.)
Ich habe einen mehrfach abhängigen begleitet, der brauchte die dreifache Dosis. Nach der ersten Sptitze und dem Schmerzgeschrei danach sagte der ZA: "Sie können nicht nur Alkoholiker sein"!
(Bei meinem letzten Zahnarztbesuch hab ich übrigens auf eine Spritze verzichtet und mich vor der Behandlung mit einem kurzen aut. Training im Behandlungsstuhl runtergefahren. Es hat geklappt. Ist halt Übungssache.)
Wenn Dein Patientenblatt nichts über deine Krankheit aussagt, hat das nette Mädel mit dem Mundstaubsauger Dir schnell einen Drink zum Spülen gemixt, der es in sich hat!
Das gleiche gilt für Salben und andere Mittel, die Du im Mund- Rachenraum anwendest. Es gibt immer alkfreie Alternativen, wie ja auch bei der Zahnpasta.
LG kommal
ZitatIch hab als nasser Spritti nicht gewußt ,zu welchen Gefühlen ich fähig bin.Ich entdecke mich da neu.
Bravo Lütze!
Das ist eine wichtige Erkenntnis, die ich auch hatte. Diese Entdeckungsreise war eine spannende Zeit. Die wünsch ich Dir auch.
Zeig deine Gefühle , so wirst Du auch besser wahrgenommen.
LG kommal
Hallo Rollo,
noch´n Beispiel. Ich habe einige Mitpatientinnen kennengelernt, die bei Wasser/Apfelsaftschorle sofort abwinkten: Die Farbe und der Geschmack erinnerten sie an Wein.
Ansonsten gilt für mich: Beim Einkaufen lesen (und nicht nur da) und was verdächtig ist bleibt außen vor. Das gilt natürlich auch für Orte und Veranstaltungen, wo ich mich nicht wohlfühle.
LG kommal
Hallo Engel,
Urlaub:
wenn´s am Geld mangelt: Es gibt Jugendherbergen. Die sind nicht teuer und bieten oft "Extras". Programme für Kinder, Familien usw.
Und hinfahren- ginge das mit den Rädern? Könntet doch vlt. jeden Abend woanders sein...
Du könntest dich beim Verband anmelden, so ist´s noch billiger.
In vielen Städten gibt´s auch Ferienaktionen.
Wenn´s gar nicht geht, hilft bei uns zB das Jugend- und/oder Sozialamt.
LG kommal
ZitatSpedismussitzungen
schöööööön ![]()
Hallo Forumgemeinde
Ich möchte meine Geschichte aufschreiben, in lockerer Folge. Um meine Anonymität zu wahren, muss ich manche Dinge weglassen oder verfremden, aber ich bemühe mich, alles so realitätsnah wie möglich wiederzugeben- Die Zeit bis zur Therapie werde ich aus der Erinnerung schreiben, die ist nämlich noch relativ frisch und erfreulicherweise vorhanden.
Es geht los im Mai 2006:
![]()
Der Tag X war ein Donnerstag.
Ich saß zuhause und trank Bier.
Ich war krank geschrieben, weil mein Blutdruck in die Höhe geschnellt war.
Ich bekam einen Brief von meinem Vorgesetzten, genauer gesagt war´s eine Einladung zu einem Gespräch beim Direktor. Zunächst wunderte mich der seltsame Stil des Schreibens, der so gar nicht zum sonstigen Verhalten des Schreibers passte. In geharnischter Form wurde ich angegriffen. Das gipfelte in der Vermutung, ob ich denn alkoholabhängig sei. Mein Schreck wich schnell einem lauten Lachen: Woher will der das wissen? Ich war doch immer da und habe meine Pflicht und meistens mehr getan!!!
Ich tat, was ich zu diesem Zeitpunkt am Besten konnte: Saufen. Auch am nächsten Tag.
Merkwürdigerweise ertappte ich mich dabei, dass ich immer wieder diesen Brief in den Händen hielt und las. Ich weiß nicht mehr wie oft, bestimmt fünfzig Mal. Es war weniger der Inhalt, der geäußerte Verdacht, sondern die völlig erschreckende Art und Weise, WIE er geschrieben war. Irgendwie brutal… Und irgendwann war mir auch klar: DEM kannst Du nix mehr vormachen!- Eine bittere Erkenntnis, die aber noch etwas sacken musste. Denn das hieß ja: MIR auch nicht.
Am Samstagvormittag war ich dann wieder bei meinem Doc und hab ihm was über den “bösen Brief” vorgejammert. Der Blutdruck hatte sich noch nicht gebessert und wir überlegten, ob ich dieser Einladung überhaupt folgen sollte- war ich doch arbeitsunfähig geschrieben.
Als ich gegen 10 Uhr wieder nach Hause kam fühlte ich mich schon etwas besser und hatte prompt wieder den Brief in der Hand-
UND IN DER ANDEREN EINE FLASCHE BIER
Hallo Engel,
ZitatEin trauriger Engel
Traurig, weil Du dir deine Krankheit eingestehst??? Tust Du´s???
Als bei mir der Groschen endlich gefallen war, fühlte ich mich unheimlich erleichtert. Ich war fast froh, euphorisch, mich nach dreißig Jahren ENDLICH nicht mehr selbst zu belügen.
Ich hab alle meine Bekannten angerufen, die mich seit Jahren fast nur noch vom Telefon kannten und hab´s erzählt.
Ich war froh!!! Obwohl ich gar nicht wußte, wie´s weitergeht...
LG kommal
Hallo Lütze,
ZitatEinen Zahnarzttermin hinter mich gebracht heute.
Wie hast Du dich darauf vorbereitet? Hast Du eine Spritze bekommen? Bist Du alleine hin? Weiß dein Zahnarzt von deiner Krankheit und kann entsprechend (be)handeln?
Solche Dinge sind wichtig für dein Leben und deine Trockenheit.
Beschäftige dich mit DIR.
LG kommal
Hallo Plejaden,
ZitatEs ist irgendwie so, dass ich über den Alkohol Gefühle bedient habe, die ich sonst verleugnet habe.
Das find ich zum Einrahmen gut beschrieben ![]()
Beim Suchtdruck find ich´s wichtig, zu schauen, wo der herkommt. Da kann (D)ein Tagebuch sehr hilfreich sein. Der Auslöser liegt ja oft schon weiter zurück.
LG kommal